{"id":4714,"date":"2018-04-22T20:01:48","date_gmt":"2018-04-22T18:01:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=4714"},"modified":"2018-04-22T20:06:11","modified_gmt":"2018-04-22T18:06:11","slug":"deutschland-brief-von-andreas-krebs-uber-verweigerte-arztliche-behandlung-gewalt-unter-gefangenen-und-den-alltag-in-der-jva-burg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=4714","title":{"rendered":"[Deutschland] Brief von Andreas Krebs \u00fcber verweigerte \u00e4rztliche Behandlung, Gewalt unter Gefangenen und den Alltag in der JVA Burg"},"content":{"rendered":"<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/de.indymedia.org\/node\/19726\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">indymedia<\/a>, dort ver\u00f6ffentlicht am 07. April 2018<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?attachment_id=4715\" rel=\"attachment wp-att-4715\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-4715\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/index-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"\/><\/a>Nun sind es fast 3 \u00bd Monate seit meiner Zwangsverschleppung durch das SEK aus meiner Zelle in der JVA Volkstedt. 3 \u00bd Monate bin ich nun hier in Burg und meine Zeit geht nun langsam dem Ende zu bis zur Auslieferung. Je n\u00e4her der Tag kommt, je nerv\u00f6ser und depressiver mit vielen \u00c4ngsten verbunden werde ich. 3 \u00bd Monate wurde ich jedes mal, wenn ich die Station wegen irgendetwas verlassen musste, ob Besuch oder sonstiges, von mehreren Beamten begleitet, egal wohin es ging. Selbst bei vertraulichen Arztgespr\u00e4chen in der Krankenstation waren sie mit anwesend und hatten mich immer im Auge. Auf der Station kann ich mich zwar frei bewegen,aber ich wei\u00df und merke, dass ich nach wie vor ganz genau beobachtet werde. Wenn ich w\u00e4hrend der Aufschlusszeiten mich einmal Tage lang nicht blicken lasse, weil ich ohnehin mit fast allen Gefangenen nichts anfangen kann (dazu gleich mehr), dann kommt schon mal jemand aus dem Dienstzimmer und erkundigt sich nett und h\u00f6flich, ob alles in Ordnung w\u00e4re und es mir gut geht. Nat\u00fcrlich wissen sie auch, dass ich k\u00f6rperlich wie auch von meiner Psyche angeschlagen bin.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Erst vor kurzem habe ich mich von einer schlimmen Erkrankung nach fast zwei Wochen erholt. Ich lag fast 24 Stunden am Tag im Bett, hatte st\u00e4ndig Fieber, konnte kaum noch etwas essen und mir fiel es irre schwer meinen t\u00e4glichen Anruf zu t\u00e4tigen um Bescheid zu geben, wie es mir geht und so weiter. Von Anfang an habe ich die Vorf\u00fchrung zum Anstaltsarzt Dr. Klose verweigert. Ich war schon einmal f\u00fcr eine Woche hier in der JVA Burg bis man mich auf Grund der Zust\u00e4ndigkeit nach Volkstedt verlegte. In dieser Woche wurde ich bei meiner Einlieferung auf die Krankenstation gebracht und wurde dem Arzt vorgestellt. Durch das asoziale Verhalten des SEK bei meiner Festnahme (ich kam gar nicht dazu mich zu wehren) hatte ich eine Kopfverletzung. Dieser Arzt stellte sich mir erst auf Nachfragen mit seinem Namen vor. Ich erkl\u00e4rte ihm sofort, dass ich seit \u00fcber zwei Jahren Medikamente nehme und st\u00e4ndig Blut pisse. Ich sagte ihm, dass ich t\u00e4glich mehrere Tabletten, also mindestens 16mg Subutex nehme. Mit einer Arroganz stellte er mich als L\u00fcgner hin und behandelte mich wie das letzte Arschlosch. Er h\u00f6rte nicht mal zu, erz\u00e4hlte mir etwas von einem Drogenausweis, den ich haben m\u00fcsste und so weiter. Ich hatte keine Ahnung, was er damit meinte mit einen solchen Ausweis, versuchte ihm mehrfach zu erkl\u00e4ren, dass ich mit Drogen nichts zu tun habe, sondern Schmerzpatient bin, und ich gab ihm die Adresse von meiner zust\u00e4ndigen \u00c4rztin. Denn Typen hat wirklich nichts interessiert sondern immer nur seine schei\u00df Arroganz. Keine Blut- oder Urinuntersuchung, einfach nichts. W\u00e4hrend meines Arztgespr\u00e4ches habe ich Dr. Klose auch darauf hingewiesen, dass ich seit Monaten ein Schreiben meiner Haus\u00e4rztin wegen meiner Medikation, welche ich \u00fcber zwei Jahre als Schmerzpatient bekommen, in meiner Krankenakte befindet. Er bl\u00e4tterte erstnmal ewig in der Akte herum und ist dann endlich auf das Schreiben gesto\u00dfen (daran sieht man mal, dass niemandem dieses Schreiben meiner \u00c4rztin interessierte und dieses nur ignoriert wurde). Dr. Klose meinte dann nur: Das w\u00e4re doch ein Gef\u00e4lligkeitsschreiben und so was h\u00e4tte er auch schon gemacht. Ich