[Deutschland] Prozess, RAZ, RL, Radikal – Prozessbericht vom zweiten Verhandlungstag

Juni 26th, 2021

quelle: soligruppe für gefangene

Am 17.06. begann um 9:10 Uhr vor dem Landgericht in Berlin-Moabit der zweite Verhandlungstag gegen unseren Freund und Gefährten Cem unter den gleichen Sicherheitsmaßnahmen wie beim letzten Prozesstag. Der Zuhörerbereich war mit ca. 14 Zuhörenden besetzt, eine Vertreterin der Presse war ebenfalls anwesend. Der vorsitzende Richter begann die Verhandlung mit der Verkündung des Beschlusses, dass der Antrag der Verteidigung bezüglich der fehlenden Akten zum Prozess – es handelt sich um zehn Ordner mit einem Umfang von ca. 2000 Seiten – zurückgewiesen wird. Hierzu stellten die Rechtsanwälte einen Antrag, in dem sie forderten, dass die Verhandlung bis zum übernächsten Prozesstermin unterbrochen werden soll, um der Verteidigung genug Zeit zur Durchsicht der nun aufgetauchten Akten zu geben, die sie erst am letzten Dienstag erhalten haben. Nach einer zehnminütigen Pause wies das Gericht diesen Antrag zurück mit der Begründung, dass das Verfahren ja noch lang genug dauere, so dass sich die Anwälte in die nun zugänglichen Akten einarbeiten und Zeugen erneut befragt werden könnten und die Akten ohnehin von geringer Relevanz seien. Des Weiteren handele es sich bei der Übergabe von digitalisierten Akten an die Rechtsanwälte um einen Service von Seiten des Gerichts, die Überprüfung auf Vollständigkeit müsse von den Anwälten ausgehen. In Bezug auf die fehlenden Akten merkten die Rechtsanwälte an, dass die Entscheidung von Relevanz oder Irrelevanz der Akten nicht dem Richter obliege, sondern von den Anwälten zu prüfen sei. Im Anschluss verkündete der vorsitzende Richter die Zurückweisung des Einstellungsantrages aufgrund nicht vollständiger Akteneinsicht, da sich daraus keine andere Verfahrenslage ergeben habe und die Frage, ob ein Verfahrensverstoß vorliege, werde in der Schlussberatung geklärt.

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[Deutschland] RAZ/RL/radikal Komplex – Solidarität?

Juni 26th, 2021

quelle: criminals 4 freedom

Enttäuscht blicken wir auf den 08.06.21 zurück: um 13 Uhr startete der Prozess gegen Cem, angeklagt im Kontext des RAZ/RL/radikal Komplex. Ab 12 Uhr gab es vor dem Gericht eine Kundgebung – diese wurde im Zeitraum von 12-16 Uhr von maximal 30-40  Teilnehmer*innen besucht.

Cem soll als Mitglied  der Revolutionären Aktionszellen (RAZ) / revolutionäre Linke (RL) an der Durchführung von Aktionen gegen das Haus der Wirtschaft, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und das Amtsgericht Wedding beteiligt gewesen sein. 

Damals wurde mithilfe des §129 („Bildung einer kriminellen Vereinigung“) neun Beschuldigten vorgeworfen, die RAZ und die RL gebildet und an Ausgaben der Zeitschrift „radikal“ mitgearbeitet zu haben. Dass in diesem Zusammenhang ermittelt wurde, ist seit dem 22. Mai 2013 bekannt gewesen. An diesem Tag fanden insg. 21 Hausdurchsuchungen in Berlin, Stuttgart und Magdeburg statt. 

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[Deutschland] Zum Todestag von Ferhat Mayouf: Laut, wütend und offensiv gegen Knäste! Für die Freiheit, für das Leben!

Juni 26th, 2021

quelle: criminals for freedom

Für die Freiheit, für das Leben!

– Call in english and other languages coming soon-

Am 23.07.20 wurde Ferhat Mayouf durch den Knast Moabit ermordet. Seine Zelle brannte, er schrie mehrere Minuten um Hilfe, doch die Schließer*innen öffneten die Zellentür nicht. Ferhat kam aus Algerien, war 36 Jahre alt und Person of Color. Die Justiz spricht von Suizid – aber wir wissen, das war Mord!

People of Color, Migrant*innen, migrantisierte und Schwarze Menschen werden täglich durch die Justiz und den Staat rassistisch schikaniert, unterdrückt, misshandelt, gefoltert oder ermordet. Sei es durch die Grenzpolitik, durch Bullen oder staatliche Institutionen wie Knäste. Auch Ferhat Mayouf war dieser Gewalt ausgeliefert. Festgenommen wurde er in Neukölln am 29.06.20 mithilfe eines Diebstahlvorwurfes. Er wurde in U-Haft verschleppt, weil er keine deutsche Staatsangehörigkeit hatte. Weil er Person of Color war, wurde er bei seiner Festnahme von den Bullen so sehr verprügelt, dass seine Rippen brachen.

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[Deutschland] Communique zum Angriff auf das Amtsgericht Lübeck

Juni 25th, 2021

quelle: schwarzerpfeil.de

Das Anarcha-queerfeministische Hausprojekt Liebig34 war während der Zeit des eigenen Bestehens etwas einzigartiges und unvergleichbares. Die Liebig34 war ein Ort, der den patriarchalen und cis-normativen Strukturen die unsere Gesellschaft durchziehen den Kampf angesagt hat.

