{"id":6987,"date":"2019-03-20T17:06:21","date_gmt":"2019-03-20T16:06:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=6987"},"modified":"2019-03-21T00:41:34","modified_gmt":"2019-03-20T23:41:34","slug":"eindrucke-aus-athen-griechenland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=6987","title":{"rendered":"[Griechenland] Eindr\u00fccke aus Athen zum Thema `Umgang mit Repression\u00b4"},"content":{"rendered":"<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/de.indymedia.org\/node\/30213\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">indymedia<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?attachment_id=3010\" rel=\"attachment wp-att-3010\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3010\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Screenshot-from-2016-05-23-180540-150x150.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"\/><\/a>Wir waren vor kurzem in Athen und haben dort mit einigen Genoss_innen zum Thema Repression gesprochen. Die Gespr\u00e4che beeindruckten uns, hinsichtlich der in Deutschland eher marginalisierten Konfrontation mit dem Staat und unserem eher zur\u00fcckhaltenden Umgang, wenn es um Prozesse und Solidarit\u00e4t geht. Wir w\u00fcrden gerne einige unsere Eindr\u00fccke schildern und somit zur Diskussion in unseren Strukturen anregen. Nat\u00fcrlich sehen wir diesen Text &#8211; oder auch die Gespr\u00e4che vor Ort &#8211; nicht als abgeschlossen an, da wir vielmehr in Austausch kommen m\u00fcssen um Unterschiede\/Gemeinsamkeiten zu verstehen und Handlungsoptionen f\u00fcr uns daraus zu entwickeln. Drei Punkte w\u00fcrden wir also zun\u00e4chst rausarbeiten:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ein bekannter Treffpunkt<br \/>\nIn Athen konnten wir feststellen, dass sich \u201ealle\u201c &#8211; also Menschen aus verschiedensten Spektren &#8211; bei tagesaktuellen Ereignissen, wie z.B. dass gerade ein Gefangener in Hungerstreik ist, am Abend im Polytechnio versammeln um \u00fcber M\u00f6glichkeiten der Reaktion zu sprechen. Dies bietet vielen die M\u00f6glichkeiten aus der Vereinzelung auszutreten, ihre Wut und Ideen zu teilen und sich mit mehreren Menschen f\u00fcr weitere Sachen zu organisieren.<br \/>\nWir w\u00fcrden es begr\u00fc\u00dfen, wenn auch wir in unseren St\u00e4dten einen offenen Konsens dar\u00fcber herstellen, wo wir zusammen kommen, wenn der Staat mal wieder zuschl\u00e4gt. Wenn es beispielsweise eine Klarheit dar\u00fcber g\u00e4be, dass im Falle der n\u00e4chsten Hausdurchsuchung noch am selben Abend eine Versammlung dazu im AJZ stattfinden wird. Menschen m\u00fcssten keine Zeit verstreichen lassen um erst f\u00fcr in ner Woche irgendwo hin zu mobilisieren. Eine schnellere Organisierung w\u00e4re so m\u00f6glich. Der Moment der Wut k\u00f6nnte sich entladen und w\u00fcrde nicht wie so oft verpuffen. Jaaa, nat\u00fcrlich k\u00f6nnen auch einschl\u00e4gige Schn\u00fcffelorgane an solchen Treffen partizipieren, daher sollten wir auch gut absch\u00e4tzen, welche Aktionsformen wir dort planen. Dennoch empfinden wir es besser aus der Vereinzelung einzelner wenn \u00fcberhaupt bestehender Bezugsgruppen rauszukommen und sich f\u00fcr solche F\u00e4lle zusammenzurotten. Vielleicht schaffen auch solche Treffen ein Zusammenkommen verschiedenster Menschen und eine Anschlussf\u00e4higkeit f\u00fcr \u201eweniger\u201c organisierte. Klandestin mobilisierte Verabredungen halten wir auch weiterhin f\u00fcr sinnvoll, aber eher als erg\u00e4nzender Handlungsspielraum.