war sprachlos und konnte dazu einfach nichts mehr sagen. Wo bin ich hier nur hingeraten? Warum macht man das mit mir? Warum hat keiner R\u00fccksprache mit meiner Haus\u00e4rztin gehalten um nachzufragen? Was unterstellt man uns? Meine Partnerin schickte vor Monaten sogar R\u00f6ntgenbilder von meiner H\u00fcfte in die JVA Volkstedt als ich mich noch dort befand. Auch darauf bekam ich nie eine Antwort, obwohl auf den Bildern zu sehen ist, dass mit meiner H\u00fcfte etwas nicht richtig ist. (Bilder, die kurz vor meiner Inhaftierung gemacht wurden) Ich wei\u00dft einfach nicht mehr weiter und sowas nennen sie hier drinnen \u00c4rzte. Die wollen nichts tun, haben drau\u00dfen wahrscheinlich versagt und arbeiten darum drinnen. Ich musste ein paar Tage auf der Krankenstation bleiben und als ich Tags darauf auf die Toilette ging pinkelte ich wieder Blut. Sofort und ohne zu sp\u00fclen, dr\u00fcckte ich die Glocke der Notrufanlage und schon h\u00f6rte ich jemanden. Nach kurzer Schilderung kam nach nicht einmal einer Minute ein Beamter, eine Schwester und Herr Klose. Er sah in die Toilette, sah also dass Blut und dann tastete er meine Seiten am Oberk\u00f6rper ab, wo die Nieren sitzen und meinte: Die w\u00e4ren nicht geschwollen, also alles nicht so schlimm. Es gab KEINE Untersuchung anschlie\u00dfend und es wurde dabei belassen. Ich f\u00fchlte mich jedoch so angeschlagen, dass ich nichts weiter darauf sagte, aber mich auch nicht wirklich mehr traute. Mehrfach am Tag sagte ich allerdings, dass es mir nicht gut geht, weil ich mein Medikament br\u00e4uchte. Auch darauf wurde NICHT reagiert, obwohl ich immer wieder darum gebeten habe, dass man doch meine Haus\u00e4rztin kontaktieren soll, was auch nicht getan wurde. Mir ging es immer schlechter! An einem Mittwoch oder Donnerstag, ich glaube nach drei Tagen Aufenthalt in der Krankenstation wurde ich auf eine normale Station verlegt, in einen Einzelhaftraum. Ich war, obwohl es mir k\u00f6rperlich so mega schlecht ging, total sprachlos, weil fast st\u00e4ndig die Zellen offen gewesen sind und es sogar Telefon auf der Station gab. (Ich kenne ja nur Bayern). Nur hatte ich leider noch keine M\u00f6glichkeit zum Telefonieren, sondern musste erst einmal einen Antrag hierf\u00fcr stellen. Ich lernte jedoch einen Gefangenen kennen, der mehrfach t\u00e4glich mit seiner Partnerin telefonierte und ich hatte ihn darum gebeten, ob er nicht \u00fcber seine Frau meine Partnerin kurz kontaktieren k\u00f6nnte, um sie \u00fcber meine aktuelle Situation zu informieren. Nat\u00fcrlich hat er das auch gleich gemacht. Er gab seiner Frau die Telefonnummer und so konnte man einen kleinen Kontakt herstellen. Ich hatte ja nichts, keine Schreibutensilien, einfach nichts. K\u00f6rperlich ging es mir immer schlechter und so ging ich zu einer Stationsbeamtin, die gerade da war und erz\u00e4hlte ihr alles wegen meiner fehlenden Medizin. Sie sagte, dass sie mir leider nicht helfen kann, aber wenn ich wollte, dann w\u00fcrde sie versuchen, dass ich wieder auf der Krankenstation aufgenommen werde. Ich \u00fcberlegte, sah es aber als sinnlos an, weil warum sollte dieser Arsch im Spital seine Meinung \u00e4ndern? Ich war doch der L\u00fcgner und ein St\u00fcck Dreck. Genau so hat er mich behandelt und das ist auch keine Einbildung oder \u00dcberreaktion. Denn es gibt den ein oder anderen Beamten, die mich verstanden und selbst sagten, dass seine Arroganz gegen\u00fcber Gefangenen einfach unterste Schublade ist. Diese Beamtin also hat mir aber angeboten, dass ich \u00fcber sie telefonieren darf, wenn ich m\u00f6chte, was ich sofort dankbar angenommen habe und ich mir dabei gleich dachte: Das w\u00e4re in Bayern gar nicht m\u00f6glich, niemals! In Bayern darf man mal anrufen, wenn zuhause wirklich was schlimmes passiert ist und dann auch nur im Beisein des Beamten, der mith\u00f6rt. Nicht zu vergessen, dass man aber vorher einen Antrag mit Begr\u00fcndung schreiben muss. Die einzige legale M\u00f6glichkeit, dass man in Bayern hin und wieder mal telefonieren darf, ist wenn man sich mit einem der beiden Kuttenbrunzer (auf gut bayrisch gesagt) gut stellt und auch regelm\u00e4\u00dfig ihren Gottesdienst besucht. Die Anstaltsgeistlichen in Bayern haben auch immer in ihrem B\u00fcro ein ganzes Arsenal an Tabak und Bomben (Kaffeegl\u00e4ser) im Schrank eingesperrt ist, und wenn man mal richtig blank ist, und dass sind wir alle fast immer, r\u00fcckt einer der beiden Kuttenbrunzer immer mal etwas raus, nat\u00fcrlich gegen eine Gegenleistung. Man sollte also hin und wieder