Archive for the ‘Aufstand/Revolte’ Category

[Chile] Keine Minute des Schweigens, ein lebenslanger Kampf: 23 Jahre nach der Ermordung von Claudia López

Mittwoch, September 1st, 2021

quelle: enough is enough14

Chile. Aus den unruhigsten Winkeln der Erinnerung rufen wir uns zusammen, sowohl die Genoss*innen, die Claudia aus einer rebellischen Verbundenheit kannten, als auch diejenigen, die sich, ohne sie zu kennen, in ihrer Lebenserfahrung und ihrem Kampf wiedererkennen, um den Kampf gegen das Vergessen fortzusetzen, um dazu beizutragen, dass sich die Geschichte nicht selbst schreibt, um uns in den Strom der Erinnerungen einzureihen, der sich in die Praxis und den Widerstand ergossen hat und sich durch Bibliotheken, soziale Zentren, Aktivitäten, Hausbesetzungen, Straßenkämpfe, Aktionen, Leinwände, Plakate, Wandmalereien und Pamphlete vervielfältigt und ausbreitet.

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Ankündigung des Counter-Surveillance Resource Center

Sonntag, August 1st, 2021

quelle: schwarzerpfeil.de

Ankündigung des Counter-Surveillance Resource Center, ein Online-Hub für den Aufbau einer Kultur des Widerstands gegen Überwachung.

Via It’s Going Down

Auf der ganzen Welt sind Anarchist_innen und andere Rebell_innen aufgrund unserer Aktivitäten der Überwachung ausgesetzt. Überwachung kann von staatlichen Institutionen oder anderen Akteuren durchgeführt werden — zum Beispiel von privaten Ermittler_innen, Faschos, Söldner_innen und gesetzestreuen Bürger_innen. Überwachung kann dazu dienen, unsere Aktivitäten zu stören, Verhaftungen vorzunehmen, Verurteilungen zu sichern oder Schlimmeres.

Während sich die Technologien weiterentwickeln, bleiben einige Überwachungstechniken gleich, während andere sich ändern, um diese aufkommenden Technologien zu integrieren. Während die Cops uns immer noch in den Straßen folgen und Aufzeichnungen über uns in ihren Archiven aufbewahren, sind heutzutage Kameras überall, Drohnen fliegen über uns hinweg und die DNA-Forensik schickt viele Gefährt_innen ins Gefängnis.

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[Belarus] Update zur Situation bezüglich der Repressionen, Juni 2021

Mittwoch, Juli 7th, 2021

quelle: abc belarus, übersetzung abc wien

Seit dem Beginn der Proteste in Belarus, die durch gefälschte Wahlen ausgelöst wurden, sind fast 11 Monate vergangen. Viele unserer Gefährt*innen wurden inhaftiert, viele mussten aus dem Land fliehen, öffentliche Aktivitäten sind nicht nur für Anarchist*innen, sondern für alle regimekritischen Vereinigungen und Gruppen eingeschränkt. Im Folgenden findet ihr ein kurzes Update zur Situation bezüglich der Repressionen in Belarus mit dem Fokus auf Anarchist*innen und Antifaschist*innen. Wir werden versuchen, diese Updates am Ende eines jeden Monats zu veröffentlichen.

Repression gegen Anarchist*innen und Antifaschist*innen

Aliaksandr Frantskevich wurde eines weiteren Verbrechens angeklagt – Anstiftung zu Hass oder Feindseligkeit. Dies ist der fünfte Artikel des Strafgesetzbuches, der ihm zur Last gelegt wird. Frühere Anklagen umfassen die Organisation, Teilnahme und Ausbildung anderer für Massenausschreitungen und die Teilnahme an einer internationalen kriminellen Organisation.

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[Mexiko] Staat setzt Angriffe gegen Normalista-Schüler_innen in Chiapas fort

Donnerstag, Juni 3rd, 2021

quelle: schwarzerpfeil.de

Gestern, am 31. Mai, haben Schüler_innen der Mactumactzá Rural Normal School in Tuxtla Gutiérrez, Chiapas, mindestens 11 kommerzielle Trucks übernommen und eine Blockade errichtet, um gegen den Angriff des Staates vom 18. Mai auf sie zu protestieren, als sie gegen Änderungen im Aufnahmeverfahren der Schule protestierten. Während dieses Angriffs wurden 95 Menschen verhaftet, Frauen wurden sexuell missbraucht und viele wurden durch Polizeischläge verletzt. Alle 95 stehen unter schwerer Anklage, 19 von ihnen werden immer noch im Hochsicherheitsgefängnis El Amate festgehalten. Sowohl heute als auch am 18. Mai schlossen sich den Protesten vertriebene indigene Tzotzil-Bewohner_innen aus Chenalhó an, die aufgrund der paramilitärischen Gewalt aus ihren Häusern fliehen mussten.

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[Kolumbien] Usme, Bogotá: Dutzende Verletzte nach zwölf Stunden der Repression

Montag, Mai 31st, 2021

quelle: enoughisenough14

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[Mexiko] Sprengstoffanschlag auf Banjército-Militärbank

Montag, Mai 31st, 2021

quelle: schwarzerpfeil.de

Via Contra Info

Wenige Minuten nach Mitternacht am 23. Mai 2021 platzieren wir einen Sprengsatz aus Schießpulver und Butangas mit dem Ziel, die Banjército-Einrichtungen in Mexiko-Stadt zu zerstören — ein Ziel, das wir erreicht haben.

