{"id":2503,"date":"2015-10-30T13:37:17","date_gmt":"2015-10-30T12:37:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2503"},"modified":"2015-10-30T14:00:25","modified_gmt":"2015-10-30T13:00:25","slug":"aufbau-der-gefangenengewerkschaft-in-osterreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2503","title":{"rendered":"Aufbau der Gefangenengewerkschaft in \u00d6sterreich"},"content":{"rendered":"<p>(gefunden auf: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/157478\" target=\"_blank\">linksunten.indymedia.org<\/a>)<\/p>\n<div class=\"content\">\n<div>\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"image image-thumbnail alignleft\" title=\"Gefangenengewerkschaft\" src=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/system\/files\/images\/1507395311.thumbnail.jpg\" alt=\"Gefangenengewerkschaft\" width=\"200\" height=\"87\" \/><\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><em>Gewerkschaftliche Gefangenenunion \u00fcber Landesgrenzen hinweg \u2013 zur Projekt-Idee der GG\/BO in \u00d6sterreich<\/em> &#8211; Die Veranstaltungsreihe zur Gefangenen-Gewerkschaft\/Bundesweite Organisation (GG\/BO) in \u00d6sterreich, die zwischen dem 22. Oktober und 25. Oktober 2015 Station in Wien, Innsbruck und Linz machte, hat sowohl bei den Veranstalter_innen als auch bei den Teilnehmer_innen eine Vielzahl von Eindr\u00fccken hinterlassen. Das GG\/BO-Modell, d.h. der Aufbau authentischer und autonomer Gewerkschaftsstrukturen von inhaftierten und nicht inhaftierten Kolleg_innen, kann eine Verankerung in \u00d6sterreich finden, wenn der gegebene Ansto\u00df seine konkrete Fortsetzung erf\u00e4hrt. Kontaktstr\u00e4nge sowohl innerhalb als auch au\u00dferhalb der \u00f6sterreichischen Justizanstalten liegen vor, die in den kommenden Wochen zusammengef\u00fchrt werden m\u00fcssen, um zu einer konkreten Initiative zu werde.<\/p>\n<p><b>Soziale Frage hinter Gittern \u2013 auch in \u00d6sterreich?<\/b><\/p>\n<p>In Deutschland und \u00d6sterreich stellt sich f\u00fcr inhaftierte Besch\u00e4ftigte und Besch\u00e4ftigungslose sowie nicht inhaftierte solidarische Kolleg_innen vor den Anstaltstoren eine zentrale Frage: die soziale Frage hinter Gittern. Das staatlich sanktionierte Sozial- und Lohndumping findet sich gleicherma\u00dfen in den Haftanstalten beider L\u00e4nder: kein Mindestlohn, sondern Billigl\u00f6hnerei knapp oberhalb des Nulltarifs, keine Einbeziehung in das komplette Sozialversicherungssystem (insbesondere fehlende Einzahlungen in die Renten-\/Pensionskasse), sondern Altersarmut nach der Haft, keine freie Arbeitsplatzwahl, sondern Arbeitszwang etc.<\/p>\n<p>Trotz Unterschieden zwischen dem deutschen und \u00f6sterreichischen Strafvollzugswesen sehen sich die Inhaftierten im Kern mit der identischen Situation konfrontiert, einen besonders prek\u00e4ren Sektor des Niedriglohns zu bilden, in dem mit den Methoden des Union Busting gegen die gewerkschaftliche Selbsthilfe seitens der Beh\u00f6rden vorgegangen wird. Hier lassen sich zahlreiche Verkn\u00fcpfungspunkte und Schnittmengen zwischen inhaftierten und nicht inhaftierten Gewerkschafter_innen ausmachen. Hier ist anzusetzen, denn die soziale Frage macht nicht vor dem Gef\u00e4ngnistor halt \u2013 im Gegenteil.<\/p>\n<p><b>Selbstorganisierung der Inhaftierten \u2013 auch in \u00d6sterreich?