Posts Tagged ‘Anarchismus’

Bruchstellen #72 online!

Montag, Juni 28th, 2021

Die neueste Ausgaben der Bruchstellen ist online und gedruckt! Wir verschicken sie gerne gratis an InfolĂ€den und Gefangene! Oder runterladen und selberdrucken! 🙂

Nr. 72 Juli 2021
  Inhalt:
* June11: Solidarische GrĂŒĂŸe aus Wien an anarchistische Langzeitgefangene
* International Day of Solidarity with Marius Mason & All Long-Term Anarchist Prisoners
* UnterstĂŒtzt das Lesvos Mutual Aid and Solidarity Network
* [Deutschland] Zum Todestag von Ferhat Mayouf: Laut, wĂŒtend und offensiv gegen KnĂ€ste! FĂŒr die Freiheit, fĂŒr das Leben!
* [Deutschland] Thomas Meyer-Falk: Zum Fall von Martin E. und Nicole G. – aus Gefangenensicht!
* [Österreich] Alle Feminist:innen sind RĂ€uber:innen – Urteil: Doch kein Raub!
* Es ist soweit, das neue Wiki zu digitaler Sicherheit ist endlich da.
* [Deutschland] Dannenröder Wald: Ella zu 27 Monaten Haft veruteilt & Brief von Ella
[Deutschland] RAZ, RL, Radikal – Prozessberichte & Kritik an der  (fehlenden) SolidaritĂ€t
* [Deutschland] Gerichtsverfahren zur RĂ€umung der Liebig 34 & Communique zum Angriff auf das Amtsgericht LĂŒbeck
* [Griechenland] Vier der Moria 6 zu 10 Jahren Haft verurteilt!
* Die Rigaer lebt – eine Nachricht an unsere Freund*innen und GefĂ€hrt*innen
* [Italien] VorrĂŒbergehende Verlegung der anarchistischen GefĂ€hrtin Natascia Savio
* Der anarchistische Gefangene John Paul Wootton

[Österreich] Delogierungen stoppen! / Demo in Salzburg & Effi29-Soli

Donnerstag, Juni 3rd, 2021

quelle: emrawi.org

Wie wohl auch anderswo hat die Zahl der RÀumungsverfahren in der Stadt Salzburg in letzter Zeit zugenommen. Wir wollen dieser menschenverachtenden Praxis entgegentreten. Die Demo trat klar antikapitalistisch auf. Wir machten auch klar, dass wir vom Staat keine wirklichen Lösungen erwarten, weil wir ihn als Teil des Problems sehen. Es gab Reden zur aktuellen Wohnungspolitik in Salzburg, zur Eigentumsfrage und zu direkten Aktionen gegen Delogierungen.

Nach der Demo wurden noch Soli-Fotos fĂŒr die angeklagten Besetzer:innen der Effi29 in Bern (anarchistisch.ch/Veranstaltungen/prozess-effi29) sowie fĂŒr die Zapatistas auf dem Weg nach Europa (zapalotta.org) aufgenommen.

Am 11. Juni zeigen wir ĂŒbrigens einen Film zum Thema Widerstand gegen Delogierungen. Kommt vorbei: 21:00 bei der Eisstockbahn im Lehener Park, Salzburg.

(mehr …)

Archiv von abolishing the borders from below

Samstag, Mai 15th, 2021

Quelle: Soligruppe fĂŒr Gefangene

Von 2001 bis 2010 wurde in Berlin eine anarchistische Publikation veröffentlicht, die den Schwerpunkt hatte ĂŒber anarchistische und andere radikale-revolutionĂ€re KĂ€mpfe und Gruppen aus Ost-Europa zu berichten. Die ABB erschien auf Englisch, damit die Sprachbarriere in Ost-Europa aufgehoben werden konnte, aber auch damit sie ĂŒberall gelesen werden konnte.

Einige von uns haben damals diese Publikation selbst gelesen und verteilt. Wir empfanden, fernab der theoretischen Differenzen, dass so ein Projekt doch endlich mehr Anarchist*innen zwischen Ost- und Westeuropa verbinden könnte, als enorm wichtig und als eine unglaubliche Bereicherung. Denn obwohl wir hier in Berlin nur einen Steinwurf vor der Grenze zu Polen stehen, sind die Verbindungen zwischen den anarchistischen Bewegungen in Polen und in Berlin sehr marginal und nicht der Rede wert, was aber auch ein enormes Problem aufweist. Die ABB versuchte diese LĂŒcke zwischen West- und Osteuropa zu fĂŒllen, wenn auch nur im Gedanken und im Wissen was ĂŒberhaupt in Osteuropa passierte, welche KĂ€mpfe gefĂŒhrt worden, wo und wieso RevolutionĂ€re im Knast saßen, usw.

