Archive for the ‘Interview’ Category

[Gai Dao, Nr. 93] Interview mit dem Anarchist Black Cross Dresden

Friday, September 7th, 2018

Quelle: Gai Dao Nr. 93, September 2018

Wie lange gibt es euch als Gruppe schon?

Hallo, uns gibt es als Anarchist Black Cross Dresden seit August 2014. Anarchist Black Cross (ABC) Gruppen gibt es allerdings schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Damals noch unter dem Namen Anarchist Red Cross, begannen diese wohl irgendwann zwischen 1905 und 1907 erstmals mit Antirepressionsarbeit.

Welche Tätigkeitsschwerpunkte deckt ihr ab?

Wir möchten antiautoritäre politische Gefangene und angeklagte Menschen unterstützen, hierzu gehört Unterstützung im Knastalltag und bei Gerichtsverhandlungen. In Zusammenarbeit mit anderen ABC Gruppen unterstützen wir dabei auch Menschen außerhalb von Dresden und außerhalb Deutschlands, da dann vor allem finanziell und durch Öffentlichkeitsarbeit. Ein weiterer wichtiger Punkt unserer Arbeit ist die Verbreitung politischer Debatten mit Bezug auf das Knastsystem unserer Law and Order Gesellschaft. Dazu gehören Vorträge, Diskussionen, Workshops oder Filmpräsentationen wie beispielsweise auch bei den libertären Tagen in Dresden, die bald wieder stattfinden werden. Das Thema Solidarität ist uns ebenfalls sehr wichtig, bei Repression, aber auch im Alltag. Da zwar das Wort immer sehr hochgehalten wird in politischen Zusammenhängen, aber dann oft die direkte Solidarität fehlt.

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[Wien] Solifoto für anarchistische Gefangene

Sunday, September 2nd, 2018

Im Rahmen der Soliwoche für gefangene Anarchist*innen gab es Wien zwei Veranstaltungen von ABC Wien. Dabei ist am Donnerstag nach dem gemeinsamen Filmschauen dieses Solifoto entstanden!

Auf der Seite https://solidarity.international/ gibt es einen Überblick über Veranstaltungen und Aktionen die im Laufe der Soliwoche stattgefunden haben.

Bis alle frei sind!

 

[Radio Flora] Wie viele sind hinter Gittern, die wir draußen brauchen”.- Ausgabe September 2018

Saturday, September 1st, 2018

Quelle: political prisoners

In der Ausgabe vom Dienstag, den 4. September wird es in der Zeit von 18 – 19 Uhr folgende Beiträge geben:
– Im Hambacher Forst droht eine Räumung 
– Zur Situation von dem Gefangenen Andreas Krebs
– Max befindet sich wegen angeblicher Graffities bald seit einem Jahr im Knast

Zu empfangen per Livestream über:www.radioflora.de
Die Sendung wird wiederholt am Donnerstag, den 6. September 11 -12 Uhr.
Zu empfangen per Livestream über: www.radioflora.de

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“In einer Diktatur stehst du dem Staat ganz allein gegenüber” – Interview mit Aktivist*innen des Anarchist Black Cross (ABC) Belarus

Saturday, August 25th, 2018

Quelle: GaiDao No 92 August 2018

Wie sieht Eure Arbeit beim ABC aus? Wie arbeitet ihr, und was sind Eure kurzfristigen und langfristigen Ziele?

Die Arbeit des Anarchist Black Cross (ABC) in Belarus [Weißrussland; Anm. d. Red.] ist vielfältig. Ganz klassisch, wie die meisten es sich wahrscheinlich vorstellen können, machen wir Solidaritätsarbeit für Menschen, die von Repression betroffen sind. Das heißt wir stellen finanzielle Hilfen für Gerichtskosten zur Verfügung, um Strafen und ähnliches zu bezahlen. Aber darüber hinaus wollen wir auch nicht aus den Augen verlieren wie Repressionen aussehen können und funktionieren. Das fängt an bei Psychoterror und geht bis zu blanker Gewalt gegen Aktivist*innen. Wir versuchen deshalb so breit wie möglich zu arbeiten, soweit uns das innerhalb der derzeitigen politischen Lage möglich ist und unter Berücksichtigung unserer persönlichen Kapazitäten.

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[Deutschland] Knastinterview mit Lisa

Sunday, August 5th, 2018

Quelle: panopticon

Wie hast du den Prozess empfunden?

Es war mein erster Prozess, den ich als Angeklagte erlebt habe und dann noch so ein großer, bei dem so einige Jahre auf dem Spiel standen. Ich hatte somit wenig Erwartungen und Vorstellungen, was vielleicht auch besser so war. Ich habe es eigentlich ziemlich stark und locker erlebt, der erste und vor allem der letzte Prozesstag waren nur etwas härter und aufreibender. Anstrengend waren die ganzen Transporte aus Köln und, dass sie uns in Aachen fast nichts zu essen gegeben haben und ich mich dort fast nur von Nüssen und Rosinen ernährte, dank den Anwälten. Ausserdem konnte ich mich ja mit meinen Gefährt*innen und Freund*innen nicht austauschen und musste alle wichtigen Entscheidungen für mich alleine treffen. Ich hatte aber jederzeit vollstes Vertrauen in meine Leute, und fühlte mich auch 100% unterstützt von ihnen und vielen weiteren Gefährt*innen. Das gab mir natürlich eine riesen Stärke und viel Stolz auf uns, unsere Ideen und unsere Kämpfe.

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Neue englischsprachige Broschüre: Eine ABC-Gruppe gründen – ein Ratgeber

Monday, July 9th, 2018

(Quelle: de-contrainfo.espiv.net)

Das ABC (Anarchist Black Cross) ist ein internationales Netzwerk von Gruppen und Einzelpersonen, das sich mit praktischer Solidarität mit Gefangenen und den breiteren Anti-Repressionskämpfen beschäftigt. Es nahm bereits vor über 100 Jahre seine Arbeit auf.

Diese Broschüre ist ein Hilfsmitte für alle, die eine Anarchist-Black-Cross-Gruppe gründen wollen. Sie war eine kollektive Arbeit von Leuten verschiedener ABC Gruppen Europas. Wir hoffen, dass ihr sie inspirierend und hilfreich finden werdet.

