{"id":761,"date":"2013-07-18T10:25:31","date_gmt":"2013-07-18T08:25:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=761"},"modified":"2013-07-20T10:42:19","modified_gmt":"2013-07-20T08:42:19","slug":"interview-des-eingekerterten-blog-culmine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=761","title":{"rendered":"INTERVIEW DES EINGEKERTERTEN BLOG \u201eCULMINE\u201c"},"content":{"rendered":"<p wrap=\"\">\n\t<span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 12px;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"culmine\" class=\"alignright size-medium wp-image-9218\" height=\"98\" src=\"https:\/\/www.abc-berlin.net\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/culmine-250x98.jpg\" width=\"250\" \/><\/span><\/span>\n<\/p>\n<div wrap=\"\">\n\t<span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 12px;\">(Aus &bdquo;Aversion&ldquo; &#8211; Publicaci&oacute;n Anarquista &ndash; N&deg; 8, Mai 2013)<\/span><\/span>\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t&nbsp;\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t<span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 12px;\">1. -AVERSI&Oacute;N: In den letzten Jahren, aus Gr&uuml;nden die jenseits dieser Analyse liegen und die eher mit der aktuellen Ausrichtung des Systems zu tun haben, die aber offensichtlich unsere Verhaltensweisen betreffen, sind Blog und Webseiten entstanden, die die Aufgaben &uuml;bernommen haben, die bis jetzt von unseren Zeitschriften wahrgenommen wurden. Inwiefern denkt ihr hat das die K&auml;mpfe und ihre Wahrnehmung beeinflusst?<\/span><\/span>\n<\/div>\n<p>\n\t<span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><!--more--><\/span>\n<\/p>\n<p>\n\t<span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 12px;\">-CULMINE: Wir sind fest &uuml;berzeugt, dass wir im Anarchismus eine neue Periode erleben. Die Blogs und Webseiten erlauben die schnelle Verbreitung von Erkl&auml;rungen, Texten und Ausarbeitungen in alle Teile des Planeten, und erlauben den Austausch von Ideen und Vorschl&auml;gen unter GenossInnen, die wahrscheinlich nie die M&ouml;glichkeit haben werden sich k&ouml;rperlich zu begegnen. Es handelt sich um eine regelrechte Revolution in den Beziehungen unter AnarchistInnen. Wir sind uns der Limiten dieser neuen&nbsp; Verhaltensweise durchaus bewusst, sowohl weil die Gefahren die man eingeht sehr hoch sind, wie mit &bdquo;Culmine&ldquo; geschehen, der sich jedenfalls nicht zur Anonymit&auml;t entschieden hat. Der anarchistische Blog &bdquo;Culmine&ldquo; wurde am 13. Juni 2012 auch wegen seiner Gegeninfoarbeit eingekerkert. Der Diskurs &uuml;ber die K&auml;mpfe und ihre Wahrnehmung ist eher komplex. Man muss von der Tatsache ausgehen, dass heutzutage -2013- alle Bewegungen Internet benutzen: politische, &ouml;kologische, kulturelle und sogar antitechnologische (dieses Paradoxon w&uuml;rde eine vertiefte Behandlung verdienen, aber nicht hier). Auch innerhalb des Anarchismus haben praktisch alle Gruppen jeglicher Tendenz mit dem Netz zu tun, doch k&uuml;rzlich kam es, mit b&ouml;sen Folgen, zur krassen Verbreitung der sozialen Netzwerke wie Twitter und Facebook. Jedenfalls waren wir nie der Meinung, die Gegeninfoblogs sollten die papiernen Publikationen ersetzen.<\/span><\/span>\n<\/p>\n<div wrap=\"\">\n\t<span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 12px;\">2. A: Es scheint, dass zurzeit Internet etliche Aspekte unserer Existenz umfasst und die zwischenmenschlichen Beziehungen radikal beeinflusst und enorm zur Isolierung, zur Atomisierung und Entfremdung beitr&auml;gt. Meint ihr nicht auch, dass es im anarchistischen Milieu an kritischen Positionen zu diesem Instrument mangelt?