(mehr …)

Bruchstellen #65 Dezember 2020 online!

Montag, Dezember 21st, 2020
Nr. 65 Dezember 2020
  Inhalt:
*[Österreich] Wieder mal: Repression gegen Anarchist_innen
*[Spanien] Update zu Gabriel Pombo da Silva
*[Österreich] Solidarity from Vienna with the Struggle in Belarus, Danni bleibt & NoG20
*[USA] Jeremy Hammond wurde aus dem Knast entlassen!
*[Österreich] (Wien) Aktion in SolidaritĂ€t mit den Anarchist_innen und Gefangenen
*[Österreich] Solidarity with antifascist and anarchist prisoners in Belarus!
*[Italien] Urteile im Scripta Manent Berufungsprozess
*Thomas Meyer-Falk: Neuigkeiten zur Geiselnahme in der JVA MĂŒnster & SolidaritĂ€t mit Lina
*[Deutschland] G20: Grußwort von Fabio zum Tag X
*[USA] Update: Eric King in QuarantĂ€ne mit COVID & Aufhebung der Postsperre fĂŒr eine kurze Zeit
*[Italien] Brief von Fra aus den Knast in Latina
*[Österreich] Erfahrungsberichte der in Salzburg festgenommenen Anarchist:innen
*[Chile] Die anarchistische Gefangene Mónica Caballero beginnt den Hungerstreik im GefÀngnis von San Miguel
*FANTASMA, 4. Ausgabe, 11.2020 Klandestine, anarchistische Zeitung
*[Belarus] Nikolai Dedok: „Sie drohten mit Vergewaltigung, und sagten, sie wĂŒrden mich zur Gestapo oder in den Wald bringen“
*Brief des Gefangenen Kalito aus der JVA Tegel

[Deutschland] Gedanken aus dem Knast nach RĂ€umung im Danni

Mittwoch, Dezember 16th, 2020

Quelle: indymedia

Jede ökologische Krise ist auch eine soziale Krise. Der Kampf um den Danni war auch ein Kampf gegen Kapitalismus, Staat und Patriarchat. Lasst uns die KnĂ€ste niederbrennen und weiter kĂ€mpfen fĂŒr unsere Freiheit,  und fĂŒr den Aufbau einer nachhaltigen und solidarischen Welt. Noone is free until all are free.

Der Staat soll fallen, nicht die BĂ€ume.

Ich wurde vor wenigen Tagen aus dem Knast entlassen. Meine GefĂŒhle sind widersprĂŒchlich. Ich fĂŒhle mich einerseits machtlos, frustriert, mĂŒde und verzweifelt aber auch. Sie wollen uns brechen, wollen unseren Widerstand ersticken und erreichen, dass wir uns unserem Schicksal der UnterdrĂŒckten beugen. Doch sie wissen nicht, dass mit jeder Verhaftung, mit jeder Gewalt die sie ausĂŒben auch unser Hass und unsere Wut steigt. Und dass wir uns gegenseitig stĂ€rken und wiederaufbauen, durch jedes Zeichen der SolidaritĂ€t.

(mehr …)

Wird Belarus frei sein?

Montag, August 31st, 2020

Quelle: schwarzer Pfeil

Deutsche Übersetzung eines Artikels von Integration Nightmare, verfasst von Nikita Ivansky


Seit nun drei Wochen finden auf den Straßen von Belarus Proteste gegen den Diktator Lukaschenko statt. Er ist der erste und einzige gewĂ€hlte PrĂ€sident der Republik Belarus, der das Land seit 26 Jahren regiert. Im Internet gibt es eine Menge Meinungen ĂŒber ihn. Einige glauben, dass er ein Leuchtfeuer der Hoffnung fĂŒr den Kampf gegen den westlichen Imperialismus ist, wĂ€hrend andere wissen, dass er ein verdammter Psycho ist, der bereit ist zu töten, um an der Macht zu bleiben. Dieser Text geht auf einige Argumente ein, die in anarchistischen und linken Kreisen auf der ganzen Welt online gefĂŒhrt werden. Und am Ende werde ich versuchen zu antworten, wird Belarus frei sein, wenn Lukaschenko stirbt? (mehr …)

