{"id":3644,"date":"2017-03-13T17:10:17","date_gmt":"2017-03-13T16:10:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=3644"},"modified":"2017-03-13T17:11:41","modified_gmt":"2017-03-13T16:11:41","slug":"u-bergkoroska-gegen-die-kriminalisierung-von-antifaschismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=3644","title":{"rendered":"[U-Berg\/Koro\u0161ka] Gegen die Kriminalisierung von Antifaschismus!"},"content":{"rendered":"<p>&gt;&gt;&gt;&gt; Prozess gegen 5 Antifaschist_innen wg <a class=\"twitter-hashtag pretty-link js-nav\" href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/uberg?src=hash\">#<b>uberg<\/b><\/a> 2016 findet am 21.3.2017 um 8.30 Uhr im Landesgericht Klagenfurt\/Celovec, Verhandlungssaal 283\/II, statt! Kommt alle zur <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/events\/279551762479510\/\">solidarischen Prozessbeobachtung<\/a>!<\/p>\n<p>Um was geht es &#8211; Quelle, Hintergrundinfos und mehr auf <a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/www.u-berg.at\/2017\/index.htm\">www.u-berg.at<\/a><\/p>\n<p><span class=\"_4n-j _fbReactionComponent__eventDetailsContentTags fsl\"><\/span><\/p>\n<div class=\"ui-wrapper aloha-image-box-active Aloha_Image_Resize aloha\" style=\"overflow: hidden; position: relative; width: 601px; height: 262px; top: 0px; left: 0px; margin: 0px 7px 2px 0px; display: inline-block; float: left;\" contenteditable=\"false\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"height: 254px; width: 593px; position: static; resize: none; display: inline-block; top: 0px; left: 0px;\" class=\"alignleft wp-image-3645 ui-resizable\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/antifa_koroska-300x127.jpg\" alt=\"\" height=\"237\" width=\"560\" srcset=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/antifa_koroska-300x127.jpg 300w, https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/antifa_koroska-768x324.jpg 768w, https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/antifa_koroska.jpg 960w\" sizes=\"(max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><\/p>\n<div style=\"z-index: 1000;\" class=\"ui-resizable-handle ui-resizable-ne\"><\/div>\n<div style=\"z-index: 1000;\" class=\"ui-resizable-handle ui-resizable-se ui-icon ui-icon-gripsmall-diagonal-se\"><\/div>\n<div style=\"z-index: 1000;\" class=\"ui-resizable-handle ui-resizable-sw\"><\/div>\n<div style=\"z-index: 1000;\" class=\"ui-resizable-handle ui-resizable-nw\"><\/div>\n<\/div>\n<p>Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat nun gegen Antifaschist_innen aus K\u00e4rnten\/Koro\u0161ka Anklage erhoben.<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Kleiner R\u00fcckblick:<br \/>\nIm Oktober letzten Jahres fand das umstrittene Ulrichsbergtreffen statt. Einen Tag vor dem Nazi &#8211; Treffen wurde von Antifaschist_innen das Denkmal der Ulrichsberggemeinschaft auf dem Ulrichsberg besch\u00e4digt.<br \/>\nEs folgten Tage, Wochen und Monate der Bullenrepression in denen das Landesamt f\u00fcr Verfassungsschutz und Terrorismusbek\u00e4mpfung (LVT), Antifaschist_innen aus K\u00e4rnten\/Koro\u0161ka massivst bedr\u00e4ngte und bei weitem die Grenzen ihrer Zust\u00e4ndigkeit und ihres Handlungsbereiches \u00fcberschritt. Noch dazu kommt, dass viele der Beschuldigten dank der Bullenmethoden, private Probleme bekamen und Freun<span class=\"text_exposed_show\">dschaften dadurch auch aufs Spiel gesetzt wurden.<br \/>\nSt\u00e4ndige Verh\u00f6re und Hausbesuche waren an der Tagesordnung. Manche wurden am Arbeitsplatz aufgesucht, was sich ebenfalls negativ auswirkte.