<\/span><\/span><br \/>\n\t&nbsp;\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t<span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 12px;\">-C: Klar, Internet ist stark in den Existenzen von uns allen pr&auml;sent, AnarchistInnen mit eingeschlossen, wir brauchen dieses Instrument im Alltag auch zum reisen oder lesen einer Tageszeitung. Es gibt keine Positionen einer starken und harten Kritik und Ablehnung dieser Technologie. Aber wir glauben, dass es mit einigen kritischen Analysen und der Ablehnung des Netzes durch ein von elit&auml;rem Snobismus gepr&auml;gtes Verhalten der Wenigen, die alles geschnallt haben, auch nicht getan ist. Auch wir finden das Problem bzw. die Gefahr dringlich, dass wir uns immer mehr abisolieren und jeden Aspekt des Kampfes virtualisieren, auch die zwischenmenschliche Auseinandersetzung, aber gleichzeitig h&ouml;ren nicht auf uns vorzustellen, welche Potenzialit&auml;t eine Verbreitung unserer ikonologischen Ideen und Praktiken in allen Winkeln des Planeten hat. Was eher fehlt,&nbsp; ist eine geh&ouml;rige Reflektion &uuml;ber die Gestaltung unserer Existenz ohne jegliche Virtualit&auml;t. Es geht schlussendlich um das Dilemma der Antizivilisation, das noch zu stark im aktuellen Modell unserer Gesellschaft verankert ist. Dazu hat &bdquo;Culmine&ldquo; mehrmals seine Wertsch&auml;tzung dieser Thematik unter Beweis gestellt, einen eigenen Reflektionstext jedoch auf unbestimmte Zeit vertagt. Wir setzen voraus, dass es aktuell sehr schwierig ist, sowas schnell und gemeinsam auszuarbeiten, aber schliessen nicht aus, dass wir es bald tun werden.<\/span><\/span>\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t&nbsp;\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t<span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 12px;\">3.A: Ganz konkret, &bdquo;Culmine&ldquo; ist der erste bekannte Fall einer Repression gegen einen anarchistischen Gegeninfo-Blog. Wieso das, was meint ihr? Warum &bdquo;Culmine&ldquo; und nicht andere Blogs und Seiten?<\/span><\/span>\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t&nbsp;\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t<span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 12px;\">-C: Erstens geht es bei der Repression gegen &bdquo;Culmine&ldquo; um die italienische Antiterrorismusgesetzgebung als Erbe der Sondergesetze, die in den sog. &bdquo;bleiernen Jahren&ldquo; eingesetzt wurden. Man muss klarstellen, dass wir von &bdquo;Culmine&ldquo; nicht nur wegen der &Uuml;bertretung von Informations- oder Apologiegesetzen angeklagt sind, sondern auch der Planung, Finanzierung und materiellen Ausf&uuml;hrung der Sprengstoffattentate. Warum &bdquo;Culmine&ldquo; und nicht andere Blogs? Weil, unserer Meinung nach, &bdquo;Culmine&ldquo; in all den Jahren seines Bestehens sich charakterisierte indem es keine der aus der ganzen Welt kommenden Aktionsbekennungen je zensierte und auch den vielen anarchistischen Gefangenen eine Stimme gab. Wobei wir nicht alleine sind, wir haben die Entstehung vieler anderer Blogs und Webseiten erlebt, mit denen wir Reflektionen und Erfahrungen geteilt haben. Die Einkerkerung von &bdquo;Culmine&ldquo; ist ein w&uuml;stes Signal der Repression da es ein Szenarium ist, das sich auch f&uuml;r andere &auml;hnliche Erfahrungen auf der Gegeninfoebene wiederholen kann. Vielsagend ist, z.B., dass gem&auml;ss Anklage unsere Uneinsicht nach der Durchsuchung vom 29. M&auml;rz 2012 (als Ansage einer verst&auml;rkten Repression) belegt worden sei, indem wir danach unverz&uuml;glich eine Erkl&auml;rung verteilt h&auml;tten und die anderen Blogs &uuml;ber den Vorfall und den Angriff gegen &bdquo;Culmine&ldquo; aufzukl&auml;ren.<\/span><\/span>\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t&nbsp;\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t<span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 12px;\">4. A: Eine latente Frage zu diesem Thema ist die Zeit. Internet zwingt dich zur konstanten Aktualisierung und das Ganze l&auml;uft in einem Tempo ab, das die menschlichen F&auml;higkeiten bei weitem &uuml;bertrifft. Welchen Sinn hat es in Echtzeit zu wissen, was auf dem ganzen Planeten geschieht? Unsere F&auml;higkeit zum Eingriff in die uns am n&auml;chsten stehende Wirklichkeit ist an sich schon &auml;usserst begrenzt. Bis zu welchem Punkt kann das denselben Beschleunigungswahn verursachen, mit dem sich z.B. die technologischen Apparate oder die Moden ver&auml;ndern, die pl&ouml;tzlich ihren Wert verlieren oder bedeutungslos werden?