{"id":2175,"date":"2015-07-07T21:22:24","date_gmt":"2015-07-07T19:22:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2175"},"modified":"2015-07-09T21:34:42","modified_gmt":"2015-07-09T19:34:42","slug":"grau-einsamkeit-hunger-zur-situation-der-kompas-in-tschechischen-knasten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2175","title":{"rendered":"Grau, Einsamkeit, Hunger &#8211; Zur Situation der Kompas in tschechischen Kn\u00e4sten"},"content":{"rendered":"<p>(gefunden auf: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/147315\" target=\"_blank\">linksunten.indymedia.org<\/a>)<\/p>\n<div class=\"content\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"image image-thumbnail  alignleft\" title=\"Der Hof des Untersuchungsgef\u00e4ngnis Pankr\u00e1c. Farbe und Zahl der Sterne erinnern verd\u00e4chtig an irgendwas\u2026\" src=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/system\/files\/images\/1872689274.thumbnail.jpg\" alt=\"Der Hof des Untersuchungsgef\u00e4ngnis Pankr\u00e1c. Farbe und Zahl der Sterne erinnern verd\u00e4chtig an irgendwas\u2026\" width=\"200\" height=\"133\" \/>Nichtvegane Verpflegung, Isolation, Langeweile, eineinhalb Stunden Tageslicht und Besuch nur \u00fcber Gitter und Plexiglas. Das sind nur einige der Bedingungen in den Gef\u00e4ngnissen, in denen unsere Freunde festgehalten werden. Im nachfolgenden Artikel dokumentieren wir die t\u00e4gliche Realit\u00e4t der inhaftierten Anarchisten sowie M\u00f6glichkeiten, sie zu unterst\u00fctzen. Wir rufen auf zur Unterst\u00fctzung aller drei (mittlerweile vier, d.\u00dc.) Inhaftierten und im Moment (das war vor einer Woche am 23.6., d.\u00dc.) vor allem f\u00fcr Martin, f\u00fcr den eine weitere Woche kritisch sein kann. Wir rufen auch auf, Druck auf das Gef\u00e4ngnis Pankrac auszu\u00fcben, um insbesondere Martins Verpflegung und die generellen Bedingungen zu verbessern. F\u00fcr diejenigen, die noch wenig \u00fcber die Operation Ph\u00f6nix wissen, haben wir in der Einleitung eine kurze Zusammenfassung geschrieben. Mehr \u00fcber den aktuellen Fall und Repression (nicht nur) in Tschechien findet ihr auf <a href=\"https:\/\/antifenix.noblogs.org\" rel=\"nofollow\">AntiF\u00e9nix.<\/a> (haupts\u00e4chlich Tschechisch, aber auch Englisch, Franz\u00f6sisch, Spanisch und Deutsch) Bitte verbreitet diesen Aufruf weiter!<\/p>\n<p><strong>Operation Ph\u00f6nix, Polizeispitzel und ein ausgedachter \u00dcberfall <\/strong><\/p>\n<p>Ende April diesen Jahres begann eine Polizeiaktion gegen die anarchistische, radikal linke und antiautorit\u00e4re Bewegung plus der Tierbefreiungsbewegung in Tschechien. Die Polizei nannte diese Aktion &#8222;Operation Ph\u00f6nix&#8220; (Operace F\u00e9nix).<\/p>\n<p>In einer ersten Welle wurden einige Leute zu Verh\u00f6ren geladen und verhaftet, in vielen Wohnungen und sozialen Zentren fanden Razzien statt. Die Polizei beschlagnahmte einen Server, viele Computer, USB-Sticks, Fotoapparate, Mobiltelefone und andere digitale Ger\u00e4te. Bisher wissen wir nicht, wie umfassend die ganze Aktion ist, wie viele von uns verfolgt werden und was die Polizei damit eigentlich bezweckt. In vielen F\u00e4llen hat die Polizei wichtige Fakten frei erfunden oder aber verheimlicht, um die Genehmigung f\u00fcr Hausdurchsuchungen und Verhaftungen zu bekommen.