{"id":777,"date":"2013-10-05T14:49:19","date_gmt":"2013-10-05T12:49:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=777"},"modified":"2013-10-05T14:49:19","modified_gmt":"2013-10-05T12:49:19","slug":"gedanken-uber-die-hexenjagd-auf-anarchisten-nach-attacken-in-bristol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=777","title":{"rendered":"Gedanken \u00fcber die Hexenjagd auf Anarchisten nach Attacken in Bristol"},"content":{"rendered":"<p>\n\t(gefunden auf: <a href=\"http:\/\/www.abc-berlin.net\/gedanken-ueber-die-hexenjagd-auf-anarchisten-nach-attacken-in-bristol\">abc-berlin.net<\/a>)\n<\/p>\n<p>\n\tAls die Flammen aufleuchteten, welche das Schusswaffen-Trainingszentrum der Polizei in der N&auml;he von Bristol verschlangen, schockte dies das Land. Niemals zuvor in Menschengedenken gab es so einen lodernden Aufstand auf britischem Boden und gezielt auf so ein profiliertes Ziel. Die Massenmedien wurden hysterisch und sprachen von einem &bdquo;anarchistischen Terrornetzwerk&ldquo;. Das <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/94970\" target=\"_blank\">Kommuniqu&eacute;<\/a>, urspr&uuml;nglich auf Bristol Indymedia ver&ouml;ffentlicht, wurde auf der ganzen Welt zitiert und schnell wurden dubiose Verkn&uuml;pfungen zwischen dem Brandanschlag in Portishead und anderen Angriffen im Vereinigten K&ouml;nigreich ausgemacht.\n<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\n\t<br \/>\n\tNach der Brandstiftung ver&ouml;ffentlichte das lokale rechte K&auml;seblatt, The Post, einen Artikel in dem behauptet wird, die Avon &amp; Somerset Polizei w&uuml;rde eine &bdquo;Razzia gegen KrawallmacherInnen und ExtremistInnen&ldquo; vorbereiten und &bdquo;verschiedene potentiell gef&auml;hrliche Gruppen &uuml;berwachen&ldquo;. Sie bezogen sich dabei auf einen Bericht der Polizei mit dem recht stalinistischen Titel: &bdquo;Unser F&uuml;nf-Jahres-Ziel&ldquo;, in dem sie sagen, sie haben eine Serie von Operationen gestartet, um &bdquo;Informationen &uuml;ber subversive Organisationen zu sammeln&ldquo;. Darauf folgt ein weiterer Artikel, des selben Redakteurs, mit der Aussage: &bdquo;Wir alle sollten die Polizei in ihrer Kampagne gegen Anarchisten unterst&uuml;tzen.&ldquo;\n<\/p>\n<p>\n\tDies ist ein klarer Versuch der Polizei und von &bdquo;The Post&ldquo; AnarchistInnen zu drohen. Wir sollten uns darauf vorbereiten ein hohes Ma&szlig; an staatlicher Repression zu erfahren, doch das sollte uns nicht davon abhalten gegen das unterdr&uuml;ckerische System zu agieren, welches unser Leben kontrolliert. So lange der Staat existiert hatte er schon immer ein Monopol auf den legitimen Einsatz von Gewalt, welche er durch die Polizei aus&uuml;bt. Wenn eine andere Gruppe von Menschen Gewalt benutzt, um ihre Ziele zu erreichen, ger&auml;t der Staat in Panik, dass er den Zugriff auf die Gesellschaft verliert sowie im August 2011 als hunderte von Leuten auf die Stra&szlig;e gingen und N&auml;chtelang randalierten und pl&uuml;nderten ohne Angst vor Polizeigewalt zu haben.\n<\/p>\n<p>\n\tDer Staat ist beunruhigt &uuml;ber so einen weiteren Ausbruch von Zorn, da dies eine Gefahr f&uuml;r seine Macht sein kann. Sobald die Menschen feststellen, dass der Staat und die Polizei nicht die einzigen Kr&auml;fte f&auml;hig f&uuml;r den Gebrauch von Gewalt sind, verliert der Staat jegliche Gesetzm&auml;&szlig;igkeit. Deshalb muss der Staat gegen jegliche Ausdr&uuml;cke von gewaltt&auml;tigen Tendenzen vorgehen, bevor diese sich etablieren und die Massen infizieren k&ouml;nnen. Das ist genau das, was wir in Bristol erleben und wir sollten das im Ged&auml;chtnis haben, wenn wir beginnen die gesamte Last der Polizeirepression zu sp&uuml;ren.