<\/span><\/span>\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t&nbsp;\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t<span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 12px;\">&#8211; C: Das Problem der andauernden Aktualisierung und Tatsache ist, dass ein nicht regelm&auml;ssig aktualisierter Blog nicht mehr besucht wird. Wichtig ist, dass die BetreiberInnen eines Blog das eingehende Material intelligent und sorgf&auml;ltig selektionieren und gewissen Posts mehr oder weniger Raum und Gewicht geben. Klar, wir k&ouml;nnen gewiss &uuml;berleben (und nat&uuml;rlich weiterk&auml;mpfen und Gegeninfo machen) ohne zu wissen, was in Echtzeit auf der anderen Seite der Welt geschieht. Aber die Idee ist und bleibt, dass der Austausch an Infos und Erfahrungen, wie es in den letzten Jahren der Fall war, f&uuml;r die anderen Realit&auml;ten eine Anregung sein kann. Es gibt jedoch eine Grenze die man nicht &uuml;berschreiten darf, sonst verf&auml;llt man der Virtualit&auml;t des Kampfes und der totalen Virtualit&auml;t der zwischenmenschlichen Beziehungen. Daher meinen wir, dass die Mobilisierungen &uuml;ber Twitter z.B. wegen der extremen Schnelligkeit und Zur&uuml;ckverfolgbarkeit keinerlei Reflexion erm&ouml;glichen, obwohl es nunmehr bei Kundgebungen am h&auml;ufigsten eingesetzt wird und sogar die SMS &uuml;berfl&uuml;gelt hat.<\/span><\/span>\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t&nbsp;\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t<span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 12px;\">5. A: Eine neue Konzipierung des stark vom Netz beeinflussten Anarchismus der Aktion ist klar ersichtlich. Es gibt Diskurse und Verhaltensweisen, die, obwohl man nicht alle als &bdquo;sch&auml;dlich&ldquo; bezeichnen kann, doch auch Dynamiken hervorrufen die an schlecht umgesetzte Nachahmungen und andere an reine &bdquo;Spielchen im Netz&ldquo; erinnern.<\/span><\/span>\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t&nbsp;\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t<span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 12px;\">&#8211; C: In den letzten Jahren ist ein neues Verst&auml;ndnis, eine neue Art und Weise des Erlebens des Anarchismus aufgekommen; es ist eine derart neue Erscheinung, dass sie unm&ouml;glich einzuordnen ist und Definitionen k&ouml;nnen in dieser Phase irref&uuml;hrend sein. Doch eine der &uuml;blichsten Bezeichnungen ist &bdquo;Anarchismus der Aktion&ldquo;: unserer Meinung nach kann man nicht sagen, dass das Netz die neue Konzipierung beeinflusst habe, sondern eher dass es deren Tragweite, die verschiedene Differenzierungen und gemeinsamen Nenner schneller verbreitet hat. Was an sich keine Neuigkeit ist; schon in der Vergangenheit gab es Perioden, in denen der Anarchismus der Aktion seine Stimme durch Attentate, Exekutionen, Sabotagen und sogar Geiselnahmen erhob. Neu gegen&uuml;ber der Vergangenheit ist nur die Verbreitung der Aktionserkl&auml;rungen in Echtzeit an allen Orten des Planeten und in der m&ouml;glichen Einsicht durch andere Individuen und Gruppen der Aktion mit denselben Zielen. Auch in diesem Fall geht es um schon gesehene Ph&auml;nomene: das eklatanteste Beispiel, aber es gibt viele andere, ist die internationale Kampagne f&uuml;r Sacco und Vanzetti. In verschiedenen teilen des Planeten warteten Individuen und Gruppen auf Neuigkeiten aus dem nordamerikanischen Todestrakt: damals war das Kommunikationsmittel der Telegraph, heute ist es Internet. Nat&uuml;rlich gibt es mit dieser neuen Herangehensweise viele Probleme, die es zu l&ouml;sen gilt. Nur zu wahr ist, dass es viel oberfl&auml;chliche