[Deutschland] Gegen Knast, Staat und Patriarchat!

May 22nd, 2018

Quelle: Indymedia

Um unsere Solidarität mit Gefangenen auszudrücken, sind wir als Gruppe aus circa 15 Personen am 10.05.2018 zum Frauenknast in Neukölln gelaufen und haben dort eine unangemeldete Kundgebung abgehalten. Wir haben vorher Redebeiträge und Briefe von Gefangenen eingesprochen, die sich mit dem Dasein als Gefangene, aber auch mit dem Knast als allgemeines Instrument der Herrschenden auseinandersetzen und diese vor Ort mittels einer Box abgespielt.

Da “Christi Himmelfahrt” als staatlicher Feiertag fungiert, war uns klar, dass auch die Personen im offenen Vollzug an diesem Tag im Knast sitzen müssen. Einige Gefangene haben Kontakt zu uns aufgenommen, indem sie uns politische Botschaften und Parolen gegen den Staat und die Knäste zugerufen bzw. mitgerufen haben. Ein paar von ihnen haben die Redebeiträge aufmerksam verfolgt und mittels Nicken und Fäuste durch die Gitter strecken, kommentiert. Dieser kollektive Moment wurde erst durch die Kettenhunde der Berliner Polizei beendet, die nach etwa 25 Minuten anrollten, aber nur noch unsere Flyer vorfanden. 

Der Knast befindet sich in der Neuwedeller Straße, Ecke Kopfstraße und ist eine sogenannte Teilanstalt der JVA für Frauen in Berlin, in der sich neben dem offenen Vollzug auch eine sozialtherapeutische Abteilung befindet. Die Frauen müssen / dürfen in der Regel tagsüber zum Malochen raus und sind den restlichen Tag im Knast. Es ist der letzte Schritt zur angeblichen Resozialisierung in die kapitalistische Welt. Auch wenn wir uns natürlich darüber im Klaren sind, dass ein offener Vollzug für die jeweilige Person mehr Privilegien mit sich bringt, als der Geschlossene, ist auch er ein wichtiger und nicht weniger repressiver Teil des Knastsystems. Jedes Privilig bedeutet eben auch den potentiellen Entzug dessen, es macht die Gefangenen erpressbar und provoziert Konkurrenz und Denunziation. Zudem zwingt der offene Vollzug alle, die ihn “genießen”, sich jeden Tag auf’s Neue selbst einzusperren und demütig hinter die Mauern zurückzukehren. Durch den Knast soll jegliche Abweichung, jegliches Ausprobieren von Grenzen, jegliches Brechen mit dem kapitalistischen Normalzustand und jeder hausgemachte Konflikt, den diese Gesellschaft hervorbringt, wie Armut, Verzweiflung und Ausweglosigkeit, weggesperrt werden. Die Frauen trifft es dabei besonders hart, da sie zusätzlich von patriarchaler Gewalt und Ausbeutung betroffen sind. Dies ist daher auch oft ein Grund, warum sie im Knast sitzen. Die gesellschaftlichen Probleme werden durch den Knast nicht gelöst, sondern sollen von der Straße und aus dem Blickfeld verschwinden. 

Abschließend möchten wir noch aus einem Text zitieren, den unsere Genossin Lisa geschrieben hat. Sie sitzt zur Zeit in der JVA Willich II ein, ihr wird vorgeworfen an einem Bankraub in Aachen beteiligt gewesen zu sein: “Das Knastsystem steht nicht ausserhalb der Gesellschaft, sondern ist ein fundamentales Element von ihr ohne die der Staat und sein Herrschafts- und Unterdrückungssystem gar nicht existieren könnte. Es wird mit Strafe und Knast gedroht, damit sich die Menschen in diese miserable Welt einfügen, bloss nicht über ihre vorgesehenen Grenzen hinausschreiten und sich selbst kontrollieren und zähmen sollen, ansonsten eben eingesperrt werden. Ständig wird von der Gefährlichkeit von Sexual- und Gewaltverbrechen gesprochen, das ganze Bestrafungssystem damit gerechtfertigt und die Gesellschaft eingeschüchtert. Dabei sitzen die meisten Gefangenen wegen Geld-, Wirtschafts-, und Eigentumsdelikten und genau das wird geahndet, besonders hart wenn es um Eigentum der Reichen und Mächtigen geht. Viele Gefangene kommen aus ärmsten und miesesten Verhältnissen und versuchen einfach ein etwas würdevolleres Leben führen zu können.” 

Knäste zu Baulücken!

Freiheit für Isa, Nero, Michal, Lisa, Thomas, Andreas und alle anderen Gefangenen!