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte mediale Aufmerksamkeit erhielt die Causa des &#8222;ultralinken Terrorismus&#8220;. Von urspr\u00fcnglich elf Verhafteten blieben drei im Gef\u00e4ngnis &#8211; Ale\u0161, Petr und Martin &#8211; die &#8222;Ph\u00f6nix 3&#8220;, die noch auf einen Richterspruch warten. Petr und Martin sind der &#8222;Planung eines terroristischen Anschlags&#8220; angeklagt, w\u00e4hrend Ale\u0161 wegen unerlaubter Bewaffnung belangt werden soll.<\/p>\n<p>Heute wissen wir bereits, dass der ganze &#8222;Anschlag&#8220; auf einen Milit\u00e4rzug, dem die Polizei mit der Verhaftung von Petr, Martin und einigen anderen Leuten (die zwar angeklagt, aber auf freiem Fu\u00df sind) zuvorkam, von (mindestens) zwei eingeschleusten Spitzeln geplant wurde. Die geschulten Polizisten infiltrierten eine Gruppe von Freunden und beschafften sich so weitere Informationen und Vertrauen. Zu der Zeit, als sie veranlassten, dass ihre neuen &#8222;Freunde&#8220; abgeh\u00f6rt und beobachtet werden, begannen sie verst\u00e4rkt von militanteren Aktionen zu reden und solche zu planen.<\/p>\n<p>Martins Anwalt sagte im Interview folgendes: <i> Er betrachtet die ganze Sache als das Ergebnis einer polizeilichen Provokation und hatte nie vor, einen terroristischen Anschlag auszuf\u00fchren. Er meint selbst, w\u00e4re er nicht zwei Polizeiagenten begegnet, w\u00e4re er nie in die gegenw\u00e4rtigen Schwierigkeiten geraten.<\/i><\/p>\n<p>Es war die selbe Polizei, die sich die ganze Aktion ausgedacht hat. Ohne ihre Initiative h\u00e4tte es die ganze Causa nicht gegeben. Ihr Ziel war, die Bewegung zu diskreditieren, einzusch\u00fcchtern und zu spalten und Informationen \u00fcber weitere Gruppen, Aktivit\u00e4ten und Individuen zu sammeln.<\/p>\n<p>Mehr dazu auf Englisch z.B. <a href=\"http:\/\/antifenix.noblogs.org\/post\/2015\/06\/22\/the-crimethinc-ex-workers-collective-podcast-17-conspiracy-state-repression-strategies-and-anarchist-resistance\/\" rel=\"nofollow\">bei CrimethInc.<\/a><\/p>\n<p><strong>Ph\u00f6nix 3, Bedingungen im Knast, Einsamkeit und Hunger<\/strong><\/p>\n<p>Dar\u00fcber, was die Polizei \u00fcber die einzelnen Angeklagten behauptet, ging eine Sensation nach der anderen durch die tschechischen Bl\u00e4tter. Unterdessen kam es aber nicht zu irgendeinem Urteil, weshalb die Angeklagten als unschuldig betrachtet werden m\u00fcssten. Die Realit\u00e4t sieht aber so aus, dass nicht nur in den Medien (von denen wir nichts besseres erwarten k\u00f6nnen als Sensationshunger) sondern auch im Gef\u00e4ngnis die Unschuldsvermutung irgendwie vergessen wurde und die Angeklagten behandelt werden, als seien sie schon verurteilt.Alle drei wurden auf verschiedene Kn\u00e4ste verteilt. Petr ist in Ruzyni, Martin in Pankr\u00e1c und Ale\u00bf wurde vor kurzem nach Brno verlegt. Petr hatte wenigstens die M\u00f6glichkeit, sich mit anderen Gefangenen zu treffen, wenn auch nur f\u00fcr ein paar kurze Momente. Ale\u0161 ist in Einzelhaft ohne jegliche Gelegenheit sozialer Kontakte. B Beide d\u00fcrfen einmal alle zwei Wochen f\u00fcr h\u00f6chstens 90 Minuten Besuch empfangen, der auf vier Personen beschr\u00e4nkt ist. Ausgang erhalten sie f\u00fcr 90 Minuten t\u00e4glich, f\u00fcr sich allein im beengten Gef\u00e4ngnishof.Martin wurde Anfang Juni ins Untersuchungsgef\u00e4ngnis Pankr\u00e1c verlegt und seine schon nicht beneidenswerten Bedingungen wurden weiter versch\u00e4rft. Er ist von anderen getrennt in einer kleinen Einzelzelle untergebracht. Ihm wurden auch Dinge des t\u00e4glichen Bedarfs