{"id":2553,"date":"2015-11-19T17:05:05","date_gmt":"2015-11-19T16:05:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2553"},"modified":"2015-11-19T17:08:01","modified_gmt":"2015-11-19T16:08:01","slug":"ideen-und-methodik-gegen-das-justizzentrum-munchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2553","title":{"rendered":"Ideen und Methodik gegen das Justizzentrum [M\u00fcnchen]"},"content":{"rendered":"<p>(gefunden auf: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/159551\" target=\"_blank\">linksunten.indymedia.org<\/a>)<\/p>\n<div class=\"content\">\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"image image-thumbnail alignleft\" title=\"Ideen und Methodik gegen das Justizzentrum\" src=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/system\/files\/images\/1731258292.thumbnail.png\" alt=\"Ideen und Methodik gegen das Justizzentrum\" width=\"142\" height=\"200\" \/>F\u00fcr ein Ende der Passivit\u00e4t und der Zur\u00fcckhaltung in Zeiten der Befriedung &#8211; <\/em>Jede Macht strebt danach ihre Herrschaft \u00fcber die Individuen und das Terrain auszubauen, zu si\u00adchern und zu erweitern. Damit treibt sie sich st\u00e4n\u00addig selbst dazu an ihren Einfluss zu vergr\u00f6\u00dfern. Staaten sind laufend darum bem\u00fcht ihr Staatsgebiet und ihren Einfluss zu erweitern und ihre Interessen in im\u00admer weiteren Territorien zu verfolgen. Einmal geschieht das durch milit\u00e4rische Besetzung, also Krieg, sowie durch die Eroberung auf \u00f6konomischer Ebene, also das Treiben in die \u00f6konomische Abh\u00e4ngigkeit, die es erlaubt auch die Macht des Staates auszudehnen.<\/p>\n<p><!--more-->Die erw\u00e4hnten Strate\u00adgien, um diese Kriege zu f\u00fchren \u2013 weil es nichts anderes als Krieg ist \u2013 richten sich gegen die eigene Bev\u00f6lker\u00adung, finden aber auch au\u00dferhalb der eigenen staatlichen Grenzen statt. Zu dieser offenen \u2013 bis wenig versteckten \u2013 Form der Unterwerfung kommt das Einschreiben der Idee der Herrschaft und die Illusion \u00fcber ihre Nat\u00fcrlich\u00adkeit und Notwendigkeit, also der ordnenden staatlichen Autorit\u00e4t \u2013 aber nicht nur \u2013 in die K\u00f6pfe der Menschen. Die Macht baut sich selbst durch die Indoktrinierung und Verbreitung der Ideologie der Herrschaft aus und verewigt sich immer st\u00e4rker, je mehr ihr die Verinner\u00adlichung gelingt, die sie von ihren Untertanen ben\u00f6tigt. Und so sehen wir uns mit dem Ausbau und der Restruk\u00adturierung der repressiven Strukturen auf dem gesam\u00adten Planeten, zunehmender \u00dcberwachung durch neuste Technologien, \u2013 die aus milit\u00e4rischen Zwecken entwickelt wurden, aber um eben auch die Kontrolle \u00fcber die Indiv\u00adiduen zu erlangen, mit zivilen Zwecken versehen \u2013 dem Ausbau immer schnellere und effizientere Netzwerke des Transports, um die immer enger gestrickten Terminpl\u00e4ne und die Anpassung an die flexiblen Zw\u00e4nge, denen immer weitere Teile der arbeitenden Bev\u00f6lkerung unterwor\u00adfen werden, zu erm\u00f6glichen und zu verwalten \u2013 also den sich st\u00e4ndig entwickelnden Anforderungen der Ausbeu\u00adtung und Sklaverei anzupassen \u2013 und die Ausbeutung in Echtzeit zu synchronisieren, konfrontiert. Dazu kommt die immer umfassendere und \u00fcberall pr\u00e4sente staatliche Propaganda zur Selbstlegitimierung, Abgrenzung gegen \u201e\u00e4u\u00dfere Feinde\u201c, immer neuere und k\u00fchnere Verspre\u00adchen der Fortschrittsideologie und Denunzierung jeder freiheitlichen und anti-staatlichen Bestrebungen. Auch wenn diese Entwicklungen nichts Neues sind, so nehmen sie mit der Entwicklung der M\u00f6glichkeiten zur Aufrech\u00adterhaltung der eigenen Herrschaft immer weiter zu, die Herrschaftstechniken verfeinern sich auf allen Ebenen und immer mehr Variationen und (Er)Neuerungen gesel\u00adlen sich zu den alten Methoden dazu. Der Werkzeugkas\u00adten der Machterhaltung wird immer umfangreicher und es gelingt immer deutlicher weitere Aspekte des Lebens zu integrieren. Vor uns liegen ungem\u00fctliche Zeiten, f\u00fcr den Kampf f\u00fcr Freiheit und Umw\u00e4lzung, aber auch f\u00fcr das t\u00e4gliche \u00dcberleben.<\/p>\n<p>Die Idee der Herrschaft braucht einen Tr\u00e4ger, ohne ein\u00aden Wirt ist sie nichts, und findet sie diesen, so infiziert sie ihn mit dem Willen zur Macht und beginnt auch so\u00adfort diesen Menschen zu korrumpieren und zu verein\u00adnahmen. Daher ist der Wille zur Macht ein expansiver Wille, der sich mit allen Mitteln das dienstbar macht und unterwirft, das seinen Zwecken der Aus\u00fcbung und Aus\u00addehnung von Herrschaft n\u00fctzt. Ein auf Macht(-verh\u00e4lt\u00adnissen) basierendes System wird daher nur solange ne\u00adben einem anderen existieren, bis es ausreichend Kraft besitzt um zu unterwerfen und solange die Existenz einer anderen Macht neben sich keinen (Aus-)Nutzen ergibt. Die Idee der Herrschaft gelangt nicht nat\u00fcrlicher Weise an ihr Ende, eher ger\u00e4t sie in eine Krise und erneuert sich selbst, sie bleibt immer eine Gefahr deren Aufkom\u00admen immer aufs Neue bek\u00e4mpft werden muss. Sie ist der Idee frei miteinander in Beziehung zu treten entgegeng\u00adesetzt und stirbt daher nicht ab. Stattdessen infiziert er die Menschen, korrumpiert sie und zwingt sie dazu ihre eigenen Ideen zu verraten. Aufgrund dieser Erkenntnis, scheuen Anarchisten \u2013 anders als Kommunisten \u2013 jede Art von Macht von Menschen \u00fcber Menschen und lehnen sie ab; denn sie vergiftet das Individuum und seine Bezie\u00adhungen. Nicht einmal vor\u00fcbergehend wollen wir Macht \u00fcber andere in unseren H\u00e4nden halten, weil sich auch aus einem tempor\u00e4ren Herrschaftsverh\u00e4ltnis, ein Verh\u00e4ltnis permanenter Herrschaft und Unterdr\u00fcckung entwickelt und so selbst im Namen der Freiheit Herren und Sklaven existieren. Wie sollte man denn Freiheit mit unfreien Mit\u00adteln erk\u00e4mpfen oder bestimmen und festlegen?! Welche Freiheit ist das denn, zu der man die Menschen zwingen muss? Herrschaft wird also nicht von selbst ihre Existenz beenden. Daf\u00fcr wird ein gewaltsames Zu-Ende-bringen n\u00f6tig sein.