<br \/>\nAls w\u00e4re dies nicht genug wurden von allen DNA Proben genommen, so als w\u00e4ren sie M\u00f6rder_innen. Das dies nicht zul\u00e4ssig ist interessiert die Polizei allerdings nicht.<\/span><\/p>\n<p>Ankeklagt werden jetzt 5 Antifaschist_innen. Als &#8222;Opfer&#8220; werden eine Stiftung, die am besagten &#8222;Tatort&#8220; nicht einmal im Grundbuch steht und die Ulrichsberggemeinschaft (als Nebenkl\u00e4ger), die nicht einmal Schaden genommen hat, angef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Wir rufen dazu auf am 21. M\u00e4rz nach Klagenfurt\/Celovec zu kommen um den betroffenen Aktivist_innen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind. Da sie davon ausgehen, dass Neo &#8211; Nazis der Ulrichsberggemeinschaft auch vor Ort seien werden, ist dies umso wichtiger.<br \/>\nDenn Polizei, LVT und Staatsanwaltschaft haben nun sehr deutlich bewiesen, dass sie Nazis und ihre Veranstaltungen sch\u00fctzen und Antifaschismus kriminalisieren. Wir erwarten von ihnen keinen Schutz und keine Hilfe.<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t ist unsere st\u00e4rkste Waffe, setzen wir sie ein!<\/p>\n<p>Ort: Landesgericht Klagenfurt\/Celovec, Verhandlungssaal 283\/II<br \/>\nDatum: 21. M\u00e4rz. 2017<br \/>\nBeginn: 08:30 Uhr (vorrausichtliches Ende 12:00)<\/p>\n<h3><strong>Stellungnahme des AK gegen den k\u00e4rntner Konsens:<\/strong><\/h3>\n<p><span class=\"text\">Obgleich sich der AK gegen den k\u00e4rntner Konsens als Gruppe im M\u00e4rz 2014 aufgel\u00f6st hat, erfordern es aktuelle politische Entwicklungen in K\u00e4rnten\/Koro\u0161ka zu den Geschehnissen rund um die Proteste gegen eine Demo der Identit\u00e4ren sowie gegen das Ulrichsbergtreffen 2016 Stellung zu beziehen.<\/span><\/p>\n<p><strong>Pensionierter AK<\/strong><br \/>\nDer AK gegen den k\u00e4rntner Konsens, der seit 2005 regelm\u00e4\u00dfig Proteste gegen das SS-Veteranen Treffen am k\u00e4rntner Ulrichsberg organisierte, ging im M\u00e4rz 2014 in \u201ePension\u201c. Grund daf\u00fcr war vor allem, dass die konstante Arbeit des AKs bereits nach f\u00fcnf Protestjahren gegen das Ulrichsbergtreffen dazu gef\u00fchrt hatte, dass das sogenannte Heimkehrertreffen abgesagt werden musste. Der AK hatte 2009 aufgedeckt, dass der damalige gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Obmann der Ulrichsberggemeinschaft, Wolf Dieter Ressenig, im Internet NS-Devotionalien gehandelt hatte und infolge der \u00f6ffentlichen Kritik entschloss sich auch der damalige Verteidigungsminister Norbert Darabos keine weitere Unterst\u00fctzung der Feierlichkeiten durch das Bundesheer bereitzustellen. Zwar fand das Treffen auch in den Folgejahren in minimierter Version statt, konnte aber nicht mehr an die Gr\u00f6\u00dfe und Bedeutung davor ankn\u00fcpfen. Somit war das Ziel des AKs, das Ulrichsbergtreffen zu verunm\u00f6glichen im Grund genommen erreicht.<br \/>\nAuch \u00fcber die letzten Jahren hinweg verfolgten die ehemaligen Mitglieder des AK gegen den k\u00e4rntner Konsens die politischen Geschehnisse im s\u00fcdlichsten Bundesland mit gro\u00dfer Aufmerksamkeit. Insbesondere aufgrund der Entwicklungen der vergangenen Monate hat sich der AK nun zu entschieden, \u201eaus der Pension heraus\u201c aktiv zu werden, da die aktuellen Ereignisse nicht unkommentiert stehen gelassen werden k\u00f6nnen und d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><strong>Opfer-T\u00e4ter_innenumkehrungen<\/strong><br \/>\nNicht selten hat der AK gegen den k\u00e4rntner Konsens \u00fcber die Jahre hinweg erlebt, dass die (Repressions-)Beh\u00f6rden sowie die mediale Berichtserstattung auf die bitter notwendigen Interventionen in hegemoniale Geschichtsnarrative mit Diffamierungen und Schikanierungen reagierten. Seit Beginn der Proteste wurde immer wieder versucht, die kritische Besch\u00e4ftigung mit k\u00e4rntner Geschichtsmythen bzw. antifaschistische Kritik an sich mittels klassischer Opfer-T\u00e4ter-Umkehrungsstrategien zu delegitimieren. Dies geschah einerseits auf einer historisch-ideologischen Ebene indem die vermeintlichen Gr\u00e4uel der Partisan_innen nicht jedoch die Beteiligung der k\u00e4rntner Mehrheitsgesellschaft am nationalsozialistischen Vernichtungsapparat in den Vordergrund der Geschichtserz\u00e4hlung gestellt wurden. Andererseits werden \u00e4hnliche Denkmuster ins Heute transformiert und Ursache und Wirkung der Proteste vertauscht. Es kommt zur Abspaltung der Tatsache, dass es sich bei den Interventionen um die Reaktion auf ein geschichtsrevisionistisches SS-Veteranentreffen handelt. Damit verbunden wird ein Bild der Protestierer_innen konstruiert, die scheinbar grundlos die l\u00e4ngst abgeschlossene Vergangenheit nicht ruhen lassen, die Harmonie der k\u00e4rntner Volksgemeinschaft ins Wanken bringen und die vermeintliche Ehre der einstigen Kameraden beschmutzen wollen. Die Abwehr der Besch\u00e4ftigung mit der eigenen Schuld findet also ihre Fortsetzung in der Delegitimierung aktueller antifaschistischer Kritik. Anstelle einer W\u00fcrdigung des antifaschistischen Kampfes, insbesondere jenem der k\u00e4rntnerslowenischen Partisan_innen und dessen Bedeutung f\u00fcr die Beendigung der nationalsozialistischen Verbrechen, standen in K\u00e4rnten\/Koro\u0161ka stets Relativierung, Leugnung, Verharmlosung sowie eine Glorifizierung des am Ulrichsberg propagierten kameradschaftlichen Soldatentums. Die Fortsetzung dieses Gedankenguts findet sich bis heute in der Verweigerung, die Notwendigkeit der korrigierenden, antifaschistischen Aufarbeitung der Geschichte anzuerkennen sowie der Abwehr der Kritik an minderheitenfeindlicher Politik. Dabei stellt das Ulrichsbergtreffen nur die Spitze des Eisbergs dar, die Allt\u00e4glichkeit antislowenischer Brauchtumspflege durch Kameradschafts- und Heimatverb\u00e4nde, 10. Oktobertreffen sowie die Glorifizierung des Abwehrkampfes tragen ihr \u00dcbriges zur Aufrechterhaltung der Ressentiments bei.<br \/>\nDie beschriebenen Umkehrungsstrategien wurden auch im vergangenen Jahr mehrfach gegen Antifaschist_innen in Stellung gebracht. In den vergangenen Monaten kam es seitens der k\u00e4rntner Beh\u00f6rden (erneut) zu Versuchen, Antifaschist_innen auf vielf\u00e4ltige Art und Weise zu kriminalisieren. Dabei scheinen vor allem zwei Vorf\u00e4lle aus unserer Perspektive hervorstechend: die Ermittlungen gegen Antifaschist_innen wegen einem vermeintlichen Versto\u00df gegen das Verbotsgesetz sowie jene rund um die \u201eVersch\u00f6nerungen\u201c des so genannten Ehrenhains im Vorfeld des Ulrichsbergtreffens 2016. <\/p>\n<p><span class=\"text\"><strong>Tito-Transpi vs. Hitler-Gr\u00fc\u00dfe<\/strong><br \/>\nIn der medialen Nachbereitung einer rassistischen Demonstration der neofaschistischen Identit\u00e4ren in der klagenfurter Innenstadt Anfang 2016 wurde bekannt, dass gegen Teilnehmer_innen der antifaschistischen Gegendemonstration wegen Wiederbet\u00e4tigung nach dem NS-Verbotsgesetz ermittelt werde. Der fragw\u00fcrdige Grund: Ein Transparent mit der Aufschrift \u201eTito hat\u2019s bewiesen &#8211; Nazis erschiessen. Punkt\u201c. W\u00e4hrend die Ermittlungen in diesem Fall noch nicht abgeschlossen