sich Sonntags zur Kirche melden \u00fcber den Stationsbeamten und in der Kirche irgendwie am besten bemerkbar machen, vielleicht am lautesten singen, damit der Pfarrer auch registriert hat, dass du da gewesen bist. Ein oder zwei Tage darauf schreibt man dann ein paar pers\u00f6nliche Zeilen im verschlossenen Umschlag, dass man gerade so knapp bei Kasse ist. Der kommt dann auch irgendwann pers\u00f6nlich vorbei und bringt einem eine Kleinigkeit. Na auf jeden Fall war ich hier n Burg \u00fcber die Beamtin total \u00fcberrascht, dass sie mich einfach hat anrufen lassen ohne dass ich dieser Frau eine gro\u00dfartige Story habe erz\u00e4hlen m\u00fcssen. Als meine Frau abgehoben hat, erz\u00e4hlte ich ihr sofort mit meinem Problem mit diesen Anstaltsarzt Klose und das er mir irgendetwas von einem Giftausweis erz\u00e4hlte und mich abservierte ohne dass er mir half, wie als w\u00e4re ich ein L\u00fcgner. Meine Frau die auch viel im Medizinischen Bereich t\u00e4tig ist, verstand sofort, was er meinte und sagte, dass sie eine \u00e4rztliche Best\u00e4tigung von unserer \u00c4rztin besorgt und auch unsere Haus\u00e4rztin dar\u00fcber verst\u00e4ndigt. Die Beamtin, die bei dem Telefonat mit anwesend war, h\u00f6rte also selbst, dass ich keinen Schmarrn erz\u00e4hlte, konnte mir aber trotzdem nicht helfen. Einige Tage sp\u00e4ter sagte sie aber zu mir, dass sie die ersten Tage schon bef\u00fcrchtete durch den Entzug meiner Medizin, dass ich umkippen w\u00fcrde und ein Arzt gerufen werden m\u00fcsste. Ich kam ja dann nach einer Woche wegen der Zust\u00e4ndigkeit (da ich zu der Zeit offiziell nur wegen Fahren ohne F\u00fchrerschein in Haft war) in die JVA Volkstedt und dann wie bereits berichtest mit dem SEK Anfang Dezember wieder zur\u00fcck in die JVA Burg. Fast siebzehn Jahre Hafterfahrung besitze ich und habe alles im bayrischen Vollzug abgesessen, bis zum letzten Tag. Und darum habe ich noch nie einen Vollzug erlebt wie es ihn hier gibt. Knast ist Knast, so oder so ist man seiner wertvollen Freiheit beraubt, aber ich bin sowas von sprachlos \u00fcber diesen Vollzug! Alles was ich hier nun schreibe habe ich noch nie in einem bayrischen Vollzug erlebt, was man hier als Gefangener f\u00fcr M\u00f6glichkeiten hat. Nicht ansatzweise w\u00e4re ein Vollzug wie er hier ist, in Bayern vorstellbar! Das f\u00e4ngt schon an beim Aufschluss. Auch beim Essen gibt es wirklich nichts zu meckern! W\u00e4hrend des Aufschluss kann man wirklich tun und machen, was man m\u00f6chte, etwa in den Billiardraum oder Tischtennisraum gehen, auf dem Gang telefonieren, Dart spielen, oder in der Stationsk\u00fcche, die gro\u00df und voll ausgestattet ist, kochen und backen. Beim Einkauf habe ich noch nie in fast 17 Jahren so eine Einkaufsliste gesehen! Man bekommt wirklich alles! Wenn man nicht unbedingt am Dienstzimmer klopft und bis auf den Auf- und Einschluss sieht man auch keinen Beamten. Man hat seine Ruhe, wenn man m\u00f6chte und ich muss sagen, im Vergleich zu Bayern sind alle bis auf einen vom Besuch, worauf ich noch kommen werde, verdammt h\u00f6flich und nett. Ich muss es nochmals sagen, falls sich der ein oder andere wundert, weil ich sogar \u00fcber die Bediensteten berichte, ich kenne sowas nicht aus Bayern! Da sind die Beamten super unh\u00f6flich, nicht wirklich alle, aber sicher 90 Prozent von denen. Hier h\u00f6rt man immer ein Bitte oder Danke und sogar bei allgemeinen Durchsagen, die ganz selten vorkommen, bitte oder danke. Ich f\u00fchlte mich hier bis auf die \u00e4rztliche Versorgung mehr als Mensch behandelt als in Bayern. Dort ist es meist so, dass man einfach nur weggesperrt wird und die Beamten sich einen Schei\u00dfdreck um einen k\u00fcmmern. Man bekommt es t\u00e4glich zu sp\u00fcren und die Hauptsache dort ist, dass der Gefangene in seiner Zelle sicher untergebracht ist. Ich habe vom bayrischen Verwahrvollzug, nicht anders kann man diesen bezeichnen, einen wirklichen Dachschaden davon getragen. Und gerade Familie, Freunde und Partnerin, die einen kennen, die bekommen nach einer langj\u00e4hrigen bayrischen Inhaftierung einen ganz anderen Menschen zur\u00fcck! Verhaltensgest\u00f6rt, eher schlimmer als vorher wird man dort entlassen. In Bayern w\u00e4re es ihnen am liebsten, wenn der Gefangene sich gleich von Anfang an zur Ratte entwickelt. Wenn man ihnen sch\u00f6n fest in den Arsch kriecht und seine Mitgefangenen verr\u00e4t, dann kann man vielleicht etwas erhoffen und leider gewinnen sie oft mit ihren Systemen. In meinem jetzigen Vollzug darf man seine Zelle richtig