Bruchstellen #61 & #62 online

Freitag, August 28th, 2020

Nr. 62 September 2020
  Inhalt:
*[Italien] O-Töne aus dem Knast von Andreas
*[Deutschland] Update: Sie reden von Suizid, aber es war Mord – weiterer Toter durch den Knast Moabit
*ramasuri – magazin fĂŒr die revolte #2 erschienen
*[Deutschland] Thomas Meyer-Falk: Internationale Woche der SolidaritĂ€t fĂŒr anarchistische Gefangene & Medizinische Versorgung hinter Gittern
*Brief unseres GefĂ€hrten Francisco Solar fĂŒr die Internationalen Woche der SolidaritĂ€t mit anarchistischen Gefangenen
*[Österreich] Solidarity from Vienna to the protests in Belarus
*[Belarus] Anarchist:innen im Aufstand gegen die Diktatur
*HĂ€nde an das Schießpulver – von Gustavo Rodriguez
*[Wien] Skandalöses Verfahren gegen Antifaschist_innen – 14 FreisprĂŒche
*In Gedenken an den vor kurzem verstorbenen Anarchisten Stuart

 

 


Nr. 61 August 2020
  Inhalt:
*[Österreich] Wien: Spendenaufruf – SolidaritĂ€t in Favoriten!
*[Österreich] Free Sugar – Update
*[Deutschland] Elbchaussee-Prozess: LoĂŻc wurde zu 3 Jahren verurteilt, er bleibt vorerst frei
*[Chile] Angesichts der jĂŒngsten Verhaftung der Genossinnen Monica Caballero und Francisco Solar
*[Chile] Brief von Mónica Caballero aus dem San-Miguel-GefÀngnis in Santiago. Chile
*[Deutschland] Thomas Meyer-Falk: „Sommer 2020: Knastsozialarbeiter geht – Corona kommt!“
*Tag X – Gemeinschaftlicher Widerstand
*[Frankreich] Operation Bialystok: 2 Briefe von Roberto Cropo aus dem GefÀngnis Fresnes
*[Italien] Der Berufungsprozess gegen „Scripta Manent“ hat begonnen
*[Italien] Operation Bialystok – Ein Text von Nico
*[Italien] Tod dem Staat – Tod dem Patriarchat (Operation Bialystok)
*[Italien] Boba wurde zu vier Jahren verurteilt
*[Italien] Peppe (Giuseppe Sciacca) ist frei
*[Italien/Frankreich] Operation Scintilla – Carla wurde in Frankreich festgenommen
*[Italien] Manu (Manuel Oxoli) ist frei!
*[Italien] Davide Delogu im Knast unter besonderer Überwachung
*[Deutschland] Sie reden von Suizid, aber es war Mord – weiterer Toter durch den Knast Moabit
*Lucio Urtubia: Ein anarchistisches Leben

[Chile] Über Orwell und der Fall von Mónica und Francisco

Mittwoch, August 12th, 2020

Quelle: panopticon

Dass jede Metropole alle Kriterien eines Panoptikum erfĂŒllt, nun, dass wĂ€re ja wirklich nichts neues. Es ist nur noch eine Frage welche Stadt eine höhere Dichte an Überwachungstechnologie zur VerfĂŒgung hat und wie intensiv diese auch genutzt wird.

Daher ist es naheliegend dass OrwellÂŽs Vorstellungen von einer komplett ĂŒberwachten Gesellschaft richtig lagen, aber nicht in der Dimension wie er es sich vorgestellt hat, genauso wie die Grundlage dafĂŒr. Vor allem es benötigt nicht die Diktatur, die fĂŒr ihn eine wichtige Grundlage dieser kompletten Überwachung wĂ€re, um diese zu bewerkstelligen. Die komplette Überwachung ist daher nicht ein Ausdruck eines spezifischen Systems des Kapitalismus, sondern es ist inhĂ€rent zu seiner politischen Verwaltung und Artikulation, nĂ€mlich den Staat. Es ist also eine falsche Dichotomie, wenn wir denken, dass die komplette Überwachung nur das Resultat eines „autoritĂ€reren“ Systems wĂ€re. So eine Denkweise speist sich nur aus dem Wunsch und der Ideologie dass der Staat in besseren HĂ€nden eine menschenfreundliche Maske tragen könnte. Dies sehen wir auch gerade mitten in der Debatte um den Coronavirus, wo linke Gruppen, aber auch Anarchist*innen, das Rascheln der SĂ€bel der Repression, der EinfĂŒhrung von Ausgangssperre, von QuarantĂ€ne, usw., als eine faschistoide Entwicklung sehen und nicht verstehen wollen, dass der Staat, egal welcher – ob demokratisch oder anderweitige Versionen -, solche Mechanismen und Gewalten (als Monopol) in sich immer trĂ€gt um sein Überleben zu garantieren. Die politische Verwaltung und die Organisation des Staates bleibt immer dieselbe, nur die Kriterien und die Ideologien der politischen KrĂ€fte die an der Macht sind, Ă€ndern sich, dies wĂ€re keine falsche Dichotomie mehr.Sprich, der Staat hat historisch alle Mittel benutzt die ihm zur VerfĂŒgung standen um einen reibungslosen Ablauf seiner GeschĂ€fte zu garantieren. Der Staat-Nation ist daher die logische Folge, sowie die Klassengesellschaft, des Kapitalismus und nicht andersrum.