Bei der Liebig ging es um weit mehr als die üblichen Themen wie Gentrifizierung und Verdrängung, die bei Hausbesetzungen aufgegriffen werden. Allzu häufig kommt es vor, dass in selbsternannten Freiräumen sich Macker und Sexist*innen breit machen und diese Orte somit ebenfalls keine Freiräume für Flinta*s werden.

Die Liebig war ein unangefochtener Gegenpol zu diesen Tendenzen. Bis zu ihrer Räumung im letzten Jahr war sie ein Ort für Subversion, Kampf, Auflehnung aber auch für Schutz, Träume und Selbstentfaltung. All dieses Potenzial wurde durch Profitgier und Herrschaftsanspruch des „Eigentümers“, des Staates sowie den Berliner Behörden und ihren Schergen, der Bullerei, zunichte gemacht. All das Wunderbare, was die Liebig zu bieten hatte wollte man überziehen mit einem Mantel aus Lügen, Beschämung und Degradierung seitens der Presse, diverser Parteien, den Bullen und etlichen Faschos, welche glauben durch die Räumung einen Sieg verbucht zu haben.

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[Österreich] Alle Feminist:innen sind Räuber:innen – Urteil: Doch kein Raub!

Juni 25th, 2021

quelle: emrawi.org

Am 17.10.2020 wurden zwei Personen festgenommen und mehrere Stunden im PAZ Roßauerlände festgehalten. Die Festnahmen erfolgten im Zuge von Protesten gegen eine Versammlung von christlich-fundamentalistischen Abtreibungsgegner:innen. Einer der beiden Festgenommen wurde ein Mobiltelefon weggenommen und erst Ende Dezember vom LVT Wien wieder ausgehändigt. Was der Zweck der Wegnahme war und was der LVT über zwei Monate mit dem Handy machte, ist nicht bekannt, eine Begründung blieb der LVT schuldig. Das Verwaltungsgericht Wien erklärte die Wegnahme des Telefons jedoch für rechtswidrig.

Die Polizei warf den Festgenommen erst versuchten Raub vor. Dabei handelt es sich um ein Delikt mit besonders hoher Strafdrohung (Mindeststrafe: 1 Jahr, Höchststrafe: 10 Jahre). Der Vorwurf war aus juristischer Sicht absurd und so ordnete der Journalstaatsanwalt die sofortige Enthaftung an und leitete Ermittlungen wegen Nötigung, bzw. Körperverletzung (Höchststrafe: 1 Jahr) ein. Das schien den LVT jedoch wenig zu interessieren, den Abschlussbericht verfasste er wieder wegen „Raubes“, was auch die nächste Staatsanwältin aufgriff. So hatten die beiden Feminist:innen Anfang Juni 2021 eine Verhandlung vor einem Schöffengericht.

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Proteste gegen den Akademikerball 2014: Aufruf zum solidarischen Prozessbesuch in Wien

Juni 25th, 2021

quelle: emrawi.org

Angeklagt ist er als Einzelperson, doch gemeint sind wir alle! Wir rufen daher dazu auf, den Genossen am 25. Juni 2021 um 9 Uhr zu seinem Prozess zu begleiten.

Wo? Landesgerichtsstraße 11, Saal 305 / 3.Stock

Über sieben Jahre nach den breit getragenen Protesten gegen den extrem rechten Wiener Akademikerball 2014 muss sich ein Münchner Aktivist vor Gericht für sein antifaschistisches Engagement rechtfertigen. Ihm wird unter anderem „versuchte gefährliche Körperverletzung an einem Polizeibeamten“ vorgeworfen, obwohl er es war, der im Zuge der brutalen Verhaftung schwerste Verletzungen davontrug. Eine Narbe im Gesicht erinnert ihn noch heute an die Geschehnisse im Januar 2014.

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Es ist soweit, das neue Wiki zu digitaler Sicherheit ist endlich da.

Juni 22nd, 2021

quelle: emrawi.org

Du findest es unter:
fit-fuer-aktion.wiki

Hier findest du niederschwellige Infos, Anleitungen und Überzeugungstexte, wie du und deine Aktivist:innengruppe sicher und verantwortungsvoll mit deinen Daten und deiner Kommunikation umgehen kannst.

Schau doch mal rein und klick dich durch!

Wir freuen uns sehr über Rückmeldungen. Wir freuen uns nicht nur, wenn du etwas beitragen willst – das Wiki und die Bewegung sind auch darauf angewiesen. Du findest etwas hilfreich? Etwas ist falsch? Ein Text benötigt ein Update? Du willst einen Text für das Wiki schreiben? Kontaktier uns gerne, unseren Kontakt findest du im Wiki.

Solidarische Grüße,

fit-fuer-aktion.wiki -Kollektiv

[Österreich] Solifoto aus Salzburg gegen die Räumung des KØPI Wagenplatz

Juni 22nd, 2021

Quelle: emrawi.org

Wir schicken solidarische Grüße aus Salzburg an den KØPI Waagenplatz, der gerade akut räumungsgefährdet ist.

KØPI bleibt!

Die Rigaer lebt – eine Nachricht an unsere Freundinnen und Gefährtinnen [DE,ENG]

Juni 22nd, 2021

quelle: emrawi.org

Eine Kurzmitteilung an all unsere Freund*Innen.

