{"id":8928,"date":"2020-04-06T22:50:18","date_gmt":"2020-04-06T20:50:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=8928"},"modified":"2020-04-06T22:50:20","modified_gmt":"2020-04-06T20:50:20","slug":"youll-never-riot-alone","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=8928","title":{"rendered":"You\u2019ll never riot alone"},"content":{"rendered":"\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/ausnahmezustand2020.blackblogs.org\/2020\/03\/31\/youll-never-riot-alone\/\">ausnahmezustand2020.blackblogs.org<\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"200\" height=\"155\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Vallotton-TheCharge400x309.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8929\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Heute gibt es auf der ganzen Welt eine weitere Pandemie. Die WHO befasst sich \u00fcberhaupt nicht mit dieser, da sie nicht in ihrer Zust\u00e4ndigkeit liegt und die Medien versuchen, sie zum Schweigen zu bringen oder zu minimieren. Aber die Regierungen der ganzen Welt sind besorgt \u00fcber das damit verbundene Risiko. Diese Pandemie breitet sich im Fahrwasser des biologischen Virus aus, das momentan die Krankenh\u00e4user f\u00fcllt. Sie ist kurz gesagt parallel dort zu finden, wo Covid-19 vorbeikommt. Auch sie raubt einem den Atem. Die Angst vor einer Ansteckung verursacht auch tats\u00e4chlich Wut. Die ersten Symptome des Unwohlseins neigen dazu, sich zu verschlimmern und sich zun\u00e4chst in Frustration, dann in Verzweiflung und schlie\u00dflich in Wut zu verwandeln. Wut \u00fcber das Verschwinden der letzten Kr\u00fcmel von Lebem\u00f6glichkeiten und das auf \u00e4rztliche Anordnung.<br \/>Es ist bezeichnend, dass bei der Ank\u00fcndigung der restriktiven Ma\u00dfnahmen der Beh\u00f6rden zur Verhinderung der Ausbreitung der Epidemie \u2013 eine Art freiwilliger Hausarrest \u2013 gerade diejenigen, die ihr Leben von vier W\u00e4nden umgeben fristen, die bereits t\u00e4glich unter Zwang unter der Gefangenschaft litten \u2013 die Gefangenen \u2013 das Pulverfass in Brand setzten. Die Tatsache, dass sie ihrer wenigen verbliebenen menschlichen Kontakte beraubt wurden, mit der Gefahr, als Ratten in der Falle zu enden, hat dazu gef\u00fchrt, was seit Jahren nicht mehr geschehen ist. Die sofortige Umwandlung von Resignation in Raserei.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Alles begann in dem am st\u00e4rksten vom Virus betroffenen westlichen Land, Italien, wo am 9. M\u00e4rz unmittelbar nach der Aussetzung der Besuche mit Angeh\u00f6rigen in etwa drei\u00dfig Gef\u00e4ngnissen Unruhen ausbrachen. Im Verlauf der Unruhen starben zw\u00f6lf Gefangene; fast alle \u201can einer \u00dcberdosis\u201d, so die ber\u00fcchtigten Ministerialvertuschungen \u2013 unz\u00e4hlige andere wurden massakriert. In einer Stadt, in Foggia, gelang es 77 Gefangenen, die Gelegenheit zur Flucht zu nutzen (obwohl f\u00fcr viele von ihnen die Freiheit leider nur von kurzer war). Solcherlei Nachrichten konnten nichts anderes machen, als um die Welt gehen, und wer wei\u00df, ob sie nicht die Proteste anregten, die sich von diesem Moment an unter den weggeschlossenen Menschen die auf den vier Kontinente leben, verbreiteten: Pr\u00fcgeleien, Hungerstreiks, die Weigerung, nach dem Hofgang in ihre Zellen zur\u00fcckzukehren; aber das ist noch nicht alles.