[Italien] Op. Sibilla- „Sibillazioni“ Solidaritätserklärung

November 28th, 2021

quelle: soligruppe für gefangene

Quelle: Round Robin, die Übersetzung ist von uns.


Am 12. 11. 2021 veröffentlicht

SIBILLAZIONI

Über die anti-anarchistische Operation „Sibilla“.

All dies muss ein Ende haben. Für immer. Und wenn der Staat und die Bosse unsere lebenden Feinde sind, dann ist die historische Rolle des Anarchismus als der Spaten, mit dem wir ihre Gräber ausheben, offensichtlicher denn je.

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[Italien] Op. Sibilla – Kommuniqué der Solidarität

November 28th, 2021

quelle: soligruppe für gefangene, leicht verändert

Quelle: Round Robin, die Übersetzung ist von der soligruppe für gefangene

Um mit der Ausbeutung und der Unterdrückung zu brechen, ist es notwendig, dass die verletzte und mit Füßen getretene Würde in die Tat umgesetzt wird, denn wir sind der festen Überzeugung, dass „Freiheit“ keineswegs das Recht und die Pflicht ist, der Autorität zu gehorchen, sie ist keine Existenz, die man auf den Knien verbringt. Die Freiheit liegt – hier und jetzt – in der Herausforderung aller Macht, in dem wilden Wunsch nach der praktischen und konkreten Zerstörung der Autorität.

Vetriolo, Nummer 5

Am Donnerstag, den 11. Oktober, wurde im Morgengrauen die Operation „Sibilla“ eingeleitet, die von den Staatsanwaltschaften von Perugia (Staatsanwältin Manuela Comodi) und Mailand (Staatsanwalt Alberto Nobili) koordiniert wurde und in deren Folge eine Reihe von Gefährt*innen in verschiedenen italienischen Städten durchsucht wurden. Es waren die Carabinieri der ROS (unter dem Kommando von General Pasquale Angelosanto), die die vom GIP Valerio D’Andria angeordneten Maßnahmen durchführten, für die sechs anarchistischen Gefährt*innen durch einen Beschluss zur Anwendung von Vorsichtsmaßnahmen erreicht wurden und gegen die wegen Anstiftung zu Straftaten in Verbindung mit Terrorismus und Umsturz der demokratischen Ordnung ermittelt wurde.

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[Italien]: Hausdurchsuchungen bei Dutzenden von Gefährt*innen in ganz Italien

November 28th, 2021

quelle: soligruppe für gefangene, leicht verändert

Am 11.11.2021 um 4 Uhr morgens durchsuchten die ROS [Sondereinsatzkommandos der Carabinieri] auf Anweisung von Staatsanwalt Comodi im Rahmen einer von den Sesselfurzern Nobili und Basilone eingeleiteten Untersuchung die Wohnungen von Dutzenden von Gefährten in ganz Italien.

Alfredo, der wegen dem Schuss auf den Generaldirektor von Ansaldo Nucleare, Adinolfi, und wegen der „Operation Scripta Manent“ inhaftiert ist, wurde über eine weitere Präventivhaft informiert; ein weiterer Gefährte steht unter Hausarrest, vier weitere wurden verpflichtet, sich in ihrem eigenen Wohngebiet mit regelmäßigen Meldungen (A.d.Ü., bei den Bullen) aufzuhalten.

Der Hauptvorwurf lautet, eine Vereinigung zu terroristischen Zwecken gegründet und gefördert zu haben, ein Vorwurf, der sich insbesondere auf die Zeitung „Vetriolo“ und einige in ihr veröffentlichte Artikel bezieht.

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[Österreich] Innsbruck: Grenzen Töten Demo – Alle Anzeigen allen gelassen

November 27th, 2021

quelle: emrawi.org

Die über 40 strafrechtlichen Anzeigen der Grenzen Töten Demo vom 30.1.21 wurden allesamt fallen gelassen!

Liebe Alle*
Gerade haben wir die Nachricht von der Staatsanwaltschaft Innsbruck erhalten dass die über 40 strafrechtlichen Ermittlungsverfahren gegen die Demoteilnehmer*innen der Grenzen Töten Demo vom 30.1.21 allesamt fallengelassen wurden.
Grund dafür ist, dass keine Täter*innen identifiziert bzw. keine Tathandlungen nachgewiesen werden konnten:

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[Deutschland] Berlin: Adbustings zum Jahrestag der Inhaftierung von Ella

November 27th, 2021

quelle: de.indymedia.org

In Berlin machen Adbustings auf die Inhaftierung von Klimaaktivist*in ELLA aufmerksam, welche heute vor einem Jahr im Zuge der Proteste gegen die A49 im Dannenröder Wald festgenommen wurde.
Cops ermitteln nun gegen Adbuster*innen wegen „Erschleichen von Leistung“.

 

Aktion:
Anlässig des Jahrestags von Ellas Inhaftierung (26.11.20) finden überregional Aktionen statt, um die Öffentlichkeit an diese staatliche Ungerechtigkeit zu erinnern.
„Dass Menschen und Lebewesen durch Umweltzerstörung und Klimawandel fliehen und sterben müssen ist nicht hinnehmbar. Genausowenig, dass Menschen wegen praktischem Umweltschutz hinter Gittern sitzen.“ empört sich „Olchi“ von den „Knastratten“.
Die autonome Kleingruppe brachte mehrere Plakate hinter berliner Werbekästen an. Mit den Aufschriften…

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[Deutschland] Thomas Meyer-Falk: Verlegung in ein sächsisches Gefängnis – eine Odyssee!

November 27th, 2021

quelle: freedom for thomas

Seit langem sitze ich in Baden-Württembergs Haftanstalten und da eine Entlassung nicht wirklich konkret absehbar ist, ich aber über Beziehungen nach Sachsen verfüge, beantragte ich Ende 2019 (!) meine Verlegung dorthin. Dieser Antrag entwickelte sich zu einer Odyssee.

