{"id":4276,"date":"2017-12-15T18:37:25","date_gmt":"2017-12-15T17:37:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=4276"},"modified":"2017-12-15T19:06:33","modified_gmt":"2017-12-15T18:06:33","slug":"21-dezember-tag-der-solidaritat-mit-der-in-koln-inhaftierten-gefahrtin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=4276","title":{"rendered":"21. Dezember: Tag der Solidarit\u00e4t mit der in K\u00f6ln inhaftierten Gef\u00e4hrtin"},"content":{"rendered":"<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/de-contrainfo.espiv.net\/2017\/12\/13\/tag-der-solidaritat-mit-der-in-koln-inhaftierten-gefahrtin\/\">contrainfo.espiv.net<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4253 alignleft\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/solidarity-300x212.png\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"304\" srcset=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/solidarity-300x212.png 300w, https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/solidarity-768x543.png 768w, https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/solidarity.png 842w\" sizes=\"(max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/>F\u00fcr den 21. Dezember rufen wir dazu auf, der Phantasie freien Lauf zu lassen und Solidarit\u00e4t in ihrer vielf\u00e4ltigen Art auszudr\u00fccken. Wieder einmal m\u00f6chten wir zeigen, dass unsere inhaftierten Gef\u00e4hrt*innen nicht alleine, sondern gegenw\u00e4rtig und mit uns auf der Stra\u00dfe sind.<\/p>\n<p>Sie wollen sogar noch h\u00f6here Mauern errichten, nicht nur aus Beton und Eisen, sondern auch von Vereinsamung und Isolation. Und diese Mauern m\u00f6chten wir f\u00fcr unsere Gef\u00e4hrtin Lisa mit Liebe, Zuneigung, Wut und Solidarit\u00e4t niederrei\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Ihr k\u00f6nnt Bilder, Tondateien und Videos an<\/strong>&nbsp; <em>solidaritatrebel@riseup.net<\/em>&nbsp; <strong>senden.<\/strong><\/p>\n<p>Eine Strafe auferlegt zu bekommen, bedeutet nicht, dass die inhaftierte Person \u201enur\u201c dem Gef\u00e4ngnissystem ausgeliefert ist. Der politische und justizielle Staatsapparat ermittelt, \u00fcberwacht, analysiert weiter und entscheidet \u00fcber das Schicksal der Gefangenen. Vor allen wenn, die Gefangene nicht auf ihren Knien vor Gericht um Gnade gebeten hat, sich nicht selbst durch eine Geste gedem\u00fctigt hat, die vom Feind als \u201eAuss\u00f6hnung\u201c angesehen wird. Die M\u00f6glichkeiten, mit denen das Justizsystem demonstrieren kann, dass sie mit ihr noch nicht fertig sind, sind zahlreich. Die Verweigerung mit der Polizei zu kooperieren, gilt als Schuldbeweis und kann dazu genutzt werden, die Ermittlungen auf unbestimmte Zeit aufrechtzuerhalten. Das Schweigen und die W\u00fcrde gegen\u00fcber den Vollstreckenden und ihren Vorw\u00fcrfen wird als Verschleierung des Verbrechens betrachtet und kann neue Ermittlungen herbeif\u00fchren.<\/p>\n<p><!--more-->Als Frau sozialisiert worden zu sein und nicht die zugewiesene Rolle zu reproduzieren (in diesem Fall z.B. eine rebellische Haltung und eine nicht-unterw\u00fcrfige Postion gegen\u00fcber der Institution einzunehmen), bedeutet zudem, mehrfache Verurteilung. Diese geht \u00fcber die juristische Ebene hinaus, weil hier, charakteristisch f\u00fcr die patriachalen Rahmenbedingen auch moralische und soziale Verurteilungen greifen.