<\/b><\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnen wir festhalten, dass die einzelnen Informations- und Diskussionsveranstaltungen zur Entstehung, Entwicklung und den M\u00f6glichkeiten einer eigenst\u00e4ndigen gewerkschaftlichen Vereinigung mit dem thematischen Schwerpunkt der sozial- und arbeitsrechtlichen Bedingungen hinter Gittern von den Teilnehmer_innen sehr positiv aufgenommen wurden. Es besteht Konsens dar\u00fcber, dass das Segment Tausender arbeitender Gefangener in \u00d6sterreich in den Fokus eines Gewerkschaftsengagements zu nehmen ist und nicht weiter ignoriert werden kann. Sozialstandards und Minimalanforderungen haben auch hinter Schloss &amp; Riegel zu gelten, so der einhellige Tenor.<\/p>\n<p>In allen Diskussionen vor, w\u00e4hrend und nach den Veranstaltungen ist deutlich geworden, dass der Selbstorganisierungsprozess der Inhaftierten im Rahmen der GG\/BO der Dreh- und Angelpunkt der gewerkschaftspolitischen und -rechtlichen Arbeit sein muss. Keine Stellvertreter_innenpolitik sowie kein Hineintragen von Forderungen und Anspr\u00fcchen in die Haftanstalten, die dort ohne jegliche Resonanz sind. Inhaftierte sind die Taktgeber_innen des GG\/BO-Aufbauprozesses und keine Empf\u00e4nger_innen von gutgemeinten Ratschl\u00e4gen und Wunschvorstellungen.<\/p>\n<p><b>Von der GG\/BO-Idee zur GG\/BO-Initiative \u2013 auch in \u00d6sterreich?<\/b><\/p>\n<p>Die Grund\u00fcberlegung ist, diejenigen Interessierten in einem Initiativkreis zu sammeln, die sich vorstellen k\u00f6nnen, eine Unterst\u00fctzer_innengruppe der GG\/BO in \u00d6sterreich zu bilden, um vor dem Hintergrund der landesspezifischen Bedingungen eine Sektion der GG\/BO innerhalb und au\u00dferhalb der \u00f6sterreichischen Justizanstalten zu bilden.<\/p>\n<p>Die ersten Schritte sind vollbracht; die eigentliche Initiative muss indes ergriffen werden, damit sich das Projekt entfalten kann. Der Ausgang ist offen. Die Ausgangsbedingungen sind allerdings nicht schlecht, um sich auf den Weg zu machen, damit wir der Zielsetzung \u201eKein H\u00e4f\u00b4n ohne GG\/BO!\u201c n\u00e4her kommen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es handelt sich um ein ambitioniertes Pilot-Projekt, die GG\/BO zu einem \u201eExportschlager\u201c \u00fcber die urspr\u00fcngliche Landesgrenze hinaus weiterzuentwickeln. Hierin liegen Chancen und Risiken zugleich. Chancen, dass sich sich die Gefangenenschaft weiter international gewerkschaftlich selbstorganisiert und artikuliert \u2013 sichtbar und h\u00f6rbar wird. Risiken, dass wir uns als GG\/BO vor allem au\u00dferhalb der Justizanstalten personell und organisatorisch verheben und uns an den Rand des Kollaps bringen.<\/p>\n<p>Beide Szenarien sind denkbar. Die kommenden Wochen werden zeigen, welche Tendenz eingeschlagen wird. Ihr, wir, alle d\u00fcrfen gespannt sein&#8230;<\/p>\n<p><i><b>Gefangenen-Gewerkschaft\/Bundesweite Organisation<\/b><\/i> (GG\/BO), 29. Oktober 2015<\/p>\n<p>Gefangenen-Gewerkschaft\/Bundesweite Organisation (GG\/BO)<br \/>\nc\/o Haus der Demokratie und Menschenrechte<br \/>\nGreifswalder Stra\u00dfe 4<br \/>\n10405 Berlin<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gefangenengewerkschaft.de\/\">www.gefangenengewerkschaft.de<\/a><br \/>\n<a href=\"mailto:info@gefangenengewerkschaft.de\">info@gefangenengewerkschaft.de<\/a><br \/>\nfacebook.com\/Gefangenengewerkschaft<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(gefunden auf: linksunten.indymedia.org) Gewerkschaftliche Gefangenenunion \u00fcber Landesgrenzen hinweg \u2013 zur Projekt-Idee der GG\/BO in \u00d6sterreich &#8211; Die Veranstaltungsreihe zur Gefangenen-Gewerkschaft\/Bundesweite Organisation (GG\/BO) in \u00d6sterreich, die zwischen dem 22. Oktober und 25. Oktober 2015 Station in Wien, Innsbruck und Linz machte, hat sowohl bei den Veranstalter_innen als auch bei den Teilnehmer_innen eine Vielzahl von Eindr\u00fccken hinterlassen. 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