Sie beinhaltet Artikel und Informationen zu:

  • Was ist das Anarchist Black Cross und warum existiert es?
  • Wie sind ABC-Gruppen organisiert
  • Was tun ABC Gruppen
  • Ein Überblick über die “Internationalen Tage der Solidarität”
  • Wichtige Tipps für Spendenaktionen
  • Wie kann eine ABC Gruppe am Laufen gehalten werden
  • Aufeinander acht geben, während der ABC – Arbeit

Zum Download

Diese Broschüre ist Anna Campbell gewidmet. Anna wurde im März 2018 während ihres Kampfes an der Seite der Frauenverteidigungseinheiten beim Schutz von Afrin getötet. Anna war ein engangiertes Mitglied beim Bristol Anarchist Black Cross und nahm ihr Engangement für Solidairität und gemeinsame Hilfe mit ins Grab.

[No-G20] „DER KNAST WAR EINE HARTE ERFAHRUNG.“ Interview mit Fabio

Friday, December 8th, 2017

Quelle: unitedwestand-Blog 
Übersetzung aus dem Italienischen, Original.

Die Erzählungen von Fabio, der nach über vier Monaten Gefangenschaft endlich frei ist.

Das hellblaue Hemd ist zerknittert, weil man im Knast verständlicherweise nicht bügeln kann. Die bereits nachgewachsenen Haare sind notdürftig frisiert, um der Müdigkeit zum Trotz einen guten Eindruck zu hinterlassen. Darunter vielleicht auch vereinzelte weisse Haare. Eine solche Erfahrung zeichnet einen. Vielleicht ein paar Kilo weniger auf den Rippen, weil es im Knast nur ungesalzene Kartoffeln, Reis, Brot und halbwegs geniessbares Fleisch gab.
Aber etwas hat sich nicht geändert, in seinem Gesicht glänzt nämlich immer noch das selbe Grinsen wie eh und je. Ein Grinsen, das sagt: „Es ist schön, frei zu sein.“

Wie hast du diese Erfahrung überstanden?

Für mich als politischer Häftling war die Haftzeit einfacher als für einen gewöhnlichen Kriminellen. Denn ich erhielt viel Solidarität, auch weil sich meine Situation von der der anderen unterschied. Man hat mir geschrieben, viele versuchten meinen Eltern zu helfen, welche ebenfalls wunderbar waren. Ich wusste, dass in Feltre und Belluno Kundgebungen organisiert wurden, welche einerseits meine Freilassung forderten und anderseits Geld für die juristische Verteidigung organisierten.

Wieso wurdest du verhaftet?

Weil der G20 wegen den Protesten gescheitert ist, weil diese mehr mediale Aufmerksamkeit erhielten, weil unsere Anwesenheit die Regierung und den Bürgermeister gestört hat. Der Wirtschaftsminister wurde von den Protesten blockiert. Wir waren effizienter.

Wieso hast du dich entschlossen zu protestieren?

Es kam von Herzen, ich dachte, es sei gerecht auf die Strasse zu gehen um zu zeigen, dass nicht 20 Personen um einen Tisch sitzen und das Geschick der Welt lenken sollten, wir sind frei und wollen über unsere Leben selbst entscheiden. Die Ungleichheit auf der Welt steigt, die Klimaveränderung wird nicht von denen ausgebadet, die kommandieren, Migranten sterben im Mittelmeer, ohne dass es die Menschen kümmert. Es gab viele Gründe, die mich dazu bewegten, aus dem Haus zu gehen, Urlaub zu nehmen und hierher zu kommen.

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Haftenlassung aus Frankreich – Grußwort von Georg Huß

Tuesday, July 11th, 2017

Quelle: Gefangenengewerkschaft

Unser Freund und Genosse Georg Huss ist am 05.07.17 aus dem Knast Molouse in Frankreich entlassen worden. Er hat mehrere Hungerstreiks hinter sich und ist Mitbegründer der GG/BO R.A.U.S. (österreichisches Pendant der GG/BO). Wir freuen uns, dass er wieder auf freiem Fuß ist!

Georg Huss bezeichnet sich selbst als Hanfaktivist und saß von den letzten 15 Jahren ca. 8 Jahre im Knast. Die ersten 3,5 Jahre war er in Bayern inhaftiert wo er erstmals das Knastsystem kennen lernte und auch dort schon Widerstand – vorerst aber noch individuell und ohne eine größere Organisation, wie die GG/BO, die es damals noch gar nicht gab – leistete. 14 Monate vor seiner Entlassung kam er von einem Hafturlaub nicht zurück und war fünf Jahre in unterschiedlichsten Ländern auf der Flucht.

Das Video gibts beim obigen Link zu sehn.

ABC Fest: Veranstaltung ABC-Solidarity Cell Athen. Flyer Deutsch/Englisch

Saturday, April 15th, 2017

Veranstaltung von der Gruppe Anarchist Black Cross – Solidarity Cell aus Athen (Exarchia) + Live-Verbindung zu anarchistischen Gefährt_innen, eingesperrt, in den Knast von Koridallos (Athen) – findet statt am 22. April von 15- 17 Uhr @ EKH Medienwerkstatt

Als Anarchist_innen nehmen wir die Notwendigkeit des polymorphen anarchistischen Kampfes wahr, von dem aus der Staat und seine Handlanger_innen, mit allen möglichen Mitteln hier und jetzt angegriffen werden müssen.” (…aus dem Selbstverständnis der ABC Gruppe)

In dieser Veranstaltung werden die Gefährt_innen des ABC-Solidarity Cell über die Wichtigkeit der Solidarität mit anarchistischen Gefangenen sprechen, sowie die Bedeutung von solidarischen Unternehmungen. Es wird um die Verbindung von Kämpfen innerhalb und außerhalb der Mauern gehen und um die Dekonstruktion der Bedeutung von Anarchistischer Bewegung und weiters des Mythos rund um das Viertel von Exarchia. “(…) wir glauben nicht, dass die Aktionen unserer anarchistischen Gefähr_innen vorbei sind, nach der Gefangenschaft oder der Repression.” (…aus dem Selbstverständnis der ABC Gruppe)

Während der Veranstaltung werden drei anarchistische Gefangenen aus dem Knast von Koridallos (Athen) via Live-Verbindung anwesend sein…
– Nikos Romanos
– Panagiotis Argyrou CCF-Metropolitan Violence cell/FAI-IRF
– Olga Oikonomidou CCF-Urban Guerrilla cell/FAI-IRF

Sie werden über die folgenden Themen sprechen:

  • Die Bedingungen im Knast und die Situation von anarchistischen Gefangenen in Griechenland
  • Die Bedeutung von Solidaritätsversammlungen für anarchistische Gefangene und die Verbindung von Kämpfen innerhalb und außerhalb der Mauern
  • Die Entscheidung und die Bedeutung des bewaffneten Kampfes, die Übernahme der Verantwortung für den Zeitraum der Aktionen und insbesondere für die Teilnahme in einer bewaffneten Organisation und die Aussendung dieser Entscheidungen
  • Die Entscheidung zum Ausbruch aus dem Knast
  • Die Position von Frauen im bewaffneten Kampf

Es wird aber auch möglich sein Fragen an die Gefährt_innen im Knast zu richten bzw in beide Richtungen zu kommunizieren.

