{"id":6409,"date":"2018-12-18T00:21:59","date_gmt":"2018-12-17T23:21:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=6409"},"modified":"2018-12-18T00:21:59","modified_gmt":"2018-12-17T23:21:59","slug":"deutschland-g20-von-friedrichshain-nach-hamburg-freiheit-fur-die-funf-angeklagten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=6409","title":{"rendered":"[Deutschland] G20: Von Friedrichshain nach Hamburg: Freiheit f\u00fcr die f\u00fcnf Angeklagten!"},"content":{"rendered":"<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/verfahrengebiet.noblogs.org\/post\/2018\/12\/17\/von-friedrichshain-nach-hamburg-freiheit-fur-die-funf-angeklagten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">verfahrengebiet<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?attachment_id=4796\" rel=\"attachment wp-att-4796\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-4796\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/images.duckduckgo.com_-8-500x290-150x150.jpeg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"\/><\/a>Morgen, am 18.12., werden f\u00fcnf Gef\u00e4hrten auf die Anklagebank des Hamburger Landgerichts gezerrt. Es ist der \u00f6ffentliche Auftakt der staatlichen Vergeltung f\u00fcr den Freitagmorgen des Gipfels an der Elbchaussee, als sich hunderte von Rebell*innen zusammenfanden und den b\u00fcrgerlichen Stadtteil verw\u00fcsteten. Wir rufen dazu auf, den Prozess und die Angeklagten \u00fcber Hamburg hinaus solidarisch zu begleiten! Im Gerichtssaal, auf der Stra\u00dfe, in der Nacht! Verwandeln wir den Schauprozess in einen Akt der Solidarit\u00e4t und Rebellion.<\/p>\n<p>Freiheit f\u00fcr alle Gefangenen!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Morgen, am 18.12., werden f\u00fcnf Gef\u00e4hrten auf die Anklagebank des Hamburger Landgerichts gezerrt. Drei von ihnen, Halil, Can und Loic sind seit mehreren Monaten im Untersuchungsgef\u00e4ngnis Holstenglacis eingesperrt, zwei weitere Freunde befinden sich unter strengen Meldeauflagen au\u00dferhalb der Knastmauern. Der Prozess gegen die vier aus Frankfurt \/ Offenbach, welche nach der Razzia am 28.6. nach Hamburg entf\u00fchrt wurden, wurde mit dem Prozess gegen <a href=\"https:\/\/de.indymedia.org\/node\/26653\">Loic<\/a> (am 6.10. von Frankreich ausgeliefert) zusammengelegt.<\/p>\n<p>Es ist der \u00f6ffentliche Auftakt der staatlichen Vergeltung f\u00fcr den Freitagmorgen des Gipfels an der Elbchaussee, als sich hunderte von Rebell*innen zusammenfanden und den b\u00fcrgerlichen Stadtteil verw\u00fcsteten. Das unerwartete Auftauchen der Vermummten und die Kompromisslosigkeit der Aktion l\u00f6ste einen Aufschrei bei denen aus, die der Propaganda von Ordnung und Sicherheit f\u00fcr die politische und wirtschaftliche Elite w\u00e4hrend des Gipfels hatten Glauben schenken wollen. <em>\u201eAn der Elbchaussee hat man uns d\u00fcpiert\u201c<\/em> &#8211; so bezeichnete der Hamburger Bullenpr\u00e4sident in der Presse den Moment, als den Beh\u00f6rden klar wurde, dass sich die Menschen nicht von dem gr\u00f6\u00dften Bulleneinsatz der Nachkriegszeit aufhalten lassen und mit vielen verschiedenen Aktionen die Tage zu einem Gipfel der Stra\u00dfe machten.<\/p>\n<p>Umso st\u00e4rker wurde im Nachhinein die gesamte Maschinerie der Repression in Gang gesetzt, erstmalig massiv Gesichtserkennungssoftware eingesetzt, tausende Gigabyte an Video- und Bildmaterial \u2013 eingeschickt von willigen Gehilf*innen der Unterdr\u00fcckung in der Bev\u00f6lkerung \u2013 ausgewertet, in vier \u00d6ffentlichkeitsfahndungen Bilder von vermeintlichen Unruhestifter*innen dem Spektakel der Medien freigegeben und die europaweite Zusammenarbeit der Beh\u00f6rden bei der Verfolgung unserer Freunde ausgeweitet.