{"id":8251,"date":"2019-11-08T16:13:17","date_gmt":"2019-11-08T15:13:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=8251"},"modified":"2019-11-12T13:50:42","modified_gmt":"2019-11-12T12:50:42","slug":"italien-offener-brief-aus-dem-knast-in-neapel-von-andreas-krebs-zu-den-anti-knast-tagen-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=8251","title":{"rendered":"[Italien] Offener Brief aus dem Knast in Neapel von Andreas Krebs zu den Anti-Knast-Tagen 2019"},"content":{"rendered":"<p><strong><i><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?attachment_id=8246\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-8246\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/freedom-converted-150x150.jpg\" alt=\"\" height=\"150\" width=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/freedom-converted-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/freedom-converted-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/freedom-converted-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/freedom-converted-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/freedom-converted.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Wien\/Berlin\/Neapel: Wir dokumentieren hier den offenen Brief von Andreas Krebs, der anl\u00e4sslich der <a href=\"https:\/\/antiknasttage.blackblogs.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Anti-Knast-Tage in Berlin<\/a> Ende Oktober verlesen h\u00e4tte werden sollen, was leider aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden nicht geklappt hat.<\/i><\/strong><\/p>\n<p>Andreas geht es nach wie vor sehr schlecht, und die Nachricht, dass sein Brief nicht vorgelesen wurde, hat ihn schwer getroffen. Wir wollen mit dieser Ver\u00f6ffentlichung zum Einen diesen Fehler wieder gut machen und zum Anderen ein Update zu seiner Situation in seinen eigenen Worte bringen. Wir haben nur wenig erg\u00e4nzt, gestrichen oder ganz selten unverst\u00e4ndliche Textpassagen ausgebessert. Nun sollte alles gut verst\u00e4ndlich sein.<\/p>\n<p>Bitte teilt diesen Brief, verbreitet ihn weiter, schreibt Andreas. Er freut sich \u00fcber jede noch so kleine Postkarte. Au\u00dferdem sammeln wir sehr intensiv Geld f\u00fcr ein weiteres Gutachten f\u00fcr die zweite Instanz. Wir brauchen ungef\u00e4hr 5.000\u20ac, um den Gutachter aus dem Fachbereit Pathologie bezahlen zu k\u00f6nnen. Bitte spendet f\u00fcr Andreas. Er muss dringend raus aus dem Knast.<\/p>\n<p>ABC Wien, Anfang November 2019<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>++++++++++++++++++++++<\/p>\n<p><strong>Mein Lieblingsspruch aus K\u00f6nig Richard der III von William Shakespeare: \u201eDas wildeste Tier kennt doch des Mitleids Regung. Ich kenne keins und bin daher kein Tier\u2026\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Meine Lieben!<\/p>\n<p>Wie gut, dass ich dieses Buch <em>(Anmerkung ABC Wien: folgende Zeilen f\u00fcllen tats\u00e4chlich ein ganzes kleines Buch im A5-Format.)<\/em> aufgehoben habe, weil ich es f\u00fcr Zeichnungen viel zu schade fand. Ich werde dieses Buch also f\u00fcr Aufzeichnungen nehmen, gewisse Dinge schildern sowie auch meine Eindr\u00fccke und Erfahrungen. Dies soll f\u00fcr die Anti-Knast-Tage sein, um Menschen dar\u00fcber zu informieren, wie das Leben in einem fremden Staat hinter Gittern ist, in dem ich verschiedene Themen auffasse, auch wenn ich mich in einigen Dingen bereits in vorherigen Briefen wiederholte. Sicher schildere ich alles etwas durcheinander\u2026 (\u2026) Zuerst m\u00f6chte ich mich bei allen f\u00fcr die ganze Unterst\u00fctzung bedanken, bei ALLEN und ich hoffe von Herzen, dass es auch allen drau\u00dfen im \u00dcberwachungsstaat gut geht.<\/p>\n<p>Ich gr\u00fc\u00dfe ALLE, auch die in Haft sind, und auch die, die mich pers\u00f6nliche nicht kennen! Mir ist zudem wichtig, dass ALLE wissen, dass ich mit meinen Gedanken und Herzen bei euch bin, sowohl bei meiner Frau, als auch bei allen anderen.