{"id":2867,"date":"2016-03-01T15:19:56","date_gmt":"2016-03-01T14:19:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2867"},"modified":"2016-03-01T15:30:45","modified_gmt":"2016-03-01T14:30:45","slug":"aktualisierte-ansichten-von-gabriel-pombo-da-silva","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2867","title":{"rendered":"Aktualisierte Ansichten (von Gabriel Pombo da Silva)"},"content":{"rendered":"<p>(gefunden auf: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/166965\" target=\"_blank\">linksunten.indymedia.org<\/a>)<\/p>\n<p><i><b>[Die Original\u00fcbersetzung wurde von uns leicht \u00fcberarbeitet. Am Inhalt wurde nichts ge\u00e4ndert!]<\/b><\/i><\/p>\n<p>9. J\u00e4nner 2016 &#8211; Ohne Zweifel glaubt jede Generation da zu sein, um die Welt zu ver\u00e4ndern. Meine Generation weiss trotzdem, dass sie sie nicht ver\u00e4ndern wird. Aber ihre Aufgabe ist vielleicht noch gr\u00f6\u00dfer. Sie besteht darin zu verhindern dass die Welt sich zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/gabriel.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1477\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1477\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/gabriel.jpg\" alt=\"gabriel\" width=\"259\" height=\"195\" \/><\/a>\u201e<i>Erbin einer verdorbenen Geschichte in welcher sich gescheiterte Revolutionen, verr\u00fcckt machende Techniken, die toten G\u00f6tter und m\u00fcde gewordene Ideologien vermischen; wenn mittelm\u00e4\u00dfige M\u00e4chtige das alles zerst\u00f6ren k\u00f6nnen, aber noch nicht wissen wie man \u00fcberzeugt; als die Intelligenz sich herabgew\u00fcrdigte bis sie sich in die Dienerin des Hasses und der Unterdr\u00fcckung verwandelt hat, musste sich diese Generation, in sich selbst und um sich selbst herum, wiederherstellen, von ihren Leugnungen an, ein bisschen von dem was es wert macht zu leben und zu sterben.\u201c<\/i> A. Camus<\/p>\n<p><b>Genoss_innen; <\/b><\/p>\n<p>Kann jemand glauben\/sich vorstellen (tats\u00e4chlich), dass die \u201emaximale Gewalt\u201c (sozusagen jene, die vom Staat und seinen Institutionen kommt) das Verlangen, den Instinkt, den Willen und die Ideen\/Praktiken eines freien und w\u00fcrdigen Lebens besiegen, ersticken, unterdr\u00fccken und\/oder beseitigen kann? Ausserdem sollte ich hinzuf\u00fcgen, dass die Freiheit ohne W\u00fcrde nicht f\u00e4hig ist als solche betrachtet zu werden.<!--more-->Also nein! Die Gewalt (in all ihren Formen und \u00c4usserungen) verursacht Gewalt, es gibt viele Formen der Gewalt und die schlimmste von allen ist jene, die von den M\u00e4chtigen praktiziert wird, welche sie als legitimiert ansehen (sei es durch den K\u00f6nig, den Staat, das Parlament, die Massen, das Recht, die Religionen, etc.) durch und mit der Unterst\u00fctzung und Arbeit innerhalb und ausserhalb dieser entlohnten Legion von \u201eAufgekl\u00e4rten\u201c, \u201eTechniker_innen\u201c und \u201eBeamt_innen\u201c, Begabten und Beliebten in und mit den ganzen Zweigen und Wissenschaften, um die Macht und die Dominanz der einen \u00fcber die anderen auszu\u00fcben.<\/p>\n<p>Wenn ich den Text von Michel Foucault (Der Mensch und die Macht. Warum man die Macht studieren sollte: die Frage des \u201eMenschen\u201c) lese, f\u00fchrt der Faden dahin, wo er schreibt\/reflektiert: <i>\u201e(sic) Ohne Zweifel scheint es vern\u00fcnftiger zu sein, die Rationalisierung der Gesellschaft oder der Kultur nicht als eine Totalit\u00e4t zu sehen, und anstatt dessen diesen Prozess in verschiedenen L\u00e4ndern zu analysieren, jedes einzelne von ihnen an eine fundamentale Erfahrung gekoppelt: die Verr\u00fccktheit, die Krankheit, den Tod, das Verbrechen, die Sexualit\u00e4t.