{"id":6369,"date":"2018-12-13T15:26:31","date_gmt":"2018-12-13T14:26:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=6369"},"modified":"2018-12-13T15:27:01","modified_gmt":"2018-12-13T14:27:01","slug":"deutschland-aufruf-zur-solidaritat-mit-der-anarchistischen-gefangenen-hulya-schreibt-ihr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=6369","title":{"rendered":"[Deutschland] Aufruf zur Solidarit\u00e4t mit der anarchistischen Gefangenen H\u00fclya! Schreibt ihr!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?attachment_id=3922\" rel=\"attachment wp-att-3922\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-3922\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/images-150x150.jpeg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"\/><\/a>Die rebellische Gefangene H\u00fclya ist auf der Suche nach Menschen, die ihr schreiben und sich mit ihr austauschen m\u00f6chten. Ihr findet hier eine kurze Beschreibung zu ihrer Person sowie zwei ihrer Briefe aus diesem Jahr. Im Knast hat sie sich politisiert und sieht sich mittlerweile als Anarchistin.<\/p>\n<p><strong>Seid solidarisch und schreibt ihr!<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Das Schreiben von Briefen ist eine Waffe!<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u2026gegen Vereinzelung, Vereinsamung, Stagnation, Resignation und Isolation\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u2026gegen die auf Zerst\u00f6rung angelegte Natur des Knast-Systems\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u2026gegen die Kontrolle des Lebens durch das Knastregime\u2026<\/p>\n<h3>H\u00fclya A.<\/h3>\n<p>\u201eIch bin 28 Jahre. Ich sitze einmal wegen schwerer K\u00f6rperverletzung wegen einer Racheaktion an der Person, die f\u00fcr den Tod meiner besten Freundin verantwortlich ist. Und wegen Raub\u00fcberfall, ohne das jemand dabei jemals zu Schaden gekommen ist.<\/p>\n<p>Habe insgesamt 6 Jahre und 6 Monate bekommen.<\/p>\n<p>Ich bin Anarchistin geworden.\u201c<\/p>\n<p><strong>H\u00fclya A.<\/strong><br \/>\n<strong>Buchungsnummer 84\/17\/4<\/strong><br \/>\n<strong>JVA Willich II<\/strong><br \/>\n<strong>Gartenstrasse 2<\/strong><br \/>\n<strong>47877 Willich<\/strong><br \/>\n<strong>Deutschland<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Brief vom 01. September 2018<\/p>\n<p><b>Der Kampf gegen den Richter<\/b><\/p>\n<p>&#8222;Seit einigen Jahren bin ich eine Gefangene vom Staat werde unterdr\u00fcckt und schikaniert. Ich k\u00e4mpfe gegen den Staat und lasse mich vom Staat nicht einsch\u00fcchtern und auch nicht unterdr\u00fccken. Im Gef\u00e4ngnissystem gibt es viele Regeln an die man sich anpassen muss, 95 Prozent tun es, wenige davon nicht. Ich hatte vor kurzem beim Landgericht Krefeld meinen ersten Anh\u00f6rungstermin gehabt wegen meiner Reststrafe, ich bin inhaftiert, sitze wegen schwerer K\u00f6rperverletzung und schweren Raub\u00fcberfall.<span id=\"more-312\"><\/span> Ich habe mich r\u00e4chen m\u00fcssen an einer Person die daran Schuld hat, dass meine Beste Freundin mit 18 Jahren gestorben ist bzw. ermordet wurde.