<\/p>\n<p>Ich werde schreiben, wie es mit in den Kopf schie\u00dft, das Leben und auch der Tod, Hoffnung, Tr\u00e4ume, Verzweiflung und so weiter. Werde auch versuchen, jeden Tag einige Seiten zu schreiben, obwohl es mir zurzeit sehr sehr schwer f\u00e4llt, die Gedanken zu sammeln und dazu fehlt mir die komplette Motivation. Dennoch sehe ich es als meine Pflicht an Menschen mit diesen Zeilen zu erreichen. Nicht nur f\u00fcr mich sondern f\u00fcr die ganzen zahlreichen Inhaftierten auf der ganzen Welt!<\/p>\n<p>Da man mir seit Monaten versprochen hat, ich darf t\u00e4glich an einen PC zum Schreiben, warte ich nicht l\u00e4nger, lasse mich nicht verarschen und ruhig stellen, sondern mache alles mit der Hand. Soll die Obrigkeit mich doch mal gerne haben und ich werde nicht noch einmal danach fragen! Das verbietet mein Stolz und meine Ehre!<\/p>\n<p>Euer Andreas<\/p>\n<p>Sorry, mit geht es zurzeit nur noch beschissen! (&#8230;)<\/p>\n<p>Ich befinde mich nun f\u00fcr mich gef\u00fchlt eine halbe Ewigkeit im Knast von Secondigliano (Anmerkung ABC Wien: Neapel\/Italien), davon ein Jahr auf einer Observationsstation, wo ich fast 24 Stunden unter Bewachung\/Beobachtung unter Verschluss war. Erst seit etwa zwei Monaten (ich habe jegliches Zeitgef\u00fchlt verloren) wurde ich auf eine Station verlegt, die von 8-20 Uhr t\u00e4glich offen ist. Eine Vorzeigestation, wo nur Studenten sind, und Bewerbungen von Gefangenen aus ganz Italien kommen. Keine Ahnung, was ich auf dieser Station soll, wenn man mich doch an Schule oder \u00e4hnlichem nichts machen l\u00e4sst. Trotz meines gesundheitlichen Zustandes arbeite ich von 7 Uhr fr\u00fch bis mindestens 13 Uhr mittlerweile. Jeder sieht, dass etwas nicht passt, aber man glaubt mir damit einen Gefallen zu tun, damit ich nicht soviel Nachdenke. Da t\u00e4uschen sie sich.<\/p>\n<p>Die meisten Beamten sind mittlerweile sehr h\u00f6flich zu mir. Respektvoll, doch das musste ich mir erst erk\u00e4mpfen, indem ich einmal richtig ausflippte, und niemand mich so bisher erlebt hat. Doch dieses Gef\u00e4ngnis an sich ist eine reine Katastrophe! Es funktioniert hier nichts! Antr\u00e4ge, Schreiben werden einfach unbeantwortet gelassen und immer wieder h\u00f6re ich den Spruch: Wir sind in Italien. Worauf ich sage: Nein, in der EU. Die \u00e4rztliche Versorgung ist einfach unter aller Sau und sowas von unhygienisch, das habe ich noch nie erlebt!<\/p>\n<p>Was ich hier ganz gezielt ansprechen m\u00f6chte ist der Rassismus. Es ist eine Schweinerei, was mit vielen ausl\u00e4ndischen Gefangenen gemacht wird, ganz besonders auch die afrikanischen Gefangenen! Hier ein paar Beispiele und alles habe ich selbst erlebt und das jeden verdammten schei\u00df Tag. Die Gefangenen, die sich f\u00fcr die Arbeit versammeln vor der Zentrale im Erdgescho\u00df, kommen oft die \u00c4u\u00dferungen von Gefangenen vor den Beamten \u201eHey Negro, aus dir mache ich statt schwarz wei\u00df!\u201c. Oder \u00c4u\u00dferungen von Beamten (ob Spa\u00df oder nicht) \u201eWir sind hier in Auschwitz, ich will nichts h\u00f6ren oder sehen\u201c.<\/p>\n<p>Viele ausl\u00e4ndische Gefangene lassen sich das gefallen, l\u00e4cheln und sind dennoch weiter h\u00f6flich. Die meisten Beamten sind relativ respektvoll, aber es gibt solche und solche. Ein ausl\u00e4ndischer Gefangener m\u00f6chte ein Telegramm in seine Heimat schicken, die Idiotie an der ganzen Sache, nur auf Italienisch. Wie soll das also gehen? Einer will nach Ghana oder ich nach Deutschland schreiben, aber nur auf Italienisch? Das liegt nicht einmal an der Anstalt, sondern direkt an der Dreckspost, die in jeder Hinsicht zu faul sind. Oder Lebensmittel. Kein Ausl\u00e4nder kann sich aus seiner Heimat Lebensmittel bringen oder auch schicken lassen (meine Frau Jutta kann ein Lied davon singen). Es hei\u00dft dann: Nur italienische Lebensmittel, nicht anderes! Ich wollte mit eine englische CD \u00fcber den Kaufmann bestellen und als Antwort bekomme ich zu h\u00f6ren, nur italienische Musik CDs \u2013 spezielle CDs muss man sich von den Angeh\u00f6rigen neu schicken lassen.