gem\u00fctlich ausstatten, man darf hier Musik CDs haben, gro\u00dfe Stereoanlagen, Playstation, Kaffeemaschinen, DVD-Player und und und. Klar gibt es auch Nachteile wie etwa, dass man sich keine Briefmarken schicken lassen darf, oder etwas private Sportkleidung. Sogar Langzeitbesuch darf hier jeder haben, dass ist alles unvortsellbar in Bayern. Ein Freund zum Beispiel durfte mir nie in Bayern B\u00fccher schicken, hier schon. Selbst meine Anw\u00e4ltin sagte, dass wenn sie hier anruft, sie noch keine Anstalt erlebt hat, die so kooperativ ist. In Bayern oder auch die meisten Anstalten in der BRD darf der Inhaftierte nur zwei mal im Monat Besuch haben. Hier darf man so oft man m\u00f6chte und es die Kapazit\u00e4ten her geben, Besuch haben. Maximal am St\u00fcck zwei Stunden. Wenn man also zeitig die Besuchsantr\u00e4ge stellt, kann man auch zwei mal in der Woche Besuch empfangen. Das ist erst mal abgefahren! In Volkstedt hatte ich nur einmal im Monat 2 Stunden Besuch und die hat es nicht interessiert, woher deine Angeh\u00f6rige kommen, ob aus Berlin oder Bayern. Die waren knallhart! Und auch in Bayern sind zwei Stunden Besuch im Monat die Regel. Allgemeine Antr\u00e4ge, die man hier stellt, werden so schnell bearbeitet, wie ich es wirklich sehr selten erlebt habe. In Volkstedt bei diesem Pack konnte man froh sein, wenn man nach ein paar Monaten eine Antwort bekam. Meistens musste man dort zig mal nachfragen, sonst w\u00e4re \u00fcberhaupt keine Antwort gekommen. Zwar waren die Bediensteten auch sehr h\u00f6flich und man hatte seine Ruhe, aber schlimm war es mit dem Pack, die nach den Stationsbeamten kamen. Und deswegen ging ich auch so oft an die Decke! Denn das, was sich dort stellvertretende Hausdienstleitung, Hausdienstleitung oder das Oberarschloch von Anf\u00fchrer dieser Anstaltsleiter Winterberg erlaubten, ist eine richtig krasse Nummer gewesen! Man belog meine Anw\u00e4ltin als sie nachfragte, was es damit auf sich hat, mit meiner Zwangsausf\u00fchrung mit dem LKA und so weiter. Al sich mit dem SEK hierher verschleppt wurde, war hier eine helle Aufregung wegen mir. Der muss denen eine Story erz\u00e4hlt haben, dass hier richtige Sicherheitsauflagen wegen mir verf\u00fcgt wurden. Bis noch vor drei Wochen ca. waren immer mehrere Beamte an meiner Seite, egal wohin ich musste und ich habe erst lange nicht verstanden, warum das so ist und fragte mich, was ich verbrochen habe, dass man so mit mir verf\u00e4hrt. Nach und nach kapierte ich es dann. Volkstedt bzw. ein Hausdienstleiter machte eine Anzeige gegen mich wegen Beleidigung gegen seine Person im Internet. Das ist mir aber schei\u00df egal!!! Von mir aus kann er mich auch zwanzig mal anzeigen, ich werde meine Schilderungen niemals zur\u00fcck nehmen. Es passte nur keinem in Volkstedt, dass ich so offen \u00fcber ihre Machenschaften berichtete und weil sie und das LKA angepisst waren, weil ich niemals zu einer Zusammenarbeit bereit gewesen bin, egal was mir droht!!! Auf das \u00fcbelste wurde ich in einer Stellungnahme aus der JVA Volkstedt von diesem Schwein Winterberg schlecht gemacht. In dieser Stellungnahme war gleichzeitig auch eine Stellungnahme von der F\u00fchrungsaufsichtsstelle. In dieser wurde ich als gef\u00e4hrlich und in keinster Weise kooperativ dargestellt. Als Begr\u00fcndung gab man an, dass ich keine Deliktaufarbeitung zu einer Tat machte, welche ich 1999 begangen habe. Dieser miese Bericht der F\u00fchrungsaufsicht stammt aus dem Jahr 2016. F\u00fchrungsaufsicht hatte ich zum Schluss nur wegen ganz anderen Dingen und als Auflage vom Gericht festgehalten Arbeit- und Wohnortwechsel. Darum habe ich es nicht als notwendig angesehen, einem fremden Menschen der ohnehin meines Erachtens keinerlei Feingef\u00fchl f\u00fcr einen Menschen wie mich hatte, \u00fcber eine Tat zu reden, was zig Jahre zur\u00fcck liegt und was nichts mit der jetzigen Verh\u00e4ngung der F\u00fchrungsaufsicht zu tun hatte. Darum gab es f\u00fcr mich keinen Grund, warum ich mehr mit dieser Person reden sollte als notwendig. Dieser Typ wollte von Anfang an alles Private bis ins kleinste Detail wissen und das wollte ich nicht! Ich habe \u00fcber diese Tat aus dem Jahr 1999 noch nie mit jemandem gesprochen, warum also jetzt nach so vielen Jahren, und dann auch noch ein Wildfremder. In den ganzen Jahren als ich in Freiheit gewesen bin und F\u00fchrungsaufsicht verh\u00e4ngt bekam, war noch nie die Rede von einer Deliktaufarbeitung, sondern immer nur Arbeit- und Wohnortwechsel. Pl\u00f6tzlich wohne ich in Brandenburg, wo die dortige