<\/p>\n<p>Meine Gesamtstrafe ist 6 Jahre und 6 Monate. Bin das erste mal in Haft und habe meinen ersten Prozess mit dem Richter und den Staat gehabt. Ich wurde zum Gerichtssaal gef\u00fchrt und belehrt. Mein Anwalt, der Richter, die Staatsanw\u00e4ltin und die Protokollf\u00fchrerin waren da. Der Richter hat mich nach vorne gerufen, ich bin nach vorn, habe mich hinsetzen m\u00fcssen und dachte mir nur: \u201eIch habe die Kontrolle satt, immer Bullen, Gesetze, Staatsanw\u00e4lte, ich hatte es satt von den Schweinen schikaniert zu werden, mich hilflos zu f\u00fchlen. Ich habe es satt zu h\u00f6ren, ich soll mich einfach ruhig verhalten, dann w\u00fcrde ich schlie\u00dflich auch keinen Stress bekommen.\u201c So eine Schei\u00dfe, die einzige rationale Handlung w\u00e4re, verdachtsunabh\u00e4ngig jede Kontrolle in eine Stra\u00dfenschlacht zu verwandeln. Ich habe es so satt. Der Richter ist mein Feind. Ich habe mir den Richter angeschaut und dachte: \u201ejetzt geht dein Prozess los H\u00fclya\u201c, da war mir klar, dass Krieg und Frieden kein voneinander getrennter Prozess ist, sondern das die Situation in erster Linie Krieg ist. Er fing an zu reden. Frau A., ich habe Ihre Stellungnahme gelesen, da gibt es definitiv nix positives, dass ich Sie frei laufen lassen k\u00f6nnte. Es gibt gewisse Regeln an die man sich halten m\u00fcsse, in Ihrer Stellungnahme steht drinnen, dass Sie mehrfach Disziplinarisch in Erscheinung getreten sind. Er w\u00fcrde mich unter der Voraussetzung gehen lassen, dass ich an einem Sozialtraining teilnehmen w\u00fcrde, meine Straftat reflektieren soll, zwangsl\u00e4ufig 5 Jahre F\u00fchrungsaufsicht, und 5 Jahre d\u00fcrfte ich in kein Ausland ein- und ausreisen.<\/p>\n<p>Er fragte mich, Frau A., bereuen Sie Ihre Straftat? Ich schaute Ihm tief in die Augen und sagte, welche Straftat die ich begangen habe, welche fragte ich, dass jemand gestorben ist. Ist dem Staat schei\u00df egal, dass jemand unter der Erde liegt, nix vom Leben hatte, dass ist egal. Aber das ich mich an der Person ger\u00e4cht habe, ist eine Straftat. Nein, ich bereue nix, meine Beste Freundin ist nicht mehr da.<\/p>\n<p>Ich fragte den Richter. Herr Richter, macht Ihnen Ihr Beruf Spa\u00df, Menschen zu verurteilen und einzusperren? Haben Sie Kinder? Ihre Kinder werden bestimmt auch eines Tages kriminell, werden hier auf der Anklagebank sitzen. Ich bereue nix. Ich habe mich erhoben und habe ganz laut gerufen, eines Tages wird die Revolte kommen. Sie werden dann aber nicht mehr existieren. Alle Knastmauern werden fallen und ich werde dar\u00fcber springen und zum Schluss habe ich gerufen, es Lebe die Anarchie. Ich habe das Feuer, die Wut in mir rausgelassen, ich habe mich nicht unterdr\u00fccken lassen, profitabel f\u00fcr den Staat bin ich auch nicht. Der Richter schrie laut, raus aus dem Saal. Ich ziehe alles zur\u00fcck, Sie werden Ihre Endstrafe machen. Ich habe noch eine Ordnungswidrigkeit von 200 Euro bekommen. Er rief noch, dass ich beim LKA eingetragen werden, ich habe mich umgedreht und gerufen Ciao. Nach dem ich alles hinter mir hatte, wurde ich wieder in die Zelle gebracht. Mein Anwalt fragte mich, ob ich mein Verstand verloren habe. Ich antwortete, nein, ich bin mir und meinen Ideen treu geblieben. Viel mehr war mir klar, dass ich mich durchgesetzt