Wir taten es, weil…

I.

Wir erinnern uns an Mauricio Morales, einen chilenischen anarchistischen Gefährten, der am 22. Mai 2009 auf tragische Weise ums Leben kam, als er einen Sprengsatz transportierte, der offenbar für die Schule der Gefängniswärter im Stadtteil Matta in Santiago bestimmt war.

Lasst uns dem Aufruf zur Aktion folgen, zu der die anarchistischen Gefangenen in der ganzen Welt aufgerufen haben. Von Mexiko bis Griechenland, von Montevideo bis Belgien!! Von Argentinien bis zum Vereinigten Königreich, dass die bewaffnete Freude uns weiterhin findet!!!

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[Mexiko] Brutale staatliche Gewalt gegen Schüler_innen in Chiapas inspiriert breite Proteste

Montag, Mai 31st, 2021

quelle: schwarzerpfeil.de

Via It’s Going Down

Am Dienstag, den 18. Mai, blockierten etwa 120 Schüler_innen der Mactumactzá Rural Normal School die Autobahn Chiapa de Corzo-San Cristóbal in Chiapas, Mexiko. Die Schüler_innen protestierten gegen Änderungen im Aufnahmeverfahren der Schule, die Schüler_innen aus der Arbeiter_innenklasse, vom Land und Indigene benachteiligen würden. Gegen den Versuch, die Zusammensetzung der Schüler_innenschaft zu verändern oder den Schritt zur Schließung der Schule (die bereits vier Mal vom mexikanischen Staat geschlossen wurde), gingen die Schüler_innen auf die Straße, zusammen mit anderen, die sich aus Solidarität anschlossen.

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[Kolumbien] Demonstrierende brennen Gerichtsgebäude nieder

Montag, Mai 31st, 2021

quelle: schwarzerpfeil.de

In Kolumbien, wo die Proteste seit dem 28. April nicht nachlassen, wurde in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ein Gerichtsgebäude in der Stadt Tulua, im Departement Cauca, im Südwesten des Landes von Demonstrierenden in Brand gesetzt.

Die Flammen haben einen guten Teil des Daches und der zweiten Etage des Gerichtsgebäudes zerstört.

Auch die Büros des Bürgermeisters von Tulua und die des Amtes für Bienenzucht und des Verkehrsamtes der Stadt sowie kapitalistische Geschäfte wurden von Revolutionär_innen bei den Protesten angegriffen.

Während die Polizei seit Beginn der Proteste in Kolumbien mindestens 43 Menschen ermordet hat, intensivieren Revolutionär_innen weiterhin den Widerstand gegen das rechte Duque-Regime mit Angriffen auf staatliche und kapitalistische Einrichtungen im ganzen Land.

[Kolumbien] Blick aus den Straßen von Bogota

Dienstag, Mai 18th, 2021

Quelle: schwarzerpfeil.de

Seit Anfang des Monats ist die Bevölkerung Kolumbiens in Aufruhr, als Reaktion auf das Steuerreformgesetz, das den Menschen die Gesundheitsversorgung raubt. Doch die Sorgen des Volkes haben sich erst jetzt zugespitzt.

Nach jahrzehntelangem Guerillakampf auf dem Lande hat die FARC 2016 ein Friedensabkommen unterzeichnet, doch der kolumbianische Staat hat weiterhin ehemalige Kämpfende massakriert und die Dörfer verwüstet, die zuvor unter ihrem Schutz standen. Außerdem hat der Staat die Probleme, die zum bewaffneten Kampf geführt haben, nicht behoben, wie zum Beispiel die Landumverteilung. Armut und Ungleichheit haben sich unvermindert fortgesetzt. Zusätzlich hat der kolumbianische Staat seine Kriegsmaschinerie gegen die Bevölkerung gerichtet. In den ersten Monaten des Jahres 2021 wurden mindestens 57 einflussreiche Teilnehmende sozialer Bewegungen ermordet, darunter 20 Indigene, die meisten davon in der Provinz Cauca. Hinzu kommen 158 Femizide in den ersten drei Monaten des Jahres und mehrere weitere Massaker.

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[Tunesien] Queere und feministische Aktivist_innen prägen die Proteste

Donnerstag, April 1st, 2021

Quelle: schwarzerpfeil.de

Ein Jahrzehnt nach der Revolution von 2011 ist eine neue Generation von Tunesier_innen als breite, intersektionale Bewegung zurück auf der Straße und vereint sich durch Graswurzel-Militanz.

Von RoarMag

Bevor sie sich in ganz Nordafrika und dem Nahen Osten ausbreiteten, begannen die Aufstände des sogenannten „Arabischen Frühlings“ im Dezember 2010 in Tunesien. Untergeordnete Gruppen waren Schlüsselakteure in dieser neuen Form der Volksmobilisierung, die Menschen- und soziale Rechte, existenzsichernde Löhne und soziale Gerechtigkeit forderte. Arbeiter_innen in Tunesiens größter Gewerkschaft, der Tunisian General Labor Union (UGTT), standen im Mittelpunkt der Proteste, die schon lange vor 2011 stattfanden. Gleichzeitig stellten die Frauen der Tunesischen Vereinigung der Demokratischen Frauen (ATFD) in den 90er Jahren und im neuen Jahrtausend eine bedeutende Opposition zum Regime dar, indem sie für Geschlechterrechte gegen den staatlichen Feminismus, Islamismus und den zunehmenden Konservatismus kämpften.

