Archive for the ‘Knast’ Category

[Chile] Drei Artikel aus dem Knast von Mónica Caballero Sepúlveda, Juli 2022

Sonntag, August 7th, 2022

quelle: soligruppe für gefangene, leicht überarbeitet von abc wien

Gefunden auf publicación refractario, die Übersetzung ist von uns

Kommuniqué der anarchistischen Gefährtin Mónica Caballero Sepúlveda aus dem Gefängnis von San Miguel, Santiago, einem vom chilenischen Staat besetzten Territorium.

10. Juli 2022

Wir sehen uns in der dringenden Notwendigkeit, über die aktuelle Situation zu kommunizieren, die wir seit etwa einem Monat wiederholt und in aufsteigender Weise durchmachen. Innerhalb des Traktes, das uns die Wärter*innen zugewiesen hat, haben wir ein geschlossenes und abgesondertes Regime (A.d.Ü., Haftbedingungen), das im Gegensatz zum Rest der Gefängnisbevölkerung für jede Fleißarbeit, die wir innerhalb des Gefängnisses und des Ausgangs zum Hof zu verrichten haben. Dieses Regime bringt es mit sich, dass uns der tägliche Ausgang zum Hof nicht gewährt wird, der nur eine Stunde am Tag beträgt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels sind wir seit mehr als 100 Stunden eingesperrt.

Das Argument, das uns die Beamten genannt haben, ist, dass sie zu beschäftigt sind, um sie zu öffnen. Diese Situation der verlängerten Gefangenschaft ist bereits unerträglich.

Wir möchten auch auf eine Reihe von Unregelmäßigkeiten hinweisen, die die Lebensbedingungen im Gefängnis noch prekärer machen. Seit mehr als einem Monat haben wir keine medizinische Hilfe mehr von einem Arzt bekommen, sondern nur noch von Pflegekräften. Wenn wir einen Arzt brauchen, werden wir an externe Krankenhäuser überwiesen, mit all der Bürokratie, die das mit sich bringt.

Wir sind uns bewusst, dass solche und schlimmere Situationen in den Vernichtungszentren des Kapitals an der Tagesordnung sind, aber wir sollten sie nicht naturalisieren, sondern bekämpfen.

Unser Aufenthalt im Gefängnis soll eine ständige Konfrontation sein, damit unsere Autonomie nicht eingeschränkt wird. Unsere Worte werden nur innerhalb dieser vier Wände bleiben, wenn sie nicht aufgegriffen und in Taten umgesetzt werden.

Für die Zerstörung aller Käfige!!!

Mónica Caballero, anarchistische Gefangene. Mawünhko.

8. Juli 2022

Gefunden auf publicación refractario, die Übersetzung ist von uns

Worte der anarchistischen Gefährtin Mónica Caballero für Luisa Toledo

10. Juli 2022

Die Militärdiktatur hinterließ bei einem Teil der Bewohner*innen des vom chilenischen Staat benannten Territoriums große und tiefe Narben, dank des Staatsterrorismus, der keine Mühen scheute, um alle zu vernichten, die die Umsetzung des neuen neoliberalen Modells behindern könnten. Das härteste Gesicht der Unterdrückung zeigte sich in den Tausenden von Gefangenen, die gefoltert, ermordet wurden und verschwanden.

Die Angst und die Wunden, die die Agenten des Staates hinterlassen, können jede*n lähmen. Ich kann und will diejenigen nicht verurteilen oder kritisieren, die sich entschieden haben, zu Hause zu bleiben, nachdem sie Folter und/oder den Verlust und/oder das Verschwinden eines geliebten Menschen erlebt haben. Auf der anderen Seite gibt es andere, die voller Narben ihre Angst abgeschüttelt haben und sich ohne Opferrolle gegen das System des Terrors und des Vergessens erhoben haben. Zu letzteren gehörte Luisa.

Luisa hätte in ihrem vertrauten Raum bleiben können, aber sie zog es vor, dass der Tod ihrer Kinder die Saat der Rebellion in Hunderten von jungen (und nicht so jungen) Kämpfer*innen säte.

Ich erinnere mich heute an Luisa, nicht nur, weil sie die Mutter von Rafael, Eduardo und Pablo ist und weil sie Kämpfer waren, die von Agenten des Staates ermordet wurden, sondern auch, weil sie ein lebendiger Teil der Geschichte von vielen ist, die wie ihre Kinder beschlossen haben, sich der Herrschaft zu widersetzen und eine andere Welt aufzubauen.

Der erste Jahrestag ihres Todes ist ein Tag voller Nostalgie. Für diejenigen von uns, die beim Zuhören zutiefst bewegt waren oder das Vergnügen hatten, eine ihrer liebevollen Umarmungen zu erhalten, ist es auch ein Tag, an dem wir ein wenig von der immensen Stärke und Widerstandsfähigkeit aufsaugen, die sie auszeichnete.

In diesem Monat gedenke ich auch dem Tod der unermüdlichen Herminia Concha, dieser großartigen Frau, die ihr Leben zu einer ständigen Konfrontation mit dem Imperialismus, dem Gefängnis usw. machte.

Mögen wir keine Kerzen für unsere Großmütter anzünden, sondern aufständische Flammen !!!!

Mónica Caballero Sepúlveda, anarchistische Gefangene.

Juli 2022

Ein Text und Nachruf zur Luisa von Crimethinc

Gefunden auf publicación refractario, die Übersetzung ist von uns

Zwei Jahre nach unserer Inhaftierung. Worte von Monica und Francisco aus dem Gefängnis

14. Juli 2022

Wir haben schon immer Wert darauf gelegt, dass es keine Vermittler*innen gibt, wenn es um Kommunikation geht, dass niemand für uns spricht, dass es zwei Jahre her ist, dass diejenigen, die die Hegemonie von Macht und Gewalt aufrechterhalten, uns in diese Betongruben, die man Gefängnisse nennt, eingesperrt haben, werden wir keine Ausnahme machen.

Mit diesem zweiten Jahr der Haft endet die Ermittlungsphase unseres Gerichtsverfahrens, d.h. der Zeitraum, in dem die Staatsanwaltschaft und die zehn Kläger Informationen gegen uns sammeln konnten. Mit dem Abschluss der Ermittlungen wird ein Vorverfahren eingeleitet.

Bei den gerichtlichen Ermittlungen gegen uns wurden keine Mittel gescheut; die Polizei hat sich sehr bemüht, nichts unversucht zu lassen. Unser Ziel ist es, eine beispielhafte Verurteilung auszusprechen, die jeden abschreckt, der politische Gewalt ausübt, insbesondere in Bezug auf das Platzieren und Versenden von Sprengkörpern. Außerdem sind wir den Herrschenden nicht unbekannt, wir wurden mehr als einmal auf die Anklagebank gesetzt und wir haben unsere anarchistische Position bei allen Gelegenheiten deutlich gemacht. Unsere aktuelle rechtliche Situation ist eng mit unseren früheren Gerichtsverfahren verbunden.

Wir sind selbstkritisch gegenüber unseren Fehlern in unserem Handeln, die jeweils Teil unserer Erfahrungen und unseres Lernens sind, von denen wir hoffen, dass sie auch für andere nützlich sind. Wir fühlen uns als Teil eines langen Weges des Kampfes gegen Herrschaft, eines historischen Weges, der sich je nach Konfliktszenario verändert.

Seit vielen Jahren haben wir uns entschieden, auf den negierenden Pfaden der Anarchie zu wandeln und diesen als eine ständige Spannung zu verstehen, der sich in seiner konstruktiven/destruktiven Dialektik nicht als absolute Wahrheit oder als Ort der Ankunft darstellt.

Unser Leben ist nicht losgelöst von unserem enormen Wunsch, so viel wie möglich nach unseren Vorstellungen leben zu wollen, und wir nehmen dies mit allen Widersprüchen, die es mit sich bringt, sowie seinen Folgen an.

In diesen Briefen geht es einmal mehr darum, den Angriff gegen jede Form von Macht zu verstärken und zu ermutigen. Wir bekräftigen mit Nachdruck, dass wir Rache- und Sabotageakte als dringende Notwendigkeit verstehen, deren Vervielfältigung und Verbreitung anarchische Räume und Kampfpositionen unbestreitbar stärkt. Wir glauben, dass der Einsatz unbedingt für die Qualifizierung des Konflikts gelten muss, für das Verlassen der Räume der Bequemlichkeit, um die Perspektiven zu erweitern und dort zu treffen, wo es am meisten weh tut.

In diesem Sinne begrüßen wir jede explosive Aktion, die in den letzten Monaten durchgeführt wurde und die zweifellos zur anarchischen Stadtguerilla beiträgt und diese stärkt.

Jeder Angriff auf die Macht aus einer antiautoritären Perspektive ist für uns gültig.

Der Termin unseres Prozesses rückt näher, wir wissen, dass es möglich ist, eine lange Zeit in staatlichen Gefängnissen zu verbringen, aber wir sind darauf vorbereitet, dank der geschwisterlichen Unterstützung zahlloser Gefährt*innen, die es mit jeder Geste schaffen, die Nacht zu erhellen.

In diesen zwei Jahren der Inhaftierung haben wir uns an der Kampagne „Anarchistische und subversive Gefangene“ beteiligt und uns für die Freilassung unseres Gefährten Marcelo Villarroel eingesetzt, dem immer noch die Urteile der Militärstaatsanwaltschaft aufgesetzt werden, was seine weitere Inhaftierung verewigt. Die Freilassung von Marcelo zu erreichen, wird sicherlich ein Triumph sein, der uns stärken wird und allen Gefangenen des sozialen Krieges zugute kommt. Wir rufen dazu auf, die Aktionen und Gesten der revolutionären Solidarität zu vervielfachen, damit unser Gefährte rauskommen kann.

Für uns ist die Konfrontation gegen die Herrschaft nicht vorbei, sie hat nur ihre Form geändert.

Monica Caballero
San-Miguel-Gefängnis

Francisco Solar
Gefängnis La Gonzalina-Rancagua

Juli 2022

Internationale Woche der Solidarität mit anarchistischen Gefangenen 2022 // 23. – 30. August

Sonntag, August 7th, 2022

Wie jedes Jahr beteiligen wir uns an der internationalen Woche der Solidarität mit anarchistischen Gefangenen.