F\u00fchrungsaufsicht zust\u00e4ndig ist f\u00fcr mich, m\u00f6chte man auf einmal sowas. In seinem Bericht war kein einziges positives Wort von mir. Der war nur sauer, weil ich nicht \u00fcber das mit ihm gesprochen habe, was er wollte. Ich werde aber auch in Zukunft keine Deliktaufarbeitung machen, f\u00fcr Sachen die bald 20 Jahre zur\u00fcck liegen. Ich bin so erschrocken, als ich die Stellungnahme von Volkstedt gelesen hatte. Ist er Gutachter? Der ist doch gar nicht kompetent ein solches psychologisches Profil zu erstellen. Nun dann sage auch ich dass der Anstaltsleiter Winterberg und der Mensch von der F\u00fchrungsaufsicht eine narzistische Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung mit sadomasochistischen Neigungen haben. Leider w\u00fcrde es den Rahmen sprengen, wenn ich die Stellungnahme der beiden oben genannten Personen mit ver\u00f6ffentlichen w\u00fcrde. Aber wer das hier liest und diese Stellungnahme gerne sehen m\u00f6chte, kann mich jederzeit, solange ich noch in Deutschland bin, kontaktieren. Nun weiter zur JVA Burg. Als ich durch das SEK hierher gebracht wurde, kontaktierte meine Anw\u00e4ltin die Volkstedter Anstaltsleitung und hat um eine Erkl\u00e4rung gebeten. Die haben sie erst mal rotze frech angelogen und das nicht nur einmal! Erst als ich eine Stellungnahme von denen ans Gericht gelesen habe, fiel ich aus allen Wolken und ich bin total auf die angefressen. Solche Schweine in Volkstedt! Ich habe niemandem etwas getan und nur weil ich nicht bereit war mit denen zusammen zu arbeiten. Als ich von meiner Zwangsvorf\u00fchrung mit dem LKA voriges Jahr berichtete, wurde das nach Bekanntwerden sofort von Winterberg und so weiter abgestritten. Ich stand da wie ein L\u00fcgner und nur wenige glaubten mir. Erst als eine Abgeordnete eine offizielle Anfrage stellte, wurde allen klar, dass ich bis ins kleinste Detail die Wahrheit sagte. Mittlerweile bin ich froh, dass ich hier bin und der Vollzug w\u00e4re so ganz gut auszuhalten, wenn nicht die meisten Gefangenen so krass drauf w\u00e4ren! Ich wei\u00df nicht woran es liegt, dass die Gefangenen hier im Osten schlimmer drauf sind, wie woanders. Auch hier in Burg ist die Mehrzahl der Gefangenen rechts eingestellt. Zwar nicht ganz so wie in Volkstedt, da die Menschen dort ihre rechte Gesinnung viel offener ausleben k\u00f6nnen, wie ich bereits berichtete, aber dennoch genauso extrem. Nat\u00fcrlich ist hier der Ausl\u00e4nderanteil viel h\u00f6her, aber da scheren sich die Rechten einen Dreck drum. Ich hatte leider erst vor kurzem zwei Auseinandersetzungen in Folge, die ich aber auf meine Art ganz gut gekl\u00e4rt habe. Hier gibt es keinen Zusammenhalt, wenn es drauf ankommen w\u00fcrde, so wie ich es eigentlich kenne. Ganz im Gegenteil. Bei mir auf der Station wurden Mitgefangene ohne Grund auf das \u00fcbelste schikaniert und mi\u00dfhandelt. Es sind viele die gerne den Chef raush\u00e4ngen lassen, die in einer Gruppe von vier Mann auftreten, einen auf Gangster machen und sich den Kleinsten und Schw\u00e4chsten auf der Station aussuchen und dann auf den Gang rufen: Hey du Arschficker, komm her sonst gibt\u2019s eine auf die Fresse und so weiter. Das geht soweit, dass sie ihn sogar ein Knastmesser an den Hals halten. Habe es mehr als einmal mitbekommen. Dieses Opfer war derma\u00dfen verst\u00f6rt, voller Angst und eingesch\u00fcchtert, dass sogar ein Blinder erkennt, dass mit dem etwas nicht stimmt. Ich m\u00f6chte gleich dazu sagen, dieser Kerl ist kein Vergewaltiger oder \u00e4hnliches ist, kein Verr\u00e4ter und hatte nur wenig Schulden. Es gab keinen Anlass f\u00fcr diese Schweinerei! Leider habe ich es viel zu sp\u00e4t bemerkt, was sie mit dem Kerl gemacht haben, sonst h\u00e4tte ich Partei ergriffen, so wie ich es sonst auch mache. Er hat sich auf eine andere Station verlegen lassen und nun suchen sich diese Schweine ein neues Opfer. Es gibt hier viele, die sich nicht so wehren k\u00f6nnen und auch nicht gerade die hellsten Gl\u00fchbirnen sind. Solche werden erst mal von ihren Elektroger\u00e4ten erleichtert. Ob der Typ will oder nicht, er gibt sein Zeug ohne irgendein Widerwort her. Es gibt auch Leute, die noch so jung sind, dass sie regelm\u00e4\u00dfig ihr eigenes Kindergeld auf ihr Gefangenenkonto einbezahlt bekommen. Es dauert nicht lange und die halbe Station sitzt bei dem in der Zelle und zieht ihn ab. Sie lassen sich alles von dem kaufen, bis er nichts mehr hat. Er macht das nat\u00fcrlich total gerne, weil er glaubt, dass das gerade alles seine Freunde sind. Aber pl\u00f6tzlich