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[UK] Bristol: „Burn Baby Burn!“

Donnerstag, März 25th, 2021

quelle: schwarzerpfeil

Ein Beitrag von einigen Anarchist:innen, Jugendlichen, Reisenden, Unbekannten, DEN AUSGESCHLOSSENEN! nach den Bristol Riots (siehe hier), gefunden auf Anarchist News

Der Sprechchor geht in die Luft, während die Flammen der Bullenkutsche höher und höher steigen und einen Druck wegbrennen, der sich schon viel zu lange aufgebaut hat.

Die Fenster der Polizeistation werden unter dem Gejohle der Menge eingeworfen und es regnet Steine von oben auf die Bullen — von jungen Leuten, die einen Teil des Daches besetzt haben. Wiederholte Angriffe auf die Bullen versetzen sie sichtlich in Angst und Schrecken. Flaschen regnen auf den gescheiterten Versuch der Polizeihundeeinheit, den Mob von hinten anzugreifen. Von den Cops befreite Einsatzschilde und Schlagstöcke werden eingesetzt, um zurückzuschlagen – ein Stück ihrer eigenen Medizin. Andere kümmern sich um Menschen, die mit Pfefferspray besprüht wurden, während Soundsysteme ertönen. Ein weiteres Polizeiauto brennt um die Ecke. Das ist wie nichts, was wir bisher gesehen haben…

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[Holland] Amsterdam: Bericht von der Spontandemo zum Internationalen Tag gegen Polizeigewalt

Donnerstag, März 25th, 2021

quelle: schwarzerpfeil

Zu Ehren des Internationalen Tages gegen Polizeigewalt haben wir einen spontanen Marsch entlang der Spuistraat organisiert. Wir blockierten den Verkehr, marschierten mit zwei Bannern („Bad cop – bad cop“, „From Amsterdam to London to Greece – Everyone Hates The Police“) und Leuchtsignalen, während wir Slogans skandierten und Flyer verteilten. Es waren etwa 25 Leute. Wir sahen Solidarität aus Vrankrijk, als sie 2 Transparente abwarfen („Police violence is not an accident“, „Fuck the police“) und uns vom Dach aus mit Leuchtsignalen grüßten. Niemand wurde während der Aktion verhaftet.

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[Mexiko] Aktionen in Solidarität mit den indigenen politischen Gefangenen von Eloxochitlán De Flores Magón

Donnerstag, März 25th, 2021

quelle: schwarzerpfeil

Bericht über die jüngsten Aktionen in Oaxaca, Mexiko in Solidarität mit den indigenen mazatekischen politischen Gefangenen von Eloxochitlán de Flores Magón, Erstveröffentlichung bei It’s Going Down

Am Freitag, den 19. März, führten Familienangehörige und Freund:innen der sieben verbliebenen indigenen Mazateken von Eloxochitlán de Flores Magón, Oaxaca, eine Reihe von Aktionen im zentralen Tal von Oaxaca durch und forderten die Freiheit für ihre Gefangenen und ein Ende der politischen Repression gegen die Mitglieder der Gemeindeversammlung. Mehr als sechs Jahre sind vergangen, seit die Mehrheit der Gefangenen inhaftiert wurde, und sie bleiben im Gefängnis, ohne einen Schuldspruch oder ein Urteil zu erhalten. Verschiedene andere Mitglieder der Gemeinschaft, die unter denselben (fehlenden) Beweisen angeklagt wurden, sind bereits freigelassen worden. Der Staat zeigt keine Bereitschaft, diesen Mangel an Beweisen anzuerkennen und den Rest der Gefangenen freizulassen. Er verzögert ständig den Fortschritt ihrer Fälle vor den Gerichten, um die Compañeros im Gefängnis zu halten – ein klarer Hinweis auf den politischen Charakter ihrer Inhaftierung.

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[USA] Portland: Brand am Bundesgerichtsgebäude

Donnerstag, März 25th, 2021

quelle: schwarzerpfeil

Revolutionär:innen legten am Donnerstagabend am Bundesgerichtsgebäude in Portland, Oregon, einen Brand, bei erneuten Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und der Bundespolizei.

Der Angriff auf das Gerichtsgebäude kam einen Tag, nachdem die Behörden die ursprünglich im Sommer errichteten Zäune als Reaktion auf die anhaltenden Unruhen nach dem Mord an George Floyd, einem Schwarzen Mann, der in Minneapolis von Schweinen getötet wurde, entfernt hatten.

Die Revolutionär:innen drangen mit Gewalt in das Gerichtsgebäude ein, während sie „Fuck the United States!“ skandierten. Später am Abend legten die Militanten ein Feuer vor dem Eingang des Gerichtsgebäudes.

Bundesschweine des Heimatschutzministeriums stießen mit den Militanten zusammen und versuchten, sie aus dem Gebäude zu drängen.

Revolutionär:innen versammelten sich im Sommer 2020 wochenlang, um das Gerichtsgebäude anzugreifen, und marschierten auch auf das Haus von Bürgermeister Ted Wheeler.