<\/p>\n<p>Wenn du innerhalb der Mauern weiterhin deine politischen \u00dcberzeugungen und Ideen ausdr\u00fcckst und nicht verleugnest, wer du bist, wird das als Mangel an Reue und als Argument daf\u00fcr angesehen, warum eine Gef\u00e4ngnisstrafe nicht ausreicht.<\/p>\n<p>Und wenn das rechtliche Arsenal durch einen \u201eangemessenen\u201c Urteilsspruch (der hart genug ist um die Anklage zu erfreuen) ersch\u00f6pft ist, aber die Ethik der eingesperrten Gefangenen intakt bleibt, z\u00f6gert das juristische System nicht, ihre Kontakte mit der Au\u00dfenwelt ins Visier zu nehmen; die Familienbeziehungen, gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfigen Bindungen und Freundschaften. Neben dem Konkreten, den Gitterst\u00e4ben, der k\u00fcnstlichen Beleuchtung und \u00dcberwachungskameras, die das Leben letzendlich ersticken, f\u00fcgen sie Berge von Papier hinzu, die zu bew\u00e4ltigen sind, um einfach nur Kontakt mit den dir nahestehenden Leuten zu erhalten. Antr\u00e4ge, Berechtigungen, Genehmigungen, Aufsch\u00fcbe, die den Willen testen, sich nicht geschlagen zu geben.<\/p>\n<p>Am 7. Juni wurde unsere anarchistische Gef\u00e4hrtin Lisa vom Aachener Gericht wegen Bankraubes zu siebeneinhalb Jahren Gef\u00e4ngnis verurteilt. Momentan erwarten wir das Ergebnis einer von den Rechtsanw\u00e4lt*innen verfassten Berufung, die, wenn ihr entsprochen wird, eine Revision des Schuldspruchs beinhaltet und bedeutet, dass der Fall erneut vor Gericht geht. Deshalb ist unsere Gef\u00e4hrtin immer noch im Gef\u00e4ngnis von K\u00f6ln in Untersuchungshaft. Aufgrund einer Krankheit, die mehrere Monate andauerte, verstarb ihre Mutter Anfang November. W\u00e4hrend dieser Zeit, verweigerten ihr der Staatsanwalt, wie auch der Richter, unter Berufung auf \u201eFluchtrisiko\u201c , die M\u00f6glichkeit ihre Mutter im Krankenhaus zu besuchen und auch die Genehmigung bei ihrer Beerdigung anwesend zu sein.<\/p>\n<p><a name=\"result_box\"><\/a>Der Feind beruft sich nicht nur auf juristische Argumente, sondern nutzt viele heimt\u00fcckischere Instrumente. Wie in vielen anderen F\u00e4llen, wenn der Durst der Justiz nach Rache nicht mit einer einfachen Gef\u00e4ngnisstrafe \u2013 wie hoch sie auch sein mag \u2013 zufriedenzustellen ist, sucht der Feind weiterhin mit Adleraugen nach jeder vermeintlichen Schw\u00e4che der Gefangenen, um sie zu unterwerfen. Es steht au\u00dfer Frage, dass dieses ein eindeutig rachs\u00fcchtiges Mittel ist, eine Antwort auf die Entschlossenheit und unkollaborative Einstellung. Eine zus\u00e4tzliche Strafe, entwickelt, um die bereits harte Strafe der Gefangenschaft zu versch\u00e4rfen; nur ein weiterer Versuch, sie zu beugen, dieses Mal zielen sie auf ihr privates Lebens und pers\u00f6nlicher Umst\u00e4nde ab. Eine durchaus bekannte Logik einer justiziellen Erpressung mit dem Ziel, ihre Koh\u00e4renz und politischen \u00dcberzeugungen zu untergraben .<\/p>\n<p><strong>Mit Hass auf den Feind.<\/strong><br \/>\n<strong> Wir vergessen nicht. Wir vergeben nicht.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">auf <a href=\"https:\/\/en-contrainfo.espiv.net\/2017\/12\/11\/21st-of-december-day-of-solidarity-with-imprisoned-comrade-in-cologne\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>englisch<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: contrainfo.espiv.net F\u00fcr den 21. Dezember rufen wir dazu auf, der Phantasie freien Lauf zu lassen und Solidarit\u00e4t in ihrer vielf\u00e4ltigen Art auszudr\u00fccken. 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