{"id":8007,"date":"2019-09-19T14:35:40","date_gmt":"2019-09-19T12:35:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=8007"},"modified":"2019-09-19T14:35:41","modified_gmt":"2019-09-19T12:35:41","slug":"nirgendwo-uberall-ein-lacheln-aus-dem-nirgendwo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=8007","title":{"rendered":"[Nirgendwo\/\u00dcberall] Ein L\u00e4cheln aus dem Nirgendwo"},"content":{"rendered":"\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/de.indymedia.org\/node\/37536\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"indymedia (opens in a new tab)\">indymedia<\/a><\/p>\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?attachment_id=7959\" rel=\"attachment wp-att-7959\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-7959\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/arton2602-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"\/><\/a><em>Antwort auf den Brief \u201e<a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=7958\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">An den Gef\u00e4hrten im Nirgendwo<\/a>\u201c<\/em><\/p>\n<p>Liebe Freund*innen und Gef\u00e4hrt*innen,<\/p>\n<p>Euer Brief hat mich erreicht. \u00dcber den \u00c4ther flogen die Nullen und Einsen wie von Zauberhand, um sich dann in Buchstaben zu dekodieren. Buchstaben, die Worte formten. Worte, die S\u00e4tze bildeten. S\u00e4tze die es vermochten, mir Tr\u00e4nen in die Augen zu schie\u00dfen. Und obwohl mich eure Zeilen daran erinnern, wie sehr ihr mir alle fehlt und wie unersetzlich und einzigartig unsere Verbundenheit ist, waren es keine Tr\u00e4nen der Verzweiflung. Denn wie ihr so wundervoll geschrieben habt \u2013 \u201eWir sind noch da und du bist in unserem Leben und unseren K\u00e4mpfen pr\u00e4sent, mit deiner sch\u00f6nen und energischen Art, an die wir uns gerne erinnern\u201c \u2013 bin auch ich noch da, oder eher dort, und halte euch mit eurer unersch\u00fctterlichen W\u00e4rme und Solidarit\u00e4t so pr\u00e4sent wie nur m\u00f6glich in meinem Innern. Dieses Pr\u00e4sent-Halten ist ein Schatz und wurde ein Teil von mir, ihr wurdet ein Teil von mir.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Mehr als 3 Jahre dauert meine Reise nun schon an und ich bin froh, dass ihr in meinem Herzen mit von der Partie seid. Deswegen waren es auch keine Tr\u00e4nen der Einsamkeit, als ich von euren Erlebnissen der letzten 3 Jahre gelesen habe. Ich war im Geiste n\u00e4mlich bei euch, begleitete euch auf der Info-Tour, erz\u00e4hlte dort von meinen Erfahrungen, lauschte anderen Geschichten und genoss es, all die interessierten Menschen kennenzulernen. Ebenso Zuhause begleitete ich euch im Geiste, nahm an Diskussionen teil, f\u00fchrte vertraute Gespr\u00e4che, \u00fcbersetzte Gedanken in Handlungen, reflektierte diese im Nachhinein, lachte, weinte und schwieg mit euch zusammen.<\/p>\n<p>Wenn ich an mein \u201ealtes Leben\u201c zur\u00fcckdenke, bedauere ich eigentlich nur, nicht mehr Zeit mit euch verbracht zu haben. Viel zu schnell rannte ich in meinem eigenen Hamsterrad und viel zu langsam war ich darin, im richtigen Moment herauszuh\u00fcpfen, um mir f\u00fcr all die tollen und bereichernden Menschen Zeit einzur\u00e4umen, die ich um mich wusste. Ein Spagat, dessen ziehenden Schmerz wohl vielen Sozialrevolution\u00e4r*innen bekannt ist.<\/p>\n<p>Wie gerne h\u00e4tte ich all die Debatten miterlebt, die ihr ob der Frage, in die Klandestinit\u00e4t zu gehen, gef\u00fchrt habt. Wie gerne h\u00e4tte ich mir all die Unklarheiten, Zweifel und wilden Vorstellungen diesbez\u00fcglich angeh\u00f6rt, die in euren K\u00f6pfen herumschwirrten. Denn obwohl ich mich in der Klandestinit\u00e4t befinde, bin ich nicht wirklich schlauer als ihr, was dieses Thema angeht. Es ist ein Spiel des Ausprobierens, des Scheiterns und des erneuten Ausprobierens. Und dazwischen sp\u00fclt das Meer der Erfahrung immer mal wieder eine Erkenntnis an Land.<\/p>\n<p>Ihr fragt euch bestimmt, wie sich mein jetziges Leben gestaltet, wie mein Alltag aussieht, ob ich neue Freund -und Komplizenschaften habe kn\u00fcpfen k\u00f6nnen, ob ich neuen Projekten nachgehe, ob die Flucht meine scharfen Z\u00e4hne abgestumpft hat und ob ich eigentlich selbst noch den \u00dcberblick habe, wer ich gerade bin. Letzteres ist immer wieder mal eine kleine Herausforderung f\u00fcr mein Ged\u00e4chtnis, aber das h\u00e4lt mich fit im Kopf und ist demnach gar nicht mal so schlecht. Und wenn gar nichts mehr geht, berufe ich mich einfach auf das kleine gelbe M\u00e4dchen im Freizeitpark, die schreit \u201eIch bin die Eidechsenk\u00f6nigin!\u201c. Ihr seht, ich habe gerade das Bed\u00fcrfnis mit euch zu lachen, denn dieses Schreiben, dieses In-Kontakt-Treten mit euch erheitert mich. Leider muss ich die Antworten der restlichen Fragen eurer Fantasie \u00fcberlassen, denn wie ihr schon anget\u00f6nt habt, k\u00f6nnte unter Umst\u00e4nden die hypothetische M\u00f6glichkeit bestehen, dass hier wer mitliest, der nicht Adressat dieses Schreibens ist. An dieser Stelle werte*r Unform-Tr\u00e4ger*in: ein gepflegter Mittelfinger, ganz f\u00fcr Sie allein!<\/p>\n<p>Ihr, meine Freund*innen und Gef\u00e4hrt*innen, sollt nie vergessen, dass ich euch fest in meinem Herzen trage, egal wo mich der Wind noch hinbringen sollte. Dass ich mit euch weiterhin f\u00fcr eine herrschaftsfreie Welt k\u00e4mpfe, Seite an Seite, allen abertausenden Windm\u00fchlen des autorit\u00e4ren und liberalen Schreckens zum Trotz!<\/p>\n<p>In vermissender Liebe und mit revolution\u00e4rer Solidarit\u00e4t<\/p>\n<p>euer Gef\u00e4hrte aus dem Nirgendwo<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: indymedia Antwort auf den Brief \u201eAn den Gef\u00e4hrten im Nirgendwo\u201c Liebe Freund*innen und Gef\u00e4hrt*innen, Euer Brief hat mich erreicht. \u00dcber den \u00c4ther flogen die Nullen und Einsen wie von Zauberhand, um sich dann in Buchstaben zu dekodieren. Buchstaben, die Worte formten. Worte, die S\u00e4tze bildeten. 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