sein d\u00fcrften, wurde eine Anzeige nach dem Verbotsgesetz wegen zwei get\u00e4tigter Hitlergr\u00fc\u00dfe im Zuge der Demonstration trotz guter Belege eingestellt. Dies zeigt ein weiteres Mal, dass die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden jedes Mittel auszusch\u00f6pfen versuchen, wenn es um die Kriminalisierung von Antifaschismus geht, w\u00e4hrend sich der Eindruck erh\u00e4rtet, dass bei Ermittlungen wegen NS-Wiederbet\u00e4tigung gerne mal ein Auge zugedr\u00fcckt wird. Gleichzeitig verdeutlicht sich an Hand dieses Beispiels auch erneut die Herangehensweise, entsprechend extremismustheoretischer Fehleinsch\u00e4tzungen, links und rechts als gleicherma\u00dfen bedrohlich \u2013 bzw. linke Ideologie sogar noch als gef\u00e4hrlicher &#8211; darzustellen und qualitative Unterschiede zu leugnen. Diese lie\u00dfen sich schon an den angestrebten politischen Zielen festmachen, da Linke ein gutes Leben f\u00fcr alle Menschen fordern, wohingegen Rechte ihre Besserstellung in der Gesellschaft ausbauen und dazu nutzen wollen, vermeintlich Andere zu diskriminieren und von (gleichen) Rechten auszuschlie\u00dfen.<br \/>\nBei der Kriminalisierung von Antifaschismus k\u00f6nnen sich die k\u00e4rntner Beh\u00f6rden freilich der wohlwollenden Zustimmung von rechtsextremer Seite sicher sein. Obgleich sich Burschenschaften ja nicht gerade durch demokratische Werte auszeichnen, sprach beispielsweise die aB! Allemannia Graz auf Facebook davon, dass das Transparent, \u201eeine Schande f\u00fcr eine demokratische Gesellschaft\u201c sei. Das rechtsextreme Organ \u201eZur Zeit\u201c f\u00fchlte sich offensichtlich direkt angesprochen durch das Transparent, da in einem dort ver\u00f6ffentlichten Beitrag festgestellt wurde, dass \u201emit dem Begriff &#8218;Nazis&#8216; [&#8230;] Patrioten gemeint\u201c (1) seien. Dass sich der Hauptredner der identit\u00e4ren Demo, der Rassentheoretiker Tomislav Sunic, dar\u00fcber echauffierte, dass das Plakat \u201eeine Beleidigung gegen\u00fcber den zahllosen Opfern des jugoslawischen Kommunismus und Titoismus\u201c (2) sei, kann nur als platter, einseitiger Antikommunismus entlarvt werden. Schlie\u00dflich stellt sich doch viel eher die Frage, wie sich all jene von den Nazis vertriebenen, deportierten und ermordeten Menschen und ihre Angeh\u00f6rigen f\u00fchlen, wenn sich alte und junge Nazis gemeinsam mit Revisionist_innen beim Ulrichsbergtreffen zusammenfinden oder auch Rassist_innen und Neofaschist_innen u.a. Hitler-Gr\u00fc\u00dfe zeigend durch die klagenfurter Stadt marschieren? So werden auch durch diese Diskurse antislowenische Ressentiments bedient und aus T\u00e4ter_innen erneut Opfer gemacht.<br \/>\nSich von antifaschistischem Gedankengut beleidigt oder auch provoziert zu f\u00fchlen, deutet nur einmal mehr auf die Schuldabwehr und mangelnde Aufarbeitung der eigenen Geschichte hin.<br \/>\nZwar hat auch die Autonome Antifa Koro\u0161ka selbst einger\u00e4umt, dass das Transparent \u201eprovokant\u201c gemeint gewesen sei. Dennoch zeigen sich auch hier erneut die beschriebenen Umkehrungsstrategien, da die Provokation ein weiteres Mal den \u201eLinken\u201c zugeschrieben, obgleich es Anh\u00e4nger_innen der Identit\u00e4ren waren, die mit Hitlerg\u00fc\u00dfen provozierten und die Identit\u00e4ren selbst, die einen Rassentheoretiker als Hauptredner einluden, um ihre menschenfeindliche Propaganda gegen Gefl\u00fcchtete zum Ausdruck zu bringen.