<\/p>\n<p>Die Herrschaft baut st\u00e4ndig ihre Macht aus und ver\u00adsch\u00e4rft somit die Bedingungen unter denen wir k\u00e4mpfen und leben m\u00fcssen. Und solange es die M\u00f6glichkeit gibt Momente der Freiheit zu erzeugen, sollten wir diese Ge\u00adlegenheiten oder M\u00f6glichkeiten auch nutzen und ver\u00adsuchen sie immer wieder zu kreieren um die Idee der Freiheit am Leben zu erhalten und zu verbreiten. Das eigene Unt\u00e4tig-Bleiben und Abwarten damit zu rechtfer\u00adtigen, dass die Zeit noch nicht reif sei, ist nichts anderes als religi\u00f6ses Verhalten par exellence. Nur die eigenen K\u00e4mpfe, die Br\u00fcche mit der Herrschaft und die Revolten erm\u00f6glichen die Verbreitung selbstbestimmter Mittel zu leben und zu k\u00e4mpfen, sowie den Gedanken der Freiheit, ohne Herrschaft leben zu k\u00f6nnen und zu wollen. Nun aber, das zu verschieben und die Hoffnung auf die gl\u00fcck\u00adliche F\u00fcgung eines Schicksals zu legen, ist genau dieses Spiel mit dem Tod, das jede Religion spielt und den Mo\u00adment, (in) dem man (er)lebt immer wieder in die Zukunft, ins Paradies, den Himmel, die Utopie verlagert. Aber mit dieser Art von Zaubertricks und Illusionierungen haben wir nichts zu schaffen. Unser Interesse liegt im Heute, allerdings mit einem analytischen Blick auf vergangene K\u00e4mpfe und die Erfahrungen, die gemacht wurden und den Gedanken bei den Mitteln und Methoden, die wir an\u00adwenden wollen und die keiner zuk\u00fcnftige Macht den Weg ebnen sollen, die unserer vagen Vorstellung von Freiheit entsprechen. Die Frage ist also was k\u00f6nnen wir heute machen, um diese Br\u00fcche zu kreieren, die diese Momente der Freiheit erlauben?<\/p>\n<p>Zweifelsfrei wollen wir die Revolution, die vollst\u00e4ndige Zerst\u00f6rung jeder Macht und der Beziehungen, die sie erzeugt und aufzwingt. Sie ist eine Notwendigkeit. Die Verbreitung von Feindlichkeiten, Ablehnung und Ideen der Freiheit, aber auch das Wissen dar\u00fcber wie diese Welt funktioniert und wie lebensfeindlich diese Welt der Herrschaft eigentlich ist und auf welchen Grundlagen sie basiert, die Generalisierung selbstbestimmter Methoden des Kampfes und des Lebens k\u00f6nnen Aufst\u00e4nde und Rev\u00adolutionen provozieren.<\/p>\n<p>Wir wollen also K\u00e4mpfe f\u00fchren und entwickeln, die in ihrem lokalen Kontext einen Realit\u00e4tsbezug haben, das tats\u00e4chliche Gesicht der Herrschaft offenlegen und auf einen Bruch mit der Herrschaft und ihren Unterwer\u00adfungs- und Rekuperationstechniken durch die Verbreit\u00adung anarchistischer Methoden abzielen.<\/p>\n<p>Unser Leben wird fremdbestimmt und wir k\u00e4mpfen um uns unser Leben anzueignen und es auf unseren eigenen Grundlagen zu bestimmen und zu formen. Wir bewegen uns auf einem Terrain auf dem die Zeit und der Raum also unser t\u00e4gliches Tun mit R\u00fcckblick auf Vergangenes und Blick auf die Zukunft durch die Herrschaft, ihre Ter\u00admine und ihre Zw\u00e4nge definiert wird. Das hei\u00dft um et\u00adwas zu tun, m\u00fcssen wir zuallererst die Erlaubnis und die Bewilligung bei den Autorit\u00e4ten erbitten, die uns Dinge verbieten. Sp\u00e4testens seit den Revolutionen, die die sta\u00adatliche Macht lediglich unter andere Vorzeichen setzen wollten, ist klar, dass die staatliche Autorit\u00e4t nicht durch eine andere provisorische ersetzt werden darf und das wichtigste, was sich herausstellt, ist: sie ist keine rein physische Struktur mit einem festen Zentrum. Die Macht ist eine Idee die sich in den K\u00f6pfen der Menschen fest\u00adsetzt, sie korrumpiert und sich als Beziehung in und als die menschlichen Beziehungen einwebt. Dieses Netzwerk aus Strukturen, Institutionen, Menschen und fixen Ideen zeigt sich \u00fcberall, es umspannt das gesamte Terrain der Herrschaft. Und innerhalb von diesem ist alles geordnet, klassifiziert, eingeteilt und festgelegt, also wenig dem Zu\u00adfall \u00fcberlassen. Die Herrschaft kann K\u00e4mpfe und Revolt\u00aden verstehen und berechnen, die sich an ihrem Modell orientieren und wie sie funktionieren, also Revolten und K\u00e4mpfe, die sich autorit\u00e4r organisieren. Bei diesen wird die Auseinandersetzung zu einem milit\u00e4risch bestreitba\u00adren Konflikt, der durch die Fragen \u00fcber die Schwere der Waffen und der Menge des menschlichen Kanonenfutters entschieden wird. Es kann keine Interesse von uns sein, dass die Herrschaft unsere K\u00e4mpfe versteht, berechnen und manipulieren kann, deswegen ist es eine Notwen\u00addigkeit sich seine eigenen Pl\u00e4tze und Orte zu suchen auf denen wir entscheiden, wie und wann wir zu schlagen, um uns einen Moment der Freiheit zu erk\u00e4mpfen und zwar in\u00addem wir die Herrschaft f\u00fcr einen kurzen Augenblick von ihrem Terrain vertreiben. Da sich die Herrschaft nicht nur in den Sitzen der Regierungen kristallisiert, sondern ein das gesamte Terrain umspannendes feines Netzwerk bildet und folglich \u00fcberall angreifbar ist und Protest nur duldet, solange dieser im erlaubten Rahmen und an den Tagen stattfindet, die ihm zugeteilt werden, befinden wir uns in einer <b>permanenten Konflikthaltung<\/b>, die weder Erlaubnisse, Anfragen, Begrenzungen oder Vorschriften kennt und wir unsere Methoden und Mittel, Zeiten und Orte mit denen und an denen wir k\u00e4mpfen und handeln wollen, unabh\u00e4ngig von \u00e4u\u00dferen Einfl\u00fcssen bestimmen je nach unseren eigenen \u00dcberlegungen festlegen.<\/p>\n<p>Ich denke nicht, dass sich die Herrschaft, indem wir sie bitten, der Freiheit weichen wird. Auch auf einer Grun\u00addlage unserer Wut und Ablehnung \u2013 vielmehr unseres Protests, der ja erlaubt ist \u2013 Ausdruck zu verschaffen, die sie definiert wird nur unserer Integration dienen oder im extremsten Fall zu einem Formwechsel der Herrschaft f\u00fchren. Man kann kaum noch, bei allem was man sieht, \u00fcberzeugt davon sein, dass es gen\u00fcge eine ausreichend starke Gegenmacht aufzubauen, die es nicht wagt zu handeln und somit die Herrschaft automatisch von ihrer Stellung verdr\u00e4ngt um das Reich der Freiheit \u2013 unter einer neuen Herrschaft, n\u00e4mlich der Gegenmacht \u2013 einzul\u00e4uten. Auch ist das Verkl\u00e4ren der Gewaltfreiheit zur Tugend, um die eigene vermeintliche moralische \u00dcberlegenheit einer auf Gewalt basierenden Logik ge\u00adgen\u00fcber zu stellen, eine Illusion die aus religi\u00f6sen \u00dcber\u00adzeugungen