abgenommen, sowie das ihm geschickte Geld nicht ausgeh\u00e4ndigt. Das bedeutet im Gef\u00e4ngnisalltag unter anderem auch, dass Martin kein Radio erhalten kann, dessen Eingangskontrolle von Martins Geld bezahlt werden muss. Besuchern, auch seinem Verteidiger, begegnet er nur \u00fcber Gitter und Plexiglas mit angelegten Handschellen, die ihm auch f\u00fcr den t\u00e4glichen einsamen Hofgang von 90 Minuten im wenige Quadratmeter gro\u00dfen zubetonierten Auslauf nicht abgenommen werden.Sehr schlecht geht es Martin auch, was die Essensversorgung betrifft. Als Veganer (Martin ist freegan) steht im nach den Statuten des Gef\u00e4ngnis Pankr\u00e1c vegane Versorgung zu, er erh\u00e4lt aber nicht einmal vegetarische Nahrung. Martin wurde die &#8222;muslimische Alternative&#8220; angeboten, was bedeutet dass sein Essen abgesehen von Schweinefleisch weiterhin aus Fleisch und tierischen Produkten best\u00fcnde, also eindeutig nicht vegan. <strong>Martin bekommt nicht gen\u00fcgend Nahrung!<\/strong> Mehr noch, wie auch Ale\u00bf und Petr darf er nur einmal alle drei Monate ein 5kg schweres P\u00e4ckchen empfangen, dessen Inhalt stark beschr\u00e4nkt ist. Mal ganz abgesehen davon, dass eine ausreichende Essensversorgung vom Gef\u00e4ngnis sichergestellt werden muss, nicht von Leuten drau\u00dfen!<strong>F\u00fcr Martin kann jeder weitere Tag kritisch sein!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wir rufen auf zur solidarischen Unterst\u00fctzung aller drei Gefangenen, insbesondere Martin, der hungert.<\/strong> <strong>Es gibt eine ganze Reihe M\u00f6glichkeiten, die auch mit wenigen Leuten funktionieren.<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Erstens ist es m\u00f6glich, den Leiter des Gef\u00e4ngnis Pankr\u00e1c zu besuchen, anzurufen, anzuschreiben und die Einhaltung ihrer eigenen Vorschriften zur Versorgung der Gefangenen fordern: V\u011bze\u0148sk\u00e1 slu\u017eba \u010cR, Vazebn\u00ed v\u011bznice Praha &#8212; Pankr\u00e1c, P. O. Box 5, 140 57 Praha 4, telefon: +420 261 031 111, email: vvpankrac@vez.pan.justice.cz<\/li>\n<li>Sch\u00f6n sind Solidemos, Informationsveranstaltungen. Im Ausland kann auf die Botschaft Druck ausge\u00fcbt werden: Adressen f\u00fcr Deutschland: <a href=\"http:\/\/www.mzv.cz\/berlin\/de\/visa_und_konsularinformationen\/ortliche_zustandigkeit_konsularischer.html\" rel=\"nofollow\">http:\/\/www.mzv.cz\/berlin\/de\/visa_und_konsularinformationen\/ortliche_zustandigkeit_konsularischer.html\u00a0<\/a><\/li>\n<li>Informationen streuen, mit Verweis auf die Seite Antifenix.noblogs.org<\/li>\n<li>Lasst eurer Kreativit\u00e4t freien Lauf, nutzt, wo ihr euch sowieso engagiert: Benefizkonzerte, Graffiti, Banner, Besetzungen, Lieder, und und oder\u2026<\/li>\n<li>Wichtig ist auch finanzielle Unterst\u00fctzung. Rechtliche Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Gefangenen und andere Angeklagten ist mit gro\u00dfen finanziellen Ausgaben verbunden. Wir freuen uns \u00fcber jede Form von Benefizaktionen.<br \/>\nDie Bankverbindung: \u00a08760190237\/0100<br \/>\nIBAN CZ98 0100 0000 0087 6019 0237<br \/>\nSWIFT CODE: KOMBCZPPXXX (KOMBCZPP)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Fast alles l\u00e4sst sich nutzen, sich gegen Repression zu wenden oder die Inhaftierten zu unterst\u00fctzen. Wie Petr in seinem Brief schreibt: <i>&#8222;Teure Freunde, Mein gr\u00f6\u00dfter und inbr\u00fcnstiger Wunsch ist, dass ihr bleibt wie ihr seid und euch nicht einsch\u00fcchtern lasst. Mein lebenslanges Credo ist der Glaube an Menschen als solche und auch mein Aufenthalt im Gef\u00e4ngnis best\u00e4rkt mich darin nur. Auch hier zwischen den Gefangenen und W\u00e4rtern finde ich in den Menschen solches Verlangen nach wirklicher Freiheit [\u00bf]. Passt auf euch auf und Danke. Mit br\u00fcderlicher Umarmung, Petr S.