{"id":7950,"date":"2019-09-11T20:01:36","date_gmt":"2019-09-11T18:01:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=7950"},"modified":"2019-09-11T20:04:46","modified_gmt":"2019-09-11T18:04:46","slug":"frankreich-offener-brief-aus-dem-franzosischen-knast-die-drei-von-der-autobahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=7950","title":{"rendered":"[Frankreich] Offener Brief aus dem franz\u00f6sischen Knast &#8211; die drei von der Autobahn"},"content":{"rendered":"\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/de.indymedia.org\/node\/37366\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"indymedia (opens in a new tab)\">indymedia<\/a><\/p>\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?attachment_id=7951\" rel=\"attachment wp-att-7951\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-7951\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/42312-150x122.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"122\"\/><\/a>Im Folgenden dokumentieren wir einen Brief, der von einem der &#8222;Drei von der Autobahn&#8220; geschrieben wurde (ebenfalls ver\u00f6ffentlicht auf www.redside.tk).<\/p>\n<p>&#8222;30.08.19, an alle die mich bzw. uns da drau\u00dfen unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Jetzt sitzen wir, das hei\u00dft wir \u201edrei von der Autobahn\u201c, schon fast 1,5, Wochen in Gefangenschaft der franz\u00f6sischen Klassenjustiz. Alles hat damit angefangen, dass uns die Gendarmerie auf dem Weg nach Spanien, mitten auf der Autobahn rauzszog und das Auto, gemeinsam mit der deutschen Bundespolizei kontrollierte.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nach dieser Kontrolle kamen wir aufgrund einiger Gegenst\u00e4nde, die die franz\u00f6sischen Beh\u00f6rden als gef\u00e4hrlich ansahen, in Gewahrsam. Im n\u00e4chsten Schritt kamen wir nach dem Verh\u00f6r bei der Gendarmerie in die zentrale Gefangenensammelstelle der Police Nationale, die extra f\u00fcr die G7 Gefangenen eingerichtet wurde.<\/p>\n<p>Nach mehreren skandal\u00f6sen Verh\u00f6ren, teils nachts um vier Uhr, DNA Entnahmen, erkennungsdienstlicher Behandlung u.s.w. wurde uns nach etwa 40 Stunden Gewahrsam im Eilverfahren der Prozess gemacht. Nochmals anzumerken ist, dass bis dato f\u00fcr den normalen b\u00fcrgerlichen Staat keine Straftaten vorlagen! Doch aufgrund des riesigen Drucks, der auf der Propagandamaschinerie des franz\u00f6sischen Staates lag, um antidemokratische, neofaschistische, neoliberale und rassistische Gesetze zu legitimieren, wurden uns am 23.8.2019 vor dem Tribunal de Bayonne folgende Tatvorw\u00fcrfe gemacht:<\/p>\n<p>Illegaler Waffenbesitz aufgrund eines Pfeffersprays, das im Auto gefunden wurde, welches in Deutschland v\u00f6llig legal ist.<\/p>\n<p>Und Bildung einer Gruppe \/ Versammlung, die nur nach Frankreich gekommen ist, um Schaden an Menschen und \/ oder Gegenst\u00e4nden anzurichten.<\/p>\n<p>Am Ende der Verhandlung stand eine Haftstrafe von zwei bzw. drei Monaten f\u00fcr nichts. Wir wurden sofort nach dem Urteilsspruch in Handschellen gelegt und ohne die M\u00f6glichkeit eines letzten Gespr\u00e4chs mit unseren Anw\u00e4lten abtransportiert. Die Kr\u00f6nung dieses absurden Urteils gipfelte noch darin, dass man uns in drei verschiedene Kn\u00e4ste brachte, um uns noch den letzten Funken Hoffnung zu rauben. Doch das werden sie nicht schaffen!<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns klarwerden, in was f\u00fcr einer Zeit wir leben und welche Ziele die Herrschenden damit verfolgen, uns weltweit einzusperren und zu unterdr\u00fccken. \u00dcberall auf der Welt sind reaktion\u00e4re Kr\u00e4fte auf dem Vormarsch, \u00fcberall versuchen sie durch wachsende Staatswillk\u00fcr, faschistoide Gesetzesversch\u00e4rfungen, rassistische Abschiebemethoden und durch einen patriarchalen Rollback die revolution\u00e4re bzw. fortschrittliche Bewegung zu schw\u00e4chen. Doch das werden sie nicht schaffen!