<\/p>\n<p>Nazi\u00e4u\u00dferungen geh\u00f6ren hier zum allt\u00e4glichen Leben! Und der Rassismus ist hier im S\u00fcden schon sehr extrem. Menschen schlitzen sich auf, versuchen sich zu erh\u00e4ngen und die Beamten sehen nur zu. Sie wollen sich auf keinen Fall mit irgendetwas anstecken. Da habe ich nun schon von so vielen Beamten geh\u00f6rt, die ich deswegen zu Rede stellte. Bis auf die ausl\u00e4ndischen Gefangenen halten sich alle nun etwas von mir zur\u00fcck, weil sie Angst haben, mit dem was ich schreibe und keiner will hier in eine linke Schublade.<\/p>\n<p>Anfangs versorgten sie mich noch mit Zeitungsartikeln \u00fcber Revolten hier im S\u00fcden in anderen Anstalten, aber das haben sie dann doch schnell wieder gelassen. Im Prinzip stehen alle Gefangenen unter Druck, denn sie bekommen vom Staat alle 6 Monate 45 Tage von der Haft entlassen \u2013 bei guter F\u00fchrung. Die ausl\u00e4ndischen Gefangenen begr\u00fc\u00dfen mein Tun und jeder einzelne von ihnen, wenn er mich sieht, dr\u00fcckt mich herzlich, selbst wenn ich gerade beim Arbeiten bin und wie bei diesem Wetter total verschwitzt.<\/p>\n<p>Zurzeit, also die letzte Woche, war es relativ ruhig und es gab nur wenig Vorf\u00e4lle, wo sich Menschen aufschlitzen. Das Schlimme ist, dass ich jeden einzelnen kenne, der das macht und mitten in der Nacht werde ich geholt, um die Zentrale, W\u00e4nde und das B\u00fcro des Sanis zu putzen. Dann stehe ich oft in riesigen Blutpf\u00fctzen. Ich sage kein Wort dabei, ziehe Handschuhe \u00fcber und bin dann teilweise zwei bis drei Stunden besch\u00e4ftigt, das Blut weg zu machen. Aber es belastet mich so sehr, dass auch das ein Grund ist, warum ich nachts aufwache, am Bettrand sitze und dar\u00fcber nachdenke, was sich da f\u00fcr ein Drama abspielt.<\/p>\n<p>Ein Gefangener, ein Russe, drehte durch, weil er keinen Besuch hatte, so griff er sich den Pulver-Feuerl\u00f6scher und bespr\u00fchte die Beamten, griff dann in seinen Munde und holte einer Rasierklinge raus und schlitzte sich den Bauch auf. Als sie, die Beamten, nach zwei Stunden zugegriffen haben, brachten sie ihn in die Isolation und da bekam er zus\u00e4tzlich noch schlimme Schl\u00e4ge. Ich sah ihn eine Woche sp\u00e4ter hier im Haus und er erz\u00e4hlte mir alles. Kurze Zeit sp\u00e4ter wurde er ans andere Ende von Italien verlegt.<\/p>\n<p>Italienische Gefangene laufen hier sogar teilweise mit zig Schl\u00fcsseln von Beamten rum, um raus auf dem Anstaltsgarten zu arbeiten oder f\u00fcr sonstige T\u00fcren. Ein Beamter wollte mir vor Tagen so einen Schl\u00fcsselbund geben und ich weigerte mich und sagte, dass er der Beamte ist und nicht ich. Gepasst hat es ihm nicht, denn er musste ja jetzt zus\u00e4tzlich arbeiten und mir Putzkammern und so weiter \u00f6ffnen. Im Gem\u00fcsegarten wird fast alles, was w\u00e4chst und nachw\u00e4chst, von Beamten mit nach Hause genommen, und nur die zwei, die dort arbeiten, bekommen etwas ab.<\/p>\n<p>Keiner von denen will zu viel machen! Egal, was f\u00fcr Antr\u00e4ge ich schreibe, nicht kommt von denen beantwortet zur\u00fcck! Ich will nicht sagen, dass alle Beamten so sind, aber 75 % schauen wirklich nur TV und sitzen den ganzen Tag rum. In letzter Zeit wurden auch einige Gefangene verlegt, die etwas hier zu melden haben, und so sind \u00dcbergriffe mit Stichwaffen auf anderen Stationen weniger geworden.