als dreitausend Euro auf den Kopf gehauen bzw. aufgeteilt wurden, waren alle weg. Leider sind das keine Einzelf\u00e4lle und es beteiligt sich die halbe Station an diesem Raub. Diese Menschen werden dann wieder behandelt wie der letzte Dreck durch ihre Mitgefangenen. In manchen Gef\u00e4ngnissen au\u00dferhalb von hier, da h\u00e4tten solche Ratten von den Mitgefangenen auf&#8217;s Maul bekommen! Es gibt auch welche, die zu sexuelle Handlungen gezwungen werden. Auch das passiert immer \u00f6fter. Das Schlimme ist f\u00fcr mich, dass hier alles mit Kameras \u00fcberwacht wird und jedes Stationsb\u00fcro mit mindestens drei Beamten, aber niemand von denen sieht das oder will das sehen mit den Mi\u00dfhandlungen. Es nimmt mich schon sehr mit, wenn ich sehe, wie sich die Gefangenen untereinander fertig machen! Sowas, also solch ein Verhalten kenne ich nicht aus Bayern! Die Menschen konzentrieren sich mit ihrer \u00fcbersch\u00fcssigen Energie auf Aktionen gegen das System. Aber niemals w\u00fcrde es sowas geben, dass die eigenen Jungs sich Gefangene suchen und dann mi\u00dfhandeln in irgendeiner Form! Das w\u00fcrden schon die Gefangenen untereinander nicht zulassen! Hier sind jeden Tag irgendwelche Vorf\u00e4lle. Es gibt auch die, die das Ger\u00fccht streuen, sie w\u00e4ren Angeh\u00f6rige ber\u00fchmter Rockerbanden. Das wird dann auch noch geglaubt und die Leute schei\u00dfen sich dann so richtig ein vor denen. Ich habe noch nie so viele Leute im Knast getroffen wie hier in Burg, die zu gro\u00dfen Rockerclubs geh\u00f6ren, oder sich hier dann sich mit Namen von Anf\u00fchrern aus diesen Clubs profilieren. Sicher gibt es auch wenige die wirklich dazu geh\u00f6ren. Dann gibt es hier viele, die bis oben hin zu sind mit irgendwelchen Mitteln und die st\u00fcrzen dann den ganzen Abend auf dem Gang herum. Teilweise sind die so platt, dass sie kaum mehr richtig laufen k\u00f6nnen. Diese Schwachk\u00f6pfe interessiert gar nicht, dass hier alles optisch \u00fcberwacht wird. Aber dann wundern sie sich, wenn hier gro\u00dfe Filzaktionen durch eine Sicherheitstruppe mit Drogenhund gemacht werden und dann Gefangene erwischt werden mit irgend etwas, wegen der Dummheit und Arroganz von anderen. Und wenn dann Gro\u00dffilzung ist und viele erwischt werden, dann hei\u00dft es sofort: Verrat, Verrat. Das sie daf\u00fcr verantwortlich sind, soweit denken sie gar nicht nach. Andere leiden dann dadurch und werden erwischt. Viele Gefangene kennen gar nichts anderes als den Knast in Burg. Ich genie\u00dfe manche M\u00f6glichkeiten regelrecht. So zum Beispiel mache ich mir alle paar Tage ganz viele und leckere Pfannkuchen! Zu geil, dass man hier kochen kann und auch noch was man m\u00f6chte! Oder das telefonieren! Wahnsinn und ich bin immer ganz aufgeregt, auch nach sieben Monaten, wenn ich zum Telefonh\u00f6rer greife! F\u00fcr mich ist das alles gar nicht selbstverst\u00e4ndlich! Man hat hier beim Einkauf sogar die M\u00f6glichkeit von Pornozeitungen. Wenn ein Beamter in Bayern so eine Zeitung bei einem Gefangenen finden w\u00fcrde, g\u00e4be es richtig \u00c4rger und ein Disziplinarverfahren. Ja, das Wichsen ist und auch nicht erlaubt in Bayern. Ist das nicht abgefahren? Ich kann nur jedem der mit dem Vollzug zu tun hat, das Buch \u201e22 Jahre Knast\u201c von Dimitri Todorov empfehlen! Er spricht mir so aus der Seele! Allerdings verharmlost er vieles. So habe ich in Bayern oft erlebt, dass wenn schwule Gefangene in Amberg oder Straubing bei sexuellen Handlungen erwischt werden, sie ein Disziplinarverfahren bekommen. Das ist keine Seltenheit gewesen und habe ich sehr oft mitbekommen. Ich kann das Buch nur empfehlen, egal ob f\u00fcr Insassen oder Leute drau\u00dfen. Zu meinem Erschrecken hat sich bis HEUTE kaum etwas im bayrischen Vollzug ge\u00e4ndert. Die Erz\u00e4hlungen aus der Haft fangen in den 70er Jahren an und gehen bis Ende der 90er Jahre. Bis auf dass der Gefangene nun ein TV-Ger\u00e4t haben darf, ist die Zeit weiter stehen geblieben und alles was er darin schildert, ist auch heute noch so. Seit einigen Wochen ruft meine Anw\u00e4ltin regelm\u00e4\u00dfig bei der Anstaltsleitung an, weil es mir gesundheitlich immer schlechter geht. So kann ich zum Beispiel immer schlechter Laufen und meine Beine tun schei\u00dfe weh. Die Motorik ist nicht mehr in Ordnung und egal in welcher Stellung ich mich befinde, ich k\u00f6nnte schreien. Vor einigen Tagen knickte ich dann auch noch weg und zwei Mitgefangene mussten mir auf die Beine helfen. Ich bekomme zwar deswegen seit einem halben