{"id":7447,"date":"2019-06-17T21:00:58","date_gmt":"2019-06-17T19:00:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=7447"},"modified":"2019-06-17T21:00:58","modified_gmt":"2019-06-17T19:00:58","slug":"italien-hungerstreik-und-solidaritat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=7447","title":{"rendered":"[Italien] Hungerstreik und Solidarit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/ausdemherzenderfestung.noblogs.org\/post\/2019\/06\/14\/italien-hungerstreik-und-solidaritaet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">aus dem herzen der festung<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?attachment_id=7117\" rel=\"attachment wp-att-7117\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-7117\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/763d7e8cb74d51b5784a9baeaca4e75c-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"\/><\/a>Seit dem 29. Mai befinden sich die Anarchistinnen Silvia und Anna in einem <a href=\"http:\/\/panopticon.blogsport.eu\/2019\/05\/30\/italien-erklaerung-von-silvia-und-anna-zum-beginn-ihres-hungerstreiks-im-gefaengnis-von-laquila\/\">Hungerstreik<\/a>. Silvia wurde w\u00e4hrend der Operation Scintilla am 7.Februar verhaftet. Anna ist seit dem 06. September 2016 inhaftiert und wurde im Scripta Manent Prozess erstinstanzlich zu 17 Jahren Haft verurteilt. Beide sitzen in der Abteilung AS2 im Gef\u00e4ngnis L\u2019Aquila. Mit ihrem Hungerstreik fordern sie \u201cihre Verlegung aus diesem Gef\u00e4ngnis und die Schlie\u00dfung dieser abscheulichen Abteilung.\u201d Seiher haben sich auch Ghespe (inzwischen unterbrochen), Giovanni, Marco, Stecco, Alfredo und Leo in Solidarit\u00e4t dem Hungerstreik angeschlossen und es kam zu verschiedenen Kundgebungen, Besetzungen und Aktionen.<\/p>\n<p><strong>Italien, Trient: Stra\u00dfensperre in Solidarit\u00e4t mit Silvia und Anna im Hungerstreik<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>gefunden und \u00fcberarbeitet von <a href=\"http:\/\/panopticon.blogsport.eu\/2019\/06\/12\/italien-trient-strassensperre-in-solidaritaet-mit-silvia-und-anna-im-hungerstreik\/\">panopticon<\/a><\/p>\n<p>Am Mittwoch, den 29. Mai, blockierte eine Gruppe von Gef\u00e4hrt*innen eine der Stra\u00dfen im Zentrum von Trient mit einem Stahlseil und Stacheldraht, in Solidarit\u00e4t mit Silvia und Anna, die an diesem Tag den Hungerstreik begonnen hatten. Es wurden Flyer geworfen, Redebeitr\u00e4ge \u00fcber ein Megaphon gehalten und Spr\u00fcche an einer Vodafone Verkaufsstelle und einer Filiale der Deutschen Bank hinterlassen. Ein Banner wurde vor Ort mit den folgenden Spruch: \u201eVon Libyen in die Gef\u00e4ngnisse: Nein zur Gesellschaft der Lager\u201c aufgehangen.<\/p>\n<p>Hier der Text auf den Flyern:<\/p>\n<p><strong>DER FORTSCHRITT DES LEIDENS<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWie gewinnt ein Mann Macht \u00fcber einen anderen Mann, Winston?\u201c<br \/>\nWinston dachte dar\u00fcber nach. \u201eIhn leiden zu lassen\u201c, sagte er schlie\u00dflich.<br \/>\n\u201eGenau\u2026.Macht besteht gerade darin, Leiden und Dem\u00fctigung zuzuf\u00fcgen\u2026. Der Fortschritt in unserer Welt bedeutet Fortschritt hin zu mehr Leiden.<br \/>\nGeorge Orwell, 1984<\/p>\n<p>In Italien foltert der Staat. Wir sprechen nicht nur \u00fcber die Brutalit\u00e4t der Polizei in den verschiedenen Kasernen und Gef\u00e4ngnissen. Es steckt mehr dahinter.<\/p>\n<p>In diesem Land gibt es ein besonderes Haftregime namens 41bis. Es ist in erster Linie f\u00fcr diejenigen vorgesehen, die wegen Mafia-Verbrechen und \u201eTerrorismus\u201c angeklagt sind. Die 41bis hei\u00dft fast vollst\u00e4ndige Isolation, bei der man in einer Zelle 22 Stunden am Tag eingesperrt ist, man darf niemanden sehen, oder h\u00f6chstens eine bis zwei Personen w\u00e4hrend des Hofgangs, Zensur, Begrenzung der Post, B\u00fccher und Zeitungen, man darf seine geliebten Menschen nur durch eine Trennscheibe sehen. Eine Art der \u201ewei\u00dfen\u201c und legalisierten Folter.