stammt und sich lediglich \u2013 unfreiwillig oder wissentlich \u2013 als dankbarer Partner bei der Erhaltung einer gewaltvollen Welt erweist. Religi\u00f6s deswegen, weil sie die Trennung zwischen guten Verhalten, das in den Himmel (beliebig austauschbar mit Utopie, Paradies, etc.) und schlechtem Verhalten, das die angebliche mor\u00adalische \u00dcberlegenheit zunichte macht festlegt und dabei aber den Blick f\u00fcr die Umst\u00e4nde verliert in denen wir uns befinden und k\u00e4mpfen. Die Herrschaft befindet sich in einem st\u00e4ndigen Kriegszustand gegen die Feinde der Herrschaft oder jene, die ihr befriedetes Funktionieren gef\u00e4hrden. Dieser Krieg wird innerhalb sowie au\u00dferhalb gef\u00fchrt. Richtet sich aber auch zu Zeiten gegen andere Herrschaftssysteme, deren Macht und Einfluss ihre In\u00adteressen durchkreuzen. Demokratie und Diktatur, sind verschiedene Formen der selben Vorstellung \u2013 Glaube an eine notwendige das Zusammenleben ordnende, regelnde und bestimmende Instanz \u2013 und k\u00f6nnen solange nebene\u00adinander existieren bis ihre Willen zur Macht miteinander in Konflikt geraten. Dieser Kriegszustand wird lediglich durchschnitten von kurzen und tr\u00fcgerischen Perioden scheinbaren Friedens, in denen sich auch immer zeigt, wie <i>friedvoll <\/i>die Herrschaft gegen ihre Untertanen vorge\u00adht. Ausger\u00fcstet mit Zuckerbrot und Peitsche, wird eine Macht nicht von ihrer \u00fcberlebensnotwendigen Gewalt ablassen nur, weil man sie darum gebeten hat, die zweite Backe zu verschonen, nachdem man ihr die erste hinge\u00adhalten hat. Um Momente der Freiheit zu erzeugen, m\u00fcssen wir mit Gewalt die Herrschaft vom Terrain vertreiben, ihr Funktionieren durchbrechen und sie auf einen asymme\u00adtrischen Konflikt, nicht ein milit\u00e4risches Kr\u00e4ftemessen, herausfordern. Es ist nichts weniger als die Verbreitung und Generalisierung von Angriffen, die die Voraussetzu\u00adng f\u00fcr einen revolution\u00e4ren oder aufst\u00e4ndischen Bruch ist. Ein <b>Angriff <\/b>ist durch die Sprachrohre und Helfer der Herrschaft schwer zu verkl\u00e4ren, noch durch ihre willi\u00adgen Handlanger, also die ganzen Organisatoren, Politiker und F\u00fchrungspersonen zu instrumentalisieren und ihren Zwecken dienstbar zu machen. Ein Angriff selbst bleibt eine konkrete Tat, w\u00e4hrend es die Autoren sind, die zur Zielscheibe von ideologischen Verurteilungen werden und sich auf die staatlichen Grundordnungen berufen wird, innerhalb derer jeder nicht demokratische Angriff das Werk Wahnsinniger sein muss.<\/p>\n<p>Ein Aufstand oder ein kleinerer Angriff auf die Herrschaft und ihr System der Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung, der nicht selbstorganisiert ist, ist nichts weiter als ein Exz\u00adess der Unterdr\u00fcckten zur Perfektionierung ihrer der\u00adzeitigen Situation. Mit einem nicht selbstorganisierten Angriff meine ich einen Putsch, einem Aufstand der Be\u00adfehlen folgt oder etwas h\u00f6herem gewidmet ist und damit die Selbstorganisation in den Dienst einer, f\u00fcr alle exist\u00adierenden Heiligkeit stellt. Dieser kann nichts anderes als ihre Unterdr\u00fcckung zu reproduzieren und die Herrschaft durch eine andere Herrschaft zu ersetzen, die ihnen leg\u00aditimer erscheint. Selbstorganisation ohne aufst\u00e4ndische Ausrichtung, also ohne der Absicht anzugreifen und die selbstorganisierten Angriffe zu verbreiten, geht nicht \u00fcber das blo\u00dfe Organisieren eines Aspekts unsere t\u00e4gli\u00adchen Unterwerfung hinaus. Ausbeutung existiert weiter, auch wenn wir unsere Ausbeutung selbstorganisieren und weiterhin den kapitalistischen Zw\u00e4ngen verkaufen. Das stellt keine Gefahr f\u00fcr die Herrschaft dar. Selbst\u00adorganisierung bedeutet f\u00fcr mich, sich ausgehend von den individuellen Initiativen und Willen zusammenzus\u00adchlie\u00dfen und somit eine Struktur zu schaffen, die allein f\u00fcr den Zeitraum bis zur Erreichung ihres Ziels besteht f\u00fcr das sie geschaffen wurde, die anpassungsf\u00e4hig ist f\u00fcr sich ver\u00e4ndernde Gegebenheiten und anders als Parteien, Gewerkschaften und andere auf das blo\u00dfe Wachstum aus\u00adgerichtete Organisationen, auf der F\u00f6rderung der indivi\u00adduellen Initiative gr\u00fcndet. In der es keine feste Organisa\u00adtionsstruktur gibt und jedem eine andere Rolle zugeteilt wird und somit zur B\u00fcrokratisierung und damit Ausbil\u00addung eines Verwaltungsapparates tendiert, sondern die nur die Individuen einbindet, die auch tats\u00e4chlich an den Handlungen beteiligt sind, die mit Perspektive auf das an\u00adgestrebte Ziel in dem einen spezifischen Augenblick als notwendig und sinnvoll erachtet werden. Alles andere be\u00addingt in Konsequenz die Herausbildung von Spezialisten, und dadurch entstehen in einer formal hierarchiefreien Struktur Hierarchien. Die Initiativlosigkeit wird immer auch durch die Organisationsstruktur best\u00e4rkt und er\u00adlaubt, und die Inititativlosen sind die ersten Gr\u00fcnde f\u00fcr das Entstehen von Herrschaft. Und endlich, da wir keinen Dialog mit der Herrschaft suchen, sondern einen Kampf auf Leben und Tod, kann es logischerweise auch keinen Dialog mit ihr geben und deshalb ben\u00f6tigen wir \u2013 auch aus strategischen Gr\u00fcnden \u2013 keine Arten der Delegation und Repr\u00e4sentation. Die Vielfalt unserer Stimmen und Willen kann in der Zusammenfassung und damit in der Abstrahierung, die jede Delegation bedeutet, nur leiden. <b>Selbstorganisation <\/b>bedeutet also keine Vertretung, sie ist eine vielf\u00e4ltige, sich mit dem Ziel wandelnde infor\u00admelle Struktur, die keine Namen und Ausweise kennt, sondern nur die gemeinsame Ablehnung, den Willen zu handeln und gegenseitiges vertieftes Wissen und muss notwendigerweise von der Autonomie der Einzelnen aus\u00adgehen.