{"id":8162,"date":"2019-10-17T12:21:45","date_gmt":"2019-10-17T10:21:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=8162"},"modified":"2019-10-17T12:22:13","modified_gmt":"2019-10-17T10:22:13","slug":"fantasma-nr-3-klandestine-anarchistische-zeitung-oktober-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=8162","title":{"rendered":"[Fantasma Nr. 3] Klandestine anarchistische Zeitung &#8211; Oktober 2019"},"content":{"rendered":"\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/fantasmamagazine.noblogs.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"fantasma magazine (opens in a new tab)\">fantasma magazine<\/a><\/p>\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?attachment_id=8163\" rel=\"attachment wp-att-8163\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-8163\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/fantasma3-150x150.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"\/><\/a><strong><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?attachment_id=8164\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fantasma Number 3<\/a> &#8211; Editorial<\/strong><\/p>\n<p>Viele Wochen sind vergangen. Viele Schritte haben mir den Weg bereitet. Es gab keine andere Linie, die mich durch das Verborgene f\u00fchrte. Nur meine beiden F\u00fc\u00dfe. Sie trugen mich, zeigten mir das weitl\u00e4ufige Gr\u00fcn hin zu Felsen, Schluchten und H\u00f6hlen. Viele w\u00e4ren voller Wagemut emporgeklettert, h\u00e4tten mit gesch\u00e4rftem Blick nach unten geschaut oder w\u00e4ren mit kindlicher Neugierde in das h\u00f6hlenartige Schwarz gelaufen. Aus dem Augenwinkel bemerkte ich die sich ver\u00e4ndernde Umgebung, aber ich entschied mich, sie zu ignorieren. Mutiger, gesch\u00e4rfter Blick, kindliche Neugierde, daf\u00fcr war jetzt nicht die Zeit. Aber jetzt stehe ich hier, vor einem gigantischen Wasserfall, dessen Strudel alles und jede*n in seine Tiefe versenken kann. Ich halte inne, schaue auf den faszinierenden Schaum, h\u00f6re das Ger\u00e4usch von tropfendem Wasser. Es ist wundersch\u00f6n, bringt aber auch den Tod.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>\u00dcber das Projekt: <\/strong><\/p>\n<p><strong>INMITTEN DER GESELLSCHAFT\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Da und dort auftauchend, mit dem starken Bed\u00fcrfnis nach N\u00e4he, Vertrauen und Komplizenschaft. Immer auf der Suche nach einem Leben, das sich echt anf\u00fchlt. Das sich nicht in verschiedenen Abstufungen zensieren muss. Das durch Authentizit\u00e4t die eigene F\u00e4hrte Richtung Koh\u00e4renz freudig aufzunehmen bereit ist. Das mehr sein will, als ein herumschwirrender Schatten inmitten der Gesellschaft\u2026<\/p>\n<p>Das vorliegende Zeitungsprojekt Fantasma ist ein Ausdruck dieser Suche. Es entspringt dem Umstand der unfreiwilligen, aber selbst gew\u00e4hlten Klandestinit\u00e4t und ist dementsprechend nicht ortsgebunden. Wir, die Autorenschaft, hegen das Bed\u00fcrfnis, als Unsichtbar\u00ad-Gemachte \u00fcber dieses&nbsp; Unsichtbar-\u00adSein zu sprechen. \u00dcber gemachte Erfahrungen und \u00dcberlegungen in dieser Situation. Von uns, aber auch, und das w\u00e4re sehr sch\u00f6n, von anderen Gef\u00e4hrt*innen, die sich momentan auf einer solchen Reise<br \/>befinden oder einst befunden haben. Und da das Unsichtbare nicht ohne sein Gegenst\u00fcck existieren kann, ermutigen wir auch all die Sichtbaren, die indirekt von einer solchen Situation betroffen sind, eigens verfasste Artikel einzuschicken. Um die \u00dcberlegungen