[Deutschland] Freiburg: Protestaktion am und im italienischen Konsulat

Quelle: indymedia

Am 20. Februar gab es anlässlich der Räumungen und Festnahmen in Turin eine Protestaktion in und am italienischen Konsulat am Augustinerplatz in Freiburg.

Ein dutzend Menschen protestierten mit Transparenten vor dem Eingangsbereich und machten etwas Qualm. Eine Kleinstgruppe ging in das Konsulat um den Konsul Ramaioli zu sprechen. Dieser erschien erstaunlicher Weise nach wenigen Minuten in Person um sich die Kritik der Protestierenden anzuhören.

Danach wurde sogar ein Fax vom Konsulat aus an das italienische Innenministerium und das Parlament gesendet, in dem der Protest gegen die Räumungen und Festnahmen in Turin vom Konsul neu-formuliert wurde. Im Wartesaal des Konsulats wie auch auf dem Augustinerplatz und in der Grünwälderstraße wurden Flugblätter verteilt, deren Inhalt auch dem Protestfax an die italienische Politik beigefügt wurde. Zur Person und der Politik von Salvini wollte der Konsul als Diplomat naturgemäß nichts sagen. Die Aktion endete nach einer halben Stunde ohne Stress durch Bullen oder den Sicherheitsdienst des Konsulats.

Liberi Tutti!

Fuoco alle Galere!

Solidarität mit den von Repression betroffenen Gefährt*innen in Italien

Am Donnerstag, den 7. Februar 2019, begann um 4:40 Uhr in der Früh die Räumung des seit 1995 besetzten Squats “Asilo occupato” in der Via Alessandria 12 in Turin. Die Räumung wurde im Rahmen der “Operazione Scintilla” (“Operation Funke”) durchgeführt. Mehrere hundert Carabinieri in Kampfuniform, Polizist*innen und Guardia di finanza mit Maschinengewehren haben dabei nicht nur das Haus geräumt, sondern auch mehrere Anarchist*innen verhaftet. Ebenfalls wurde das Wohnsquat im Corso Giulio gestürmt. Auch bei der auf die Angriffe folgende Demonstration gab es harte Repression und weitere Festnahmen.

Der Staat verfolgt Linksradikale und bekämpft linke Räume für Kultur und Politik, da diese die Bestrebungen der Herrschenden stören. Europaweit hat sich die Lage merklich verschärft. Doch wir werden weiterhin mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln für antirassistische, feministische und antifaschistische Politik einstehen und den kapitalistischen Stadtentwicklern den Kampf ansagen.
Wir fordern ein Ende der Repressionswelle unter dem Faschisten von Innenminister Salvini. Freiheit für die Betroffenen der Operazione Scintilla, der Operatione Scripta Manent und der Operazione Panico. Wir sind mit unseren Kämpfen bei euch – Revolutionärer Widerstand lässt sich nicht verbieten!

Wir protestieren hier vor dem italienischen Konsulat in Freiburg und verleihen unserer Solidarität mit den Genoss*innen in Norditalien und darüber hinaus Ausdruck. Seit Jahren befindet sich das italienische Konsulat in Freiburg, schon am damaligen Standort auf der KaJo wurde es immer wieder Ziel linker Aktionen. Daran knüpfen wir heute an indem wir dem Konsul Federico Lorenzo Ramaioli unsere Unzufriedenheit direkt überbringen.  Der Ton jenseits der Alpen wird angesichts der jetzigen Regierung immer rauer. Zeit die repressive Politik auch in der BRD bei den Verantwortlichen zu kritisieren.
Solidarische Grüße gehen auch an den Genossen Andreas Krebs der in Napoli einsitzt.
Solidarische Grüße auch an alle, die aufgrund des italienischen Rechtsrucks weltweit um ihre Freiheit fürchten müssen.

liberi tutti!

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