Dies immer wieder zu sagen betrachten wir als wichtig, weil wir werden nicht mĂŒde darĂŒber immer wieder die Grundlage des Staates und des Kapitalismus verstehen zu wollen um diesen real zerstören zu können. Es gibt viel zu viele törichte historische Beispiele die uns zeigen welche Wege eingeschlagen werden, wenn dies nicht vom Anfang an klar ist.

Nun zu dem Fall von MĂłnica und Francisco

Am 24. Juli wurden MĂłnica Caballero und Francisco Solar in Chile verhaftet. Wir haben uns intensiv mit deren HaftprĂŒfungstermin, der live im Fernsehen ausgestrahlt wurde, auseinandergesetzt. Diese HaftprĂŒfung ist in keiner Weise vergleichbar mit denen, was wir aus Deutschland oder anderen EU- Staaten kennen. Wenn wir daran denken, dass so eine HaftprĂŒfung hier 10 Minuten ungefĂ€hr dauert, um einfach nur zu klĂ€ren, ob eine beschuldigte Person in Untersuchungshaft kommt, weil z.B. Fluchtgefahr oder Verdunklungsgefahr besteht, ist das in Chile anscheinend anders. Uns ist nicht klar, ob es immer eine Live Übertragung im Fernsehen gibt, oder ob es an den Corona Maßnahmen liegt.

Kurz wollen wir euch noch sagen, wer MĂłnica und Francisco sind. Monica und Francisco sind zwei AnarchistInnen und beide wurden 2010 in Chile schon mal verhaftet, weil sie angeblich mehrere SprengstoffanschlĂ€ge begangen haben sollen. Bekannt wurde der Fall als „Caso Bombas“ (Bomben-Fall), bei dem etwa ein Dutzend von Personen beschuldigt wurden. Beide wurden nach acht Monaten Untersuchungshaft freigelassen und das Verfahren wurde eingestellt. 2013 wurden beide in Barcelona festgenommen und zu 12 Jahren Haft verurteilt, was spĂ€ter auf 4 Jahren und 6 Monaten Haft reduziert wurde, weil sie in Zaragoza angeblich einen Sprengsatz im Dom „El Pilar“ deponierten, der auch explodierte. Nach 3 Jahren und 6 Monaten wurden sie nach Chile abgeschoben, zusĂ€tzlich erhielten sie ein Einreiseverbot nach Spanien fĂŒr die nĂ€chsten acht Jahre.

Um euch einen Einblick geben zu können, probieren wir euch zu beschreiben was bei dieser HaftprĂŒfung alles passiert ist.

Wie schon kurz erwĂ€hnt wurden MĂłnica und Francisco am 24. Juli verhaftet und am 26. Juli begann der HaftprĂŒfungstermin, der gute 4 Stunden dauerte. Anwesende Personen bzw. VertreterInnen von diversen Institutionen, von denen einigen auch als NebenklĂ€ger vertreten waren: die Richterin, die Staatsanwaltschaft, das Innenministerium, die chilenische Post, das Rathaus von Santiago de Chile und die AnwĂ€ltInnen von beiden Beschuldigten.

Die Richterin begann mit der Frage, ob die Verhaftung mit oder ohne Gewalt von statten ging. Beide sagten, dass sie auf den Boden gebracht wurden und keine Gewalt angewendet wurde, beiden wurde der Grund fĂŒr Verhaftung mitgeteilt und ein Haftbefehl wurde ausgehĂ€ndigt. Die Wohnungen wurden sofort durchsucht. Dies ist der einzige Moment bei dem beide, also MĂłnica und Francisco, zu Word kommen werden.

Die Staatsanwaltschaft erlÀuterte bis ins Detail was den beiden vorgeworfen wird.

Am 25. Juli 2019 kam eine Briefbombe in der Polizeiwache von Huechuraba, die durch eine Postbotin abgeben wurde, an. Diese explodierte in einem BĂŒro eines Beamten, dadurch wurden zwei Personen schwerverletzt, eine etwas weniger und fĂŒnf Personen wurden leicht verletzt. Was fĂŒr uns in diesem Moment ĂŒberraschend war, dass alle Polizisten, mit Namen und Bildern gezeigt wurden die von dem Anschlag betroffen waren. Nun fing die Staatsanwaltschaft an, Videoaufnahmen von verschiedenen Perspektiven vom Tag zuvor zu zeigen, die den Beschuldigten angeblich zeigt, wie er bei der Post zwei Pakete abgibt. Die Kleidung wird beschrieben, ein Bewegungsprofil wird angefertigt, wo eine Menge an Taxis benutzt worden sei, alle Nummernschilder, Namen, welche Strecken gefahren wurden und die dazugehörigen Preise wurden ausgewertet, hinzu kommt dass alle TaxifahrerInnen als ZeugInnen vernommen wurden.