[Deutschland] Zeigt eure Solidarität und besucht die Sitzungen der Berufungsverhandlung vom G20- Gefangenen Peike

May 22nd, 2018

Quelle: Contra Info

Tag 17 – 9.5  / 9:00 – 12:30

Tag 18 – 15.6 (Termin noch unsicher!)

Tag 19 – 5.7. (Termin noch unsicher!)

Tag 20 – 11.7. /  8:00-8:30

Tage 21 + 22 + 23 (drei Termine an aufeinanderfolgenden Tagen!) – 11.7.-13.7. / 9:00-16:00

Amtsgericht Mitte

Sievekingplatz 3

Hamburg

Updates: freepeike.noblogs.org

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[Indonesien] Unterstützt unseren anarchistischen Gefährten Brian Valentino!

May 22nd, 2018

Quelle: Contra Info

Unser Gefährte, Brian Valentino, sitzt zur Zeit  im Polda Gefängnis Yogyakarta, der Polizeizentrale von Yogyakarta (besondere feudale Region innerhalb der Provinz Zentral-Java)

Seit dem Tag seiner Verhaftung, vom 1. bis zum 16. Mai 2018, wurden unserem Gefährten, der geschlagen und gefoltert wurde, seine Rechte für  jeglichen juristischen Beistand verweigert. Seidem er verhaftet wurde, musste er bereits 15 Tage Vernehmung ohne Beteiligung eines Anwalts über sich ergehen lassen. Die Polizei und die Rechtsbeihilfe konnten uns keinen Grund hierfür benennen, weshalb wir nicht sicher sind, ob die Polizei oder Rechtsanwält*innen es verweigern, dass er Unterstützung erhält.

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[Deutschland] Thomas Meyer-Falk: “Wieviel Mitgefühl mit jemanden, der mal im Knast gearbeitet hat?”

May 9th, 2018

Quelle: freedom for thomas

Kürzlich berichtete ich über den Tod einer ehemaligen Gefängnispsychologin https://freedomforthomas.wordpress.com/2018/04/19/susanne-preusker-hat-s… . Da es zu kritischen Rückmeldungen kam, diese Ergänzung zu meinem Beitrag vo April 2018. Der Text sei missverständlich für Menschen die mich nicht kennen würden, hieß es; insbesondere könne man ihn so lesen, als würde ich klammheimliche Freude über die Vergewaltigung oder den Suizid der ehemaligen Gefängnispsychologin empfinden.

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[Deutschland] Erklärung zur Solidarität-Demonstration am 12.5.2018

May 9th, 2018

Quelle: indymedia

Am 12.05.2018 um 18:00 wird die Demonstration für Gefangene und gegen Knäste laufen. Der Treffpunkt ist der Herrfurthplatz in Berlin Neukölln. Die Demonstration wird unangemeldet bleiben. Wir werden uns die Straße nehmen, um unserer Solidarität mit den Gefangenen Ausdruck zu verleihen.
Wir stellen uns darauf ein, dass der Auftaktort oder die umliegenden Straßen bereits vor Beginn gefüllt sein werden mit Bereitschaftsbullen und Zivis, macht euch also im Vorfeld Gedanken über die An- und Abreise, es gibt genug Wege. Wir würden alle bitten, denen es möglich ist, direkt auf den Platz zu kommen, damit wir gemeinsam mit vielen Menschen starten können. Wir werden nur loslaufen, wenn sich genug Menschen versammelt haben. Hierfür wird es ein Startsignal geben, achtet also auf die Umgebung. Wir haben nicht vor lange an dem Auftaktort zu verweilen, also kommt pünktlich, damit wir schnell und geschlossen starten können.
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[Deutschland] Feuerwerk für die Gefangenen in Moabit

May 9th, 2018

Quelle: indymedia

Wir haben in der Nacht auf den 1. Mai Isa, Michal, Andreas Krebs und alle anderen Gefangenen in Berlin Moabit mit Feuerwerk und Parolen gegrüßt.

Diese Geste steht für uns auch in dem Kontext der neuen Polizeigesetzesentwürfe in Sachsen und Bayern.

Es kann vor diesen dicken Mauern nur ein kleines Zeichen der Solidarität sein, eine Geste, die den Knastalltag für diesen Moment durch bricht.
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[Deutschland] Razzien Berlin, G20, Kalabal!k

May 9th, 2018

Quelle: indymedia

Heute Morgen, Mittwoch, zwischen 7 und 9 Uhr wurden in Berlin mehrere Wohnungen und die anarchistische Bibliothek Kalabalik in der Reichenbergerstraße gerazzt.

Im Durchsuchungsbeschluss geht es um Vorwürfe im Rahmen von G20. Es wurden auch Menschen auf die Gesa gebracht, die bis jetzt noch eingesperrt sind.

