{"id":8322,"date":"2019-11-27T11:36:41","date_gmt":"2019-11-27T10:36:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=8322"},"modified":"2019-11-27T11:36:44","modified_gmt":"2019-11-27T10:36:44","slug":"griechenland-anti-terror-operation-in-athen-worte-erklarungen-und-berichte-von-betroffenen-anarchistinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=8322","title":{"rendered":"[Griechenland] &#8222;Anti-Terror-Operation&#8220; in Athen &#8211; Worte, Erkl\u00e4rungen und Berichte von betroffenen AnarchistInnen"},"content":{"rendered":"\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/de.indymedia.org\/node\/47230\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"indymedia (opens in a new tab)\">indymedia<\/a><\/p>\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?attachment_id=7748\" rel=\"attachment wp-att-7748\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-7748\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/i-u-italy-update-on-the-health-situation-of-impris-1-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"\/><\/a>Am 8. November 2019 f\u00fchrte eine Anti-Terror-Operation in Athen zu zwei Festnahmen, bei denen die Anarchisten des Raubes und der Beteiligung an einer Terrororganisation angeklagt wurden. Gleichzeitig suchen die Beh\u00f6rden nach einem weiteren Genossen. Bei dieser Operation \u00fcberfiel die griechische Anti-Terror-Polizei 13 H\u00e4user und nahm 16 Personen zur Befragung fest.<\/p>\n<p>Die nachfolgenden drei Botschaften der von der Anti-Terror-Operation Betroffenen sind auf athens.indymedia.org in Griechischer und Englischer Sprache erschienen. Die Englischen Stellungnahmen wurden ins Deutsche \u00fcbersetzt. Dabei wurde darauf geachtet sinngem\u00e4\u00df zu \u00fcbersetzen, leider k\u00f6nnen einige Formulierungen in ihrer Sch\u00e4rfe und Komplexit\u00e4t durch die doppelte \u00dcbersetzung verschwommen sein. Wir bitten um Anmerkungen und Verbesserungen sollten wir unserem Anspruch in ihrem Sinne die Worte der Gef\u00e4hrtInnen \u00fcbersetzt zu haben nicht gerecht geworden sein.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wir halten es f\u00fcr notwendig die Erfahrungen der Gef\u00e4hrtInnen weiter zu tragen und ihre Worte zu verbreiten. Sie hat es getroffen, gemeint sind wir alle!<\/p>\n<p>Kraft und Freiheit f\u00fcr die Gefangenen und den gesuchten Gef\u00e4hrten!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Botschaft des anarchistischen Genossen Vangelis Stathopoulos vom GADA-Anti-Terror-Hauptquartier<\/strong><\/p>\n<p>Wieder einmal bin ich in der GADA beschuldigt f\u00fcr Handlungen. Doch dies trifft mich nicht, und zwar deshalb weil ich nicht aufgeh\u00f6rt habe gegen Staat und Herrschaft zu k\u00e4mpfen. Die von der Terrorismusbek\u00e4mpfung ausgearbeiteten Szenarien tangieren mich nicht. Ich werde weiterhin standhaft bleiben und k\u00e4mpfen entweder au\u00dferhalb oder innerhalb der Gef\u00e4ngnisse.<\/p>\n<p>Vangelis Stathopoulos &#8211; GADA-Kerker<\/p>\n<hr \/>\n<p>15. November 2019<\/p>\n<p>Von Myrto S.<\/p>\n<p><strong>\u00d6ffentlicher Bericht \u00fcber die Operation der staatlichen Terror-Einheiten und meine Festnahme<\/strong><\/p>\n<p>Am Abend des 8. November, gegen 19 Uhr, umringten 20 vermummte S\u00f6ldner der &#8222;Anti-Terror&#8220; Polizei und zwei \u00dcberfallkommandos der Aufstandsbek\u00e4mpfungseinheiten (MAT) das Haus am Strefi Berg, wo ich mit meinem Partner und Kind wohne. Da ich zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause war, haben sie wahllos einen Nachbarn als Zeugen f\u00fcr die Durchsuchung herangezogen. Die gesamte Investigation dauerte bis 1 Uhr Nachts, die beschlagnahmten Materialien umfassten, so wurde ich sp\u00e4ter w\u00e4hrend meiner Gefangenschaft in der 12. Etage des GADA (Polizeihauptquartier) informiert, eine gro\u00dfe Anzahl an Notizen und politischen Texten, einen Laptop und Speicherger\u00e4te.