{"id":4765,"date":"2018-05-22T09:21:44","date_gmt":"2018-05-22T07:21:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=4765"},"modified":"2018-05-22T09:21:44","modified_gmt":"2018-05-22T07:21:44","slug":"deutschland-gegen-knast-staat-und-patriarchat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=4765","title":{"rendered":"[Deutschland] Gegen Knast, Staat und Patriarchat!"},"content":{"rendered":"<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/de.indymedia.org\/node\/21061\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Indymedia<\/a><\/p>\n<p>Um unsere Solidarit\u00e4t mit Gefangenen auszudr\u00fccken, sind wir als Gruppe aus circa 15 Personen am 10.05.2018 zum Frauenknast in Neuk\u00f6lln gelaufen und haben dort eine unangemeldete Kundgebung abgehalten. Wir haben vorher Redebeitr\u00e4ge und Briefe von Gefangenen eingesprochen, die sich mit dem Dasein als Gefangene, aber auch mit dem Knast als allgemeines Instrument der Herrschenden auseinandersetzen und diese vor Ort mittels einer Box abgespielt.<\/p>\n<p>Da &#8222;Christi Himmelfahrt&#8220; als staatlicher Feiertag fungiert, war uns klar, dass auch die Personen im offenen Vollzug an diesem Tag im Knast sitzen m\u00fcssen. Einige Gefangene haben Kontakt zu uns aufgenommen, indem sie uns politische Botschaften und Parolen gegen den Staat und die Kn\u00e4ste zugerufen bzw. mitgerufen haben. Ein paar von ihnen haben die Redebeitr\u00e4ge aufmerksam verfolgt und mittels Nicken und F\u00e4uste durch die Gitter strecken, kommentiert. Dieser kollektive Moment wurde erst durch die Kettenhunde der Berliner Polizei beendet, die nach etwa 25 Minuten anrollten, aber nur noch unsere Flyer vorfanden.&nbsp;<\/p>\n<p>Der Knast befindet sich in der Neuwedeller Stra\u00dfe, Ecke Kopfstra\u00dfe und ist eine sogenannte Teilanstalt der JVA f\u00fcr Frauen in Berlin, in der sich neben dem offenen Vollzug auch eine sozialtherapeutische Abteilung befindet. Die Frauen m\u00fcssen \/ d\u00fcrfen in der Regel tags\u00fcber zum Malochen raus und sind den restlichen Tag im Knast. Es ist der letzte Schritt zur angeblichen Resozialisierung in die kapitalistische Welt. Auch wenn wir uns nat\u00fcrlich dar\u00fcber im Klaren sind, dass ein offener Vollzug f\u00fcr die jeweilige Person mehr Privilegien mit sich bringt, als der Geschlossene, ist auch er ein wichtiger und nicht weniger repressiver Teil des Knastsystems. Jedes Privilig bedeutet eben auch den potentiellen Entzug dessen, es macht die Gefangenen erpressbar und provoziert Konkurrenz und Denunziation. Zudem zwingt der offene Vollzug alle, die ihn &#8222;genie\u00dfen&#8220;, sich jeden Tag auf&#8217;s Neue selbst einzusperren und dem\u00fctig hinter die Mauern zur\u00fcckzukehren.&nbsp;Durch den Knast soll jegliche Abweichung, jegliches Ausprobieren von Grenzen, jegliches Brechen mit dem kapitalistischen Normalzustand und jeder hausgemachte Konflikt, den diese Gesellschaft hervorbringt, wie Armut, Verzweiflung und Ausweglosigkeit, weggesperrt werden. Die Frauen trifft es dabei besonders hart, da sie zus\u00e4tzlich von patriarchaler Gewalt und Ausbeutung betroffen sind. Dies ist daher auch oft ein Grund, warum sie im Knast sitzen. Die gesellschaftlichen Probleme werden durch den Knast nicht gel\u00f6st, sondern sollen von der Stra\u00dfe und aus dem Blickfeld verschwinden.&nbsp;<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chten wir noch aus einem Text zitieren, den unsere Genossin Lisa geschrieben hat. Sie sitzt zur Zeit in der JVA Willich II ein, ihr wird vorgeworfen an einem Bankraub in Aachen beteiligt gewesen zu sein:&nbsp;&#8222;Das Knastsystem steht nicht ausserhalb der Gesellschaft, sondern ist ein fundamentales Element von ihr ohne die der Staat und sein Herrschafts- und Unterdr\u00fcckungssystem gar nicht existieren k\u00f6nnte. Es wird mit Strafe und Knast gedroht, damit sich die Menschen in diese miserable Welt einf\u00fcgen, bloss nicht \u00fcber ihre vorgesehenen Grenzen hinausschreiten und sich selbst kontrollieren und z\u00e4hmen sollen, ansonsten eben eingesperrt werden. St\u00e4ndig wird von der Gef\u00e4hrlichkeit von Sexual- und Gewaltverbrechen gesprochen, das ganze Bestrafungssystem damit gerechtfertigt und die Gesellschaft eingesch\u00fcchtert. Dabei sitzen die meisten Gefangenen wegen Geld-, Wirtschafts-, und Eigentumsdelikten und genau das wird geahndet, besonders hart wenn es um Eigentum der Reichen und M\u00e4chtigen geht. Viele Gefangene kommen aus \u00e4rmsten und miesesten Verh\u00e4ltnissen und versuchen einfach ein etwas w\u00fcrdevolleres Leben f\u00fchren zu k\u00f6nnen.&#8220;&nbsp;<\/p>\n<p>Kn\u00e4ste zu Baul\u00fccken!<\/p>\n<p>Freiheit f\u00fcr Isa, Nero, Michal, Lisa, Thomas, Andreas und alle anderen Gefangenen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: Indymedia Um unsere Solidarit\u00e4t mit Gefangenen auszudr\u00fccken, sind wir als Gruppe aus circa 15 Personen am 10.05.2018 zum Frauenknast in Neuk\u00f6lln gelaufen und haben dort eine unangemeldete Kundgebung abgehalten. 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