{"id":2389,"date":"2015-09-11T10:25:58","date_gmt":"2015-09-11T08:25:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2389"},"modified":"2015-09-11T10:30:47","modified_gmt":"2015-09-11T08:30:47","slug":"aufruf-kein-knast-kein-staat-anti-autoritare-tage-gegen-die-knastgesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2389","title":{"rendered":"Aufruf: Kein Knast! Kein Staat!  -Anti-autorit\u00e4re Tage gegen die Knastgesellschaft-"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/aufruf.pdf\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-2392 alignleft\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/aufruf.jpg\" alt=\"aufruf\" width=\"200\" height=\"283\" \/><\/a><strong>Kein Knast! Kein Staat!<\/strong><\/p>\n<p><strong>-Anti-autorit\u00e4re Tage gegen die Knastgesellschaft-<\/strong><\/p>\n<p><em>W\u00e4hrend wir arbeiten, konsumieren, funktionieren\u2026 bauen sie den K\u00e4fig in dem wir leben!<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Leben unter einem demokratischen Regime ist gepr\u00e4gt von einem stetigen Prozess der Anpassung an die Probleme und Ver\u00e4nderungen des Systems.<\/p>\n<p>Der Staat reflektiert stetig sein Auftreten und Handeln, um durch Reformen und das Anbieten von vermeintlichen Alternativen einen \u201emodernen\u201c b\u00fcrgerlichen Diskurs aufrechtzuerhalten. Den Unruhen, die nicht in diesen Konstrukt passen wird so die Grundlage entzogen und rechtfertigen schon beim aufkommen in den Augen vieler ein hartes Durchgreifen des Staates.<\/p>\n<p>Dieses Verhalten kann in so gut wie jedem Bereich des Lebens beobachtet werden. Durch einige ihrer st\u00e4rksten Waffen, die Illusion einer Partizipation sowie durch einem st\u00e4ndig zu erweiternden Arsenal an sogenannten Rechten, perfektioniert sich die Demokratie St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck zu einem System, in dem die Beherrschten aktiv an ihrer Beherrschung teilhaben und die Abl\u00e4ufe mitgestalten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Doch die Umsetzung ihres sogenannten sozialen Friedens kann nicht vollkommen ohne St\u00f6rungen und R\u00fcckschl\u00e4ge umgesetzt werden. Die soziale Ungleichheit, die Teil der herrschenden demokratischen Ordnung ist, scheint an einigen Orten weit von den vorgesehenen, stabilen Herrschaftsverh\u00e4ltnissen abzuweichen.<\/p>\n<p>An diesen Orten beginnen immer mehr Menschen, den ihnen zugewiesenen Rahmen zu verlassen und zu zu rebellieren.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem stehen Europas Grenzen und damit auch die Finanz- und Sozialsysteme der Staaten unter dauerhaftem Ansturm der \u201eFremden\u201c aus den Teilen der Welt, die den Reichtum hier sicherstellen oder aus L\u00e4ndern, in denen die Ungleichheit schon das funktionelle Ma\u00df \u00fcberschritten hat. Mit ihnen, den Ungewollten der Demokratie, entstehen Dynamiken, auf die der Staat reagieren muss, um seine Existenz nicht gef\u00e4hrdet zu sehen. Diese Entwicklungen kommen allerdings keineswegs aus dem Nichts, sondern sind den Verwaltenden und Regierenden seit langer Zeit durch Studien und Analysen dieser Dynamiken bekannt.<\/p>\n<p>Gegenprogramme und Prozesse laufen und die Staaten samt ihrer Strukturen und Apparate befinden sich wieder in einem Stadium der Umstrukturierung. Effektiver, schneller und g\u00fcnstiger soll alles funktionieren. So auch der Repressions-Apparat, der die Ordnung sichern und aufrechterhalten, den Staat verteidigen sowie St\u00f6rende, Ungewollte, \u00dcberfl\u00fcssige und seine Feind_innen angreifen soll. Neben globaler Vernetzung und Aufr\u00fcstung der Repressions-Apparate muss er auch sozial angepasst werden um nicht zu einem Konfliktfeld, einem Feindbild der Beherrschten zu werden. Eine Gesellschaft, die die Repression legitim findet und sich aktiv in ihrer Rolle als partizipierende B\u00fcrger_innen an ihr beteiligt, wird sich nicht auflehnen.