{"id":7569,"date":"2019-07-02T22:29:09","date_gmt":"2019-07-02T20:29:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=7569"},"modified":"2019-09-28T17:26:32","modified_gmt":"2019-09-28T15:26:32","slug":"solidaritat-mit-andreas-krebs-eine-zusammenfassung-stand-juli-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=7569","title":{"rendered":"Solidarit\u00e4t mit Andreas Krebs \u2013 Eine Zusammenfassung (Stand Juli 2019)"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Von diesem Text gibt es auch eine <a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=7574\">englische,<\/a> <a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=8068\">franz\u00f6sische <\/a>und <a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=7571\">italienische<\/a> Version!<\/strong><\/em><\/p>\n<p><i><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?attachment_id=7466\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/a8a1856d1c99ec7420a735bd1ef9f5be-150x150.png\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-7466\" width=\"150\" height=\"150\"\/><\/a>Unseren Freund und Gef\u00e4hrte Andreas ist zur Zeit in Neapel (Italien) inhaftiert. Andreas ist seit seiner Haft in Deutschland als rebellischer Gefangener bekannt. Im April 2019 wurde er in Italien zu 24 Jahren Knast verurteilt. Andreas hat dar\u00fcber hinaus vor kurzem Nierenkrebs diagnostiziert bekommen. Sein gesundheitlicher Zustand verschlechtert sich laufend und wir f\u00fcrchten um sein Leben. Eigentlich m\u00fcsste er schon vor Monaten operiert werden, doch die italienischen Beh\u00f6rden weigern sich, ihn in ein Krankenhaus zu \u00fcberstellen.<\/i><\/p>\n<p>Andreas war jahrelang in den F\u00e4ngen der deutschen Justiz und sa\u00df insgesamt \u00fcber 16 Jahre im Knast. Er ist ein rebellischer Gefangener, baute hinter Gittern die Gefangenengewerkschaft (GGBO) mit auf, f\u00fchrte diverse Hungerstreiks gegen die Knastbedingungen und beteiligte sich auch an einem Solidarit\u00e4tshungerstreik f\u00fcr die Gefangenen in Griechenland. Bis heute ver\u00f6ffentlicht er immer wieder Texte gegen die Knastgesellschaft, in denen er den Alltag in Gefangenschaft beschreibt.<\/p>\n<p>Im Herbst 2014 nach seiner Entlassung lernte er seine jetzige Frau Jutta kennen. Beide entschieden sich einen ruhigen Lebensabend im S\u00fcden Italiens verbringen zu wollen. Ende Dezember 2016 kam es zu einer Auseinandersetzung mit seinem damaligen Arbeitgeber. Dieser ging auf Andreas los und w\u00fcrgte ihn. Andreas stach in Notwehr mit einem Taschenmesser zu. Das Opfer starb leider unter ungekl\u00e4rten Umst\u00e4nden drei Tage sp\u00e4ter im Krankenhaus, obwohl es kurz nach der Tat noch hie\u00df, dass er \u00fcberleben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Was darauf folgte, war eine beispiellose Hetzjagd gegen Andreas und Jutta. Via Facebook bekam Jutta Morddrohungen, w\u00e4hrend er im Gef\u00e4ngnis Santa Maria Capua Vetere von den Familienmitgliedern des Verstorbenen, die nach wie vor in diesem Knast arbeiten, misshandelt und gefoltert wurde. Da das \u00dcberwachungsvideo Andreas\u2018 Aussage best\u00e4tigte, sich verteidigt zu haben, kam er nach einigen Tagen in Untersuchungshaft in den Hausarrest. Dort waren sie st\u00e4ndigen \u201eBesuchen\u201c der Polizei und dem Hass aus gro\u00dfen Teilen der Bev\u00f6lkerung ausgesetzt. Die Familie des Opfers belagerte deren Wohnung, so dass Andreas und Jutta wochenlang nicht au\u00dfer Haus gehen konnten. Schlie\u00dflich sahen sie sich gezwungen zu fliehen und gingen zur\u00fcck nach Deutschland. Dort wurde Andreas nicht einmal ein halbes Jahr sp\u00e4ter aufgrund eines europ\u00e4ischen Haftbefehls mit Hilfe der Antiterroreinheit der deutschen Polizei festgenommen. So befand sich Andreas im September 2017 wieder im deutschen Knast.