Da auf dem explodierten Paket, der Aufkleben nicht zerstört wurde, konnte schnell nachvollzogen werden, wo und wann das Paket abgeben wurde. Der Name des Absenders der Pakete soll ein Polizist gewesen sein. Deswegen ist ein Anklagepunkt, die Zweckentfremdung von Namen. Es wurde ein Handschriftenvergleich gemacht und dabei soll es positiver Treffer mit Francisco seiner Handschrift gegeben haben.

Auf einem Video soll man sehen, wie er in ein Taxi steigt und damit in die Stadt fĂ€hrt. Der Fahrer konnte gefunden werden und den Angeklagten beschrieben haben. Da der Taxifahrer immer mit Google Maps fĂ€hrt, waren alle Standpunkte gespeichert. Auf einem Video wird angeblich gesehen, wie er seine Kleidung wechselt und mit einer Tasche unterwegs ist, daraufhin wird nach der Kleidung gesucht, die in einem MĂŒlleimer am 28. Juli 2019 angeblich gefunden wird. Die MĂŒllabfuhr und die NachbarInnen sagten aus, dass dieser MĂŒlleimer nie geleert wird. Dort wurde eine MĂŒtze gefunden, die auch auf dem Video der Post zu sehen ist, an dieser wurde eine mĂ€nnliche DNS gefunden, sowie auch auf den anderen KleidungsstĂŒcken, die aber auch misch DNS hatten.

Am selben Tag gab es noch eine Briefbombe die an den Ex Innenminister gesendet wurde, diese wurde geröntgt und an der Rezeption abgegeben. Sie wurde entschÀrft und an dieser soll angeblich Francisco seine DNS gefunden worden sein.

Der zweite Akt, laut der Staatsanwaltschaft, der stattgefunden hat, ereignete sich am 27. Februar 2020. Zwei Bomben wurden in einem Park platziert und explodierten zeitverzögert. Beiden wird vorgeworfen, eine Bombe hochgehen zu lassen, um die Polizei anzulocken, damit die zweite Bombe 25 Minuten spÀter hochgeht um Polizisten damit zu töten. Dies geht auch aus dem Bekennerschreiben dieser Aktion hervor.

Nun ist es wie vorhin auch schon beschrieben, es werden TaxifahrerInnen vernommen, unzĂ€hlige Kameraaufnahmen ausgewertet, Bewegungsprofile erstellt. Dabei ist interessant zu sehen, wie die Polizei ermittelt. MĂłnica wird z.B. beschuldigt, vier Anrufe getĂ€tigt zu haben, wo vor den Bomben gewarnt wird. Jedoch konnte laut der Polizei darauf nicht reagiert werden, wegen der wenigen Informationen die diese Telefonate vermittelten. Auf jedenfall sollen diese Anrufe immer vom gleichen Handy gemacht worden sein und von der selben Funkzelle erfasst worden sein, die in einer Entfernung von 1400 Metern stattgefunden haben. Von ihr soll es auch unzĂ€hlige Kameraaufnahmen geben. Wenn sie mal nicht zu sehen ist, wird nachgeforscht welcher Bus, welche Strecke gefahren ist, so die Staatsanwaltschaft. Da alle Fahrkarten in einem internen Bussystem gespeichert werden, kann herausgefunden werden, wann und wo diese gekauft worden ist. Von daher konnte angeblich nachvollzogen werden, von wo nach wo sich MĂłnica bewegte. Im ganzen Fall spielt die Kleidung beider Beschuldigten, denn sie sollen sie mehrfach gewechselt haben, eine große Rolle. Im Verlauf der HaftprĂŒfung betont die Staatsanwaltschaft dies mehrfach, genauso wie dass die Beschuldigten ihr Äußeres mit PerĂŒcken, Schnurrbart, Verkleidung (Änderung des Aussehens z.B., durch falsche BĂ€uche, falsche Nase) und Schminke Ă€nderten.

Weiterhin wurden als BeweisstĂŒcke auch die Internetseiten vorgefĂŒhrt bei denen die Bekennerbriefe der Aktionen veröffentlicht wurden, es geht hier um die anarchistische und mehrsprachige Seite Contrainfo, was auch bei der Aktion in Spanien 2013 benutzt wurde.

Beim Fokus auf die Verwendung von Mobiltelefonen, spielte auch der Kauf dieser eine Rolle, bei der die VerkÀuferin im Handyladen, eine Person beschrieb die Mónica sein sollte.

