{"id":3015,"date":"2016-06-01T14:24:58","date_gmt":"2016-06-01T12:24:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=3015"},"modified":"2016-06-01T14:25:41","modified_gmt":"2016-06-01T12:25:41","slug":"polen-solidaritat-mit-den-inhaftierten-anarchisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=3015","title":{"rendered":"[Polen] Solidarit\u00e4t mit den inhaftierten Anarchisten!"},"content":{"rendered":"<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/180740\" target=\"_blank\">linksunten<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/prison_cell_locking_door1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-12\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/prison_cell_locking_door1-300x155.jpg\" alt=\"prison_cell_locking_door1\" width=\"391\" height=\"202\" srcset=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/prison_cell_locking_door1-300x155.jpg 300w, https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/prison_cell_locking_door1-1023x529.jpg 1023w, https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/prison_cell_locking_door1.jpg 1450w\" sizes=\"(max-width: 391px) 100vw, 391px\" \/><\/a>In der Nacht auf den 23. Mai hat die Polizei in Warschau drei Anarchisten festgenommen, die der versuchten Brandstiftung an einem Polizeiauto verd\u00e4chtigt wurden. Die Inhaftierten m\u00fcssen nun 3 Monate auf die Gerichtsverhandlung warten. Ihnen droht eine Freiheitsstrafe von 8 Jahren.<\/p>\n<p>In den darauf folgenden Tagen brach ein Mediensturm aus, der hochrangige Politiker und Terrorexperten einschloss, die den Fall im Fernsehen diskutierten. Immer wieder werden die Fotos und Videos auch im \u00f6ffentlichen Verkehr ausgestrahlt. Es wird gezeigt wie die Inhaftierten an H\u00e4nden und F\u00fcssen angekettet gehen m\u00fcssen. Der folgende Text ist eine \u00dcbersetzung von der Stellungnahme, verschiedenster Gruppen der anarchistischen Bewegung und der weitreichenden soziale Gerechtigkeit Bewegung in Polen. Entstanden ist diese als Reaktion auf die Verhaftungen.<\/p>\n<p><b>Offener Brief im Zusammenhang mit der Festnahme von drei Anarchisten in Warschau<\/b><\/p>\n<p>Es gibt immer mehr absurde Meldungen seitens der Massenmedien \u00fcber die drei am 23. Mai festgenommenen Anarchisten. Wir interpretieren dies als den Versuch, Angst aufzubauen und soziale Proteste in Polen zu kriminalisieren.<\/p>\n<p>Es ist kein Zufall. Je n\u00e4her die Durchf\u00fchrung des so genannten anti-Terrorismus Gesetzes r\u00fcckt, desto st\u00e4rker stellen die Medien und Politiker die Realit\u00e4t in einer Weise dar, die dieses Gesetz als notwendig erscheinen lassen soll. Berichtet wird \u00fcber den vermeintlichen Versuch an einem Polizeiauto Feuer zu legen und von dem Einsatz der Polizei, jedoch nicht \u00fcber andere Ereignisse, welche die Polizei in ein schlechtes Licht stellen. Fast zum gleichen Zeitpunkt wurde Igor S. in Wroclaw durch die Polizei get\u00f6tet. Dieser Vorfall f\u00fchrte keine Reaktion herbei. Die\u00a0Emp\u00f6rung der Masse von Politikern, Medien, Polizisten und Terrorexperten blieb aus. Von wenigen Journalisten wird Kritik ausge\u00fcbt, wenn die Polizei einen Menschen t\u00f6tet. Diese Todesf\u00e4lle sind nicht die einzige Art von Gewalt, die von der Polizei benutzt wird. Erpressungen, K\u00f6rperverletzungen, widerrechtlicher Schutz von privaten Interessen der Einflussreichen \u2013 jedes Jahr gibt es 16 Tausend Klagen aufgrund Handlungen der Polizei und nur 5% von diesen werden als begr\u00fcndet anerkannt. Als Folge der Selektivit\u00e4t und des Verschweigen seitens der Medien, macht sich die Polizei keine Sorgen um rechtliche Konsequenzen ihrer Handlungen. Man kann vermuten, dass diese Taktik bewusst gew\u00e4hlt wird, damit betroffene Leute die Polizei erst gar nicht anklagen wollen. Nur laute Proteste verhindern, dass die Polizeirepressionen in Vergessenheit geraten. Medien verlieren keine Gelegenheit, die Polizei darin zu unterst\u00fctzen, immer mehr Kompetenzen zu gewinnen, w\u00e4hrend die soziale Kontrolle dar\u00fcber was die Polizei macht, immer geringer wird.