Zeigt auch ihr eure Solidarität in dem ihr Aktionen, Demos, Veranstaltungen, usw. macht oder einfach Briefe schreibt! 🙂 Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Hier der Aufruf für dieses Jahr:

Die Tatsache, dass Kapitalismus nicht auf unsere Bedürfnisse, sondern auf Profit ausgerichtet ist, zeigt sich in Zeiten der Klimakrise, der Covid-19-Pandemie und des Zusammenbruchs sozioökonomischer Systeme auf der ganzen Welt mit aller Brutalität. Diejenigen, die vom Kapitalismus profitieren, bereichern sich in Zeiten von Katastrophen. Doch mit den anhaltenden Krisen erleben wir auch eine neue Ära der Aufstände von unten.

Der Widerstand gegen den Krieg in der Ukraine, die sudanesischen Proteste gegen die Militärjunta oder die soziale Revolte in Chile sind einige Beispiele, die uns nicht nur die Möglichkeiten der Organisierung und des kollektiven Kampfes zeigen. Sie machen auch deutlich, wie wichtig es für soziale Bewegungen ist, in diesen Zeiten voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen. Nicht nur außerhalb der Mauern, sondern auch hinter den Mauern.

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R.I.P Taylor – Zorn ist unsere Waffe

Donnerstag, Juli 28th, 2022

quelle: abc bristol, übersetzung abc wien

Content warning – Selbstmord (grafisch), Gefängnis, Gewalt, Selbstverletzung, Missbrauch, Homophobie, Transphobie

Die Häufigkeit mit denen uns Nachrichten vom Tod von Gefährt*innen im Knast erreichen, die auf unserer Gefangenenliste stehen und die wir auf die eine oder andere Art unterstützten, scheint in letzter Zeit wieder zu steigen. Wir sind wütend und traurig. Unsere Anteilnahme und Liebe geht an Taylors Unterstützer*innen und Freund*innen. Unser Hass an alle Gefängnisse und Staaten! abc wien

Taylor ist tot. Er wurde am Samstag, den 9. Juli, um 22.37 Uhr im Gefängnis für tot erklärt, nachdem er sich den Hals aufgeschnitten hatte. Er sollte eigentlich unter Selbstmordbeobachtung stehen, aber das Gefängnis hat versagt. Wir wurden am Sonntag um 3.30 Uhr vom Gefängnisdirektor informiert. Seine Zelle wurde von der Polizei versiegelt, und wir warten auf die Ergebnisse der Autopsie. In den kommenden Tagen und Wochen werden wir Neuigkeiten zu seiner Beerdigung bekannt geben.

Seine Geschichte ist eine Geschichte von Missbrauch, Ungerechtigkeit, Transphobie und Tragödie. Es hätte nicht so kommen müssen. Er wurde vom Staat ermordet. Sein Tod sollte überall innerhalb und außerhalb von Gefängnissen Widerstand und Rebellion auslösen. Wir haben kein Vertrauen in seine Untersuchung oder darauf, dass der Staat in irgendeiner Weise für Gerechtigkeit sorgen kann. Dies ist ein Aufruf zum Widerstand an Abolitionist*innen und Anarchist*innen in der ganzen Welt.

Mit Wut in unseren Adern und Liebe in unseren Herzen, bis jedes Gefängnis zu Asche wird. Taylor: Du warst unser bester Freund. Unsere queere Familie wird dich für immer vermissen. Du wirst nie vergessen werden und dem Staat wird nie verziehen werden.

Wer ist Taylor?

Taylor war ein trans Gefangener, der über 14 Jahre lang im britischen Gefängnissystem gefangen war. Er war ein IPP-Gefangener, der 10 Jahre länger im Gefängnis gesessen hatte als seine ursprüngliche Strafe. Er war ein geliebter Freund der anarchistischen Gefährt*innen, die ihn im Gefängnis trafen. Er hatte ACAB auf seinen Fingerknöcheln, einen antiautoritären Geist und eine große Liebe zu Tieren. Er war ein Gefangener der Arbeiter*innenklasse der alten Schule, der wusste, auf welcher Seite er stand. Er hasste das System mit jeder Faser seines Seins.

Taylor war eines der ersten Gefangenenmitglieder der IWW über das Incarcerated Workers Organising Committee (IWOC), das 2015 in England, Wales, Schottland und Irland gegründet wurde. Er war auch bei Smash IPP aktiv, schrieb Beiträge für den Newsletter und ermutigte andere IPP-Gefangene, der Gruppe beizutreten.

IPP-Todesurteil

IPP (Imprisonment for Public Protection – Freiheitsentzug zum Schutz der Allgemeinheit) ist eine 2005 eingeführte Art der Verurteilung, bei der Personen zu einem anfänglichen „Tarif“ (Mindestzeit, die verbüßt werden muss) verurteilt werden und nach diesem Zeitpunkt der Bewährungsausschuss über ihre Entlassung entscheidet. Das bedeutet, dass IPP-Häftlinge KEIN definitives Entlassungsdatum haben.

Es handelt sich praktisch um eine lebenslange Haftstrafe für geringfügige Straftaten. Nach massivem öffentlichem Druck wurden IPP-Strafen 2012 abgeschafft, allerdings nicht rückwirkend, was bedeutet, dass immer noch mehr als 3500 Menschen ohne Entlassungsdatum in Haft sind. Die Ungewissheit ist die Hölle auf Erden. Diese Strafe hat dazu geführt, dass das Vereinigte Königreich eine der höchsten Selbstmordraten von Gefangenen weltweit aufweist.

Mindestens 243 der britischen IPP-Häftlinge sind im Gefängnis gestorben, 72 von ihnen haben sich das Leben genommen.

Für Taylor war die IPP ein Todesurteil. Er wurde wegen Einbruchs zu 4 Jahren verurteilt, verbüßte aber 14 Jahre, bevor er starb. Die langjährigen Haftstrafen ohne Enddatum zerstörten Taylors psychische Gesundheit völlig. Er unternahm mehrere Selbstmordversuche, unter anderem schlitzte er sich die Kehle auf und nahm eine Überdosis, die ihn zweimal ins Koma versetzte. Schließlich starb er daran.

Kein Enddatum

Die IPP funktioniert so, dass ein*e Gefangene*r zunächst eine Anfangsstrafe verbüßt, nach der er*sie eine Anhörung vor dem Bewährungsausschuss hat. Der Bewährungsausschuss entscheidet, ob der*die Gefangene freigelassen wird oder ob er*sie für „offene“ Bedingungen (Kategorie D) empfohlen wird, z. B. für eine psychiatrische Unterbringung oder eine Reha-Maßnahme. Der Bewährungsausschuss kann auch entscheiden, ob ein*e Gefangene*r länger im Gefängnis bleiben muss, und bestimmte Empfehlungen aussprechen, wie z. B. Kurse, die der*die Gefangene absolvieren muss. Die externe Bewährungshilfe und die für die Gefangenen zuständigen Bediensteten der Justizvollzugsanstalt erstellen Berichte mit Empfehlungen, und die Gefangenen werden häufig auch verschiedenen Risikobewertungen oder psychologischen Gutachten unterzogen.

Bei jeder Anhörung vor dem Strafvollzugskomitee können neue Auflagen gemacht werden, die der*die Gefangene dann zu erfüllen hat. So kann ein*e Gefangene*r beispielsweise alles tun, was der Bewährungsausschuss vorschreibt, und in der nächsten Anhörung zwei Jahre später kann der Bewährungsausschuss sagen: „Sie müssen noch immer das Verhalten X aufarbeiten und daher den Kurs X absolvieren.“ Dies führt zu einem kontinuierlichen Prozess der Inhaftierung, bei dem die Ziele immer wieder verschoben werden. Die Ungewissheit, die Frustration und die fehlende Macht führen dazu, dass sich das Verhalten der Gefangenen verschlechtert, sei es in Form von erhöhtem Drogenkonsum, Selbstverletzung oder Selbstmord aus Protest.

Dieses Verhalten wird dann als Rechtfertigung für die weitere Inhaftierung herangezogen, da die betreffende Person für die Gemeinschaft nicht „sicher“ ist oder ihr „straffälliges Verhalten“ nicht in den Griff bekommen hat. Der Kreislauf geht weiter.

Wir haben 14 Jahre lang katalogisierte Beweise für unmögliche Bewährungsanhörungen und Versäumnisse im Gefängnis. Taylors Selbstmordgefährdung war der Grund für seine Inhaftierung, doch seine Selbstmordgefährdung wurde durch das Gefängnis verursacht. Es gibt eine Grenze, was ein Mensch ertragen kann. Der Tod wurde für Taylor zur einzigen Option, da sich alle legalen Türen zur Freiheit immer wieder schlossen.

 

Transphobie – pathologisiert, hospitalisiert und inhaftiert

Taylor gab 2018 sein Einverständnis, mehr über seine Lebensgeschichte zu erzählen, um das Bewusstsein für trans Gefangene zu schärfen und zu zeigen, was passiert, wenn das medizinische System trans Menschen pathologisiert.

Als Kind war Taylor jahrelang körperlichem, sexuellem und psychologischem Missbrauch durch seine Mutter und seinen Stiefvater ausgesetzt. Als Teenager gelang es ihm zu entkommen und von seinen Großeltern adoptiert zu werden. Er kehrte jedoch oft zu seiner Familie zurück und suchte verzweifelt nach Liebe und Bestätigung, die er jedoch nicht erhielt. Dieses intensive Traumamuster hat ihn für immer verfolgt. Leider starben während seiner Haftzeit beide Adoptiveltern, wodurch er sein wichtigstes Unterstützungsnetz verlor. Die Trauer war unüberwindbar und konnte nicht heilen, weil er in einer Zelle eingesperrt war und ihre Gräber nicht besuchen oder seine Trauer nicht vollständig verarbeiten konnte. Wir wissen, dass er jetzt bei ihnen ist.