Einige Worte des anarchistische Gefangenen Panagiotis Argyrou für das ABC Festival:
Es gibt Zeiten in denen du eine bestimmte Art von Kraft in dir spürst. Dies kann jedes Mal aus verschiedenen Gründen passieren, aber zweifellos ist es immer ein sehr positives Gefühl. So eine Art von Kraft kann ein Gefangener fühlen wenn er/sie entdeckt, dass es andere Individuen gibt die einen Hauch, einen Kontakt, eine Kommunikation, ein Gespräch mit ihm/ihr teilen wollen. Es ist ein sehr starkes und einzigartiges Gefühl, ein Gefühl von großer Stärke, was dich erfüllt und das ist etwas Unbezahlbares. Das Gefühl nicht alleine zu sein, das es noch andere Gefährt_innen gibt die Momente mit einem teilen wollen oder Erfahrungen oder was auch immer. Es ist etwas so Wertvolles, dass nur Freiheit vergleichbar damit ist. Also lasst mich danke sagen für dies Möglichkeit, die ihr mir gebt, auch wenn es nur für sehr kurz ist. Ich wünsche mir, dass uns die Zukunft mehr Möglichkeiten bringt und wir eines Tages ein Live-Gespräch außerhalb der Mauern führen können. Eine feste warme Umarmung, Panagiotis Argyrou, member of CCF-FAI

Kontakt: ABC Solidarity Cell Website: abcsolidaritycell.espivblogs.net
E-Mail: abcsolidaritycell@riseup.net

Nikos Romanos State prison of Korydallos – Mens prison-ward A’, P.C. 18110, Korydallos, Athens
Panagiotis Argyrou State prison of Korydallos – Mens prison-ward A’, P.C. 18110, Korydallos, Athens
Olga Oikonomidou State prison of Korydallos – Womens prison, P.C. 18110, Korydallos, Athens

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Solidarity event of “Anarchist Black Cross – Solidarity Cell” with imprisoned comrades of Koridallos prison (Athens) @ ABC FESTIVAL VIENNA (20. – 23. April 2017)

“As anarchists, we perceive the need of a multiform anarchist struggle, posing the issue of attack against state and vassalage that is imposed, with every means possible, here and now.”(from the self presentation text of the ABC Group)

In this event the comrades from “ABC – Solidarity Cell” will talk about the importance of solidarity to anarchist prisoners the solidarity endeavors and the connection of struggles inside and outside the walls. Further it will contain a deconstruction of the meaning of anarchist movement and the myth of the district of Exarchia.

“(…) we do not consider that the action of our anarchist comrades is finished after imprisonment or repression.”(from the self presentation text of the ABC Group)

During the event there will be a presence of three anarchist prisoner, via Live-Connection, Koridallos prison:

– Nikos Romanos
– Panagiotis Argyrou CCF-Metropolitan Violence cell/FAI-IRF
– Olga Oikonomidou CCF-Urban Guerrilla cell/FAI-IRF

They will talk about the following topics:

– The conditions in prisons and the situation of anarchist prisoners in Greece
– The importance of solidarity assemblies for the anarchist prisoners and the connection of struggles inside and outside the walls
– The choice and the importance of armed struggle, the responsibility claim on period of action and particular of participation in armed organisation, the importance and consignment of those choices
– The choice of jailbreaking
– The position of woman in armed struggle

It will be also possible to raise questions to the comrades in prison, so the communication will be communication in both directions.

Some words from anarchist prisoner Panagiotis Argyrou dedicated to the ABC Festival:

There are times when you feel a certain kind of strength inside you. This may be happening for different reasons each time ,but undoubtly it is always a very positive feeling . Such a kind of strength may feel a prisoner when he/she discovers that there are other individuals wanting a touch, a contact, a communication , a conversation with him/her. It is a very strong feeling , a unique one, the feeling of a great strenght filling you all over and this is something priceless. This feeling that you are not alone , that there are other comrades wanting to share moments, experiences or whatever, with you , is something so valuable that only freedom itself can compare with. So let me thank you very much for the opportunity you offer me to have some contact even if it is for so little. I wish future bring us more oppurtunities so that one day we can have the chance to have a live talk outside the walls. A big warm hug, Panagiotis Argyrou, member of CCF-FAI

Contacts:
ABC Solidarity Cell Website: https://abcsolidaritycell.espivblogs.net
E-Mail: abcsolidaritycell@riseup.net

Nikos Romanos State prison of Korydallos – Mens prison-ward A’, P.C. 18110, Korydallos, Athens
Panagiotis Argyrou State prison of Korydallos – Mens prison-ward A’, P.C. 18110, Korydallos, Athens
Olga Oikonomidou State prison of Korydallos – Womens prison, P.C. 18110, Korydallos, Athens

[Mexiko] Interview mit der Anarchistin Sofi über Repression & Solidarität

Wednesday, January 25th, 2017

Quelle: Das Interview wurde von auf It’s going down auf Spanisch mit der anarchistischen Gefährtin Sofi aus Mexiko über die anarchistische Organisierung und Solidarität innerhalb und außerhalb mexikanischer Gefängnisse geführt. Die GefährtInnen von It’s going down haben inzwischen eine englischsprachige Transkription auf ihrer Seite publiziert, über die Contrainfo informiert wurde.

Erster Teil – Einleitung, Vorstellung, Situation von anarchistischen Gefangenen und Miguel Ángel Peralta Betanzos (Oaxaca)

Zweiter Teil – Fernando Bárcenas Castillo

Dritter Teil – Korruption, Ausbeutung und Vernachlässigung im Gefängnis

Vierter Teil – Abraham Cortés Ávila, ein weiterer libertärer Gefangene, im Knast seit Oktober 2013

Fünfter Teil – Die Arbeit des Cimarrón Kollektivs, ein Kollektiv von Gefangenen und eine Punkband im Nordgefängnis

Sechster Teil – Staatliche Amnestie für anarchistische Gefangene – eine Kontroverse

Siebter Teil – Unterstützung und Solidarität, Kommunikation mit Gefangenen

Anarchistisches Radio Wien zum Prison Strike (September 2016)

Thursday, November 24th, 2016

aradioAuf der Seite des Anarchistischen Radios Wien könnt ihr zwei spannende Sendungen aus Mitte September 2016 zum Prison Strike in den Vereinigten Staaten nachhören…

18/09/2016 – Prison Strike: Against Slavery and White Supremacy!