<\/p>\n<p>Diese niedertr\u00e4chtige Haftbedingung wird als ein Mittel gerechtfertigt, um die Verbindungen zwischen den Gefangenen und der Organisation, der sie angeh\u00f6ren zu brechen. Das stimmt nicht. Von \u00dcberwachungskameras, \u00fcber Richtmikrophone, bis hin zu einem dichten \u00dcberwachungsnetz, der Staat verf\u00fcgt heute \u00fcber alle Mittel um unser aller Leben zu kontrollieren, sogar \u201eau\u00dferhalb\u201c; stellt euch also nur mal die Kn\u00e4ste vor\u2026 Die Sonderkn\u00e4ste haben eine komplett andere Absicht: die Individualit\u00e4t der Gefangene zu brechen und diese zur Kollaboration zu bringen. Folter, um genauer zu sein. Die vielen Gefangenen, die sich weigern zu reden und somit jemand anderen an ihre Stelle treten zu lassen, tun dies zu einem sehr hohen Preis.<\/p>\n<p>Seit mindestens 20 Jahre versucht der Staat immer mehr, die Folter der Sonderkn\u00e4ste auszuweiten. Dieser Logik entspricht die j\u00fcngste Zuordnung verschiedener gefangener Anarchisten und Anarchistinnen in die Hochsicherheitstrakte in den Gef\u00e4ngnissen 41bis, wie L\u2019Aquila, Opera und Tolmezzo. Die N\u00e4he zu Strukturen und W\u00e4rter*innen, die f\u00fcr das Sondergef\u00e4ngnis \u201eger\u00fcstet\u201c sind, f\u00fchrt dazu, dass sich die Einschr\u00e4nkungen der 41bis auch auf andere Abteilungen ausbreiten.<\/p>\n<p>Dies ist unter anderem der Fall bei Silvia und Anna, zwei Anarchistinnen, die seit April in der neuen AS-Abteilung von L\u2019Aquila festgehalten werden und die Erfahrung des \u201eneuen Programms\u201c machen: immer geschlossene Panzert\u00fcren, Bett mit dem Boden verschwei\u00dft, maximal 4 B\u00fccher und 7 Kleidungsst\u00fccke in der Zelle, Kontrollen mit dem Metalldetektor bei jedem Aus- oder Eintritt zur Zelle, bei der Hin- und R\u00fcckkehr zu den Gemeinschaftsr\u00e4umen, der Dusche, dem Hofgang, monatelang blockierte Post, Disziplinarberichte f\u00fcr jeden Schrott (das Licht alleine ausmachen, einen Kuli zum Hofgang mitnehmen\u2026).<\/p>\n<p>Die Gef\u00e4hrtinnen befinden sich deswegen seit dem 29. Mai in einem Hungerstreik: um verlegt zu werden und daf\u00fcr, dass diese AS2-Abteilung f\u00fcr immer geschlossen wird.<\/p>\n<p>Es sind dunkle Zeiten. Zwischen den Toten im Meer und den Lagern f\u00fcr Migrant*innen, zwischen einer Lizenz zum T\u00f6ten f\u00fcr die Polizei und Sicherheitsverordnungen, die eine jahrelange Haftstrafe f\u00fcr diejenigen versprechen, die einen Helm zu einer Demonstration mitnehmen, eine Rauchbombe werfen oder eine Stra\u00dfe blockieren, das Versprechen der Folter der Isolation richtet sich an immer mehr Menschen: ein \u201eGef\u00e4ngnis im Gef\u00e4ngnis\u201c, das durch Prozesse via Videokonferenz vervollst\u00e4ndigt wird (erm\u00f6glicht durch die Kollaboration von TIM-Telekom).<\/p>\n<p>Der harte Umgang mit den Rebell*innen geht Hand in Hand mit den Verfolgungen der \u00c4rmsten, die von der Polizei auf den Stra\u00dfen gejagt werden und oftmals hinter dem Stacheldraht der von \u201eunseren\u201c Regierungen finanzierten libyschen Lagern landen. Was werden wir diesem Fortschritt des Leidens entgegensetzen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>LASST UNS DIE ISOLATION DURCHBRECHEN!<br \/>\nSOLIDARIT\u00c4T MIT ANNA UND SILVIA IM HUNGERSTREIK!<br \/>\nAnarchisten und Anarchistinnen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Foligno, Italien: Autos der Poste Italiane in Solidarit\u00e4t mit Anna und Silvia besch\u00e4digt.<\/strong><\/p>\n<p>\u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/roundrobin.info\/2019\/06\/foligno-danneggiate-auto-delle-poste-in-solidarieta-ad-anna-e-silvia\/\">round robin<\/a><\/p>\n<p>Foligno 5-6-2019<br \/>\nBei 5 Autos der Poste Italiane die Pneus aufgestochen und Staub in die Tanks geleert. In Solidarit\u00e4t mit Anna und Silvia.<br \/>\nW\u00e4hrend die Stadt f\u00fcr den Besuch von Salvini militarisiert wurde, schlug jemand woanders zu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: aus dem herzen der festung Seit dem 29. Mai befinden sich die Anarchistinnen Silvia und Anna in einem Hungerstreik. Silvia wurde w\u00e4hrend der Operation Scintilla am 7.Februar verhaftet. Anna ist seit dem 06. September 2016 inhaftiert und wurde im Scripta Manent Prozess erstinstanzlich zu 17 Jahren Haft verurteilt. 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