Taylor wusste immer, dass er ein Mann war. Als junger Teenager ging er zu einem örtlichen Arzt und äußerte seine Gefühle und Probleme mit seinem zugewiesenen Gender. Der Arzt pathologisierte Taylor als „labil“ und verweigerte ihm den Zugang zu Hormonen oder einer Operation. Das war vor über 30 Jahren, und der Zugang zu Hormonen im Internet oder anderen Selbsthilfegruppen war nahezu unmöglich. Vor dem Gefängnis hatte Taylor noch nie eine andere trans Person getroffen.

Die Kombination aus Missbrauch in der Kindheit und Genderdysphorie führte zu Drogen- und Alkoholmissbrauch sowie zu einem langfristigen Muster von Selbstverletzungen. Taylor wurde süchtig, und da er aus der Arbeiter*innen klasse stammte und keine finanziellen Mittel hatte, war „Kriminalität“ die einzige Möglichkeit, seine Sucht aufrechtzuerhalten. Dies führte Taylor zu einem sehr selbstzerstörerischen Leben mit vielen missbräuchlichen Beziehungen und Handlungen, die er zutiefst bedauerte. Taylor nahm viele psychiatrische Dienste in Anspruch, von denen jedoch keiner Taylors Genderidentität oder seine Bedürfnisse anerkannte, und er wurde wiederholt pathologisiert, in Krankenhäuser eingewiesen und inhaftiert.

In der Zusammenfassung seines Falles, in der er zu einer IPP-Strafe verurteilt wurde, räumte der Richter ein, dass es Taylors „Geschlechtsprobleme“ waren, die zu seiner Inhaftierung führten.

Taylor erfuhr im Gefängnis transphobe Beschimpfungen durch Beamte und andere Gefangene. Einmal wurde er von einem Mädchen in seinem Flügel in einem Hof angegriffen. Zum Glück war unser Taylor ein Kämpfer und verteidigte sich. Er spuckte auf sie zurück und sagte: „Hier ist etwas von meiner Gender-Fluidität“.

Während seiner gesamten Haftzeit beschimpften ihn die Beamten, deadnameden ihn (nutzen seinen alten Namen) und misgenderten ihn immer wieder. In HMP Eastwood Park deadnamede ihn Officer Lorde wiederholt, um ihn „aufzuziehen“ und zu provozieren, damit er sich daneben benimmt und so seine Bewährung sabotiert.

Als Taylor nach einer Reihe von Selbstmordversuchen in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wurde, wurde ihm ein*e Psychiater*in zugewiesen. Während der Sitzungen wurde Taylor wiederholt entmenschlicht und ermutigt, sich als Frau zu sehen. Der*die Psychiater*in erklärte, dass Beziehungen ein wesentlicher Bestandteil seines „kriminellen Verhaltens“ seien, und riet ihm davon ab, mit Frauen zusammen zu sein oder überhaupt eine Beziehung zu führen. Während dieser intensiven Zeit der Verletzlichkeit glaubte Taylor, dass die einzige Möglichkeit, jemals aus dem Gefängnis entlassen zu werden, darin bestand, sich als Frau auszugeben und keine romantischen Beziehungen zu Frauen zu haben.

Glücklicherweise wurde ihm nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus und nach Beendigung der Sitzungen klar, was für ein schrecklicher transphober Akt institutioneller Gewalt dies war. Ein Akt, den trans Menschen auf der ganzen Welt erlebt haben und der von psychiatrischen Behörden pathologisiert wurde.

Taylor war überwältigt von den Briefen und Karten, die er von der trans Community erhielt. Trotz der Bemühungen des Gefängnisses, ihn daran zu hindern, einen Binder zu bekommen, und trotz der Behauptung, man wisse nicht, ob die eingesandten Binder „für oben oder für unten“ seien, und der Weigerung, sie auszugeben, erlebte er schließlich die Euphorie, seine Brust enger an sein Gender anpassen zu können. Er sprach voller Begeisterung von der Operation seines Oberkörpers, wenn er rauskommen würde und dann halbnackt am Strand herumlaufen oder im Meer schwimmen würde. Jetzt wird er nie die Gelegenheit dazu haben.

Homophobie im Gefängnis

Beziehungen galten für Taylor ständig als „Risikofaktor“, und seine Anziehung zu Frauen wurde im Gefängnis ständig pathologisiert und kriminalisiert. In den 14 Jahren, die er hinter Gittern war, wurde er von vielen Menschen, die er liebte, getrennt. Darunter befand sich auch eine Langzeitbeziehung, die über sechs Jahre andauerte, wobei er gewaltsam von ihr getrennt wurde und die Gefängnisverwaltung die beiden absichtlich getrennt hielt, so dass sie sich bis vor einigen Jahren nie treffen konnten.

Im Gefängnis werden körperliche Beziehungen bestraft – man kann einen IEP erhalten (was bei ausreichender Anzahl zu einer einfachen oder vollständigen Absonderung führt). Dies geschah viele Male während Taylors Haftzeit. Die ständige Überwachung durch die Beamten und die Trennung zwischen ihm und den Menschen, die ihm wichtig waren, trugen ebenfalls dazu bei, Taylors Lebenswillen zu zerstören.

Sollte Taylor bei seiner nächsten Anhörung Bewährung erhalten haben, war eine Bedingung, dass er auf alle romantischen und intimen Beziehungen verzichtet. Sein*e eigene*r Anwält*in sagte, er müsse sich daran halten, obwohl wir alle wissen, dass die Nähe zu anderen Menschen ein zutiefst notwendiger Teil des Überlebens ist. Wir sprachen mit Taylor oft darüber, dass der Staat sich wie ein missbräuchlicher, kontrollierender Partner verhielt. Er fühlte sich machtlos, ihn herauszufordern.

In der letzten Woche seines Lebens wurde Taylor bestraft, weil er eine andere Gefangene geküsst hatte. Dies war eines der auslösenden Ereignisse, die zu seinem Tod führten.

 

Das Höllenloch HMP Eastwood Park

HMP Eastwood Park ist ein „Frauengefängnis“ in Gloucestershire, nicht weit von Bristol entfernt. Das Grauen kommt regelmäßig zum Vorschein – innerhalb des letzten Monats sind dort 3 Gefangene gestorben. Eine Frau, Kayleigh, starb zwei Tage vor Taylor im selben Flügel.

Es kommt regelmäßig zu gewalttätigen Übergriffen durch Beamte, und sexueller Missbrauch ist an der Tagesordnung. Bei einem kürzlichen Besuch bei Taylor erzählte er, wie Frauen gezwungen wurden, den Beamten Oralsex zu geben, um dafür Drogen von draußen zu bekommen.

Taylor war der Freiheit so nahe, und das HMP Eastwood Park nahm ihm alles weg. Der Auslöser für Taylors jüngste Spirale von Selbstmordversuchen war völlig vermeidbar. Er hatte endlich seine ROTLs (befristeter Freigang) erhalten, mit denen er das Gefängnis für einen Tag in Begleitung eines Beamten verlassen konnte, um „auf seine Entlassung hinzuarbeiten“ und dem Bewährungsausschuss zu zeigen, dass er „ungefährlich“ war.

Am 20. Mai befand sich Taylor in Cabot Circus in Bristol, als ihn die für seine Betreuung zuständige Beamtin verließ. Taylor versuchte, sie zu finden, was ihm jedoch nicht gelang. Er hatte weder ein Telefon noch eine Möglichkeit, sie zu finden, obwohl er sich ständig in der Stadt umsah. Taylor gelang es, dies dem Gefängnis zu melden. Anstatt die Verantwortung für den Verlust Taylors zu übernehmen, log die Beamtin, die Taylor nach Bristol eskortierte, und behauptete, er sei absichtlich für einige Stunden verschwunden.

Taylor wurde wütend und stieß eine Pflanze in der Rezeption um. Die Gefängnisbeamten griffen ihn daraufhin an. Sie prügelten auf ihn ein und schleppten ihn ohne seine Habseligkeiten in eine neue Zelle. Wir sahen Taylor Tage später und konnten überall blaue Flecken an ihm sehen. Taylor wartete auf eine Operation wegen eines Leistenbruchs, und von den Beamten „verbogen“ zu werden, war ein lebensbedrohlicher Akt der Gewalt.

Es wurde ein Aktionsalarm (https://actionnetwork.org/letters/free-taylor-no-more-sabotage-and-violence) gestartet.  544 Personen schickten einen Brief an das Gefängnis, um zu warnen, dass Taylors Angehörige ernsthaft um sein Wohlergehen besorgt sind und dass diese missbräuchliche Behandlung seinen schweren psychischen und physischen Gesundheitszustand nach Jahren der Inhaftierung nur noch verschlimmern wird. Dieser Vorfall war der Auslöser für die drei Selbstmordversuche und den letzten, an dem er starb. Was wäre, wenn sich Tausende an dem Aktionsalarm beteiligt hätten? Wie hätten wir Eastwood Park dazu bringen können, davon Kenntnis zu nehmen? Das sind die Fragen, die uns immer verfolgen werden.

Klassenkampf

Alles in Taylors Leben war von der Klasse geprägt. Wir wollen nicht, dass dies ausgelöscht wird. Es sind nicht reiche Menschen, die Drogen nehmen, die im Gefängnis landen. Es sind arme Menschen, die von unserem Wirtschaftssystem unterdrückt werden, die im Gefängnis landen, und sie bleiben dort, um eine klassengeschichtete Gesellschaft aufrechtzuerhalten.

 Lektionen für unsere Bewegungen

„Der Staat ist permanente Gewalt“Errico Malatesta

Wir schreiben „unsere Bewegungen“, aber wir wissen nicht immer, wer „unsere“ sind. Wir wollen anerkennen, dass es eine kleine Anzahl von erstaunlichen engen Freund*innen und Gefährt*innen in unseren Netzwerken gab, die uns im Laufe der Jahre unterstützt haben. Ihr wisst, wer ihr seid <3 Die nach erschütternden Besuchen am Telefon waren oder die Aktionswarnungen vollendet haben, die wir online gestellt haben. Die Taylor Karten schickten und die zu Lärmdemos kamen.