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>Nichtsdestotrotz \u00fcberlegt euch, welche Form der Unterst\u00fctzung ihr w\u00e4hlt, damit ihr die Lage nicht noch verschlimmert.Neben theoretischen, informativen und kommunikativen Aktivit\u00e4ten und der Koordination von Unterst\u00fctzung organisieren wir regelm\u00e4\u00dfig Solidemos und Briefaktionen. <a href=\"http:\/\/antifenix.noblogs.org\/post\/category\/dopisyletters\" rel=\"nofollow\">Briefe<\/a> sind f\u00fcr Gefangene der grunds\u00e4tzliche Kontakt zur Au\u00dfenwelt, von der sie ansonsten abgeschnitten sind. Wenn ihr nicht nach Prag kommen oder eine eigene Briefaktion organisieren k\u00f6nnt, aber trotzdem ins Gef\u00e4ngnis schreiben wollt, gibt es daf\u00fcr mehrere M\u00f6glichkeiten. Schickt euren Brief per Mail an antifenix(at)riseup.net und wir leiten ihn ausgedruckt weiter, oder fragt per Mail nach Adressen.[1] Das AnarchistBlackCross und andere Gruppen haben Leitf\u00e4den zum Briefe schreiben, deren Lekt\u00fcre wir vorher empfehlen.[2]Ein paar Leute mit Pfeifen und lauten Stimmen, die spontan an der Gef\u00e4ngnismauer spazieren gehen, k\u00f6nnen den Gefangenen viel Kraft und Energie spenden. Auch wenn der konkrete Gefangenen vielleicht nichts h\u00f6rt, erreicht ihn doch die Nachricht \u00fcber solche Aktionen. Ja, es ist m\u00f6glich, dass dadurch die Haftbedingungen noch verschlechtert werden, aber alle drei begr\u00fc\u00dfen solche Besuche ausdr\u00fccklich, und das sollte f\u00fcr uns oberste Priorit\u00e4t haben.Petr schrieb nach einer Sponti in Ruzyni: <i>&#8222;Am Samstag h\u00f6rte ich eine Soliaktion! Mit Worten l\u00e4sst sich gar nicht ausdr\u00fccken, welche Kraft das einem Menschen gibt! Ich danke euch, Schwestern und Br\u00fcder&#8220;<\/i>Martins Schwester berichtet: <i>&#8222;Am Samstag, 6.6., als drau\u00dfen vor Pankr\u00e1c und Ruzyni Proteste stattfanden, wurde ihm (Martin, d.R.) gesagt, dass seine Haftbedingungen versch\u00e4rft werden, wenn seine &#8222;Freundchen&#8220; damit weitermachen sollten. Martin sagte mir, ich soll euch ausrichten, dass die Proteste weitergehen sollen und ruhig noch \u00f6fter und lauter. Diesen Protest h\u00f6rte er, danach wurde er aber in eine andere Zelle verlegt, die nur ein kleines Fenster zum Hof hin hat. Der R\u00fcckhalt, den er sowohl von seiner Familie, als auch von allen Freunden bekommt, bedeutet f\u00fcr ihn viel, wie wohl auch f\u00fcr Petr und Ale\u0161.&#8220;<\/i>Ale\u0161 schrieb in seinem Brief: <i>&#8222;Vielen Dank f\u00fcr die Solidarit\u00e4t, f\u00fcr die erwiesene Sympathie und die Ermunterungen. Gr\u00fc\u00dft die Leute drau\u00dfen und richtet ihnen herzliche Umarmungen und K\u00fcsse aus&#8220;<\/i><strong>Unsere Waffe ist die Solidarit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Appell an die Unschuldsvermutung wollen wir auf der anderen Seite darauf hinweisen, wie die Elemente, die Menschen wegen der Nichteinhaltung von Gesetzen (denen wir nicht zustimmen m\u00fcssen und die wir vor allem in keiner Weise beeinflussen k\u00f6nnen) verfolgen