<br \/>\nEine Begr\u00fcndung, warum Antifas mit dem Transparent gegen das Verbotsgesetz versto\u00dfen h\u00e4tten und wie die vorgeworfene Wiederbet\u00e4tigung in dieser Logik argumentiert wird, blieben die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden bislang schuldig. Dieses wichtige und notwendige Gesetz, das urspr\u00fcnglich als wichtiges Instrument der Entnazifizierung in \u00d6sterreich entstanden ist und seit seiner Reformierung 1992 auch die Leugnung, Verharmlosung, Guthei\u00dfung und Rechtfertigung des NS-V\u00f6lkermordes oder anderer NS-Verbrechen gegen die Menschlichkeit unter Strafe stellt, gegen Antifaschist_innen anzuwenden, ist ein Hohn \u2013 nicht nur f\u00fcr die Opfer des Nationalsozialismus sondern vor allem auch f\u00fcr all jene Menschen, die sich f\u00fcr eine den Opfern w\u00fcrdige Gedenkkultur hierzulande engagieren und daf\u00fcr einsetzen, dass so etwas wie Auschwitz nie wieder geschehe. Aber auch in dieser Stelle blieb in \u00d6sterreich mal wieder eine Skandalisierung der Ereignisse aus, zu allt\u00e4glich scheinen derartige Umgangsformen mit Antifaschismus (geworden) zu sein.<\/span><\/p>\n<p><strong>Ins \u201eBraune\u201c getroffen<\/strong><br \/>\nIm Vorfeld des Ulrichsbergtreffens 2016, in der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober, wurde in den Ehrenhain am Ulrichsberg, in dem Tafeln verschiedenen Wehrmachts- und (Waffen-)SS-Einheiten gewidmet sind, eingebrochen und mehrere Tafeln mit Farbe \u201ebesch\u00e4digt\u201c. Aktuell wird sieben Jugendlichen vorgeworfen, an der Aktion beteiligt gewesen zu sein, sie geplant und durchgef\u00fchrt zu haben. Obgleich bislang noch kein Prozess stattgefunden hat, kam es in der medialen Berichtserstattung bereits zu einer Vorverurteilung. So titelten gleich mehrere Tageszeitungen, dass die T\u00e4ter_innen ausgeforscht, die \u201eFarb-Attacke am Ulrichsberg gekl\u00e4rt\u201c worden sei und ein Verd\u00e4chtiger wurde dar\u00fcber hinaus als R\u00e4delsf\u00fchrer ausgemacht. Der aktuelle Vorwurf lautet Sachbesch\u00e4digung in unbekannter H\u00f6he und als Gesch\u00e4digte werden die Privatstiftung Mons Carantanus von Ex-Hypo-Vorstand Tilo Berlin, dem ein gro\u00dfer Teil des Bergs geh\u00f6rt, sowie die Ulrichsberggemeinschaft genannt.<br \/>\nWer auch immer im Vorfeld des Ulrichsbergtreffen in den Ehrenhain eingebrochen ist und die Tafeln durch Farbe besch\u00e4digte, scheint ins \u201eBraune\u201c getroffen zu haben. Wie aus den Bildern der medialen Berichtserstattung hervor geht, wurde u.a. die so genannte \u201eRAD Tafel\u201c im Zuge der Aktion \u201ebesch\u00e4digt\u201c. Beim RAD handelt es sich um den \u201eReichsarbeitsdienst\u201c, einer ehemaligen Organisation der NSDAP, die gem\u00e4\u00df dem Verbotsgesetz als verbotene Organisation einzustufen ist. Auch nach dem Abzeichengesetz verst\u00f6\u00dft die Tafel, die auch das RAD Symbol beinhaltet, gegen ein Bundesgesetz: \u201eAbzeichen, Uniformen oder Uniformteile einer in \u00d6sterreich verbotenen Organisation d\u00fcrfen \u00f6ffentlich weder getragen noch zur Schau gestellt, dargestellt oder verbreitet werden. Als Abzeichen sind auch Embleme, Symbole und Kennzeichen anzusehen,\u201c lautet der Gesetzestext. So l\u00e4sst sich schlussfolgern, dass hier eine Tafel \u201ebesch\u00e4digt\u201c wurde, die im Grunde genommen gar nicht existieren d\u00fcrfte. W\u00e4ren die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden in Hinblick auf die Gesetzeskonformit\u00e4t der im Ehrenhain zur Schau gestellten Tafeln (schon vor Jahren) ihren Verpflichtungen nachgekommen, h\u00e4tte es auch keine derartige Aktion gebraucht um auf die am Ulrichsberg betriebene gesetzeswidrige