Aber meistens fühlten wir uns allein. Taylor war allein. Gefährt*innen gingen jahrelang durch die Hölle und mussten nicht selten um Unterstützung betteln. Eine Person unterstützte Taylor 13 Jahre lang, 9 Jahre davon fast ganz allein, obwohl sie sich nach Kräften bemühte, seinen Fall in Gruppen vorzubringen und online über ihn zu schreiben. Einige anarchistische Websites wollten unsere Aktionswarnungen oder Aufrufe zur Unterstützung nicht teilen, weil Taylor kein „politischer Gefangener“ sei. Und das, obwohl das Verständnis von Klassen- und Geschlechterunterdrückung ein Kernstück des Anarchismus ist.

Taylors Tod hätte verhindert werden können. Wenn es mehr Unterstützung, mehr Widerstand gegeben hätte. Wenn unsere Bewegungen eine verdammte Bedrohung wären. Wenn die Gefängnisbehörden uns und unsere Aufrufe zum Handeln fürchteten. Wir müssen wie der Teufel für die Lebenden kämpfen. Wir müssen wie der Teufel für die kämpfen, die noch drinnen sind.

Abolition bedeutet Unterstützung für Gefangene

Abolition war für kurze Zeit in aller Munde. Doch die unsexy und unglamouröse Arbeit der Telefonate mit Gefangenen, Besuche, Aktionswarnungen, unermüdliches Fundraising usw. zieht nicht viele Menschen an. Uns wurde gesagt, dass wir diese Arbeit „nicht nachhaltig“ machen, aber es wurde keine praktische Unterstützung gewährt, um uns die Last von den Schultern zu nehmen. Wir weigern uns, unsere Freund*innen im Gefängnis im Stich zu lassen.

Ja, eine Vielfalt von Taktiken ist notwendig. Aber das kann nicht als Ausrede dafür dienen, sich nicht an der unrühmlichen Arbeit zu beteiligen, bei der eine Verlegung in ein Gefängnis mit geringfügig geringeren Anteilen weißer rassistischer Bullen – die das Risiko rassistischer Angriffe auf die Liebsten verringern – ein Jahr dauert und so gut ist, wie es eben geht.

Was hätte geholfen, Taylors Tod zu verhindern? Menschen, die Taylor schreiben und Vertrauen zu ihm aufbauen, damit er einen größeren Freund*innenkreis hat. Hilfe beim Reisen für Besuche. Juristische Beratung und Unterstützung bei seinen Bewährungspapieren. Menschen, die bei unseren Aktionswarnungen helfen und diese verbreiten. Menschen, die Beratung oder Unterstützung bei der Bewältigung des anhaltenden traumatischen Stresses anboten (oder auch nur anerkannten, wie schwer das für uns war). Menschen, die zu Demos kamen, bei denen wir um Unterstützung baten (und uns nicht demütigten, weil wir die Leute anflehen mussten, zu kommen). Privilegierte Menschen, die ihre Netzwerke nutzen, um Taylor zu helfen (Medienarbeit, juristische Arbeit usw.). Geldspenden für die Crowdfunding-Aktion zu seiner Oberkörper-Operation und für die Besuchskosten. Briefaktionen für trans Gefangene. Hilfe bei der Organisation von Infoabenden für Smash IPP oder IWOC. Transparente aufhängen. Weiterverbreitung unserer Statements und Grafiken.

Wir brauchten die Wut von allen. Wir brauchten das Gefühl, nicht allein zu sein. Wir wollten Solidarität in der Praxis spüren. Wir wollten, dass die Menschen verstehen, dass Abolition Unterstützung für Gefangene bedeutet. Dass dies ein wichtiger Teil der Bewegung sein sollte und dass es Teil des Widerstands ist, unsere Freund*innen im Gefängnis am Leben zu erhalten.

Wir wollen, dass die Menschen erkennen, dass Gefangene keine Projekte sind. Sie sind keine „Fallarbeit“. Sie sind kein faszinierendes Studienobjekt, über das man seine Masterarbeit schreiben kann. Sie sind nicht dasselbe wie die Organisation einer Buchmesse oder die Durchführung einer Kampagne. Es sind Menschen, und es geht verdammt noch mal um Leben und Tod. Menschen brauchen Beständigkeit. Sie brauchen Zuwendung und Freundschaft. Sie müssen wie verdammte menschliche Wesen behandelt werden. Taylor liebte uns nicht, weil wir Anarchist*innen sind, sondern weil wir seine verdammten Freund*innen sind. Wir sind seine Familie. Weil wir ihn mit Leidenschaft und Freundlichkeit für das lieben, was er ist, und nicht, weil er ein Gefangener ist.

Abolition bedeutet Revolution. Keine verdammten Lesegruppen mehr. Wo bleibt eure Wut?

Nichts kann das Gefühl beschreiben, wenn du wieder einen Anruf erhältst, dass dein Freund mit einem Hubschrauber aus dem Gefängnis geflogen wurde, weil er sich den Hals aufgeschnitten hat, weil er die Misshandlungen im Gefängnis nicht mehr ertragen kann. Die Wut gegen das Gefängnissystem fließt durch deine Adern. Sie wollen die ganze Welt zerstören. Aber du wendest dich an deine Gefährt*innen, und wo sind sie?

Irgendwie hat man das Gefühl, dass selbst unter den Abolitionist*innen die Gewalt, die in den Gefängnissen selbst stattfindet, so oft ignoriert wird und die Gefangenen vergessen, ausgelöscht, bevormundet und als Alibi dargestellt werden. Ja, die Abschaffung der Gefängnisse erfordert, dass wir den ganzen Staat, die Grenzen, das Bildungssystem niederbrennen. Und nicht nur die Gefängnisse. Der Staat lässt Menschen verschwinden, also müssen wir doppelt so hart arbeiten, um sicherzustellen, dass Menschen nicht ausgelöscht werden. 

Unsere Liebsten werden gefoltert, und die Antwort darauf ist, dass wir Lesegruppen über Abolition gründen. Wir schreiben Erklärungen für den transphoben Guardian. Immer wieder wird uns gesagt, dass die Leute „nicht die Kapazität“ haben, um jetzt eine Demo zu machen. Wir ertragen das Schweigen der Signalgruppenchats, wenn wir um Unterstützung bitten. Wo ist eure verdammte Wut?????? Warum brennen wir diese Orte nicht in Grund und Boden? Die „abolitionistische Bewegung“ in Großbritannien ist passiv und fügsam. Sie ist nicht wütend genug. Man kann die Abolition nicht nur aus einem Buch lernen. Lernt von Gefangenen, lernt von Angehörigen von Menschen im Gefängnis. Es gibt verdammt viele von uns, fragt jede*n nach seinen*ihren Erfahrungen und ihr werdet Geschichten von Vernachlässigung, Missbrauch und Gewalt hören. Das ist Motivation genug, um zu kämpfen.

Revolutionäre Abolitionist*innen in den so genannten Vereinigten Staaten riskierten den Tod, um Menschen von Sklavenplantagen zu befreien. Sie gründeten die Underground Railroad, um ihre Familien und Gefährt*innen zu befreien. Wo bleibt die direkte Aktion, um unsere Freund*innen aus den Käfigen zu befreien? Wo bleibt der Zorn, wenn sie darin sterben? Wie können wir unsere Bewegungen über die Wahlwerbung für den verdammten Jeremy Corbyn hinaus vorantreiben? ????

Abolition bedeutet Revolution. Es bedeutet, den Staat zu zerstören. Es bedeutet direkte Aktion. Es bedeutet, den Kampf im Klassenkampf zu führen.

Wir wissen, dass Taylor einer von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt war, die in einem Käfig gehalten werden. Wir wissen, dass Tausende von Menschen vom Staat in Kriegen ermordet werden – wie bei der Invasion in der Ukraine. Wir wissen, dass der Staat Menschen an seinen Grenzen, in Haftanstalten, in Gefängnissen, in psychiatrischen Kliniken tötet. Wir wissen, dass diejenigen, die von weißer Vorherrschaft, Behindertenfeindlichkeit, Armut und Transphobie betroffen sind, am stärksten von dieser Gewalt betroffen sind. Jede*r einzelne Eingesperrte ist ein*e politische*r Gefangene*r.

Die Untersuchung und der Bericht des Ombudsmanns für Gefängnisse und Bewährungshilfe werden keine „Gerechtigkeit“ schaffen. Die Gefängnisse funktionieren genau so, wie sie konzipiert sind. Dieser Horror ist kein Zufall. Er ist vorsätzlich.

Taylors Blutlachen bedeckten seine Zelle, in der er allein starb. Sein Blut hat die Hände von HMP bedeckt, und sie werden keine Konsequenzen zu spüren bekommen. Es sei denn, wir sorgen dafür.

Wir rufen überall zur Wut auf. Erinnert euch an Taylor. Kämpft mit allem, was ihr habt, für die, die noch im Gefängnis sind. Keine leeren Slogans mehr, dies ist ein Kampf auf Leben und Tod.

Wir rufen die Gefährt*innen auf, Taylor auf jede erdenkliche Weise zu ehren.

Gegen die Gefängnisse, gegen den Staat. Für Freundschaft, für Freiheit, für die Revolution.

[Wien] 21.07. EKH/Medienwerkstatt: Fallen und Chancen von Antirepressionsarbeit

Sonntag, Juli 17th, 2022

Nicht mit den Bullen reden – das würden wohl die meisten politisch aktiven Menschen unterschreiben. Gleichzeitig passiert es häufig, dass dann doch vor Gericht Einlassungen oder Aussagen gemacht werden.
Mit anarchistischem Blick auf Repressionsbetroffene- und Gefangenen-Unterstützung wollen wir darüber reden, was das für Gründe und Folgen haben kann. Außerdem wollen wir einen kritischen Blick auf vorherrschende Bilder von Knast, falschen Hoffnungen, Repression und den Gerechtigkeitsbegriff werfen.
Veranstaltung & Diskussion von und mit einer Genossin von ehemaligen ABC Rhineland
 
Do 21.7.2022 19 Uhr EKH @ Medienwerkstatt (2.Stock)

[Deutschland] Revision im sog. Parkbankverfahren gegen drei Anarchist:innen aus Hamburg ist jetzt abgeschlossen.