Der Antrag an die JVA Freiburg

 Da die Beziehung zur Justiz in „The Länd!“ (so nennt sich nach einer 21 Millionen Euro verschlingenden Werbekampagne der Landesregierung Baden-Württembergs das Land nun selbst) von gewissen Differenzen geprägt und bestimmt ist, hatte ich im Dezember 2019 einen ausführlich begründeten Antrag bei der JVA Freiburg eingereicht, hinsichtlich der Verlegung nach Sachsen. Erst befragte mich der Leiter der SV-Abteilung Thomas G., ob mir das damit ernst sei. Einen Monat später folgte eine ähnliche Nachfrage durch und ein Gespräch mit dem Gesamtanstaltsleiter Herrn Völkel.

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[Deutschland] Interview mit Gefangenem aus Bützow

November 27th, 2021

quelle: criminals 4 freedom

Im Folgenden ein Interview mit einem Gefangenen aus Bützow, welcher über Missstände aufmerksam machen will.

Wie lange bist du schon in Bützow und ist das dein erster Knastaufenthalt? 

Ich wurde am 15.11.20 gegen 12 Uhr verhaftet durch das SEK im Zuge von Encrochat Ermittlungen. Mein bester Kumpel, der dabei war, wurde gleich mit eingetütet und saß dann 6 Monate unschuldig in Bützow. Durch die Mittätertennung war ich zuerst in Waldeck und wurde dann am 05.05.21 nach Bützow verlegt. Ist mein erstes Mal Knast. Am 20.08, nach 20 Verhandlungstagen, hatte ich dann mein Urteil: 6 Jahre. Seitdem hänge ich in diesem Aufnahmebereich fest.

Wie war Waldeck für dich? 

Alles insgesamt entspannter. Habt da gearbeitet, ganz normalen Alltag gehabt, jeden Tag waren die Zellen bis 19:30 Uhr offen. Die Zellen haben sie auch mal revidiert und mir nicht die Tonnen (Anmerkung C4F: der Gefangene meint Tabak) auf die Kammer gepackt. 

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[Deutschland] Podcast: Solidarität mit Gefangenen in der Praxis

November 27th, 2021

quelle: criminals 4 freedom

Danke an den anarchistischen Pottcast „Übertage„!

In dieser Folge sprechen wir darüber wie ganz konkret die Solidaritätsarbeit mit und für Gefangene aussieht. Zusammen mit Alex von Criminals for Freedom (vorher Solikreis der Gefangenengewerkschaft Berlin), tauchen wir ein in vor allem die Erfahrungen die, die Genoss*innen in ihrer praktischen alltäglichen Arbeit die vergangenen Jahre gemacht haben. In kürze gehen wir dann zum Schluss noch darauf ein was Gründe dafür sein könnten warum die Anti-Knast Bewegung in Deutschland so schwach ist und zeigen auf das es früher noch ganz anders aussah.“

[Chile] Aufruf für einen schwarzen November im Gedenken an den Gefährten Kevin Garrido Fernández

November 27th, 2021

quelle: schwarzerpfeil.de

Via Dark Nights

FÜR EINE AUSWEITUNG DER OFFENSIVE GEGEN JEDE AUTORITÄT, DREI JAHRE NACH SEINER ERMORDUNG!

„Sie haben versucht, mich in einem Hochsicherheitsgefängnis und seinen Strafkäfigen zu vernichten, und es ist ihnen nicht gelungen, auch nur einen einzigen Gedanken und eine Idee von mir zu schwächen. Ich stehe fest zu dem, was ich glaube und was ich für diese ekelhafte zivilisierte Welt und ihre dreckigen Progressiven will. Zerstörung und Freiheit sind ein Vulkan in mir.“

(Kevin Garrido Fernandez, November 2016)

Kevin wurde am 19. November 2015 festgenommen. Er wurde für drei Sprengstoffanschläge angeklagt: auf der Gendarmerieschule von San Bernardo, auf die 12. Polizeistation von San Miguel und auf ein Umspannwerk.

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[Griechenland] Angriffe gegen Banken in Solidarität mit G. Kalaitzidis & N. Mataragas

November 27th, 2021

quelle: schwarzerpfeil.de

via raddle.me

Hinweis: Die beiden anarchistischen Gefährten Giorgos Kalaitzidis und Nikos Mataragas, Mitglieder der anarchistischen Gruppe Rouvikonas, wurden fälschlicherweise der Ermordung eines Drogendealers in Exarcheia im Jahr 2016 beschuldigt und stehen derzeit vor Gericht, obwohl der Staat keine Beweise für ihre Schuld vorlegen konnte.

Mit einem Prozess auf der Grundlage einer unbegründeten Anklage, der am 13. Oktober begann, am 29. Oktober fortgesetzt wurde und am 25. November kurz vor dem Abschluss steht, versucht der Staat, die Entscheidungen umzusetzen, die er seit langem darüber getroffen hat, was er mit denen machen will, die gegen ihn kämpfen… Vor allem, wenn der Kampf, den sie führen, gegen die Interessen des Staates gerichtet ist.

Aber wir stehen an der Seite derer, die kämpfen, und als Zeichen der Solidarität haben wir zwei Banken angegriffen:

bei der Nationalbank in Egaleo und bei der Alpha-Bank in Ilioupoli.

SOLIDARITÄT MIT G. KALAITZIDIS UND N. MATARAGAS

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[Frankreich] Metz (Moselle): Neues von Boris

November 27th, 2021

quelle: schwarzerpfeil.de

Entgegen unseren Erwartungen war die Beendigung der Sedierung vor etwa anderthalb Monaten [d. h. die Beendigung der Versetzung in ein künstliches Koma] nicht der Beginn einer deutlichen Genesung.

Boris befindet sich noch immer in der Abteilung für schwere Verbrennungen im Krankenhaus Metz, auf der Intensivstation. Sein Zustand ist fragil und instabil. Er ist immer noch nicht in der Lage, zu sprechen oder zu schreiben. Es ist nicht absehbar, wie lange es dauern wird, bis er seine Fähigkeiten wiedererlangen kann.

Darüber hinaus können seine Sachen nicht aus dem Gefängnis geholt werden. Es ist daher denkbar, dass die Ermittlungen zum Brand in der Zelle noch nicht abgeschlossen sind.

Je nachdem, wie sich die Situation entwickelt, wird es Neuigkeiten geben.