Brauchtumspflege aufmerksam zu machen. Wie der AK gegen den k\u00e4rntner Konsens durch akribische Recherche \u00fcber die Jahre hinweg aufgezeigt (4) und 2009 auch in einem umfassenden Buch (5) \u00fcber das Treffen ver\u00f6ffentlicht hat, handelt es sich bei der RAD Tafel wahrlich nicht die einzige fragw\u00fcrdige. \u201eDes Soldaten Ehre ist seine Treue\u201c, dieser leicht abgewandelte Wahlspruch der SS ziert beispielsweise eine weitere Tafel im \u201eEhrenhain\u201c. Ebenso problematisch erscheinen u.a. jene Tafeln, die den Ritterkreuzt\u00e4gern (6), also den Tr\u00e4gern der h\u00f6chsten milit\u00e4rische Auszeichnung des NS-Staates, gewidmet ist, oder auf der die Kameradschaft IV (7), eine Veteranenorganisation der ehemaligen Waffen-SS, glorifiziert wird. Auch einzelnen Verb\u00e4nden der (Waffen-)SS wie beispielsweise der fl\u00e4mischen (8), d\u00e4nischen (9) und lettischen (10) (Waffen-)SS-Division wird im Ehrenhain explizit gedacht.<\/p>\n<p>Diese Tafeln und die damit verbundene Brauchtumspflege am Ulrichsberg besch\u00e4digen seit geraumer Zeit ein glaubhaftes Image einer aufgearbeiteten NS-Vergangenheit. Der eigentliche Skandal ist folglich darin zu finden, dass diese Tafeln nach wie vor unbehelligt, fernab von politischer und gesellschaftlicher Kritik sowie straf- oder verwaltungsrechtlichen Konsequenzen im Ehrenhain h\u00e4ngen k\u00f6nnen. Insofern sind die Tafeln das eigentliche Verbrechen und nicht eine Aktion, bei der mit Farbbeuteln auf die geschichtsrevisionistische und -relativierende Tradition am Ulrichsberg aufmerksam gemacht wurde. Denn das Ulrichsberggedenken steht bis heute f\u00fcr die Glorifizierung der T\u00e4ter_innen der nationalsozialistischen Verbrechen sowie des Vernichtungskriegs der Wehrmacht.<br \/>\nWir fordern daher auf, das laufende Verfahren gegen Antifaschist_innen einzustellen und den Ehrenhain am Ulrichsberg in ein Denkmal f\u00fcr Partisan_innen umzuwandeln! Antifaschismus ist kein Verbrechen!<\/p>\n<p>(1) http:\/\/zurzeit.eu\/artikel\/linke-verherrlichen-massenmoerder_915<br \/>\n(2) http:\/\/www.hazud.ch\/2016\/02\/tito-hats-bewiesen-nazis-erschiesen-punkt-schluss-mit-lustig\/<br \/>\n(3) <a href=\"https:\/\/www.ris.bka.gv.at\/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;Gesetzesnummer=10005262\">Link zum Gesetz im RIS<\/a><br \/>\n(4) <a href=\"http:\/\/www.u-berg.at\/texte\/tafeln.htm\">Link zur Tafel<\/a><br \/>\n(5) <a href=\"http:\/\/www.u-berg.at\/buch\/pdfs\/Friede_Freunde_deutscher-Eintopf_EBook.pdf\">Link zum Buch<\/a><br \/>\n(6) <a href=\"http:\/\/www.u-berg.at\/texte\/foto13.htm\">Link zur Tafel der Ritterkreuztr\u00e4ger<\/a><br \/>\n(7) <a href=\"http:\/\/www.u-berg.at\/texte\/foto04.htm\">Link zur Tafel der K IV<\/a><br \/>\n(8) <a href=\"http:\/\/www.u-berg.at\/buch\/pdfs\/Friede_Freunde_deutscher-Eintopf_EBook.pdf\">Link zum Buch<\/a>, S. 162<br \/>\n(9) <a href=\"http:\/\/u-berg.at\/texte\/foto21.htm\">Link zur Tafel der d\u00e4nischen SS<\/a><br \/>\n(10) <a href=\"http:\/\/u-berg.at\/texte\/foto09.htm\">Link zur Tafel der lettischen SS<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&gt;&gt;&gt;&gt; Prozess gegen 5 Antifaschist_innen wg #uberg 2016 findet am 21.3.2017 um 8.30 Uhr im Landesgericht Klagenfurt\/Celovec, Verhandlungssaal 283\/II, statt! Kommt alle zur solidarischen Prozessbeobachtung! Um was geht es &#8211; Quelle, Hintergrundinfos und mehr auf www.u-berg.at Die Staatsanwaltschaft Klagenfurt hat nun gegen Antifaschist_innen aus K\u00e4rnten\/Koro\u0161ka Anklage erhoben. 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