Jahr 3x t\u00e4glich 100er Tramadol, aber bis auf einer Abh\u00e4ngigkeit helfen sie nicht bzw. nicht mehr. Da ich also Probleme mit dem Anstaltsarzt habe, hat sich die Anstaltsleitung diesen vorgekn\u00f6pft und mit ihm gesprochen. Daraufhin meldete ich mich per Antragsschein zu ihm und zu meiner \u00dcberraschung (bis auf ein paar Klugschei\u00dfereien) war er wie ausgewechselt. Verschiedene Untersuchungen brachten nichts und ich wartete nun auf die Vorstellung zu einer Neurologin, die bald in die Anstalt kommen soll. Ich erkl\u00e4rte ihm (Hr. Klose), dass ich gerne noch vor der Auslieiferung richtig untersucht und gegebenenfalls auf Medikamente eingestellt werde, da leider in S\u00fcditalien\/ Napoli ein ganz anderes L\u00fcftchen weht. Der Klugschei\u00dfer versteckte sich hinter der EU und er will das nicht glauben. Bis er dann verstanden hat, dass ich dort schon in Haft gewesen bin. Da ich drau\u00dfen Schmerzpatient war und immer wieder von \u00c4rzten die Sprache vom Verdacht auf MS gewesen ist (ich berichtete bereits mehrfach dar\u00fcber) \u2013 auch mit meiner H\u00fcfte ist ein Problem aufgetreten, sagte er zu mir fast wortw\u00f6rlich: Kein Krankenhaus stimmt f\u00fcr eine station\u00e4re Aufnahme zu, da dies f\u00fcr eine ausf\u00fchrliche Untersuchung notwendig w\u00e4re. Das Krankenhaus verweigert die Aufnahme von mir deswegen, weil ich laut Dr. Klose gewisse Sicherheitsauflagen habe und nur mit SEK ausgef\u00fchrt und rund um die Uhr an meiner Seite h\u00e4tte. Da es also zu einem Schusswechsel kommen k\u00f6nnte, verweigert man die Aufnahme von mir. So seine Aussage. Ich war sowas von sprachlos und wei\u00df gar nicht mehr, was ich darauf sagen soll! Laut Dr. Klose w\u00e4ren sie im Recht und es w\u00fcrde alternativ kein Haftkrankenhaus in der ganzen BRD geben, wo solche ausf\u00fchrlichen Untersuchungen gemacht werden. Au\u00dferdem, so meinte er, w\u00e4re eh nicht mehr genug Zeit hierf\u00fcr, da die Auslieferung nicht mehr weit weg ist bis zum Termin. Ich verlie\u00df den Arzt und dachte nun seit dieser Aussage von ihm nach, wie es mit mir \u00fcberhaupt weitergehen soll. Ich verstehe das immer noch nicht, da ich in Volkstedt vier mal plus eine station\u00e4re Aufnahme wegen einer Nieren-OP vorgef\u00fchrt wurde, mit zwei bis drei normalen Vollzugsbeamten. Nun pl\u00f6tzlich mit SEK? Dar\u00fcber kann sich nun jeder, der das liest, seine eigenen Gedanken machen. Wie es weiter geht, wei\u00df ich nun auch nicht. Ich bekomme auf jeden Fall keine Hilfe! Seit einigen Tagen bemerke ich, dass meine Beine total hei\u00df und dick sind. Dazu kommt, dass ich immer \u00f6fter ob links oder rechts, keine Kraft in den Armen und H\u00e4nden habe und sogar immer \u00f6fter die Zigarette aus meine Fingern verliere. Oder das Schreiben schmerzt. Auch wenn ich den Telefonh\u00f6rer in der rechten Hand halte, das nach kurzer Zeit nicht mehr geht. Das mit meinen Armen und H\u00e4nden habe ich noch niemandem erz\u00e4hlt, aus Angst dass man mir nicht glaubt oder als L\u00fcgner hinstellt. Das w\u00e4re ja nicht das erste mal. Also belasse ich es dabei. Tja mir fehlen einfach die Worte zu dem, was dieser Arzt da erz\u00e4hlt und ich bin am \u00fcberlegen, dass ich gar nicht mehr zum Arzt gehe. Dann spare ich mir jeden \u00c4rger und muss mir nicht eine solche Schei\u00dfe anh\u00f6ren! Ich sch\u00fctze mich einfach selbst. Ich m\u00f6chte gar nicht wissen, wie vielen Menschen hier innen es \u00e4hnlich geht wie mir. Vor einer Woche ca. Traf mich ein weiterer Hammer. Ich bekam 17 Seiten vom italienischen Gericht, davon einige Seiten in einem unglaublich schlechten Deutsch \u00fcbersetzt, dass man die Zusammenh\u00e4nge erraten musste. Hier wurde nur mitgeteilt, dass ein Verhandlungstermin f\u00fcr den 9.5.18 angesetzt wurde, zu meinem Entsetzen mit f\u00fcnf Angeh\u00f6rigen jeder mit seinem Anwalt des Opfers, wo jeder in der Verhandlung geh\u00f6rt wird. F\u00fcr mich war hier schon klar, obwohl ausreichende Beweise f\u00fcr mich sprechen (Videomaterial), dass die Verhandlung ein Drama wird und schon im Vorfeld alle voreingenommen sind! Keiner dieser f\u00fcnf Angeh\u00f6rigen kennt mich pers\u00f6nlich, noch war irgendjemand bei dem Ungl\u00fcck mit dabei. Acht Geschworene sind mit anwesend, die bereits im November vereidigt wurden. Es stand also da schon ein Termin f\u00fcr die Verhandlung fest, ohne dass wir hier in Deutschland etwas wussten. Als ich diese Unterlagen bekam, hatte ich Tags darauf Besuch von meiner Partnerin und einer guten Freundin. Ich wollte diese