Anarchist*innen in Solidarität und Komplizenschaft[Anm. d. Ü.: Am 18.10.21 erschien ein Artikel bei indymedia Lille darüber, dass Boris langsam aus dem Koma erwacht, hier eine Übersetzung: https://schwarzerpfeil.de/2021/10/20/frankreich-boris-erwacht-aus-dem-koma/ – sowie weitere Artikel die bisher zur Situation des Gefährten erschienen sind: https://schwarzerpfeil.de/?s=Boris]

 

[Deutschland] Dresden: Bericht von der Demonstration für eine Gesellschaft ohne Gefängnisse

November 27th, 2021

quelle: abc dresden

Am 13.11.2021 fand um 15 Uhr eine Kundgebung unter dem Motto „Für eine Gesellschaft ohne Knäste“ vor der Abschiebungshaftanstalt auf der Hamburger Straße 15 in Dresden statt. Am Abschiebeknast hatten wir Blickkontakt mit mehreren inhaftierten Menschen. Die Abschiebehaftkontaktgruppe berichtete von der derzeitigen Abschiebepraxis in Sachsen, der Situation in der Anstalt in Dresden und gab Einblicke in die Tätigkeit der Kontaktgruppe. Wir erfuhren von den entwürdigenden und unmenschlichen Zuständen hinter den grauen Mauern, von Menschen die ohne eine Strafttat begangen zu haben eingesprerrt, ihrer Rechte beraubt und teilweise misshandelt werden. Obwohl die Menschen in Abschiebehaft Anspruch auf Beratungstermine haben, wird ihnen der Zugang durch fehlende Informationen verbaut. Im Rahmen der Kundgebung wurde deshalb die Telefonnummer der Kontaktgruppe auf einem Transpi hochgehalten. Um den Menschen einen Lichtblick und eine Abwechslung zu gönnen gab es immer wieder Musik und als schönen Abschluss eine Feuershow. https://www.abschiebehaftkontaktgruppe.de/

Im Anschluss radelten wir durch die Stadt zur JVA Dresden auf dem Hammerweg. Dort fand ab 17 Uhr eine weitere Kundgebung statt. Es gab unteranderem einen Redebeitrag zur Gefangenengewerkschaft GG/BO von der Soligruppe aus Jena. Diese berichtete über die Kriminalisierung der Gewerkschaftsarbeit im Knast. In weiteren Beiträgen wurden über die rassistischen Übergriffen durch Schließer der JVA Dresden und die Suizide in der JVA Chemnitz berichtet. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch kraftvolle Sprechchöre, welche von den in der JVA inhaftierten Menschen erwiedert wurden. Außerdem verlasen wir Grußworte von Sunny aus der JVA Chemnitz und von Thomas Meyer-Falk aus der SV Freiburg.

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ABC-Belarus braucht dringend eure Unterstützung!

November 27th, 2021

quelle: abc dresden

Belarus bleibt in den Medien und wie so oft mit negativen Schlagzeilen. Lukaschenko macht den Erdogan und versucht mit geflüchteten Menschen Druck auf die EU auszuüben. In dieser Auseinandersetzung zeigt auch die EU wie undemokratisch und unmenschlich sie ist und die Menschen sterben an der Grenze.
Vergessen scheint der Aufstand von 2020 gegen den Diktator und die vielen Menschen die in Belarus nach wievor Repression ausgesetzt sind und im Knast sitzen. Und obwohl alle politischen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zerschlagen sind und sehr viele aktive Menschen das Land verlassen mussten aus Angst vor repression, gibt es noch mutige Menschen im Land, die Antirepressionsarbeit leisten und Gefangene unterstützen. Dazu gehört auch das ABC-Belarus, das seit über 10 Jahren Antifaschist*innen, Anarchist*innen und andere politische Gefangene in ihrem Kampf gegen die Diktatur von Alexander Lukaschenko unterstützt. ABC-Belarus raucht dringend eure finanzielle Unterstützung.

Wofür wird das Geld verwendet?

Das Geld, das an ABC-Belarus geht, wird verwendet für:

  • Unterstützung von Gefangenen: Bezahlung von Anwält*innen, Bezahlung von Paketen und, falls notwendig, Unterstützung der Familie des Gefangenen.
  • Unterstützung ehemaliger Gefangener bei der Genesung nach dem Gefängnis
  • Medizinische und psychologische Hilfe für Aktivist*innen
  • Versand von Briefe an Gefangene, die über das Online-Formular geschrieben werden

Bitte spendet. Die aktuell laufenden Verfahren brauchen sehr viel Geld.

Zur Crowdfunding-Seite https://www.betterplace.org/en/projects/99819-support-anarchist-and-antifascist-prisoners-in-belarus

Updates zur Situation von Gefangenen in Englisch findet ihr hier https://abc-belarus.org/?lang=en

[Chile]: Worte des Gefährten Ignacio Avaca Zwei Jahre nach dem Aufstand vom 18. Oktober

November 8th, 2021

quelle: schwarzerpfeil.de

Es sind zwei Jahre vergangen seit der Welle der Massendemonstrationen, die am 18. Oktober 2019 begann und viel länger auf den Straßen dauerte, als die Medien „berichteten“. Viele von uns haben vielleicht in irgendeiner Form an diesen Ereignissen teilgenommen. Und jetzt, nach dem Rückgang und anlässlich des Jahrestages, gibt es ein paar Dinge, auf die es sich lohnt hinzuweisen, immer mit dem Ziel, die Kritik zu schärfen und den Konflikt fortzusetzen.

(I) Revolte(n) und Konfrontation während des Jahrhunderts der $chilenischen Demokratie.

Die „Revolte“, wie sie von vielen genannt wurde, bedeutete einen allgemeinen Bruch der „Normalität“, die von den Demokratien in diesem Gebiet während des 21. Jahrhunderts gefestigt wurde. Diese Art von „kritischen“ Momenten ist keiner Regierung fremd, und wir müssen unbedingt berücksichtigen, dass der Konflikt mit dieser Normalität schon vorher bestand und auch nach den Ereignissen des 18. Oktober weiter besteht. Deshalb dürfen wir all die Angriffe und Konfrontationen nicht vergessen, die bisher in dieser Zeit stattgefunden haben, auch wenn sie definitiv nicht die Wucht oder Massivität der Ereignisse vom 18. Oktober hatten (und wahrscheinlich auch nicht wollten).