Um Spekulationen und Gerüchten vor zu beugen: Heute, Treffen 19:00 Bethanien, Kreuzberg.

[Deutschland] Andreas Krebs in Auslieferungshaft!

May 8th, 2018

Kam per Mail und ist ca mind. 10 Tage alt…

Wir haben gerade gehört, dass unser Freund Andreas Krebs gestern Nacht (24.4) um 5 Uhr mit dem SEK mit fünf Wägen aus der JVA Burg nach Berlin Moabit verschleppt wurde. Er befindet sich nun in Auslieferungshaft

Hier sein letzter Brief über seine Situation:

Nun sind es fünf Tage an denen ich keinerlei Nahrung von Seiten der Anstalt mehr angenommen habe, aus Protest über die Schweinereien hier, die schon Stasimethoden sind.

Es interessiert aber auch niemanden und es kam niemand vorbei, sprach mich darauf an oder sonstiges. Selbst die Mitgefangenen sind in keinster Weise solidarisch und zeigen Anteilnahme. Ein einziger Gefangener kommt regelmäßig zu mir und erkundigt sich, wie es mir geht und ob ich irgend etwas benötige.

Aber ansonsten kann man leider alle in der Pfeife rauchen.

Tagtäglich erlebe ich am eigenen Leib Machenschaften, die ich so wirklich noch nie erlebt habe. Ich möchte hier von ein paar Vorfällen erzählen, die jeden Aussenstehenden die Haare zu berge stehen lassen.

Ich habe oft die Befürchtung, dass Menschen aus meinem Umfeld in Freiheit mir keinen Glauben schenken, wenn ich von Ereignissen berichte, die hier an der Tagesordnung sind.

Dann denke ich mir, dass brauchst du gar keinem erzählen, dass kauft dir doch niemand ab.

Dann denke ich aber wieder, wer mich kennt, der weiß, dass das nicht an den Haaren herbei gezogen ist. Der weiß, ich habe es nicht nötig zu lügen oder irgendwelche Geschichten zu erzählen.

Ich will weder im Mittelpunkt stehen noch Mitleid. Ich will den Menschen draußen einfach nur die Augen öffnen.

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Aufruf: Gefangene schreiben für die Abschaffung von allen Knästen

May 8th, 2018

Wir leiten weiter…

The Empty Cages Collective and the Incarcerated Workers Organising Committee (IWOC) in the UK is calling out to prisoners and ex-prisoners worldwide to contribute their writing to a new publication: Prisoner Writings on Prison Abolition.

This publication will share prisoner voices in the prison abolition conversation. It will centre the experiences of people in prison and their ideas on questioning, resisting and dismantling the prison industrial complex – as well as building a world without prisons.

It will be published during the International Week of Solidarity of Solidarity with Anarchist Prisoners at the end of August 2018.

Material received before the 1st June will be published in an interim publication distributed at the International Conference on Prison Abolition (ICOPA) that is taking place in London, UK in 15-18th June 2018. It will also be distributed online, be posted to prisoners and shared with radical distributors across the planet.

Prisoners are invited to send letters, articles and artwork to:

Empty Cages Collective, c/o BASE Social Centre, 14 Robertson Road, Bristol BS5 6JY, UK
Or supporters can email typed-up contributions to: info@prisonabolition.org

More info and to see the really nice front cover: http://www.prisonabolition.org/prisonerwritingsonprisonabolition/

[Türkei/Osman Evcan] Sieg im Hungerstreik!

May 8th, 2018

Von ABC Istanbul // wir freuen uns!!

Victory On The 44. Day Of Hunger Strike!

Osman Evcan gained the victory from the determined struggle which he put his life against the state inside the thick walls of prison which he is enclosed. Osman, got everything he demanded through this hard period without surrendering to the state.
Evcan has been taken from the one-person cell, where he has been kept for two years, to another room and has been allowed to use his right to do sports and engage in conversation. Evcan will also be provided with a vegan menu.
He fainted yesterday and was taken to the medical room. After Evcan rejected treatment at the medical room, his requests were accepted by the prison administration.

Osman Evcan ended his indefinite hunger strike which took 44 days against intimidation, torture and extermination politics against
prisoners and again he proved us that how he is right about his call to raise struggle. He continued his resistance resolutely by choosing to
die with honor is the only reason why he’s demands are excepted. He is grateful to everyone who have held demonstrations, spoken up, and support for Osman Evcan’s cause. Osman Evcan is now trying to get over the adverse effects of the hunger strike process, and his present health condition is fine. We will share the message from Osman Evcan soon.

With anarchist solidarity, ABC İstanbul