{"id":2802,"date":"2016-01-21T10:38:19","date_gmt":"2016-01-21T09:38:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2802"},"modified":"2016-01-21T10:38:19","modified_gmt":"2016-01-21T09:38:19","slug":"deutsche-knaste-unsere-kameradin-ist-frei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2802","title":{"rendered":"Deutsche Kn\u00e4ste: Unsere Kameradin ist frei"},"content":{"rendered":"<p>(gefunden auf: <a href=\"https:\/\/de-contrainfo.espiv.net\/2016\/01\/11\/deutsche-knaste-unsere-kameradin-ist-frei\/\" target=\"_blank\">de-contrainfo.espiv.net<\/a>)<\/p>\n<div class=\"post-bodycopy clearfix\">\n<p>Neuigkeit zum Artikel \u201cDas Herz gef\u00fcllt mit Mitternacht\u201d auf Seite 7 der <a class=\"bbc_link\" href=\"http:\/\/avalanche.noblogs.org\/files\/2016\/01\/Avalanche-DE-6.pdf\" target=\"_blank\">Avalanche Nr. 6<\/a><\/p>\n<p><em>Erhalten am <a class=\"bbc_link\" href=\"https:\/\/en-contrainfo.espiv.net\/2016\/01\/06\/german-prisons-our-comrade-is-free\/\" target=\"_blank\">5. Januar 2016<\/a>:<\/em><\/p>\n<p>Lange Monate sind vergangen seit dem heissen Sommertag am beginn des Juli, an dem unsere Freundin und Kameradin bei einer Passkontrolle an der griechisch-bulgarischen Grenze verhaftet wurde. Der europaweite Haftbefehl wurde von der Staatsanwaltschaft Aachen, Deutschland, am 24 Juni 2015 ausgestellt. Nachdem sie 3 Wochen in bulgarischen Zellen verbrachte, wurde sie den deutschen Bullen am Flughafen von Sofia \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>In Deutschland wurde sie unter dem U-Haft-Regime in K\u00f6ln eingesperrt, wegen vermuteter Beteiligung an einem bewaffneten Bank\u00fcberfall der zwei Jahre fr\u00fcher stattfand (2013). Unter diesem Regime werden H\u00e4ftlinge, die auf ihren Prozess warten, eingesperrt, offiziell f\u00fcr maximal sechs Monate, was in Realit\u00e4t sehr oft auf eine Periode von \u00fcber einem Jahr verl\u00e4ngert wird. In ihrem Fall bedeuteten die in Kraft gesetzten Beschr\u00e4nkungen, dass bei jedem Besuch (2 Stunden pro Monat) zwei Bullen, ein W\u00e4rter und ein \u00dcbersetzer anwesend waren, dass es ihr nicht erlaubt war, irgendwelche Telefonanrufe zu machen und dass jegliche Post zuerst an die Staatsanwaltschaft gesendet wurde, wo sie gelesen und ihr dann mit einem Monat Versp\u00e4tung \u00fcbergeben wurde.<\/p>\n<p>Ihre Haft basierte auf einem einzigen Indiz: Eine DNA-Spur, gefunden auf zwei Gaspistolen (Druckluftpistolen), die auf dem Klo der Bank 11 Tage sp\u00e4ter von einem\/einer Angestellten gefunden wurden. Vor ein paar Wochen, am 2. Dezember, nach Monaten der Untersuchung klagten die Kl\u00e4ger sie formell mit Bankraub, Geiselnahme und Waffenbesitz an. Diese Anklagepunkte wurden bei drei Richtern vorgebracht, die zu entscheiden hatten ob diese vor Gericht weiterverfolgt werden oder nicht. Am 16. Dezember, rief das Gericht das Gef\u00e4ngnis an, mit dem Auftrag unsere Kameradin freizulassen, weil alle Anklagepunkte fallen gelassen wurden, da die \u201eBeweise\u201c, die f\u00fcnf Monate der Untersuchung ergaben, nicht ausreichend genug waren, um diesen Fall vor Gericht zu bringen.<\/p>\n<p>Jetzt ist unsere Kameradin zur\u00fcck bei uns. Die Freude, die uns das bereitet, ersetzt jedoch nicht, noch l\u00e4sst sie uns, unsere Wut gegen die isolierenden Beschr\u00e4nkungen, die L\u00e4cherlichkeit des Uniformen-Zirkus\u2019 und gegen jedes autorit\u00e4re System, das auf solche Art und Weise mit den Leben der Leute spielt, vergessen. Die gr\u00f6sste Kraft-Quelle kam von der kompromisslosen und unkooperativen Haltung die unsere Kameradin einnahm: Sie behielt immer ihren Kopf hoch und ihren abweichenden Geist am Leben.