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Thomas Meyer-Falk – Beitrag zu den Antiknasttagen

Sonntag, November 2nd, 2014

Vielen von uns ist das ganz spontan und längst bewusst: Gefängnisse sind Orte das Verfalls. Ethisch, menschlich, moralisch und kulturell. Dort wird keine Lust auf Leben, Freiheit, Menschlichkeit vermittelt, sondern die Wärter*innen und sonstigen Beschäftigten, behandeln die Inhaftierten wie tote Gegenstände, sie verwalten Menschen wie Stückgut in einem Lagerhaus.
Knäste also sind nekrophile Orte.

Erst vor wenigen Wochen verhungerte in Deutschland ein Insasse, der seit mehreren Jahren in Isolationshaft gehalten wurde, nachdem er 2012 einem Wärter mit einem Kopfstoß das Nasenbein brach.

Koala Rosmane wurde nur 33 Jahre, er stammte aus Burkina Faso, wo er als Kindersoldat zwangsrekrutiert wurde.

Nach seinem Tod erhob ein Rechtsanwalt Anschuldigungen gegen die zuständige Leitung der Haftanstalt, da es dort ein rechtsextremistisches Netzwerk gebe. Überraschenderweise wurde der Gefängnisdirektor, Thomas Müller nach dem Tod von Koala Rosmane suspendiert.
Sehenden Auges hatte man ihn sterben lassen.

Dies mag illustrieren was wir uns unter einem nekrophilen Ort vorzustellen haben.

Wir setzen dem unsere Liebe zur Freiheit entgegen, zum Leben, zur Vielfalt und Buntheit. Der Kampf für Freiheit bedeutet sicher auch, Opfer zu bringen, denn die Staatsmacht tut alles, um weiterhin die Kontrolle zu behalten.
Freiheit wird einem nicht gegeben, wir müssen sie uns nehmen, sie erkämpfen und verteidigen.

Wenn sie uns dann in ihren Knästen einsperren, versuchen mundtot zu machen, und das mit allen Mitteln, ist eine solidarische Bewegung vor den Knastmauern überlebenswichtig.

Für das Leben und die Freiheit!

Thomas Meyer-Falk
zur Zeit: JVA Freiburg

Neues Zine/Blog zu Knästen in Hessen

Freitag, Oktober 17th, 2014

Neues Projekt zu Knästen in Hessen. Im Zine werden die verschiedenen Knäste unter die Lupe genommen. Außerdem werden diverse Profiteure aufgelistet und es gibt eine kurze Aufzählung von Widerstandsaktionen in Hessen…

Mehr dazu findet ihr auf der Website.

Das Zine ist hier zum downloaden.

Auszug aus dem Zine:

Wozu ein Zine ueber Knaeste in Hessen?
Nur selten wird sich mit Knästen und anderen einsperrenden Ins-
titutionen beschäftigt, geschweige denn explizit Position dagegen
bezogen. Auch in einer sich selbst als „links“ bezeichnenden Sze-
ne.
Dieses Zine soll den Kampf gegen Knäste zugänglicher machen,
gerade auch im Kontext von antikapitalistischen Aktionen.
Dazu haben wir möglichst viele Informationen über die verschie-
denen Knäste in Hessen gesammelt.
Warum Hessen? Wir sind eine Gruppe aus Hessen und haben
uns selbst in Rücksicht auf unsere eigenen Kapazitäten vorerst
diesen Rahmen gesetzt. Wir glauben auch, dass es Sinn macht
durch lokale Anknüpfungspunkte den Antiknastkampf auszuwei-
ten. Dazu gehören auch Städte ohne „eigenen Knast“.
Es würde uns freuen wenn Menschen die Idee weitertragen und es noch mehr Veröffentlichungen über andere Knäste gibt. Genauso freut es uns wenn uns neue Informationen zugeschickt werden um das Zine auf einem aktuellen und umfassenden Stand zu halten.”

Antiknastkampf bedeutet für uns…
… gegen alle einsperrenden Institutionen
… alle Gefangenen sind politische Gefangene
… Solidarität mit allen Gefangenen
… gegen Reformismus
… keine erfolgreiche Karriere als Sozialarbeiter_in
… gegen jegliche Form von Diskriminierung
… kritische Selbstreflexion („oh wir sind schon wieder 5 Ty-
pen und machen die coolste Aktion?“)
… no borders
… no nations
… bis (wir) alle frei sind!”

Andreas Krebs – Nach Hamburg verlegt…

Freitag, Oktober 17th, 2014

Seit Dienstag, dem 13.10.2014 ist Andreas Krebs in einem neuen Knast:

Justizvollzugsanstalt Billwerder

Dweerlandweg 100

22113 Hamburg

Eine Woche lang dauerte seine Verlegung von Aschaffenburg nach Hamburg…