Samstag, Juni 11th, 2022

quelle: de.indymedia.org

Der BGH bestätigt das Urteil gegen die zwei Mitstreiter die bis zur Urteilsverkündung in U-Haft saßen. Somit wird es wohl in den nächsten Monaten zum Haftantritt zur Verbüßung der Reststrafe kommen. Im Urteil gegen die Mitstreiterin wird es eine weitere Verhandlung um die Frage der bisher verwehrten Bewährung geben. Der Termin steht noch nicht fest.

Weitere Infos werden folgen, sobald wir uns sortiert haben bzw. mehr wissen.

Freiheit und Glück!

 

[Deutschland] Thomas Meyer-Falk: Verlegung nach Sachsen – never ending story?!

Samstag, Juni 11th, 2022

quelle: freedom for thomas

Seit November 2019 bemühe ich mich von Südbaden nach Sachsen in den dortigen Justizvollzug verlegt zu werden. Das Verfahren gleicht fast einer Odyssee, denn trotzdem ich im November 2021 vor dem OLG Dresden gewonnen hatte, verweigert das sächsische Justizministerium weiterhin meine Übernahme.

Das erste Gerichtsverfahren

Wie schon im November 2021 berichtet https://freedomforthomas.wordpress.com/2021/11/20/verlegung-in-ein-sachs… hatte ich in einem ersten Anlauf vor dem OLG Dresden einen Etappensieg errungen. Während die baden-württembergische Justiz der Verlegung ziemlich zeitnah im Frühjahr 2020 zustimmte, weigerte sich die sächsische Justizverwaltung mich in den dortigen Vollzug zu übernehmen, obwohl z.B. für Freund*innen aus der Region die Besuchsmöglichkeiten wesentlich besser wären; außerdem sollte nach Jahrzehnten in baden-württembergischen Vollzugsanstalten ein „Neuanfang“ unternommen werden. Beides überzeugte die Sachsen nicht, weshalb mein Antrag von dort abgelehnt wurde.

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Kein*e wird allein gelassen – Spendensammlung zur Unterstützung inhaftierter Anarchist*innen und Antifaschist*innen in Belarus

Donnerstag, Juni 2nd, 2022

Quelle: abcdd.org

Seit den Protesten 2020 in Belarus sind nun fast zwei Jahre vergangen. Die anarchistische Bewegung, wie alle anderen Aktivist*innen und Journalist*innen, waren mit der größten Repression aller Zeiten konfrontiert. Viele Aktivist*innenen mussten das Land verlassen, andere kamen hinter Gitter. ABC-Belarus setzt seine Aktivitäten fort und braucht mehr denn je eure Unterstützung. Gegenwärtig sind in Belarus etwa 30 Anarchist*innen und Antifaschist*innen inhaftiert, und ihre Zahl steigt weiter.

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[Russland] Vladimir Sergeev und Anton Zhuchkov brauchen eure Unterstützung

Donnerstag, Juni 2nd, 2022

Quelle: enough-is-enough14

Russland. Vladimir Sergeev und Anton Zhuchkov wurden bei einer Antikriegsaktion am 6. März 2022 verhaftet. Vor seiner Verhaftung arbeitete Wladimir in einer Fabrik. Vor Beginn des Krieges ging Vladimir nicht zu Demonstrationen. Nach dem Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine am 24. Februar 2022 wurde Vladimirs Haltung gegenüber dem russischen Staat noch ablehnender.

Ursprünglich veröffentlicht von Avtonom. Übersetzt von Riot Turtle.

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(Frankreich) Brief von Boris geschrieben im Juni 2021 aus dem Gefängnis von Nancy-Maxeville

Donnerstag, Juni 2nd, 2022

Quelle: Soligruppe für Gefangene

Per Mail erhalten, ursprünglich auf Attaque am 16.06.2021 veröffentlicht

Brief von Boris geschrieben im Juni 2021 aus dem Gefängnis von Nancy-Maxeville, Frankreich

Nach 8 Monaten Untersuchungshaft im Centre Pénitentiaire von Nancy-Maxéville wurde unser anarchistischer Genosse am 19. Mai zu vier Jahren Gefängnis, wovon 2 bedingt, und zu einer Busse von hunderttausend Euro verurteilt weil er zwei Funkmasten im Jura im April 2020 während dem ersten Lock-down abgefackelt hat. Am vergangenen 7. August wurde er nach einem Brand in seiner Zelle in die Station für Schwerverbrannte des Hospitals von Metz eingewiesen, wo er sich in kritischem Zustand noch immer befindet.

Da wir über keine andere Version als jene der Folterer in Uniform und des journalistischen Gesindels verfügen, die in ihrem Eigeninteresse produzieren, ist unsere einzige Gewissheit, dass das Gefängnis ein System der institutionalisierter Folter ist, und dass der Staat – von der Polizei bis zur Justiz und zum Gefängnis – der direkte Verantwortung für diese Situation, die keinesfalls ein Einzelfall ist, trägt.

In diesem im Juni aus dem Knast geschriebenen Brief kommt Boris auf seinen Angriff und seine Gründe zurück, die gegen die Kontrollmittel und gegen die verheerenden Folgen für das Lebende des Abbaus der für den Bau dieser Technologien notwendigen Rohstoffe gerichtet sind.

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[Italien] Gegen den 41bis, revolutionäre Solidarität mit dem Anarchisten Alfredo Cospito

Donnerstag, Juni 2nd, 2022

Quelle: indymedia

Am Donnerstag, den 5. Mai, wurde der inhaftierte Anarchist Alfredo Cospito über die Verhängung des 41-Bis-Haftregimes informiert, das ihm aufgedrückt wurde. Derzeit befindet sich Alfredo noch im Gefängnis von Terni, in den dafür vorgesehenen Trakt. Wir wissen nicht, ob es sich dabei um ein vorübergehenden Aufenthaltsort handelt oder ob eine Versetzung in eine andere JVA folgen wird. Der Erlass wurde, wie gesetzlich vorgeschrieben, direkt von der Justizministerin Marta Cartabia, der ehemaligen Präsidentin des Verfassungsgerichts, erlassen. Erinnern wir uns kurz daran, dass das 41bis ein besonders leidvolles Strafvollzugsregime vorsieht: Unterbindung jeglicher Kommunikation, Isolation, kein Hofgang und Untersagung jeglicher sportlicher Aktivität, komplette Stille, Zensur des Schriftverkehrs, eine einstündige Besuchszeit pro Monat mit einer Glastrennwand und einer „Gegensprechanlage“, die die Gespräche aufzeichnet, 10 Minuten Telefonate pro Monat mit einem autorisierten Familienmitglied, das gezwungen ist, aus einer Carabinieri-Kaserne anzurufen. Den Gefangenen ist es untersagt, Zeitungen und Bücher zu erhalten, ein Großteil der Korrespondenz wird aufgrund ihres Inhalts blockiert, außerdem ist es nicht möglich, Zeitungen zu kaufen, und die Verfügbarkeit von Gegenständen in der Zelle ist stark eingeschränkt (Bücher, Kleidung, Lebensmittel, Papier- und Stiftkontingent). Dies ist nicht das erste Mal, dass eine solche Maßnahme auf Revolutionäre angewandt wird; 2006 wurden vier Gefangene der Roten Brigaden in solchen Einrichtungen interniert (eine von ihnen, Diana Blefari, beging im Oktober 2009 Selbstmord, kurz nachdem sie vom 41bis deklassiert worden war). Dies ist ein Präzedenzfall, der trotz der Mobilisierungen noch nicht gebrochen wurde.

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[Griechenland] Giannis Michaelides: Ankündigung zum Beginn eines Hungerstreiks für meine Freilassung

Donnerstag, Juni 2nd, 2022

Quelle: indymedia

„Wehe denen, die das Gefängnis als Lebensbedingung akzeptieren,und statt das hellste Sonnenlicht, den kleinsten der Strahlen“.

Motto des Gefängnisaufstandes von Alikarnassos Seit 11 Jahren erlebe ich die Rache des Staates gegenüber meiner Entscheidungen, die mit meinen Werten und Vorstellungen übereinstimmen. Der steinige Weg, von dem ich hier durch ein paar eklatanten Racheakten gegen mich erzählen möchte, begann im fernen Jahr 2011, als gegen mich ein Haftbefehl wegen Beteiligung an der Gruppe: „Συνομωσία των Πυρήνων της Φωτιάς” (B.d.Ü.: ΣΠΦ, Verschwörung der Feuerzellen), für den ich letztendlich freigesprochen wurde, da ich mit der gegen mich vorgebrachten Anklage in keiner Weise in Verbindung stand. Es geht um die Beschuldigung einer solidarischen Beziehung zu gesuchten Anarchisten, die mich bei ihrer Verhaftung an ihre Stelle gebracht hat. Nach zwei Jahren Verfolgung gehe auch ich durch die schweren Türen des Gefängnisses, da ich aufgrund eines Haftbefehls für ein Jahrzehnt inhaftiert war, was zu bestimmten Entscheidungen und daraus resultierenden Fehlern geführt hat.

Die Genossen, die wir bei dem Banküberfall in Velventos, Kozani, verhaftet wurden, wurden von der Polizei gefoltert, was üblich ist, und dann veröffentlichte das Ministerium für zivile Ordnung die Fotos unserer geschwollenen Gesichter, was die Reaktion der Öffentlichkeit hervorrief. Selbstverständlich wurde kein Polizeibeamter von der blinden griechischen Justiz dafür angeklagt. Nach 1,5 Jahren, als sich die 18-monatige Haftdauer dem Ende zuneigte, fand ich mich mit einem weiteren Untersuchungshaftbefehl über die Aktivitäten der ΣΠΦ konfrontiert, mit einer Prozessakte, die meinen Namen als Beteiligten an Handlungen enthielt, mit denen ich nicht in Verbindung stand, ohne ein einziges Beweisstück oder eine Zeugenaussage. Da die schmutzige Arbeit bereits erledigt war und ich in dem Fall des Bankraubs bereits verurteilt worden war, wurde ich schließlich freigesprochen. Diese besondere Strategie der mehrfachen Untersuchungshaft ohne Beweise und der Zerlegung von zusammenhängenden Fällen war das Mittel, mit dem der Staat sicherstellte, dass anarchistische Gefangene auch nach Ablauf der maximalen 18-monatigen Untersuchungshaft ohne Prozess in Haft blieben, während die faschistischen Mörder nach Ablauf der gleichen Frist ihre Freiheit genossen.