<\/p>\n<p>Dennoch ist es ein Schweinesystem, wo nichts funktioniert, der Gefangene nur bel\u00e4chelt und belogen wird. Seit Wochen verspricht man mit, dass ich am Tag 2 Stunden bezahlt bekomme, das war im Juli. Die Kosten f\u00fcr Medikamente, Brille, Kopien und Versand haben mir mein ganzes Geld aufgefressen. Und dem Wunsch einer genauen Auflistung ist man immer noch nicht nachgekommen. Seit zwei Wochen haben ich nichts mehr zum Trinken (von der Anstalt gibt\u2019s ja nichts, au\u00dfer einmal im Monat 2 Rollen Klopapier) und nichts mehr zum Essen. Zu den Leuten gehe ich nicht mehr, die sind mir zu arrogant und glauben, dass es einen Dreck bringt, was ich alles \u00fcber hier schreibe und dass sich eh nichts \u00e4ndert. Ich solle mich damit abfinden. Kein Wunder, dass sich nichts \u00e4ndert, wenn niemand etwas tut! Was f\u00fcr Wichser! Das Leitungswasser ist hier reines Gift und gerade f\u00fcr meine Nieren extrem kalkhaltig und niemand r\u00fchrt das Leitungswasser an!<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte auf ein paar Seiten noch etwas zu den Anti-Knast-Tagen sagen und die Notwendigkeit. Bis vor dem Jahr 2012 wusste ich nicht einmal, dass es sowas wie die Anti-Knast-Tage gibt, und darum hatte ich damals auch viel \u00fcber so manches erz\u00e4hlt!<\/p>\n<p>Ein beeindruckendes Moment ist dieses Jahr im Januar bei mir geblieben, und da schrieb mir jemand, dass die Person sich das sehr zu Herzen genommen hat mit dem, was ich erz\u00e4hlte, und die Verantwortung, die man hat, wenn man einem Gefangenen schreibt. Er ist letztendlich wie ein kleines Kind, das man auch nicht so einfach fallen lassen kann! Leider wollte ich dieser Person schon dreimal schreiben, doch jedes Mal kam die Post unzustellbar zur\u00fcck. Das fand ich schade, denn dieser Person war die Verantwortung sehr wohl klar. Liebe Gr\u00fc\u00dfe, falls die Person gerade anwesend ist. <em>(Anmerkung ABC Wien: Wir haben die konkrete Adresse der Berlinerin, falls sich wer angesprochen f\u00fchlt&#8230;)&nbsp;<\/em><\/p>\n<p>Die AKT sollten auch auf andere L\u00e4nder \u00fcbergreifen, denn jede Person <em>(Anmerkung ABC Wien: gemeint sind wohl Gefangene)<\/em>, mit der ich in Deutschland oder hier sprach, kennt das niemand. Bitte macht damit weiter und egal was kommt, h\u00f6rt damit niemals auf!!<\/p>\n<p>Was w\u00e4re zu tun? Einzelne Gefangene k\u00f6nnten so viel Reklame hinter den Mauern machen, auch hier! Wie oft habe ich in meiner Zeit in Haft Soli-Hungerstreiks gemacht, ob f\u00fcr die griechischen Gefangenen oder andere! Und alle von der Obrigkeit haben gekuscht. Das lag aber auch zum gr\u00f6\u00dften Teil an der \u00d6ffentlichkeitsarbeit von euch! Ich hatte einen gewissen Schutz um mich rum. Das, was ich verlangte f\u00fcr uns alle, war noch nicht mal \u00fcbertrieben. Einfache normale Dinge. Vielleicht sollte man genug Flyer vor den Anstalten an Angeh\u00f6rige verteilen, um so noch eine viel breitere Masse zu erreichen? Es ist schade, dass ich diesmal nicht dabei sein kann, aber es w\u00fcrde den ganzen Rahmen sicher auch sprengen, was ich zu erz\u00e4hlen h\u00e4tte, und jetzt nun auch noch aus einem sogenannten EU-Staat.<\/p>\n<p>Soeben schlitzte sich wieder jemand auf, diesmal am Hals und traf dabei seine Schlagader. Ich habe keine Ahnung, ob er es \u00fcberlebt hat. Ich wei\u00df nur, dass Gefangene daf\u00fcr verantwortliche sind, ihn auf die Krankenstation zu bringen. Ich kann wegen solchen Geschehnissen kaum mehr schlafen. Sehe das Blut vor mir und dazu mein eigenes Erlebtes. Seit Jahren eigentlich verfolgen mich diese Dinge, wo ich ein starkes Trauma habe! Sachen, die in N\u00fcrnberg u.a. in Haft passiert sind und auch vor der Haft, wo ein Freund von mir Anfang der 90er Jahre von einem Heckensch\u00fctzen vor meinen Augen eine Kugel in den Kopf bekam. Ich sah Dinge, die sich kaum jemand nur ansatzweise vorstellen kann. Als ich damals kurz in Jugoslawien war im sogenannten Bosnienkrieg, sah ich wie zwei Kinder einfach von einem Panzer \u00fcberrollt wurden. Ich werde diesen Anblick nie vergessen! Anschlie\u00dfend floh ich und UCK-K\u00e4mpfer halfen mir zu fliehen. Das hei\u00dft dann auch 10 Jahre Einreiseverbot nach Frankreich.<\/p>\n<p>In Haft die st\u00e4ndigen Schl\u00e4ge, Wasser aus der Toilette trinken (N\u00fcrnberg), oder wie in Santa Maria, wo sie mich alle zwei Tage schlugen, mit F\u00e4usten auf den Hinterkopf, Tritte in die Seiten und R\u00fccken \u2013 regelrechte Folter!