<\/p>\n<p>Es ist nicht das erste Mal gewesen, dass die Bullen in das Zuhause des Anarchisten D.X. eindrangen und pers\u00f6nliche Gegenst\u00e4nde, politisches Material, Computer und andere wertvolle Gegenst\u00e4nde pl\u00fcnderten ohne Relevantes f\u00fcr ihre Ermittlungen zu finden. Die letzte Razzia fand am Tag der R\u00e4umungen des GARE Squats und drei weiteren Besetzungen am 26. August diesen Jahres, statt, wo sie den Genossen D.X. aus der Nachbarschaft kidnappten und ihn in ein verlassenes Haus verschleppten. Sie hatten dort einen Durchsuchungsbeschluss und suchten Drogen und Waffen, da jemand die Bullen benachrichtigt hatte, dass D.X. sich dort versteckt haben solle. Da sie in diesem Geb\u00e4ude nichts fanden, setzten sie ihre Durchsuchung in unserem Zuhause fort, ohne Resultate. Der Zweck der ganzen Aktion war nat\u00fcrlich uns die Nachricht zukommen zu lassen, dass sie wann immer es ihnen beliebt K\u00e4mpfende mit irgendetwas bezichtigen werden und damit nicht genug, uns wie Drogendealer im Schlamm begraben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Nachricht der Razzia am 08. November kam nicht unerwartet. Es war mir klar, dass das Haus und auch ich pers\u00f6nlich seit einiger Zeit beschattet wurden. Da sie mich nicht zu Hause antrafen, holten sie mich am Morgen des 09. November aus dem Haus von Verwandten, wo ich die Nacht mit meinem Kind verbracht hatte. F\u00fcnf vermummte M\u00e4nner der DAEEV (Anti-Terror Einheit) und ein Staatsanwalt verschafften sich Zugang zum Haus und forderten mich auf als Zeugin in einem Raub\u00fcberfall mit ihnen zu kommen. Ich verweigerte dies und forderte sie auf mir einfach eine Vorladung zu schicken, daraufhin drohten sie mir mich auch mit Gewalt mitzunehmen. Am Ende f\u00fchrten sie mich ohne Handschellen ab und brachten mich in die 13. Etage der GADA in ein B\u00fcro mit einem vermummten Bullen, der mich ununterbrochen \u00fcberwachte. In der Zwischenzeit durchsuchten sie die Wohnungen der Schwester und der Mutter meines Partners. Ich sehe es als Notwendigkeit an, meine Erfahrung und was an diesen Tagen geschah dem allgemeinen Wissen zug\u00e4nglich zu machen.<\/p>\n<p><strong>Die Gedanken sind ihr Ziel<\/strong><\/p>\n<p>In meiner Auffassung ist eine der wichtigstem Methoden der Terror Einheiten der Einsatz einer universellen psychologische Kriegswaffe. Psychologisch, weil es darauf abzielt jeden Widerstand mit allen psychologischen Mitteln zu brechen, und universell, da sie alle ins Visier nimmt.<\/p>\n<p>Das Verh\u00f6r in den wei\u00dfen B\u00fcros der &#8222;Anti-Terror&#8220; Einheit ist eine reine Theatervorstellung, interaktiv, mit ungewissem Ausgang. Die Verweigerung des Zugangs zu einem Anwalt unter dem Vorwand, dass dies eine vorbeugende Verfolgung und keine Verhaftung sei, macht einen Schritt der Isolation der sukzessive ihren Terror \u00fcber uns bringen soll. Was dem folgt ist das ewige Festhalten auf einem Stuhl, in einem B\u00fcro, in absoluter Stille, alles was bleibt ist dem absoluten Feind gegen\u00fcber zu sitzen und die einem bleibenden eigenen Gedanken. Dies ist Folter, Qual und Langeweile, die unter der Androhung einiger erfundener Anschuldigungen und l\u00e4ngerer Gefangenschaft und nat\u00fcrlich mit der gewaltsamen Trennung von meinem kleinen Kind vollzogen wird. Letzteres betrifft nicht nur mich, sondern vielmehr das Kind selbst, ein Fakt der die Folter per se verschlimmert. Das typische Verh\u00f6r besteht aus einer f\u00fcnf min\u00fctigen &#8222;Unterhaltung&#8220; mit irgendeinem Verh\u00f6rspezialisten, der sofort fragte wo D.X. sich aufhalte und ob ich wisse in welche Dinge