Dieser Angriff signalisiert die Erneuerung des landesweiten Aufstandes, der nach der Ermordung von George Floyd im letzten Sommer begann.

 

[Belgien] Aufstand gegen Polizeirassismus in Liege

Donnerstag, März 25th, 2021

quelle: schwarzerpfeil

Neun Bullen wurden nach einem Aufstand am Samstag in Liege, Belgien, ins Krankenhaus eingeliefert. Der Aufstand wurde durch die rassistisch motivierte gewaltsame Festnahme einer Schwarzen Frau durch die Polizei ausgelöst.

Während des Aufstandes wurden auch Fast-Food-Restaurants und Geschäfte geplündert. Insgesamt wurden 36 Bullen verletzt.

Videoaufnahmen hatten sich verbreitet, auf denen zu sehen war, wie eine Schwarze Frau am vergangenen Montag auf dem zentralen Place Saint-Lambert in Liege von zwei Cops gewaltsam festgenommen wurde.

Die Frau, die auf dem Video zu sehen ist, wie sie von den Cops zu Boden gedrückt wird, erstattete daraufhin Anzeige wegen Rassismus.

200 bis 300 antirassistische Militante stießen am Samstag mit der Polizei zusammen. In der französischsprachigen Region Wallonien warfen Militante Steine auf die zentrale Polizeiwache und Polizeifahrzeuge.

Auch ein McDonalds wurde geplündert. Mehrere Fenster des Rathauses wurden eingeworfen.

Aufstände für die Befreiung der Schwarzen und die Abschaffung der Polizei verbreiteten sich auf der ganzen Welt, nachdem im letzten Sommer ein Polizeirevier in Minneapolis in Brand gesteckt worden war.

In Belgien gab es im vergangenen Jahr eine Reihe von Protesten gegen Rassismus und Kolonialismus.

 

[Senegal] Aufstand breitet sich aus

Sonntag, März 7th, 2021

Quelle: schwarzerpfeil.de

Ein Aufstand hat sich über Senegal ausgebreitet, als Militante nach der Verhaftung von Ousmane Sonko am Mittwoch Polizeiautos verbrannten und mit der Polizei zusammenstießen. Gerichtsgebäude, Häuser von Regierungsbeamt:innen und Unternehmen in französischem Besitz wurden bei dem Aufstand ebenfalls angegriffen.

Ousmane Sonko erschien am Freitag vor Gericht, angeklagt wegen Störung der öffentlichen Ordnung. Ihm wird auch eine Vergewaltigung vorgeworfen.

Er bestreitet die Anschuldigungen und seine Unterstützenden sagen, dass die Anschuldigungen politisch motiviert sind.

Obwohl der Aufstand durch Sonkos Verhaftung ausgelöst wurde, sind die zugrundeliegenden Probleme des Neokolonialismus und Kapitalismus die Wurzel der Revolte militanter Jugendlicher. Senegal wurde von Frankreich kolonialisiert, bis es 1960 offiziell die Unabhängigkeit erlangte. Frankreich, das mit Investitionen im Wert von über 1,7 Milliarden Euro der größte ausländische Investor im Senegal ist, bleibt ein neokolonialer Ausbeuter des senegalesischen Volkes.

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[Algerien] Riots nach Verurteilung eines Militanten zu sieben Jahren Haft

Freitag, März 5th, 2021

Quelle: schwarzerpfeil.de

Übersetzung eines Berichts von Abolition Media Worldwide

Unruhen brachen am Abend des Sonntags, 28. Februar, in mehreren Vierteln von Ouargla, im Süden Algeriens, aus, nachdem ein Militanter der populären Protestbewegung in Algerien zu einer hohen Haftstrafe verurteilt und der „Rechtfertigung für Terrorismus“ beschuldigt wurde.

Demonstrierende blockierten mehrere Straßen und verbrannten Reifen, nachdem das lokale Strafgericht Ameur Guerrache zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt hatte. Junge Menschen warfen Steine auf Bullen inmitten von Tränengasangriffen.

In einem weiteren Video, das ebenfalls in den sozialen Medien verbreitet wurde, flehte die Mutter von Ameur Guerrache den algerischen Präsidenten Abdelmadjid Tebboune an, ihren Sohn freizulassen.

Der 31-jährige Ameur Guerrache, der am 1. Juli 2020 in seinem Haus verhaftet wurde, wird als Militanter und Poet dargestellt und ist „einer der größten Anführer der (Protest-)Bewegung in Mekhadma seit mehreren Jahren“, so die CNLD, eine Organisation, die sich für die Gefangenen einsetzt. Die Mekhadma-Bewegung hat ihren Namen von einem benachteiligten Viertel in der Stadt Ouargla, wo im vergangenen Juni Hunderte von Menschen gegen ihre Lebensbedingungen und ihre Marginalisierung und Ausgrenzung von der lokalen Entwicklung protestiert hatten. Ouargla ist die Hauptstadt einer an Kohlenwasserstoffen reichen Wilaya (Präfektur), in der sich viele Lagerstätten befinden, darunter auch die von Hassi Messaoud. Aber es ist auch eine Stadt mit einer hohen Jugendarbeitslosigkeit.

Das algerische Justizministerium gab kürzlich bekannt, dass insgesamt 59 politische Gefangene freigelassen wurden, nachdem Präsident Abdelmadjid Tebboune am 18. Februar eine Begnadigung ausgesprochen hatte. Gleichzeitig gehen jedoch die Verurteilungen vor den Gerichten in einem stetigen Tempo weiter.