wichtigen italienischen Unterlagen mit zum Besuch nehmen und beim Besuch meinen Angeh\u00f6rigen diese Unterlagen \u00fcbersetzen und mit ihnen gemeinsam Punkt f\u00fcr Punkt besprechen, da es ja auch um die bevorstehende Auslieferung geht. Ich stellte nach Erhalt der Unterlagen vom italienischen Gericht einen Antrag mit der Bitte, diese Dokumente mit meinen Angeh\u00f6rigen besprechen zu d\u00fcrfen, da das meiste darauf italienisch geschrieben ist und keiner von ihnen italienisch lesen und sprechen kann. Zudem handelte sich einiges um Fristsachen. Meine Angeh\u00f6rigen arbeiten zudem mit meiner Anw\u00e4ltin eng zusammen. Auf der Station hie\u00df es dass das kein Problem w\u00e4re und ich wurde kurz vor 13 Uhr zum Besuch gebracht mit den Unterlagen und dem Antragsschein. Mein Stationsbeamter sprach noch kurz mit dem Besuchsbeamten, bekam aber keine Antwort von ihm. Auf dem Weg zum Besuchsraum wurden mir dann die italienischen Unterlagen von diesen Besuchsbeamten Herr Kirste abgenommen. Ich dachte erst, er sieht sich diese erst mal an. Aber als ich dann aufgerufen wurde zum Besuch, meinte dieser mit ener Arroganz und Hochn\u00e4sigkeit, vor den anderen Mitgefangenen, dass ich das vergessen und nicht mit meinem Besuch besprechen kann. Wir sollten das gef\u00e4lligst im Brief machen. Ich erkl\u00e4rte, dass es um meine Auslieferung u.a. geht und diese unnmittelbar bevorsteht. Da meinte er nur, ach mit ihrer Auslieferung da ist noch Zeit. Worauf ich meinte, dass er dann mehr w\u00fcsste als mein Anwalt. Entweder machte er irgendeine Grimasse oder \u00e4hnliches, denn ich h\u00f6rte Gel\u00e4chter aus dem Warteraum, wo die anderen Gefangenen auf ihren Besuch warten und bei denen der Beamte gestanden ist. Oder diese Nazis haben sich dar\u00fcber lustig gemacht, dass wieder ein Ausl\u00e4nder abgeschoben wird. Sie kannten mich ja nicht und aus dem Gespr\u00e4ch zwischen mir und den Beamten ging nur hervor, dass ich ausgeliefert werde. Es war auf jeden Fall richtig gemein von diesem Kirste und er hat es mich richtig sp\u00fcren lassen, dass er der Chef hier ist. Es war ihm egal, was man mir auf der Station sagte. Es interessierte ihn auch nicht, dass mein Besuch das Italienische nicht versteht. Ich sprach kein Wort mehr, auch als er zu mir und meinem Besuch kam und einen neuen Besuchstermin vereinbarte. Einer meiner Besucher stellte ihn zur Rede, fragte ob wir diese Unterlagen nun haben k\u00f6nnen, wo er pl\u00f6tzlich meinte, dass er unsere Situation versteht (Heuchler), aber wenn das jeder machen w\u00fcrde blablabla \u2013 wie jeder? Mir drohen drei\u00dfig Jahre und man will mich ausliefern in K\u00fcrze und er spricht von jeder? Was zum Teufel h\u00e4tte dagegen gesprochen, wenn ich mit meiner Angeh\u00f6rigen gemeinsam diese italienischen Unterlagen durcharbeite, besonders weil verschiedene Termine anberaumt wurden, also Fristsachen? Was hat ihn das zu interessieren, es kann ihm wurscht sein, was wir besprechen. Hier geht es schlie\u00dflich um etwas und ich w\u00fcrde nie fragen, wenn es nicht wichtig w\u00e4re, nie! Ich rede nie wieder solange ich hier bin ein Wort mit dem. Schlimm, wenn man einer Situation so ausgeliefert ist, er hat diese wichtigen Unterlagen meinen Angeh\u00f6rigen nach dem Besuch auch nicht ausgeh\u00e4ndigt, obwohl ich darum gebeten hatte. Erst sp\u00e4t Abends bekam ich diese Unterlagen zur\u00fcck auf meiner Station. Nun mal abwarten wie es bei mir weiter geht in der Auslieferungssache und \u00e4rztlicher Behandlung. Die Angst bleibt und meine N\u00e4chte haben sich nicht gebessert, immer noch so gut wie ohne Schlaf. Ich sitze so oft auf dem Stuhl oder auf der Bettkante und blicke Stunden lang in das Leere, mit den Gedanken total abwesend. Aber auch meine Schmerzen schaffen mich mittlerweile. Ich m\u00f6chte mich noch bedanken, bei allen f\u00fcr ihre Solidarit\u00e4t und Anteilnahme, dass ich nicht alleine bin und wir, meine Partnerin und ich, soviel Unterst\u00fctzung bekommen! Vielen Dank an euch alle! Es ist sch\u00f6n jeden Tag zu wissen, dass ich so viele liebe Freunde an meiner Seite habe! Ohne diese w\u00fcrde ich das alles nicht durchstehen. Es gibt vereinzelt liebe Menschen f\u00fcr die mein Schicksal eine gro\u00dfe Belastung ist. Sie stecken ihre ganze Energie in meine Sache und das tut mir leid, weil sie auch leiden. Aber sie sollen wissen, dass ich ihnen f\u00fcr alles sehr dankbar bin. Ich sende euch allen herzliche Gr\u00fc\u00dfe und jeden einzelnen eine dicke Umarmung. 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