{"id":8809,"date":"2020-03-21T13:16:05","date_gmt":"2020-03-21T12:16:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=8809"},"modified":"2020-03-21T13:16:07","modified_gmt":"2020-03-21T12:16:07","slug":"die-schockstarre-verlassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=8809","title":{"rendered":"Die Schockstarre verlassen"},"content":{"rendered":"\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/emrawi.org\/?Die-Schockstarre-verlassen-736\">emrawi.org<\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-thumbnail\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/arton736-68867-150x150.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8810\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>In Zeiten wo selbst Standard Redakteur_innen davon\n sprechen, dass sie froh sind, dass es den Verfassungsgerichtshof gibt, \nweil sie sich Sorgen machen, dass der Staat die momentan notwendigen \nMa\u00dfnahmen nicht zur\u00fcck nimmt, treffen anarchistische Ideen und Praxen \nden Punkt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wir wissen schon l\u00e4ngst, dass\n die Notwendigkeiten der Eind\u00e4mmung des Virus nur der Vorwand sind das \nautorit\u00e4re Experiment weiterzuentwickeln. Die Pr\u00e4senz der Polizei auf \nden Stra\u00dfen und die Einberufung des Milit\u00e4rs sind nur ein Vorgeschmack \nauf das was kommen wird. \u201eWir f\u00fcr \u00d6sterreich\u201c, jetzt machen \u201ewir\u201c die \nGrenzen dicht. \u201eWir\u201c m\u00fcssen zusammenhalten.  Gegen den unbekannten \nFeind. Den unsichtbaren Feind. Gegen den unsichtbaren Feind k\u00f6nnen wir \nden Krieg erkl\u00e4ren. Mit allen Konsequenzen. Wir sehen die Ver\u00e4nderung \nder Sprache. Es wird von Feldlazaretten gesprochen, vom Volkskrieg \n(China), Waffen auf den Tisch legen (Deutschland). Notstand, \nAusgangsbeschr\u00e4nkungen, soziale Kontrolle. Glauben wir wirklich, dass \ndies alles geschieht um den Virus einzud\u00e4mmen ? Nein, es ist eine \u00dcbung.\n Eine \u00dcbung der sozialen Kontrolle, eine Untersuchung im Feld des \nsozialen Krieges in dem wir uns schon vor den Ma\u00dfnahmen befanden. Jetzt \nkann gesehen werden, wer loyal zur Idee des Staates ist und wer nicht. \nDem Abschaum wird sich entledigt, die Gefangen get\u00f6tet, wenn sie es \nwagen auf ihre Situation aufmerksam zu machen (Italien). Die Obdachlosen\n werden eingesammelt und interniert (USA). In \u00d6sterreich werden wieder \neinmal Gesetze erlassen, die die Unternehmen retten, die Arbeiter_innen \naber vor dem Nichts stehen lassen. <br \/>\nUnd was tun wir ? Wir stehen da mit weiten Augen und offenen M\u00fcndern ob \nder Geschwindigkeit der Transformation. Machen uns lustig \u00fcber die \nLoyalist_innen, die brav daheim bleiben und in ganz Europa um 18 Uhr der\n Polizei applaudieren. Sind entsetzt \u00fcber die Aufrufe zur \nSelbstkontrolle. Sind erz\u00fcrnt \u00fcber Menschen, bei denen wir dachten, sie \nst\u00fcnden fr\u00fcher zu mindestens irgendwie auf unserer Seite, die, die jetzt\n am lautesten den Staat und seine Ma\u00dfnahmen verteidigen. <br \/>\nJedoch ist es jetzt an der Zeit uns nicht schockieren zu lassen. Es ist \njetzt die Zeit mit allen unseren Mitteln zu handeln. Die M\u00f6glichkeit \nunsere Positionen der letzten Jahren zu \u00fcberdenken und einen neuen \nSchritt in der Qualit\u00e4t unseres Handelns zu setzten,<br \/>\nDie Corona-Pandemie wird eines Tages vorbei gehen, die Erfahrungen \nnicht. Diejenigen, die unser Handeln verstehen, haben jetzt die Augen \noffen. Sie sehen das Handeln der Mobilfunkkonzerne, die jetzt jegliche \nFassade abwerfen und antreten unsere Leben offensichtlich zu \nkontrollieren. F\u00fcr tausende Menschen platzt gerade die letzte Blase der \nIllusion eines m\u00f6rderischen Kapitalismus, wenn sie vor den Tr\u00fcmmern \nihrer Existenzen stehen, w\u00e4hrend die Unternehmen, die sie jetzt auf die \nStra\u00dfe setzten vom Staat hofiert werden. <br \/>\nWir k\u00f6nnen jetzt sehen, auf welche Gef\u00e4hrt_innen wir uns verlassen \nk\u00f6nnen. Auf diejenigen, die den ersten Schock absch\u00fctteln, ihre \nStrukturen anpassen und wieder handlungsf\u00e4hig sind. Aber wir d\u00fcrfen auch\n nicht diejenigen vergessen, die unsere Unterst\u00fctzung brauchen, unsere \nSolidarit\u00e4t. Diejenigen, die gerade besonders betroffen sind. Sei es nun\n aus Angst vor der Krankheit oder der kommenden Zeiten, diejenigen, die \nsich aus R\u00fccksicht auf