\u201c<\/i><\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>Ich glaube dass der Begriff \u201eRationalisierung\u201c gef\u00e4hrlich ist. Das was wir machen sollten ist die konkreten Rationalit\u00e4ten zu analysieren, anstatt immer den Prozess der generellen Rationalisierung vorzubringen.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde gerne eine andere Art vorschlagen, den Aufbau einer neuen \u00d6konomie der Beziehungen der Macht zu beginnen. Eine empirischere Art, die direkter mit unserer aktuellen Situation in Verbindung steht und die eine gr\u00f6\u00dfere Verbindung zwischen Theorie und Praxis impliziert. Sie besteht darin die Formen des Widerstandes gegen die verschiedenen Typen der Macht, durch den Antagonismus der Strategien, als Ausgangspunkt zu nehmen.<\/p>\n<p>Zum Beispiel, um zu entdeckten was unsere Gesellschaft unter Vernunft versteht, sollten wir vielleicht erforschen was sich im Land des Wahnsinns ereignet.<\/p>\n<p>Und um herauszufinden was wir unter Legalit\u00e4t verstehen, das was im Land der Illegalit\u00e4t passiert.<\/p>\n<p>Und um zu verstehen worin die Beziehungen der Macht bestehen, sollten wir vielleicht die Arten des Widerstandes und die Versuche diese Beziehungen zu zerlegen, erforschen (\u2026) Es reicht nicht zu best\u00e4tigen, dass diese antiautorit\u00e4re K\u00e4mpfe sind, wir sollten beabsichtigen mit mehr Pr\u00e4zision zu definieren, was sie gemeinsam haben. (sic)<\/p>\n<p>Die Worte, die Ideen und Konzepte, die erlebten und\/oder gesammelten Erfahrungen \u00fcber die lange Zeit unseres Verlaufes (und \u201eWerdeganges\u201c) sind unser meist gesch\u00e4tztes \u201eKapital\u201c&#8230; Alle Macht erzittert vor der Leidenschaft und Erfahrung die ein Individuum gegen\u00fcber der \u201eMenge\u201c aufbringen kann. Das sich selbst und seinem \u201evielf\u00e4ltigen\u201c Umfeld bewusste Individuum (mit immer \u00fcbertretenden Absichten) ist mehr als scheu gegen\u00fcber denen, die glauben, dass Lebewesen \u201eRessourcen\u201c von und f\u00fcr ihre \u201ezivilisatorischen\u201c Politiken sein sollen \u2026 systematische B\u00fcrger, teils organisch und unkritisch.<\/p>\n<p>So w\u00fcrde ich allen Genoss_innen, die zu den ganzen Quellen (Texte, Autoren, Werke, etc.) greifen, vorschlagen, dass ich zitiere, damit jede_r aufnehmen und verstehen kann, was ich in diesem Text der \u201everschiedenen Betrachtungen\u201c, welche anstreben eine Serie von Fragen (die uns betreffen, und zwar alle gleich) zu umfassen, sagen\/erkl\u00e4ren will. Ausserdem erfinde ich mich, pers\u00f6nlich, neu, seit meiner \u201eR\u00fcckreise\u201c auf die iberische Halbinsel und nach mehr als 30 Jahren Knast zwischen dem spanischen und dem deutschen Staat aufgrund meiner anarchistischen \u00dcberzeugungen und K\u00e4mpfe, sowohl innerhalb als auch ausserhalb der Mauern und ihren Grenzen; ein Anarchist versteht nichts von Grenzen.<\/p>\n<p>Es ist sehr schwierig (zumindest f\u00fcr mich) in diesem Text zu beabsichtigen, eine Serie von Fragen zu umfassen, welche sich in dem was mich als Person (ich lehne es ab mich verdinglichen zu lassen) betrifft, das mich als anarchistischer Aktivist beunruhigt und das was mich als institutionell Entf\u00fchrten betrifft, zusammenfassen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Ich hasse es \u00fcber das Gef\u00e4ngnis schreiben zu m\u00fcssen, wenn meine Beunruhigungen und W\u00fcnsche dar\u00fcber hinaus gehen, und mir wird \u00fcbel \u00fcber \u201eRechte\u201c zu sprechen, wenn ich nicht an diese Macht glaube, die nur dazu da ist, jene, die am wenigsten favorisiert und best\u00e4ndig gegen\u00fcber dem System in seiner Gesamtheit sind, massiv zu disziplinieren.