Danke für jede Unterstützung in den letzten Wochen. Besonders für die letzten 2 Tage, bei der Vorbereitung und im kollektiven Kampf gegen unseren gemeinsamen Feind. Es waren die intensivsten Tage des Kampfes, die wir uns hätten vorstellen können. Tage die die Pläne von Staat und Kapital in eine Katastrophe verwandelt haben. Eine wichtige Erinnerung an uns selbst, unser Kollektiv und unsere Unterstützer*innen, wie wichtig unsere Netzwerke, unsere solidarische Infrastruktur und Selbstorganisation sind.
Mit der Verteidigung der Nachbarinnenschaft gegen den Aufbau der roten Zone angefangen haben wir die richtigen Schlüsse aus den Aggressionen von Staat und Immobilienwirtschaft gegen die Menschen, die in dieser Stadt leben, gezogen. Die Errichtung von Gefahrengebieten und Roten Zonen, in denen die Menschen zu einfachen Zielen für die Bullen werden um eine Atmosphäre der Isolation und Angst zu erschaffen, ist zur Normalität in dieser Stadt der Reichen geworden. In den letzten Jahren gab es viele Momente, an denen wir, auf die der Staat zielte, dazu verdammt waren in beinahe stillem Protest an den Hamburger Gittern zu stehen, bewacht von einer militarisierten Polizei. Wir erinnern uns an die Räumung der Ohlauer Schule in Kreuzberg, die Räumung des Kiezladens Friedel54 und all der anderen Projekte wie Syndikat, Meuterei und unsere Nachbarinnen der Liebig34. Dies kann nicht mehr toleriert werden – die Menschen müssen sich erheben!

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Bruchstellen #70 & #71 online!

Juni 17th, 2021
Nr. 71 Juni 2021
  Inhalt:
*[Österreich] Eindrücke von der Kundgebung vor der Justizanstalt
Simmering
*[Deutschland] Berlin: Transpi für Bernd Heidbreder aufgehängt!
*Solidarität gegen Polizeigewalt in Österreich
*[Deutschland] Entsichern-Kongress 2021 vom 10. bis 12. September in Berlin – Gegenkongress zum Europäischen Polizeikongress
*[Österreich] Delogierungen stoppen! / Demo in Salzburg & Effi29-Soli
*Archiv von abolishing the borders from below
*[Deutschland] Thomas Meyer-Falk: Ein Ruf aus den dunklen Kerkern & Erster Todesfall 2021 in Freiburger Sicherungsverwahrung
*[USA] Brief des anarchistischen Langzeitgefangenen Eric King vom 22. Mai 2021
*[Argentinien] Sprengstoffanschlag auf Polizeiauto in Buenos Aires
*Aufruf: 11. Juni: Internationaler Tag der Solidarität mit Marius Mason & allen anarchistischen Langzeitgefangenen
*[FAZ] Knast-Profiteur*innen angreifen – Aktion und Diskussionsbeitrag
*[Spanien] Updates zu Gabriel Pombo Da Silva (07/04/2021)
*[Italien] Vorrübergehende Verlegung der anarchistischen Gefährtin Natascia Savio
*[Belarus] Update zur Situation bezüglich der Repressionen, Mai 2021
*[Griechenland] Internationale Solidarität mit den drei inhaftierten anarchistischen Gefährt*innen
*[Spanien/Frankreich] Der Gefährte Claudio Lavazza ist nach Frankreich ausgeliefert worden
*[Deutschland] Knastkundgebung gegen Einsperrung und Isolation in Hamburg
*[Deutschland] Von Moabit nach Wulkow: Teil 1 – 4

Nr. 70 Mai 2021
  Inhalt:
*[Spanien] Die Gefährtin Lisa ist auf Bewährung aus dem Knast entlassen worden
*[Italien] Operation Bialystok: Flavia, Roberto, Nico und Francesca aus dem Gefängnis entlassen
*[Deutschland] Hausdurchsuchungen in Freiburg
*[Deutschland] Freiheit für Lina! Haftprüfung
*[Österreich] No Luck After Dark: Soliblog zur Repression gegen 2 Anarchist*innen in Salzburg
*Solidaritätstext der Mitglieder des Revolutionären Kampfes in Griechenland für die inhaftierten Gefährt*innen in Chile
*11. Juni: internationaler Tag der Solidarität mit Marius Mason und anderen anarchistischen Langzeitgefangenen
*[Deutschland] Thomas Meyer-Falk: 10 Jahre Urteil zur Sicherungsverwahrung
*[Frankreich/Italien] Sieben Mitglieder der italienischen Brigate Rosse – Rote Brigaden sind in Frankreich verhaftet worden
*[Spanien] Ein Brief von Danilo, der beschuldigt wird, einen Polizeiwagen in Barcelona angezündet zu haben
*[Deutschland] Schwarzer Rauch über dem russischen Konsulat
*[UK] Bristol: Aktion gegen Gefängnisbauer Kier
*[Frankreich] Rauchzeichen des Frühlings
*[Deutschland] Fascho-Wärter*innen und Repression in Moabit
*[Chile] Santiago: Barrikaden in Solidarität mit den Gefangenen im Hungerstreik
*[Deutschland] Rassistische Gewalt im Dresdner Knast
*[USA] Feuer bei Aufstand im Allegheny County Gefängnis in Pittsburgh gelegt

[Deutschland] Berlin: Kurzbericht zu den heutigen Geschehnissen in der Rigaer Straße

Juni 17th, 2021

Quelle: enough is enough

Berlin. Am morgen des 16. Juni wurde die Rigaer Straße einschließlich Dorfplatz bis zur Zellestraße durch zahlreiche Menschen besetzt. Je Seite wurde um kurz vor 11 Uhr eine große Barrikade aus Reifen, Stacheldrahtverhauen, Baustellenmaterial und Müllcontainern errichtet. Dazu gab es je einen vorgelagerten brennenden Reifen.