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[Chile]: Gegen die Hindernisse der Gefängnisbehörden: Solidarität, Agitation und Aktion für das Leben und die Gesundheit des Gefährten Francisco Solar

November 8th, 2021

quelle: schwarzerpfeil.de

FREIHEIT FÜR SUBVERSIVE UND ANARCHISTISCHE GEFANGENE!

Am 22. September 2021 wurde der anarchistische Gefährte Francisco Solar in das Krankenhaus des La Gonzalina-Gefängnisses in Rancagua eingeliefert, nachdem bei ihm Diabetes diagnostiziert worden war und er am Rande des Komas lag. Heute wurde der Gefährte in das Hochsicherheitsmodul 2 verlegt und seitdem versucht das medizinische Personal bzw. die Gefängniswärter, ihn mit fahrlässiger und unzureichender Behandlung zu stabilisieren.

Sofort begannen sowohl Francisco als auch das Solidaritätsnetzwerk draußen, sich um die Dienste eines Privatarztes zu bemühen, der eine Reihe von Untersuchungen durchführte, seine Ernährung umstellte und eine möglichst autonome Behandlung für Francisco anstrebte, um nicht von den Stimmungsschwankungen der Gefängniswärter abhängig zu sein, um Insulin zu erhalten.

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[Deutschland] Solidarität mit Lina, ein Jahr nach ihrer Entführung durch die Bullen

November 8th, 2021

quelle: de.indymedia.org

Am 5. November 2020 wurde Lina von der Polizei entführt und in Untersuchungshaft gesperrt. Ihr wird die Bildung und Mitgliedschaft in einer krimminellen Vereinigung vorgeworfen. Ihre Kriminialisierung wird mit dem § 129 StGB begründet. Ein Paragraph der ein Stützpfeiler der Aufstandsbekämpfungsmaßnahmen des deutschen Staates darstellt undd in der Öffentlichkeit als Teil der Anti-Terror-Gesetzgebung bekannt ist.

 

Die aktuellen §129 Fälle eint, dass hier nicht nur Aktionen kriminalisiert werden, sondern auch politische Verbindungen, geteilte Ideen und Solidarität. So können Personen, die sich selber nicht als Gruppe definieren, durch den Staat in eine konstruierte Vereinigung gezwungen werden, nur weil sie politische Ideale teilen. Konstruierte Vereinigungen, die als Einfallstor für repressive Angriffe in die intimsten Lebensbereich diene; welche ein kollektives und individuelles Privatleben zerstören sollen. Eine Attacke gegen jene, die als Gefahr für den Status Quo darstellen.

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[Chile] Zu den Ereignissen, die am vergangenen Donnerstag im Betrieb-Knast von Rancagua gegen subversive und anarchistische Gefangene stattfanden

November 8th, 2021

quelle: soligruppe für gefangene

Gefunden auf publicación refractario, die Übersetzung ist von uns

(Chile) Zu den Ereignissen, die am vergangenen Donnerstag im Betrieb-Knast von Rancagua gegen subversive und anarchistische Gefangene stattfanden

Vom 28.10.21

Am Donnerstag, den 21. Oktober, zu Mittag, kam es im Hochsicherheitstrakt 1 des Gefängnisses von Rancagua zu einem gewaltsamen Angriff der Schließer – mehr als 50 von ihnen – mit dem Ziel, alle Gefangenen – weniger als 20 -, die sich zu diesem Zeitpunkt im Hof aufhielten, zu überfallen, in diesem Zusammenhang wehren sich die Gefährten, die sich derzeit in diesem Trakt befinden, und eine nicht geringe Anzahl von sozialen Gefangenen gegen die Anordnungen der Henker und verweigern sie, um ihre unantastbare Würde zu bewahren, angesichts der Arroganz der Gendarmen. Vielleicht muss an dieser Stelle erklärt werden, dass die Gendarmerie im Allgemeinen versucht, den Willen des Einzelnen zu brechen, indem sie die Gefangenen zu erniedrigenden Handlungen zwingt, wie z. B. die Hände auf den Rücken zu legen, sich an die Wand zu stellen oder Kniebeugen zu machen, alle Formen der Unterwerfung, die von den subversiven und anarchistischen Gefährten in den Knästen ständig abgelehnt werden, da sie verstehen, dass die Durchführung solcher Aktionen neben der Unterwerfung und der Demütigung des Augenblicks zu einem Strudel der Unterwerfung wird, dessen einziger logischer Höhepunkt die völlige Entwürdigung des Individuums ist; es gibt keine Gebrauchsanweisung für diese Analyse, es sind das Gewissen und die Fähigkeit, aus den Fehlern eines jeden unserer Gefährten zu lernen, die sie dazu gebracht haben, sich für diesen Weg zu entscheiden. Es ist auch logisch, dass diese Art der Reaktion unserer Gefährten bei den Schließern einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt, der oft in Gewalt gipfelt? Dies war einer der Fälle, in denen sich die Gefährten weigerten, diese Aktionen durchzuführen, woraufhin die Gefängniswärter einen Schritt vorwärts machten und sie verbal und physisch konfrontierten, was dazu führte, dass die Gefährten Juan Flores und Joaquín García für 24 Stunden in Einzelhaftzellen bestraft wurden, unter dem willkürlichen Grund des „aktiven Widerstands“ und der Beeinträchtigung ihres Verhaltens (wichtiger Punkt für die Beantragung von Rechten wie Bewährung oder Hafturlaub), nicht bevor sie geschlagen und mit Pfefferspray besprüht wurden, zusätzlich zu der nationalsozialistischen und patriotischen Bravorufe zur Unterstützung des ultrarechten Kast (A.d.Ü., gemeint ist José Antonio Kast) als einzigem Präsidenten, der die Tötung von Subversiven im Gefängnis erlauben würde.

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[Deutschland] Prozess, RAZ, RL, Radikal – Prozessberichte vom 19. und 20. Verhandlungstag

November 8th, 2021

quelle: soligruppe für gefangene

Vorab, der angesetzte Termin vom 21.10. wurde aufgehoben, das heißt der nächste Prozesstermin ist am Donnerstag, den 28.10.2021.