KURZSCHLUSS Nr. 2

Samstag, Februar 27th, 2021

Quelle: kurzschluss.noblogs.org

Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen, Isolation, HomeOffice, Vereinsamung … Und warum das Alles? Na wegen diesem Virus, diesem Corona. Ist das überhaupt gefährlich? Na wen interessiert das schon?!

“Wir sind im Krieg!” Im Krieg gegen all das genannte und noch viel mehr. Im Krieg gegen jede Bevormundung, jede Einschränkung, jede Ausbeutung, jede Herrschaft.

Also los:

Erzeugen wir einen KURZSCHLUSS im Netzwerk der Herrschaft!

Das PDF ist für all diejenigen, die darauf brennen, KURZSCHLUSS zu verbreiten.

Aus dem Inhalt:

Die vierte Wand durchbrechen: Revolte im St. Louis-Gefängnis

Samstag, Februar 27th, 2021

Quelle: crimethinc

Über Repression, Repräsentation und Revolte

Im Jahr der COVID-19-Pandemie gab es heftige Kämpfe gegen Gefängnisse, die die ohnehin schon starke Bewegung gegen Haftanstalten und Abschiebekänste sowohl innerhalb als auch außerhalb ihrer Mauern verstärkten. Im folgenden Bericht aus St. Louis reflektiert ein Anarchist über die Bedeutung der Revolte vom 6. Februar im Kontext der Bemühungen von vielen verschiedenen Seiten, das zu vertreten und zu bewältigen, was man sich als Interessen der Gefangenen vorstellt.

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Zu den jüngsten Ausschreitungen im spanischen Staat, Aufstände mit Unterbrechungen?

Samstag, Februar 27th, 2021

Quelle: Soligruppe für Gefangene

Zu den jüngsten Ausschreitungen im spanischen Staat,
Aufstände mit Unterbrechungen?

Denn manche Male, um nicht zu sagen viele Male, ist es geschehen, dass objektiv aufständische Situationen uns de facto präsent sahen, aber als Fremdkörper. Fasziniert vom äusseren Aspekt der laufenden aufständischen Bewegung, beteiligen wir uns manchmal, weil wir spontan Rebellen sind. Nun, uns auf diese Weise an Situationen zu beteiligen, die uns objektiv als Aussenstehende sehen, weil nicht Teilhabende an den Spannungen, nicht Interne dieser Situation von Entwicklung der aufständischen Spannungen, bedeutet im Grunde, bloss Fremdkörper, und auch sehr suspekte Körper zu sein.“ Alfredo M. Bonanno, Insurrektionalistische Antiautoritäre Internationale

Am 15. Februar 2021 wurde in der Universität von Lleida (Katalonien) der Rapper Pau Rivadulla Duró (Alias Pablo Hasél), festgenommen. Seit seiner Inhaftierung finden in diversen Städten des spanischen Staates Ausschreitungen statt (letzter Stand war bis jetzt die Nacht des 24.02.2021), dies ist aus vielen Gründen ein außerordentliches Phänomen, aber wie jede Erzählung hat auch diese einen Anfang. Diese Ausschreitungen werden mit der Inhaftierung von Pablo in Verbindung gebracht, dennoch sind wir der Meinung, dass es um wesentlich mehr geht.

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(Spanischer Staat) Der permanente Ausnahmezustand

Dienstag, Februar 23rd, 2021

Quelle: Soligruppe für Gefangene

Gefunden auf der Seite von Grupo Etcetera, die Übersetzung ist von uns. Dieser Text erschien in der Nummer 58, Juni 2018, der gleichnamigen Publikation der Grupo Etcetera. Wir haben diesen Text ausgesucht, weil wie die Verfasser selber sagten: „Allgemein gesprochen findet eine Militarisierung der Gesellschaft statt. Von der Erziehung, den Medien, der Wirtschaft und im Namen der persönlichen und kollektiven Sicherheit wird uns als Kultur und als Notwendigkeit für das Überleben und den sozialen Fortschritt gezeigt, dass die Ideologie der Militarisierung uns begleiten muss und dass wir sie als unser Schicksal akzeptieren müssen.“

Gerade durch die Veränderungen die durch die Coronavirusmaßnahmen stattfinden, sehen wir nicht nur klare Parallelen, sondern es darf nicht vergessen werden, welche die Mechanismen und Maßnahmen im modernen Staat – also der kapitalistische Staat – sind und wie sie angewendet werden um diesen zu verewigen. Der Ausnahmezustand ist daher nicht ein Zufall in der gegenwärtigen Situation, sondern seine Voraussetzung.

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Unregierbar: Ein Interview mit Lorenzo Kom’boa Ervin

Dienstag, Februar 23rd, 2021

Quelle: schwarzerpfeil

William C. Anderson im Gespräch mit Lorenzo Kom’boa, veröffentlicht bei Black Rose Fed

Der Autor und unabhängige Autor William C. Anderson interviewt den altgedienten Organisator und ehemaligen Black Panther und politischen Gefangenen Lorenzo Kom’boa Ervin über die aktuelle politische Krise, Faschismus und die steigende Relevanz des Schwarzen Anarchismus.