Ursprünglich veröffentlicht von Kontrapolis.

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[Deutschland] Rigaer94: Unsere Erklärung zur aktuellen Situation

Juni 17th, 2021

quelle: enough is enough

Berlin. 16. Juni. 2021. Heute, am Abend des 16. Juni blicken wir auf einen kämpferischen Tag und eine temporäre autonome Zone zurück und schauen mit der geballten Faust nach vorne. Ja, wir werden uns noch lange mit einem breiten Lächeln im Gesicht an die Barrikaden in der Rigaer Straße und ihre kollektive Verteidigung erinnern. Schritt für Schritt verbrennen sich Senat und Eigentümer an der versuchten Zerstörung unseres Hauses die Finger.

Ursprünglich veröffentlicht von Rigaer 94.

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June11: Solidarische Grüße aus Wien an anarchistische Langzeitgefangene

Juni 17th, 2021

quelle: emrawi.org

Solifoto aus Wien für den 11. Juni! english below

Solidarische Grüße aus Wien anlässlich des 11. Juni, dem Internationalen Tag der Solidarität mit Marius Mason und anarchistischen Langzeitgefangenen. Gerade bei Langzeitgefangenen ist die Gefahr sehr groß, dass diese vergessen werden, vor allem jene, die mehrere Jahrzehnte im Knast verbringen müssen – Sie in unserer Erinnerung und in unseren Herzen zu behalten liegt in unserer Verantwortung.

Kein Vergeben, kein Vergessen!
Freiheit für alle Anarchist*innen!
Freiheit für alle Gefangenen!
Für eine Welt ohne Knäste und Grenzen!

PS: Solifotos, Postkarten und Briefe sind einfache Möglichkeiten die Gefangenen wissen zu lassen, dass wir an sie denken!

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Unterstützt das Lesvos Mutual Aid and Solidarity Network

Juni 16th, 2021

quelle: enough is enough

Griechenland. Lesbos. Die Welt, wie wir sie bisher kannten, wird derzeit durch eine Pandemie neu gestaltet. Diese anhaltende Situation wird ausgenutzt, um bestehende Ungleichheiten zu verstärken, Formen der sozialen Kontrolle durch den Staat zu erhöhen, Grenzen zu schließen und Maßnahmen durchzusetzen, die sonst auf heftigen Widerstand gestoßen wären. Diejenigen, die schon vor der Pandemie am wenigsten hatten – Arme, ältere Menschen, Überlebende von häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt, Obdachlose, Menschen mit Suchtproblemen und Migrant*innen – sind jetzt noch stärker gefährdet, da immer weniger unterstützende Strukturen noch funktionieren.

Ursprünglich veröffentlicht von Fire Fund. Übersetzt von Riot Turtle.
Ihr könnt das Lesvos Mutual Aid and Solidarity Network hier unterstützen.

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[Deutschland] Prozess, RAZ, RL, Radikal – Prozessbericht vom ersten Verhandlungstag

Juni 16th, 2021

quelle: enough is enough

Berlin. Der Auftakt im RAZ-RL-radikal-Prozess gegen unseren Gefährten begann unter strengen Sicherheitsmaßnahmen am 08.06.2021 um 13 Uhr vor dem Landgericht in Berlin Moabit mit dem 1. von bisher insgesamt 21 angesetzten Gerichtsterminen. Vor dem Eingang zum Gerichtsgebäude in der Wilsnacker Str. fand ab 12 Uhr eine Kundgebung in Solidarität mit dem Angeklagten statt, an der sich ca. 40 Menschen beteiligten.

Ursprünglich veröffentlicht von panopticon – Soligruppe für Gefangene.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer wurden beim Betreten des Gerichtsgebäudes von den Justizbullen durchsucht, nichts durfte mit rein, auch Bleistift und Papier mussten abgegeben werden mit dem Hinweis, im Saal würden Stifte und Papier zur Verfügung gestellt werden. Als der dritte Mensch sich der Durchsuchung unterzog, kam ein Anruf an die Bullen, worauf es hieß, es gäbe nicht genug Stifte und Papier und die mitgebrachten Schreibutensilien wurden wieder ausgehändigt. Um ca.13:15 Uhr wurden die Zuhörerinnen und Zuhörer vom Wartebereich, in dem es im Übrigen keine funktionierenden Toiletten gab, in den Sitzungssaal gelassen.

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[Deutschland] Berlin: Gerichtsverfahren zur Räumung der Liebig 34

Juni 16th, 2021

quelle: enough is enough14

Berlin. 2 Genoss*innen vor Gericht wegen der Liebig 34 Räumung!

Ursprünglich veröffentlicht von Kontrapolis.

Fast 9 Monate ist es jetzt her, dass wir aus unserem Haus geräumt wurden mit aller Macht, die der Staatsapparat auffahren kann.
Über 50 Menschen wurden gewaltsam aus unserem Haus gebracht- 2 von ihnen müssen jetzt vor Gericht. Der 9. Oktober 2020 – ein Tag den wir mit Schmerz und Wut in Erinnerung haben.

Politisch Verantwortlich ist Andreas Geisel -der Innensenator der Verdrängung. Im 2 Monats Takt lässt er linke und selbstverwaltete Projekte Räumen, schiebt Menschen ab aber ist natürlich empört über Nazis. Wenn man aber alle Räume räumen lässt, die Orte des Zusammenschlusses auch gegen rechte Gewalt sind, wer soll sich denn dann eigentlich noch aktiv gegen Rechts organisieren? Und wo? Diese Organisation wird umso wichtiger bei all den rechten Bullen Chatgruppen die nacheinander auffliegen und sicherlich nur die Spitze des eisbergs innerhalb dieser zutiefst rassisitischen und reaktionären Institution darstellen.

