{"id":2806,"date":"2016-01-19T11:08:25","date_gmt":"2016-01-19T10:08:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2806"},"modified":"2016-01-21T11:17:05","modified_gmt":"2016-01-21T10:17:05","slug":"avalanche-anarchistische-korrespondenz-nr-6-auf-deutsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2806","title":{"rendered":"AVALANCHE &#8211; Anarchistische Korrespondenz Nr. 6 auf Deutsch"},"content":{"rendered":"<p>(gefunden auf: <a href=\"https:\/\/avalanche.noblogs.org\/post\/2016\/01\/07\/avalanche-6-deutsch\/\" target=\"_blank\">avalanche.noblogs.org<\/a> und <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/164051\" target=\"_blank\">linksunten.indymedia.org<\/a>)<\/p>\n<div class=\"content\">\n<p><a href=\"http:\/\/avalanche.noblogs.org\/files\/2016\/01\/Avalanche-DE-6.pdf\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-116\" src=\"https:\/\/avalanche.noblogs.org\/files\/2016\/01\/Avalanche-DE-6-212x300.jpg\" alt=\"Avalanche DE 6\" width=\"212\" height=\"300\" \/><\/a>Die eine H\u00e4lfte der Welt befindet sich im Krieg, die andere H\u00e4lfte wartet auf ihren Zug um den grausamen Ball des Massakers und Blutvergie\u00dfens zu betreten. W\u00e4hrend die Staaten zur totalen Mobilmachung blasen, verschlingt das islamistische Krebsgeschw\u00fcr Aufst\u00e4nde, welche, zu beginn von einem starken Verlangen nach Freiheit und der Zur\u00fcckweisung der Ideen der Machteroberung gepr\u00e4gt waren, wie in \u00c4gypten und Syrien. In den Nachbarschaften der immer zahlreicheren Ausgeschlossenen in den europ\u00e4ischen Metropolen, gedeiht die Verwirrung, welche produziert wurde durch Jahrzehnte von Verdummungsprogrammen, Beraubung analytischer Werkzeuge und Zerst\u00f6rung des Geistes und der Sensibilit\u00e4t durch eine von Technologien \u00fcberschwemmte Welt.<\/p>\n<p><!--more-->Eine Verwirrung, die die Kontinuit\u00e4t der kapitalistischen und staatlichen Herrschaft garantiert, aber zur gleichen Zeit die Rekrutierung durch eine Religion, eine Ideologie, eine Nation beg\u00fcnstigt. Das Massaker im Namen der Machtergreifung lauert direkt um die Ecke. Und was die wenigen revolution\u00e4ren Spannungen betrifft, so scheint es, dass sie eine weitere Verdr\u00e4ngung an die R\u00e4nder erwarten m\u00fcssen, nahe der Vergessenheit und dem Verschwinden von der B\u00fchne des sozialen Krieges.<\/p>\n<p>Nein, es sind keine rosigen Zeiten, f\u00fcr jene, die die soziale Revolution und den Kampf f\u00fcr die Freiheit noch nicht aufgegeben haben. Selbst wenn die paar wenigen K\u00e4mpfe in die wir verwickelt sind bestimmt nicht unwichtig sind und die aufst\u00e4ndischen und anarchistischen Projektualtit\u00e4ten immer, meist unerwartet, den Boden des sozialen Krieges fluten k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir die Dringlichkeit, oder mehr noch die Lebensnotwenigkeit aufzeigen, diese Tendenz umzukehren. Die Pfade um dorthin zu gelangen sind tr\u00fcb, die repressiven Risiken sind hoch (und werden noch h\u00f6her sein in den kommen Tagen der totalen Mobilmachung), es ist jedoch oft wenn du mit dem R\u00fccken gegen die Wand gedr\u00fcckt bist, dass du den Mut und die St\u00e4rke findest es ein letztes Mal zu versuchen \u2013 einen letzten Sprung, um der Erstickung zu entkommen.<\/p>\n<p>Wenn die Welt heute in den Krieg zieht, wissen die Anarchistinnen, dass der Frieden auch immer ein Krieg war. Die Massaker sind in \u00dcbereinstimmung mit der Logik jener, die eine Macht aufzwingen wollen, sei sie eher unter staatlicher Kontrolle oder unter religi\u00f6ser, unter stalinistischer oder unter islamistischer. Und das Blutbad findet t\u00e4glich statt, buchst\u00e4blich durch die Waffen-, Sicherheits- und Ausl\u00f6schungsindustrie und breiter gefasst durch den Kapitalismus, die Ausbeutung und die Umweltzerst\u00f6rung und -vergiftung. Wenn \u00fcberall all jene, die mit Freiheit in ihrem Herzen, gegen diesen Krieg und diesen Frieden k\u00e4mpfen noch weiter an die R\u00e4nder gedr\u00e4ngt werden, wie wir gesagt haben, ist es Zeit dies anzuerkennen und dementsprechend zu handeln. An den R\u00e4ndern \u2013 vielleicht \u2013 aber nicht ohne Ideen. Eine absolute Minderheit, aber nicht ohne Courage. Nahezu jeder Relevanz beraubt \u2013 m\u00f6glich \u2013 aber nicht ohne Projekte.