<\/p>\n<p>So vieles was im Kopf ist, was ich innerhalb der Mauern sah, Freunde gingen ganz pl\u00f6tzlich \u00fcber Nacht und am Morgen stand der Leichenwagen da. Menschen, mit denen ich t\u00e4glich zusammen gewesen bin! Ich gedenke oft den Toten und von der wahren Zahl haben wir alle keine Ahnung. Wie viele wurden durch W\u00e4rters Hand get\u00f6tet, wo ich h\u00f6rte: &#8222;Ja hau drauf, da gleich nochmal und hier hast du noch eine.&#8220; Am n\u00e4chsten Tag war er in Landshut tot. Denen <em>(Anmerkung: Den W\u00e4rtern)<\/em> ist nichts passiert!<\/p>\n<p>Oder die Drecks Nazi-Kn\u00e4ste, in denen ich zuletzt war\u2026 Hier kann ich kaum etwas ausrichten, wie und mit wem? Ich ziehe mich zur\u00fcck, rede mit wenigen, aber dennoch haben sie Respekt von beiden Seiten, da ich, wie gesagt, einmal richtig ausflippte und 12 Beamte sich nicht an mein Gitter trauten. Vorher schlug ich einen durchs Gitter eine in die Fresse, weil er frech wurde und meine Kicks h\u00f6rte man im ganzen Haus. Als ich immer wieder gegen das Gitter schlug und den Beamten anschrie, komm mach dieses Gitter auf. Das sprach sich rum und man hat verstanden, Respekt gegen Respekt, dass ich alleine in einer Zelle sein m\u00f6chte und ganz besonders kein gro\u00dfes Gequatsche. Wie oft sagte ich, ich mache ernst, denn mittlerweile und mit dem was man mit mir gemacht hat, ist mir so langsam aber sicher alles schei\u00dfegal!!!<\/p>\n<p>Ich will nicht mehr reden, denn es bringt nichts mehr und mit der Wand zu reden ist sicher besser. Vor einigen Tagen kippte jemand vor mir um, und ich sah sofort, dass er Epilepsie hat und die Atmung nicht passt. Ich hielt nur seinen Kopf, streichelte sein Gesicht und redete beruhigend mit ihm. Gefangene wollten seine verkrampften Finger \u00f6ffnen und ich stie\u00df sie weg und sagte, dass sie das lassen sollen. Die Beamten standen rum und die Sanit\u00e4terin schaute nur bl\u00f6d. Total hilflos! Ich schrie sie an, dass sie die notwendige Spritze holen soll, was sie machte. Und man lies mich machen, zweimal passierte das. Daran sieht man, wie hilflos man ist! Es brauchte l\u00e4ngere Zeit, bis es ihm besser ging und ich blieb die ganze Zeit bei ihm. Schlimm, wenn Menschen sich einmischen wollen, aber keine Ahnung haben, was man in so einem Fall zu tun hat und unterlassen muss.<\/p>\n<p>Einmal band ich jemanden mit Druckverband die Pulsader ab. Das zum Thema ich und ein M\u00f6rder&#8230;<\/p>\n<p>Doch die letzten Tage bin ich selbst sehr weit unten, stelle alles nur noch in Frage und am 1. April 2019 <em>(Anmerkung: das erstinstanzliche Urteil im aktuellen Gerichtsverfahren)<\/em>, als ich 24 Jahre bekam, dachte ich, es sei ein Aprilscherz, und bat die anwesenden Beamten mir eine Kugel in den Kopf zu schie\u00dfen. Sie beruhigten mich, und ich solle die n\u00e4chste Instanz abwarten. Ja, wie lange denn? Und dann? Das ist doch kein Leben, sondern so oder so mein Todesurteil, eben nur auf Raten. Hier gibt es einen Artikel vom italienischen Gesetz, der hei\u00dft: &#8222;Fine Pena mai Articolo 999&#8220; \u2013 bis zum Tod im Knast. Auch ganz junge Leute. Knofo sagte einmal \u201eEs gibt keinen besseren Staat, sondern nur noch viel schlimmere!\u201c<\/p>\n<p>In einen von diesen befinde ich mich. In jeder Anstalt, in der ich in Deutschland war, versorgte ich mich im Falle einer Auslieferung mit einer \u00dcberdosis Tabletten, weil ich genau wusste, das wird ein Fall a la Amanda Knox und sie werden mit mir machen, was sie wollen. Leider wurde ich mitten in der Nacht vom SEK \u00fcberrascht. So kam ich nie dazu an mein Versteck zu kommen, wo diese Arschl\u00f6cher zu bl\u00f6d waren es zu finden. In Moabit w\u00fcrde ich ca. alle f\u00fcnf Minuten \u00fcberwacht, um ja die Auslieferung nach Italien zu vollziehen. Oh wie oft habe ich zu allen in Deutschland gesagt, ihr werdet sehen, sie machen mit mir, was sie wollen und alles was ich prophezeit habe kam genau so. Zu Di Rubbo, meinem Anwalt, sagte man vom Gericht, dass er sehr gute Arbeit geleistet hat, aber man leider nicht anders k\u00f6nne. Di Rubbo sieht zwei Dinge in der \u00c4u\u00dferung des Gerichts, ich bin Ausl\u00e4nder und ein linksextremer Terrorist. Alles spricht f\u00fcr mich. Oder auch gegen mich, obwohl alles so offensichtlich ist? Dazu kommt, dass das Gericht und Angeh\u00f6rige etc. sich alle kennen und aus dem gleichen Ort kommen. Was soll man also davon noch halten?