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[Griechenland] Vier der Moria 6 zu 10 Jahren Haft verurteilt!

Juni 16th, 2021

quelle: abc dresden

Pressemitteilung der Solidaritätskampagne Free The Moria 6 vom 12.06.2021
Politisches Urteil gegen vier jugendliche Geflüchtete der Moria 6 nach Brand im Lager Moria +++ Trotz Mangel an Beweisen Verurteilung zu Haftstrafe von 10 Jahren +++ Prozessbeobachter:innen kritisieren Unregelmäßigkeiten im Verfahren und die Vorverurteilung der Angeklagten
Quelle: https://freethemoria6.noblogs.org/

Göttingen/Chios. 12.06.2021

Nach dem Brand im Lager Moria wurden am heutigen Samstag vier jugendliche Geflüchtete auf Chios wegen “Brandstiftung mit Gefährdung von Menschenleben” trotz Minderjährigkeit zu 10 Jahren Gefängnishaft verurteilt. Zwei der insgesamt sechs Angeklagten waren bereits im März vor dem Jugendgericht in Lesbos verurteilt worden. Nach dem heutigen Urteil kritisieren internationale Prozessbeobachter:innen den Mangel an Beweisen und sprechen von einem unfairen Verfahren, bei dem die Öffentlichkeit ausgeschlossen wurde. Vor dem Gerichtsgebäude zeigten dennoch dutzende Menschen ihre Solidarität mit den Angeklagten.

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Update zur Situation bezüglich der Repressionen in Belarus, Mai 2021

Juni 16th, 2021

quelle: abc dresden

Ausserdem gibt es ein Interview von Elephant in the Room zur Situation in Belarus von Anfang Mai 2021 in English.

[der nachfolgende Text wurde von uns veröffentlicht und am 3. Juni veröffentlicht, aber hier unter dem podcast nochmal von abc dresden veröffentlicht, deshalb haben wir den auch nochmal übernommen, Anm. abc wien]

Textquelle: abc-belarus.org, übersetzung abc wien

Seit dem Beginn der Proteste in Belarus, die durch gefälschte Wahlen ausgelöst wurden, sind fast 10 Monate vergangen. Viele unserer Gefährt*innen wurden inhaftiert, viele mussten aus dem Land fliehen, die öffentlichen Aktivitäten sind nicht nur für Anarchist*innen, sondern für alle regimekritischen Vereine und Gruppen eingeschränkt. Im Folgenden findet ihr ein kurzes Update zur Situation bezüglich der Repressionen in Belarus mit dem Fokus auf Anarchist*innen und Antifaschist*innen. Wir werden versuchen, diese Updates am Ende eines jeden Monats zu veröffentlichen.

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[Deutschland] Sondersendung zum 11. Juni – Internationaler Tag der Solidarität mit Marius Mason und allen anarchistischen Langzeitgefangenen

Juni 16th, 2021

quelle: abc dresden

 

 

Am 11. Juni ist der internationale Tag der Solidarität mit Marius Mason und allen Langzeitgefangenen. Anlässlich dessen hat der Anarchistische Hörfunk aus Dresden eine thematische Sondersendung gebastelt. Mit Stimmen aus dem Knast – von Sunny aus der JVA Chemnitz, die über Langzeitgefangenschaft berichtet und Thomas Meyer Falk aus der Sicherungsverwahrung in Freiburg, der sein Wissen zur Geschichte der Sicherungsverwahrung als Form der Langzeitgefangenschaft teilt.
Marius Mason sitzt in einem US-Amerikanischen Gefängnis und hat seit über einem Jahr keinen Besuch mehr empfangen. Auch Sunny teilt immer wieder, dass die aktuelle Pandemie Situation die Lage im Gefängnis weiter zuspitzt und erschwert.
Dieser Tag soll an die Notwendigkeit erinnern uns solidarisch zu zeigen und das Thema Langzeitgefangenschaft mit seinen Folgen aus dem Unsichtbaren in die Öffentlichkeit holen.

Hier findet ihr mehr Infos zum Tag: https://june11.noblogs.org

Blog von Thomas Meyer Falk: https://freedomforthomas.wordpress.com/

Blog von Sunny W.: https://freiheitskomitee4sunnyw.blackblogs.org/

 

[Österreich] International Day of Solidarity with Marius Mason & All Long-Term Anarchist Prisoners

Juni 16th, 2021

quelle: emrawi.org

Greetings from Salzburg on the eve of the International Day of Solidarity with Marius Mason & All Long-Term Anarchist Prisoners.
Freedom for all, fire to the prisons!
In solidarity, Salzburg anarchists

https://june11.noblogs.org

 

 

[Österreich] Unvollständiger Überblick politischer Repression im Jahr 2020 im Großraum Wien, mit der Bitte um Ergänzungen

Juni 16th, 2021

Das Jahr 2020 war repressionstechnisch mal wieder ereignisreich und uns sind folgende Verfahren gegen linke Aktivist_innen bekannt. Die Aufzählung bezieht sich nur auf den Großraum Wien:

Im Jahr 2020 sind uns (dem Rechtsinfokollektiv Wien) in Wien 17 Freisprüche in erster Instanz und 9 strafrechtliche Verfahren, die ohne Anklage mit Einstellungen durch die Staatsanwaltschaft endeten und politischen Hintergrund haben bekannt:

Abschirm-Freisprüche: 14 Personen wurden angeklagt, weil sie gegen die rechtsextremen Identitären demonstrierten. Anklagepunkte waren versuchte Sprengung einer Versammlung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, sowie „schwere“ Körperverletzung. Nähere Infos hier. Alle Angeklagten wurden freigesprochen, die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren schikanös in die Länge gezogen und ist in Berufung gegangen. Auf die Entscheidung des Oberlandesgerichts wird derzeit gewartet.