Mit etwas Verspätung begann am 19.10. um 9:35 Uhr der 19. Verhandlungstag im Prozess gegen unseren Freund und Gefährten, wobei acht solidarische Beobachterinnen und Beobachter sowie ein Pressevertreter anwesend waren. Zu Beginn wurde vom vorsitzenden Richter festgestellt, dass die Richterschaft und Schöffen die Urkunden des Selbstleseverfahrens zur Kenntnis genommen und allen anderen Prozessbeteiligten dies ebenfalls möglich war.

Danach folgte eine ganze Reihe von Inaugenscheinnahmen und Verlesungen von Urkunden. Zunächst wurde eine Lichtbildmappe bezüglich des Anschlags auf das Jobcenter in Augenschein genommen, danach Fotos vom Bundeshaus und dann nochmal dieselben Fotos in besserer Qualität. Im Anschluss wurden der Reihe nach die Ausgaben 161 (Sommer 2009), 163 (Sommer 2010) und 164 (Sommer 2011) der Zeitschrift radikal in Augenschein genommen, wobei laut dem Gericht das Augenmerk auf das Schriftbild und die Bilder und Zeichen gerichtete werden sollte, dennoch ließen sich die Schöffen und Verteidiger Zeit beim Durchgehen der Zeitschriften, während der Staatsanwalt gelangweilt auf seinen Laptop starrte und den Anschein erweckte jeden Moment einzunicken.

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[Deutschland] Prozess, RAZ, RL, Radikal – Prozessberichte vom 17. – 18. Verhandlungstag

November 8th, 2021

quelle: soligruppe für gefangene

17. Verhandlungstag

Am Dienstag, den 05.10.21, begann der 17. Verhandlungstag im Prozess gegen unseren Freund und Gefährten pünktlich um 9:00 Uhr. Im Laufe des Tages waren sieben solidarische Menschen als Prozessbeobachterinnen und -beobachter im Gerichtssaal anwesend.

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[Chile] Worte von Mónica, Marcelo, Juan, Joaquin, Francisco und Juan anlässlich des Prozesses gegen den Gefährten Pablo Bahamondes

November 8th, 2021

quelle: soligruppe für gefangene

Gefunden auf publicación refrectario, die Übersetzung ist von uns.

Worte von Mónica, Marcelo, Juan, Joaquin, Francisco und Juan anlässlich des Prozesses gegen den Gefährten Pablo Bahamondes: Lasst uns die Gesten der Solidarität und der aufständischen Komplizenschaft vermehren.

Unser Gefährte Pablo Bahamondes Ortiz wurde zusammen mit Herny Mendez (heute im ehemaligen Gefängnis von Santiago de Chile inhaftiert) und Hugo Moraga (auf der Straße nach einem abgekürzten Prozess, in dem er zu 3 Jahren verurteilt wurde) verhaftet, als sie am 8. September 2018 in einem Fahrzeug unterwegs waren, die Verhaftung fand im Rahmen von Ermittlungen zu einem Sprengstoffanschlag statt, der sich im April 2017 in der Corporación de Asistencia Judicial1 von Melipilla ereignet hatte und für den die Staatsanwaltschaft 13 Jahre Haft fordert. Außerdem werden im Fahrzeug verschiedene selbstangefertige Waffen gefunden, Pablo wird die Herstellung, der Transport und das Mitführen von Waffen und Munition vorgeworfen, und zwar sechs Schrotflinten, eine Schachtel Patronen, ein Revolver und zwölf Schüsse. Dafür fordert die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von 23 Jahren, insgesamt also 36 Jahre Gefängnis.

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[Chile] Statement der anarchistischen Gefährtin Mónica Caballero aus dem San-Miguel-Gefängnis bezüglich der Soliwoche für anarchistische Gefangene

November 8th, 2021

quelle: soligruppe für gefangene

Gefunden auf publicación refrectario, die Übersetzung ist von der soligruppe für gefangene

Worte der anarchistischen Gefährtin Mónica Caballero aus dem San-Miguel-Gefängnis

In dieser Woche ist es acht Jahre her, dass verschiedene Gruppen der Cruz Negra Anarquista (CNA)1 und verschiedene Individualitäten auf der ganzen Welt die Initiative ergriffen haben, eine Woche der internationalen Solidarität mit inhaftierten Anarchist*innen zu halten, und dass diese Woche mit dem Jahrestag der legalen Ermordung der Anarchisten Bartolomeo Vanzetti und Nicola Sacco durch die US-Regierung im Jahr 1927 zusammenfällt.

Die offizielle Geschichte, die von den Herrschenden sowie der fortschrittlichen demokratischen Linken und einem Teil des Anarchismus geschrieben wurde, war vor allem darauf bedacht, ein Opferbild von Sacco und Vanzetti zu zeichnen, das weit entfernt ist von jeglicher illegaler Praxis. All dies beruht auf dem Eingeständnis des amerikanischen Justizapparats, dass es zahlreiche Unregelmäßigkeiten in dem Strafprozess gab, in dem Sacco und Vanzetti verurteilt wurden, und dass sie rechtlich „unschuldig“ waren (eine Information, die erst viele Jahre nach der Ermordung der Gefährten bekannt wurde). Wahrscheinlich hatten die Gefährten nichts mit der Enteignung von South Braintree zu tun, was wichtig zu wissen und sichtbar zu machen ist, so wie es auch wichtig ist, zu betonen, dass Sacco und Vanzetti Anarchisten der Aktion waren, die antiautoritäre Ideen propagierten und verschiedene illegalistische Praktiken ausübten.

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[Italien] Operation Scintilla: Eine zwei Jahre lange Reise

November 8th, 2021

quelle: soligruppe für gefangene

Gefunden auf es-contrainfo, die Übersetzung ist von der soligruppe für gefangene

[Italienischer Staat] Operation Scintilla: Eine zwei Jahre lange Reise

Am 20. September 2021 veröffentlicht.