<\/p>\n<p>Der Unterschied zwischen einer <b>Affinit\u00e4tsgruppe <\/b>und jeder anderen Art von Gruppe ist das, was sie formt. Eine Gemeinschaft, die im gewissem Sinne aus Selbstzweck besteht, die gebildet wird nur um sich dann f\u00fcr ein Ziel zu entscheiden, dieses zu erreichen nur um im Anschluss in dem gleichen festen Rahmen bestehen zu bleiben und in die Unt\u00e4tigkeit zur\u00fcckzufallen bis sich das Kollektiv zu erneutem Handeln bestimmt sieht, ist mit einer Partei zu vergleichen. Eine Affinit\u00e4tsgruppe setzt sich aus Indivi\u00adduen zusammen, die Affinit\u00e4t teilen und diese durch das Sammeln von gemeinsamen Erfahrungen vertiefen, das hei\u00dft, die sich laufend \u00fcber ihre Ideen austauschen, ge\u00admeinsame Analysen und Kritiken entwickeln und diese mit ihren gew\u00fcnschten Methoden in die Praxis umsetzen. Affinit\u00e4t ist ein gegenseitiges Wissen von dem jeweils an\u00adderen, zusammengetragen durch Diskussionen und Stre\u00aditereien, durch gemeinsame Handlungen und gemachte Erfahrungen. Sie kann sich so stark ausbilden, dass aus\u00adgepr\u00e4gteres Handeln miteinander oder l\u00e4ngerfristige Pro\u00adjekte des Kampfes miteinander m\u00f6glich werden, es kann aber auch zu einem Punkt kommen, wo es keine M\u00f6glich\u00adkeit mehr gibt gemeinsam im Rahmen eines Projekts zu handeln. Dieses gegenseitige Wissen ist aber nicht mit ge\u00adgenseitiger Sympathie zu verwechseln. Affinit\u00e4t existiert nicht einfach und l\u00e4sst sich auf den ersten Blick erken\u00adnen, wie man jemanden sympathisch findet, sondern setzt ein Verlangen in den Beteiligten voraus, ein Ver\u00adlangen danach zu handeln, sowie die Erkenntnis, das nur begrenzt alleine tun zu k\u00f6nnen und man sich deshalb auf die Suche nach Gef\u00e4hrten und Komplizen macht, denen es \u00e4hnlich geht. Ohne einen Willen und die individuelle Auseinandersetzung und Umsetzung der eigenen Ideen mit Wort und Tat, ist solch ein Unternehmen schwer zu meistern. Eine solche Person neigt wohl eher dazu sich in einen Rahmen einzunisten und anzuschlie\u00dfen, der au\u00adtomatisch funktioniert, wird sich aber nicht in die Ausar\u00adbeitung seiner eigenen Ideen begeben und daran arbeiten \u00fcber Dauer Beziehungen zu schaffen, die einer st\u00e4ndigen Weiterentwicklung und Vertiefung gewidmet sind, also Anstrengung und Zeit erfordern. Wenn wir \u00fcber das Ver\u00adtiefen von Affinit\u00e4t sprechen, reden wir also nicht von einem sehr kurzen Zeitraum der Entwicklung. Die st\u00e4n\u00addige Vertiefung findet solange statt, wie der Austausch \u00fcber Ideen existiert und die gemeinsame Praxis besteht, das ist kein Prozess mit einem Ende oder auf unendlich viele Gef\u00e4hrten ausdehnbar. Tats\u00e4chlich ist der Kreis an Menschen mit denen das m\u00f6glich ist sehr begrenzt. Eine Affinit\u00e4tsgruppe existiert aber nicht in einer festen Kon\u00adstellation, sondern je nach Ausrichtung und Zielsetzung aus variierenden Individuen. Einzelnen kann es in einem Moment erscheinen als ob ihre Mittel und Kraft nicht gen\u00fcgend sind um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, da\u00adher wird ein Individuum andere ihm vertraute Individuen aufsuchen und sie \u00fcber sein Vorhaben in Kenntnis setzen und sich dabei an diejenigen wenden, die ihm oder ihr f\u00fcr die Durchf\u00fchrung am geeignetsten erscheinen und f\u00fcr den Augenblick des kollektiven Vorgehens seine eigene Kraft st\u00e4rken und sich so mit der Aussicht auf dieses Ziel mehr Freiheit nehmen. Nur um anschlie\u00dfend die Gruppe in dieser Konstellation wieder aufzul\u00f6sen, weil der Zweck erf\u00fcllt ist, sie somit ausgedient hat und es sinnlos w\u00e4re, sie aufrechtzuerhalten. Das hei\u00dft nicht, dass sich ihre Kraft in Luft aufl\u00f6st und verloren geht. Da ihre Kraft nicht die Struktur selbst ist, sondern die Individuen, die sie zur gemeinsamen Erreichung eines Vorhabens ausmachen und diese gehen nicht \u201everloren\u201c, solange ihr eigener Wille besteht selbst zu handeln. Auf diese Weise wird die Entwicklung und F\u00f6rderung von uneigenst\u00e4ndigen Indi\u00adviduen vorgebeugt und das Herausbilden von Autorit\u00e4t verhindert.<\/p>\n<p>Wenn sich ein Zusammenhang entscheidet ein Projekt des Kampfes zu entwickeln und zu realisieren, aber als einzige Kraft nicht dazu in der Lage ist das Projekt zu verwirklichen, also die Dinge, die notwendig sind, alleine nicht erledigen kann, diese Gruppe also die Dinge, die sie tun will, ganz tun will, anstatt sie halb zu machen, wird sie sich mit ihrem Vorschlag an ihr bekannte Affinit\u00e4ts\u00adgruppen oder Individuen wenden. Das bedeutet, dass im Rahmen eines Kampfes sich eine <b>informelle Organisa\u00adtion <\/b>bildet, die sich aus Zusammenh\u00e4ngen und Individuen zusammensetzt, die mit ihrer eigenen Ausrichtung, Kraft und Idee, sofern der spezifische Vorschlag zum Kampf angenommen wird, ihre eigenen Initiativen einbringen, die sie als notwendig erachten. Mit der Perspektive und dem Ziel des Kampfes und der \u00dcbereinstimmung in den Methoden, die angewendet werden sollen, als minimal\u00ader Fixpunkt zum gemeinsamen Handeln, ist den Gruppen und Individuen keine Grenze gesetzt. Ihr Handeln orien\u00adtiert sich lediglich an dem vereinbarten Ziel, wird aber nicht im Rahmen eines Treffens oder Kongresses fest\u00adgelegt und an diverse funktionalen Rollen verteilt. Die damit entstehende Vielfalt an Methoden, Mitteln und Ini\u00adtiativen kreiert eine lebendige Dynamik, die eine Organ\u00adisation mit einer Verwaltung, mit Mitgliedsausweisen, Delegation, Festlegungen bez\u00fcglich des Aktionsplans, Ausrichtung auf Wachstum und Zweck, der eigentlich die Organisation selbst ist \u2013 die also \u00fcber das Erreichen ihres spezifischen Ziels hinaus existiert und zwangsl\u00e4u\u00adfig Selbstzweck wird, der entfremdet \u2013 nicht haben kann. Im Gegensatz zu einer derartigen Organisation neigt die informelle Organisation, da sie nicht \u00fcber das eigene Ziel fortbestehen wird, keinen legalen K\u00f6rper hat oder ist und die handelnden Individuen und Gruppen im Vordergrund stehen, zu vitaler Kurzlebigkeit, Agilit\u00e4t und Sicherheit vor den Schl\u00e4gen der Repression. Die informelle Organ\u00adisation hat kein Zentrum und auch nicht unbedingt re\u00adgelm\u00e4\u00dfige Treffen und nimmt auch mehr den Charakter einer Koordinierung ein, eine Koordinierung von den\u00adjenigen Aktivit\u00e4ten, die die einzelnen Glieder als hilfre\u00adich oder notwendig im Laufe des vereinbarten Kampfes ansehen. Die Aktivit\u00e4ten dieses Netzwerkes finden statt und ruhen, sowie die Aktivit\u00e4ten der einzelnen Glieder. Im Rahmen eines Kampfes kann \u2013 muss vielleicht auch \u2013 der Moment kommen in dem \u00fcber die blo\u00dfe Agitation, die Verbreitung von Informationen, Kritik und Feindlichkeit\u00aden, von Analysen und Wissen hinausgegangen wird und neben Akten der Revolte im Kleinen, ein gr\u00f6\u00dferer oder koordinierter Angriff notwendig wird, daf\u00fcr kann dann auf des Netzwerk der informellen Organisation zur\u00fcck\u00adgegriffen werden. Eine derartige Koordinierung schafft den Spagat zwischen der F\u00f6rderung autonomer und frei\u00ader Individuen und dem Handeln einer gr\u00f6\u00dferen Anzahl von Menschen, ohne in den altbekannten Sumpf der Trennung von Organisierten und Organisierern und Zen\u00adtralisierung zur\u00fcckzufallen. Ein weiterer Aspekt, den ich hervorheben will, ist der der Sicherheit der Handelnden. Die auf Wachstum ausgerichtete also notwendigerweise \u2013 zumindest teilweise \u2013 legale Organisation, muss sich selbst Beschr\u00e4nkungen in ihrem Handeln auferlegen und ihren Mitgliedern aufzwingen. Sie muss auch ihre Ideen und Kritiken verw\u00e4ssern und anpassen um diese den von ihnen erhofften Massen annehmbar zu gestalten oder dazu zu bewegen sich anzuschlie\u00dfen. Wie religi\u00f6se Geb\u00adote pr\u00e4sentieren sie ihr Programm, das es durchzuf\u00fchren gilt und einiges verspricht. Das macht es einfach f\u00fcr viele sich zu beteiligen, weil die einzige Anforderung, die an sie gestellt wird, lediglich das Zahl-sein ist. Also f\u00fcr die Menge, die Masse zust\u00e4ndig ist, die den Forderungen oder Programm Nachdruck verleihen soll um die Politik oder politisch zu beeinflussen. Auf diese Weise werden die Schafe der Gesellschaft, zu irgendwie organisierten Schafen und geben dabei ihr Schafsein nicht auf. Dieses Ph\u00e4nomen ist nicht nur typisch f\u00fcr gro\u00dfe Massenorgan\u00adisationen, sondern trifft auf jede Art des Organisierens zu, das nicht auf dem Handeln und Willen der Einzelnen beruht und ist sogar in dem radikalsten Milieu anzutref\u00adfen. Das macht es aber auch einfach f\u00fcr die Repression diejenigen zu erkennen, die handeln bzw. Mitglied sind, sie auszumachen und zu integrieren in die politischen Prozesse zur Verwaltung der Gesellschaft. Eine derartige Struktur erlaubt, oder vielmehr verlangt, nach Einzelp\u00adersonen, die sich in ihrer Mission berufen f\u00fchlen und gerne die Ruder an sich rei\u00dfen und damit einen Schritt in Richtung Rekuperation darstellen. Eine gro\u00dfe, formelle Struktur kann vom Staat ohne weiteres zerschlagen und besiegt werden. Affinit\u00e4tsgruppen und ihre informelle Organisation sind zwar nicht vor den Schl\u00e4gen der Re\u00adpression gefeit, aber sie sind nicht zu berechnen, nicht zu kontrollieren, weil sie sich selbst nicht kontrollieren m\u00fcssen um fortzubestehen und vor allem nicht zum Sch\u00adweigen zu bringen. Die Verhaftung einer Gruppe oder Person, f\u00fchrt nicht zwangsl\u00e4ufig zu Offenlegung ander\u00ader oder sogar der gesamten Struktur und damit nicht zur Gef\u00e4hrdung des gemeinsamen Projekt des Kampfes.<\/p>\n<p>Unsere t\u00e4glichen kleinen K\u00e4mpfe, Revolten und Ver\u00adbrechen haben vielleicht f\u00fcr uns eine tiefere Bedeutung, sind aber in der Wahrnehmung anderer nichts au\u00dfer das allt\u00e4gliche Handeln mit dem jeder seinen Alltag bestreit\u00adet. Mein kleiner oder auch gr\u00f6\u00dferer Ladendiebstahl be\u00addeutet f\u00fcr mich bspw. eine radikale Infragestellung von Eigentum und dem Kreislauf \u00f6konomischer Zw\u00e4nge mit dessen absolvieren ich mir erst die Erlaubnis erarbeite mir eine bestimmte Ware anzueignen oder gar den hei\u00adligen Konsumtempel zu betreten \u2013 nat\u00fcrlich nur mit der Absicht zu konsumieren \u2013, ist aber in den Augen Drit\u00adter nichts als ein kleiner Ladendiebstahl um irgendwie zu \u00fcberleben. Und dieser kleine Diebstahl bleibt dieser, wenn wir keinen Kontext erschaffen, der die Fragen von Eigentum oder legal &amp; illegal aufwirft.<\/p>\n<p>Jeder Menschen handelt, auch in dem er nicht handelt, zwar sind die verschiedenen Handlungen aufgrund des\u00adsen, was sie bedeuten, unterscheidbar, doch verlieren sie an St\u00e4rke und verpuffen in der Schnelllebigkeit und \u00dcber\u00adflutung durch Informationen der Welt. Die rein mathe\u00admatische Rechnung von Gesellschaft der Ausbeutung und Unterdr\u00fcckung plus Aktion, ergebe das gew\u00fcnschte, so\u00adfortige Resultat, verkennt den Charakter der Herrschaft. Sie ist dem Menschen nichts Fremdes, sondern hat sich in seine Gedanken als eine fixe Idee eingeschrieben und definiert seine Beziehungen, sie kann sogar nur bestehen, wenn sich ihre Sklaven stets von neuem und st\u00e4ndig wie\u00adder (freiwillig) unterwerfen. Daher sehe ich es eher als einen Hilferuf an, anzugreifen ohne seinem Handeln eine Richtung zu geben und es in einen \u201eRahmen\u201c einzubetten, der sich durch eine Vielf\u00e4ltigkeit und Vielzahl an Formen auszeichnet und eine aufst\u00e4ndische Ausrichtung besitzt. F\u00fcr mich stellt sich hier erneut die Frage von gemachten und halb-gemachten Sachen. Seinem Handeln eine Rich\u00adtung zu geben, also die einzelnen Akte in eine Form zu bringen in der die Aktivit\u00e4ten Schritte sind in der Durch\u00adf\u00fchrung und Verwirklichung eines Projekts. Ein <b>Projekt <\/b>kann vieles sein. Auch ein Kampf mit aufst\u00e4ndischer Aus\u00adrichtung, der sich gegen einen spezifischen Ausdruck, eine bestimmte Struktur oder Vorhaben der Herrschaft richtet, kann ein Projekt ausmachen. Wenn das Projekt ein Kampf gegen ein repressives Vorhaben der Herrschaft ist, dann ist es der Angelpunkt an dem sich die verschie\u00addenen Formen der Agitation, der Beziehungen und der Handlungen b\u00fcndeln, aufeinander beziehen, unterein\u00adander Verbindungen schaffen und sich gegenseitig durch ihre Ausrichtung gegen diese Vorhaben der Herrschaft und Kompromisslosigkeit einen selbstbestimmten Aus\u00addruck geben. In alle Richtungen draufzuhauen ist zwar sch\u00f6n, aber letztlich begeben wir uns damit in eine Sit\u00aduation die unser Handeln verfl\u00fcchtigt. Es gibt einfach so viele Punkt, die man angreifen kann und will. Die Kunst ist es sich f\u00fcr einen zu entscheiden. Unser lokaler Kon\u00adtext hat seine spezifische Besonderheit und erm\u00f6glicht Dinge, die an anderen Orten undenkbar sind, verweh\u00adrt aber auch