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Spendet für die Repressionskosten

Juni 16th, 2021

quelle: emrawi.org

Dies ist eine Zusammenfassung des Gerichtsverfahrens, in das zwei Aktivist*innen verwickelt sind, die im September 2016 in Kroatien verhaftet wurden, als sie einer Familie von vier Migrant*innen ohne Papiere halfen, Zagreb zu erreichen.

Der Prozess steht im Kontext der Militarisierung der europäischen Außengrenzen, die zwischen Serbien, Bosnien, Kroatien und Ungarn stattfindet, sowie der weit verbreiteten Kriminalisierung von Bewegungsfreiheit und Solidaritätsakten, die die meisten Länder betrifft.

Am Morgen des 21. September 2016 fuhren die beiden Aktivist*innen mit einer vierköpfigen Familie in einem Auto auf einer Landstraße und stießen etwa 50 km vor der serbischen Grenze auf eine Straßensperre der Grenzpolizei. Da die Familie keine Papiere vorweisen konnte, wurden sie auf die Polizeistation von Tovarnik, einer Kleinstadt nahe der serbischen Grenze, gebracht. Nach einem stundenlangen Verhör wurden die beiden Aktivist*innen wegen Begünstigung der illegalen Einreise, Bewegung und des illegalen Aufenthalts im Land festgenommen. Die gegen sie erhobenen strafrechtlichen Vorwürfe stützen sich auf eine rechtswidrige, erfundene Zeugenaussage, die angeblich von der Familie gesammelt wurde, wonach es einen ökonomischen Austausch zwischen der Familie und den Aktivist*innen gegeben hätte. Während der Inhaftierung wurde der Familie das Recht verweigert, Asyl zu beantragen – wie es gängige Praxis ist – und dem kranken Vater wurde der Zugang zu medizinischer Versorgung verweigert. Die Familie wurde drei Tage lang festgehalten, um als Hauptzeug*innen gegen die beiden Aktivist*innen auszusagen, bevor sie nach Serbien zurückgeschoben wurde. Die beiden Aktivist*innen wurden zu einem Monat Untersuchungshaft verurteilt, kamen aber kurz darauf wieder frei, da dank der Unterstützung von Solidaritätsgruppen Geld für die Kaution aufgebracht werden konnte.

2017 bot der Staat einen Geständnis-Deal an, den die beiden Aktivist*innen nicht annahmen. Im Juni 2020 wurden sie ohne Prozess für schuldig erklärt, basierend auf den erfundenen Aussagen des Staatsanwalts. Als Strafe erhielten sie 8 Monate Gefängnis auf Bewährung und die Zahlung einer Geldstrafe. Auch gegen dieses Urteil legten sie Berufung ein, da sie sich weigerten, diese Verurteilung kampflos hinzunehmen. Nach fünf Jahren, im März 2021, begann der Prozess und es wird erwartet, dass er für einige weitere Termine fortgesetzt wird, wobei Prozesskosten in Höhe von etwa 10.000 Euro anfallen.

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June11: Statement von John Paul Wootton

Juni 11th, 2021

quelle: june11.org, übersetzung abc wien

Meine Geschichte ist wohl alles andere als gewöhnlich. Sie beginnt als Teenager, noch keine 18 Jahre alt und wütend über die sozioökonomischen Bedingungen in meiner Community.

Da ich in irisch-republikanischen Arbeiter*innenvierteln aufwuchs, war es unvermeidlich, dass ich dieser Ideologie und Propaganda intensiv ausgesetzt war. Es hieß, dass alle Missstände in der irischen Gesellschaft auf die Einmischung des britischen Staates zurückgeführt werden könnten und nur ein unabhängiger sozialistischer Staat eine Lösung bieten könne. Der Geschichte, der Romantik und der bereits starken Präsenz in der Community konnte ich nur schwer widerstehen. Ich hatte meine Antwort gefunden.

Da ich jung und unerfahren war, war meine Beteiligung und Einbindung eher nebensächlich. Es lief auf nicht viel mehr als auf die Teilnahme an Straßenprotesten und das Verteilen von Propaganda hinaus. Wie unbedeutend meine Rolle auch sein mochte, der Staat betrachtete mich mit Argwohn. Ich hatte es gewagt, seinen Status quo herauszufordern; ich war nun ein legitimes Ziel.

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[Deutschland] Thomas Meyer-Falk: Erster Todesfall 2021 in Freiburger Sicherungsverwahrung

Juni 3rd, 2021

quelle: freedom for thomas

Am 07.Mai 2021 wurden den Insassen der Abt. Sicherungsverwahrung (SV) per Aushang mitgeteilt, dass K. nunmehr verstorben sei. Er wurde 78 Jahre alt.

K. hatte Jahrzehnte im Strafvollzug und in der Sicherungsverwahrung zugebracht. Da er handwerklich im Holzbereich richtig etwas auf dem Kasten hatte, war er gerne gesehener Mitarbeiter der Anstaltsschreinerei. Zudem bekam er immer wieder die Chance sich in Freiheit zu bewähren, nur um dann ebenso regelmäßig zurück in Haft und Sicherungsverwahrung zu kommen. Er wirkte trotz seiner bald 80 Jahre bis zuletzt sehr rüstig. Vor kurzem wurde jedoch Krebs diagnostiziert und die eingeleitete Chemotherapie hatte keinen durchschlagenden Erfolg.

