[Neapel/Deutschland] Brief von Andreas’ Lebensgefährtin

Quelle: Soliblog für Andreas Krebs

Im Mai 2018 ist mein Mann Andreas nach Italien ausgeliefert worden, obwohl Andreas krank ist. Und das ist kein Schnupfen!!! Hier in Deutschland mussten wir täglich kämpfen, dass ein Arzt eine Diagnose stellt. Er war schon in Volkstädt im Krankenhaus. Dort wurde durch Blut im Urin Probleme mit den Nieren festgestellt, die Folge war eine Operation. Ein Stein musste raus, danach war aber immer noch keine gesundheitliche Besserung in Aussicht. Hinzu kommen noch motorische Probleme, in Hüfte und Beinen. Ein Gutachten eines Neurologen wurde von Seiten des Gefängnisses natürlich nicht eingeholt. Ganz im Gegenteil: Statt sich zu kümmern wurde er nach Burg verlegt, gesundheitlich passierte, wie zu erwarten, auch dort nichts. Stattdessen ab in das Ausland. Auch hier geht es meinem Mann schlecht, dort ist die gesundheitliche Versorgung gleich null.

Dort gibt es eine Sanitätsstation die wahllos Tabletten austeile, egal ob sie den Häftlingen helfen oder nicht. So wurde Andreas mit Medikamenten versorgt die bei ihm starke Epilepsie auslösen und ihn ins Krankenhaus befördert haben. Aber statt einer Versorgung verbrachte er dort zwei Tage in Ohnmacht. Die Justiz redet von Tablettenunverträglichkeit, alles wieder okay. Aber nichts ist okay. Selbst im Krankenhaus musste Andreas erneut feststellen, dass er Blut im Urin hat, aber selbst dort wurde nichts gemacht. Nach dem zweiten Tag Aufenthalt ging es dann wieder zurück in den Knast.

In Berlin wurde Andreas von der Ärztin gesundheitlich von den Medikamenten her eingestellt, es ging ihm gesundheitlich in der Freiheit sehr gut. Diese Medikamente werden ihm jedoch in jedem Knast verweigert!! Daher wird an meinen Mann herum getestet. Er ist ein Test-Opfer und wird immer Kränker „Toll!“. Erst in Deutschland interessierte es niemanden und in Italien geht es genauso weiter, das Interesse für die Gesundheit meines Mannes ist gleich null. Verhandlungen waren im Juni und Juli, sie wurden beide kurz vorher abgesagt. Wir warten die nächsten Verhandlungen im September und Oktober ab. Im Oktober soll es angeblich 3 Termine geben, aber man weiß ja nie ob sie sie wieder kurzzeitig verlegen und so jede Unterstützung von Andreas verhindern. Mein Mann hofft natürlich zu wissen was auf ihn zukommt und will nicht in Ungewissheit bleiben.

Zur Zeit läuft die Anklage immer noch auf Mord, 24 Jahre Haft sind beantragt. Der Anwalt gibt sich in Italien echt Mühe und appelliert auf Selbstverteidigung, jedoch sollte niemand vergessen, dass noch alles offen steht!!! Auch kommt Andreas, auch wenn es in der Vergangenheit behauptet wurde, im Jahre 2019 nicht nach Deutschland. Nicht wenn es nach den Aussagen der Justiz in Italien geht. Jeder Tag für Andreas in Haft ist kein Leben, er sitzt mit 4 Mann auf der Zelle!!! Es gibt natürlich nie Ruhe und Leibesvisitationen sind an der Tagesordnung, was jedes mal sehr erniedrigend ist.

Und Andreas freut sich natürlich über Post, also schreibt ihm bitte:

Krebs Andreas
st. 13 Sez.6
Via Roma Verso Scampia 250
Mediterraneo
CAP 80144 (NA)
-ITALY-

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