Dinge, die woanders allt\u00e4glich erschein\u00aden. Es bestehen aber auch Gemeinsamkeiten zwischen Kontexten und Realit\u00e4ten auf der ganzen Welt, denn die Herrschaft ist nun mal kein isoliertes Gebilde, son\u00addern funktioniert mit leichten Abweichungen und ver\u00adschiedenen Kristallisationen auf die selbe Art und Weise \u00fcberall. Die lokalen Kontexte befinden sich also in einer globalen Entwicklung, die mit angepassten Besonderheit\u00aden auf den kleineren Rahmen \u00fcbertragen wird. In seinem eigenen Kontext ein Projekt des Kampfes zu beginnen, ben\u00f6tigt ein Wissen und eine Auseinandersetzung mit seiner Umgebung in Abstimmung mit den Zw\u00e4ngen und Anforderungen, denen sie unterliegt und allgemein g\u00fcltig sind. Von dieser Analyse kann man ableiten, welches An\u00adgriffsziel naheliegend ist, sich also bspw. als eine unbe\u00addingte Notwendigkeit zeigt, die unmittelbar angegangen werden muss. Ein Vorhaben der Herrschaft sabotieren, verhindern, angreifen oder zerst\u00f6ren zu wollen, be\u00adgrenzt seinen Handlungsraum nicht blo\u00df auf einen klein\u00aden \u00fcberschaubaren Ort, der einfach kontrolliert werden kann. Vielmehr zeichnet die Vertiefung des Wissens \u00fcber das spezifische Vorhaben eine sich zunehmend verfein\u00adernde und sich verbreitende Karte von Verantwortlich\u00adkeiten und wichtigen Orten zur Durchf\u00fchrung, aber auch Verbindungen zu anderen Thematiken, die sich auf dem Terrain der Herrschaft eingliedern und somit die Fragen ausgedehnt werden k\u00f6nnen. So k\u00f6nnen beispielsweise Angriffe, seien sie auch verbal, sogar \u00fcber den lokalen Kontext hinaus koordiniert werden und Verkn\u00fcpfun\u00adgen zu anderen stattfindenden Projekten des Kampfes get\u00e4tigt und die aufgegriffenen Thematiken mit die weit\u00adergreifender Kritik und Feindlichkeiten sowie konkreten verantwortlichen Strukturen unterf\u00fcttert werden. Die Repression der Herrschaft gegen die Untertanen zeigt sich in verschiedenen spezifischen Vorhaben, greift dabei aber auch auf andere Aspekte der Herrschaft und andere Thematiken, die ebenfalls Teil von aufst\u00e4ndischen K\u00e4mpfen sein k\u00f6nnen, zur\u00fcck. Sich f\u00fcr einen spezifischen Aspekt der allt\u00e4glichen Repression zu entscheiden bedeu\u00adtet nicht seinen Willen zu unterminieren, die Welt der Herrschaft in ihrer Gesamtheit zu zerst\u00f6ren. Aber damit unsere Handlungen und Ideen nicht im Sande verlaufen, wollen wir ihnen eine etwas genauere Ausrichtung geb\u00aden und innerhalb dieser unsere Energien, Initiativen und Anstrengungen b\u00fcndeln. Nicht f\u00fcr eine Verbesserung eines Aspekts dieser Ordnung, sondern ohne Forderun\u00adgen f\u00fcr den Angriff und die selbstorganisierte gemeins\u00adame Zerst\u00f6rung oder Verhinderung eines Vorhabens der Herrschaft, durch die soziale Verbreitung der Methoden, die wir vorzuschlagen wissen.<\/p>\n<p>Es handelt sich bei einem Projekt des Kampfes also nicht um eine Angelegenheit einer kleinen Minderheit, die sich in der Rolle sieht die Wut der Ausgebeuteten und Unterdr\u00fcckten in ihre Richtung zu lenken. Anarchisten sind immer eine Minderheit gewesen, und ich sehe auch keine Gr\u00fcnde wieso sich das \u00e4ndern sollte und wird oder gar muss. Ihre Anwesenheit ist eine qualitative Pr\u00e4senz innerhalb befriedeter Tage, aber auch in konfliktreichen Zeiten, die nicht deshalb wichtig oder ausschlaggebend ist, weil sie Angebote haben, die so verlockend klingen, dass sich die Menschen unter ihrem Banner versam\u00admeln, sondern weil sie immer, selbst unter den widrig\u00adsten Bedingungen es gewesen sind, die kompromisslos f\u00fcr ihre Ideen einstehen, die Notwendigkeit der Revolte aufzeigen, jeder Macht, selbst der Ausbildung einer rev\u00adolution\u00e4ren Herrschaft feindlich gegen\u00fcberstehen und Methoden vorschlagen, die sich nicht automatisch in Richtung einer neuen Unterdr\u00fcckung wenden. Etwas ba\u00adnal und kurz formuliert: weil sie keine Politiker sind und zu dem was sie sagen, stehen. Deswegen sind Momente des Konflikts eine Zeit in der wir aufbl\u00fchen und ruhige Zeiten Momente in denen wir versuchen mit unseren K\u00e4mpfen weiterreichendere Konflikte und Revolten zu provozieren. Unsere Ideen der Freiheit sind abstrakt und durch ihre Verbreitung allein wird kein Aufstand aus\u00adbrechen, ihre Verbreitung ist deshalb aber nicht weniger notwendig. Wenn wir uns f\u00fcr ein Projekt des Kampfes entscheiden, das sich gegen eine konkrete Struktur oder Vorhaben richtet und wir innerhalb dessen unsere Ideen und Kritiken, aber auch Vorschl\u00e4ge unserer Kampfmeth\u00adoden verbreiten, l\u00f6sen wir uns aus der Abstraktion und entwickeln unsere Handlungen koh\u00e4rent mit unseren Ideen in der Praxis, die wir mit anderen Individuen teilen wollen. Wenn Anarchisten und \u201eB\u00fcrger\u201c zusammen auf einer gemeinsamen Grundlage k\u00e4mpfen, macht das nie\u00admanden zum Anarchisten, aber einen Anarchisten auch nicht zu einem \u201eB\u00fcrger\u201c und bedeutet auch nicht, dass unsere Methoden bei einem erfolgreich durchgef\u00fchrten Kampf in Stein gemei\u00dfelt werden und man sich an sie er\u00adinnert und sie sich in anderen K\u00e4mpfen selbstst\u00e4ndig nie\u00adderschlagen. Indem wir aber Br\u00fcche erzeugen, Momente der Freiheit in einer Welt der Unterdr\u00fcckung, dann sind es unsere Methoden, Analysen und Ideen, die ein Aus\u00addehnen und Generalisieren dieses Augenblicks m\u00f6glich machen und grunds\u00e4tzlichere Auseinandersetzungen er\u00f6ffnen. Ein wichtiges Moment unserer K\u00e4mpfe ist also der soziale Moment, die soziale Anwendung un\u00adserer Methoden im Kampf und die daraus von uns und den anderen revoltierenden Individuen gesammelten Erfahrungen. Um einen Aufstand auszudehnen und als Teil eines Projekt des Kampfes ist es wichtig aufzuzeigen, wie irref\u00fchrend die demokratischen Mittel des Protestes sind, wie die Herrschaft sich mit ihren Projekten gegen alle und nicht nur eine kleine Minderheit der Bev\u00f6lker\u00adung richtet und die Perspektive, die wir sehen um sich dagegen zu Wehr zu setzen und nicht in der Aktion einer kleinen Gruppe liegt, die eine spektakul\u00e4re Aktion durch\u00adf\u00fchrt und damit der Herrschaft einen Strich durch die Rechnung macht, bis zu dem n\u00e4chsten Moment in dem sie wieder von vorne anf\u00e4ngt. Das erm\u00f6glicht Delegation in unserer Richtung, also das Abtreten der eigenen Verant\u00adwortung zu k\u00e4mpfen an uns. Die Perspektive liegt im so\u00adzialen, der Einbindung und Koordinierung der Aktionen und Pl\u00e4ne zur erfolgreichen Durchf\u00fchrung des Kampfes. Bei einem Projekt der Herrschaft also die gemeinsame Verhinderung oder Zerst\u00f6rung, etwa durch einen gro\u00dfen kollektiven Angriff, durch das verbreitete Angreifen auf Verantwortliche oder das Hochtreiben der Kosten, sodass sich die Pl\u00e4ne in das \u00f6konomisch Unsinnige wenden, hi\u00aderbei sind der Kreativit\u00e4t keine Grenzen gesetzt, ist aber abh\u00e4ngig von dem jeweiligen Kontext.