<\/p>\n<p>Im Dezember 2017 wurde er dann v\u00f6llig unerwartet unter Beteiligung vermummter Cops einer weiteren polizeilichen Anti-Terror-Abteilung in die JVA Burg verlegt. Andreas berichtete immer wieder in Briefen von den untragbaren Bedingungen in den Kn\u00e4sten Volkst\u00e4dt und Burg. Im April 2018 wurde Andreas schlie\u00dflich vollkommen \u00fcberst\u00fcrzt nach Berlin Moabit in Auslieferungshaft \u00fcberstellt, um schlie\u00dflich im Mai 2018 als deutscher Staatsb\u00fcrger nach Italien ausgeliefert zu werden.<\/p>\n<p>Andreas befindet sich seitdem im Secondigliano, eines der gr\u00f6\u00dften Hochsicherheitsgef\u00e4ngnisse Neapels. Dort wurde seit 30. Mai 2018 der Prozess gegen ihn gef\u00fchrt. Im November 2018 fanden einige Prozesstage statt, an denen auch Andreas Frau Jutta vor Ort war. Im Gerichtssaal versuchten die Verwandten des Opfers auf Jutta loszugehen und bedrohten sie erneut massiv.<\/p>\n<p>Am 1. April 2019 endete das Verfahren in erster Instanz mit einem Urteil wegen vors\u00e4tzlichem Mord von 24 Jahren Haft. Andreas war vor der Auslieferung bereits k\u00f6rperlich und psychisch sichtbar gezeichnet durch die Haftbedingungen in den Kn\u00e4sten Volkstedt, Burg und zuletzt in Berlin-Moabit. Andreas\u2019 kritischer Gesundheitszustand wurde systematisch ignoriert und verleugnet. Medikamente sowie klinische Untersuchungen und Operationen wurden ihm wiederholt verweigert. Zus\u00e4tzlich waren seine Haftbedingungen versch\u00e4rft, da ihm die deutsche Polizei ein Naheverh\u00e4ltnis zu (ehemaligen) RAF-Mitgliedern andichtet.<\/p>\n<p>In Italien hat sich Andreas Gesundheitszustand keineswegs verbessert. Im Gegenteil: Andreas wurde vor einiger Zeit Nierenkrebs diagnostiziert. In den letzten Wochen stand er vor einem akuten Nierenversagen. Er leidet unter sehr heftigen Wassereinlagerungen im ganzen K\u00f6rper, vor allem an den Beinen und kann zeitweise deswegen nicht mehr gehen. Eine \u00dcberstellung in ein Krankenhaus und eine seit Monaten notwendige und auch von der Justizanstalt zugesicherte Operation wird ihm nach wie vor verweigert. Andreas ist wie eh und je aufm\u00fcpfig, setzt sich f\u00fcr andere Gefangenen ein und berichtet immer wieder vom gewaltt\u00e4tigen Alltag im Secondigliano, der Willk\u00fcr durch die W\u00e4rter, die Verwahrlosung und Unterversorgung aller Gefangenen und den Rassismus gegen afrikanische Mitgefangene.<\/p>\n<p>Andreas freut sich \u00fcber Unterst\u00fctzung jeder Art!<\/p>\n<p>Er muss f\u00fcr Medikamente und halbwegs brauchbare Lebensmittel selber aufkommen.<\/p>\n<p>Wenn ihr Geld zu spenden wollt:<\/p>\n<p><b>Empf\u00e4nger: Krebs<\/b><\/p>\n<p><b>IBAN: DE 90 1005 0000 1067 1474 26<\/b><\/p>\n<p><b>BIC: BELADE BEXXX<\/b><\/p>\n<p><b>Verwendungszweck: Spende\/Andreas Krebs<\/b><\/p>\n<p>Schreibt Andreas in den Knast, er freut sich \u00fcber jede kleine Postkarte. Auch k\u00f6nnt ihr B\u00fccher, Zeitungen, Zeitschriften oder buntes Papier schicken, es kommt alles an. Er interessiert sich sehr f\u00fcr Motorr\u00e4der und philosophische Fragen.<\/p>\n<p><b>Andreas Krebs<br \/>\nSez. 1 Stz.1<br \/>\nSez. Mediterraneo (CASA CIRCONDARIALE SECONDIGLIANO)<br \/>\nVia Roma Verso Scampia, 250,<br \/>\nCap 80144 Napoli (NA),<br \/>\nItaly<\/b><\/p>\n<p>Wenn ihr mehr \u00fcber Andreas erfahren wollt, dann schaut auf <a href=\"https:\/\/andreaskrebs.blackblogs.org\/\" target=\"_top\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/andreaskrebs.blackblogs.org\/<\/a><\/p>\n<p>(auf Deutsch) nach!<\/p>\n<p>Zeigen wir Andreas, dass er nicht vergessen ist. Soli-Aktionen jeder Art sind willkommen!<\/p>\n<p><b>Freiheit f\u00fcr alle Gefangenen! Nieder mit allen Kn\u00e4sten!<\/b><\/p>\n<p><strong>Freiheit und Gl\u00fcck f\u00fcr Andreas Krebs!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von diesem Text gibt es auch eine englische, franz\u00f6sische und italienische Version! Unseren Freund und Gef\u00e4hrte Andreas ist zur Zeit in Neapel (Italien) inhaftiert. Andreas ist seit seiner Haft in Deutschland als rebellischer Gefangener bekannt. Im April 2019 wurde er in Italien zu 24 Jahren Knast verurteilt. 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