Das neuartige Coronavirus, auch bekannt als COVID-19, hat die täglichen Katastrophen des Kapitalismus aufgezeigt. Der Mangel an medizinischer Versorgung, einer sicheren Umgebung, Unterkunft und Nahrung ist eine alltägliche Frage für ein wachsendes Segment von gefährdeten Menschen. Dies hat bei vielen ein spürbares Interesse am Anarchismus hervorgerufen. Das Versagen des Staates wurde durch ineffektive Lösungen, mutwillige Vernachlässigung und völlige Missachtung des menschlichen Lebens deutlich gemacht. Es legte (für einige) tiefere Fragen über die Plausibilität staatlicher Lösungen frei. Gleichzeitig wurden die Behörden aufmerksam, was sich in den zunehmenden Angriffen gegen Anarchist:innen zeigte. Präsident Trump und viele andere haben scheinbar eine Reihe von Politiken identifiziert, die sie als bedrohlich erachten. Dies ist kein Zufall und es folgt einem historischen Muster.

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[Chile] Bewaffnete Straßenblockade in Solidarität mit politischen Mapuche-Gefangenen César Millanao

Mittwoch, Februar 10th, 2021

quelle: enough is enough

Chile. Bewaffnet mit schwerkalibrigen Schusswaffen und Tarnkleidung unterbrach eine Gruppe von Weichave (Mapuche-Wort für Kämpfer:in) den Verkehr auf der Route P70-S, die die Kommunen Cañete und Tirúa in der Region Bío Bío verbindet.

Ursprünglich veröffentlicht von Abolition Media Worldwide. Übersetzt von Riot Turtle für Enough 14.

Die bewaffnete Aktion fand zur Unterstützung von César Millanao statt, gegen den eine mündliche Verhandlung vor dem Gericht in Cañete ansteht und der sich seit Dezember 2019 in Präventivhaft befindet.

Die Aktion fand an der Lleu Lleu Brücke statt, wo die Weichave Barrikaden errichteten, um den Verkehr auf beiden Fahrspuren der Straße zu stoppen.

Die Gruppe von Weichave führte AK-47- und M-16-Gewehre mit sich.

Die Straßensperre fand statt, während der bewaffnete Widerstand gegen den chilenischen Staat in Wallmapu (Mapuche-Gebiet) andauert. Kürzlich wurden Schüsse in der Nähe der Polizeistation Ercilla in der Region La Araucanía abgefeuert. Als Folge des bewaffneten Angriffs wurde der Leiter der Polizeieinheit am rechten Ziliarkanal (Teil des Auges) und am rechten Arm verletzt.

[Chile] Panguipulli: Regierungsgebäude in Brand gesetzt nach Bullenmord an Straßenkünstler

Mittwoch, Februar 10th, 2021

quelle: enough is enough

Panguipulli. Chile. Als Reaktion auf den Bullenmord an dem Straßenkünstler Francisco Martínez am 5. Februar, setzten Aktivist:innen ein Bullenrevier, ein städtisches Gebäude und andere Regierungsgebäuden in Brand.

Ursprünglich veröffentlicht von Abolition Media Worldwide. Übersetzt von Riot Turtle für Enough 14.

Auch die Gebäude des Correos de Chile (Postamt), des örtlichen Polizeigerichts, des Standesamtes und des Essal-Büros (Wasserversorgung) wurden bei dem Aufstand angegriffen.

Die Flammen haben das Rathaus komplett zerstört.

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[Chile] Barrikaden zum Gedenken an die toten Genossen der Revolte in der Provinz Maipo

Donnerstag, Februar 4th, 2021

Quelle: enough is enough

Sogenanntes Chile. Am 28. Januar 2020 wurde Jorge Mora „Neco“ von einem Polizeiauto überfahren. Fast ein Jahr später gedachten Genoss:innen „Neco“ mit brennenden Barrikaden im Stadtteil Los Guindos.

Ursprünglich veröffentlicht von Contra Info. Übersetzt von Riot Turtle für Eough 14.

Das Jahr 2020, der Revolte ging weiter

In der Nacht des 28. Januar (2020) wird der mutige Jorge Mora „Neco“ am Rande des Monumentalstadions inmitten von Ausschreitungen nach einem Fußballspiel von einem Bullenkarre überfahren. Nach seinem Tod ließ die Diffamierung von Richtern und Presse nicht lange auf sich warten, die versuchten, das Image des Bastards, der sich das Leben nahm, zu verbreiten. Aber die Straße schrie etwas anderes: am nächsten Tag, in der Nacht des 29. Januar (2020), gingen Tausende von Menschen auf die Straße, um Neco zu gedenken; Barrikaden, Brände, Plünderungen und Angriffe auf Polizeistationen kennzeichneten den Tag; in diesem Zusammenhang wird Ariel Moreno vor dem Polizeirevier der Gemeinde Padre Hurtado von einer Kugel in den Kopf getroffen; alle, die in dieser Nacht dort demonstrierten, weisen auf die Tat der Polizei hin. Ariel stirbt zwei Tage später an der schweren Verletzung.

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Tunesien am 26. Januar: Tag des Zorns

Donnerstag, Februar 4th, 2021

Quelle: enough is enough

Tunesien. Tunis. 26. Januar. 2021. Vertrauensvotum für die Regierungsumbildung, Belagerung des Parlaments durch Jugendliche aus proletarischen Stadtteilen und Oppositionsbewegungen, Repressionen und Verhaftungen.