On September 9th 1971, prisoners took over and shut down Attica, New York State’s most notorious prison. On September 9th 2016, prisoners started an action to shut down prisons all across the United States. Prisoners from across the United States have released this call to action for a coordinated prisoner work stoppage against prison slavery:

“Slavery is alive and well in the prison system, but by the end of this year, it won’t be anymore. This is a call to end slavery in America. This call goes directly to the slaves themselves. We are not making demands or requests of our captors, we are calling ourselves to action. To every prisoner in every state and federal institution across this land, we call on you to stop being a slave, to let the crops rot in the plantation fields, to go on strike and cease reproducing the institutions of your confinement. This is a call for a nation-wide prisoner work stoppage to end prison slavery, starting on September 9th, 2016. They cannot run these facilities without us.”

25/09/2016 – Prison Rebellion in the U.S. (Prison Strike Part 2)

This is the 2nd part of our show from last week, a radio show about the prison strike in the so called united states. It includes many updates from the prisons, reports on direct actions, opinions about „prison abolition“, numbers about the prison industrial complex and music.

Since September 9th, about 50.000 prisoners and 50 prisons were affected by the prison strike. Many prisons were locked down and a huge number of prisoners were transfered to other prisons.

The modern slaveholder is called the state

[CZ/Antifenix] Lukáš Borl im Knast & Interview mit ABC Tschechien

Monday, September 12th, 2016

Quelle: A-Radio Berlin, antifenix-Blog & ABC CZ

antifenix2Am 4. September wurde Lukáš von der tschechischen Polizei verhaftet, er befand sich davor viele Monate auf der Flucht. Als Anarchist versuchte er der intensiven Bewachung durch die Cops durch das Leben im Untergrund zu entgehen. Am 5. September wurde über ihn Untersuchungshaft verhängt. Aus der Begründung der Staatsanwaltschaft: “Die Haft wird veranlasst wegen diverser Verbrechen, u.a. für die Förderung, Gründung und Unterstützung einer kriminellen Vereinigung, die sich gegen Menschenrechte und die Freiheit richtet, sowie Erpressung und Sachbeschädigungen…”.

Wir wissen noch nicht, wegen was genau Lukáš beschuldigt wird. Wir werden uns laufend um Updates kümmern. Wenn ihr ihn unterstützen wollt – schreibt Briefe oder organisiert Lärmdemos. Lukáš ist aktuell im Knast in Litoměřice, einer Stadt im Norden von Tschechien. Hier ist seine Adresse für Post:

Lukáš Borl 1.3.1982
Vazební věznice Litoměřice
Veitova 1
412 81 Litoměřice

Das 22minütige Interview mit ABC Tschechien kann hier nachgehört werden: A-Radio-Berlin

Interview dem Gefangenen Thomas Meyer-Falk aus der JVA Freiburg

Thursday, February 25th, 2016

(gefunden auf: www.radioflora.de)

Thomas ist seit 1996 weggesperrt und befindet sich seit 2013 in Sicherungsverwahrung. Schwerpunkt des Gespräches werden die sogenannten „Geborenen Verbrecher _innen„ sein.
Thomas schreibt dazu:
„In der Kriminalistik gibt es in den letzten Jahren den Trend, sich intensiv mit genetischen und neurologischen Phänomen zu beschäftigen, also die Wurzeln für abweichendes Verhalten in der Biologie zu suchen – ob in den Genen, oder aber im Gehirn. Dadurch werden auch gesellschaftliche Konfliktfelder individualisiert, denn wo das Individuum mit seinen Genen und Hirnstrukturen verantwortlich ist für abweichendes Verhalten, braucht man sich um politische und soziale Ursachen nicht weiter zu kümmern.“

AKP Radio: Die Linke denkt nicht freiheitlich, auch sie denkt an Strafe und Knast…

Wednesday, February 10th, 2016

(gefunden auf: linksunten.indymedia.org)

prison_cell_locking_door1Das entsprechende Audiofile könnt ihr hier finden:
http://akpradio.podspot.de/post/widerstand-im-knast-und-widerstand-nach-…

Zur Website des AKP (Autonomes Knast Projekt): http://autonomes-knastprojekt.blogspot.com/

B: Wir sitzen hier im Studio der Radiowerkstatt „FLOK“ . Unser Thema ist heute – Widerstand im Knast und die Zeit danach. Dazu habe ich zwei Antiknastaktivisten im Gespräch, live W. und später telefonisch zugeschaltet den G. Aus gegebenem Anlass möchten wir anfangs  auf ein konkretes Beispiel hinweisen, und zwar dem Leben und Wirken des Denis Pecic. W., Du hast einiges über ihn recheriert? (more…)

Frequenz A: Interview mit AnarchistInnen aus Schwarzenbek

Tuesday, December 15th, 2015

(gefunden auf: frequenza.noblogs.org)

Interview : mit Anarchist_innen aus Schwarzenbek (bei Hamburg) über Anarchie, Landleben, Antifa und mehr

FrequenzAEs soll ja Menschen geben die leben freiwillig auf dem Land. Aber wenn schon auf dem Land, dann soll es da auch so idyllisch sein wie auf dem Bild zur zweiten Anarchistischen Antifa-Demo in Schwarzenbek (bei Hamburg) am 12.12.2015. Für diese läuft schon seit einer ganzen Weile eine breite Mobilisierung – kein Wunder also, dass die Anarchist_innen in Schwarzenbek vor allem über ihre Antifa-Arbeit mit den Bürger_innen vor Ort ins Gespräch kommen. Über diese, über die anstehende anarchistische Antifa-Demo und über die Vorteile die das Landleben aus Ihrer Sicht hat haben wir mit einigen Menschen aus Schwarzenbek gesprochen.

Download, rechtsklick–>Speichern

In dem Interview erzählen sie von monatlichen Infotischen und wie diese Basisarbeit aufgenommen wird, aber auch von erster Repression und Ärger mit den Dorfbullen. Die Infotische können dabei relativ ungestört stattfinden – unter dem Vorwand gegen Plakate und Graffities vorgehen zu wollen haben die Bullen aber eine “Sicherheitszone”, ähnlich wie die aus Hamburg bekannten Gefahrengebiete ausgerufen. Anders als in Hamburg gibt es jedoch keine öffentliche Diskussion um diese Sonderrechtszonen.