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[Griechenland] Athen: Internationale Solidarität mit den drei inhaftierten anarchistischen Gefährt*innen

Juni 3rd, 2021

Quelle: act for free, übersetzt von abc wien

Am 31. Mai beginnt der Prozess gegen die anarchistischen Gefangenen Konstantina Athanasopoulou, Giannis Michailidis, Dimitra Valavani. Die Gefährt*innen waren nach einem Einsatz der Anti-Terror-Einheit in der Gegend von Agia Paraskevi in einem gestohlenen Fahrzeug, in dem eine Waffe gefunden wurde, verhaftet worden. Giannis übernahm dafür die volle Verantwortung. Vom ersten Moment der Verhaftung an wurde eine Kampagne zur Diskreditierung und Kriminalisierung der drei durch die Medien gestartet.

In der Zwischenzeit wurden zahlreiche Anklagen zu ihrem Prozess hinzugefügt, um den Gefährt*innen eine „kriminelle Organisation“ anzuhängen, was eine härtere Strafe zur Folge hätte. In dem Prozess, der am 31. Mai beginnt, geht es im Wesentlichen darum, dass der Staat versuchen wird, die Kampfentscheidungen unserer Gefährt*innen zu verurteilen, um durch ihre exemplarische Bestrafung die Sinnlosigkeit des Kampfes zu zeigen. Riskante und kostspielige Entscheidungen, wie die Flucht aus dem Gefängnis, die Wahl der Mittel, die praktische Solidarität mit den Verfolgten waren, sind und bleiben ein integraler Bestandteil der Geschichte des anarchistischen Kampfes.

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[Italien] Vorrübergehende Verlegung der anarchistischen Gefährtin Natascia Savio

Juni 3rd, 2021

Quelle: act for free, übersetzt von abc wien

Heute Morgen [28. Mai 2021] haben wir erfahren, dass Natascia vorübergehend in das Gefängnis von Vigevano verlegt wurde, um für die Anhörung im Scintilla-Prozess heute Morgen näher an Turin zu sein. Die nächste Anhörung wird am 16.06. stattfinden.

Weitere updates folgen.

 

Um ihr zu schreiben:

Natascia Savio
C.C. di Vigevano
via Gravellona 240
27029 Vigevano (Pv)
Italia – Italy

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[USA] Brief des anarchistischen Langzeitgefangenen Eric King vom 22. Mai 2021

Juni 3rd, 2021

Quelle: support eric king, übersetzt von abc wien

Neulich bekam ich zum Mittagessen einen Apfel. Das an sich ist nicht weiter interessant, denn seit Warden Williams an Bord ist, bekommen wir jeden einzelnen Tag Äpfel zum Frühstück, Mittag- und Abendessen. Selbst wenn wir darum bitten, keine Äpfel mehr zu bekommen, legen die Wärter sie auf unsere Gitterstäbe oder schieben sie in unsere Zellen. Diese Äpfel sind nicht unbedingt beeindruckend, es sei denn, man ist von winzigen, matschigen oder viel zu großen und gequetschten Äpfeln beeindruckt… wenn ja, dann ist das ein Leckerbissen. Ein matschiger, gequetschter Leckerbissen! Toll!

Vor ein paar Tagen also, als die Wärter ihr Apfelkontingent in unsere Kehlen kippten, wurde ein winziges Ding auf meine Gitterstäbe gelegt. Dieser Kerl sah kränklich aus; ein stumpfes Rot, als wäre er zu oft durch die Waschmaschine gelaufen, ein Miniatur-Wachsduplikat eines echten Apfels. Normalerweise würde ein Apfel dieser Qualität die Etage hinunter in Richtung der Wachstation geschleudert werden, aber ich hielt ihn fest. Ich bemerkte etwas Seltsames… diese kleine Kreatur war kein typischer Williams-Apfel, dieser hatte ein Blatt, das noch an ihm hing!!!

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[Deutschland] Rigaer 94: Auf welcher Seite stehst du?

Juni 3rd, 2021

quelle: enough is enough

Berlin. Es ist längst Zeit den Konflikt zu suchen und ihn zu verschärfen. Es ist Zeit sich gegen die Besitzenden und ihre Idee von Eigentum zu stellen und auf unserer Seite, der der Mieter*innen, der Besitzlosen, der Wohnungslosen zu kämpfen. Es ist auch Zeit sich gegen die Besetzung unserer Viertel zu wehren, gegen den Staat und eine Gesellschaft, die mitträgt, dass Menschen aufgrund rassistischer Zuschreibungen systematisch unterdrückt und ausgebeutet werden; die alle verjagen und ausschließen, die nicht in die Stadt der Reichen passen oder passen wollen. Es gibt keinen Grund das Bestehende zu verteidigen und sich auf die Seite der Profiteure des kapitalistischen Systems zu stellen. Aber es gibt genug Gründe sich gemeinsam gegen Staat und Kapital, gegen Autoritäten und ihre Verteidiger*innen zu organisieren und zu rebellieren, um für die Prinzipien der Selbstorganisierung, gegenseitigen Hilfe, der Solidarität und ein Leben in Freiheit und Würde zu kämpfen. In diesen Kontext stellen wir die Verteidigung der Rigaer94.

Ursprünglich veröffentlicht von Indymedia DE.