und einsperren, selbst paradoxerwei\u00dfe die Regeln missachten, die fordern, die Ph\u00f6nix Drei (Martin, Petr und Ale\u0161) von dem Haufen L\u00fcgen, die \u00fcber sie geschrieben worden, freizusprechen. In unseren Augen bleiben alle drei Kameraden, Freunde, Genossen oder zumindesten Menschen, die viel Unterst\u00fctzung verdient haben, selbst wenn sie vor Gericht verlieren und verurteilt werden.Verurteilt und eingesperrt wegen einer polizeilich provozierten Aktion, die nie stattfand. Verurteilt in einem konstruierten Prozess. Verurteilt in einer neuen &#8222;Hexenjagd&#8220;, die genauso gut jeden von uns h\u00e4tte treffen k\u00f6nnen. Verurteilt f\u00fcr die Artikulation von Widerspruch mit Herrschaft und Ungerechtigkeit.<\/p>\n<p>Die alleinige Funktion und Notwendigkeit des Gef\u00e4ngnissystems werden wir nicht unterst\u00fctzen oder legitimieren, egal ob die &#8222;Ph\u00f6nix Drei&#8220; f\u00fcr schuldig befunden werden oder nicht.F\u00fcr Ale\u0161, Martin und Petr ist zur Zeit das Wichtigste die Unterst\u00fctzung von drau\u00dfen. Im Gef\u00e4ngnis l\u00e4uft die Zeit anders. W\u00e4hrend wir den Sommer nutzen, sitzen die drei in v\u00f6lliger Isolation, ohne Gr\u00fcn, Gesang von V\u00f6geln, Baden im Fluss, Fahrradausfl\u00fcge, Lagerfeuer, ihre Freunde, freundliche Worte, Umarmungen, Streicheln, Liebe, Bewegungsfreiheit, Sonne im Gesicht und schlussendlich fast ohne Essen.<em>&#8222;Meine gr\u00f6\u00dfte Quelle von Verzweiflung, die indes nicht bedeutend ist, ist die Abwesenheit meiner Lieblingsmusik, der herrlichen Natur, die ich so liebe, meiner Lieblingsorte, an die ich so gern zur\u00fcckkehre und wo ich tief versunken \u00fcber das Leben nachdenke. Die Orte, wo ich \u00fcber Tod, Liebe und Hass philosophiere. Oder die Gedanken an jemanden, mit dem ich die Liebe teile zu den Ideen und Tr\u00e4umen von einem wirklichen Leben im Mikrokosmos unendlicher Anarchie&#8220;<\/em> Ale\u0161 K.Solidarit\u00e4t ist f\u00fcr uns antiautorit\u00e4r Gesinnte eine grundlegende Idee und eine der st\u00e4rksten Waffen, da sie nicht mit physischer Gewalt bezwungen werden kann.\u00a0<i>Sobald sie wissen, dass wir hier \u00fcberall f\u00fcr sie da sind, entschlossen was immer zu tun, sie zu unterst\u00fctzen und ermutigen, legen sie sich einen Panzer an und sind nicht mehr so leicht zu brechen. Sie m\u00fcssen wissen, dass wir f\u00fcr sie da sind!&#8220; Martins Schwester <\/i>[1] Ale\u0161 hat mittlerweile um Ver\u00f6ffentlichung seiner Adresse gebeten:<\/p>\n<p>Ale\u0161 Ko\u010d\u00ed 13.8.1978<br \/>\nVazebn\u00ed v\u011bznice a \u00fastav pro v\u00fdkonu zabezpe\u010dovac\u00ed detence Brno<br \/>\nP.O.BOX 99<br \/>\n625 99 Brno-Bohunice<\/p>\n<p>[2] die auf die tschechische Situation angepasste Version bedarf noch \u00dcbersetzung, im Gro\u00dfen und Ganzen sollten aber auch die auf Deutsch oder Englisch verf\u00fcgbaren Texte zutreffen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(gefunden auf: linksunten.indymedia.org) Nichtvegane Verpflegung, Isolation, Langeweile, eineinhalb Stunden Tageslicht und Besuch nur \u00fcber Gitter und Plexiglas. Das sind nur einige der Bedingungen in den Gef\u00e4ngnissen, in denen unsere Freunde festgehalten werden. Im nachfolgenden Artikel dokumentieren wir die t\u00e4gliche Realit\u00e4t der inhaftierten Anarchisten sowie M\u00f6glichkeiten, sie zu unterst\u00fctzen. 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