Es gibt auf dem Land also auch Anarchist_innen und die sind entsprechend angekotzt von den erwähnten und anderen Feind_innen der Freiheit:

Seit der anarchistischen Antifa-Demo am 13. Dezember 2014 in Schwarzenbek, kam es kaum zur Ruhe in der Stadt. Die monatlich stattfindenden Infotische wurden mehrmals von Neonazis „besucht“, Anarchist*Innen wurden von den Cops schikaniert, ein rassistischer Mob betrieb Hetze und die Stadt, sowie die umliegenden Dörfer wurden mehrmals mit Plakaten und Graffiti verunstaltet.

Ein Jahr später, am 12. Dezember 2015, ist die Situation also immer noch mies und in Schwarzenbek ist es wieder an der Zeit “Für ein Leben in Liebe, Freiheit und Anarchie!” und gegen Nazi, Cops und die Mitte der Gesellschaft auf die Straße zu gehen.

Um das für alle möglichst gut zu gestalten gibt es Pennplatzbörse, Ermittlungsausschuss, Prisoner Support und sicher viel gute Musik. Die puren Fakten finden sich bei indymedia.

Frequenz A: Interview mit einem Anarchisten im Korydallos Gefängnis (Athen) [Englisch]

Friday, December 4th, 2015

(gefunden auf: frequenza.noblogs.org)

FrequenzAIm Oktober haben wir ein Interview mit einem anarchistischen Gefangenen geführt, der Teil des Netzwerkes kämpfender Gefangener (DAK) ist. Die Fragen waren unter anderem zu den Verhältnissen in Griechischen Gefängnissen, aktuellen Kämpfen von Gefangenen und die Situation der griechischen Knastgesellschaft.
Das Interview sollte ein “backup” für eine Veranstaltung im Rahmen der Antiautoritären Tage gegen Die Knastgesellschaft vom 08-11.10 in Hamburg sein – für den Fall, dass das Gespräch während der Veranstaltung nicht klappt. (Die Veranstaltung am 08.10 im Centro Sociale konnte jedoch glücklicher weise wie geplant stattfinden und so könnt ihr demnächst hier den Mitschnitt finden, der teilweise andere Themen behandelt, da die Fragen direkt von den Teilnehmer_innen der Veranstaltung kamen und von einem anderen Gefangenen beantwortet wurden.)

Das interview ist in englischer Sprache (- wir bemühen uns zeitnah eine gekürzte Version in deutsch zu veröffentlichen…)

Das Interview könnt ihr hier direkt hören:

oder hier downloaden als mp3 von archive.org (rechte Maus “speichern unter”) :

Download-Interview-Korydallos-English

Weiterführende Links:

Anarchistisches Radio Berlin: Sendung mit Anarchist Black Cross Warschau (Englisch)

Wednesday, December 2nd, 2015

(gefunden auf: aradio.blogsport.de)

As Anarchist Radio Berlin we had the opportunity of talking to two comrades from Anarchist Black Cross (ABC) in Warsaw. In this interview they talk about their work and the topic of repression in Poland.

This is the last part of our series on Eastern Europe for now. Nonetheless, it is quite probable that we continue this series in 2016. Watch out for other series coming soon!

This is Part 5 (on Anarchist Black Cross Warsaw).

Length: 20 min

You can download the audio at: archive.org (wav | mp3 | ogg).

Here you can listen to it directly:

Part 4 (on anarchists and the tenants struggles in Warsaw).

You can download the audio at: archive.org (mp3 | ogg).

Here you can listen to it directly:

Part 3 (on anarchism and the squats in Warsaw).

You can download the audio at: archive.org (mp3 | ogg).

Here you can listen to it directly:

Part 2 (on the squatted ROD garden in Warsaw).

You can download the audio at: archive.org (wav | mp3 | ogg).

Here you can listen to it directly:

Part 1 (on Poznan and the Rozbrat squat):

You can download the audio at: archive.org (wav | mp3 | ogg).

Here you can listen to it directly:

Randale 42. Jahrestag Polytechnio + Interview N. Romanos

Tuesday, November 24th, 2015

(gefunden auf: linksunten.indymedia.org)

PolytechnioAuszüge aus einem Interview mit Nikos Romanos, welches im Sommer 2015 auf mehreren englischsprachigen Blogs veröffentlicht wurde. Nikos Romanos war ein typischer Teenager, ein guter Schüler aus dem Bürgertum, Sohn eines bekannten Schriftstellers, bis er am 6. Dezember 2008 in ein traumatisches Ereignis verwickelt wurde. Sein bester Freund, Alexandros Grigoropoulos (15), fiel durch die Schüsse der Polizei in den Straßen von Athen. Ins Herz getroffen starb Alexis in seinen Armen. Dieses Ereignis führte zu den intensivsten städtischen Auseinandersetzungen des 21. Jahrhunderts in der westlichen Welt und Nikos war von Anfang an in der Frontlinie, wütend und respektiert von GenossInnen trotz seines jungen Alters.

Im Rhythmus der Gegenreaktionen der anarchistischen Bewegung in Griechenland, änderte sich für Nikos alles durch diese Erfahrung, sofort stürzte er sich in die Auseinandersetzungen, bis zu seiner Verhaftung am 2. Februar 2013, nach einem doppelten Raubüberfall in Kozani. Gefoltert, beschuldigt und verurteilt der Mitgliedschaft in der Verschwörung der Feuerzellen, was er bestreitet, während er für die Banküberfälle die Verantwortung übernimmt – und für ihre Notwendigkeit Anarchie zu verbreiten – in einer konfrontativen Haltung gegenüber der Justiz, ebenso wie seine Mitangeklagten Giannis Michailidis, Dimitris Politis, Andreas Dimitris Bourzoukos, Argyris Dalios und Fivos Charisis. Im Oktober 2014 wurden sie alle zu fünfzehn Jahren Haft verurteilt.

(…) (more…)

Interview mit ABC Belarus zur Freilassung von Gefangenen und den bevorstehenden Wahlen

Friday, September 11th, 2015

babcDas Anarchistische Radio Berlin führte ein Interview mit den Genoss_innen von ABC Belarus zur aktuellen Freilassung von Anarchist_Innen und den bevorstehenden Wahlen.

 Das Interview gibt es in 3 Sprachen zum nachhören:
* Englisch
* Deutsch
* Spanisch

und hier noch die Interviews in schriftlicher Form:

(more…)

[A-Radio in English] Interview: Week of solidarity with anarchist prisoners August 2015

Thursday, August 13th, 2015

(gefunden auf: aradio.blogsport.de)

In the following interview we ask about the „Week of solidarity with anarchist prisoners“ (August 23 to 30, 2015), who is promoting it and what it is about. For security reasons, this interview has been re-recorded using our own voices.

Length: 4:47 min

You can download the audio at: archive.org (wav | mp3 | ogg).

 

Here you can listen to it directly:

 

Alle ‘Bruchstellen’ online!