<\/p>\n<p>T\u00e4glich sitze ich da, denke \u00fcber alles nach. Am Abend stehe ich um 21 Uhr am Fenster, lausche den Starts und Landungen der Flugzeuge, frage mich, wo sie wohl hinfliegen, sehe die Sterne und fast t\u00e4glich den Mond. Ich will auch gar nicht unter den Tisch kehren, dass ich mittlerweile so starke Depressionen habe, und nur noch \u00fcberlege, was wohl das Beste w\u00e4re. Mittlerweile bin ich einfach zu nichts mehr motiviert, liege Stunden auf dem Bett und versuche in meinem Kopf etwas Musik abzuspielen, runter zu fahren. Hin und wieder hatte ich etwas Alkohol getrunken oder mir Tavor <em>(Anmerkung: Das ist ein starkes Beruhigungsmittel, ein Benzodiazepine)<\/em> und so weiter besorgt, um das alles nicht weiter ertragen zu m\u00fcssen. Leider bringt es nichts.<\/p>\n<p>(&#8230;) Ich sch\u00e4me mich oft mit dem, was alles f\u00fcr mich getan wird und auch von meiner Partnerin, die mir st\u00e4ndig einen Teil ihres HarzIV-Geldes schickt, um mir Essen und Trinken zu kaufen und was man sonst noch so braucht, weil man einfach in allem sich selbst \u00fcberlassen ist. Aber ich wei\u00df, dass das Leben drau\u00dfen auch kein Zuckerschlecken ist und f\u00fcr jeden einzelnen jeder Cent wichtig ist. Darum will ich vieles gar nicht! Bis zur n\u00e4chsten Instanz kann es noch ewig dauern und diesmal dauern die Verhandlungen noch viel, viel l\u00e4nger. Ich schaffe das nicht mehr. Zum ersten, wie es mir gesundheitlich geht und zum anderen der ganze Psychoterror! Vor einigen \u201eMonaten\u201c schrieb ich lieben Menschen einen Text zum Thema Tod hinter Gittern. Wie viele Lebensl\u00e4ngliche kenne ich, die sich lieber die Todesstrafe w\u00fcnschen, sofort! Aber die, die ich kenne, bringen die Kraft selbst nicht daf\u00fcr auf, dem allen ein Ende zu setzen. Ich habe keine Angst davor, das was mich einzig und allein belastet ist der Schmerz, den Menschen, wie meine Frau und alle anderen lieben Menschen dadurch durchleben. Das einzige, was ich mir jedoch w\u00fcnschte, w\u00e4re die g\u00fcnstigste L\u00f6sung auf den Spandauer Friedhof. Ich wei\u00df, dass sicher bald etwas passieren wird, denn so mache ich nicht weiter!<\/p>\n<p>Darum beeile ich mich auch so mit dem Schreiben, gerade auch f\u00fcr die Anti-Knast-Tage, weil ich dieses so unglaublich wichtig finde! Menschen sollen verstehen, was einem durch den Kopf geht und was er alles durchleben muss! F\u00fcr mich pers\u00f6nlich ist es so oder so Mord. Ob auf Raten oder sofort in einem Zug! Und mir ist wichtig, selbst zu bestimmen, was mit mir passiert und nicht diese Schweine. Ja, es sind dreckige Schweine, egal welcher Staat!<\/p>\n<p>Manchmal ist mir zum Heulen, dann gehe ich auf die Toilette, schlie\u00dfe die T\u00fcre und lassen den Tr\u00e4nen freien Lauf! So sieht es keiner, ich bewahre Haltung und laufe nur noch wie eine Maschine durch dieses Haus. Vor Tagen sagte ein Beamter, dass er sieht, dass es mir nicht gut geht und ich sagte zu ihm \u201eUnd weiter?\u201c Nicht mehr sagte er. Zum Gl\u00fcck bin ich einer von ganz wenigen, die alleine in einer Zelle untergebracht sind, aber es war ein Leichtes, dem Trottel von Psychologen oder Psychiater was vorzumachen. Der Psychologe hat eh nur mehr Interesse an seinem BMW-Motorrad und fragt mich st\u00e4ndig um Rat. Und die andere\u2026 naja! Dumm wie Brot und nicht ein klein wenig Interesse an den Gefangenen. Und wer sich schneidet, wird abgef\u00fcllt mit Psychopharmaka und das mehrfach t\u00e4glich.