er involviert sei etc.. Auf Mein Statement, dass als Anarchisten unsere politischen Aktionen bekannt sind und das der genannte Genosse in der letzten Zeit besonders ins Fadenkreuz genommen wurde, sogar mit dem Versuch ihm Waffen und Drogen anzuh\u00e4ngen, kam die Erwiderung: &#8222;Wir tun so etwas nicht, das war eine andere Beh\u00f6rde&#8220;! Desweiteren w\u00fcrden sie sich nicht f\u00fcr seine politischen Aktivit\u00e4ten interessieren, sondern nur f\u00fcr illegal Aktionen. Er verk\u00fcndete das D.X. wegen Raubes und f\u00fcr die Dinge die in meinem Haus gefunden wurden gesucht, festgenommen und angeklagt werden w\u00fcrde, ohne mir mitzuteilen um welche Gegenst\u00e4nde es sich handele. Es scheint, dass die Androhung falsche Beweise zu platzieren, ein Instrument aller Verfolgungsbeh\u00f6rden zu sein scheint. Von dem Zeitpunkt meiner informellen Festnahme bis zu der offiziellen Anklage vergingen 8 Stunden, die nur kurz durch eine \u201ehumanit\u00e4re\u201c Intervention des &#8222;Anti- Terror-Einheit\u201c-Chefs unterbrochen wurde, der seine Sorge um Dimitri&#8217;s Gesundheit zum Ausdruck brachte und zu mir meinte, dies sei das doch alles nicht wert.<\/p>\n<p>&#8222;Warte ein bisschen&#8220; war die einzige Phrase die mir in den 8 Stunden von den vermummten Wachen entgegengebracht wurde. Ich verweigerte Wasser und Essen bis ich in die Zellen der 7. Etage gebracht wurde, wissend, dass Vergiftung ein Werkzeug der Folter und des Verh\u00f6rs dieser Beh\u00f6rden ist. Als zum Schluss meine Anklage erhoben wurde, erfuhr ich, dass ich f\u00fcr den Fund von ein paar Schwertern, unbestimmbaren Rauchsignalvorrichtungen und ein paar Messern festgehalten wurde und am n\u00e4chsten Tag dem Gericht vorgef\u00fchrt werden solle.<\/p>\n<p>Auf dem Weg zwischen einem B\u00fcro zum n\u00e4chsten, stellten sie sicher, dass sich meine Wege mit anderen inhaftierten Zeugen kreuzten unter welchen ich GenossInnen erkannte. Das war der Moment an dem ich realisierte, dass eine umfangreiche Operation mit Verfolgungen, Razzien und m\u00f6glichen Inhaftierungen von GenossInnen im Gange war. Ebendies wurde mir am n\u00e4chsten Tag durch meinen Anwalt best\u00e4tigt, als ich dem Haftrichter vorgef\u00fchrt wurde, bewacht von vermummten Wachen mit Maschinengewehren, obwohl mir nur Vergehen vorgeworfen wurden. Begr\u00fcndet wurde dies indem sie kund taten, ich sei die dritte Inhaftierte im Fall der Aufdeckung der Gruppe Revolution\u00e4re Selbstverteidigung, f\u00fcr den der Anarchist V.S. und ein weiterer Genosse gefangen genommen seien und f\u00fcr welche mein Partner D.X. gesucht werde. F\u00fcr meinen Fall wurde ich am n\u00e4chsten Tag, mit derselben Spezialbehandlung der DAEEV ins Gericht gebracht. Das Verfahren wurde auf den 25. November verschoben, mit der Begleitforderung de Staatsanwalts, dass ich das Land nicht verlassen d\u00fcrfe und alle meine Personaldokumente abzugeben h\u00e4tte. Das Gericht widersprach dem und ich wurde vorerst ohne weitere Restriktionen entlassen.<\/p>\n<p>Vom 08. November bis heute fanden dutzende Entf\u00fchrungen von GenossInnen und Razzien statt, die auch weitergehen werden. Ihr gesetztes Ziel ist endlos und weit gefasst, es betrifft GenossInnen von Besetzungen oder offenen Versammlungen, pers\u00f6nliche und soziale Beziehungen mit einem klaren Fokus auf das GARE Squat. Darauf wo es sich eingebracht hat, wie in den K\u00e4mpfen gegen Repression, besonders in Exarchia, der Solidarit\u00e4t mit politischen Gefangenen, internationale Solidarit\u00e4t und dem Kampf um die Besetzungen. In diesem Rahmen fand auch am 9. November die Belagerung und Invasion in der Nachbarschaft von Prosfygika mit Entf\u00fchrungen und langwierigen Verh\u00f6ren von Mitgliedern des besetzten Prosfygika-Viertel