Ursprünglich veröffentlicht von Tunisia Resistant. Übersetzt von Riot Turtle für Enough 14.

Am 26. Januar, einem symbolischen Datum für die Oppositionsbewegung, da es der Jahrestag des Aufstandes von 1978 ist, hat die Oppositionsbewegung, die seit über 10 Tagen die Plätze des Landes füllt, in Verbindung mit einer Plenarsitzung des Parlaments, in der über das Vertrauen für eine Regierungsumbildung abgestimmt werden soll, zu einer Demonstration aufgerufen, die sich auf den proletarischen Bezirk Ettadhamen, den Schauplatz der Unruhen in diesen Nächten, in Richtung Bardo, dem Bezirk, in dem das Parlament seinen Sitz hat, konzentriert. Gleichzeitig wurde ein Sit-in direkt vor dem Parlament abgehalten. Der Demonstrationszug, der hauptsächlich aus Jugendlichen und BewohnerLinnen der proletarischen Stadtteile Ettadhamen und Mnhila bestand, hätte sich mit dem Sit-in vor dem Parlament verbinden sollen, der überwiegend von Student:innen und andere Jugendlichen gebildet wurde, die in den zentralen Stadtteilen der Hauptstadt politisch aktiv sind.

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[USA] Gefangene legen in Texas Feuer, um gegen die schlechten Haftbedingungen zu protestieren

Donnerstag, Januar 14th, 2021

quelle: Schwarzer Pfeil

Mit der Ausbreitung des Virus sind die Gefangenen in eine Situation geraten, in der es um Leben und Tod geht. Dazu kommt, dass sie ihre Familien nicht sehen können, viele können ihre Zellen nicht verlassen, Tausende bekommen nichts zu essen außer schlechten Rationen.

Dutzende von Videos, die im Laufe der Pandemie in texanischen Gefängnissen aufgenommen wurden, zeigen knisternde Feuer außerhalb der Zellen, in Treppenhäusern und in Wohnbereichen. Die Gefangenen legen diese Feuer, um die Aufmerksamkeit der Beamt:innen auf sich zu ziehen, die sich um die Probleme kümmern könnten, um die sich die überforderten Wärter:innen nicht kümmern, wie zum Beispiel schlechtes Essen, schmutzige Kleidung oder kein Zugang zu Duschen.

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[Belgien] Brüssel: Demonstrierende fackeln Polizeistation ab und liefern sich heftige Auseinandersetzungen mit den Bullen

Donnerstag, Januar 14th, 2021

quelle: schwarzer pfeil

In Brüssel sind Proteste ausgebrochen, nachdem ein Schwarzer Mann in Polizeigewahrsam genommen wurde und starb.
Der 23-Jährige namens Ibrahima starb am Samstag in Polizeigewahrsam, nachdem er wegen des Filmens einer Polizeikontrolle eingeliefert worden war. Berichten zufolge wurde seine Familie erst sechs Stunden später über seinen Tod informiert.

In der belgischen Hauptstadt sind nach dem Tod Unruhen ausgebrochen.

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[Belarus] Interview mit dem Anarchisten Vlad M. nach 30 Tagen Haft

Samstag, Dezember 5th, 2020

quelle: schwarzer pfeil

Das anarchistische Kollektiv Pramen in Belarus kontaktierte den Genossen und Anarchisten Vlad M. nach 30 Tagen, die er im Gefängnis verbrachte. Sie sprachen über die Haft und interessante Leute, die man während der Zeit in Haft treffen kann sowie über seinen Hungerstreik und der Situation mit dem Coronavirus im Gefängnis.

 

Pramen: Vlad, hallo und willkommen zurück! Wie geht es dir?!

Vlad M: Hallo! Ich danke euch. Mir geht es mehr oder weniger gut, auf jeden Fall könnte es viel schlimmer sein.

Pramen: Heute werden viele Prinzipien der anarchistischen Organisation von normalen Menschen benutzt, um das Regime zu bekämpfen. Wie macht das die belarusische Gesellschaft anarchistisch und wie wichtig ist die Dezentralisierung in den aktuellen Protesten?

Vlad: Nun, diese Prinzipien machen die belarusische Gesellschaft noch nicht einmal annähernd anarchistisch, aber zweifellos geht diese Bewegung in die richtige Richtung und das gefällt mir. Ja, jetzt ist der Protest dezentralisiert und sie hat keinen Führenden. Es gibt keine solche Person, die inhaftiert werden kann und der Protest würde sich sofort entleeren. Früher war alles anders: die Behörden haben zum Beispiel Statkewitsch oder Severinets präventiv inhaftiert und die Leute gingen raus, ohne zu wissen, was sie tun sollen, und das war das Ende davon. Heute ist alles anders und eine solche Repression funktioniert nicht mehr. Jede:r Protestierende ist ein:e Führende, und damit die Proteste verschwinden, müssen die Behörden alle einsperren, was unmöglich ist. Ich glaube, dank dieser Tatsache dauern die Proteste jetzt schon seit 4 Monaten an.

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[Kolumbien] Die Proteste gegen die Regierung kehren zurück

Sonntag, November 8th, 2020

Quelle: schwarzer Pfeil

Nach Monaten des Lockdowns, in denen der Staat weiterhin vergewaltigt, gemordet und massakriert hat, gehen die Kolumbianer:innen wieder auf die Straße, um gegen ihre kriminelle Regierung zu protestieren.