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[Deutschland] Berlin: Transpi für Bernd Heidbreder aufgehängt!

Juni 3rd, 2021

quelle: enough is enough

Berlin. In der letzten Woche haben wir erfahren, dass Bernd nach 26 Jahren auf der Flucht in Merida, Venezuela verstorben ist. Auch wenn wir Bernd nicht persönlich kannten, stimmt uns diese Nachricht traurig und erschüttert uns. Deshalb haben wir in der Nacht vom 31. Mai auf den 1. Juni ein Transpi am Skalitzer Park aufgehangen. Wir wollen auf diese Weise auch unser Mitgefühl für seine Freunde und Wegbegleiter zum Ausdruck bringen.

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[Mexiko] Staat setzt Angriffe gegen Normalista-Schüler_innen in Chiapas fort

Juni 3rd, 2021

quelle: schwarzerpfeil.de

Gestern, am 31. Mai, haben Schüler_innen der Mactumactzá Rural Normal School in Tuxtla Gutiérrez, Chiapas, mindestens 11 kommerzielle Trucks übernommen und eine Blockade errichtet, um gegen den Angriff des Staates vom 18. Mai auf sie zu protestieren, als sie gegen Änderungen im Aufnahmeverfahren der Schule protestierten. Während dieses Angriffs wurden 95 Menschen verhaftet, Frauen wurden sexuell missbraucht und viele wurden durch Polizeischläge verletzt. Alle 95 stehen unter schwerer Anklage, 19 von ihnen werden immer noch im Hochsicherheitsgefängnis El Amate festgehalten. Sowohl heute als auch am 18. Mai schlossen sich den Protesten vertriebene indigene Tzotzil-Bewohner_innen aus Chenalhó an, die aufgrund der paramilitärischen Gewalt aus ihren Häusern fliehen mussten.

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[Deutschland] Behinderte im Krieg mit der bestehenden Ordnung, erster Akt: ein Dutzend E-Scooter im Fluß versenkt

Juni 3rd, 2021

quelle: schwarzerpfeil.de

Donnerstag, 3. Juni, in einer warmen Sommernacht. Irgendwo in Bayern in einer hässlichen Betonstadt (sie sehen alle gleich aus). In einer nächtlichen Aktion haben wir uns entschieden, dass einige der Leih-E-Scooter, welche seit geraumer Zeit ganze Städte zumüllen, eine dringende Abkühlung nötig haben. So schnappten wir uns ein Dutzend dieses piependen Elektroschrotts und brachten sie zur nächstgelegenen Wasserstelle um sie anschließend über das Brückengeländer im Fluß zu versenken.

Diese Aktion erfolgte aus folgenden Gründen:

1. Die E-Scooter vermüllen die ohnehin schon hässlich gepflasterten Gehwege und stellen eine enorme Behinderung dar, nicht nur für Menschen wie uns, die eingeschränkt unterwegs sind, sondern auch für Eltern mit Kindern und Kinderwägen oder älteren Menschen, die eventuell auf den Radweg ausweichen müssen um überhaupt noch Platz zu haben.

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[Belarus] Update zur Situation bezüglich der Repressionen, Mai 2021

Juni 3rd, 2021

quelle: abc-belarus.org, übersetzung abc wien

Seit dem Beginn der Proteste in Belarus, die durch gefälschte Wahlen ausgelöst wurden, sind fast 10 Monate vergangen. Viele unserer Gefährt*innen wurden inhaftiert, viele mussten aus dem Land fliehen, die öffentlichen Aktivitäten sind nicht nur für Anarchist*innen, sondern für alle regimekritischen Vereine und Gruppen eingeschränkt. Im Folgenden findet ihr ein kurzes Update zur Situation bezüglich der Repressionen in Belarus mit dem Fokus auf Anarchist*innen und Antifaschist*innen. Wir werden versuchen, diese Updates am Ende eines jeden Monats zu veröffentlichen.

Repression gegen Anarchist*innen und Antifaschist*innen

Am 7. Mai begann der Prozess gegen vier ehemalige antifaschistische Hooligans Timur Pipiya, Tamaz Pipiya, Denis Boltut, Vitaly Shishlov. Ihnen wird vorgeworfen, Polizist*innen in Zivil angegriffen und die Menschenmenge koordiniert zu haben, die am 23. September 2020 nach der Amtseinführung von Lukaschenko die Straßen blockierte. Die Angeklagten plädieren auf „nicht schuldig“. Ihnen drohen bis zu 8 Jahre Gefängnis.

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[Deutschland] Brandanschlag auf Stromversorgung von Teslawerk in Berlin-Brandenburg

Juni 3rd, 2021

quelle: barrikade.info

Wir haben in der Nacht vom 25. auf den 26. Mai 2021 die Stromversorgung der Baustelle der Tesla-Giga-Fabrik in Grünheide bei Berlin gekappt, indem wir an sechs überirdisch verlegten Hochspannungskabeln Brand gelegt haben.

Tesla ist weder grün, ökologisch noch sozial. Tesla ist ein Konzern, der weltweit Raubbau betreibt, Lebensgrundlagen zerstört sowie koloniale Ausbeutungsverhältnisse nutzt und herstellt. Unser Feuer steht gegen die Lüge vom grünen Automobil. Ziel war die Sabotage der Baustelle der Tesla-Giga-Factory. Die Ideologie des grenzenlosen technologischen Fortschritts und der globalen Zerstörung der Erde kommen nicht durch schöne Worte zum Ende.

Gegen den Fortschritt der Zerstörung – setzen wir die Sabotage
Klimastreik für eine andere Welt!

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