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[Deutschland] Jan ist seit heute frei!

Sonntag, Mai 8th, 2022
Es ist uns als Solikreis Jamnitzer – Freiheit für Jan eine Riesenfreude euch mitteilen zu können, dass unser Freund, Genosse und Gefährte Jan heute Morgen, dem 6. Mai 2022 kurz vor 8:00 Uhr nach knapp 8 Monaten Haft zur Halbstrafe aus der JVA Bayreuth entlassen wurde. Es ist für uns ein großer Erfolg, denn nur auf Grund seines Kampfes innen und unserem gemeinsamen Kampf außen konnten wir den Druck aufbauen, um eine frühere Entlassung zu erstreiten. Der Fall zeigt, die Füße stillhalten und auf ihre Gnade hoffen bringt uns nicht weiter. Wenn sich die Vertreter*innen der herrschenden Verhältnisse bewegen, dann nur weil wir gemeinsam solidarisch die Auseinandersetzungen führen.
 
Jans Worte zur Entlassung:
„Heute ist ein guter Tag, denn ich konnte diesen unwürdigen Ort verlassen. Doch gehe ich auch mit einem weinenden Auge. Menschen, die ich ins Herz geschlossen habe, bleiben zurück. Meine Genoss*innen sitzen weiter in Haft und sind von Repression betroffen. Für mich endet heute nicht der Kampf, er geht erst los mit meiner Entlassung. Bis alle frei sind.“

[Schweiz] Elany is frei: Der Ruf der Freiheit / Call of freedom

Mittwoch, April 27th, 2022

quelle: feralfire.noblogs.org

ENG BELOW

Elany ist seit heute frei. Oder zumindest so gut wie frei. Die Beweislage reicht nicht für eine weiterlaufende Inhaftierung, der Gesamtprozess ist damit aber noch nicht vom Tisch. Es wird hartnäckig gekämpft Beweise zu finden. Elany erholt sich bei mir von einer kürzlichen Corona-Infektion und wird sich in den nächsten Tagen/kommende Woche sowohl hier als auch auf Twitter wieder melden. Bisher noch unbeantwortete E-Mails werden ebenfalls in Kürze abgearbeitet.

Danke für den zahlreichen Support. Unsere geliebte El meldet sich in Kürze mit eigenen Worten!
__________________________________

Elany is free since today. Or at least as good as free. The evidence is not sufficient for further imprisonment but the entire process is not yet off the table. There is a persistent fight to find evidence. Elany is recovering at me from a recent covid infection and will be back in touch both here and on twitter in the next few days/coming week. Previously unanswered emails will also be processed shortly.

Thanks for all the support. Our beloved El will be in touch shortly in her own words!

[Belarus] Mutter eines geflohenen Anarchisten wegen Störung der sozialen Ordnung verurteilt

Montag, April 18th, 2022

Quelle: anarchist federation, übersetzung abc wien

Ein Gericht in Minsk hat die Mutter eines flüchtigen belarussischen Anarchisten zu drei Jahren offener Haft verurteilt, weil sie an nicht genehmigten Kundgebungen gegen das Regime des autoritären Machthabers Aljaksandr Lukaschenka teilgenommen hat.

Das Bezirksgericht Frunze in der belarussischen Hauptstadt verurteilte die 57-jährige Hayane Akhtiyan am 12. April, nachdem es sie für schuldig befunden hatte, an Aktionen teilgenommen zu haben, die die soziale Ordnung stören, so das in Minsk ansässige Menschenrechtszentrum Vyasna (Spring). Das System des offenen Strafvollzugs ist in der ehemaligen Sowjetunion unter dem Namen „khimiya“ (chemistry) bekannt, ein Name, der auf die späten 1940er Jahre zurückgeht, als Verurteilte zur Arbeit in gefährliche Anlagen, hauptsächlich chemische Fabriken, geschickt wurden und in speziellen Schlafsälen lebten, anstatt in Zuchthäusern eingesperrt zu werden.
Heutzutage bedeutet eine „khimiya“-Verurteilung, dass ein*e Verurteilte*r in einem Wohnheim in der Nähe des ständigen Wohnsitzes untergebracht wird und entweder wie üblich am Arbeitsplatz oder in einer vom Strafvollzugsdienst bestimmten staatlichen Einrichtung arbeitet. Akhtiyan wurde im November verhaftet, nachdem die Polizei ihre Wohnung durchsucht hatte. Daraufhin wurde sie wegen Ungehorsams gegenüber der Polizei zu 10 Tagen Haft verurteilt. Nach Verbüßung der 10-tägigen Haftstrafe wurde sie nicht freigelassen, sondern erhielt stattdessen eine neue Anklage wegen Teilnahme an Aktionen, die die soziale Ordnung stören, da sie an einer nicht genehmigten regierungsfeindlichen Kundgebung teilgenommen hatte.

Damals zeigten regierungsfreundliche Telegram-Kanäle, wie Akhtiyan vor Polizeibeamten auf den Knien lag und sich schuldig bekannte. In einer Bildunterschrift zu den Beiträgen hieß es: „Eltern sind für ihre Kinder verantwortlich“. Der Sohn von Akhtiyan, der bekannte Anarchist Raman Khalilau, verließ Weißrussland 2019 aus Angst um seine Sicherheit. Die belarussischen Behörden leiteten im vergangenen Jahr zwei Ermittlungsverfahren gegen ihn und mehrere andere Anarchist*innen ein, die sie des Extremismus beschuldigten.

Die Strafverfahren standen im Zusammenhang mit den Aktionen von Khalilau und seinen Gefährt*innen im Ausland, die Lukaschenka und seiner Regierung kritisch gegenüberstanden.

[Italien] Erneute Verlängerung der Postzensur für Alfredo Cospito (März 2022)

Montag, April 18th, 2022

Quelle: anarchist federation

Wir teilen mit, dass Mitte März die Zensur der (ein- und ausgehenden) Korrespondenz des anarchistischen Gefährten Alfredo Cospito, der derzeit in der Abteilung AS2 („Hochsicherheit 2“) des Gefängnisses von Terni inhaftiert ist, erneut verlängert wurde. Die Zensur wird drei Monate, bis Juni, andauern. Die Maßnahme war bereits für den Zeitraum von September bis Dezember 2021 und von Dezember 2021 bis März dieses Jahres angeordnet worden.

Wir erinnern daran, dass der im September 2012 verhaftete Gefährte, bereits wegen der Verwundung von Adinolfi (CEO von Ansaldo Nucleare) zu 9 Jahren und 5 Monaten und im Turiner Prozess „Scripta Manent“ zu weiteren 20 Jahren verurteilt wurde. Die Berufungsverhandlung für Scripta Manent beginnt am 25. Mai in Rom. Außerdem hat der Gefährte vor kurzem einen Haftbefehl für die Operation „Sibilla“ vom 11. November erhalten, weil ihm im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der anarchistischen Zeitung „Vetriolo“ die Anstiftung zu Straftaten mit dem erschwerenden Umstand eines terroristischen Ziels vorgeworfen wird. Der Haftbefehl wurde daraufhin am 16. Dezember vom Untersuchungsgericht in Perugia aufgehoben, die Ermittlungen laufen jedoch weiter.

Durchbrechen wir die Isolation: revolutionäre Solidarität mit inhaftierten Anarchist*innen.

Die Adresse des Gefährten:

Alfredo Cospito
Casa Circondariale di Terni
strada delle Campore 32
05100 Terni
Italy

[Italien] Davide Delogu – Neue Adresse

Montag, April 18th, 2022

Quelle: anarchist federation

Am 17.03.2022 wurde der sardische anarchistische Gefährte und verschleppte Gefangene Davide Delogu aus dem Gefängnis von Vibo Valentia in das von Secondigliano verlegt. Wir haben erfahren, dass es ihm gut geht und er weiterhin guten Mutes ist. Er bittet alle, die mit ihm in Kontakt stehen, an die neue Adresse zu schreiben.

Davide Delogu
Via Roma Verso Scampia 350
80144 Naples (NA)
Italy

Der Solidaritätsfonds für Davide Delogu ist immer noch aktiv.

POSTEPAY
Account name: LAURA GARGIULO
IBAN: IT17I3608105138295981295990

[USA] Eric King wurde Abrupt in ein Hochsicherheitsgefängnis verlegt

Freitag, April 1st, 2022

quelle: supportericking.org

11 Tage nachdem Eric in einem Bundesprozess freigesprochen wurde, beschloss das BOP, ihn von einer unbefristeten Absonderung in einem Gefängnis mit niedriger Sicherheitsstufe in eine unbefristete Absonderung in einem Hochsicherheitsgefängnis zu verlegen.

Seine Sicherheitsstufe ist mittel. Das Bureau of Prisons (BOP) gab ihm jedoch einen internen Vermerk über den tätlichen Angriff im Abstellraum, für den Eric kürzlich freigesprochen wurde, und gab ihm eine so genannte Management-Variable. Das bedeutet, dass das BOP ihn in die höchste Haftklasse einweisen kann, egal wie niedrig seine tatsächliche Einstufung ist.

Eric wurde gerade vor Gericht gestellt; er wurde für unschuldig befunden und hat sich gegen Leutnant Wilcox verteidigt. Das BOP hat jedoch beschlossen, sein eigenes Disziplinarsystem anzuwenden, um ihn für die Vorfälle in der Abstellkammer zu bestrafen.

Jede Einrichtung, in der Eric in den letzten 4 Jahren war, hat einen Angriff auf ihn inszeniert oder versucht, ihn zu inszenieren.