<\/p>\n\n\n\n<p>In Asien m\u00fcssen Aufstandseinheiten am Morgen des 16. M\u00e4rz in zwei der gr\u00f6\u00dften libanesischen Gef\u00e4ngnisse, in Roumieh und Zahle, einfallen, um die Ruhe wiederherzustellen; einige Zeugen sprechen von herausgerissenen Gitterst\u00e4ben, Rauchs\u00e4ulen und verwundeten Gefangenen. In Lateinamerika kam es am 18. M\u00e4rz zu einer Massenflucht aus dem Gef\u00e4ngnis von San Carlos (Zulia) in Venezuela w\u00e4hrend eines Aufstandes, der dort unmittelbar nach der Ank\u00fcndigung der restriktiven Ma\u00dfnahmen ausbrach: 84 Gefangene konnten entkommen, 10 wurden bei dem Versuch von Kugeln niedergestreckt. Am n\u00e4chsten Tag, dem 19. M\u00e4rz, versuchten auch einige Gefangene im Gef\u00e4ngnis von Santiago in Chile zu fliehen. Nachdem sie die Kontrolle \u00fcber ihren Sektor \u00fcbernommen, den Wachposten in Brand gesetzt und die Tore des Korridors ge\u00f6ffnet hatten, stie\u00dfen sie mit den Wachen zusammen. Der Fluchtversuch scheitert und wurde massiv unterdr\u00fcckt. In Afrika gab es am 20. M\u00e4rz einen weiteren Massenausbruchsversuch aus dem Amsin\u00e9n\u00e9-Gef\u00e4ngnis in N\u2019Djamena, der Hauptstadt des Tschad. Weiters in Lateinamerika, am 22. M\u00e4rz, sind es die Gefangenen des Gef\u00e4ngnisses La Modelo in Bogota, Kolumbien, die rebellieren. Es ist ein Massaker: 23 Tote und 83 Verwundete unter den Gefangenen. Abermals in Europa, am 23. M\u00e4rz, findet ein Fl\u00fcgel des schottischen Gef\u00e4ngnisses von Addiewell den Weg in die Kontrolle der H\u00e4nde der Aufst\u00e4ndischen und wird verw\u00fcstet. In den Vereinigten Staaten entkamen 9 H\u00e4ftlinge aus dem Frauengef\u00e4ngnis von Pierre (South Dakota) am selben Tag, als einer ihrer Mitgefangenen positiv auf einen Abstrick getestet wird (vier von ihnen werden in den folgenden Tagen gefangen genommen). Ebenfalls am 23. M\u00e4rz entkamen 14 H\u00e4ftlinge aus einem Gef\u00e4ngnis in Yakima County (Washington DC), kurz nachdem der Gouverneur den Zwang f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung zum Verbleib in den H\u00e4usern bekannt gegeben hatte. Wieder in Asien reicht die \u201cvorl\u00e4ufige\u201d Freilassung von 85.000 Gefangenen wegen gew\u00f6hnlicher Verbrechen im Iran nicht dazu aus, die in vielen Gef\u00e4ngnissen herrschende Wut zu bes\u00e4nftigen; am 27. M\u00e4rz entkamen etwa 80 Gefangene aus dem Saqqez-Gef\u00e4ngnis im iranischen Kurdistan. Zwei Tage sp\u00e4ter, am 29. M\u00e4rz, brach in Thailand im Buriram-Gef\u00e4ngnis im Nordosten des Landes ein weiterer Aufstand aus, bei dem einige H\u00e4ftlinge entkommen konnten. Und nicht nur die Gef\u00e4ngnisse, sondern auch die Fl\u00fcchtlingszentren, in denen illegale Einwanderer festgehalten werden, sind in Aufruhr, wie die Unruhen, die am 29. M\u00e4rz bei der CPR in Gradisca d\u2019Isonzo, Italien, ausbrachen, zeigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wenn die abgeschlossenen Gef\u00e4ngnisse, die mit den Verdammten der Erde \u00fcberf\u00fcllt sind, mehr denn je wie Zeitbomben wirken, was ist dann mit den Gef\u00e4ngnissen unter freiem Himmel? Wie lange noch wird die Angst vor Krankheiten \u00fcber die Angst vor Hunger, l\u00e4hmenden Muskeln und gettr\u00fcbtem Verstand die Oberhand behalten? In Lateinamerika griffen am 23. M\u00e4rz 70 Personen ein gro\u00dfes Lebensmittelgesch\u00e4ft in Tec\u00e1mac, Mexiko, an; zwei Tage sp\u00e4ter pl\u00fcnderten 30 Personen einen Supermarkt in Oaxaca. Am selben