{"id":2475,"date":"2015-10-23T19:46:36","date_gmt":"2015-10-23T17:46:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2475"},"modified":"2015-10-23T21:37:35","modified_gmt":"2015-10-23T19:37:35","slug":"2475","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2475","title":{"rendered":"Gegen die Grenzen unseres Leben &#8211; Den Zug der Freiheit in Bewegung setzen"},"content":{"rendered":"<div class=\"content\">\n<p>(gefunden auf: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/en\/node\/155476\" target=\"_blank\">linksunten.indymedia.org<\/a>)<\/p>\n<p><strong><em>[Ihr k\u00f6nnt den folgenden Text auch als Brosch\u00fcre zum downloaden und\/oder ausdrucken finden, auf: <a href=\"http:\/\/anarchistischebibliothek.org\/library\/ein-anarchist-gegen-die-grenzen-unseres-leben-den-zug-der-freiheit-in-bewegung-setzten\" target=\"_blank\">anarchistischebibliothek.org<\/a>]<br \/>\n<\/em><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Gegen die Grenzen unseres Leben &#8211; Den Zug der Freiheit in Bewegung setzen<\/h3>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><em>Warum es keine L\u00f6sung der Gefl\u00fccheten\u201c-krise\u201c im bestehenden System gibt<\/p>\n<p><\/em><\/h4>\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"image image-thumbnail alignleft\" title=\"Anarchie\" src=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/system\/files\/images\/1162723860.thumbnail.jpg\" alt=\"Anarchie\" width=\"197\" height=\"200\" \/>1. Einleitung: Gewalt und Solidarit\u00e4t <\/em><\/p>\n<div class=\"content\">\n<p>W\u00e4hrend der letzten Monate wurden wir mit einer Welle von rassistischen Angriffen und Anschl\u00e4gen in Deutschland konfrontiert. Diese Entwicklung war angesichts der rassistischen Hetze durch Medien und Politiker*innen, sowie den bei vielen Menschen verbreiteten rassistischen Einstellungen, leider absehbar.<\/p>\n<p>An den Grenzen werden w\u00e4hrenddessen immer mehr Menschen mit Gewalt aufgehalten und diese Gewalt, die zur Abschottung Europas n\u00f6tig ist, w\u00e4chst jeden Tag. Neben dem Terror der Staaten und Nazis\/ Faschist*innen gibt es auch eine ungemeine Solidarit\u00e4t. Antifaschist*innen stellen sich vor Gefl\u00fcchtetenlager, veranstalten Demos, Tausende fahren spontan an Bahnh\u00f6fe und organisieren eigenst\u00e4ndig die Hilfe f\u00fcr Ankommende. Doch das wird in Zukunft nicht ausreichen&#8230;<\/p>\n<p><b>2. Exkurs: Rassismus und Gewalt: Ausdruck der Gesellschaft<\/b><\/p>\n<p>Jede*r von uns erlebt t\u00e4glich unsere eigene Abwertung. Ob in der Schule, im Beruf, an der Uni, im Supermarkt, in der Familie, \u2026 uns wird vor allem eines gezeigt: Wir m\u00fcssen uns unterwerfen und unsere Bed\u00fcrfnisse spielen gegen\u00fcber den Regeln dieser Gesellschaft keine Rolle. Wir lernen Tag ein Tag aus gehorsam zu sein: Gegen\u00fcber unseren Lehrer*innen, unseren Eltern, unseren Vorgesetzten, unseren Dozent*innen, der Polizei, der Regierung, dem Staat, der Wirtschaft, &#8230;<\/p>\n<p>Wenn wir uns nicht unterwerfen und manchmal auch wenn wir es tun, erleben wir Gewalt. Gewalt ist das wichtigste Mittel, um unsere gesellschaftliches Ordnung zu erhalten. Wer ein Haus besetzt, um es als soziales Zentrum zu nutzen, wird mit Gewalt ger\u00e4umt. Wer aus einen Supermarkt Sachen mitnimmt, um sie an Gefl\u00fcchtete zu verteilen, wird mit Gewalt aufgehalten und anzeigt. Wer sich weigert in Schule zu gehen wird von der Polizei abgeholt und dort zu Not mit Gewalt hingebracht. Wer sich Nazis entgegengestellt wird von der Polizei verpr\u00fcgelt oder bekommt Pfefferspray ab. Wer zu oft gegen die Gewalt dieser Gesellschaft Widerstand leistet wird eingesperrt, wieder mit Gewalt. Unz\u00e4hlige Menschen auf der Welt erfahren auch Gewalt ohne, dass sie ungehorsam sind: Krieg, \u00dcbergriffe durch Menschenfeind*innen jeder Art, Schl\u00e4ge in de Familie,Vergewaltigungen in der Familie\/Partner*innenschaft oder durch Unbekannte und unz\u00e4hliges mehr.