<\/p>\n<p>Es ist nicht n\u00f6tig (zumindest nicht f\u00fcr jene, die wissen was hier passiert, drinnen und draussen &#8211; oder sei es auf der Stra\u00dfe und in den Gef\u00e4ngnissen) den Widerwillen zu erw\u00e4hnen, den ich bekomme, wenn ich die politische, soziale und rechtliche Gesamtansicht und die Gesamtansicht des Gef\u00e4ngnisses feststelle (und das doppelte Ma\u00df dieses Panoramas wenn den einen oder den anderen Bestrafungen und \u201eRechte\u201c auferlegt werden; denen von oben und denen von unten) in der wir leben, die Arroganz dieser \u201eSchublade\u201c, die erzwungene und\/oder freiwillige Knechtschaft von \u201edenen von unten\u201c, die absolute Verachtung, die sie f\u00fcr fundamentale Werte wie soziale Gerechtigkeit, W\u00fcrde und Freiheit halten, von denen alle sagen, dass sie sie respektieren und w\u00fcnschen (sowohl von der parlamentarischen Seite, als auch von der \u201eantiautorit\u00e4ren\u201c), aber alle sagen das mit weit offenem Mund, ohne daf\u00fcr mit Mut und \u00dcberzeugung zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Das Gef\u00e4ngnis ist ein treues Abbild von dem was auf der Stra\u00dfe ist, nur dass im Gef\u00e4ngnis (das System auf einer Mikroskala) die Masken nicht n\u00f6tig sind um die weniger \u201efavorisierten\u201c des Systems und diejenigen, die nicht aufgeben gegen es zu k\u00e4mpfen, die nicht bereit sind ihre Prinzipien und Werte zu verlieren, die Radikaleren die an die Wurzeln der Probleme gehen, auszubeuten, zu foltern und auszul\u00f6schen. Und selbstverst\u00e4ndlich ern\u00e4hrt es sich von den \u00c4rmeren, den Marginalisierteren, denen die die Dienste dieser Hure nicht an die Dienste der Macht zahlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Hier von \u201eUnabh\u00e4ngigkeit\u201c der richterlichen Macht zu sprechen ist nicht nur l\u00e4cherlich und eine L\u00fcge, sondern es beleidigt mich und f\u00fcllt mich mit Wut. Dasselbe passiert mir, wenn ich diesen Misthaufen (politischen Journalist_innen) zuh\u00f6re\/sie sehe; wenn sie sagen, dass \u201edas Gesetz gleich f\u00fcr alle ist\u201c: f\u00fcr alle, die zahlen k\u00f6nnen, oder f\u00fcr alle die von den Sph\u00e4ren der Macht oder der M\u00e4chtigen aus stehlen und morden&#8230;<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>Bis vor nicht vielen Jahren war das Gef\u00e4ngnis im spanischen Staat fortw\u00e4hrend mehr ein Raum des Kampfes, und dort (in dieser Zeit) sind die Zeugen, B\u00fccher und Texte, die das alles so best\u00e4tigen; jetzt ist es nur ein purer und harter Akt des Widerstandes. Das Leben in \u201eGemeinschaft\u201c (mit allen ideologischen Unterschieden die wir zwischen Gefangenen nur haben k\u00f6nnten) mit \u00e4hnlichen Individuen w\u00fcrde eine \u201eAllianz\u201c mit anderen Gefangenen erlauben (wenn sie schon ein politisches Bewusstsein oder moralische Werte h\u00e4tten) um Projekte des Bruches und die Konfrontation mit der Macht und dem Status Quo des Eigentums zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p>Die absolute Wiederaneignung dieses institutionellen Raumes mit den modularen Gef\u00e4ngnissen seitens der Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter, und die freiwillige Knechtschaft (oder eigenn\u00fctzige Knechtschaft, die