habe, meine eigenen Interessen. Mir war es egal zu welchem Preis, gegen die Herrschaft habe ich mich durchsetzen k\u00f6nnen. Das ist es wert, denn mir war klar, dass ich mich auf die Schikanen vom Staat nicht einlassen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ich war eine soziale Rebellin, jetzt bin ich eine leidenschaftliche Anarchistin. Ich habe viel von Alfredo Maria Bonnano gelesen. Er sagte \u201eIn Richtung Aufstand, wenn das eine Bedeutung hat f\u00fcr mich, dann ist es dies, von einem spezifischen Kampf ausgehen nach welchen man nicht wei\u00df was passieren mag. Normalerweise gehen wir ins Gef\u00e4ngnis, normalerweise aber man kann nicht sagen nein, eine solche Entwicklung das ist nicht m\u00f6glich, wieso nicht?\u201c Ja, denn ich musste selber in den Knast und habe mich politisiert und ich bin sehr stolz auf mich. Die Gerechtigkeit, ein Leben ohne Herrschaft, daran glaube ich ganz fest, deswegen der es selber am eigenen Leib gesp\u00fcrt hat, die Schikanen vom Staat , Ausbeutung, die Unterdr\u00fcckung. Ich rufe alle dazu auf, Erhebt euch, ihr habt nichts zu verlieren. Denn ich habe es satt, die allgegenw\u00e4rtige staatliche \u00dcberwachung, deswegen habe ich mich erhoben. Liebe Genossen und Genossinnen lasst euch vom Staat, von der Herrschaft, von den Unterdr\u00fcckungen nicht be\u00e4ngstigen, auf die Demos, die Revolten, auf den Kampf.<\/p>\n<p>Bleibt stark, lassen wir das Feuer neu aufflammen.<\/p>\n<p>Es gibt nichts abzuwarten.<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t selbst organisieren und direkte Aktionen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die soziale Revolten<\/p>\n<p>Solidarische Gr\u00fc\u00dfe&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Brief aus April 2018<\/p>\n<h3>Brief von H\u00fclya A., JVA Willich II<\/h3>\n<p>\u201c2015 kam Claudia nach K\u00f6ln \u2013 Ossendorf in U-Haft ins Haus 10, ich lag auf der Beobachtungszelle 111 und sie kam auf die 112. Sie lag neben mir und wir wurden nach einer Zeit sehr gute Freundinnen, was es im Knast sehr sehr selten gibt. Sie war seit \u00fcber 20 Jahren im Methadon Programm und wurde runterdosiert. Die letzten Wochen war sie garnicht mehr so lebensfreudig wie am Anfang, sie ging auch nicht mehr in die Freistunde und hat keinen Umschluss mehr mit mir gemacht.<\/p>\n<p>Dann kam der 11.01.2016. Morgens beim Aufschluss um 6:00 Uhr gingen unsere Zellent\u00fcren auf. Claudia fragte mich nach Kaffee. Die Justizbeamtin sagte: \u201eNein\u201c. Ich konnte sie aber \u00fcberreden und habe Claudia etwas Kaffee gegeben. Claudia fragte daraufhin die Beamtin Frau B\u00fcrger ganz freundlich, da es ihr nicht gut ging, ob sie dem Hausm\u00e4dchen etwas helfen d\u00fcrfe, um etwas aus der Zelle rauszukommen. Nat\u00fcrlich kam ein direktes \u201eNein\u201c. Die T\u00fcren wurden wieder zugeschlossen. Claudia rief mich aus dem Fenster. Sie erz\u00e4hlte mir, dass sie sich gestern versucht hat zu erh\u00e4ngen, aber das Band oder Tuch oder womit sie es auch versucht hat, w\u00e4re gerissen. Es verging am gleichen Morgen etwas Zeit.