Analysen gibt und aus dem Nichts Gestalten auftauchen, die einem anarchistischen Werdegang v&ouml;llig fremd (und entsprechend vorsichtig zu geniessen) sind. Auch nicht untersch&auml;tzt werden d&uuml;rfen die Sprachschwierigkeiten, sei es wegen schlechten oder oberfl&auml;chlichen &Uuml;bersetzungen (immer mehr auch mit automatischen &Uuml;bersetzungsprogrammen, die unserer Ansicht nach nur notfallm&auml;ssig eingesetzt werden sollten), sei es wegen schlecht assimilierten Begriffen. Ein Beispiel k&ouml;nnte uns hier helfen: im Anarchismus der Aktion spricht man oft von der Stadtguerilla und von bewaffnetem Kampf. Aktuell haben wir keine Instrumente dessen, was z.B. in Griechenland abl&auml;uft und sicher bestehen weder in Italien noch in verschiedenen anderen L&auml;ndern die Voraussetzungen um von Stadtguerilla und bewaffneten Kampf zu sprechen. Auch &uuml;ber den Begriff Nihilismus gibt es ein grosses Durcheinander (bis zu dem Punkt, dass einige PseudonihilistInnen soweit gegangen sind, jegliche Ethik zu verneinen und sogar Schandtat T&uuml;r und Tor zu &ouml;ffnen) und &auml;hnliche Zweideutigkeiten kommen auch &uuml;ber den Begriff des anarchistischen Antijuristismus auf! Solche Fragw&uuml;rdigkeiten effektiv zu unsympathischen &bdquo;Spielchen im Netz&ldquo; degenerieren, denen &bdquo;Culmine&ldquo; jedenfalls nie Raum gew&auml;hrt hat.<\/span><\/span>\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t&nbsp;\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t<span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 12px;\">6. A: Viele von uns sind im Anarchismus durch Debatten, Briefe an Gefangene, Brosch&uuml;ren, Umgang in anarchistischen Bibliotheken, Beitr&auml;ge an Zeitschriften auf der anderen Seite des Planeten, Gespr&auml;che mit alten Saboteuren und Guerillas, etc. gewachsen&#8230;aber die Bildung findet heute gr&ouml;sstenteils durch Blogs oder soziale Netzwerke statt. Was meint ihr dazu?<\/span><\/span>\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t&nbsp;\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t<span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 12px;\">&#8211; C: Dass die heutige &bdquo;Bildung&ldquo; gr&ouml;sstenteils &uuml;ber Internet l&auml;uft, ist unbestreitbar aber es ist sicher auch eine Frage der Generation (jede historisch-soziale Periode nutzt die bestehenden Mittel). Wir von &bdquo;Culmine&ldquo; kamen auf die Betreibung eines Blog nach einem Weg in der italienischen anarchistischen Bewegung, der lange vor dem Aufkommen des Netzes begonnen hat. Was wir uns heute zutrauen zu sagen ist, dass wer zu einer sich als revolution&auml;r begreifenden Bewegung geh&ouml;rt, jederzeit die F&auml;higkeit zur vielleicht auch gewaltt&auml;tigen Wechselwirkung mit der eigenen sozialen Umgebung haben muss. Auf einmal auf Internet und alle anderen technologischen Mittel zu verzichten, ist absolut undenkbar (wenn in einer antizivilisatorischen Optik auch ideal). Jene die sich mit Gegeninfo besch&auml;ftigen sind die, die ihre besten Energien aufbieten m&uuml;ssen damit die Blogs und Webseiten Artikel, B&uuml;cher, vertiefte und sorgf&auml;ltige Abhandlungen anbieten k&ouml;nnen; vorerst gibt es keinen anderen Weg. Ganz anders ist der Diskurs &uuml;ber die nicht unmittelbaren Perspektiven. Man kann sich fragen wie es zu dieser Lage gekommen ist, aber diese Analyse, die geb&uuml;hrend selbstkritisch sein muss, umfasst die letzten Jahrzehnte des weltweiten Anarchismus. Und wir denken, dass die Reflektion auf dieser Ebene auf andere Themen ausgeweitet werden muss, &uuml;ber das der technologischen Abh&auml;ngigkeit hinaus: welcher Anarchismus? Insurrektionalismus oder Individualismus? Anarchistischer Antijuristismus und bis zu welchem Grad ist man antijuristisch? Sozial oder antisozial?