{"id":2544,"date":"2015-11-05T22:57:56","date_gmt":"2015-11-05T21:57:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2544"},"modified":"2015-11-11T23:00:58","modified_gmt":"2015-11-11T22:00:58","slug":"mitteilung-der-beschuldigten-der-operation-pandora-2-0-die-sich-auf-freien-fus-befinden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2544","title":{"rendered":"Mitteilung der Beschuldigten der Operation Pandora 2.0 die sich auf \u201efreien\u201c Fu\u00df befinden."},"content":{"rendered":"<p>(gefunden auf: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/158176\" target=\"_blank\">linksunten.indymedia.org<\/a>)<\/p>\n<div class=\"content\">\n<p>Am vergangenen Mittwoch dem 28. wurden neun Personen im Verlauf einer neuen Antiterror-Operation festgenommen. Diese wurde von der Informationsabteilung der Mossos d&#8217;Esquadra in Konnivenz mit dem Gericht Nummer drei der Audiencia Nacional orchestriert. Nach der Hausdurchsuchung-Pl\u00fcnderung unserer Wohnungen, sowie des Ateneo Libertario de Sants, wurden wir in unterschiedliche Bullenwachen rund um Barcelona gebracht. Am n\u00e4chsten Tag wurden wir der Guardia Civil \u00fcberreicht um uns nach Madrid zu \u00fcberf\u00fchren. Zu der Mittagszeit am Freitag wurden wir dem Richter Juan Pablo Gonzalez vorgef\u00fchrt, welcher die Freiheit f\u00fcr zwei von uns anordnete, der Eintritt in den Knast f\u00fcr sechs von uns wurde mit der Bezahlung der Kaution ausweichbar, ein Gef\u00e4hrte sitzt in Soto del Real.<\/p>\n<p>Die Gemeinschaft der Verhafteten die sich jetzt auf \u201efreien\u201c Fu\u00df befinden wollen eine Reihe von Reflexionen und politischen Positionen \u00f6ffentlich machen: Die generische Anklage f\u00fcr die neun von uns ist \u201eMitgliedschaft einer kriminellen Organisation mit terroristischen Zielen\u201c zu sein. Im konkreten Fall werden wir beschuldigt Teil der Strukturen der \u201eGAC-FAI-FRI\u201c zu sein und wie es bekannt ist handelt es sich hier um ein k\u00fcnstliches Konzept was von den Bullen konstruiert wurde. Es soll eine Verbindung zwischen diesen Gruppen konstruiert werden, mit der Absicht diese zu vermischen, zwischen der Koordination von Gruppen (GAC) und der \u201eUnterschrift\u201c welche Weltweit von einigen Gruppen verwendet wird um sich f\u00fcr Sabotageaktionen zu bekennen (FAI-FRI).<\/p>\n<p>Der Aufbau dieses Organisations-Rahmens erm\u00f6glicht den Bullen alle repressiven Ressourcen welches das Antiterror-Apparat zur Verf\u00fcgung stellt: Ausnahmegerichte, gr\u00f6\u00dfere juristische Unsicherheit, viel l\u00e4ngere und h\u00e4rtere Urteile f\u00fcr die Gef\u00e4hrtInnen die f\u00fcr gewisse Aktionen verurteilt werden, Verhaftungen in Isohaft, besondere Haftvollz\u00fcge, pers\u00f6nliche Beziehungen wie Freundschaft\/Genossenschaft werden als Verbrechen konzipiert, mediale Verst\u00e4rkung, soziale Stigmatisierung, etc.<\/p>\n<p>Ohne sagen zu m\u00fcssen das w\u00e4hrend dem ganzen Ablauf der Festnahme -vom Moment an als unsere H\u00e4user heimgesucht und gepl\u00fcndert wurden bis wir dem Richter vorgef\u00fchrt wurden- wir niemals wussten weswegen wir beschuldigt wurden.