<\/p>\n<p>Ich ging duschen und habe dort ein ganz komisches Bauchgef\u00fchl bekommen. Ich duschte, zog mich an und bin in meine Zelle. Keine Minute sp\u00e4ter habe ich eine Polterei geh\u00f6rt. Ich habe, glaube ich, sogar meinen Namen geh\u00f6rt, dachte ich f\u00fcr einen Moment. Ich bin an mein Fenster und habe zweimal \u201eClaudia\u201c gerufen. Es kam keine Antwort von ihr. Da meine Zellent\u00fcr noch offen war, lief ich raus, klopfte bei ihr, es gab keine Reaktion. Daraufhin habe ich die Klappe hochgemacht und sah sie mit einem Radiokabel um ihren Hals am Gitter h\u00e4ngen, an ihrem Zellenfenster. Ich schrie ganz laut: \u201eSie h\u00e4ngt. Sie h\u00e4ngt.\u201c Ihre Augen werde ich mein ganzes Leben nicht vergessen. Der Beamte kam, hat auch die Klappe hochgemacht und schrie laut, er br\u00e4uchte eine Schere. Ich habe gesagt: \u201eSchlie\u00dfen Sie die T\u00fcr auf!\u201c \u2013 \u201eNein\u201c. Bis Frau B\u00fcrger mit der Schere kam, vergingen mindestens 10 Minuten. Die haben die Zellent\u00fcre aufgeschlossen, sie raus aus der Zelle geholt, aber es war viel Zeit vergangen. Ich wollte sie beatmen, doch die Drecksbeamten haben mich in ihre Zelle geschlossen. Ich konnte alles aus dem T\u00fcrloch sehen und wusste, dass es zu sp\u00e4t war. Es kamen irgendwann die \u00c4rzte und nach etwa 15-20 Minuten wurde sie weggebracht.<\/p>\n<p>Ich hatte tiefe Schuldgef\u00fchle und war unter Schock. Die haben alle so getan als w\u00e4re nichts gewesen.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter kamen die restlichen Gefangenen vom Sport wieder. 2 Tage habe ich nicht geredet, beschimpfte nur die Beamten: \u201eIhr Schweine! Ihr herzlosen Wichser! Ihr seid Schuld, wenn ihr die T\u00fcre vorher aufgeschlossen h\u00e4ttet, h\u00e4tte sie es \u00fcberleben k\u00f6nnen\u201c. Einzelne Beamte und die Seelsorge versuchten an mich heranzukommen, sagten, dass ich abschlie\u00dfen sollte, aber ich konnte nicht.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Tage vergingen wie im Film. In der Freistunde meinte eine Gefangene nur: \u201eKonnte sie sich nicht nach dem Einkauf umbringen? Sie hatte f\u00fcr mich mit eingekauft.\u201c Ich h\u00f6rte es, stand auf, bin auf sie zu und habe auf sie eingeschlagen \u2026 mit ganzer Kraft. Der Hausalarm wurde ausgel\u00f6st. Die Beamten reagierten direkt, wir wurden auseinander gerissen, ich wurde auf meine Zelle gebracht, habe dort alles um mich herum kaputt geschlagen.<\/p>\n<p>Im tiefsten Herzen erhoffte ich mir, dass Claudia aus dem Koma (in dem sie gelegen hatte) noch erwachen w\u00fcrde, aber die Seelsorge und die Psychologin sagten mir, dass sie es nicht \u00fcberlebt hatte und die Maschinen abgestellt wurden. Wow, f\u00fcr mich ist die Welt untergegangen!<br \/>\nSp\u00e4ter kam Frau B\u00fcrger und versuchte mit mir zu reden. Ich sagte ihr, dass sie an allem Schuld sei, dass ich gegen sie aussagen w\u00fcrde und der Staatsanwaltschaft erz\u00e4hlen w\u00fcrde, wie es war. Sie drohte mir, wenn ich das machen w\u00fcrde, werde ich das zu sp\u00fcren bekommen. Ich lies mich nicht einsch\u00fcchtern von der scheiss Justiz. Die Staatsanwaltschaft sollte kommen um Spuren sicher zu stellen und ich h\u00e4tte als Zeugin befragt werden sollen, doch am gleichen Tag an dem sie kommen sollte, wurde mir pl\u00f6tzlich