Die Behörden benutzten Fotos von beiden, die auf sozialen Medien zu finden sind, um biometrische Abgleiche zu machen. Mit denen sollte bewiesen werden, dass die beiden Personen die auf den Überwachungskameras zu sehen sind, es sich um die Beschuldigten handelt. Es wurden die AbstĂ€nde der Augen, Falten, Leberflecke, Muttermale, Piercingnarbe, OhrengrĂ¶ĂŸe, Mund, Nase und weitere Merkmale verglichen.

Wie auch auf die TĂ€towierungen, Schmuck und Schuhe von MĂłnica eingegangen wird, die angeblich ĂŒbereinstimmen mit Aufnahmen der Überwachungskameras in der U-Bahn, wo eine Person gesehen wird die Tattoos trĂ€gt.

Bei den Hausdurchsuchungen wurden KleidungsstĂŒcke gefunden die auf den Videos zu sehen sind.

WĂ€hrend der Ermittlung bei der beide observiert wurden, wurde auch der MĂŒll von beiden durchsucht um unter anderen DNS sicher zu stellen.

Nach einem Jahr Ermittlungen, die noch nicht abgeschlossen sind, wurden um die 20.000 Stunden Videomaterial ausgewertet und unzÀhlige Zeugen vernommen. Beiden wird bis jetzt versuchter Mord in mehreren FÀllen, sowie das Platzieren von SprengsÀtzen vorgeworfen.

Francisco sitzt seine U-Haft in einem HochsicherheitsgefĂ€ngnis und MĂłnica in „normaler“ U-Haft ab.

Vorerst wird die U-Haft auf sechs Monate festgesetzt.

NatĂŒrlich sind in den vier Stunden der HaftprĂŒfung viele Sachen die man noch nennen könnte, die jedoch sich doppeln wĂŒrden, oder zu sehr ins Detail gehen, wie als Beispiel die Taxis, die Fahrkarten, KleidungsstĂŒcke und Bewegungsprofile.

FĂŒr uns ist es beeindruckend zu sehen wie eine HaftprĂŒfung in diesem Fall in Chile stattgefunden hat und wieviele „Beweise“ bei einem solchen Termin schon auf den Tisch gelegt werden. Ohne irgendwelche ExpertInnen zu der RealitĂ€t von Chile zu sein, denken wir uns dass hier aus verschiedenen GrĂŒnden gerade der Versuch stattfindet, NĂ€gel mit Köpfen zu machen. Was meinen wir damit?

Wegen der aktuellen Lage in Chile, angesichts der Revolte die seit Oktober 2019 stattfindet, die katastrophale politische und ökonomische Lage des Landes, das Statuieren eines Exempels und vor allem eine persönliche Abrechnung mit Mónica und Francisco, die man 2010 nicht einsperren konnte.

Dies sind natĂŒrlich Spekulationen und Hypothesen die wir in den Raum werfen, die aber nicht abwegig klingen. Wir werden weiterhin ĂŒber diesen Fall berichten und auch unsere Gedanken noch dazu Ă€ußern, wie zu Thematiken die mit Repression zu tun haben.

Wir wĂŒnschen den beiden viel Kraft
Freiheit fĂŒr alle Gefangenen
Lang lebe die Anarchie

Hier die Videos des HaftprĂŒfungstermin zum Anschauen: Die ersten beiden sind die Aufnahmen des ganzen Verfahrens und der dritte Teil ist nur die BeweisauffĂŒhrung der Staatsanwaltschaft I; II; III

I https://www.youtube.com/watch?v=9671dDODKHc

II https://www.youtube.com/watch?v=qusvZUErNNE

III https://www.youtube.com/watch?v=iNLA-cXFmm0

Doku zum Caso Bombas https://www.youtube.com/watch?v=WiFzI6yTTHw

[Belarus] Wie kam es zur Rebellion gegen die Diktatur in Belarus

Mittwoch, August 12th, 2020

Quelle: abc dresden

Folgenden Text haben wir vom anarchistischen Newsportal pramen.io ĂŒbersetzt.

Wenn du Leute Anfang 2020 in Belarus gefragt hĂ€ttest, wie lange die Diktatur von Lukaschenko noch besteht, dann hĂ€tten sie dich wie einen Narren angeschaut. In einer respektierten Diktatur werden solche Fragen nicht gestellt, denn alle wissen, was passieren kann. Prinzipiell ist es so, dass die Herrschaft großer FĂŒhrer eher zeitlos ist. Aber die Situation hat sich in den letzten 8 Monaten so radikal verĂ€ndert, dass Menschen in Belarus auf die Straße gehen. Zum ersten Mal in der neuen Geschichte Belarus haben die Menschen in mindestens 33 verschiedenen StĂ€dten des Landes die Polizei zurĂŒckgeschlagen.