und die Pl\u00fcnderungen in den H\u00e4usern von GenossInnen aus der Nachbarschaft durch die Terroristen statt. In der Zwischenzeit bereichern die Sprachrohre der Autorit\u00e4ten die Kriminalisierung der grass-root organisierten R\u00e4ume mit Andeutungen von &#8222;Informationen&#8220; dar\u00fcber, dass der gesuchte Genosse sich in Besetzungen in Exarchia aufh\u00e4lt. Dar\u00fcber hinaus haben sie bereits klargestellt, dass sie nach der vergangenen Pseudo-Linken Regierung, nach und nach die gesamte anarchistische Bewegung kriminalisieren werden. Praktiken des Kampfes werden als egoistische Verbrechen verleumdet und die K\u00e4mpfenden als Mafiosi, Schmuggler und Drogenh\u00e4ndler diffamiert. Diese gut orchestrierte dunkle Propaganda wurde mit besonderem Augenmerk auf das GARE Squat und den gesuchten Genossen in der vorangegangenen Periode bereits getestet.<\/p>\n<p>Diese Operation findet wenige Tage vor dem Jahrestag des Polytechnio-Aufstands in einem Klima allgemeiner Unterdr\u00fcckung und Angstverbreitung gegen\u00fcber denjenigen die Widerstand leisten statt. Dieser Zeitpunkt ist kein Zufall. Schon lange phantasierten die politischen Autorit\u00e4ten in den Jahren der Sparma\u00dfnahmen davon das Polytechnio in ein Museum zu verwandeln, mit anderen Worten davon jede Erinnerung und Aussicht auf eine Revolte zu Mumifizieren. Die Herrschenden und ihre Sheriffs verk\u00fcnden schon seit Langem und implementieren bereits jede widerst\u00e4ndige Praxis und Struktur umfassend anzugreifen bis hin zu der verst\u00e4rkten Pl\u00fcnderung und Ausbeutung der ProletarierInnen, um sicherzustellen, dass die Vampire dieser Welt etwas mehr unseres Blutes saugen k\u00f6nnen. Das ist warum sie Besetzungen R\u00e4umen, dies ist wieso sie alle Orte des Zusammenkommens und Organisierens von der Karte streichen wollen, deswegen wollen sie unsere Nachbarschaften unter den Tr\u00fcmmern der Gentrifizierung begraben, dies ist der Grund wieso sie mehr Gef\u00e4ngnisse bauen, wieso sie unsere Stra\u00dfen mit Bullen und DenunziantInnen fluten, wieso sie einen Apartheitsstaat f\u00fcr die Migrant*innen und die anderen ins Elend gezwungenen Menschen erschaffen. Weil sie Angst haben&#8230;<\/p>\n<p>Aber wir, die ins Elend und die Armut gezwungenen, wir die Widerstand leisten sind keine M\u00e4use die sich in dunklen Abwasserkan\u00e4len verstecken. Unser &#8222;Kreis&#8220; ist die gesamte Welt. Und wir wissen, dass wir frei sind solange wir k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Kraft und Freiheit f\u00fcr die Gefangenen und den gesuchten Genossen!<\/p>\n<p>Tod dem Faschismus!<\/p>\n<hr \/>\n<p>11. November 2019<\/p>\n<p>Von Karavoltsios Dimosthenis<\/p>\n<p><strong>\u00d6ffentliche Anklage zu meiner Verschleppung und Inhaftierung durch die Anti-Terror Einheiten am 09. November 2019<\/strong><\/p>\n<p>Manche der Geschehnisse vom 09. November sind bereits bekannt, da die nach Aufmerksamkeit heischenden, b\u00fcrgerlichen Denunzianten der Medien bereits alle mit den Nachrichten \u00fcber die Inhaftierungen der von ihnen als &#8222;Revolution\u00e4re Selbstverteidigung&#8220; benannten Gruppe \u00fcberschwemmten. Hingegen wurden einige Informationen zum Charakter der Operation, wie die Verfolgung von GenossInnen und die St\u00fcrmung von zehn Wohnungen in terroristischer Manier, als &#8222;Kollateralsch\u00e4den&#8220; beiseite gelassen..