<\/p>\n<p>Heute gewinnt diese Panik \u00fcber den vermeintlichen Anschlag neue Bef\u00fcrworter des \u201eanti-Terrorismus\u201c Gesetzes, welches unkontrollierte \u00dcberwachung, unbegr\u00fcndete Festnahmen und unbegrenzte Polizeigewalt gegen\u00fcber der ganzen Gesellschaft erlaubt. Heute ziehen die verantwortungslosen Journalisten Nutzen aus der Sensation und verbreiten die Angst. Dies tr\u00e4gt dazu bei, dass irrt\u00fcmlicherweise immer mehr Leute von der Notwendigkeit dieses Gesetzes \u00fcberzeugt werden, obwohl sogar manche bekannte Politiker Zweifel daran haben.<\/p>\n<p>Die Anarchistische Bewegung ist aktiv unter anderem in Arbeiter-, Mieter-, \u00f6kologischen und antirassistischen Gruppen. Sie k\u00e4mpft gegen den Landraub, soziale Ungerechtigkeit und Repressionen, die Business- und Politikeliten aus\u00fcben. Die bewusste Kriminalisierung der ganzen Bewegung dient dazu, dass Repressionen und \u00dcberwachung berechtigt werden, w\u00e4hrend jegliche Form von Widerstand ausgeschalten werden soll.<\/p>\n<p>Als die Mietrechts Aktivistin Jolanta Brzeska (die nur 50 Meter von der Polizeiwache entfernt wohnte) wiederholt geplagt und schlie\u00dflich im M\u00e4rz 2011 ermordet wurde, fanden weder Pressekonferenzen statt, noch kommentierten Experten und Politikelite das Vorgefallene. Es gab keine Debatten im Fernsehen, keine Expertenmeinungen und keine detaillierte Berichterstattung dar\u00fcber, dass sie entf\u00fchrt und wie eine Hexe lebendig verbrannt wurde. Von dem Immobilienunternehmer welcher sie bel\u00e4stigte, wurde kein psychologisches Profilerstellt; er wude nicht einmal des Mordes verd\u00e4chtigt. Tats\u00e4chlich bekommen die Angriffe gegen die K\u00e4mpfer f\u00fcr soziale Gerechtigkeit keine Aufmerksamkeit von der Gesellschaft.<\/p>\n<p>Angriffen auf Arbeiter- und Mietrechte bleibt die Aufmerksamkeit der Presse und die diesbez\u00fcgliche Information der \u00d6ffentlichkeitaus. Ganz im Gegenteil die Behauptung des vermeintlichen Versuchsvon Brandstiftung an einem Polizeiauto, die de facto nicht stattgefunden hat.<\/p>\n<p>Die Anarchisten werden \u201eTerroristen\u201c genannt, sie werden entmenschlicht und kriminalisiert. Dies bewirkt, dass die breite \u00d6ffentlichkeit der psychischen und k\u00f6rperlichen Gewalt gegen die Festgenommen zustimmt, anstatt sich dar\u00fcber zu emp\u00f6ren. Diese Etikette erm\u00f6glicht es der Polizei die Festgenommenen ungestraft zu foltern, wovon ihr gegenw\u00e4rtiger Gesundheitszustand zeugt.<\/p>\n<p>Jeder Mensch sollte die Panik hinterfragen, die von der Presse und der Polizei erschaffen wurde und deren Illusion der guten Macht, die sich um unsere Sicherheit k\u00fcmmert, keinen Glauben schenken. Wir haben das Recht zu hinterfragen, wer Interesse daran hat, dass das Narrativ so dargestellt wird und wer Nutzen aus dieser Situation zieht. Sind gerechte Urteilsspr\u00fcche m\u00f6glich, wenn die Narration manipuliert wird?<\/p>\n<p>Wir lassen uns nicht einsch\u00fcchtern und werden weiter um soziale Gerechtigkeit k\u00e4mpfen, auch beugen wir uns nicht vor dem Willen eines Polizeistaates, welcher sich immer mehr zu etablieren versucht. Wir appellieren an Medien: wenn ihr keinen Mut habt, die bereits lang andauernde Polizeigewalt zu verurteilen, die den ganzen Staatsapparat unterst\u00fctzt, habt ihr kein Recht, die inhaftierten Anarchisten zu beurteilen und Angst und Ablehnung gegen\u00fcber der anarchistischen Bewegung zu verbreiten. Diese Bewegung ist von keiner Macht, keinem Business und keiner Kirche erschaffen oder unterst\u00fctzt. Doch liegt ihr die lange Geschichte der sozialen K\u00e4mpfe zu Grunde, die alle Repressionen \u00fcberleben wird.<\/p>\n<p><strong>Wir solidarisieren uns mit den Verhafteten und appellieren an alle Menschen, sich mit ihnen zu solidarisieren.<br \/>\n<\/strong><strong>Kein Einverst\u00e4ndnis dem Staat, der auf Angstkampagnen und Polizeigewalt basiert!<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: linksunten In der Nacht auf den 23. 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