(mehr …)

[Deutschland] Brief und Buchrezension eines Gefangenen in der U-Haftanstalt Holstenglacis

Montag, Februar 3rd, 2020

Quelle: indymedia

Liebe Freund*innen und Mitstreiter*innen,

ich wĂŒnsche euch ein schönes neues Jahr. Ich hoffe ihr seid wie ich, gut rein gekommen. Hier im Knast war die Silvester-Kundgebung großes Thema und ist gut angekommen. auch wenn ich leider nichts davon mitbekommen habe, bin ich beim Anblick schönen Feuerwerks und in Vorfreude auf und in Gedanken an euch ins neue Jahr gerutscht.

Ich sende euch eine Rezension einer guten Graphic-Novel, auf deutsch ist das Buch bei Bahoe erschienen, auf englisch glaube ich bei AK Press.
Also ihr Lieben, ich sende GrĂŒĂŸe an alle und hoffe wir sehen uns bald wieder.

Freiheit & GlĂŒck!

……………………………

Rezension: „SimĂłn Radowitzky – Vom Schtetl zum FreiheitskĂ€mpfer“

(mehr …)

[Überall] Weitere Soliaktionen fĂŒr die 3 von der Parkbank

Samstag, September 14th, 2019

Quelle: indymedia

Soligraffiti in Hamburg.

FREIHEIT FUER ALLE

FEUER UND FLAMME ALLEN PARKBANKEN

PARKBANKERZ UNITED

(mehr …)

[Soligruppe fĂŒr Gefangene] Wie Enten auf einem Teich

Donnerstag, Januar 24th, 2019

Quelle: panopticon

Der 18. MĂ€rz, die politischen Gefangenen, die Geschichtsverdrehung und warum wir auf diese heuchlerische und reformistische Kacke scheißen.

„Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien StĂŒcken, nicht unter selbstgewĂ€hlten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und ĂŒberlieferten UmstĂ€nden. Die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der Lebenden. Und wenn sie eben damit beschĂ€ftigt scheinen, sich und die Dinge umzuwĂ€lzen, noch nicht Dagewesenes zu schaffen, gerade in solchen Epochen revolutionĂ€rer Krise beschwören sie Ă€ngstlich die Geister der Vergangenheit zu ihrem Dienste herauf, entlehnen ihnen Namen, Schlachtparole, KostĂŒm, um in dieser altehrwĂŒrdigen Verkleidung und mit dieser erborgten Sprache die neuen Weltgeschichtsszene aufzufĂŒhren.“ Karl Marx, achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte

(mehr …)

Im Land der Demokratien (eine BroschĂŒre)

Montag, MĂ€rz 2nd, 2015

(gefunden auf: de.contrainfo.espiv.net)

Hier in PDF-Form

Im Land der Demokratien

„Die Frage ist doch“, sagte Alice, „ob du den Worten
einfach so viele verschiedene Bedeutungen geben kannst“.
„Die Frage ist“, sagte Humpty Dumpty,
„wer die Macht hat – und das ist alles.“

Alice, als etwas naive Idealistin, fragt sich in diesen Tagen, den historisch-etymologischen DiktionĂ€r in den HĂ€nden, ob es denn wirklich möglich ist, dass das Wort “Terrorismus” eine andere Bedeutung erhĂ€lt. Humpty Dumpty, als etwas grober Materialist, antwortet ihr, dass, da es der Staat ist, der befielt, und da die Sprache Eigentum von dem ist, der befielt, “Terrorismus” somit genau das bedeutet, was der Staat will. Das ist alles.

In den 70er Jahren gewĂ€hrte der Staat die Anrede “Terrorist” einem jeden, der ihm das Monopol der Anwendung von Gewalt streitig machte, das heisst, Schusswaffen oder Sprengstoffe einsetzte, vor allem den Beteiligten von kĂ€mpfenden spezifischen Organisationen, vor allem, wenn jene Organisationen Ausdruck einer breiteren Protestbewegung waren, vor allem, wenn dieser Protest darauf abzielte, in einer Revolution zu mĂŒnden. “Terrorist” war fĂŒr den Staat vor allem derjenige, der ihn mit bewaffneter Hand angriff.

(mehr …)

Aus Lucioles, Bulletin anarchiste de Paris et sa region (GlĂŒhwĂŒrmchen, anarchistisches Bulletin von Paris und Umgebung)

Sonntag, November 2nd, 2014

-2

(gefunden auf: linksunten.indymedia.org)

Üb. mc, Knast Bostadel, CH-Menzingen aus franz.