eine Psychose diagnostiziert, ohne dass ich mit \u00c4rzten gesprochen habe. Sie wollten mir Medikamente verschreiben, die ich ablehnte. Die wollten mich foltern, die Drecksjustiz, weil sie wussten, dass ich das ernst meinte. Meine T\u00fcre ging auf, ich wurde von mehreren Beamten aufgefordert meinen Haftraum zu verlassen und mit ihnen mitzugehen. Ich weigerte mich und schrie. Die haben sich ihre Handschuhe angezogen, schwarze Lederhandschuhe. Sie hielten mich fest und gaben mir eine Spritze. Ich hatte pl\u00f6tzlich keine Kraft mehr. Ich konnte nicht laufen, bin aufgestanden, aber wieder auf den Boden gefallen. Es war eine Haydolspritze.<\/p>\n<p>Sie haben mich in den Bunker verschleppt, mich ausgezogen, ein Nachthemd angezogen und wie einen Hund hineingeschmissen. Soweit ich mich erinnern kann, als ich meine Augen \u00f6ffnete, bekam ich gro\u00dfe Angst. Ich schrie, dass sie mich herausholen sollten. Es kam keine Reaktion. Die Angst in mir war so gro\u00df, ich habe sowas von gelitten. Ich bekam (t\u00e4glich) nur 2 Scheiben trockenes Brot, wie ein Hund. In dem Moment dachte ich mir: \u201eDas ist die Justiz. Das ist der Staat.\u201c Ich dachte an die Worte der Beamtin, und dass sie ihre Drohung wahr gemacht hatte.<\/p>\n<p>Ich war 14 Tage ganz alleine im Bunker. Die haben mich mit Medikamenten und Spritzen ruhig gestellt. Ich war machtlos, hilflos. Das sind halt Drecksbeamte. Es h\u00e4tte nur noch k\u00f6rperliche Gewalt gefehlt. Die Erinnerung f\u00fcr mich ist megakrass und wird mich mein Leben lang nicht loslassen.<\/p>\n<p>Nach 14 Tagen durfte ich raus aus dieser H\u00f6lle. Zwei Tage sp\u00e4ter ging meine Zellent\u00fcre auf. Frau B\u00fcrger und noch eine Beamtin hielten mir Unterlagen vor, die ich unterschreiben sollte. Ich fragte sie, worum es ginge. Es ging um meine \u00dcberweisung in die Psychiatrie Bedburg-Hau. Ich fragte: \u201eWof\u00fcr?\u201c Die wollten mich doch wirklich dazu zwingen, meine Zustimmung daf\u00fcr zu geben! Ich war mega sprachlos, weigerte mich nat\u00fcrlich und beschimpfte und spuckte Frau B\u00fcrger an. Ich dachte mir, sie verdient wirklich den Tod. Erst starb Claudia und weil ich das alles mitbekommen hatte und mich nicht brechen lies, musste ich daf\u00fcr b\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Frau B\u00fcrger sagte mir, dass es ein Nachspiel f\u00fcr mich geben, und sie mich anzeigen w\u00fcrde. Ich sagte ihr: \u201eMachen sie, was sie wollen.\u201c Die JVA K\u00f6ln \u2013 Ossendorf zeigte mich nicht an, nur Frau B\u00fcrger. Der Prozess gegen mich wurde fallengelassen, sie haben wohl gemerkt, dass ich im Recht bin und mir alles egal war. Ich habe mich nicht einsch\u00fcchtern lassen. Das ist die Justiz und die Gerechtigkeit, dass ist der scheiss Staat. Das ist Ossendorf.\u201d<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die rebellische Gefangene H\u00fclya ist auf der Suche nach Menschen, die ihr schreiben und sich mit ihr austauschen m\u00f6chten. Ihr findet hier eine kurze Beschreibung zu ihrer Person sowie zwei ihrer Briefe aus diesem Jahr. Im Knast hat sie sich politisiert und sieht sich mittlerweile als Anarchistin. 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