<\/p>\n<p>Wie die meisten Rebellen und Anarchisten wissen, kann uns die Repression in jedem Moment treffen, weil der Staat sehr weit gehen wird, um sein Gesetz und seine Ordnung aufrechtzuerhalten und die Verbreitung unserer Ideen zu verhindern. In diesen Momenten ist es einfach, sich in einem Spiel der Strategie und Angst gek\u00f6dert und eingeschlossen zu f\u00fchlen, das genaue Wesen unserer Feinde.<\/p>\n<p>In diesen Momenten m\u00fcssen wir uns erinnern, dass wir andere Werkzeuge und Praxen haben um diese Erstickung zu bek\u00e4mpfen. Nur wenn wir ihre Strategie mit unserer eigenen rebellischen Intelligenz und verankerten Ethik bek\u00e4mpfen, und Angst mit Zuversicht in unsere Komplizenschaften, Affinit\u00e4ten und K\u00e4mpfe, k\u00f6nnen diese Momente zu mehr werden, als das wir uns nur dem technischen und juridischen Aspekt des Staates, der eine von uns einsperrt, hergeben.<\/p>\n<p>Genau in diesen Momenten von Stress, Groll und Traurigkeit ist es wichtig uns nicht einsch\u00fcchtern zu lassen oder versucht zu werden, unsere eigenen Ideen, Beziehungen und K\u00e4mpfe anzuzweifeln. Auch wenn mit beiden F\u00fcssen am Boden, den Geist wach und unsere herzen brennend zu halten in diesen Momenten anspruchsvoll sein kann, sind vielmehr wir diejenigen, die uns diese wegnehmen lassen, und nicht die Freiheit einer Kameradin; wir sind die einzigen die ihre Logik, die sich in uns einnistet, bek\u00e4mpfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Unsere Ideen und K\u00e4mpfe schmieden sich im Hass gegen Gef\u00e4ngnisse und die Welt die sie braucht. Der Kampf gegen diese Strukturen und die, die sie m\u00f6glich machen, beinhaltet, unser Verlangen, all ihre T\u00fcren zu \u00f6ffnen und diese S\u00e4ulen dieser autorit\u00e4ren und kapitalistischen Gesellschaft zu zerst\u00f6ren, auszudr\u00fccken und zu erweitern. Konfrontiert mit irgendeinem repressiven Angriff, ist es entscheidend, diese Ideen weder zu vergessen, noch zur Seite zu legen; wir k\u00f6nnen eine Perspektive nur durch aktive Solidarit\u00e4t aufbauen, in der Fortsetzung unserer Kampfprojekte gegen alle Manifestationen dieser Gef\u00e4ngnis-Gesellschaft.<\/p>\n<p>Wir sind mit den Worten unserer Kameradin einverstanden und weigern uns in Begriffen von \u201eUnschuld\u201c und \u201eSchuld\u201c zu sprechen. Diese Worte geh\u00f6ren zur Sprache der Staatsanw\u00e4lte und Richter im Dienste der Politiker und Bosse. Worte die ihr System der Ausbeutung und Kontrolle unterst\u00fctzen. Als Anarchisten ist das f\u00fcr uns eine Sprache, die wir uns weigern, zu sprechen \u2013 wir spucken auf sie.<\/p>\n<p>Der Grund, wieso wir ihren Namen nicht publiziert haben, auch hier nicht publizieren, ist um nicht die oft ablenkende und verzerrende Rolle der Heldin oder des Opfers, der anarchistische Gefangene oft unterworfen sind, mit Brennstoff zu versorgen. Sie war eine gefangene anarchistische Kameradin unter vielen anderen, die niemals vergessen noch bejubelt werden, sondern pr\u00e4sent sind in der Fortsetzung unserer K\u00e4mpfe und Projekte, und in unseren subversiven Taten gegen diese etablierte Ordnung.<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t mit all denen, die gegen Gef\u00e4ngnisse k\u00e4mpfen, drinnen und draussen.<\/p>\n<p><strong>Solidarit\u00e4t denen, die Angesichts repressiver Schl\u00e4ge noch immer das Bed\u00fcrfnis und den Mut f\u00fchlen, weiterhin f\u00fcr ihre Ideen und Projekte zu leben und zu k\u00e4mpfen.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(gefunden auf: de-contrainfo.espiv.net) Neuigkeit zum Artikel \u201cDas Herz gef\u00fcllt mit Mitternacht\u201d auf Seite 7 der Avalanche Nr. 6 Erhalten am 5. 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