Wednesday, July 15th, 2015

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 Ab sofort sind unter der Rubrik ‘Bruchstellen’ alle bisherigen Ausgaben der Bruchstellen verfügbar…

Bruchstellen

Bruchstellen ist der monatliche Newsletter von Anarchist Black Cross Wien. Wir wollen damit den Infos, die uns jedes Monat überschwemmen, einen passenden Rahmen zur Veröffentlichung bieten. Darunter werden sich Neuigkeiten zur Repression gegen Anarchist_Innen und anarchistischer Gefangener rund um die Welt befinden. Wir wollen außerdem an den großen und kleineren Geschehnissen in Österreich dranbleiben. Das bedeutet, dass wir aktuelle Informationen zu Repression, Gefängnisneubauprojekten, Delinquenz und Widerständigkeit in den Gefängnissen (Akte der Rebellion, Ausbrüche, etc…) sammeln werden. Bruchstellen wollen eine monatliche Ergänzung von aktuellen Geschehnissen, andauernden (sozialen) Kämpfen und Terminen sein. Damit halten wir unsere Zeitschrift Kassiber, dessen erste Ausgabe im Dezember 2012 erschienen ist, für eine stärkere Fokussierung auf inhaltliche und zeitlose Diskussionen und Texte frei. Das bedeutet nicht, dass die ‘Bruchstellen’ frei von inhaltlichen Diskussionen sein werden. Der Fokus liegt jedoch auf der Verbreitung von Beiträgen zu aktuellen Geschehnissen, um das Bewusstsein für die regionalen als auch internationalen Kämpfe gegen die Gefängnisgesellschaft zu stärken und diese in unserem Umfeld und über unsere Kanäle greifbarer und relevanter zu machen. Die Entwicklungen eigenständiger Projekte und Perspektiven, die uns bitter nötig erscheinen, ist einer der zentralen Punkte, der mit dieser Veröffentlichung in Zusammenhang steht. Gerne lassen wir uns auch eure Beiträge schicken und bieten damit eine Veröffentlichungsmöglichkeit in Papierform an.

Gegen die Knastgesellschaft ankämpfen! Für die soziale Revolte!

 

Frequenz A – anarchistischer Podcast (Sendung Nr. 7)

Tuesday, April 7th, 2015

(gefunden auf: frequenza.noblogs.org)

Sendung 7 : Updates, blockupy, Interview zu Knast und Sicherungsverwahrung

FrequenzAWieder zur Monatsmitte präsentieren wir euch die siebte Ausgabe von Frequenz A. Heute haben wir ein sehr ausführliches Interview mit Lutz Balding. Lutz musste über 30 Jahre in Knast und Sicherungsverwahrung verbringen – aufgrund von Eigentumsdelikten. Während dieser Zeit war er stets rebellisch, später politisierte er sich durch den Austausch mit anderen Gefangenen und seiner entstehenden Besucher_innengruppe. Heute teilt er seine Erfahrungen mit uns und wir versuchen einen Bogen zu aktuellen Knastkämpfen zu schlagen.

Neben dem Interview gibt es kleine Neuigkeiten, unter anderem erste Gedanken zu #blockupy, eine Buchrezension und mehr. Der podcast läuft dieses mal ~76 Minuten.

A-Radio Berlin: Interview with Anarchist Black Cross Belarus on the repression, Ukraine and the refugees

Saturday, January 17th, 2015

(gefunden auf: aradio.blogsport.de)

aradioIn the context of the recent acute increase in repression in Belarus, the Anarchist Radio Berlin talked to Anarchist Black Cross Belarus about their work, the situation in the neighbouring country of Ukraine and the situation of refugees in Belarus. For security reasons we transcribed the original interview and re-recorded it ourselves.

Length: 10:53 min

You can download the audio at: archive.org (wav | mp3 | ogg).

Here you can listen to it directly:

„Schließlich waren es zu viele“ – Interview mit Jock Palfreeman

Friday, January 9th, 2015

(gefunden auf: abc-berlin.net)

Jock Palfreemanerschienen im Antifaschistische Infoblatt (AIB) 104 / 3.2014 vom 04.12.2014, übernommen von www.antifainfoblatt.de, weitere Infos auf der Webseite www.freejock.com

Der damals 21-jährige Australier Jock Palfreeman reiste 2007 nach Bulgarien, um dort Urlaub zu machen. Am 28. Dezember wurde er in Sofia Zeuge eines rassistischen Übergriffs. Eine Gruppe rechter Hooligans attackierten einen Roma. Er tat, was leider zu wenige tun: Er griff ein. Bei der anschließenden Auseinandersetzung wurde einer der Angreifer, Andrej Monov, Sohn eines ranghohen Regierungsmitarbeiters und früheren Polizeibeamten, durch einen Messerstich tödlich verletzt. Jock sitzt seitdem in einem bulgarischen Gefängnis, zeitweilig in Isolationshaft, verurteilt zu 20 Jahren wegen Mordes. Er kämpft gegenwärtig für eine Revision und für die Verlegung nach Australien.

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Interview mit Andreas Krebs nach seiner Entlassung

Sunday, November 30th, 2014

Weil es uns und Andreas ein großes Bedürfnis ist, allen Interessierten über die letzten Ereignisse im Knast und die ersten Eindrücke von der neu gewonnenen Freiheit von Andreas Krebs zu berichten, hier ein kleines Interview mit ihm. Andreas Krebs ist nach 16 Jahren Knast nun etwa 4 Wochen draußen. Das Interview wurde 2 Wochen nach seiner Entlassung geführt.

 

Wie waren deine letzten Wochen im Knast?

Die letzten Wochen waren ein Alptraum. Sie haben mich noch in Aschaffenburg unter Verschluss genommen und ich hatte kaum eine Möglichkeit meine Sorgen und Ängste bezüglich meiner Entlassung mit meinen Leuten im Knast zu besprechen. Es ging soweit, dass ich mir selbst eine Dröhung besorgen musste, um die Situation auszuhalten und abzuschalten, sodass auch die Suizidgedanken aufhören.

Ich stand in einem großen Widerspruch, ich konnte mich nicht freuen auf draußen, sondern ich hatte große Angst vor dem unbekannten. Du lebst die ganze Zeit in einem Loch.

Zum Glück konnte ich trotz der Absonderung in meinerm Haftraum bleiben, denn dort hatte ich in den letzten Wochen ein geschmuggeltes Handy auf Zelle, mit dem ich mich selbst zumindest etwas auf meine Entlassung vorbereiten konnte.

 

Ist nicht der Knast dazu verpflichtet einen Gefangenen auf die Entlassung vorzubereiten?