<\/p>\n<p>\u00dcberall auf der Welt keimt Widerstand auf. Von Biarritz im Baskenland, \u00fcber Hamburg und Rojava bis nach Hongkong.<\/p>\n<p>\u00dcberall auf der Welt k\u00e4mpfen Menschen f\u00fcr eine befreite Gesellschaft. Und \u00fcberall auf der Welt versuchen die kapitalistischen Systeme, sich durch steigende Repression zu sch\u00fctzen und die fortschrittlichen Kr\u00e4fte zu unterdr\u00fccken. Doch das werden sie nicht schaffen!<\/p>\n<p>Auch wenn uns harte Zeiten bevor stehen, auch wenn sie uns massenweise einsperren wollen, werden sie nie unser politisches Bewusstsein brechen, dass eine andere Welt m\u00f6glich ist. Von den Gipfelgefangenen von Biarritz und Hamburg \u00fcber tausende GenossInnen in Kurdistan, die inhaftiert sind oder die steigende Verfolgung in Hongkong.<\/p>\n<p>Wir werden das alles zusammen durchstehen, alle zusammen!<\/p>\n<p>Danke an Alle da drau\u00dfen, die so viel Solidarit\u00e4tsarbeit leisten und in den letzten Jahren geleistet haben! United we stand! Lasst uns wenigstens in den wichtigsten Punkten unsere Spaltungsmechanismen \u00fcberwinden! Alle zusammen gegen den Faschismus! Unsere Solidarit\u00e4t gegen ihre Repression!<\/p>\n<p>Diesmal hat es uns getroffen, vor ein paar Wochen die drei von der Parkbank! Und wieder m\u00fcssen wir uns darauf besinnen, getroffen hat es ein paar einzelne, doch gemeint sind wir alle! Freiheit f\u00fcr alle politischen Gefangenen.<\/p>\n<p>Danke an alle, die sich drau\u00dfen um uns k\u00fcmmern, uns B\u00fccher und Post schicken und sich mit uns solidarisieren!<\/p>\n<p>Viele Gr\u00fc\u00dfe aus dem franz\u00f6sischen Knast! F\u00fcr die soziale Revolution! Lang lebe die befreite Gesellschaft!<\/p>\n<p>Einer der \u201edrei von der Autobahn\u201c&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;Solidarit\u00e4t ist grenzenlos\u2026<\/p>\n<p>\u2026aber es kostet M\u00fche und viel Geld, sich im fernen Ausland zu engagieren\u2026<\/p>\n<p>Wir fragen nicht, welche Grenzen zu \u00fcberwinden sind, wenn unsere 3 Genossen eben mal mehr als 1.000 km entfernt und fernab im Knast landen, sondern organisieren Solidarit\u00e4t. Aber wir verschlie\u00dfen auch nicht die Augen vor der notwendigen Anstrengung, Distanz, Kultur- und Sprachbarrieren aus dem Weg zu r\u00e4umen. Da gibt es so Einiges, was unsere Leute vor Ort brauchen, nicht nur anwaltlichen Beistand.<\/p>\n<p>Das werden wir zweifelsohne schaffen, aber es kostet eben mehr als reines Engagement und daher brauchen wir neben viel Energie eben auch Geld. Hierf\u00fcr hat die Rote Hilfe N\u00fcrnberg \u2013 F\u00fcrth \u2013 Erlangen ein Sonderkonto eingerichtet.<\/p>\n<p>Spendet an<\/p>\n<p>Rote Hilfe RG Nbg, F\u00fc, Er<\/p>\n<p>GLS Bank<\/p>\n<p>Kennwort autobahn<\/p>\n<p>IBAN: DE85430609674007238359<\/p>\n<p>BIC: GENODEM1GLS<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Rote Hilfe ist gleichzeitig der Briefkasten f\u00fcr Post an die Genossen, denn die freuen sich sicher auf jedes Lebenszeichen von drau\u00dfen und insbesondere auf eure guten W\u00fcnsche. Wir schicken jeden Brief weiter. Bedenkt aber bitte die Portokosten. Ein Brief (&lt;20g) international kostet 1,10 Euro \u2013 eine Postkarte 0,95 Euro, die ihr bitte in Briefmarken beilegt und ab geht die Post \u00fcber<\/p>\n<p>Rote Hilfe OG N\u00fcrnberg<\/p>\n<p>Eberhardshofstr. 11<\/p>\n<p>90429 N\u00fcrnberg<\/p>\n<p>Deutschland<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: indymedia Im Folgenden dokumentieren wir einen Brief, der von einem der &#8222;Drei von der Autobahn&#8220; geschrieben wurde (ebenfalls ver\u00f6ffentlicht auf www.redside.tk). &#8222;30.08.19, an alle die mich bzw. uns da drau\u00dfen unterst\u00fctzen. Jetzt sitzen wir, das hei\u00dft wir \u201edrei von der Autobahn\u201c, schon fast 1,5, Wochen in Gefangenschaft der franz\u00f6sischen Klassenjustiz. 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