<\/p>\n<p>Diese um sich greifende Praxis der h\u00e4ufig gewaltt\u00e4tigen Befriedung ist nicht unbekannt &#8211; gerade jenen, die in den Gef\u00e4ngnissen sa\u00dfen und k\u00e4mpften, als diese in den 1980er und 90er Jahren auf dem gesamten europ\u00e4ischen Kontinent brodelten und Aufst\u00e4nde, Revolten und Hungerstreiks gegen die brutalen Zust\u00e4nde in den Kn\u00e4sten an vielen Orten den komplett fremdbestimmten Knastalltag durchbrachen. Die Methoden, mit denen diesen Revolten begegnet wurde &#8211; neben Unterdr\u00fcckung und Repression eben auch Ausweitung der Illusion der Teilnahme und Mitverantwortlichkeit am eigenen Eingesperrtsein und damit einhergehend eine tiefgreifende Tendenz der forcierten Vereinzelung der Eingesperrten &#8211; finden wir heute auf beiden Seiten der Mauern.<\/p>\n<p>Der Knast als die maximale Drohgeb\u00e4rde des Staates gegen jene, die nicht in dem vorgeschriebenen Rahmen zu funktionieren imstande oder bereit sind &#8211; er ist tats\u00e4chlich bereits \u00fcberall, er existiert nicht mehr blo\u00df als graue Mauer, vor deren Inneren wir uns zu f\u00fcrchten haben &#8211; er ist bereits konkrete Realit\u00e4t in unser aller Leben, er ist blo\u00df die vom Staat realisierte maximale Form der selben Einsperrung, an die wir uns von Geburt an zu gew\u00f6hnen haben.<\/p>\n<p>Wenn wir also die Subversion <sup>1<\/sup> wollen, den Umsturz des Systems und ein Ende jeglicher Herrschaft und Autorit\u00e4t, um ein Leben in Freiheit zu entwickeln, m\u00fcssen wir rebellieren!<\/p>\n<p>Wenn wir einen sozialen Umsturz wollen, der nicht einfach den Weg f\u00fcr eine neue Herrschaft ebnet, m\u00fcssen wir soziale Konflikte wahrnehmen, analysieren und sie gegebenenfalls selber schaffen. Durch eine kontinuierliche Intervention wie permanente Auseinandersetzung mit den herrschenden Verh\u00e4ltnissen k\u00f6nnen wir versuchen kleine L\u00fccken ins System zu reissen. Das Ziel sollte sein, ausgehend von dem was in diesen erk\u00e4mpften R\u00e4umen wachsen konnte, anzusetzen um diese Knastgesellschaft zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>In weiten Teilen Europas scheint die Subversion zu schlafen. Lasst sie uns, bewaffnet mit unseren Ideen und Leidenschaften f\u00fcr die Freiheit, aufwecken und der Misere ein Ende setzen.<\/p>\n<p>Ob Gef\u00e4ngnisse, Lager oder Grenzen, Institutionen oder Beh\u00f6rden, Wirtschaft oder Banken, die Bullen oder das Milit\u00e4r, stellen wir uns diesem System und seinen Verteidiger_innen entgegen. Genau wie wir all die Pr\u00e4gungen in unseren K\u00f6pfen, die Normalit\u00e4ten und Gesetze, die diese Verh\u00e4ltnisse geschaffen haben, zerst\u00f6ren m\u00fcssen um unserer Freiheit einen Schritt n\u00e4her zu kommen.<\/p>\n<p>Wir wollen ein Wochenende zusammenkommen und \u00fcber Ideen und K\u00e4mpfe f\u00fcr soziale Revolten gegen die Knastgesellschaft und ihre Welt diskutieren. Wir wollen \u00fcber Kommendes sowie Aktuelles reden, uns austauschen und kennenlernen, um festzustellen, ob wir Perspektiven teilen, und herrausfinden, wie wir zusammen k\u00e4mpfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>08.-11. Oktober 2015<\/strong> in der Roten Flora (Hamburg)<\/p>\n<p>Weitere Infos, Das Programm, etc. findet ihr unter:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/solidaritaetswerkstatt.noblogs.org\/tage-gegen-die-knastgesellschaft\/\" target=\"_blank\">http:\/\/solidaritaetswerkstatt.noblogs.org\/tage-gegen-die-knastgesellschaft\/<\/a><\/p>\n<p>1 Subversion: = auf die Untergrabung, den Umsturz der bestehenden staatlichen Ordnung zielende T\u00e4tigkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kein Knast! Kein Staat! -Anti-autorit\u00e4re Tage gegen die Knastgesellschaft- W\u00e4hrend wir arbeiten, konsumieren, funktionieren\u2026 bauen sie den K\u00e4fig in dem wir leben! Das Leben unter einem demokratischen Regime ist gepr\u00e4gt von einem stetigen Prozess der Anpassung an die Probleme und Ver\u00e4nderungen des Systems. 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