<\/p>\n<p>Wir haben den Gehorsam und die Regeln dieser Welt so sehr verinnerlicht, dass wir sie gar nicht mehr hinterfragen. Ein Welt ohne Grenzen, Umweltzerst\u00f6rung, Staaten, die Polizei und ihre Gewalt, Kriege, &#8230; scheint unm\u00f6glich. Wir sind \u00fcberzeugt, dass es nur so sein kann wie jetzt, deshalb suchen wir nur L\u00f6sungen innerhalb der Regeln des Systems:<\/p>\n<p><b>3. L\u00f6sungsversuche<\/b><\/p>\n<p><i>Die faschistische L\u00f6sung &#8211; \u201eDeutschland den Deutschen\u201c<\/i><\/p>\n<p>Die faschistische L\u00f6sung ist alle Menschen, die nicht der eigenen \u201eRasse\u201c oder Nationalit\u00e4t angeh\u00f6ren, zu vertreiben oder\/ und zu vernichten. Es wird versucht durch Gewalt die Situation so unertr\u00e4glich zu machen, dass Menschen Orte und L\u00e4nder verlassen. Wer bleibt wird in Lager gesteckt\/ umgebracht. Die Gewalt der Faschist*innen hat auch noch einen anderen Zweck: Sie soll den Teil der Bev\u00f6lkerung auf ihre Seite ziehen, der entt\u00e4uscht ist vom \u201eunserer Gesellschaftsordnung\u201c, den Menschen das Gef\u00fchl geben das jemand etwas gegen die \u201eGutmenschen\u201c und \u201edie da Oben\u201c tut. Auch soll sie dazu animieren selber zu handeln und z. B. Gefl\u00fcchtetenlager anzuz\u00fcnden. Und gleichzeitig wird Druck auf die Politik ausge\u00fcbt repressiver gegen Gefl\u00fcchtete vorzugehen.<\/p>\n<p><i>Die L\u00f6sung der b\u00fcrgerlichen, konservativen Mitte -\u201eDas Boot ist voll\u201c<\/i><\/p>\n<p>Die L\u00f6sung der b\u00fcrgerlichen Mitte schlie\u00dft sich der faschistischen L\u00f6sung an. Zwar geht es hier nicht um die \u00dcberlegenheit der eigenen Rasse, aber um \u201eGerechtigkeit\u201c f\u00fcr die eigene Nation. Das \u201eeigene Land\u201c k\u00f6nnen nicht noch mehr Menschen aufnehmen. Es w\u00e4re \u201eungerecht\u201c, dass Deutschland noch weitere Menschen aufnehmen m\u00fcsse w\u00e4hrend andere L\u00e4nder nichts tun w\u00fcrden. Die konservativen Haltungen sind anschlussf\u00e4hig an die Hetze der Faschist*innen. Konservative z\u00fcnden nicht unbedingt (immer) die Wohnst\u00e4tten von Gefl\u00fcchteten an, aber sie geben dem rassistischen Mob durch ihre Hetze geistigen Brennstoff. Der Terror auf der Stra\u00dfe wird genutzt, um eine Versch\u00e4rfung der bestehenden Gesetzte gegen\u00fcber Gefl\u00fcchteten zu rechtfertigen. Das \u201eeigene Land\u201c soll als Fluchtziel m\u00f6glichst unattraktiv werden. Konservative unterscheiden auch zwischen \u201eKriegsfl\u00fcchtigen\u201c und Wirtschaftfl\u00fcchtlingen\u201c, erstere h\u00e4tten \u201eechte\u201c Gr\u00fcnde zur Flucht, die anderen w\u00fcrden \u201edas Asylrecht nur missbrauchen\u201c.<\/p>\n<p><i>Die sozialdemokratische* und linksliberale L\u00f6sung &#8211; Menschen als verwertbare \u201eArbeitskr\u00e4fte\u201c<\/i><\/p>\n<p>Dem konservativen Argument, dass \u201eDeutschland\u201c nicht mehr Menschen aufnehmen k\u00f6nnen, weil es an den Rand seiner Ressourcen gerate entgegen Sozialdemokrat*innen und Linksliberale es herrsche \u201eFachkr\u00e4ftemangel\u201c und die Gesellschaft w\u00fcrde zu alt (Stichwort: Demografischer Wandel). Sozialdemokrat*innen und Linksliberale stellen dabei nicht in Frage, dass Menschen als Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr eine ausbeuterische Wirtschaft genutzt werden, sondern wollen die anderen Nationalist*innen mit dem Argument \u00fcberzeugen, dass Deutschland von den neuen Menschen profitiert. Die spontanen Hilfsaktionen f\u00fcr Gefl\u00fcchtete werden dementsprechend umgedeutet: \u201eDeutschland zeige sein wahres Gesicht\u201c und \u201eDeutschland sei bunt nicht braun\u201c. Dass sich nicht alle Menschen in Deutschland rassistisch Verhalten, sehen sie als Grund \u201ewieder Stolz auf Deutschland zu sein\u201c &#8211; alles andere sei \u201eDunkeldeutschland\u201c.