auf dem Interesse am Egoismus, dem Neid, der Unbildung und den Steuern beruht) seitens dieser \u201eneuen Generation von Gefangenen\u201c verhindert, dass es eine \u201eTrennungslinie\u201c zwischen \u201eihnen\u201c und \u201euns\u201c &#8211; den \u201eRuinierten\u201c &#8211; gibt; die fundamentale Frage die die ganze Logik der Konfrontation zwischen Dominierten und Dominierenden tr\u00e4gt. Um zu verstehen, wie das geschehen ist, sollte man eine Analyse der vergangenen und aktuellen Zusammensetzung der Gefangenen, des Systems und der Gesellschaft machen. So wie eine ausf\u00fchrliche Studie der neuen Techniken und Technologien der sozialen Kontrolle. Klar, f\u00fcr mich ist das Entscheidende der Tod des individuellen und kollektiven potenziell best\u00e4ndigen \u201eMenschen\u201c, was erlaubt, dass der Rohbau nicht das Entscheidende ist (trotz seiner repressiven Brutalit\u00e4t und Technik), weil die Werte der Solidarit\u00e4t und Freundschaft (in geringerem oder gr\u00f6\u00dferem Ausma\u00df) zusammen mit den individuellen sowie kollektiven Interessen der Gefangenen eine entscheidende Tatsache w\u00e4ren.<\/p>\n<p><b>Was ist geschehen?<\/b><\/p>\n<p>Hier erlaube ich mir einen im Februar 1993 geschriebenen Brief vom politischen Gefangenen Ray Luc Levasseur, der in den USA eingesperrt war, zu zitieren. <i>\u201eIch glaube nicht, dass man die Gefangenen und ihre K\u00e4mpfe romantisieren muss, aber in welche Phase sind wir eingetreten wenn die Linksliberalen, inklusive der h\u00f6chstverd\u00e4chtigen Gruppe der \u201eFortschrittlichen\u201c kein einziges Wort \u00fcber das Gef\u00e4ngnis verlieren? Sie schreiben reichlich \u00fcber die Polizei (oder besser gesagt, nicht reichlich, aber immer noch mehr als \u00fcber die Gef\u00e4ngnisse), und danach verwelken sie an der Weinranke, als ob die Feuchtigkeit w\u00e4hrend eines Berichtes aufgeh\u00f6rt h\u00e4tte zu existieren&#8230;\u201c<\/i> Weiters zitiert er: <i>\u201eIn <\/i><i>ihren<\/i><i> Publikationen, beziehen sich die Linken f\u00fcr gew\u00f6hnlich auf das Risiko des Gef\u00e4ngnisses infolge von Aktionen, aber ich w\u00fcrde gerne wissen wieviele von denen aktiv bleiben w\u00fcrden, wenn sie ernsthaft dr\u00fcber nachdenken w\u00fcrden, dass ihre Aktionen das Risiko ins Gef\u00e4ngnis zu gehen, oder das Risiko eines physischen Schadens mit sich bringen k\u00f6nnen&#8230;\u201c<\/i> Und er f\u00e4hrt fort: <i>\u201eDer Grund warum es in einer fr\u00fcheren Epoche ein so viel h\u00f6heres Niveau an politischem Bewusstsein zwischen Gefangenen gegeben hat, war, dass sie reflektiert haben was auf den Stra\u00dfen des Landes in einer fr\u00fcheren Epoche, und bis zu einem gewissen Punkt international, passiert ist&#8230; Die Gefangenen sind oft das Abbild von dem, was auf der Stra\u00dfe passiert (\u2026) das generelle Niveau an politischem Bewusstsein zwischen den Gefangenen ist niedrig (\u2026) Dies ist eine Epoche des fast kompletten Aufgebens der Gefangenen. Wenn wir dem die \u00dcberlebensbedingungen hinzuf\u00fcgen, neigt man dazu, einen wenig gesunden Zynismus zu kreieren&#8230;\u201c<\/i> Und er beendet: <i>\u201eAn keinem anderen Ort der Welt wird so viel und dreist mit der Macht des Gesetzes und mit der Brachialgewalt schockiert, wie in den Gef\u00e4ngnissen.