<\/p>\n<p><strong>Um die Geschichte von Anfang an zu erz\u00e4hlen<\/strong><\/p>\n<p>An genanntem Tag gegen 12 Uhr Mittags, w\u00e4hrend ich gerade auf dem Weg von meiner Wohnung in der Prosfygika Nachbarschaft an der Alexandras Stra\u00dfe zu dem \u00f6rtlichen sozialen Zentrum 50 Meter weiter war, \u00fcberfiel mich eine Horde M\u00e4nner, Terroristen der DAAEB, manche von ihnen vermummt und verschleppte mich in das zentrale Polizeihauptquartier. Mit mir zusammen entf\u00fchrten sie eine Genossin, einen Genosse und drei meiner Nachbarn, zwei von ihnen waren in der N\u00e4he der dritte wurde verhaftet, als er aus seinem Haus kam und stehenblieb, um zu sehen was dies f\u00fcr eine &#8222;aufsehenerregende&#8220; Situation in der Nachbarschaft war. Zur gleichen Zeit wurde ein Nachbar verhaftet, der gerade aus seiner Haust\u00fcr kam. Diese Szene des Terrors war offensichtlich bereits gut vorbereitet. Seit der vorherigen Nacht, genauer vorangegangene Nacht um 1 Uhr morgens, als in \u00e4hnlicher Manier ein Genosse \u00fcberfallen und festgenommen wurde, der gerade aus meiner Wohnung trat, was zu dieser Zeit niemand mitbekam. Er fand sich in einem zw\u00f6lfst\u00fcndigen Verh\u00f6r wieder und wurde erst eine halbe Stunde vor dem \u00dcberfall auf mich und meine anderen GenossInnen entlassen.<\/p>\n<p>Um die Situation genauer zu beschreiben: als ich an dem Morgen die T\u00fcr zum sozialen Zentrum erreichte, h\u00f6rte ich Schreie hinter mir. Als ich mich umdrehte sah ich die Terroristen gestresst, eifernd und nerv\u00f6s auf mich zu rennen. Sie schrien, dass ich stoppen solle. Ich bewegte mich langsam auf sie zu und teilte ihnen beschwichtigend mit, dass sie sich beruhigen und durchatmen sollten, da ich lediglich in der Nachbarschaft umher ging und sicherlich keine Waffe bei mir tragen w\u00fcrde. Was sie sp\u00e4ter auch heraus fanden, als sie mich in der Polizeistation durchsuchten. Wahrscheinlich hatte ich Gl\u00fcck, dass sie mich in der Gegenwart von Menschen die mich kennen ausfindig machten, da ich mir sicher bin, w\u00e4re dies zu einer anderen Tageszeit und nicht mitten am Tag der Fall gewesen, dann h\u00e4tten mich meine Genossen f\u00fcr Stunden im Labyrinth des Staates und den Para-Staatlichen Einheiten der Willk\u00fcr gesucht h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Von Anfang an fragte ich nach den Gr\u00fcnden f\u00fcr diesen \u00dcberfall und bestand darauf zu erfahren, ob ich Ingewahrsam genommen oder Inhaftiert w\u00fcrde. Sie bestritten, dass ich verhaftet sei und beteuerten, dass dies nur eine simple Ingewahrsamnahme darstelle. Sie fesselten meine H\u00e4nde mit Handschellen auf meinem R\u00fccken und verfrachteten mich in ein ziviles Polizeiauto. Sie brachten mich, wie auch die anderen GenossInnen, ins GADA und von dort aus in die 12. Etage ins ber\u00fcchtigte Anti-Terror Dezernat. Sie lie\u00dfen uns dort im Flur stehen, mit den Gesichtern zur Wand, immer noch gefesselt und begannen nacheinander unsere Ausweisdokumente zu prueefen. W\u00e4hrend unseres gesamten Aufenthalts dort wurden wir von maskierten M\u00e4nnern und eventuell von Kameras, die um uns herum waren, \u00fcberwacht.<\/p>\n<p>Gegen zwei Uhr nachmittags fragte ich erneut nach dem Grund meiner Verschleppung und machte klar, dass ich wegen eines ernsten Gesundheitsproblems um 15 Uhr meine Medikamente einnehmen m\u00fcsse. Ich verk\u00fcndete, dass die einzige M\u00f6glichkeit des aktiven Widerspruchs die mir in dieser Situation bliebe und die ich ergriff, die sei, in einen unverz\u00fcglichen Hunger- und Durststreik zu treten, bis sie mich \u00fcber den Grund meiner Inhaftierung unterrichten und mir meine Medikamente zug\u00e4nglich machten. Dies war nicht nur ein Akt des Widerstands gegen die Gewalt der Polizei mir gegen\u00fcber, als auch eine Vorsichtsma\u00dfnahme gegen die Folterma\u00dfnahme mit vergiftetem Wasser und Essen, fur das die Anti-Terror Einheit im Umgang mit seinen Geiseln bekannt ist. Ich blieb in diesem Streik bis zu der Minute meiner Entlassung viele Stunden sp\u00e4ter. Mir war bewusst, dass in dieser Situation die Kombination aus fehlender Medikation und