<\/p>\n<p><b>4. Die radikale L\u00f6sung \u2013 f\u00fcr die eigene Freiheit k\u00e4mpfen <\/b><\/p>\n<p><i>Wir halten das System und Grenzen aufrecht <\/i><\/p>\n<p>Durch unseren Gehorsam und unser Schweigen erhalten wir jeden Tag das bestehende System. Unsere Jobs lassen die kapitalistische Wirtschaft weiterlaufen. In den Schulen und Universit\u00e4ten werden wir ausgebildet, um sp\u00e4ter f\u00fcr Unternehmen oder den Staat zu arbeiten. Um unsere Probleme \u201ezu l\u00f6sen\u201c reden wir nicht miteinander, sondern rufen die Polizei. Wir lassen zu, dass wir beobachtet und erfasst werden. Regelm\u00e4\u00dfig gehen wir zur Wahl und geben so einen Vorwand, um weiter regiert zu werden. Wir sind die R\u00e4dchen im Getriebe, die das Ganze am laufen halten.<\/p>\n<p><i>Herrschaft eine Bedrohung f\u00fcr uns alle<\/i><\/p>\n<p>Gleichzeitig arbeiten wir an unserer eigenen Zerst\u00f6rung mit. Die kapitalistische Wirtschaft vernichtet durch Umweltzerst\u00f6rung unsere Lebensgrundlagen und vergiftet uns. Staaten f\u00fchren Krieg und Hetzen uns gegeneinander auf. Sie bestimmen dar\u00fcber, wohin wir uns bewegen k\u00f6nnen und welche Rechte wir haben. Die Polizei greift alle an, die eine bessere Welt schaffen wollen und dabei die Regeln des Bestehenden brechen.<\/p>\n<p><i>Es geht um unser Leben &#8211; unsere Freiheit <\/i><\/p>\n<p>Genauso wie den Menschen, die versuchen nach Europa\/Deutschland zu kommen, ihre Bewegungsfreiheit genommen wird, wird auch uns die Freiheit genommen. Die Freiheit selber \u00fcber unser Leben zu bestimmen. Wenn wir den Institutionen und Verhaltensweisen Widerstand entgegensetzen, die uns unterdr\u00fccken, dann k\u00f6nnen wir uns selber befreien und gleichzeitig etwas f\u00fcr die Freiheit anderer tun. Wenn es keine Lohnarbeit mehr gebe, m\u00fcssten wir nicht mehr unz\u00e4hlige Stunden arbeiten nur damit einige wenige davon profitieren, sondern h\u00e4tten mehr Zeit f\u00fcr menschliche Beziehungen, Kultur, Kunst, Bildung, Sport&#8230; Wenn es keine B\u00fcrokratien mehr gebe, m\u00fcssten wir nicht mehr endlose Formulare ausf\u00fcllen, um etwas zu bekommen. Wenn es keine Gesetzte mehr gebe, k\u00f6nnten Menschen in ihrem Zusammenleben individuelle Regeln vereinbaren, die den Bed\u00fcrfnissen der Beteiligten entsprechen. Wenn es keine Grenzen und Staaten mehr gebe, k\u00f6nnten wir \u00fcberall hinreisen ohne Angst vor Krieg oder Verhaftung.<\/p>\n<p>Ohne Herrschaft w\u00e4re jedes Individuum und ihre*seine Bed\u00fcrfnisse das einzig Bedeutsame. Wir m\u00fcssten unsere Bed\u00fcrfnisse nicht mehr unterdr\u00fccken, weil die von irgendjemand anderen als wichtiger gelten.<\/p>\n<p><b>5. Jetzt handeln: gegen die Herrschaft<\/b><\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen jetzt handeln. Wir erleben gerade eine Welle von Nationalismus, Rassismus und Wachstum faschistischer Bewegungen, die extrem bedrohlich ist. Weltweit sind Millionen Menschen auf de Flucht. Und es werden noch mehr werden. Es wird in Zukunft n\u00e4mlich noch mehr und st\u00e4rkere Umweltzerst\u00f6rung, Kriege und soziale K\u00fcrzungen geben. Es ist Zeit den Ursachen ein Ende zu setzen, ansonsten werden sie auch das Leben hier irgendwann zerst\u00f6ren. In den Akten der Solidarit\u00e4t gegen \u00fcber Gefl\u00fcchteten gibt es ein Schimmer von dem wie eine andere Welt aussehen k\u00f6nnte. Lasst uns diese Solidarit\u00e4t zu einem Teil unseres Alltages machen und zu einer Kraft die Grenzen unseres Lebens zu Fall zu bringt. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=K1F1C8VQ2GM\" rel=\"nofollow\">Lasst uns alles ver\u00e4ndern! Jetzt. <\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(gefunden auf: linksunten.indymedia.org) [Ihr k\u00f6nnt den folgenden Text auch als Brosch\u00fcre zum downloaden und\/oder ausdrucken finden, auf: anarchistischebibliothek.org] Gegen die Grenzen unseres Leben &#8211; Den Zug der Freiheit in Bewegung setzen Warum es keine L\u00f6sung der Gefl\u00fccheten\u201c-krise\u201c im bestehenden System gibt 1. 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