\u201c<\/i><\/p>\n<p>In dem selben Buch in dem der Brief von Luc ver\u00f6ffentlicht wurde, erscheint ein Artikel mit der \u00dcberschrift: Verzerrte Linse (Der korporative Filter der Medien bez\u00fcglich Justiz und Kriminalit\u00e4t): <i>\u201eDieses Papier entf\u00e4llt in gro\u00dfem Ma\u00dfe auf den Medien, speziell auf die gro\u00dfen Fernsehketten, die w\u00f6chentlichen Nachrichten und die Zeitungen. Mit den Massenmedien, die einer schrumpfenden Zahl eines Unternehmenskonglomerates geh\u00f6ren, sind die Nachrichten die sie \u00fcberbringen immer einheitlicher, standard<\/i><i>isierter<\/i><i>, und erhalten den Status Quo immer mehr aufrecht&#8230; Je mehr \u201eNachrichten\u201c man konsumiert, umso weniger wei<\/i><i>\u00df<\/i><i> man&#8230; Die Gefangenen werden, bewusst oder unbewusst, von der Mehrheit der Leute in den Medien wie stumme und passive Tiere, wie Diener von Fr\u00fcher, gesehen; um \u00fcber sie zu reden, aber niemals mit ihnen.\u201c<\/i><\/p>\n<p>Mir sind sie schon lange vor der parlamentarischen Zustimmung mit dem \u201eLey Mordaza\u201c dahergekommen, das politische Scherbengericht verurteilend, denn wegen meiner schriftlichen Teilnahme an antiautorit\u00e4ren Debatten haben sie sich die Inhaber der Macht (oder M\u00e4chtigen) in die Hosen geschissen. Wie auch viele Hunderte andere haben sie mich schon zur \u201elebensl\u00e4nglichen Kette\u201c verurteilt, ohne es offiziell zu verk\u00fcnden. Hier beschlagnahmen sie fast systematisch fast meine ganze Korrespondenz (einige Briefe bekomme ich dann doch) obwohl sogar die Regelung des FIES beinhaltet, dass ich das \u201eRecht\u201c darauf habe unlimitierte Korrespondenz zu erhalten (ich kann zwar nur zwei Briefe pro Woche schreiben, von denen ich nie sicher sein kann, dass sie ankommen) und auch Zeitschriften, Zeitungen und B\u00fccher. Mir erlauben sie aus \u201eSicherheitsgr\u00fcnden\u201c nicht, die Module, wo sie mich festhalten (und zwischen denen sie mich systematisch hin und her verlegen) zu verlassen. Zusammenfassend habe ich 30 Jahre Knast hinter mir und ich weiss nicht, wann ich freigelassen werde, weil sie st\u00e4ndig die Strafabwicklung ver\u00e4ndern. Ausserdem beschuldigen sie mich einer \u201eterroristischen\u201c Organisation anzugeh\u00f6ren, ohne dass ich jemals wegen Terrorismus verurteilt noch beurteilt wurde. Und ich will, dass feststeht: Das ist keine Beschwerde, noch eine Wehklage, sondern nur eine Feststellung meiner Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>Und ja, ich bin Anarchist und ich bereue nichts was ich getan, gesagt und gelebt habe; und es wird mir niemals passieren um eine Begnadigung zu betteln und\/oder mich vor M\u00e4chtigen und Institutionen die mir Schaden zuf\u00fcgen zu rechtfertigen. Und weil ich kein dressierter B\u00e4r bin, werde ich auch keine Interviews an Journalist_innen geben, die einen Diskurs und eine Pose verkaufen, um ein willensschwaches Publikum zu ersch\u00fcttern und es mit beruhigenden, unschuldigen und\/oder viktimisierenden Argumenten zu \u00fcberzeugen oder zu verf\u00fchren. Ich denke \u00fcber die Presse wie Ret Marut: <i>\u201ePresse, das ist dein Name, verdammt verlogen! Presse ist der Name der unanst\u00e4ndigsten Hure. Klar hab ich Geld, ich kann alles mit dir machen. Weil es keine Schande in dieser Welt gibt weswegen du nicht dienen k\u00f6nntest. Es gibt kein Verbrechen, wie gro\u00df es auch sei, an dem du, Presse, nicht teilnimmst. Der Journalist kommuniziert die Meinung von dem der ihm den Lohn bezahlt, als ob es seine eigene Meinung w\u00e4re. Und dann sagt dieser Angeber \u201e\u00f6ffentliche Meinung\u201c\u201c. <\/i><\/p>\n<p>Die \u201emaximale Gewalt\u201c, die totalit\u00e4re Institution, hat es nicht geschafft mich innerhalb von 30 Jahren Gef\u00e4ngnis zu domestizieren, sie haben es