Tag, dem 25. M\u00e4rz, musste die Polizei auf der anderen Seite des Atlantischen Ozeans, in Afrika, die Menschenmengen auf dem offenen Markt in Kisumu, Kenia auseinandertreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Polizisten, die sie dazu auffordern, sich in ihren H\u00e4usern einzuschlie\u00dfen, antworten Verk\u00e4ufer und Kunden: \u201cWir wissen um das Risiko des Coronavirus, aber wir sind arm; wir m\u00fcssen arbeiten und essen\u201d. Am Tag darauf, dem 26. M\u00e4rz, begann die italienische Polizei mit der Bewachung einiger Superm\u00e4rkte in Palermo, nachdem eine Gruppe von Menschen versucht hatte, mit vollen Einkaufswagen aus dem Gesch\u00e4ft zu gehen, ohne an der Kasse zum Bezahlen anzuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann auch nicht sagen, dass der Hausarrest, der gegen Hunderte von Millionen von Menschen verh\u00e4ngt wurden, die Entschlossenheit derjenigen, die diese t\u00f6dliche Welt sabotieren wollen, v\u00f6llig zum Erliegen gebracht hat. In der Nacht vom 18. auf den 19. M\u00e4rz wurde in Vauclin, Martinique, ein technischer Bereich der Telefongesellschaft Orange in Brand gesteckt, wodurch die Telefonleitungen f\u00fcr einige tausend Benutzer unterbrochen wurden. In Deutschland, wo die Eind\u00e4mmungsma\u00dfnahmen am 16. M\u00e4rz ergriffen wurden, gingen die n\u00e4chtlichen Angriffe unaufhaltsam weiter. W\u00e4hrend in Berlin am 18. M\u00e4rz einige Fahrzeuge der Toyota- und Mercedes-H\u00e4ndler in Rauch aufgehen, werden in K\u00f6ln die Scheiben der Immobiliengesellschaft Vonovia eingeschlagen. Im Morgengrauen des 19. M\u00e4rz wurde eine Bankagentur in Hamburg angegriffen, w\u00e4hrend in Berlin das Auto einer Sicherheitsfirma in Brand gesteckt wurde. In der Nacht vom 19. auf den 20. M\u00e4rz wurde aus Protest gegen die zunehmende Militarisierung ein Auto einer milit\u00e4rischen Reserve in N\u00fcrnberg in Brand gesteckt, drei Yachten in Werder in Brand gesetzt und ein weiteres Auto einer Sicherheitsfirma in Berlin von ihrem Dienst befreit. In der Nacht vom 20. auf den 21. M\u00e4rz wurde in Leipzig das x-te Auto einer Sicherheitsfirma in Brand gesteckt. In derselben Nacht gibt es sowohl in Deutschland als auch in Frankreich diejenigen, die versuchen, der Entfremdung den Stecker zu ziehen. Der Versuch scheiterte in Padernon, wo die deutsche Feuerwehr eine Telefonantenne um Haaresbreite rettete, die kurz davor stand, in Flammen aufzugehen. Das Gl\u00fcck ist auch einigen Verantwortlichen in der N\u00e4he von Bram in Frankreich nicht hold, die versuchen Schaden an einigen Glasfaserkabeln zu verursachen. Ein Teil des Dorfes wird mehrere Tage lang ohne Internet und Telefon bleiben, aber die Verantwortlichen werden dank des Hinweises einiger Zeugen verhaftet. In der folgenden Nacht, in der Nacht zum 22. M\u00e4rz, in der N\u00e4he von Hamburg, verbrennt das Auto eines Zollbeamten zu Asche. Diejenigen, die diese Aktion durchgef\u00fchrt haben, werden einen Text in Umlauf bringen, in man zu lesen bekommt: \u201cGerade in dieser Zeit der Pandemie geht die Versch\u00e4rfung und Einschr\u00e4nkung der Bewegungsfreiheit einher, es ist umso wichtiger, die eigene Handlungsf\u00e4higkeit zu bewahren und sich selbst, sowie anderen Subversiven zu zeigen, dass der Kampf gegen die Zw\u00e4nge dieser Epoche weitergeht, auch wenn er wahnsinnig und schwierig erscheint. Wenn wir uns den Erwartungen des Staates, sich zu isolieren, unterwerfen, wenn