<\/p>\n<p>Mit der Verbindung der Namen GAC-FAI-FRI haben die Bullen ein Netz entworfen mit dem sie potenziell alles Fischen k\u00f6nnen was sich innerhalb des anarchistischen und anti-autorit\u00e4ren Milieus bewegt. Im Kontext dieser neuen Organisations-Rahmens bedeutet es wenn an Debatten\/Diskussionen teilgenommen wird, an Versammlungen teilgenommen wird, gefangene Gef\u00e4hrtInnen besucht oder ganz einfach nur Kontakt mit einer Person hat die Mitglied einer Organisation ist, gilt dies als Indiz um auf der schwarzen Liste zu sein. Es ist dieser diffuse und weitl\u00e4ufige Charakter welches der Antiterrorismusstrategie wirkliche Kraft gibt: nach jeder repressiven Welle werden jene die sich mit den Verhafteten solidarisieren als Mitglieder der Organisation empfunden und werden nachher auch festgenommen und dies geschieht dann auch Sukzessiv. Das Konzept der terroristischen Organisation ist so durchdacht um es uneingeschr\u00e4nkt erweitern zu k\u00f6nnen. Vielleicht mit der Perspektive das ab irgendeinem Moment das Umfeld welches als gef\u00e4hrlich gilt endlich aufgrund der repressiven Dynamik isoliert und erstickt werden k\u00f6nnte. Oder das die Unf\u00e4higkeit dieses Umfeldes um politisch weiter handeln zu k\u00f6nnen so abgenommen hat, das es sich daher nicht mehr lohnt weiter drauf zuschlagen.<\/p>\n<p>Die Tatsache das diese neue Operation die eigenen Aussagen der Mossos widerspricht (sie behaupteten das die GAC-FAI-FRI Sektion von Barcelona zerschlagen worden sei) \u00fcberrascht uns nicht, da die terroristische Organisation durch das eigene Handeln der Bullen aufgebaut, modifiziert und erweitert wird, und nicht andersrum. Der \u201eKampf gegen den Terrorismus\u201c erschafft Terrorismus, sowie gleicherma\u00dfen es die Gesetze sind die Verbrechen erschaffen.<\/p>\n<p>Der Versuch die Existenz einer terroristischen anarchistischen Organisation festzulegen, bedeutet daher einen qualitativen Sprung der repressiven Strategie gegen die K\u00e4mpfe, ein Sprung welcher von niemandem unbeachtet bleiben sollte und was auch eine tiefe Auseinandersetzung innerhalb der Bewegungen verlangt.<\/p>\n<p>Wir zeigen auf die Conselleria d&#8217;Interior de la Generalitat (Amt des Innensenats der katalanischen Regierung) und vor allem auf die Comissaria General d&#8217;Informaci\u00f3 del CME (Abteilung der katalanischen Geheimpolizei f\u00fcr Ermittlung) als direkte Verantwortliche auf diesen letzten repressiven Schlag. Die Versuche die Verantwortung von sich zu schieben das die Mossos d&#8217;Esquadra nur Befehle aus Madrid folgen ist eine feige und sch\u00e4bige Tendenz um von ihrer Verantwortung und Beteiligung in dieser Operation von sich zu schieben. Denn es waren ja diese die es bis im kleinsten Detail geplant haben, was von der Audiencia Nacional bewilligt wurde.<\/p>\n<p>In diesem Sinne, kann gesehen werden wie die Generalitat de Catalunya (katalanische Regierung) katalanische Jugendliche an Gerichte, Gef\u00e4ngnisse und repressiven Bullen \u2013 Nachfolger des spanischen Frankismus- aush\u00e4ndigt. Dies bietet ein klares Bild auf welches die realen Grundlagen des sogenannten \u201eSouver\u00e4nit\u00e4tsprozesses<a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/158176#sdfootnote1sym\" rel=\"nofollow\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a>\u201c sind, dies beweist das Perverse der befreiende Rhetorik mit welchen es sich umgibt. Was wahr ist, ist das vor einiger Zeit die katalanische Regierung das Milieu s\u00e4mtlicher AnarchistInnen und Anti-autorit\u00e4re als einen Feind der zu bek\u00e4mpfen ist identifiziert hat. Die