<\/p>\n<p>Wenn die \u201eMassen\u201c f\u00fcr uns keine zu rekrutierenden Soldaten darstellen, die von unseren Idealen \u00fcberzeugt werden m\u00fcssen, die zuerst Anarchisten werden m\u00fcssen, dann bedeutet das, dass wir den Leuten als denjenigen begegnen, die sie im Kampf sind, als Rebellen. Rebellen wie wir, die sich vielleicht nur im Vagen befinden, was die Art und Weise zu k\u00e4mpfen angeht. Und wenn wir Bezie\u00adhungen zu Menschen herstellen die einen Willen mit uns teilen zu handeln, d\u00fcrfen wir nicht z\u00f6gern unsere An\u00adsichten \u00fcber die anzuwendenden Methoden zur Diskus\u00adsion zu stellen und unsere Sicht, bestehend aus Analyse, Ablehnung und Ideen, auf die Dinge kund zu tun. Nur weil jemand sich nicht als Anarchist bezeichnet, ist die Person nicht unf\u00e4hig auf eine Art und Weise zu handeln und zu wollen, wie wir es versuchen. In Freiheit zu leben kann niemandem aufgezwungen werden, aber es ist auch nicht Anarchisten vorbehalten die Schule gemacht haben, Ge\u00adgens\u00e4tzliches ist nichts weiter als elit\u00e4res Geschw\u00e4tz. Uns machen nicht unsere Vorstellungen der Freiheit aus, die wir begehren, sondern unsere t\u00e4gliche Begegnung mit dem Leben, das uns aufgezwungen wird. Das hei\u00dft wir gehen davon aus, dass die Menschen dazu f\u00e4hig sind sich mit oder ohne uns selbst zu organisieren, unabh\u00e4ngig von F\u00fchrern und Parteien und Institutionen, die ihnen die Mittel zum Kampf zur Verf\u00fcgung stellen und das h\u00e4ngt nicht unbedingt von unserer Pr\u00e4senz ab. Wir sind aber f\u00e4hig dazu im geeigneten Moment eine radikalere, kom\u00adpromisslosere Richtung zu geben. Eine anarchistische Richtung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Das Projekt des Kampfes gegen das Justizzentrum in M\u00fcnchen<\/b><\/p>\n<p>Vor zwei Jahren tauchten in M\u00fcnchen die ersten Spr\u00fchereien, Plakate und Flugbl\u00e4tter auf, die den kom\u00admenden Bau des (Straf-)Justizzentrums thematisierten und zu einem Kampf zur Verhinderung desselben au\u00adfriefen. Knapp zwei Jahre sp\u00e4ter, noch mehr Flugbl\u00e4tter, Plakate und Spr\u00fchereien, sowie Angriffe und Aktionen sp\u00e4ter, n\u00e4hert sich der Baubeginn am Leonrodplatz in Neuhausen. Der Kampf zur Verhinderung ist nicht nur ein Kampf gegen ein spezifisches Geb\u00e4ude oder gegen Ei\u00adgentum und seinen Schutz durch das Gesetz. Sondern es ist ein vielf\u00e4ltiger Kampf, der verschiedene Thematiken umfasst und verkn\u00fcpft und steht nicht nur im lokalen Kontext, sondern in einer globalen Entwicklung.<\/p>\n<p>Notwendigerweise haben wir als Anarchisten ein feindliches Verh\u00e4ltnis zur gesamten Justiz. Diese be\u00adinhaltet nicht nur ihre physische Struktur von Gericht, Staatsanwaltschaften und Gesetz, sondern weil sie nicht ohne Gewalt durchzusetzen w\u00e4re logischerweise auch Polizei und Sicherheitsdienstleister, Kontrolle und \u00dcber\u00adwachung, Knast und W\u00e4rter, diejenigen Firmen und Architekten, die verantwortlich f\u00fcr Bau, Betrieb, Auss\u00adtattung und Versorgung dieses ganzen Systems sind. Gewalt ist aber nicht der einzige Faktor, weshalb die Un\u00adterdr\u00fcckung und Bestrafung existieren, die Trennung und die Ideale von richtig &amp; falsch, gut &amp; b\u00f6se, legal &amp; illegal, schuldig &amp; unschuldig sind fixe Ideen, die sich in den K\u00f6pfen der Menschen eingenistet haben und deshalb ihrer Logik Leben einhauchen. Nur dadurch, dass die Leu\u00adte diesen Ideen G\u00fcltigkeit einr\u00e4umen sie zu einem Teil ihres Lebens, Denkens und ihrer Beziehungen machen und dadurch sich selbst kontrollieren und andere in die F\u00e4nge dieser Logik zwingen, kann sie existieren. Nicht nur in unseren allt\u00e4glichen Handlungen und Entschei\u00addungen ist diese Unterdr\u00fcckung pr\u00e4sent, sondern auch in der der anderen. Der Logik der Justiz liegt nicht nur ein kapitalistisches System mit Eigentum und Ausbeutung zugrunde, sondern auch ein System der Herrschaft und Macht und die immer von der Seite definiert wird, die die Macht verk\u00f6rpert. Die Justiz sch\u00fctzt zwar das Eigentum vor Raub und Diebstahl und damit die herrschenden Ei\u00adgentumsverh\u00e4ltnisse, die Ausbeutung erm\u00f6glichen und ben\u00f6tigen, aber sie ist vor allem Ausdruck der Idee der Herrschaft, der G\u00fcltigkeit von Macht von Menschen \u00fcber andere Menschen und stellt ihre Institution der Gewalt dar mit der sich die Macht aufrechterh\u00e4lt. Mit der Jus\u00adtiz kommt auch die Aufteilung in Untergeordnete und Herrschende, Herren und Sklaven einher und ist somit di\u00adrekt Werkzeug der Herrschaft in der Unterdr\u00fcckung und zur Aufrechterhaltung der Unterwerfung der Massen. Da\u00adraus ergibt sich f\u00fcr uns, dass Gesetz niemals die Freiheit sichern, bedeuten und versprechen kann, die wir wollen, ihr stattdessen immer feindlich gesinnt ist. Ebenso wenig \u201eGerechtigkeit\u201c in einer \u201eungerechten\u201c Welt erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Das Justizzentrum bedeutet f\u00fcr uns nicht nur eine Verk\u00f6rperung, Sicherung und Verewigung der Welt des Gesetzes und der Bestrafung, sondern steht auch im Ze\u00adichen einer Stadtentwicklung, die angetrieben ist durch den kapitalistischen Markt und die Kontrolle der Bev\u00ad\u00f6lkerung als eine Gefahr f\u00fcr die Herrschaft. Die Aufteilung der R\u00e4ume, sowie die Formen der Architektur sind orien\u00adtiert an der funktionalen Ausf\u00fchrung und Repr\u00e4sentation der Macht, bzw. der