In Englewood wurde ihm wiederholt gesagt, dass der Ausgang des Prozesses darüber entscheiden wird, wo er landet.

Dies war Erics Worst-Case-Szenario. Eric ist verängstigt. Ihm wurde vom Personal des USP Lee gesagt, dass er 2019 verletzt werden würde. Jetzt wird er direkt in die Einzelhaft im USP Lee verlegt. Er wird praktisch keine Post mehr bekommen. Er macht sich Sorgen, dass er, wenn ihm etwas zustößt, nicht einmal in der Lage sein wird, den Leuten Bescheid zu sagen. Er wird keine Zeitschriften, keine Bücher, keine Einkaufsmöglichkeiten, keine Anrufe und keine Post bekommen.

Wenn das Bop denkt, dass er ein solches Risiko für die Sicherheit ist, dann können sie ihn in eines der Gefängnisse schicken, die für das Problem, das er angeblich darstellt, ausgerüstet sind.

Soll er in die CMU oder in das ADX eingewiesen werden? Noch besser wäre es, ihn seine Zeit in einem Gefängnis mit mittlerer Sicherheitsstufe absitzen zu lassen, wie es seine Punkte vorsehen. Ohne eine Managementvariable, die auf einem Vorfall beruht, für den er freigesprochen wurde.

Lasst ihn seine Zeit absitzen und nach Hause zu seiner Familie gehen.

Das ist es, was mit Eric nach seinem Sieg geschieht.

Er befindet sich derzeit in einer Verlegungseinrichtung und wartet auf seine Abholung.

Gerade jetzt E-Mails an die Support-E-Mail mit leicht ausdruckbaren Artikeln. Weltcup-Updates, Boxen, Manchester United, Weltraum, Wissenschaft, Tiere, Politik, Dad-Jokes und Memes. Lange Dinge zum Lesen. Vorzugsweise PDFs, Artikel in einem leicht ausdruckbaren Format. So hat er etwas zu lesen, wo er hingehen muss.

Und BITTE, wenn ihr einen Kontakt zu eurem Senator habt (das BOP muss auf Anfragen des Senats reagieren), sprecht mit ihm. Bitten Sie sie, sich einzuschalten und dabei zu helfen, diese maximale Verwaltungsvariable für ein Verbrechen, für das er freigesprochen wurde, loszuwerden. Lasst nicht zu, dass das BOP ihn noch einmal verletzt.

[Österreich] Solidarisch zum Knast

Donnerstag, März 31st, 2022

quelle: gegendielangeweile.net

(english below)

Solidarisch zum Knast

Kundgebung
31.3.2022, 16:00 – 18 Uhr
vor dem PAZ Polizeianhaltezentrum Hernalser Gürtel
Breitenfelder Gasse 21, 1080 Wien

Knast ist der sichtbare und brutale Ausdruck einer Gesellschaft, die unfähig ist, die von ihr verursachten Probleme zu lösen. Durch Haft sollen vom Staat deklarierte „Straftäter*innen“ weggesperrt und „resozialisiert“ werden, um Gesellschaften „sicherer“ zu machen. Gefängnisse bringen jedoch keine besseren Menschen hervor, sondern reproduzieren „Straftäter*innen“ und „Kriminalität“. Denn einmal ins Knastsystem gesteckt, ist es sehr schwer, wieder aus diesem auszubrechen bzw. gesellschaftlich Fuß zu fassen. Wer reich und privilegiert ist, kann dem Knastsystem meist entgehen. Gefängnisse dienen also nicht der Sicherheit von Gesellschaften, sondern der Aufrechterhaltung der vorherrschenden kapitalistischen, rassistischen und patriarchalen Ordnung. Sie verschärfen gesellschaftliche Ungleichheiten, Missstände und bestehende Unterdrückungsverhältnisse.

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[Schweiz] #FreeElany Updates

Donnerstag, März 31st, 2022

quelle: feralfire.noblogs.org

English below

Nachdem wieder einige Zeit vergangen ist folgt ein kurzes Update zur aktuellen Situation. Ich kann Elany mittlerweile einmal wöchentlich besuchen und diese Woche wurden auch die ersten Briefe zugestellt. Endlich! Und damit es bei positiven News bleibt kann ich erfreulicherweise bekannt geben dass es Anfang April eine Verhandlung gibt die über die weitere Inhaftierung entscheiden wird. Sofern in der ganzen Zeit nicht plötzlich harte Beweise gesammelt werden ist unser Anwalt zuversichtlich dass Elany eine weitere Zeit im Knast erspart bleibt. Neue Updates dann Anfang April.

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[UK] Update zu Toby Shone

Dienstag, März 29th, 2022

quelle: abc brighton, übersetzung abc wien

Gerechtigkeit für den anarchistischen Gefangenen Toby Shone!

Der anarchistische Gefangene Toby Shone wird in der Kategorie B-Einrichtung HM Prison Parc, einem privat geführten Gefängnis in Südwales, festgehalten, obwohl er in Wirklichkeit ein Gefangener der Kategorie C oder D ist, der laut den am 26. März 2022 erhaltenen Papieren am 21. Januar 2022 für eine Entlassung mit vorübergehender Erlaubnis (Release on Temporary License, ROTL) in Frage kommt. ROTL ist ein Hafturlaub zur Vorbereitung auf die Entlassung aus dem Gefängnis. Gefangene der Kategorie B haben keinen Anspruch auf Hafturlaub.

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[Deutschland] Die Zustände in bayrischen Knästen

Montag, März 21st, 2022

quelle: abc dresden

Schilderungen vom Solikreis Jamnitzer zur Situation in der JVA Bayreuth

Das Knast scheiße ist, wissen wir nicht erst seit heute. Wir wissen auch, dass die Bedingungen in den Knästen kaum auszuhalten sind und dass Gefängnisse nicht das bewirken, was sie laut Gesetzbüchern sollen. Dennoch ist es immer wieder erschütternd zu hören, wie Gefangene behandelt werden. Den einzigen täglichen Kontakt zur Außenwelt bietet der Blick aus dem Fenster.

Doch in Bayreuth gibt es nicht viel zu sehen, da die JVA auf doppelt vergitterte Fenster setzt. Eine Doppel-Vergitterung ist selbst nach geltendem Gesetz illegal und die Anstalt entrichtet lieber jährliche Strafzahlungen, anstatt die unrechtmäßigen Gitter zu entfernen. Auch der Arbeitskreis kritischer Strafvollzug bezeichnet dies als menschenunwürdig.(https://docplayer.org/58771096-Rundbrief-januar-arbeitskreis-kritischer-strafvollzug-e-v.html)

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[Chile] Text von Mónica Caballero als Antwort auf die staatliche Ermordung von Milena Cartes

Freitag, März 18th, 2022

Quelle: anarquia-info, übersetzt von abc wien

Wieder einmal machte der Tod einen Spaziergang durch San Miguel, und wie bei anderen Gelegenheiten wurde die Tür von denen geöffnet, die anekdotisch daran arbeiten, sie zu schließen, der chilenischen Gendarmerie.

Am Samstag, dem 29. Januar, starb Milena Cartes, eingesperrt in Tower 5, durch einen makabren Zufall nach einer Woche des Leidens. Turm 5 war derselbe Ort, an dem vor mehr als 10 Jahren 81 Häftlinge bei einem Brand ums Leben kamen.

Im Moment wird als Todesursache von Milena eine Blinddarmentzündung verbreitet, die sich zu einer Bauchfellentzündung verschlimmerte, was (ohne eine Expertin zu sein) bei rechtzeitiger Behandlung nicht tödlich ist. Fälle wie der von Milena in chilenischen Gefängnissen werden zu Hunderten gezählt, es gibt eine lange Liste von Todesfällen im Gefängnis aufgrund vermeidbarer Umstände und medizinischer Fahrlässigkeit, zu der wir die Todesfälle hinzufügen könnten, die niemand untersucht hat.

Der Tod von Milena Cartes wird vergessen, wenn die wahren Gründe für ihren Tod nicht bekannt werden.

Die Gendarmerie wird versuchen zu verbergen und/oder zu verschleiern, was passiert ist.

Mónica Caballero Sepulveda.

Anarchistische Gefangene im San-Miguel-Gefängnis.

Februar 2022.

[Chile] Worte der anarchistischen Gefangenen Mónica Caballero: „Der Kampf gegen den Staat ist Teil des Kampfes gegen das Patriarchat“

Freitag, März 18th, 2022

Quelle: abolitionmedia, übersetzt von abc wien

An einem Tag wie heute, dem 8. März, vor zwei Jahren, waren die Straßen der Hauptstädte des vom chilenischen Staat beherrschten Territoriums mit Tausenden von Menschen gefüllt, die mit Farben, Lärm, Parolen, Feuer und Barrikaden den Macho-Abschaum sichtbar machten und/oder angriffen. Heute sind es nur noch ein paar wenige, die die Straßen füllen. Viele ziehen es vor, bequem von zu Hause aus auf die von der neuen Regierung versprochenen Veränderungen zu warten, Veränderungen, die das Ende des hetero-patriarchalen Machismos für die Bewohner*innen in diesem Gebiet versprechen.

Die Erwartung der neuen öffentlichen Politik und der Reformen in Bezug auf die Geschlechterfrage hat bei einem Teil der feministischen Gruppen und Einzelpersonen, der Queers und in praktisch allen Sektoren, die die sozialdemokratische Fahne hochhalten, Hoffnung geweckt.

Die Hoffnungen blieben leider nur Hoffnungen, denn das Heteropatriarchat wird nicht durch gesetzliche Reformen oder soziale Hilfen beendet.

Leider ist das Heteropatriarchat Teil des wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Systems, das uns beherrscht. Es ist überall! Wir finden es in der Art und Weise, wie wir uns selbst und andere sehen. In der Art und Weise, wie wir uns zueinander verhalten, wie wir unterworfen werden, usw. Es gibt kein Wesen, das nicht vom Patriarchat betroffen ist, aber zweifelsohne sind die Attacken der Machos nicht für Männer und Frauen oder Transgender, Queers, Schwule, Lesben, gleich – ganz ohne Viktimisierung sind die letzten 5 am meisten betroffen.