Operation Pandora hat kein weiteres Ziel als dieses. Nicht aufgrund seiner abstrakten Ideen wird auf dem Anarchismus eingeschlagen, sondern aufgrund was es mal war und in der Praxis ist oder sein kann: eine Minderheit von Revolution\u00e4ren die nicht daran zweifeln dieses System, wie deren herrschende und korrupte Fundamente, die Stirn zu bieten. Um Menschen die sie umgeben zur Rebellion zu ermuntern und gegen die Wege der politischen Integration des liberalen demokratischen Kapitalismus Widerstand zu leisten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dem letzten Zyklus von K\u00e4mpfen, welcher von der globalen Finanzkrise und der Austerit\u00e4tspolitik ern\u00e4hrt wurde und voll auf den Schultern der Ausgebeuteten getragen wurde, hat sich in Catalunya ein Terrain des Protestes er\u00f6ffnet. Besonders die Rolle der Revolution\u00e4re hat dem neoliberalen Projekt der Generalit\u00e4t gest\u00f6rt.<\/p>\n<p>Mit all unseren Grenzen, Fehlern und Widerspr\u00fcchen, haben wir w\u00e4hrend der letzten Jahre gegen die Angriffe auf unsere Lebensbedingungen gek\u00e4mpft (Lohnarbeit, Wohnungswesen, Gesundheitswesen, etc.). Wir haben eine Analyse der Krise gemacht die zeigt dass das Problem nicht irgendwelche Bereiche dieses Systems sind, sondern das System an sich. Wir haben R\u00e4ume und Netze erschaffen um unsere Probleme und Notwendigkeiten mittels der Solidarit\u00e4t und Gegenseitigen Hilfe zu l\u00f6sen. Sowie autonome Strukturen als Gegensatz zu den Institutionen und deren karitativen und paternalistischen Dynamiken. Mit tausenden haben wir in der Verteidigung unserer Interessen als ArbeiterInnen in Streiks gest\u00e4rkt welche die St\u00e4dte zum leuchten gebracht haben. Wir haben Barrikaden gegen die Zerst\u00f6rung unserer sozialen Zentren in den Bezirken errichtet. Wir sind auf die Stra\u00dfe gegangen um gegen die Ermordung von Frauen zu protestieren. Um die Ausbeutung von Frauen in der Reproduktionsfrage sichtbar zu machen. Auch gegen die Arbeit von Pfaffen und ungehorsam gegen die Anti-Abtreibungsgesetze welche versuchen unsere K\u00f6rper und Leben zu kontrollieren. Wir haben die Stille rund um die Gewalt und Ermordungen anhand von Bullen gebrochen. Sowie bei der rassistischen Verfolgung, der Abschiebemaschinerie, die CIE&#8217;s (Abschiebegef\u00e4ngnisse), den Gef\u00e4ngnissen und wir haben niemals aufgeh\u00f6rt auf die Verantwortlichen unseres Elend zu zeigen: Die Staaten, den Arbeitgeberverb\u00e4nden und den lokalen und internationalen Finanzeliten.<\/p>\n<p>All dies ist was wir sind, all dies ist was sie zerst\u00f6ren wollen. Das politische Ziel dieser repressiven Wellen ist nicht anderes als Angst und Entmutigung zu verbreiten um domestizierte soziale Bewegungen zu errichten. Die dann der Ungehorsamkeit abgeneigt sind und nicht wissen wie mit den Spielregeln zu brechen sei welche die Macht aufzwingt um sich selbst zu verewigen. Daher die Repression gegen\u00fcber AnarchistInnen, KommunistInnen, SeparatistInnen, Streikende vom 29m, Angeklagte bei der R\u00e4umung von Can Vies, Angeklagte bei der Aktion \u201eStoppen wir das Parlament\u201c&#8230; Das System versucht uns nicht wegen unserer Schuld zu verurteilen. Sondern es will seine eigene Unschuld beweisen: es will sich selbst freisprechen, mittels der Delegitimierung, Isolierung und Neutralisierung an all jener die ihn Anklagen und ihm die Stirn bieten.