sich und andere zur\u00fcckhalten m\u00fcssen. Diese d\u00fcrfen\n wir nicht vergessen, nicht verurteilen und mit all unserer W\u00e4rme und \nLiebe nach der Pandemiewelle wieder begr\u00fc\u00dfen. Denjenigen die uns jetzt \naktiv sabotieren, ihre wahre autorit\u00e4re Gesinnung zeigen, m\u00fcssen wir \naber mit der angebrachten Verachtung entgegen treten. <br \/>\nWir m\u00fcssen jetzt die Augen offen halten und die autorit\u00e4ren Projekte \nanalysieren und benennen. Sei es nun die Forderung Bargeld abzuschaffen \noder das Opfern der Arbeiter_innen f\u00fcr das Wohlergehen der Unternehmen. \nSeien es nun die offenen Skigebiete, die als Herd der Infektion in \nEuropa gelten k\u00f6nnen oder der Ausschluss der Presse (au\u00dfer APA und ORF).\n Seien es nun Rechte, die sofort die Parallele Pandemie und Gefl\u00fcchtete \nziehen oder das Verschweigen jeglicher anderen Themen, an den Grenzen \nEuropas.<br \/>\nDas Konzept Europa ist ersch\u00fcttert und damit auch \u00d6sterreich in seinem \nHerzen. Der globale Kapitalismus hat seine Hilfe bei der Ausbreitung des\n Virus gezeigt. Die Notwenigkeit Luxusproduktion aufrechtzuerhalten, um \ndie Wirtschaft zu stabilisieren offenbart die Farce des Sozialstaates. \nDie pl\u00f6tzlich vorhanden Milliarden f\u00fcr die Wirtschaft und die \nBereitschaft \u201eOpfer\u201c zu bringen straft die Jahrzehnte des z\u00f6gerlichen \nHandelns im Anblick der \u00f6kologischen Katastrophe L\u00fcgen. <br \/>\nDie Staaten entbl\u00f6\u00dfen jetzt endg\u00fcltig ihr Gesicht. Die Welt brennt und \nwir m\u00fcsse ein Teil davon sein.  Unsere Ideen sprechen von einer \nsolidarischen Gesellschaft, einer Gesellschaft in der es kein Problem \nw\u00e4re wenn Produktion zur\u00fcck gefahren werden m\u00fcsste, in der der Mensch \nund die Natur vor Produktionsinteressen st\u00fcnden. <br \/>\nWir haben die Beispiele an denen wir unsere Argumente beweisen k\u00f6nnen \nvor uns liegen. Wir m\u00fcssen sie nur ergreifen. Im Zusammenbruch der \nsozialen Routine besteht unsere M\u00f6glichkeit.<br \/>\nJetzt wo sich das Leben auf wenige Orte beschr\u00e4nkt, k\u00f6nnen wir gezielt \nagitieren. Jetzt wo Probleme skandalisiert wurden k\u00f6nnen wir durch \nentschlossenes Handeln einen Weg f\u00fcr die Wut zeigen. Jetzt wo wir selbst\n aus unserer Routine gerissen wurden k\u00f6nnen wir uns selbst zeigen, wof\u00fcr\n wir stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir d\u00fcrfen uns keinerlei Illusion hingeben: Der Virus ist gef\u00e4hrlich.\n Der vorsichtige Umgang mit sozialen Kontakten ist hierbei genauso \nwichtig, wie die bewusste Anwendung von Hygiene. Der bewusste Umgang mit\n der Informationsflut und die Umsetzung notwendiger Ma\u00dfnahmen dient \nnicht nur unserem Schutz sondern auch dem Schutz unserer Gef\u00e4hrt_innen \nund umgebenden Menschen. Aber auch in Anbetracht dieser Tatsachen, denen\n wir uns stellen m\u00fcssen, haben wir Handlungsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Kapitalismus ist der Virus,<br \/>\ndie Zivilisation die Pandemie,<br \/>\ndie \u00f6kologische Krise die Katastrophe.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die befreite Gesellschaft.<br \/>\nF\u00fcr die Anarchie!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: emrawi.org In Zeiten wo selbst Standard Redakteur_innen davon sprechen, dass sie froh sind, dass es den Verfassungsgerichtshof gibt, weil sie sich Sorgen machen, dass der Staat die momentan notwendigen Ma\u00dfnahmen nicht zur\u00fcck nimmt, treffen anarchistische Ideen und Praxen den Punkt.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[114,118,120,125],"tags":[290,442,1080,403,128],"class_list":["post-8809","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-anarchismus","category-kritikselbstkritik","category-osterreich","category-repression","tag-anarchistinnen","tag-ausnahmezustand","tag-corona","tag-osterreich","tag-wien"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8809"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8809"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8809\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8811,"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8809\/revisions\/8811"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8809"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8809"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8809"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}