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[USA] Prozessbericht Eric King: „Jetzt wird ein Vogel beschuldigt? Das BOP riskiert damit eine Zivilklage.“ – Richter Martinez

Freitag, März 18th, 2022

Quelle: abcf, übersetzt von abc wien

Der Vormittag begann mit einer beunruhigenden Beschreibung der Zustände, von denen die Verteidigerinnen Alvarez und Freeman bei ihrer Ankunft im Gefängnis erfuhren, als sie Eric nach der gestrigen Gerichtsverhandlung besuchen wollten. Alvarez erzählte dem Richter, dass Eric vom Gericht zurückkam und seine Zelle überflutet, sein persönliches Eigentum beschädigt und seine juristischen Unterlagen mit Kaffee überschüttet vorfand. Auf Nachfrage erklärte ein Justizvollzugsbeamter, dass ein Vogel in die Zelle geflogen sei und den Kaffee umgeworfen habe. Der Richter brachte seine Frustration über diese Schikanen zum Ausdruck und erklärte, dass so etwas in seiner gesamten Laufbahn noch nie während eines Prozesses vorgekommen sei und dass es immer schwieriger werde, den Ausreden des BOP zu glauben. Daraufhin forderte er das BOP auf, Überwachungsvideos von dem Bereich zu liefern, in dem Eric in Einzelhaft gehalten wird.

Eric wurde von US-Staatsanwalt Teitelbaum ins Kreuzverhör genommen, der versuchte, Eric durch die Veröffentlichung mehrerer Bilder, einer Zeichnung und eines Briefes, den er vor dem vorgeworfenen Übergriff an seine Frau geschrieben hatte, zu belasten. Die Verteidigung erhob wiederholt Einspruch gegen diese Beweismittel und musste die Regierung an die Regeln der gerichtlichen Anordnung zu den Anträgen auf Unterlassung erinnern. Nach mehreren Nebenbemerkungen, die das Kreuzverhör in die Länge zogen, beendete Teitelbaum seine Befragung und die Verteidigung verzichtete auf eine erneute Befragung.

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[Deutschland] Thomas Meyer-Falk: Wie die JVA Freiburg sich einen Vollzugsplan denkt!

Mittwoch, März 16th, 2022

quelle: freedom for thomas

Im bundesdeutschen Strafvollzug gibt es seit Jahrzehnten sogenannte „Vollzugspläne“ (VP), in welchen die Entwicklung von InsassInnen festgehalten und die nächsten Schritte geplant werden. Wie sieht das mal ganz konkret in einem Einzelfall aus?

Durchführung und Teilnehmende der VP-Konferenzen

Im Bereich der Sicherungsverwahrung finden alle sechs Monate sogenannte VPK statt. In meinem Fall trafen sich am 27.01.2022 unter Vorsitz des Sozialarbeiters S., der Anstaltspsychologe M., der Stationsbeamte S. und Herrn V., ein Mitarbeiter des Vollzuglichen Arbeitswesens. Ich selbst hätte teilnehmen können, verzichtete jedoch darauf. In der Regel sitzt man dann zusammen und diskutiert die zurückliegenden Entwicklungen und die Aussichten für die kommenden Monate. Bedingt durch die Pandemie wurden die Konferenzen weitestgehend auf Videoformat umgestellt.

 
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[UK] Stopp den Angriffen auf den anarchistischen Gefangenen Toby Shone

Montag, März 14th, 2022

quelle: abc bristol, übersetzung abc wien

Was ist passiert?

Alle Post und Bücher, die an Toby Shone im HMP Bristol geschickt werden, werden ihm auf Anweisung des rechtsgerichteten leitenden Beamten Steve Sollars vorenthalten. Dieser Beamte hat beschlossen, den anarchistischen Gefangenen Toby Shone ins Visier zu nehmen, nachdem er seinen Fall gegoogelt hatte und nachdem Toby sich geweigert hatte, weiterhin am Workshop dieses Bullen teilzunehmen (ab dem 9. Februar), weil er und andere Gefangene von diesem Beamten rassistisch, politisch motiviert und herabwürdigend beschimpft worden waren.

Die Korrespondenzabteilung behauptet nun, dass Toby keine Post hat, auch keine juristische Korrespondenz. Wir wissen, dass das nicht wahr ist!

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[Frankreich] Fall „8. Dezember“: Warum ich im Hungerstreik bin?

Mittwoch, März 2nd, 2022

quelle: solidaritytodecember8.wordpress.com

Seit mehr als 14 Monaten wehre ich mich gegen die infame und diffamierende Anschuldigung der terroristischen Vereinigung.

Es sind mehr als 14 Monate vergangen, seit die DGSI mir erklärt hat, dass ich nicht für das verhaftet wurde, was sie mich glauben machen wollten, nämlich meine Beteiligung an den kurdischen Kräften gegen den Islamischen Staat (Daesh) in Rojava.

Es sind mehr als 14 Monate vergangen, in denen nichts die von der DGSI von Grund auf ausgearbeitete These bestätigt hat, obwohl ich seit mindestens 10 Monaten rund um die Uhr in meinem Fahrzeug, in meiner Wohnung und sogar in meinem Bett verfolgt, geortet und abgehört wurde.

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3 Gedichte vom anarchistischen Gefangenen Eric King

Montag, Februar 14th, 2022

quelle: support for eric king

This Vile Institution

I have the blues like a dead man’s lips
This vile institution
Serving your cereal with a cup of warm piss
they’ll teach me a lesson
If only my cold shoulder didn’t come with a chip
for all my treason
maybe my life was a failure, but it felt like a gift
the dementor is freezing
I’m a thorn bush that needs to be clipped

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[Spanien] Juristische Neuigkeiten seit dem letzten öffentlichen Kommuniqué über Gabriel Pombo da Silva

Montag, Februar 14th, 2022

quelle: soligruppe für gefangene

10.02.2022

Mit diesem Kommuniqué wollen wir über die aktuelle juristische Situation informieren, die weiterhin die Freilassung unseres anarchistischen Gefährten verhindert, obwohl zwei Jahre seit seiner (illegalen) Verhaftung vergangen sind. Der Wille der Henker in Roben, Gabriel weiterhin zu entführen, ist offensichtlich. Mit allen Mitteln, die ihnen ihre (fast) unbegrenzten Befugnisse erlauben, missbrauchen sie diese und demonstrieren damit ihren Willen, die Zeit weiterhin zu einer Waffe zu machen.

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[Griechenland] Botschaft des Widerstands des inhaftierten Anarchisten Th. Xatziagkelou

Freitag, Februar 11th, 2022

quelle: enough is enough

Thessaloniki. Griechenland. Übersetzung der Botschaft des Widerstands von einem der drei inhaftierten Genoss*innen.

Ursprünglich veröffentlicht von Athens Indymedia. Übersetzt von Riot Turtle.

Wenn die Stunden der absoluten Verlust der Freiheit von den Zähnen der Gefangenschaft zu zählen beginnen, bekommt jeder Moment seine eigene existenzielle Bedeutung. Ein Lächeln, eine Berührung, die Wärme der Stimme einer Genoss*in bei einem kühlen Telefonat, die Gesänge vor dem Verhör sind die Flammen, die dein Herz entflammen und dich daran erinnern, dass nichts endet. Kämpfe haben Opfer. Der Krieg selbst hat Opfer. Aber nichts wurde uns geschenkt, nichts wurde uns ohne Blut geschenkt, weil wir unsere Hand ausgestreckt haben. Durch Gebete wurde nichts gewonnen.

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[Deutschland] Thomas Meyer-Falk: „Gerechtigkeit“ a la Knast: mickrige Einkommen – dafür aber üppige Telefontarife!

Freitag, Februar 11th, 2022

quelle: freedom for thomas

Kürzlich berichtete eine Wochenzeitung, die als Beilage zur taz erscheint, über die finanzielle Situation hinter Gittern (1.) und dazu passend veröffentlichte die Firma Gerdes Communications GmbH vor ein paar Tagen die aktuellen Tarife für die Knasttelefone (2.).

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[Deutschland] Thomas Meyer-Falk: Buchbesprechung – Willkommen in der Schweiz? Ein Erzählband von A.M.Güvenli

Freitag, Februar 11th, 2022

quelle: freedom for thomas

Anthropologische Wesensmerkmale auszumachen ist ein schwieriges Unterfangen, aber der Mensch als soziales Wesen bedarf Beziehungen in existentieller Weise.
Als Ungeborenes im Mutterleib ist es geborgen, nach der Geburt ist der Mensch nur in einem sozialen Kontext körperlich und erst recht seelisch überlebensfähig.
Bezogenheit auf andere Menschen erscheint also zumindest als ein Wesensmerkmal (auch wenn es der Mensch nicht exklusiv inne hat).
Wie ergeht es Menschen, die das Land, in welchem sie geboren wurden, verlassen, um in einem Staat Fuß zu fassen, zumal in einem oft so engem wie dem der Schweiz?

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[Deutschland] Thomas Meyer-Falk: Neue Corona-Einschränkungen im Justizvollzug

Freitag, Februar 11th, 2022

quelle: freedom for thomas

Mit Wirkung zum 10.01.2022 werden im baden-württembergischen Justizvollzug wieder massive Einschränkungen wirksam, unter Hinweis auf die sich ausbreitende Omikran-Variante.

Verfügung des Leiters der JVA Freiburg

Mit Aushang vom 04.01.2021 teilte der Anstaltsleiter mit, dass zum einen Besuche wieder ausgesetzt werden (mit Ausnahme von jenen von Anwältinnen und Anwälten), als Ersatz würden Skype-“Besuche“ ermöglicht, die Arbeitsbetriebe dürften nur noch unabdingbar notwendige und dringende Aufträge abarbeiten, würden also auch ein stückweit oder teilweise ganz heruntergefahren, angeleitete Freizeit- und Sportgruppen entfallen gänzlich. Der Schulbetrieb (die Anstalt bietet im Normalbetrieb vom Alphabetisierungskurs bis zum Studium alles an) würde, mit Ausnahme des laufenden Abiturkurses, eingestellt.

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