Diese Übersetzung wurde am 14.09.21 erhalten:

Wir haben beschlossen, uns ebenfalls zu Wort zu melden, nachdem wir bei der Revision der Operation Scintilla (Funken) im Februar 2019 eine Erklärung abgegeben haben. Wir tun es jetzt im Internet, mit einem Abstand von mehr als zwei Jahren, nach einer langen, anstrengenden und bereichernden Reise. Die Entscheidung, jetzt online zu gehen, hat verschiedene Gründe. Sie ist sicherlich durch eine Debatte motiviert, die seit einigen Monaten mit uns nahestehenden Gefährt*innen über die Notwendigkeit geführt wird, die Geschichte derjenigen zu erweitern, die in italienischen Gefängnissen eingesperrt sind, aber auch derjenigen, die außerhalb der nationalen Grenzen leben. Andererseits geht der Anreiz von den kürzlich veröffentlichten Texten aus, die eine Konfrontationsebene eröffnen, der wir uns um der Vollständigkeit der Erzählung willen nicht entziehen können. Wir möchten darauf hinweisen, dass wir das Internet von Anfang an nicht als geeignetes Instrument zur Aufarbeitung der Geschehnisse angesehen haben, da dieses Instrument zwangsläufig nur eine begrenzte Argumentation zulässt. In der Tat erkennen wir diesen Raum nicht als geeignet für eine tiefe und aufrichtige Diskussion an. Aus diesem Grund möchten wir auf die Grenzen hinweisen, die dieser Text unweigerlich mit sich bringt, da er nicht die Komplexität der Überlegungen und der Arten vermitteln kann, die wir seit Beginn der Auseinandersetzung mit dem, was wir getan haben, erarbeitet haben.

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[Chile] Der Gefährte Pablo Bahamondes Ortiz „El Oso“ wurde zu 15 Jahren verurteilt.

November 4th, 2021

quelle: soligruppe für gefangene

Gefunden auf publicación refractario, die Übersetzung ist von uns, wir berichteten vor kurzem hier schon über diesen Fall.

DER GEFÄHRTE PABLO BAHAMONDES ORTIZ „EL OSO“ WURDE ZU 15 JAHREN VERURTEILT.

Vom 25.10.21

Heute, am Mittwoch, den 20. Oktober, hat das Strafgericht von Melipilla unseren Gefährten Pablo Bahamondes Ortiz, „Oso“, wegen Waffentransports zu 15 Jahren und 1 Tag verurteilt.

Diejenigen, die den Kampf gegen den Staat und die Macht aufnehmen, sollten keinen Zweifel daran haben, dass die Subversion weder stirbt noch stagniert.

Die schöpferische Zerstörung zu propagieren und das Band der aufständischen Komplizenschaft mit Pablo und all unseren inhaftierten Gefährt*innen zu stärken, die nicht zurückweichen und keine Reue zeigen, indem sie den Konflikt mit Überzeugung und Würde aufnehmen, das Verhalten von Krieger*innen, die nicht einmal das Gefängnis besiegen kann.

KEIN GEFÄNGNIS UND KEINE STRAFE KANN DIE SUBVERSIVE ÜBERZEUGUNG DES KAMPFES GEGEN DIE MACHT UND JEDE AUTORITÄT BESIEGEN!

[C4F] Statement zum Outing über den Täter Johannes Domhöver

November 4th, 2021

Triggerwarnung: im folgenden Text geht es um sexuelle und psychische Gewalt, die Verlinkungen zum Täter beinhalten ebenfalls solche Inhalte

Wir haben immer wieder zur Solidarität mit von Repression Betroffenen aufgerufen. Schon allein deswegen können und wollen wir zum Outing von Johannes D. nicht schweigen. Im Outing und im Statement der Antifa Friedrichshain wird deutlich gemacht, dass Johannes D. ebenfalls Repressionbetroffener ist – wobei es nun in der Verantwortung seiner Solidaritätsstrukturen und seines Umfeldes liegen würde zu benennen, welche Repression ihn betrifft. Da er aber vor 5 Tagen geoutet wurde und bis heute weder von Solistrukturen noch vom Umfeld etwas kam, werden wir diese Aufgabe nun übernehmen: Johannes D. ist Beschuldigter des in Dresden geführten § 129 Antifa-Ost Verfahren. Er ist kein Teil derer, die derzeitig auf der Anklagebank sitzen, allerdings kann das noch passieren.

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[Deutschland] Thomas Meyer-Falk: Über ein Buch zu linken Perspektiven auf Corona sowie linke Kritik(un)fähigkeit

November 4th, 2021

quelle: freedom for thomas

COVID-19 Pandemie

 Passend zur noch immer nicht überwundenen Corona-Pandemie und den überbordenden staatlichen Maßnahmen im Zuge der Bekämpfung der Pandemie ist kürzlich in der Arbeitsgemeinschaft sozialpolitischer Arbeitskreise (AG SPAK) aus Neu-Ulm ein Sammelband mit 33 Beiträgen, sowie zwei dokumentierten Gesprächen unterschiedlichster Autor:innen erschienen, unter dem programmatischen Titel „Corona und linke Kritik(un)fähigkeit“.
 Dem von Anne Seeck, Gerhard Hanloser und Peter Nowak herausgegebenen Band gingen 16 im Netz übertragene Diskussionsveranstaltungen voraus (auf https://www.vimeo.com nachzuschauen und nachzuhören), auf deren Grundlage in der Folge das vorliegende Buch entstanden ist.

In fünf Kapiteln wird sich dem Phänomen aus den Perspektiven „Corona und die Linke“, „Wen Corona und Lockdown besonders trifft“, „Die Profiteure“, „Medizin ist politisch“ und schließlich „Soziale Kämpfe und Gegenwehr“ angenähert.

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[Deutschland] Thomas Meyer-Falk: 25 Jahre in den Gefängniszellen der Bundesrepublik Deutschland!

November 4th, 2021

quelle: freedom for thomas

Im Oktober 1996 schlossen sich die Gefängnistore hinter mir, nachdem ich nach einem Banküberfall der sich zu einer mehrstündigen Geiselnahme entwickelt hatte, festgenommen wurde. Seitdem lebe ich im Mikrokosmos „Strafvollzug“, einem der dunkelsten Orte, die dieses Land bereithält. Hier nun ein kleiner Streifzug durch die Jahre und Gefängnisse.