Ende 2019 fegte eine historische Welle von Anti-Regierungs-Protesten durch Lateinamerika, mit beispiellosen Aufständen in Chile, Ecuador, Peru, Haiti und Kolumbien. Für die belagerten Regierungen, die Teil eines neuen Rudels von rechten Parteien waren, kam Hilfe in Form der globalen COVID-19-Pandemie und der darauf folgenden nationalen Lockdowns, die die Proteste effektiv – aber vorübergehend – niedergeschlagen haben.

Jetzt scheint die Pause vorbei zu sein. In Bolivien wurde die Putschregierung nach monatelangem Widerstand auf der Straße kurzerhand an den Wahlurnen entmachtet, wodurch die fehlende Legitimität dieser rassistischen Clique, die von der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten großzügig unterstützt wird, aufgedeckt wurde. Und in Chile hat das Volk endlich die letzten institutionellen Überreste der Diktatur begraben, indem es Pinochets Verfassung ablehnte und einen neuen Verfassungsprozess durch einen Erdrutschsieg forderte.

In Kolumbien sind wir zwar noch weit von einem Sieg des Volkes entfernt, aber die Tatsache, dass die Bevölkerung erneut auf die Straße gegangen ist, um gegen eine illegitime Regierung zu protestieren, die die Fähigkeit besitzt, täglich verschiedene Skandale zu produzieren, ist an sich schon eine Art Triumph und eine unglaubliche Demonstration von Widerstandskraft.

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Der Aufstand in Kolumbien: »Ein Beispiel dafür, was kommen wird«

Donnerstag, Oktober 1st, 2020

Quelle: crimethinc

Ein Bericht und Interview über die Hintergründe der Revolte

In den Straßen mehrerer kolumbianischer Städte kam es in den letzten zwei Tagen (9./10. September) zu heftigen Konflikten als Reaktion auf den brutalen Mord in Bogotá durch die Polizei an dem 43-jährigen Javier Ordóñez (einem Anwalt und zweifachen Vater). Ordóñez trank friedlich auf der Straße vor der Wohnung seiner Freund:innen, als die Polizei eintraf und ihn ohne Provokation schlug und 11 Mal mit einem Elektroschocker angriff. Als er im Krankenhaus ankam, nach dem er auf dem Polizeirevier weiter verprügelt wurde, war er bereits tot.

Ein Video, das von Ordóñez‘ Freund:innen aufgenommen und über soziale Medien verbreitet wurde, löste in Bogotá, Cali, Medellín, Bucaramanga, Popayán, Ibagué, Barranquilla, Neiva, Tunja und Duitama massenhaft Proteste aus. Allein in Bogotá wurden 56 Polizeinebendienststellen, die CAIs (Comandos de Atención Inmediata) genannt werden, beschädigt, die meisten von ihnen verbrannt. Obwohl in den Mainstream-Nachrichten von acht Menschen berichtet wird, die in der ersten Nacht von der Polizei oder Paramilitärs getötet wurden, zeigen Bilder am Donnerstag, dass 10 Personen getötet worden sind, von denen alle bis auf eine Person identifiziert werden konnten. Die Zahl der Verletzten variiert je nach Quelle. Die New York Times behauptete, dass weitere 66 in der Nacht vom 9. September Schusswunden erlitten hatten, mit insgesamt über 400 Verletzten.

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Wird Belarus frei sein?

Montag, August 31st, 2020

Quelle: schwarzer Pfeil

Deutsche Übersetzung eines Artikels von Integration Nightmare, verfasst von Nikita Ivansky


Seit nun drei Wochen finden auf den Straßen von Belarus Proteste gegen den Diktator Lukaschenko statt. Er ist der erste und einzige gewählte Präsident der Republik Belarus, der das Land seit 26 Jahren regiert. Im Internet gibt es eine Menge Meinungen über ihn. Einige glauben, dass er ein Leuchtfeuer der Hoffnung für den Kampf gegen den westlichen Imperialismus ist, während andere wissen, dass er ein verdammter Psycho ist, der bereit ist zu töten, um an der Macht zu bleiben. Dieser Text geht auf einige Argumente ein, die in anarchistischen und linken Kreisen auf der ganzen Welt online geführt werden. Und am Ende werde ich versuchen zu antworten, wird Belarus frei sein, wenn Lukaschenko stirbt? (mehr …)

Out Now : 325 #12 – ‘Against the Fourth and Fifth Industrial Revolutions’ (ACN)

Samstag, August 29th, 2020

Quelle: 325

PDF: 325 #12 – ‘Against the Fourth and Fifth Industrial Revolutions’ (ACN)

Presenting 56 pages of anti-organisational, insurrectional, anti-civilisation anarchy of the 21st Century. A collection of critical texts and letters from anarchist points of view examining the new changes in production and social control brought about by new technologies which are ushering in a totalising prison-world and the advance of smarter-than-human machines. This issue of 325 builds on the considerations and content of the last issue which took as it’s focus the subject of the Technological Singularity. Six years later, the mechanisms, ideologies and impacts of this global dystopian project are nearer and clearer and the texts you will read in this new issue deal with the emerging realities of these technological revolutions.

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