wir uns damit zufrieden geben, angesichts der drohenden Ausgangssperre mit den Achseln zu zucken, geben wir ihm die M\u00f6glichkeit, seine Machenschaften fortzusetzen [\u2026]\u201d. Es ist ein Gedanke, der die K\u00f6pfe auf der ganzen Welt erw\u00e4rmt, wenn es stimmt, dass in derselben Nacht vom 22. bis 23. M\u00e4rz der internationale Flughafen von Tontouta in Pa\u00efta, Neukaledonien, ins Visier genommen wurde (eingeschlagene Scheiben und zerst\u00f6rte Zollfahrzeuge), und zwar von denen, die offensichtlich nicht mit den Worten des Pr\u00e4sidenten des traditionellen Senats \u00fcbereinstimmen, wonach \u201cEntscheidungen, die in der Notlage von den \u00f6ffentlichen Beh\u00f6rden ohne sofortige Erkl\u00e4rung getroffen werden, nicht zur Gewalt anstiften d\u00fcrfen\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber die Tatsache, die mehr als andere eine tiefe Spur hinterlassen k\u00f6nnte, Glut, die unter den Kohlen des Totalitarismus br\u00fctet und aus der Funken spr\u00fchen k\u00f6nnten, ist der Aufstand (der einzige, von dem es \u00fcberhaupt Nachrichten gibt), der am 27. M\u00e4rz unweit von Wuhan, dem Epizentrum der heutigen Pandemie, an der Grenze zwischen den Provinzen Hubei und Jiangxi ausbrach. Tausende Chinesen, die gerade aus einer zweimonatigen Quarant\u00e4ne gekommen waren, dr\u00fcckten ihre Wertsch\u00e4tzung und Dankbarkeit f\u00fcr die von der Regierung verh\u00e4ngten restriktiven Ma\u00dfnahmen aus und griffen die Polizei an, die versuchte, den Durchgang \u00fcber die Jangtse-Flussbr\u00fccke zu blockieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit einem Monat ist die Welt, wie wir sie kennen, ins Wanken geraten. Nichts ist mehr so wie fr\u00fcher, und wie viele Menschen trotz ihrer unterschiedlichen Meinungen sagen, wird nichts mehr so sein wie fr\u00fcher. Es war nicht der Aufstand, sondern eine Katastrophe, die ihre ruhige Reproduktion in Frage stellte. Ob real oder vermeintlich, macht keinen Unterschied. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Regierungen alles tun werden, um diese Situation auszunutzen und jede noch verbleibende Freiheit auszul\u00f6schen, abgesehen von der Wahl der zu konsumierenden G\u00fcter. Es besteht auch kein Zweifel daran, dass sie alle technischen Karten in der Hand haben, um das Spiel zu beenden und eine soziale Ordnung ohne weitere grosse unsch\u00f6ne Flecken durchzusetzen. Es ist jedoch bekannt, dass selbst die solidesten und pr\u00e4zisesten Mechanismen wegen einer Nichtigkeit in die Br\u00fcche gehen k\u00f6nnen. Ihre Berechnung der erwarteten und akzeptablen Risiken k\u00f6nnte sich als falsch erweisen. Dramatisch falsch und ausnahmsweise besonders f\u00fcr sie. Es liegt auch an jedem einzelnen von uns, daf\u00fcr zu sorgen, dass dies geschieht.<br \/>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 [30\/3\/20]<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/finimondo.org\/node\/2454\">finimondo<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: ausnahmezustand2020.blackblogs.org Heute gibt es auf der ganzen Welt eine weitere Pandemie. Die WHO befasst sich \u00fcberhaupt nicht mit dieser, da sie nicht in ihrer Zust\u00e4ndigkeit liegt und die Medien versuchen, sie zum Schweigen zu bringen oder zu minimieren. Aber die Regierungen der ganzen Welt sind besorgt \u00fcber das damit verbundene Risiko. 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