Machtverh\u00e4ltnisse. So bestimmen die R\u00e4ume den Inhalt, den man ihnen geben kann und beu\u00adgen dadurch unter anderem das eruptive Entstehen von Krawallen vor, verhindern oder verschieben Verbrech\u00aden, erlauben gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Kontrolle der Menschen und bestimmen ihre Wege. In Zeiten der neoliberalen Glo\u00adbalisierung und der damit einhergehenden \u00d6ffnung der St\u00e4dte f\u00fcr das globale Kapital und Finanzm\u00e4rkte inves\u00adtiert die Stadt gezielt in die Aufwertung von Vierteln und des gesamten st\u00e4dtischen Terrains um den Ausverkauf der Stadt und die damit einhergehende Privatisierung voranzutreiben. Einerseits geleitet durch die Aussicht auf Gewinn und andererseits durch die Trennung der Stadtbev\u00f6lkerung und S\u00e4uberung der Innenst\u00e4dte, die zentral f\u00fcr den Ausdruck der Macht werden. Gro\u00dfst\u00e4dte bilden ein geeignetes Milieu f\u00fcr die Macht, weil sie sich an diesem Ort des Chaos und der Ordnung immer f\u00fcr die Ordnung entscheidet und damit die Aufteilung der Ge\u00adsellschaft in Ausgeschlossene und Teilnehmende vorant\u00adreiben kann, somit ihre eigenen Existenzbedingungen verewigen kann. Und die Idee der Herrschaft und der Nat\u00fcrlichkeit der Unterordnung physisch besiegeln und verbreiten kann. Wiederum ist die Justiz ein notwendig\u00ades Element in dieser Entwicklung, aus dem einfachen und sehr banalem Grund, weil sie den rechtlichen Rahmen zu dessen Durchf\u00fchrung bietet und Hilfestellung f\u00fcr die Verantwortlichen und Profiteure \u2013 die sie ja sogar selbst ist \u2013 bietet.<\/p>\n<p>Wie eingangs erw\u00e4hnt sind die Realit\u00e4ten der lokalen Kontexte miteinander durch die selben Zw\u00e4nge und Re\u00adgeln verkn\u00fcpft, die die Herrschaft uns auferlegen und so befinden wir uns in einer Epoche die durch den Ausbau und die Restrukturierung, angesichts sich verbreitender Unruhen und Konflikte, der eigenen repressiven Struk\u00adturen vorantreibt. Diese Bestrebungen sind nichts neues nur das rasche Fortschreiten der Technologien der Kon\u00adtrolle und deren Einbettung in zivilen Gebrauch, sowie die Verfeinerung der Techniken zur Herrschaftsaus\u00fcbung und Befriedung, sowie deren internationale Verstrick\u00adung sind neue Entwicklungen die bahnbrechend sind. Die lokalen Entwicklungen m\u00fcssen also auch in diesem Kon\u00adtext gelesen werden, daher m\u00fcssen wir auch st\u00e4rker die wenigen K\u00e4mpfe, die gegen die Strukturen zum Ausbau der Herrschaft gef\u00fchrt werden, verkn\u00fcpfen und erweit\u00adern. Nicht mit dem Zweck eine weitere Internationale zu gr\u00fcnden, sondern den qualitativen lokalen aufst\u00e4n\u00addischen K\u00e4mpfen eine internationale Schlagkraft zu geb\u00aden, also das internationale Netzwerk der Herrschaft lokal anzugreifen und zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Der Kampf gegen den Bau des Justizzentrums ist somit kein politischer Kampf. In seinem Rahmen gibt es keine Namen oder feste Strukturen, die verantwortlich sind, denen man sich anschlie\u00dfen kann oder an die man sich wendet (um Befehle zu erhalten). Alles was geschieht, geschieht auf die Initiative von verstreuten Zusammen\u00adh\u00e4ngen und Individuen zwischen denen es einen Austaus\u00adch gibt oder eben nicht, die sich aber, wenn es n\u00f6tig wird, zusammenfinden um gemeinsam zu agieren und der In\u00adtervention in die Realit\u00e4t des Gesetzes und der Ordnung eine kollektive Kraft zu geben. Daher lebt dieses Projekt des Kampfes, sowie jedes andere, von der Beteiligung und der eigenen Initiative und Auseinandersetzung von Menschen, die sich im Klaren dar\u00fcber sind, dass sie han\u00addeln wollen und die Ideen und Pl\u00e4ne verwirklichen wol\u00adlen, ohne sich abh\u00e4ngig zu machen. Abh\u00e4ngig von der Illusion erst viele sein zu m\u00fcssen um handeln zu k\u00f6nnen oder moralisch berechtigt sein zu d\u00fcrfen, sich mit an\u00adderen organisieren zu m\u00fcssen um \u201eBedeutung\u201c zu ha\u00adben, abh\u00e4ngig von anderen machen, die ihnen sagen was zu tun ist, weil die Initiative selbst zu ergreifen in einer Umgebung in der die vorherrschende Initiativ- und Wil\u00adlenlosigkeit der Menschen die Grundbedingung f\u00fcr ihre Unterdr\u00fcckung und die Herrschaft ist, ein nicht so ein\u00adfach erscheinender Weg ist sein Leben zu bestreiten und aufrecht in W\u00fcrde zu gehen.<\/p>\n<p>Initiativen k\u00f6nnen sich nur als falsch erweisen oder als gescheitert gelten, wenn sie in die Tat umgesetzt wurden. Und daf\u00fcr ist die Realisierung seines eigenen Willens ver\u00adantwortlich und dieser ist das einzige was wir haben und auf den wir vertrauen k\u00f6nnen. Weil die \u201eanderen\u201c es nicht sein werden, die beginnen. Um mit den sinngem\u00e4\u00dfen Worten einer unbekannten Autorenschaft zu schlie\u00dfen, dass einzige was wir jetzt f\u00fcr die anderen tun k\u00f6nnen, ist zu revoltieren, die Bedingungen f\u00fcr die Befreiung aller zu legen und damit die M\u00f6glichkeit aufzeigen, dass nichts, was ist, unverr\u00fcckbar ist, f\u00fcr die Ewigkeit ist. Das Leben ist eine <i>tabula rasa <\/i>eine unbeschriebene Tafel, die folglich alle m\u00f6glichen Worte enth\u00e4lt. Ich kann meine Schranken einrei\u00dfen, aber deine musst du selber zerst\u00f6ren, ich kann dir nur zeigen was m\u00f6glich ist<b>.<\/b><\/p>\n<div class=\"upload-media-data\">\n<div class=\"item-list\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"upload-media-data-item\">\n<p><a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/159552\"><img decoding=\"async\" class=\"filefield-icon field-icon-application-pdf\" src=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/sites\/default\/modules\/filefield\/icons\/application-pdf.png\" alt=\"application\/pdf icon\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"upload-media-data-item-title\">A5-Brosch\u00fcre<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(gefunden auf: linksunten.indymedia.org) F\u00fcr ein Ende der Passivit\u00e4t und der Zur\u00fcckhaltung in Zeiten der Befriedung &#8211; Jede Macht strebt danach ihre Herrschaft \u00fcber die Individuen und das Terrain auszubauen, zu si\u00adchern und zu erweitern. 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