Sicher, ich habe sogar bei Gericht einen Beschluss erwirkt, der den Knast dazu aufforderte mich auf meine Entlassung vorzubereiten und neu zu entscheiden. Das Gericht schloss in ihrem Beschluss selbst die Gefahr der Flucht aus. Quellen verrieten mir, dass der Knast 2 mal eine Sitzung diesbezüglich veranstaltet haben. 2 Stunden vor meinem Besuch mit Freunden haben sie mir dann eröffnet, dass ich verlegt werde. Also nix mit Entlassungsvorbereitung. Sie haben vermutlich genau gewusst, dass ich bei einem Ausgang wohl nicht wieder kehren würde (lach).

 

Wie sieht denn so eine Entlassungsvorbereitung eigentlich aus?

Es kommt auf die Haftzeit an. Es würde viele Sachen geben von Tragen dürfen der eigenen Kleidung, freies Telefonieren dürfen, bis hin zu begleiteten Freigang. Der Knast soll dich auf das Leben draußen vorbereiten, da spielt natürlich die Haftzeit eine Rolle und auch die Isolation. Null haben sie gemacht, ich konnte mich weder um neue Kleidung noch eine Wohnung kümmern. Sie zwingen dich das alles illegal zu machen und das haben ich dann auch gemacht. Ich bin dadurch ein Risiko eingegangen noch mehr Strafe zu bekommen, aber das war mir egal. Es ist so wichtig sich auszutauschen.

 

Du hast dich mit dem Handy also selbst auf deine Entlassung vorbereitet?

(lach) Ja, das Handy hatte ich, wohl wissend, dass ich die Beamten und Anstaltsleiter alle samt verarsche. So wie sie es mit mir und allen anderen Gefangenen machen. Ich habe dann viel mit meinen Leuten draußen telefoniert. Interviews gegeben, es gab auch eine Veranstaltung, wo ich dann aus dem Knast über die Soliwerkstatt und den Knast mit berichtet habe.

Ich habe sogar meine Schreibmaschinenbänder mit dem Handy von drinnen selbst bestellt.

 

Hast du das Handy mit raus genommen?

Ach nein, das wurde dem zuständigen Beamten wieder gegeben (lach)…

 

Du bist dann aus Bayern 2 Wochen vor deiner Entlassung nach Hamburg verlegt worden, wie war das für dich?

Allein außerhalb Bayerns waren die Eindrücke in den anderen Anstalten auf mich die reinste Reizüberflutung, da ja bekanntlich in bayrischen Haftanstalten ein anderes Lüftchen weht.

Dort gab es ganz andere Möglichkeiten, wie etwa Telefonieren, Privatkleidung, Essen und und und.

Jeder Haftraum war mit TV, Kühlschrank, Wasserkocher und so weiter ausgestattet.

In Hamburg angekommen hatte ich plötzlich den ganzen Tag Aufschluss und konnte mich viel freier bewegen, als ich es die ganzen Jahre zuvor gewohnt war. Jedoch war ich wirklich sprachlos über das Verhalten der meisten Mitgefangenen. So gestaltete sich der ein oder anderen Gefangene seine Freizeit gemeinsam mit Stationsbeamten: Sie spielten Tischtennis, oder sah ich auch des öfteren, wie sich Beamte zu Gefangenen auf ein Schwätzchen und eine Zigarette in die Zelle setzen. Mir fiel es schwer Freund und Feind zu unterscheiden. Die Hamburger können sich freuen, dass ich quasi nur zu Besuch war, sonst hätte ich den Laden auch noch aufgemischt.

Besonders hatte mich jedoch die erste Nacht beeindruckt und sehr mitgenommen:

So gab es dicke Matratzen, dicke und sehr weiche Kopfkissen und Decken. Als ich im Bett lag, kamen mir bei diesen weichen Gefühl die Tränen. Auch in Gedanken an die anderen in Bayern sitzenden Inhaftierten und Freunde.

Jetzt zwei Wochen nach meiner Haftentlassung geht es mir kaum anders und jedes mal wenn ich ins Bett gehe habe ich dieses Gefühl.

 

Wie war der Tag der Entlassung, was waren die ersten Eindrücke von draußen?

Am Tag meiner Entlassung konnte ich es immer noch nicht glauben, raus zu kommen.

Als ich vor dem Tor stand atmete ich durch und wurde da schon von zwei lieben Menschen Empfangen das für mich unglaublich Emotional war und ich hätte heulen können.

Ein absolut Geiles Gefühl, das ich kaum richtig beschreiben kann.

Jedoch ist zu erwähnen, dass mein Perso, der in der JVA Amberg von Amtswegen neu angefertigt wurde, nicht auffindbar war. Man hat mich also ohne Ausweispapiere aus der Haft entlassen.

Lediglich der Entlassungsschein wurde mir ausgehändigt mit dem Vermerk diesen 6 Wochen aufzuheben, da ich erst in dieser Zeit aus dem Polizeicomputer mit dem Vermerk Haft ausgetragen werde.

Eigentlich war ich der Annahme das mich die Bullen verfolgen und observieren, wegen meiner Kontakte und den jahrelangen Kampf gegen das Schweinesystem (schön dieses Schweinepack nicht angetroffen zu haben :-). So wurden Besuche in der JVA ganz genau kontrolliert und meine Post separat von jemanden aus der Sicherungstruppe zensiert.

Vieles an Post, ob ein- oder ausgehende, wurde als sogenannte Beweismittel zur Gefangenenhabe genommen. Erst bei der Entlassung wurde mir das wirkliche Ausmaß an beschlagnahmten Sachen bewußt, da ich vieles erst dann ausgehändigt bekam. Jedoch sind auch viele Postsendungen spurlos verschwunden.

 

Was hast du dann als erstes gemacht?

Wir sind in die Stadt rein, haben was gegessen. Aber allein die Menükarte überforderte mich. 6 kleine Seiten mit einer Auswahl an Essen, waren schon zu viel. Ich wusste überhaupt nicht was ich bestellen sollte, keine Ahnung…… Dann mussten wir Kleidung kaufen, Schuhe kaufen, ich hatte ja gar nichts, nur das was ich anhatte, aber ich war in dem Kaufhaus so überfordert ich wollte schnell wieder raus, die Leute, ich habe die Schuhe nicht mal anprobiert.

Meine Augen haben richtig gebrannt, die Autos waren so schnell. Im Knast steht das Leben eben still.

 

Hast du es dir so vorgestellt?

Ich konnte mir nach so vielen Jahren eingesperrt sein, draußen nicht vorstellen, auch wenn Freunde am Telefon versucht haben es mir zu erklären.