und Initiativen, fernab von technischen Fragen, \u00f6ffentlich zur Debatte zu stellen und somit einen Raum f\u00fcr Diskussion und Austausch mit allen Interessierten zu er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Das Bed\u00fcrfnis, die sich in alle Richtungen erstreckende Mystifizierung der Klandestinit\u00e4t, von dem Trugbild des wilden und spektakul\u00e4ren Rebellen\u00ad-Lebens (eine Fiktion aus Hollywood mit seinen \u00fcblichen Rollenverteilungen, bestehend aus Akteur*innen und Zuschauer*innen) bis hin zu jenem Trugbild des \u00e4ngstlich\u00ad-paranoiden Vagabunden\u00ad-Lebens, zum Boden der Tatsachen hin aufzul\u00f6sen. Bestimmt gibt es Momente voll von wildem Enthusiasmus und Tatendrang. Genauso wie voller Zweifel und<br \/>Verzweiflung. Doch bilden diese beiden Pole lediglich den Schwarz\/Wei\u00df\u00ad-Rahmen, der die vielen Graustufen, die uns ausmachen,<br \/>beieinander h\u00e4lt. Diesen Rahmen als das Ganze zu verkennen und daraus ein fixes Bild werden zu lassen, w\u00fcrde nur dazu f\u00fchren, das komplexe Leben mit all seinen Wirrungen auf das sich reproduzierende Spektakel mit seinen vorgefertigten starren Bildern und Rollen zu reduzieren.<\/p>\n<p>Das Bed\u00fcrfnis, durch dieses Kommunikationsinstrument all die verborgenen F\u00e4higkeiten des Individuums, seine Autonomie, sowie seine endlosen Handlungsspielr\u00e4ume hervorzuheben, und es somit als Ausgangspunkt f\u00fcr eine revolution\u00e4re Transformation der Gesellschaft zu definieren. Egal, in welcher spezifischen Situation es sich gerade befindet. Dem staatlichen Verfolger den Mittelfinger zeigend, hoffen wir, mit diesem Blatt einen Beitrag zum anarchistischen Projekt zu leisten und uns zusammen mit ihm weiterzuentwickeln. Um dieses bescheidene Projekt jedoch bekannt zu machen und es in alle Himmelsrichtungen verstreuen zu<br \/>k\u00f6nnen, sind wir auf die Solidarit\u00e4t der Sichtbaren angewiesen. Denn unsere Situation erlaubt es uns leider nicht, euch aufzusuchen, euch kennenzulernen, mit euch von Angesicht zu Angesicht zu sprechen, unser Projekt an einem Info\u00ad-Abend vorzustellen oder dergleichen.<\/p>\n<p>So rufen wir euch auf, diese unregelm\u00e4ssig erscheinende Zeitung zuvervielf\u00e4ltigen, zu verteilen und in die Kn\u00e4ste und die hintersten Winkel dieser Gesellschaft weiterzureichen. Damit sie Teil einer herrschaftsfeindlichen Debatte, mit Kurs auf die soziale Revolution, sein kann, \u00fcber die Grenzen der Sichtbarkeit hinaus, und zu subversivem Handeln anregt. Vielen Dank f\u00fcr eure Solidarit\u00e4t und Unterst\u00fctzung durch Worte und Taten\u2026<\/p>\n<p>Wir hoffen, von euch Beitr\u00e4ge, Anregungen, sowie Kritiken auf die unten stehende Mail\u00ad Adresse zu erhalten. Zudem freuen wir uns auf \u00dcbersetzungen der jeweiligen Ausgabe (die ebenfalls auf diese Mail\u00adAdresse gesendet werden k\u00f6nnen), damit diese wiederum gelayoutet und publiziert werden kann.<\/p>\n<p><a href=\"mailto:fantasmamagazine@riseup.net\">fantasmamagazine@riseup.net<\/a><br \/>(zur eigenen Sicherheit TOR\u00ad-Browser benutzen)<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: fantasma magazine Fantasma Number 3 &#8211; Editorial Viele Wochen sind vergangen. Viele Schritte haben mir den Weg bereitet. Es gab keine andere Linie, die mich durch das Verborgene f\u00fchrte. Nur meine beiden F\u00fc\u00dfe. Sie trugen mich, zeigten mir das weitl\u00e4ufige Gr\u00fcn hin zu Felsen, Schluchten und H\u00f6hlen. 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