nicht geschafft mir meine anarchistischen \u00dcberzeugungen abzuringen, geschweige denn mir das Stockholmsyndrom einzutrichtern, noch mir den Virus der freiwilligen Knechtschaft zu injizieren. Wie Etienne de la Boetie schreibt: <i>\u201eEs bleiben immer ein paar, die von Natur aus besser Geborene sind: die sp\u00fcren den Druck des Joches und m\u00fcssen den Versuch machen, es abzusch\u00fctteln. Die gew\u00f6hnen sich nie an die Unterdr\u00fcckung; wie Ulysses, der auf langen Reisen zu Wasser und zu Land sich nach der Heimat und seinem Herde sehnte, vergessen sie nie ihre nat\u00fcrlichen Rechte und gedenken immer der Vorfahren und ihres urspr\u00fcnglichen Wesens: das sind freilich die, die einen guten Verstand und einen hellen Geist haben und sich nicht wie die gro\u00dfe Masse mit dem Anblick dessen begn\u00fcgen, was ihnen zu F\u00fc\u00dfen liegt; die nach vorw\u00e4rts und r\u00fcckw\u00e4rts schauen, die Dinge der Vergangenheit herbeiholen, um die kommenden zu beurteilen und die gegenw\u00e4rtigen an ihnen zu messen; das sind die, welche von Haus aus einen wohlgeschaffenen Kopf haben und ihn noch durch Studium und Wissenschaft verbessert haben; diese w\u00fcrden die Freiheit, wenn sie v\u00f6llig verloren und ganz aus der Welt w\u00e4re, in ihrer Phantasie wieder schaffen und sie im Geiste empfinden und ihren Duft schl\u00fcrfen; die Knechtschaft schmeckt ihnen nie, so fein man sie auch servieren mag.\u201c<\/i><\/p>\n<p>Ich habe noch immer die F\u00e4higkeit mit meinem Verstand entlang der Zeit zu reisen und mir diese Welt von der Rediker in &#8218;Canaglie die tutto il Mundo&#8216; (Die Epoche w\u00e4hrend der Piraterie) schreibt und sie beschreibt, vorzustellen, erg\u00e4nzt mit seinem anderen Meisterwerk, &#8218;The Many-Headed Hydra &#8211; Sailors, Slaves, Commoners, and the Hidden History of the Revolutionary Atlantic&#8216;, das uns erg\u00e4nzt, weil es uns heute geht wie es uns geht und wir sind was wir sind&#8230; Eine \u201eAnarch\u00eda Selvaggia\u201c wie sie uns Pierre Clastres beschreibt (Gesellschaften ohne Staat, ohne Aufgabenteilung, Spezialisierungen etc.) ist m\u00f6glich oder auch nicht, das ist das Mindeste. Also, wie unser ber\u00fchmter Cervantes in &#8218;Don Quijote&#8216; schrieb: \u201e<i>Die Freiheit, Sancho, ist eine der k\u00f6stlichsten Gaben, die der Himmel dem Menschen verliehen; mit ihr k\u00f6nnen sich nicht die Sch\u00e4tze vergleichen, welche die Erde in sich schlie\u00dft noch die das Meer bedeckt. F\u00fcr die Freiheit wie f\u00fcr die Ehre darf und mu\u00df man das Leben wagen; Gefangenschaft dagegen ist das gr\u00f6\u00dfte Ungl\u00fcck, das den Menschen treffen kann&#8230;\u201c<\/i><\/p>\n<p><i><b>Gesundheit den freien M\u00e4nnern und Frauen der Erde. Gesundheit denen die eine neue Welt im Herzen tragen, wie unsere Durruti sagte. Gesundheit allen Antiautorit\u00e4ren, Anarchisten und Nihilisten der ganzen Erdkugel!<\/b><\/i><\/p>\n<p><i><b>Niemals Besiegte!<\/b><\/i><\/p>\n<p><i><b>Nie Reuige!<\/b><\/i><\/p>\n<p><b>Gabriel Pombo Da Silva, Topas November 2015<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(gefunden auf: linksunten.indymedia.org) [Die Original\u00fcbersetzung wurde von uns leicht \u00fcberarbeitet. Am Inhalt wurde nichts ge\u00e4ndert!] 9. J\u00e4nner 2016 &#8211; Ohne Zweifel glaubt jede Generation da zu sein, um die Welt zu ver\u00e4ndern. Meine Generation weiss trotzdem, dass sie sie nicht ver\u00e4ndern wird. Aber ihre Aufgabe ist vielleicht noch gr\u00f6\u00dfer. 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