<\/span><\/span>\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t&nbsp;\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t<span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 12px;\">7. A: Diese Interview versucht wie ein in die Luft geworfener Stein zu sein, mit dem Zweck eine Debatte ins Leben zu rufen. Wollt ihr noch etwas anf&uuml;gen?<\/span><\/span>\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t&nbsp;\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t<span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 12px;\">&#8211; C:&nbsp;&nbsp; Uns ist es wichtig zu kommunizieren, dass was mit &bdquo;Culmine&ldquo; geschehen ist,&nbsp; nicht etwa von einer unvorsichtigen Handhabung unsererseits irgendeiner Netzwerk-Anonymisierung verursacht wurde. Unser Blog war &ouml;ffentlich, im Sinne dass wir unsere Identit&auml;t nie versteckt haben und sogar an verschiedenen &ouml;ffentlichen anarchistischen Debatten und Initiativen teilgenommen haben. Unsere Vorstellung ist, dass die Individuen, die anarchistische Blogs betreiben, umso mehr wenn sie sich mit Aktionserkl&auml;rungen und Texten von Gefangenen besch&auml;ftigen, in der Bewegung bekannt sein m&uuml;ssen: Fehler macht man viele, man muss imstande sein, sie einzur&auml;umen. Mehr als einmal sind wir, z.B., &uuml;ber falsche Erkl&auml;rungen gestolpert, die von Fabulierungss&uuml;chtigen oder den Bullen kamen und das ist ein sehr hohes Risiko f&uuml;r die, die sich mit einem Blog besch&auml;ftigen. Auch in diesem Falle ist die in jahrelangen K&auml;mpfen gesammelte Erfahrung hilfreich zur richtigen Einsch&auml;tzung der Echtheit der Texte, mit denen man es zu tun hat. Uns war immer wichtig die Quelle unserer Posts anzugeben und auch die &Uuml;bersetzerInnen, die uns von Fall zu Fall halfen, aber das geh&ouml;rt f&uuml;r uns zu einem korrekten und nicht oberfl&auml;chlichen modus operandi, der genauso f&uuml;r papierne Publikationen gilt. Trotz der Repression, trotz den langen Monaten Untersuchungshaft in Hochsicherheitstrakten verleugnen wir die von &bdquo;Culmine&ldquo; in diesen Jahren geleistete Arbeit nicht und w&uuml;nschen, dass andere Blog mit Gegeninfo weitermachen k&ouml;nnen. Gleichfalls sind wir an einer kritischen und konstruktiven Reflexion innerhalb der internationalen anarchistischen Bewegung mehr als interessiert.<\/span><\/span>\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t&nbsp;\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t<span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 12px;\">&#8211; Stefano<br \/>\n\tIndividualistischer anarchistischer gefangener,<br \/>\n\tc\/c Ferrara, Via Arginone 327, 44122 Ferrara<\/span><\/span>\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t&nbsp;\n<\/div>\n<div wrap=\"\">\n\t<span style=\"font-family:verdana,geneva,sans-serif;\"><span style=\"font-size: 12px;\">-Elisa<br \/>\n\tAnarchistische Gefangene,<br \/>\n\tc\/c Rebibbia Femminile, Via Bartolo Longo 92, 00156 Roma<\/span><\/span>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Aus &bdquo;Aversion&ldquo; &#8211; Publicaci&oacute;n Anarquista &ndash; N&deg; 8, Mai 2013) &nbsp; 1. -AVERSI&Oacute;N: In den letzten Jahren, aus Gr&uuml;nden die jenseits dieser Analyse liegen und die eher mit der aktuellen Ausrichtung des Systems zu tun haben, die aber offensichtlich unsere Verhaltensweisen betreffen, sind Blog und Webseiten entstanden, die die Aufgaben &uuml;bernommen haben, die bis jetzt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-761","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/761"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=761"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/761\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":763,"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/761\/revisions\/763"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=761"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=761"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.abc-wien.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=761"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}