<\/p>\n<p>Heute sah ich wieder wie zwei neue ausl\u00e4ndische Gefangene beim Arzt behandelt wurden wie Schei\u00dfe! Die beiden Gefangenen haben nicht verstanden, was wirklich los ist, und was die von denen wollen. Also ab zur\u00fcck auf die Zelle. So einfach ist das. Dumm aus der W\u00e4sche haben sie gesehen, aber was h\u00e4tten sie auch machen sollen? Ein Arschloch von h\u00f6herem Beamten sagte heute zu mit etwas \u00fcber die Politik in Deutschland, was mich gar nicht so interessierte. Und dann meinte er, fehlt nur noch der Schnurrbart und ich h\u00e4tte \u00c4hnlichkeit mit Hitler. Sowas muss man sich gefallen lassen. Ich lie\u00df alles stehen und liegen und ging einfach, ohne sein verficktes B\u00fcro zu putzen. Das machen die nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen Gefangenen und gerade auf den Rassistenabteilungen. Keine Ahnung, was diese Art von Sp\u00e4\u00dfen sein sollen, aber mich wundert auch nicht was in den meisten Programmen l\u00e4uft, nur Hitler und Mussolini. Tja, und dazu die Sau von Salvini!<\/p>\n<p>Heute fragte ich doch ganz offen, warum Gefangenen sich so viel von der Anstalt gefallen lassen und nicht mal gleich einige auf die Barrikaden gehen. Als Antwort bekam ich zu h\u00f6ren \u201eJa, da kommen dann gleich mehrere Beamte und verpr\u00fcgeln einen!\u201c. Ich sagte \u201eJa und weiter? Wie viele Beamte wollen sie denn daf\u00fcr aufbringen, 300?\u201c Richtig organisiert, da machen die Beamten einen Schei\u00dfdreck und im Gegenteil, ratzfatz w\u00fcrde man Zugest\u00e4ndnisse machen. Kein Beamter w\u00fcrde sich da noch trauen und selbst wenn, f\u00fcr eine gute Sache ein paar Schl\u00e4ge?! Aber dazu w\u00fcrde es gar nicht erst kommen, weil die Beamten nur bei einzelnen Gefangenen gewaltt\u00e4tig werden, aber niemals in einer gr\u00f6\u00dferen Zahl. Ich sagte zu den Gefangenen auf der Station, alles klar und ich habe noch besser verstanden. Was f\u00fcr ein Schei\u00df-System! Aber es unterscheidet sich vom Verhalten kaum etwas wie in Deutschland. Kein Wunder, dass ich so sehr am Ende bin und einfach keinen Bock mehr habe! Diese Hosenschei\u00dfer!<\/p>\n<p>Man hat das schon gut im Griff hier. Als Beispiel: Werfen Gefangene zu viel M\u00fcll aus dem Fenster, werden alle bestraft, indem man im Monat einmal weniger anrufen darf. Tja, und dann das mit den 45 Tagen, alle sechs Monate, was ich schon angesprochen habe. Durch Kleinigkeiten, egal wo, werden die Gefangenen sch\u00f6n ruhig gestellt. Es gibt hier ein paar Beamte, die von mir schon Spitznamen bekommen haben. Einer zum Beispiel hei\u00dft Mareschalo G\u00f6ring, f\u00fchrt sich auf, aber so bl\u00f6d dass er nicht mal wei\u00df, wer G\u00f6ring gewesen ist. Ein Arschloch, der Typ, der mich aber auch mittlerweile in Ruhe l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Einer hei\u00dft doch wirklich Rex, und ich sage dann immer, ah da schau an, Kommissar Rex ist wieder am Start. So viele, die richtig geile Namen bekommen haben, aber zu dumm sind zu wissen, wer diese Menschen waren. Obwohl doch im TV Tag und Nacht Programme sind, wo nur \u00fcber \u2013 wie schon geschrieben \u2013 Hitler und Mussolini berichtet wird.<\/p>\n<p>Leider musste ich fast eine Woche meine Zeilen unterbrechen, da es mir gesundheitlich nur noch katastrophal geht. Bin einfach zusammengebrochen vor Schmerzen im Bauchraum und wurde regelm\u00e4\u00dfig am Tag bewusstlos. Die Beamten dachten, dass es das gewesen ist mit mir. F\u00fchlte mich einfach nur K.O. und habe Dauerschmerzen. Seit \u00fcber zwei Wochen schei\u00dfe ich Wasser, kann nichts mehr essen und das einzige, was getan wird, sind Infusionen. Da ich nicht wei\u00df, wie sich mein Zustand h\u00e4lt, werde ich auch nicht mehr so viel schreiben k\u00f6nnen wie geplant. Doch ich liege oft nur noch flach und meine lieben Mitgefangenen schei\u00dfen sich nen Dreck darum. Was ich so nicht erwartet h\u00e4tte. Ich \u00fcberlege, wie kann ein Mensch sich sein vielleicht restliches Leben eingesperrt, von allem weg, sich st\u00e4ndig in jeder Art und Weise bevormunden lassen? Nur der sich brechen l\u00e4sst oder sich vorspielen l\u00e4sst, dass es f\u00fcr ihn noch eine Chance gibt. Aber wer daran glaubt, ist entweder naiv oder ein Idiot.