{"id":278,"date":"2010-07-15T01:54:50","date_gmt":"2010-07-14T23:54:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=278"},"modified":"2010-07-15T02:15:41","modified_gmt":"2010-07-15T00:15:41","slug":"aktionstag-gegen-die-karlsplatz%e2%80%9csauberung%e2%80%9c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=278","title":{"rendered":"Aktionstag gegen die Karlsplatz\u201cS\u00e4uberung\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wann: Samstag, 17. Juli 2010 ab15 Uhr<br \/>\n\t<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wo: Karlsplatz \/ Resselpark<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit 1. Juni 2010 ist das erneuerte Wiener Landes Sicherheitsgesetzt in Kraft getreten. Die damit verbundene Ausweitung der Polizeibefugnisse f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Raum, richtet sich haupts&auml;chlich gegen sogenannte Randgruppen* im &ouml;ffentlichen Raum. Mit 1. Juni 2010 hat auch ein Gro&szlig;aufgebot an Polizei angefangen die sogenannte Drogenszene vom Karlsplatz zu vertreiben. Zus&auml;tzlich wurde beschlossen den Spritzentausch des Projekts streetwork zu schlie&szlig;en. Offizielle Begr&uuml;ndung, der Umbau des Karlsplatzes. Dass die Passage des 2006 frisch renovierten Streetwork-Projekts nicht von den Umbauarbeiten betroffen ist, scheint f&uuml;r die &bdquo;Verantwortlichen&ldquo; unerheblich. Denn im Oktober 2010 finden die Wiener Landtagswahlen statt. <span>&nbsp;<\/span>W&auml;hrend &Ouml;VP und FP&Ouml; seit langen schon gegen die User_innen vom Karlsplatz hetzen, scheint nun auch die SP&Ouml; darauf zu setzten, sozialen Frieden nicht mehr erkaufen zu wollen, sondern durch den staatlichen Kontrollapparat herbeizuf&uuml;hren.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">and the speed goes on<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schnell ging auch der Umbau des zust&auml;ndigen Drogenhilfssystems des Vereins Wiener Sozialprojekte (VWS) einher. Ohne Einbindung der Basishackler_innen (geschweige denn der User_innen) wurden binnen k&uuml;rzester Zeit langj&auml;hrig erfolgreiche Projekte &bdquo;umstrukturiert&ldquo; und neue gegr&uuml;ndet. Den bisherigen H&ouml;hepunkt stellt die Schlie&szlig;ung des Spritzentausches, am Karlsplatz dar, der direkt an die Szene angebunden war. Die Weiterf&uuml;hrung von m&uuml;hsam, &uuml;ber Jahre aufgebauter Betreuungsverh&auml;ltnisse scheint nun &auml;u&szlig;erst fraglich, die negativen Auswirkungen bekommen die User_innen zu sp&uuml;ren. Die Erwartung der &bdquo;Verantwortlichen&ldquo;, dass sich die bisher 4500 tgl. getauschten Spritzen in das andere Projekte verlagern, ist bisher nur eine Hoffnung geblieben. Weder die Entsorgung gebrauchter, noch die Versorgung mit sterilen Spritzen scheint derzeit gesichert. * * *<br \/>\n\tDas Recht den &ouml;ffentlichen Raum zu ben&uuml;tzen gilt anscheinend nicht mehr f&uuml;r die sogenannten Randgruppen (wer sind die n&auml;chsten?). Untermauert wird diese Repression durch einen Sprachgebrauch (&bdquo;S&auml;uberung&ldquo; und &bdquo;bereinigen&ldquo;), der klar macht, was Politik &amp; Exekutive von den Betroffenen halten. Dass hier offen gegen eine Gruppe von Menschen gehetzt wird, die sich mangels Einflu&szlig; und Macht nicht wehren kann, ist ein weiterer Beleg f&uuml;r den momentan herrschenden Populismus.Trotz Maulk&ouml;rben f&uuml;r Sozialhackler_innen und trotz t&auml;glicher Repression gegen die Konsument_innen konnte eine &ouml;ffentliche Debatte nicht unterdr&uuml;ckt werden. Proteste und Aktionen haben in letzter Zeit stark zugenommen. Auch wir, das B&uuml;ndnis gegen die R&auml;umung des Karlsplatzes, wollen unseren Beitrag leisten und rufen alle Betroffenen und Solidarischen dazu auf am Samstag, dem 17. Juli ab 15 Uhr in den Resselpark zu kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drogenkonsum ist immer noch mit Stigmatisierung verbunden (Arbeitgeber_innen, Familie, &hellip;) und beteiligte Arbeiter_innen der Drogenprojekte k&ouml;nnten von Sanktionen seitens ihrer Gesch&auml;ftsf&uuml;hrngen betroffen sein.Deswegen fordern wir alle auf, auf Fotos und andere Bildmaterialien zu verzichten! Wir wollen ausschlie&szlig;lich von uns erstelltes und anonymisiertes Bildmaterial online stellen und an die Medienvertreter_innen weiterleiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir sprechen uns mit unserer Kundgebung gegen die Zerschlagung eines (&uuml;ber-)lebenswichtigen Hilfssystems und gegen jede Form von polizeilicher Repression gegen Drogen konsumierende Menschen aus. Wir verurteilen jede Illegalisierung und Kriminalisierung von Drogenkonsument_innen. Wir unterst&uuml;tzen hingegen eine selbstbestimmte Organisierung* * der User_innen und fordern eine Bereitstellung von Infrastruktur und Finanzmitteln durch das Drogenhilfssystem.<br \/>\n\tWir sprechen uns dagegen aus, dass die Politik einer Mehrheit Angst vor einer wehrlosen Minderheit macht. Wir verurteilen deren Sprachgebrauch (&bdquo;s&auml;ubern&ldquo; &amp; &bdquo;bereinigen&ldquo;). Wir verurteilen die verantwortungslose Gef&auml;hrdung von User_innen, Passant_innen und Anrainer_innen, die von den &bdquo;Verantwortlichen&ldquo; aufgrund der Schlie&szlig;ung des Spritzentausches am Karlsplatz herbeigef&uuml;hrt wurde.* * * Wir fordern &ouml;ffentlichen Raum, Gesundheitsversorgung und ein freies Leben f&uuml;r alle. Wir sind solidarisch und lassen uns nicht gegeneinander ausspielen.<br \/>\n\tWir sprechen uns gegen die Fremdbestimmung von oben aus, mit der derzeit &uuml;ber die Betroffenen hinwegadministriert wird. Wir verurteilen Maulk&ouml;rbe f&uuml;r die Basis in den Drogenprojekten und fordern einen offiziellen und praktischen Verzicht auf Sanktionen gegen&uuml;ber kritischen Sozialhackler_innen seitens der jeweiligen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrungen. Wir treten f&uuml;r eine Diskussion ein, die getragen wird von den jeweils Betroffenen und den Expert_innen vor Ort. Eine Diskussion, die einen fortlaufenden und offenen Proze&szlig; abseits von parteipolitischen Interessen er&ouml;ffnet und bed&uuml;rfnisorientierte L&ouml;sungen erm&ouml;glichen kann.* * * *<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">B&uuml;ndnis gegen die R&auml;umung des Karlsplatzes<br \/>\n\tbuendnis_karlsplatz[at]riseup.net<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">* Menschen, die an den Rand unserer Gesellschaft gedr&auml;ngt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">* * hierbei k&ouml;nnten die Starken S&uuml;chtigen <a href=\"http:\/\/www.starkesuechtige.at\/\" rel=\"nofollow\">www.starkesuechtige.at<\/a> oder die JES-Gruppen <a href=\"http:\/\/www.jes.aidshilfe.de\/\" rel=\"nofollow\">www.jes.aidshilfe.de<\/a> als Vorbild dienen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">* * * durch den Spritzentausch am Karlsplatz konnten tgl. 4500 gebrauchte Spritzen entsorgt und gegen&nbsp; neue, sterile Spritzen getauscht werden. Da diese M&ouml;glichkeit nicht mehr besteht, ist die Gefahr, dass Spritzen mehrfach ben&uuml;tzt und dann irgendwo entsorgt werden stark vergr&ouml;&szlig;ert worden. Das ist das Gegenteil einer guten HIV- und Hepatitis C-Pr&auml;vention.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">* * * * das beinhaltet eben auch Themen wie z.B. Diamorphinbehandlung, Konsumr&auml;ume, iv-Substitution usw.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Wann: Samstag, 17. Juli 2010 ab15 Uhr Wo: Karlsplatz \/ Resselpark &nbsp; Mit 1. Juni 2010 ist das erneuerte Wiener Landes Sicherheitsgesetzt in Kraft getreten. Die damit verbundene Ausweitung der Polizeibefugnisse f&uuml;r den &ouml;ffentlichen Raum, richtet sich haupts&auml;chlich gegen sogenannte Randgruppen* im &ouml;ffentlichen Raum. Mit 1. 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