Nahrungs- und Wassermangel schwere Konsequenzen f\u00fcr meine Gesundheit bedeuten k\u00f6nnte und das, wo doch in solchen Momenten einem K\u00e4mpfer nichts au\u00dfer seinem K\u00f6rper und dem Geist bleibt. Ich begann mit all meiner Kraft danach zu rufen, dass man mich zu irgendeiner verantwortlichen Person bringe und verlangte meine Medikamente. Trotz der m\u00f6glichen gewaltvollen Reaktion ihrerseits, fuhr ich damit fort. Einer der Vernehmungsbeamten brachte mich in einen Raum, befahl mir mich zu setzen und begann eine Befragung, die das Ziel hatte zu erfahren, ob ich D.X. kenne. Ich antwortete, dass ich ihn nat\u00fcrlich kenne, dass er Anarchist sei, aber nicht wisse wo er sich aufhalte. Nach der dreimin\u00fctigen &#8222;freundlich gehaltenen&#8220; Befragung brachten sie mich in den Raum zu den anderen und verk\u00fcndeten, dass sie mich in einer halben Stunde entlassen w\u00fcrden, was nicht passierte, da sie lediglich blufften und die anderen einzeln nacheinander entlie\u00dfen. Nachdem ich noch mehrere Stunden dort festgehalten wurde, ohne den Grund zu kennen und ohne die M\u00f6glichkeit einen Anwalt zu kontaktieren, wurde ich um 19:30 Uhr entlassen. Es wurde keine Anklage gegen mich erhoben und die pers\u00f6nlichen Gegenst\u00e4nde, die mir vorher genommen wurden, wurden zur\u00fcckgegeben.<\/p>\n<p><strong>Razzia in meiner Wohnung und dem gesamten Wohnkomplex in dem ich lebe<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich in der 12. Etage des Anti-Terror Dezernats gefangen gehalten wurde, brachen andere maskierte M\u00e4nner der selben Einheit bei mir ein und starteten eine Orgie des Terrors gegen die EinwohnerInnen der Nachbarschaft. Sie razzten nicht nur meine Wohnung, sondern das gesamte Geb\u00e4ude. Bis an die Z\u00e4hne bewaffnete, vermummte M\u00e4nner terrorisierten eine Mutter mit ihrem Kind, indem sie ihre Haust\u00fcr fast aus den Angeln brachen und sie gewaltvoll daran hinderten vor ihnen zu fliehen und in Sicherheit zu gelangen. Sie forderten von ihr als Zeugin der Durchsuchung zu fungieren und bei allen Durchsuchungen der Wohnungen dabei zu sein, auch bei denen, bei welchen die BewohnerInnen nicht einmal anwesend waren. Das gleiche Szenario wurde in sechs Wohnungen, meiner eingeschlossen, mit der indiskreten Mentalit\u00e4t der &#8222;kollektiven Verantwortung&#8220; vollzogen. Hier zeigt sich die Essenz eines Terrorregimes, die Herrschaft und der Zwang \u00fcber andere durch den Einsatz von Gewalt und Terror. Dies ist der tiefgreifende Unterschied Terror als reines Instrument des Terrorisierens und Terror als Mittel zur Erhaltung von Macht und Herrschaft. Denn worauf sonst, denn auf die Verbreitung von Angst und Schrecken, zielten die Terroreinheiten an diesem Tag? Wieso sonst stopften sie f\u00fcr Stunden eine Nachbarschaft von ProletarierInnen und MigrantInnen mit schwerbewaffneten, maskierten M\u00e4nnern voll? In den vergangenen Monaten wurden ich, aber auch andere GenossInnen aus der Nachbarschaft von Prsofygika, offensichtlich \u00fcberwacht, als Teile einer Gemeinschaft von Besetzungen und sozialen K\u00e4mpfen. Und das ist kein Einzelfall. Das Gleiche passiert vielen k\u00e4mpfenden Personen zur Zeit &#8211; bis hin zu AkademikerInnen, die nach k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten Anschuldigungen offensichtlich verwanzt w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong>Bringt die gestohlenen Gegenst\u00e4nde zur\u00fcck<\/strong><\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu der Invasion meiner Wohnung. Nachdem sie das komplette Haus auf den Kopf gestellt hatten, fanden sie nat\u00fcrlich weder die Waffen, noch die Drogen auf welche sie gehofft hatten. Misslicherweise f\u00fcr sie, fanden sie lediglich Dinge, die mit \u00f6ffentlichen und gemeinschaftlichen politischen Vorg\u00e4ngen und Aktionen zu tun hatten oder mit Dingen, bei denen ich kein Problem habe sie \u00f6ffentlich zu verteidigen. Die Horden der Anti-Terror Einheiten und der Staatsanwalt sammelten alles, was f\u00fcr sie interessant erschien &#8211; genauer eine gro\u00dfe Sammlung an pers\u00f6nlichem und politischem Archivmaterial, welches nur in den dreckigen Gedanken der Anti-Terror-Einheiten als n\u00fctzlich f\u00fcr ihre Sache erscheint, trotz der Nutzlosigkeit f\u00fcr ihre aktuelle Operation. W\u00e4hrenddessen stahlen sie auch meinen PC und mein Telefon. Diese Praxis, Sachen bei den Durchsuchungen zu stehlen, ohne Begr\u00fcndung oder juristische Grundlage, misst auch eine juristische Legitimation. Nat\u00fcrlich passiert es trotzdem und trifft auch Menschen, welche nicht einmal angeklagt sind. In diesem speziellen Fall bei fehlender Anklage und w\u00e4hrend einer simplen Ingewahrsamnahme auch ohne meine Anwesenheit. Welche ethische, politische oder legale Legitimation kann eine solche Praxis haben?<\/p>\n<p>Dennoch war es nicht das erste Mal, dass die Anti-Terror Einheiten unter vorgefertigten falschen Anschuldigungen in Prosfygika eindrangen. Ein sehr \u00e4hnlicher Vorfall ereignete sich einige Jahre zuvor, wo ein anderer Anarchist in ihr Fadenkreuz geriet und sie ihm schwerwiegende und aufgeblasene Anschuldigungen aufdr\u00fcckten und das Gericht im Nachhinein seine Unschuld feststellen musste. Die Praxis Menschen als Geiseln zu nehmen, sie zu foltern und das Kreieren von &#8222;S\u00fcndenb\u00f6cken&#8220; und &#8222;\u00fcblichen Verd\u00e4chtigen&#8220; um soziale R\u00e4ume ins Visier zu nehmen sind Kern ihrer Unterdr\u00fcckungsversuche.<\/p>\n<p><strong>Die Dinge beim Namen nennen<\/strong><\/p>\n<p>Die Anti-Terror Operation und meine Entf\u00fchrung und Ingewahrsamnahme durch die Anti-Terror Einheit findet in Zeiten harter Schl\u00e4ge des Staates und der neuen Regierung gegen eine soziale Basis, Local&#8217;s, MigrantInnen und Fl\u00fcchtende, die im Territorium des griechischen Staates Leben und Arbeiten, statt. Ein Teil dieser gro\u00dfen Attacke ist die Repression gegen k\u00e4mpfende AnarchistInnen und ihre R\u00e4ume und Strukturen, aber auch gegen den noch verbliebenen sch\u00fctzenden institutionellen Kontext, der langsam auseinander f\u00e4llt, wie der Schutz von Arbeitsbedingungen, das Universit\u00e4tsasyl usw.. Schon jetzt erinnern die Bilder der dutzenden Frauen und Kindern, die in Polizeibusse gedr\u00e4ngt werden an die Pogrome anderer Regime, anderer Orte, anderer Eras. Ebenso die Bilder der Invasion von Orten des Kampfes innerhalb akademischer R\u00e4ume. Der erst k\u00fcrzlich stattgefunden offensive Ausschluss der ASOEE Universit\u00e4t zeigt in umfassender Weise, dass sich eine Front von d\u00fcsteren Angriffen der urbanen Elite formiert. In seiner Tiefe f\u00fchrt die neoliberale und neokonservative Regierung von Neo Demokratia aus, was die Autorin Naomi Klein umfassend in ihrer Schrift &#8222;Schock Doktrin&#8220; als die Politik des Pl\u00fcnderns und der Repression beschreibt, welche die \u00f6konomische und politische Elite vors\u00e4tzlich den Bev\u00f6lkerungen und ihren Ressourcen aufn\u00f6tigt. In Griechenland, im mittleren Osten, in Chile und Afrika. Es ist mehr als offensichtlich, dass die ersten Ma\u00dfnahmen die ergriffen wurden, die selben waren wie in den vielen anderen L\u00e4ndern denen die Tyrannei des Neoliberalismus aufgezwungen wurde. Informationsmonopole, Machtkonzentration bei einer Person, nihilistische politische Positionen, harte politische Unterdr\u00fcckung. In diesem Weg wird eine moderne Diktatur errichtet, die Diktatatur des 21. Jahrhunderts, \u00e4hnlich der Vorg\u00e4nge, die das 