<\/p>\n<p>Heute wurde mir gesagt, dass ich keine weiteren Medikamente mehr bekomme, da ab heute, 30.09.2019, alles ausgelaufen ist. Ich dachte, ich h\u00f6re nicht richtig, aber ihre Drecksarbeit darf ich machen, schei\u00dfegal, ob ich Schmerzen habe. Ich antwortete nur, ich komme nicht mehr zum Sani und mir reicht es endg\u00fcltig! Mittlerweile wird wieder sch\u00f6n in der Ambulance geraucht und TV gesehen, was eigentlich eine Zeit lang eingestellt war. Wie viele Anw\u00e4lte oder auch Fremd\u00e4rzte, die ich unten beim Putzen treffe, sagen zu mir, dass das hier ein richtiger Dreckstall ist! Ich wei\u00df nicht mehr, was ich darauf sagen soll. Aber so sieht es hier aus, einfach katastrophal!<\/p>\n<p>Wie viele von euch werden dann den Raum verlassen und in einer Woche noch an meine Zeilen denken? Wir brauchen uns da nichts vormachen, viele haben drau\u00dfen genug Probleme, ob pers\u00f6nliche oder andere und vergessen dann, was f\u00fcr ein Drama sich hinter den gro\u00dfen Mauern abspielt. Man darf die Menschen hinter diesen Mauern einfach nicht vergessen und gerade die Anti-Knast-Tage sind ein wichtiger Bestandteil, sich intensiv damit auseinander zu setzen, dass es hinter den Mauern eine andere Welt gibt, eine Welt die sich kaum jemand vorstellen kann, der nicht selbst einmal hinter Gittern gewesen ist!<\/p>\n<p>Ich befinde mich leider in einer noch viel schlimmeren Welt, in einem anderen Land, wo man zwar glaubt, es ist die EU und alles l\u00e4uft wie in Deutschland oder auch \u00d6sterreich. Nein, hier z\u00e4hlt nichts, einfach nicht und man ist sich selbst in jeder Form \u00fcberlassen!<\/p>\n<p>Nun hoffe ich euch allen einen kleinen Einblick davon gegeben zu haben, wie es in einem anderen \u201eEU\u201c-Land vor sich geht, wie man sich an Regeln h\u00e4lt und doch auf die Menschen schei\u00dft. Ich werde, solange ich kann, weiter schreiben, trotz des Vorwurfs, ich bin ein linksextremer Terrorist. Meine Unschuld an der Tat, f\u00fcr die ich hier bin, habe ich bewiesen. Aber es wird einfach nur alles ignoriert. Nun habe ich euch genug Stoff zum Nachdenken gegeben. Und vielleicht macht man etwas draus, erweitert die Anti-Knast-Tage und nimmt es zum Anlass, mehr auf die Barrikaden zu gehen.<\/p>\n<p>Vielleicht kann ABC Wien, die in engeren Kontakt zu mir stehen, dazu noch etwas mehr sagen oder gewissen Briefe von mir vorlesen.<\/p>\n<p>Ich gr\u00fc\u00dfe alle einzelnen von euch, die hier gerade anwesend sind und auch die, die gerade aus welchen Gr\u00fcnden auch immer, nicht da sein k\u00f6nnen! Macht einfach weiter! Dam it, denn die Anti-Knast-Tage sind und bleiben einfach eine gute Sache! Nur aus meiner Sicht muss mehr gemacht werden, diskutieren alleine hilft nicht mehr!<\/p>\n<p>Ich gr\u00fc\u00dfe euch alle ganz herzlich und bin in meinen Gedanken an diesen Tagen ganz besonders fest bei euch ALLEN!<\/p>\n<p>Euer Andreas<\/p>\n<p>Danke f\u00fcr alles!<br \/>\nGedenkt am 31.10., der Tag von Holger!<em><br \/>\nAnmerkung: Wir glauben, dass damit Holger Meins gemeint ist, der am 9.11.1974 in Haft an den Folgen eines Hungerstreiks starb.)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wien\/Berlin\/Neapel: Wir dokumentieren hier den offenen Brief von Andreas Krebs, der anl\u00e4sslich der Anti-Knast-Tage in Berlin Ende Oktober verlesen h\u00e4tte werden sollen, was leider aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden nicht geklappt hat. Andreas geht es nach wie vor sehr schlecht, und die Nachricht, dass sein Brief nicht vorgelesen wurde, hat ihn schwer getroffen. 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