Der Beginn – Oktober 1996

Direkt nach der Verhaftung wurde ich für zwei Nächte in die JVA Heilbronn eingeliefert, um von dort in die Isohaft der JVA Stammheim verlegt zu werden. Eine Zelle, wie sie vielleicht manche aus den Dokumentationen über Stammheim kennen, da sie vielfach gefilmt wurde. 24 Stunden am Tage mit sich alleine, die Hofstunde gefesselt auf dem Dach im 8. Stock, rundherum Gitter, aber immerhin mit einer wirklich ansprechenden Fernsicht. Regelmäßige und intensive Zellenkontrollen. Den Besitz von Musik-CDs musste ich mir mit Hilfe meines Anwaltes vor Gericht erstreiten, denn angeblich hätte ich die CDs am Boden anschleifen und damit in den Besitz eines gefährlichen Werkzeugs gelangen können. Erst das Landgericht bot dieser kreativen Bauanleitung Einhalt und ich bekam die CDs ausgehändigt. 

Ich hatte das Glück brieflich mit Freund:innen Kontakt zu haben und auch Besuch zu erhalten, wie wohl alles sehr streng überwacht wurde. Mitunter brauchten Briefe Wochen bis sie die Empfänger:innen oder mich erreichten. Alles wurde mitgelesen! Teilweise auch in Kopie zu den Akten genommen oder gar nicht erst ausgehändigt.

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[Chile] Der schlechte Gesundheitszustand des chilenischen Anarchisten Francisco Solar

Oktober 17th, 2021

quelle: abc brighton, übersetzung abc wien

In den ersten Monaten des Jahres 2021 führte Francisco zusammen mit anderen anarchistischen und subversiven Gefangenen einen mehr als 50 Tage dauernden Hungerstreik gegen die Änderung des Gesetzesdekrets 321 und für die sofortige Freilassung von Marcelo Villarroel durch.

Bereits 2010 hatte Francisco seinen Körper bei einem anderen Streik von mehr als 60 Tagen im Rahmen des Bombenprozesses als Kampfmittel eingesetzt.

Während der letzten Aktion wurden Francisco von der Gefängnisverwaltung mehrere Bluttests entnommen. Dabei kam es zu einer merkwürdigen Situation, in der Francisco aufgrund des schlechten Ergebnisses der Bluttests umgehend in das Gefängniskrankenhaus eingeliefert wurde, doch wenige Minuten später widerriefen die Gefängniswärter den Vorfall und beriefen sich auf einen Irrtum, woraufhin er wieder ins Gefängnis zurückgebracht wurde.

Nach einer langsamen Genesung, ständigen Krämpfen, übermäßigem Durst und Gewichtsverlust bat Francisco nach seiner Verlegung in das Gefängnis von Rancagua um medizinische Untersuchungen. Erst am 22. September wurden diese Untersuchungen durchgeführt und er wurde umgehend ins Krankenhaus eingeliefert. Die Diagnose: Diabetes im fortgeschrittenen Stadium mit einem Glukosegehalt von 700 mg/dl, d. h. er befand sich am Rande eines diabetischen Komas.

Nach einer minimalen Stabilisierung wurde er in das Modul 2 verlegt, wo er trotz der zwei täglichen Insulindosen, die von den Gefängnisärzt*innen in restriktiver Weise verabreicht wurden, immer noch keine normalen Blutzuckerwerte erreichte.

Einige Tage später begann der Gefangene unter einem erheblichen Sehverlust zu leiden, der bis heute anhält, ohne dass er behandelt wird, und der ihn am Lesen oder an anderen täglichen Aufgaben hindert. Im Gefängnis von Rancagua, das von einem privaten Unternehmen verwaltet wird, gibt es eine miserable Verpflegung und ein systematisches Verbot von Paketen, so dass die Gefangenen gezwungen sind, eine Reihe von Süßigkeiten und Lebensmitteln zu kaufen, die das konzessionierte Unternehmen wie ein Monopol verkauft. In der Praxis bedeutet dies nichts anderes als eine Verschlimmerung der Krankheit und eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes von Francisco.

Für das Leben und die Gesundheit unseres Gefährten ist es dringend notwendig, dass die Gefängnisleitung keine Beschränkungen für seine Einweisung auferlegt, über die bereits mit einem Privatarzt verhandelt wird, dass die Verbote und Beschränkungen aufgehoben werden und dass ihm eine angemessene Behandlung ermöglicht wird, die ihm ein Mindestmaß an Autonomie innerhalb des Gefängnisses erlaubt.

Wir wissen, dass das Gefängnis darauf abzielt, das Individuum zu vernichten und zu zersetzen, so dass die Überwindung der von der Gefängnisbürokratie aufgestellten Hindernisse und Hemmnisse nur durch Mobilisierung, Solidarität und gegenseitige Unterstützung erfolgen kann. Wir machen die Gefängnisleitung für jede Verschlechterung des Gesundheitszustandes unseres Gefährten verantwortlich.

Agitiert und solidarisiert euch für die Gesundheit von unserem Gefährten Francisco!
Freiheit für Subversive und anarchistische Gefangene!

[UK] Anarchistischer Gefangener Toby Shone verurteilt

Oktober 17th, 2021

quelle: erhalten per mail, übersetzung abc wien

Der anarchistische Gefangene Toby Shone wurde am 13. Oktober 2021 vor dem Bristol Crown Court wegen 8 Drogendelikten zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt, nachdem die Anklage wegen Terrorismus fallen gelassen wurde. Er hat bereits 8 Monate dieser Strafe in Untersuchungshaft verbracht.

Bei den „Drogen“ handelte es sich um Psychedelika und Heilpflanzen (LSD, DMT, Cannabis, THC-Öl, MDMA und Magic Mushrooms), die in zwei der vier Objekte gefunden wurden, die am 18. November 2020 von Anti-Terror-Bullen im Südwesten des Vereinigten Königreichs auf der Suche nach dem*der Administrator*in der anarchistischen Website 325.nostate.net durchsucht wurden.

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Freiheit für Jan! Gegen die autoritären Verhältnisse, in Nürnberg und Überall! Kommt zur Demonstration am 16.10.2021!

