{"id":442,"date":"2011-07-21T19:09:37","date_gmt":"2011-07-21T17:09:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=442"},"modified":"2012-01-13T15:00:13","modified_gmt":"2012-01-13T14:00:13","slug":"solidaritat-mit-und-freiheit-fur-billy-silvia-und-costa-ein-solidarischer-text","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=442","title":{"rendered":"Solidarit\u00e4t mit und Freiheit f\u00fcr Billy, Silvia und Costa &#8211; Ein solidarischer Text &#8211;"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"articletext\">Das Trauma des Leidens unter der staatlichen Repression nahm f&uuml;r Billy, Silvia und Costa in der Schweiz am 15. April 2010 seinen Anfang. Seit sie durch die Polizei angehalten, von der Justiz monatelang (und nach wie vor) in Untersuchungshaft gesteckt wurden und seit die medialen, politischen und wirtschaftlichen Interessenskreise ihre b&uuml;rgerlichen Muskeln spielen lassen, sehen sich unsere Kumpanen mit einer kalten, isolierten und von Schikanen durchtr&auml;nkten Gef&auml;ngnissrealit&auml;t konfrontiert. Die Qu&auml;lbarkeit der K&ouml;rper und der Psyche, durch den Druck der Repression und der perfiden Gewalt durch das Knastsystem, l&auml;sst sich nicht verleugnen. Wer nun aber glaubt, dass der Kampf unserer drei anarchistischen Genossen deswegen gemildert wurde, ist sich der St&auml;rke ihrer &Uuml;berzeugungen und ihres Kampfes nicht bewusst. <br \/>\n\t<!--more-->Ihre momentane Situation, als Geiseln der demokratischen Herrschaft, mag f&uuml;r sie ein Zustand der Ausnahme sein. Eine Ausnahme jedoch, welche nur eine von vielen bitteren Ausl&auml;ufern innerhalb eines Klimas des &bdquo;permanenten Ausnahmezustands&ldquo; (Agamben) und der inner- und ausserstaatlichen Feindproklamationen ist. Dieser Ausnahmezustand ist Ergebnis des herrschenden (Sicherheits-)Paradigmas des Regierens. Er erlaubt es der Exekutive, dass Bestehende mit allen m&ouml;glichen Mitteln zu Verteidigen und die Barbarei, also den Zustand der systembedingten Ausbeutung und Gewalt, in welchem es keine Freiheit gibt, aufrecht zu erhalten und immer weiter voran zu treiben. <\/p>\n<p>\tDabei war die WTC-Trag&ouml;die am 11. September 2001 willkommener Anlass, um neben den milit&auml;rischen Raubz&uuml;gen zur Aneignung der letzten Naturressourcen und der Erschliessung neuer M&auml;rkte auch gleich die Ausschaltung der restlinken und anarchistischen Opposition gegen den Neoliberalismus ideologisch zu forcieren. Auffallend dabei ist vor allem die zunehmende Kriminalisierung der &Ouml;kologie- und Tierbefreiungsbewegung. In Anlehnung an die antikommunistische Hysterie der 50er Jahre in den USA (&bdquo;Red Scare&ldquo;) richtet sich nun &bdquo;Green Scare&ldquo; gegen alle, die sich der Pl&uuml;nderung der Natur und l&uuml;ckenloser Verwertung der zur Ware erniedrigten Tiere in den Weg stellen. Dabei gilt es zu erkennen, dass die Ausbeutung von Mensch, Tier und Natur gerade durch die totalit&auml;re Tendenz immer neu entwickelter Technologien (wie z.B. die Nanotechnologie) und die Unterdr&uuml;ckung der Individualit&auml;t bzw. die Gleichschaltung aller, durch die &ouml;konomisch-technische Gewalt, massiv vorangetrieben wird. <\/p>\n<p>\tWie schon Herbert Marcuse herausgearbeitet hat, gibt es keine Neutralit&auml;t der Technik. Die technologische Gesellschaft ist ein Herrschaftssystem, welches bereits bei der Konstruktion der Techniken wirksam wird. &bdquo;Nicht erst ihre Verwendung, sondern schon die Technik ist Herrschaft (&uuml;ber die Natur und &uuml;ber den Menschen)&ldquo;. <\/p>\n<p>\tIn Anbetracht des bestehenden herrschaftlichen Diskurses, ist es aus revolution&auml;rer Perspektive eine Notwendigkeit, sich mit den drei in Bellinzona angeklagten Anarchisten zu solidarisieren. Dabei geht es weniger um ihre Positionen, f&uuml;r welche sie einstehen, sondern um die Tatsache, dass wir alle mit einem System konfrontiert sind, welches uns zu vereinnahmen und zu brechen versucht. Ein System, welches uns permanent mit der Hand ins Gesicht schl&auml;gt und uns immer wieder einmal in den Lauf einer Waffe schauen l&auml;sst. <\/p>\n<p>\tDer Prozess gegen Billy, Silvia und Costa f&auml;llt zeitgleich auf den 10-j&auml;hrigen Todesstag von Carlo Giuliani, welcher am 20. Juli 2001 von einer ausser Rand und Band geratenen Staatsgewalt bei den Anti-G8-Protesten in Genua ermordet wurde. <\/p>\n<p>\n\tFreiheit f&uuml;r Billy \/\/ <br \/>\n\tFreiheit f&uuml;r Silvia \/\/ <br \/>\n\tFreiheit f&uuml;r Costa \/\/ <br \/>\n\tIn Gedenken an Carlo \/\/ <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Text wurde auf Indymedia Switzerland ver&ouml;ffentlicht, und ist hier zu finden:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/switzerland.indymedia.org\/de\/2011\/07\/82520.shtml\">http:\/\/switzerland.indymedia.org\/de\/2011\/07\/82520.shtml<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Trauma des Leidens unter der staatlichen Repression nahm f&uuml;r Billy, Silvia und Costa in der Schweiz am 15. April 2010 seinen Anfang. 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