Nach jedem Ausflug brauche ich eine längere Erholungsphase und muss dann die ganzen Eindrücke verarbeiten, auch jetzt noch.

Die ganze Auswahl in den Kaufhäusern, Supermärkten und so weiter überfordern mich noch immer, 17 Tage nach der Entlassung.

 

Was fällt dir besonders schwer?

Ich kann nur selten allein auf die Straße, Menschenansammlungen und so weiter gehen mir immer noch sehr nahe. Oft habe ich Sprachaussetzer, bin plötzlich völlig abwesend und hin und wieder aggressiv und launisch. Das alles, bedingt durch die Einzelhaft und ständigen Repressalien haben durchaus ihre Schäden hinterlassen. In den ersten Tage bin ich abgestürzt und wollte den Frust raus lassen, zum Glück ist nichts passiert, aber die Aggressionen sind da und es ist ein enormer Druck.

Auch die Alpträume sind geblieben und ich komme auf ganze vier Stunden Schlaf am Tag.

Das einzige was mich doch etwas zur Ruhe kommen lässt, ist mein abendlicher Joint vorm zu Bett gehen. Ja ihr abgefuckten Anstaltsleiter, ich lebe !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ich muss vieles neu lernen, auch mit Menschen umzugehen und so weiter. Ich bin sehr froh, Freunde und Leute um mich zu haben, die mir mit absolutem Verständnis begegnen und mir die Zeit geben mich etwas zu erholen. Solche Freunde, die für mich etwas wie Familie geworden sind, ist das Wertvollste was man sich wünschen kann.

 

Wie ist deine Situation jetzt? Du hast dir im Knast nichts gefallen lassen, kannst du schon abschätzen an welchen stellen du draußen anecken wirst?

Da ich mich also nicht unter Führungsaufsicht durch den Staat stellen lasse (egal mit welchen Konsequenzen man mir droht), habe ich mich vom ersten Tag an entschlossen in die Illegalität zu gehen und von dort meinen Kampf gegen dieses System weiter zu führen.

Ich fühle mich trotz der Vorsicht sehr wohl und möchte behaupten, jetzt bin ich frei !!!!!!!!

Meine Gedanken sind bei meinen Leuten drinnen. Ich stehe in Kontakt mit ihnen und arbeite daran, dass unser Austausch weiterhin bestehen bleibt.

Niemals lasse ich mich überwachen oder in irgend einer Form durch dieses Schweinesystem kontrollieren. Und der Staat kann sich sicher sein, ich mache es ihnen nicht einfach.

[GRIECHENLAND / ITALIEN] INTERVIEW VZF / ALFREDO COSPITO

Thursday, October 16th, 2014

(gefunden auf: linksunten.indymedia.org)

Übersetzung von Marco Camenisch,  2014

Bevor ich eure Fragen beantworte, möchte ich unterstreichen, dass das, was ich sagen werde, meine Wahrheit ist. Einer unter vielen individuellen Gesichtspunkten, Sensibilitäten und Nuancen in jenem Sammelbecken des Denkens und der Aktion, das unter dem Namen FAI/FRI3 läuft. Informelle Föderation, die, unter Ablehnung jeglicher hegemonialen Versuchung, ein Instrument, eine Methode einer der Komponenten des Anarchismus der Aktion darstellt. Anarchismus der Aktion, der nur wenn er sich informell macht, sich also nicht in organisatorische Strukturen zwingt (spezifische, formelle, der Synthese), wenn er nicht auf einer aufdringlichen Suche nach Konsens ist (folglich die Politik ablehnt), sich mit einem breiteren chaotischen Universum Namens „schwarze Internationale“ identifizieren kann.

Um uns besser zu verstehen: die FAI/FRI ist eine Methodologie der Aktion, die nur von einem Teil der Schwestern und Brüder der schwarzen Internationale praktiziert wird, sie ist keine Organisation aber keineswegs nur eine einfache kollektive Unterschrift, sondern ein Instrument, das zur Wirksamkeit neigt, mit dem Ziel, die Zellen und einzelnen GenossInnen der Aktion durch einen Dreipunktepakt der gegenseitigen Hilfe – revolutionäre Solidarität, revolutionäre Kampagnen, Kommunikation zwischen den Gruppen und Einzelnen – zu stärken.

«REVOLUTIONÄRE SOLIDARITÄT: Jede Aktionsgruppe der FAI verpflichtet sich, eventuell verhafteten oder flüchtigen GenossInnen ihre revolutionäre Solidarität zu geben. Die Solidarität wird sich vor allem in der bewaffneten Aktion, im Angriff auf Strukturen und Menschen, die für die Gefangenschaft der GenossInnen verantwortlich sind, konkretisieren. Die Möglichkeit einer fehlenden Solidarität existiert nicht, weil damit die Prinzipien vernachlässigt würden, worauf das anarchistische Leben und Fühlen beruht. Unter Hilfe in der Repression begreift man selbstverständlich nicht die der technisch/legalen Art: die bürgerliche Gesellschaft bietet genug Anwälte, Sozialhelfer oder Seelsorger an, damit sich die Revolutionäre um anderes kümmern können.

REVOLUTIONÄRE KAMPAGNEN: Sobald eine Gruppe oder Einzelperson durch die Aktion und die folgende Erklärung eine Kampfkampagne angestossen hat, werden die anderen Gruppen und Einzelnen der FAI in ihren eigenen Zeiträumen und Modalitäten diese Kampfkampagne weiterführen. Alle Einzelnen/Gruppen können eine Kampfkampagne gegen bestimmte Ziele einfach dadurch lancieren, indem sie das Projekt durch eine oder mehrere Aktionen „fördern“, die sie als einzelne Aktionsgruppe unterzeichnen und ihrer Signatur die Berufung auf die Föderation hinzufügen. Wenn eine Kampagne nicht geteilt wird, wird sich, falls notwendig erachtet, die Kritik durch die Aktionen/Erklärungen äussern, die dazu beitragen, das Ziel der Kampagne genauer zu erfassen oder sie in Frage zu stellen.

DIE KOMMUNIKATION ZWISCHEN DEN GRUPPEN/EINZELNEN: Die Aktionsgruppen der Informellen Anarchistischen Föderation müssen einander nicht kennen und das ist auch nicht notwendig, denn man würde sich so der Gefahr aussetzen, von der Repression einfacher getroffen zu werden und auch LeaderInnenrollen der Einzelnen und eine Bürokratisierung zu entwickeln. Die Kommunikation zwischen Gruppen/Einzelnen spielt sich im Wesentlichen über die Aktionen selbst und die Infokanäle der Bewegung ab, was ein gegenseitiges Kennen überflüssig macht.»4

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