<\/p>\n<p>Je st\u00e4rker jedoch ihr Druck wird, desto mutiger m\u00fcssen wir zu unseren Ideen von Solidarit\u00e4t und Rebellion stehen. Lassen wir uns nicht von der Angst leiten, den eigenen Namen auf der Zuh\u00f6rer*innenliste von politischen Prozessen stehen zu sehen oder vom Staatsschutz auf der Kundgebung aufgeschrieben zu werden und damit auch in den Fokus staatlicher Ermittlungen zu kommen. Sicher ist diese Angst nicht unbegr\u00fcndet und wir sollten den Verfolgungseifer der H\u00fcter der kapitalistischen Ordnung nicht untersch\u00e4tzen. Doch wenn wir von denen abr\u00fccken, die stellvertretend f\u00fcr unsere Gedanken und Taten eingesperrt sind, dann geben wir diesen Raum frei f\u00fcr die K\u00e4lte und H\u00e4rte der individualisierten Repression. Wenn wir drau\u00dfen, die wir uns au\u00dferhalb der Knastmauern bewegen, k\u00e4mpfen und uns auf unsere gefangenen Gef\u00e4hrt*innen und Freund*innen beziehen, dann ermutigen wir sie, sich weiterhin unvers\u00f6hnlich gegen\u00fcber Schlie\u00dfer*innen und Gericht zu positionieren und nicht einsch\u00fcchtern zu lassen.<\/p>\n<p>Unsere Solidarit\u00e4t mit den Angeklagten hat keinen Bezug zu den Kategorien der b\u00fcrgerlichen Justiz, sie erkennt weder Schuld oder Unschuld, noch das Gericht an. Wir prangern keine gesetzeswidrigen Bulleneins\u00e4tze an, wir fordern keine mildernden Umst\u00e4nde. Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass unser Wunsch nach kompromisslosen Prozessstrategien f\u00fcr die Betroffenen auch zu einer Last werden kann, wenn sie zwischen den juristischen Empfehlungen der Anw\u00e4lt*innen, verst\u00e4ndlicher Angst vor einer hohen Strafe und einer konfliktsuchenden Haltung hin und her gerissen sind. Wer von Solidarit\u00e4t redet, muss dabei immer auch versuchen die Situation der Gefangenen zu empfinden, um nicht den Drang nach dem Bruch mit dem System in andere hinein zu projizieren. Solange wir zu schwach sind unsere Leute zu befreien, m\u00fcssen wir mit den Widerspr\u00fcchen mancher Prozesse umgehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber wir glauben daran, dass die Anarchie die Angst vor Verhaftung, Gefangenschaft und gewaltsamer Repression \u00fcberwinden kann und uns zu Aktionen und Gesten f\u00fchrt, die bis dahin unm\u00f6glich zu sein schienen. Loic schreibt: <em>&#8222;Ich habe keine Worte, um das Leiden all jener Seelen zu beschreiben, die in Gleichg\u00fcltigkeit gefangen sind&#8220;, das Gef\u00e4ngnis ist ein Horror, und wenn es fortbesteht, dann wegen Vorurteilen. Leider wecken wir die Flamme der Revolte nicht, indem wir &#8218;Feuer den Gef\u00e4ngnissen&#8216; schreiben, sondern indem wir das Gewissen jedes Einzelnen zu diesem Schluss bewegen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><strong>Wir rufen dazu auf, den Prozess und die Angeklagten \u00fcber Hamburg hinaus solidarisch zu begleiten! Im Gerichtssaal, auf der Stra\u00dfe, in der Nacht!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verwandeln wir den Schauprozess in einen Akt der Solidarit\u00e4t und Rebellion.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Freiheit f\u00fcr alle Gefangenen!<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>verfahrengebiet.noblogs.org<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: verfahrengebiet Morgen, am 18.12., werden f\u00fcnf Gef\u00e4hrten auf die Anklagebank des Hamburger Landgerichts gezerrt. 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