<\/p>\n<p>Lasst uns \u00fcber diese Projekte reden. Manche gegenw\u00e4rtige K\u00e4mpfe k\u00f6nnen uns ein paar Hinweise liefern, wie z.B. die M\u00f6glichkeit, auf Initiative von Anarchistinnen, spezifische K\u00e4mpfe zu starten, welche f\u00e4hig sind in das sich in Zersetzung befindliche gesellschaftliche Gef\u00fcge einzufallen. Andere Erfahrungen, k\u00fcrzlich oder l\u00e4nger zur\u00fcckliegend, lehren uns, im Guten wie im Schlechten, wie sich auf die unausweichliche Repression vorbereitet werden kann. Wieder andere Geschichten geben uns eine Gewissheit, dass es in den Tiefen dieser widerlichen Gesellschaft immer einen Weg gibt sich zu bewegen, sich der Kontrolle zu entziehen und Komplizenschaften zu finden. Spezifische Projekte die wir heute entwickeln, jede und jeder von uns in einem bestimmten Kontext, in einer bestimmten Zeitperiode, mit spezifischen Zielen und den daf\u00fcr ben\u00f6tigten Mitteln, sollten Teil einer breiteren <i>Projektualit\u00e4t <\/i>sein, die f\u00e4hig ist Verbindungspunkte zwischen diesen einzelnen Projekten zu schaffen.<\/p>\n<p>Mit der gegenw\u00e4rtige Situation konfrontiert, scheinen zwei Elemente von h\u00f6chster Wichtigkeit in dieser Projektualit\u00e4t: nach den Mitteln f\u00fcr den Kampf suchen und der internationalistische Ansatz. Das erste Element ist selbstverst\u00e4ndlich, dennoch nicht einfach: Um zu k\u00e4mpfen, brauchen wir die Mittel die uns das erlauben. Diese Mittel sind jeglicher Art. Die Suche nach diesen Mitteln nimmt heute noch mehr Wichtigkeit ein, da die Verbindungen mit den vergangenen Erfahrungen gekappt sind, durch das Programm der Restrukturierung und der Repression: Die revolution\u00e4re Bewegung insgesamt wurde, zumindest in Europa, <i>entwaffnet<\/i>. Heute sind wir Waisen dieses Prozesses. Und es ist h\u00f6chste Zeit das Biest bei den H\u00f6rnern zu packen und es in Angriff zu nehmen. F\u00fcr die K\u00e4mpfe die kommen werden, <i>m\u00fcssen <\/i>wir die Mittel des Angriffs studieren, <i>m\u00fcssen <\/i>wir begreifen wo sich die Zutaten f\u00fcr den Kampf finden, <i>m\u00fcssen <\/i>wir die Kapazit\u00e4ten entwickeln, die wir \u00fcber die Zeit verloren haben. Die Verwendung des Imperativs ist hier nicht lediglich eine Frage des schlechten Geschmacks, seine Wahl antwortet auf die unvermeidbare Notwendigkeit seiner Bedeutung, wenn die revolution\u00e4re Idee das gegenw\u00e4rtige und das kommende Schlachten \u00fcberleben will.<\/p>\n<p>Das zweite Element ist bestimmt nicht neu. Seit Jahren und Jahrzehnten wird es von anarchistischen Gef\u00e4hrten wiederholt und versucht etwas daraus zu machen: Der Bedarf nach einer internationalistischen Perspektive, basierend auf einer geteilten Projektualit\u00e4t. Wenn das <i>Internationale <\/i>bereits irgendwie existiert, in jedem grenz\u00fcbergreifenden Treffen, in jeder Zusammenarbeit, die \u00fcber die Begrenzungen der lokalen Situation hinausgeht, sollten wir auf eine Kl\u00e4rung und Materialiserung dieser Projektualit\u00e4t hinarbeiten. Zu einfache Pfade (wenn man uns erlaubt ein paar zu benennen: allgemein gehaltene internationale Aufrufe dazu, etwas zu tun; die gegenseitige Erkennung in einem Akronym oder durch stagnierende und obsolete Formalisierungen von Verbindungskomittes und Syntheseorganisationskomittes) sprechen uns nicht an: Die Suche danach sollte orientiert sein, internationale R\u00e4ume der Debatte und Vertiefung zu schaffen; nach der Multiplikation der Refernzpunkte auf einer lokalen