<\/p>\n<p>Prozesserkl\u00e4rung<br \/>\nVon unterschiedlichsten Genoss_innen konnten wir erfahren, dass es ziemlich normal ist, als angeklagte Person eine politische Erkl\u00e4rung abzugeben. Diese politische Erkl\u00e4rung kann unterschiedlich aussehen. Manche Aktivist_innen geben nur ihre pers\u00f6nliche politische Gesinnung preis und manche erkl\u00e4ren sich au\u00dferdem zus\u00e4tzlich zur Sache. Auch wir w\u00fcrden es sehr begr\u00fc\u00dfen, wenn wir uns daran orientieren. Denn hierzulande ist das Schweigen zwar Standard (obwohl wir auch hier einen bedeutenden und gleichzeitig gef\u00e4hrlichen Wandel sehen, wenn wir die Einlassungen vor Gericht in der letzten Zeit betrachten&#8230;) aber ein politisches Statement w\u00fcrde sowohl direkt Betroffene als auch unsere Bewegung st\u00e4rken. Viele setzten Aussageverweigerung mit Schweigen gleich, wir sehen dies anders. Na logo sollen Leute zum Sachverhalt m\u00f6glichst schweigen, aber ich kann auch sagen, dass ich z.B. Antifaschist_in bin und es deswegen gut finde wenn Menschen es nicht tolerieren, wenn Nazis ihre Hasspropaganda auf unsere Stra\u00dfen tragen. Zum Sachverhalt des Landfriedensbruchs etc. habe ich mich somit nicht ge\u00e4u\u00dfert und wenn die Aktenlage eh schon gegen eine_n steht, na dann \u201ehab ich mich wohl auf die Stra\u00dfe gesetzt um die Nazis zu blockieren und das ist gut und richtig!\u201c Jaaa ein Einwand wird sein, dass die Schweine nix \u00fcber mich wissen und ich denen Dinge preisgebe und auch hier w\u00fcrden wir fragen, denkst du das wirklich? Vielleicht kann hier immer nochmal abgewogen werden. Denn wenn man eh schon nen paar Mal, mal am Beispiel von eben ankn\u00fcpfend, bei mehren Antifademos gesehen und kontrolliert wurde, wird wohl auch der d\u00fcmmste Bullen wissen auf welcher Seite du stehst. Auch kann deine politische Gesinnung auf all deinen Social Media-Kan\u00e4le nachvollzogen werden. Wir denken, dass politische Stellungnahmen uns einen Moment von Selbstst\u00e4rke in diesem abscheulichen Gerichtssaal geben und uns alle st\u00e4rken wird! Auch wird es Verb\u00fcndete nochmal mehr ermutigen, wenn die Angeklagten sich positionieren und das Gef\u00fchl von F\u00fc\u00dfe stillhalten durchbrochen wird.<\/p>\n<p>Anw\u00e4lt_innen als Hilfsmittel aber nicht als Anleiter_in<br \/>\nAu\u00dferdem scheint es nach Aussagen der Genoss_innen in Athen so zu sein, dass die Anw\u00e4lt_innen zuerst die betroffene Person nach ihrer Prozessstrategie fragen, bevor sie als Expert_innen sich \u00fcberlegen wie die Verteidigung aussehen kann. Den Aktivist_innen wird also seitens der Anw\u00e4lt_innen eine eigene Beurteilung der Lage zugetraut und das politische Moment f\u00e4llt nicht hinter Verteidigungsstrategien runter. Wir bewundern es sehr, dass hier die Genoss_innen und deren Umfeld die Verantwortung daf\u00fcr \u00fcbernehmen und sich vor allem selbst vertrauen. In Deutschland scheint das genau anders herum zu sein, das meiste Vertrauen genie\u00dfen die Anw\u00e4lt_innen, wenn es um Prozesse geht, sogar dann, wenn das Umfeld andere Strategien plausibel bevorzugen w\u00fcrde. Wir w\u00fcrden daf\u00fcr pl\u00e4dieren, sich bewusster zu werden, was man aus einem Prozess rausholen kann und m\u00f6chte und nicht immer nur darauf vertraut, was rechtliche Expert_innen einem raten. Denn auch linke Anw\u00e4lte streben leider seltenst einen offensiv politisch gef\u00fchrten Prozess an. Wir sollten uns bewusster werden, dass auch wir vor Gericht unsere Ideen verteidigen sollten.<\/p>\n<p>Okay, na dann hoffen wir mal auf eine Diskussion.<\/p>\n<p>Offensive Anti-Repression organisieren.<br \/>\nTreffen wird es wenige &#8211; gemeint sind wir ALLE!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: indymedia Wir waren vor kurzem in Athen und haben dort mit einigen Genoss_innen zum Thema Repression gesprochen. Die Gespr\u00e4che beeindruckten uns, hinsichtlich der in Deutschland eher marginalisierten Konfrontation mit dem Staat und unserem eher zur\u00fcckhaltenden Umgang, wenn es um Prozesse und Solidarit\u00e4t geht. 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