Oktober 1st, 2021

quelle: Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen

[For English and Spanish versions see below]

Unser Freund und Genosse Jan muss für ein Jahr und zwei Monate ins Gefängnis, ein herrschender Staat und eine besonders staatstragende und befangene Justiz in Nürnberg haben das zu verantworten. Selbst wenn Jan die Dinge die ihm vorgeworfen wurden getan hätte, hätten wir diese Urteile nicht akzeptiert und unseren Widerstand angekündigt – nun umso mehr. Daher rufen wir alle Anarchist*innen, Antiautoritäre und solidarischen Menschen auf, zur Großdemonstration am 16.10.2010 nach Nürnberg zu fahren und unsere Solidarität mit unserem Freund und Genossen Jan sowie unsere Wut und unseren Widerstand auf die Straßen zu tragen.

Seit dem solidarischen Einschreiten vieler Menschen gegen eine Abschiebung am 31. Mai 2017 haben es die Polizei und die Ermittlungsbehörden auf Jan abgesehen. Zivilpolizisten belästigen ihn an seinem Geburtstag nachts auf dem Heimweg und zeigen ihn dann wegen „Widerstands“ und „tätlichen Angriffs“ an – Haft. Auf dem Jamnitzer Platz stellen sich solidarische Menschen rassistischen und klassistischen Ordnungsmaßnahmen mutig entgegen und vertrieben die Polizist*innen mit wütenden Rufen – 15 Monate Haft für Jan, der erwiesener Maßen gar nicht vor Ort war. Und selbst wenn wäre da eher eine Auszeichnung für Zivilcourage angebracht statt einer langen Haftstrafe ohne Bewährung.

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[Griechenland] Zwei Rouvikonas Aktivist*innen droht eine lebenslange Haftstrafe!

September 30th, 2021

quelle: enough is enough14, die übersetzung wurde von abc-wien leichter überarbeitet

Athen. Zwei Jahre nach der gewaltigen Welle der Solidarität ohne Grenzen, die es zwei Rouvikonas Aktivist*innen ermöglichte, einer Inhaftierung zu entgehen, droht der Gruppe eine neue Gefahr von noch nie dagewesenem Ausmaß. Am 13. Oktober erwartet Giorgos und Nikos ein kafkaesker Prozess, der auf falschen Anschuldigungen beruht. Dieser Versuch, die soziale Bewegung zu kriminalisieren, kann die beiden politischen Aktivist*innen lebenslang ins Gefängnis bringen. Ihre Gruppe, so untadelig und vorbildlich sie auch sein mag, ist offensichtlich zu unbequem geworden. Eine neue internationale Mobilisierung ist notwendig.

Aufruf zur Unterstützung vor dem Prozess am 13. Oktober 2021!

Zwei Jahre nach der gewaltigen Welle der Solidarität ohne Grenzen, die es zwei Rouvikonas Aktivist*innen ermöglichte, einer Inhaftierung zu entgehen, droht der Gruppe eine neue Gefahr von noch nie dagewesenem Ausmaß. Am 13. Oktober erwartet Giorgos und Nikos ein kafkaesker Prozess, der auf falschen Anschuldigungen beruht. Dieser Versuch, die soziale Bewegung zu kriminalisieren, kann die beiden politischen Aktivist*innen lebenslang ins Gefängnis bringen. Ihre Gruppe, so untadelig und vorbildlich sie auch sein mag, ist offensichtlich zu unbequem geworden. Eine neue internationale Mobilisierung ist notwendig.

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Update: Zum §129 Verfahren in Berlin und Athen

September 30th, 2021

quelle: kontrapolis.info

Bisher zum Verfahren veröffentlicht:

Hardfacts: Zu den Durchsuchungen im §129 Verfahren

Zum Wanzen Fund

Erklärung aus Athen

Erklärung zur Durchsuchung des Kalabalik

Zum Kontext

Am 16. September letzten Jahres wurden die anarchistische Bibliothek Kalabalik und mehrere Wohnungen in Berlin und Athen durchsucht. Den sieben Personen, die in dem Verfahren beschuldigt sind, wird dabei vorgeworfen, mindestens seit 2016 eine vermeintliche linksextremistische kriminelle Vereinigung gebildet zu haben. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen dabei der G20-Gipfel in Hamburg und im Besonderen die Krawalle an der Elbchaussee, welche die Beschuldigten angeblich vorbereitet haben sollen. [1]

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[Chile] Worte des subversiven Gefährten Marcelo Villarroel aus dem Rancagua-Gefängnis

September 30th, 2021

Quelle: buscandolakalle, übersetzt von abc wien

„Wenn wir Kämpfer*innen sind, dann lasst uns diesen Anspruch im Gefängnis und auf der Straße zum Ausdruck bringen und niemals durch Angst, Schweigen und noch weniger durch Reue besiegen.“

Für Sacco und Vanzetti
Für unsere Schreie nach Freiheit!!!
Im Gedenken an meinen Vater.

Vor mehr als 100 Jahren erklärten die Anarchist*innen der Bewegung an einigen Orten der Welt, sie seien Subversive.

Vor 94 Jahren wurden die aufständischen anarchistischen Gefährten italienischer Herkunft Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti am 23. August 1927 nach einem Prozess, der 7 Jahre, 4 Monate und 17 Tage dauerte, auf dem elektrischen Stuhl ermordet.

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[Chile] Kommunique der anarchistischen Gefangenen Monica Caballero

September 30th, 2021

Quelle: darknights, übersetzt von abc wien

Anmerkung: Dieser Text ist zwar vom Juni 2021 und der Hungerstreik der Gefährten wurde mittlerweile beendet, aber dennoch finden wir es wichtig, Monicas Worte zu teilen.

In den letzten Tagen der ersten Juniwoche 2021 führte die Gendarmería de Chile (Genchi) eine massive Verlegung von Gefangenen aus dem Cárcel de Alta seguridad (CAS) in das Gefängnis von Rancagua, Hauptstadt der Region O’Higgins, 87 Kilometer südlich von Santiago, durch.

Zu den Gefangenen gehören die Anarchisten und Subversiven: Juan Aliste Vega, Marcelo Villarroel, Mauricio Hernández Norambuena, Juan Flores, Joaquín García und Francisco Solar.

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