\n<\/p>\n<p>\n\tWir leben in einer gewaltt&auml;tigen Gesellschaft. Jeden Tag &uuml;bt der Staat&nbsp;durch Polizei, Gerichte, Gef&auml;ngnisse und die Armee Gewalt gegen uns aus. Die Vorstellung, dass eine kleine Gruppe von Leuten, die mitten in der Nacht Feuer entfacht, eine Gefahr f&uuml;r die Gesellschaft darstellen kann, zeigt welche zentrale Rolle die Gewalt spielt. Wir m&uuml;ssen uns vergegenw&auml;rtigen, dass die Gewalt, die wir erleben, nichts im Vergleich zu der tagt&auml;glichen Gewalt des Staates ist, wie sie in den Gef&auml;ngnissen, den Gerichtss&auml;len, den Polizeizellen oder in weit entfernten L&auml;ndern durch Kriege und Besetzungen ausge&uuml;bt wird.\n<\/p>\n<p>\n\tLeider ist verst&auml;rkte &Uuml;berwachung Alltag in unserer modernen Gesellschaft geworden. Wir werden jeden Tag unseres Lebens durch &Uuml;berwachungskameras, unsere Telefone und sogar durch unsere sozialen Netzwerke kontrolliert. Die j&uuml;ngste Aufdeckung des NSA (National Security Agency) Programms PRISM ist nur ein Beispiel, wie tief die Wurzeln staatlicher Kontrolle sich selbst gegraben haben. Es ist nicht &uuml;berraschend, dass ihr britisches &Auml;quivalent, die GCHQ, ebenfalls solche Methoden anwendet.\n<\/p>\n<p>\n\tIn diesem Zusammenhang m&uuml;ssen wir vorsichtig sein, wie wir miteinander kommunizieren und was wir sagen. Angesichts von Unterdr&uuml;ckung kann Schweigen eine m&auml;chtige Waffe sein. W&auml;hrend offensichtlich ist, dass wir wie die Polizei keine Idee haben wer das Feuer im Schusswaffen-Trainingszentrum gelegt hat, ist es wichtig nicht zu spekulieren oder Ger&uuml;chte zu streuen, welche auch, wenn sie falsch sind, zu Verhaftungen von Leuten oder Schlimmerem f&uuml;hren k&ouml;nnen.\n<\/p>\n<p>\n\tDie Idee des &bdquo;Anarchist Black Cross&ldquo; wurde Anfang des 20. Jahrhunderts durch russische MigrantInnen ins Leben gerufen um soziale K&auml;mpfe zu unterst&uuml;tzen, zumeist in Form von Hilfe f&uuml;r politische Gefangene. Das &bdquo;Bristol Anarchist Black Cross&ldquo; wurde mit &auml;hnlichen Zielen gegr&uuml;ndet. Daher m&ouml;chten wir jeden unterst&uuml;tzen, der zum Opfer dieser Hexenjagd auf AnarchistInnen wird. Wir werden Materialien und (soweit m&ouml;glich) finanzielle Unterst&uuml;tzung all denen zur Verf&uuml;gung stellen, die unschuldig oder nicht, mit der unterdr&uuml;ckerischen Rechtsordnung des Staates in Konflikt geraten sind.\n<\/p>\n<p>\n\tWir empfehlen allen, die in anarchistischen oder radikalen Aktivismus in Bristol involviert sind, sich &uuml;ber ihre Rechte zu informieren, den Links auf unserer Webseite zu folgen und vorbereitet zu sein. Die Gefangenenhilfe spielt eine wesentliche Rolle innerhalb unserer Bewegung und ist nicht zu vernachl&auml;ssigen. Wenn ihr ABC Bristol finanziell oder durch das Schreiben an Gefangene unterst&uuml;tzen k&ouml;nntet, wird uns das dem Aufbau einer starken, stabilen Gemeinschaft einen Schritt n&auml;her bringen.\n<\/p>\n<p>\n\t<strong>Bis jede Zelle leer ist<\/strong><br \/>\n\t<em><strong><a href=\"http:\/\/bristolabc.wordpress.com\/2013\/09\/21\/thoughts-on-the-anarchist-witch-hunt-following-attacks-in-bristol\/\" target=\"_blank\">Bristol Anarchist Black Cross<\/a><\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(gefunden auf: abc-berlin.net) Als die Flammen aufleuchteten, welche das Schusswaffen-Trainingszentrum der Polizei in der N&auml;he von Bristol verschlangen, schockte dies das Land. Niemals zuvor in Menschengedenken gab es so einen lodernden Aufstand auf britischem Boden und gezielt auf so ein profiliertes Ziel. Die Massenmedien wurden hysterisch und sprachen von einem &bdquo;anarchistischen Terrornetzwerk&ldquo;. 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