<\/p>\n<p>Die solidarische Antwort auf unsere Verhaftungen zeigt uns das unsere Feinde immer noch fern von ihren Zielen sind. Wir wollen uns f\u00fcr jede Form von Solidarit\u00e4t die in den letzten Tagen stattgefunden haben bedanken und sie als willkommen begr\u00fc\u00dfen. Die Demonstrationen, die Kundgebungen, die Aktionen, die Gesten der Mitt\u00e4terInnenschaft und Zuneigung, die finanziellen Beitr\u00e4ge, \u2026 Die enorme Unterst\u00fctzung die wir erhalten haben hat einen unsch\u00e4tzbaren Wert f\u00fcr uns. Einen Wert welches diese harten Momente wett macht und sie so klein wirken l\u00e4sst das sie uns schon l\u00e4cherlich vorkommen. Wir glauben nicht an ihre Gesetze, weder an die Garantien welche diese uns anbieten: unsere eigene Verteidigung, unsere eigene Garantie ist die solidarische Antwort auf der Stra\u00dfe. Die massive Unterst\u00fctzungsdemonstration die ihr uns vorgef\u00fchrt habt und die f\u00fcr unsere verhafteten Geschwistern in den vorherigen Operationen stattgefunden haben ist ein offensichtlicher Beweis f\u00fcr das Scheitern der Antiterror-Strategie die mit der Verbreitung der Angst versucht uns zu isolieren.<\/p>\n<p>Jetzt sind wir auf \u201efreien\u201c Fu\u00df, aber nur zum teil. Ein Teil von uns, Quique, ist immer noch eingesperrt im Knast von Soto del Real. Daher soll die Solidarit\u00e4t nicht anhalten, sondern sie soll sich vervielf\u00e4ltigen. Wir machen einen Aufruf um den Kampf f\u00fcr seine Freilassung auf der Stra\u00dfe zu intensivieren. Das alle Gef\u00e4hrtInnen ihm mindestens einen Brief schreiben und mit viel Kraft jeden Aufruf um ihn zu unterst\u00fctzten folgen, genauso wie das alle aufmerksam auf alle Infos und Ersuchungen aus den Gruppen von denen er teil ist sind: Accio Llibert\u00e0ria de Sants (Libert\u00e4re Aktion von Sants) und vom Sindicato de Oficios Varios de la CNT-AIT aus Barcelona. Auf gar keinen Fall wollen wir ihn alleine lassen, weder ihn noch Monica oder Francisco oder all die anderen gefangenen Gef\u00e4hrtInnen. Weder Verhaftungen, Prozesse noch Gef\u00e4ngnisse werden unsere Solidarit\u00e4t oder politische Verpflichtung brechen. F\u00fcr uns sind die dreckigen Zellen wo wir die letzten Tage eingesperrt waren w\u00fcrdigere Pl\u00e4tze als die luxuri\u00f6sen B\u00fcros wo das Elend von allen verwaltet wird.<\/p>\n<p><strong>KEIN SCHRITT ZUR\u00dcCK!<\/strong><\/p>\n<p><strong>DER KAMPF IST DER EINIZGE WEG!<\/strong><\/p>\n<p>Von den Angeklagten der letzten Phase der Operation Pandora die auf freien Fu\u00df sind<\/p>\n<div>\n<p><a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/158176#sdfootnote1anc\" rel=\"nofollow\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a>A. d. \u00dc., Projekt der katalanischen Bourgeoisie um sich von Spanien abzuspalten.<\/p>\n<\/div>\n<p>\u00dcbersetzung aus Indymedia Barcelona: <a title=\"http:\/\/barcelona.indymedia.org\/newswire\/display\/500050\/index.php\" href=\"http:\/\/barcelona.indymedia.org\/newswire\/display\/500050\/index.php\" rel=\"nofollow\">http:\/\/barcelona.indymedia.org\/newswire\/display\/500050\/index.php<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(gefunden auf: linksunten.indymedia.org) Am vergangenen Mittwoch dem 28. wurden neun Personen im Verlauf einer neuen Antiterror-Operation festgenommen. 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