20. Jahrhundert in den selben Dekaden ersch\u00fctterte. Bedauerlicherweise hat die vergangene SYRIZA Regierung eine neue schwarze Seite aufgeschlagen, ungelernt von Allende oder der Weimarer Republik, brachte sie die Regierung der &#8222;Seri\u00f6sen Goldenen Morgenr\u00f6te&#8220; hervor. Sie ber\u00fccksichtigten nicht einmal die stattfindenden K\u00e4mpfe in Lateinamerika, wo Staatsstreiche und Interventionen einander abwechseln und die Errungenschaften der Bev\u00f6lkerungen zu Nichte machen. Um die fortschreitende Dystopie zu lindern, m\u00fcssen die K\u00e4mpfe, welche die griechische soziale Basis zu f\u00fchren hat, unvergleichlich st\u00e4rker sein. Das Schlimmste wird jedoch eine Entmenschlichung sein, die versucht, sich in die Menschen zu graben, wodurch das Drehbuch des gro\u00dfen Schriftstellers Kazantzakis \u201eChristus Rekrutiert\u201c als moderner Albtraum wiederbelebt wird. Abschiebelager, Morde an den Grenzen, Alkoholparties und Schweinefleisch Grill Events neben hungrigen Menschen, faschistische Erziehung&#8230;und diese Liste wird endlos bleiben, bis die soziale Basis aufsteht und Widerstand gegen diesen barbarischen Vormarsch leistet.<\/p>\n<p><strong>Soweit es mich betrifft<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe mich und meine Ideen nie versteckt. Seit ich 15 Jahre alt bin, bin ich ein organisierter Anarchist, bin Teil in politischen Kollektiven, sozialen Zentren und Besetzungen und auch Teil von sozialen, Klassen- und internationalen K\u00e4mpfen in einem gr\u00f6\u00dferen Rahmen. Ich bin in einer progressiven Familie und mit den Geschichten des Widerstands aufgewachsen, mit den Geschichten von meinem Gro\u00dfvater der an den Wahltagen zusammengeschlagen wurde und von meinem Vater aus Zeiten der Diktaktur und den &#8222;Bescheinigungen \u00fcber die staatsb\u00fcrgerliche Haltung&#8220;. Fr\u00fch genug verstand ich, dass in dieser Welt und in seiner Komplexit\u00e4t zwei Klassen existieren und sich im Kampf befinden: die unterdr\u00fcckte Gesellschaft und die tyrannischen, unterdr\u00fcckerischen Eliten. Ich habe meinen Platz als Proletarier im Kampf f\u00fcr soziale Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit gefunden. Ich bin stolz auf mein Leben und meine K\u00e4mpfe und immer im Dienste der Schwachen ohne pers\u00f6nlichen Nutzen daraus zu schlagen.<\/p>\n<p>Aus diesen Gr\u00fcnden habe ich keine Angst vor falschen Anschuldigungen und Einordnungen des Staates und bin immer bereit mich selbst, sowie die grundlegenden Prinzipien und Werte des sozialen Kampfes zu verteidigen. In der selben Art und Weise werde ich alle meine \u00f6ffentlich pers\u00f6nlichen und politischen Beziehungen mit AnarchistInnen, egal welche Art von Galgen \u00fcber ihren K\u00f6pfen h\u00e4ngen, verteidigen und egal was f\u00fcr Erpressungen oder Gesch\u00e4fte mir angeboten werden auf diese verzichten.<\/p>\n<p>Mit dieser Nachricht erkl\u00e4re ich, dass ich wie zuvor weiter k\u00e4mpfen werde, denn ich k\u00e4mpfe seit langer Zeit voller Leidenschaft f\u00fcr Freiheit und Liebe f\u00fcr meine Mitmenschen und Mutter Natur. Auch weil ich nichts zu verlieren habe au\u00dfer meine Ketten. Wenn die M\u00f6chtegern-Verfolger mich finden m\u00f6chten, wissen sie sehr genau wo sie mich finden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: indymedia Am 8. November 2019 f\u00fchrte eine Anti-Terror-Operation in Athen zu zwei Festnahmen, bei denen die Anarchisten des Raubes und der Beteiligung an einer Terrororganisation angeklagt wurden. Gleichzeitig suchen die Beh\u00f6rden nach einem weiteren Genossen. Bei dieser Operation \u00fcberfiel die griechische Anti-Terror-Polizei 13 H\u00e4user und nahm 16 Personen zur Befragung fest. 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