Aus Lucioles, Bulletin anarchiste de Paris et sa region (GlĂŒhwĂŒrmchen, anarchistisches Bulletin von Paris und Umgebung), Sept. 2013, N.11

lucioles@riseup.net, luciolesdanslanuit.blogspot.fr

Die GlĂŒhwĂŒrmchen sieht man weil sie in der Nacht fliegen. Die AufsĂ€ssigen erleuchten die Nacht, weil die

Gesellschaft grau ist wie die Befriedung. Das Problem sind nicht die GlĂŒhwĂŒrmchen sondern die Nacht.

(mehr …)

Worte zu den Anti-Knast-Tagen in Wien

Sonntag, November 2nd, 2014

(gefunden auf: linksunten.indymedia.org)

Die diesjĂ€hrigen Anti-Knast-Tage finden Anfang November in Wien statt. Der Aufruf macht klar, dass Anti-Knast-KĂ€mpfe gesamtgesellschaftlicher Natur bedĂŒrfen; und dass es neben den sichtbaren offensichtlichen GitterstĂ€ben und Mauern auch eine Vielzahl an unsichtbaren oder verdrĂ€ngten Ketten gibt, die es zu sprengen gilt. Folgerichtig gibt es eine Vielzahl an Personen, die sich an der Manifestierung von Machtstrukturen beteiligen: Vom Bullen bis zum linken Sozialarbeiter, vom Richter bis zum „aufmerksamen“ BĂŒrger von Nebenan, vom Politiker bis zum (z.B. Antifa-)Kampagnensprecher. Sie alle reden mit autoritĂ€ren Zungen. Sie alle stinken nach Feigheit, Habgier und dem Wunsch nach Ruhm. Sie alle haben eine Ladung Spucke, FĂ€uste, Steine und ??? verdient!

Ob das Programm und die Diskusionen dem Aufruf gerecht werden? HĂ€ngt natĂŒrlich von (uns) allen ab!

Ob auch außerhalb von Anti-Knast-Tagen der „Wunsch nach der Abschaffung der Institution GefĂ€ngnis und der Gesellschaft, die es benötigt“ praktisch wird? HĂ€ngt natĂŒrlich von dir und dir und dir und dir ……………………………………….ab!

FĂŒr die Zerstörung aller GefĂ€ngnisse, auch in deinem Kopf!

(mehr …)

25. Oktober, EKH: SolidaritĂ€tskonzert fĂŒr gefangene AnarchistInnen in Mexiko

Freitag, Oktober 17th, 2014

25Okt

In der Nacht des 5 JĂ€nner 2014 wurden Carlos, AmeliĂ© und Fallon in Mexiko festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen das Ministerium fĂŒr Kommunikation und Transport und ein Nissan Autohaus in Mexico City mit Steinen und Molotov-Cocktails angegriffen zu haben. Seit dem sitzen sie im Knast und warten auf ihren Prozess. Carlos, AmeliĂ© und Fallon benötigen finanzielle Mittel, um die notwendigen Kosten ihres Alltags zu bestreiten und zur Bezahlung von AnwĂ€lten, etc. Wir machen dieses Fest um Kohle zu sammeln und ĂŒber ihre aktuelle Situation zu informieren. Außerdem wird es feines Essen, Cocktails, Infotische und Auflegerei geben!

Vortrag zur Situation von Amelié, Fallon und Carlos ab 20 Uhr

Konzert ab 22 Uhr:

Dim Prospects: Menschen von Brambilla, Aus-Spotten, Those Who Survived the Plague, … haben zusammen eine neue Band gemacht die Anfang des Jahres schon so richtig ĂŒberzeugen… Genialer emotionaler Dis-Chord Punk!

Maneki Nekoč aus Graz.Vier „sentimental riot grrrls“ aus Graz spielen akustischen Indie-Pop mit Piano, Gitarre, Akkordeon, Melodika und Gesang und sorgen dafĂŒr, dass das Publikum auf einer GefĂŒhlsachterbahn durcheinander-, hin- und her- und auf- und abgewirbelt wird.

Unhaim aus Biel sind noch ganz kurzfristig dazugekommen!brachiales crustgeballer.schön.

A Lies: Dark Folk / Singer Songwriter, Wien.

Außerdem:
Feines Essen von der Kochgruppe FUG! Info-/BĂŒchertische von der Anarchistischen Buchhandlung und ABC Wien!
Und nach dem Konzert gibt’s Discoparty!

Weitere Infos zur Situation von Amelié, Fallon und Carlos
findet ihr unter:
sabotagemedia.anarkhia.org und fuegoalascarceles.wordpress.com

SolidaritÀt mit den Gefangenen! Presxs a la calle!

EKH, Wielandgasse 2-4, 1100 Wien