Ebene; nach dem Experimentieren mit der informellen Organisation auf der Basis eines spezifischen Projekts; nach der Entwicklung von Analsyen, die \u00fcber die eigenen Hinterh\u00f6fe hinausgehen. <i>Die Internationale <\/i>von der wir sprechen kann keine pr\u00e4zisen Konturen oder Formen haben, sie materialisiert sich einfach in jedem indivduellen Akt ausgehend von der Projektualit\u00e4t, die sie [die Internationale] belebt; in der Vielf\u00e4ltigkeit von Treffen die nach der Wiederbelebung eines autonomen und k\u00e4mpferischen Anarchismus trachten; in jedem Projekt dass wir erfolgreich \u00fcber die Grenzen hinweg entwickeln.<\/p>\n<p>Diese paar Gedanken w\u00e4ren vielleicht wo anders besser aufgehoben, als im Editorial der Avalanche. Wir nehmen die Herausforderung an sie \u00fcberall dorthin zu tragen, wo Anarchisten oder Kreise von Anarchistinnen die totale Zur\u00fcckweisung aller Staaten und Autorit\u00e4ten nicht aufgeben. M\u00f6ge jede und jeder diese Herausforderung auf ihre oder seine Art und Weise aufnehmen. Kein Zur\u00fcck.<\/p>\n<hr \/>\n<p>4 \u2013 Deutschland \u2013<i> Den Fu\u00df vor die Haust\u00fcre der Verantwortlichen setzen<\/i><\/p>\n<p>7 \u2013 Deutschland \u2013<i> Das Herz gef\u00fcllt mit Mitternacht<\/i><\/p>\n<p>9 \u2013 Bolivien \u2013 <i>Wir leben in einem kapitalistischen Regime<\/i><\/p>\n<p>11 \u2013 Bolivien \u2013 <i>29. Mai, vor drei Jahren<\/i><\/p>\n<p>14 \u2013 Bolivien \u2013 <i>Drei Jahre nach der Repressionswelle<\/i><\/p>\n<p>16 \u2013 Chile \u2013 <i>\u00dcber die j\u00fcngsten Verhaftungen in Folge von Stra\u00dfenk\u00e4mpfen<\/i><\/p>\n<p>18 \u2013 Chile \u2013 <i>\u00dcber die aufst\u00e4ndische anarchistische Projektualit\u00e4t<\/i><\/p>\n<p>20 \u2013 Spanien \u2013 <i>Gegen\u00fcber der Repression&#8230; z\u00e4hlt nicht alles!<\/i><\/p>\n<p>22 \u2013 Spanien \u2013 <i>Straferlass und Nachsicht<\/i><\/p>\n<p>26 \u2013 Spanien \u2013 <i>\u00c4u\u00dferung der neun anarchistischen Gef\u00e4hrten, die aus der Haft entlassen wurden<\/i><\/p>\n<p>29 \u2013 Frankreich \u2013 <i>Einige \u00dcberlegungen f\u00fcr ein Kampfprojekt gegen die Grenzen<\/i><\/p>\n<p>33 \u2013 Frankreich \u2013 <i>Kriegszeit<\/i><\/p>\n<p>38 \u2013 Frankreich \u2013 <i>Gegen diese militarisierte Welt, treten wir aus der Herde!<\/i><\/p>\n<p>40 \u2013 Frankreich \u2013 <i>Weder ihren Krieg, noch ihren Frieden<\/i><\/p>\n<p>42 \u2013 Griechenland \u2013 <i>Analyse eines Hungerstreiks<\/i><\/p>\n<p>46 \u2013 Italien \u2013 <i>Eine antinukleare Sabotage<\/i><\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Fu\u0308r Kontakt oder Anfrage nach mehreren Ausgaben schreibt an: <a href=\"mailto:avalanche-de@riseup.net\" rel=\"nofollow\">avalanche-de@riseup.net<\/a> <strong>\u00a0<\/strong><\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/avalanche.noblogs.org\" rel=\"nofollow\"><em><strong>avalanche.noblogs.org<\/strong><\/em><\/a><\/p>\n<p><em>Einzelexemplare k\u00f6nnen bei Black Mosquito bezogen werden. <\/em><\/p>\n<div class=\"upload-media-data\">\n<div class=\"item-list\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"upload-media-data-item\"><a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/164052\"><img decoding=\"async\" class=\"filefield-icon field-icon-application-pdf\" src=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/sites\/default\/modules\/filefield\/icons\/application-pdf.png\" alt=\"application\/pdf icon\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"upload-media-data-item-title\">Avalanche DE 6 &#8211; final (PDF)<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(gefunden auf: avalanche.noblogs.org und linksunten.indymedia.org) Die eine H\u00e4lfte der Welt befindet sich im Krieg, die andere H\u00e4lfte wartet auf ihren Zug um den grausamen Ball des Massakers und Blutvergie\u00dfens zu betreten. 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