{"id":2116,"date":"2015-06-04T12:49:34","date_gmt":"2015-06-04T10:49:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2116"},"modified":"2015-06-04T13:09:50","modified_gmt":"2015-06-04T11:09:50","slug":"internationale-aktionstage-marco-libero-20-22-juni-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=2116","title":{"rendered":"Internationale Aktionstage: Marco libero! (20. &#8211; 22. Juni 2015)"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\">\n<p>(gefunden auf: <a href=\"http:\/\/rotehilfech.noblogs.org\/post\/2015\/05\/31\/internationale-aktionstage-marco-libero\/\" target=\"_blank\">rotehilfech.noblogs.org<\/a>)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/marco-624x881.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-2124 alignleft\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/marco-624x881-212x300.jpg\" alt=\"marco-624x881\" width=\"212\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/marco-624x881-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/marco-624x881.jpg 624w\" sizes=\"(max-width: 212px) 100vw, 212px\" \/><\/a>Wir rufen f\u00fcr die <strong>Tage vom 20. \u2013 22. Juni zu solidarischen Aktionen mit Marco Camenisch<\/strong> auf, der seit 1991 ununterbrochen in Italien oder der Schweiz im Gef\u00e4ngnis sitzt. Marco ist ein ungebrochener gr\u00fcn-anarchistischer Revolution\u00e4r mit einer politischen Geschichte, die zur\u00fcck in die 1970er-Jahre reicht. Wegen Sprengstoffangriffen gegen Hochspannungsleitungen wurde er erstmals inhaftiert, ihm gelang die Flucht. Erst nach Jahren in der Illegalit\u00e4t wurde er 1991 in Italien bei einer Personenkontrolle verhaftet, er sass dort bis 2002 im Knast. Verurteilt wurde er unter anderem wiederum wegen militanten Aktionen gegen Hochspannungsleitungen. 2002 wurde er dann in die Schweiz ausgeliefert, wo er einerseits die Reststrafe seiner allerersten Verurteilung abzusitzen hatte, andererseits aber wegen dem Tod eines Grenzw\u00e4chters verurteilt wurde. Marco hat immer wieder wiederholt, dass es nicht sein Toter ist.<\/p>\n<p>In den vergangenen 24 Jahren hat Marco seine politische Identit\u00e4t nicht abgelegt, er kommuniziert mit zahlreichen Leuten auf der ganzen Welt, beteiligt sich an politischen Initiativen und unterst\u00fctzt so den revolution\u00e4ren Prozess aus dem Knast heraus. Dieser Fakt ist denjenigen, die \u00fcber Schritte der Vollzugslockerungen zu entscheiden haben, ein Dorn im Auge. Immer wieder verweigern sie jeden Schritt in Richtung Freiheit, zur Begr\u00fcndung wird immer wieder herangezogen, dass er eine \u201cdelinquenzf\u00f6rdernde Weltanschauung\u201d vertritt. Im Klartext: Er kommt nicht raus, weil er Anarchist ist und bleibt. Diese Argumentation wird sowohl vom zust\u00e4ndigen Amt f\u00fcr Justizvollzug des Kanton Z\u00fcrich wie von den Gerichten stets wiederholt, wenn eine Entscheidung in seinem Fall einsteht.<\/p>\n<p>Ein Faktor in dieser Auseinandersetzung ist zweifelsohne seine politische Identit\u00e4t an sich, das heisst der Angriff gegen Marco ist selbstverst\u00e4ndlich in der allgemeinen politischen Auseinandersetzung anzusiedeln, wo es dem b\u00fcrgerlichen Staat auch darum geht, an k\u00e4mpfenden Subjekten ein Exempel zu statuieren. Sie hoffen damit abzuschrecken, gleich wie in anderen F\u00e4llen von Langzeitgefangenen (wie Mumia Abu-Jamal oder Georges Ibrahim Abdallah), die aufgrund ihrer politischen Identit\u00e4t nicht rauskommen.<\/p>\n<p>Ein anderer Faktor, der im Zusammenhang mit Marco speziell ist, ist aber die zunehmende Rolle der forensischen Psychiatrie im Strafvollzug. W\u00e4hrend in anderen F\u00e4llen von Langzeitgefangenen klar und offen politisch argumentiert wird, dass jemand nicht rauszulassen sei (wie im Fall von Georges Ibrahim Abdallah), bedient sich das Amt f\u00fcr Justizvollzug einer psychiatrischen Argumentation. Massgeblicher Verantwortlicher daf\u00fcr ist Frank Urbaniok. So kleidet sich dann der politische Angriff in Begriffen der Psychiatrie, redet von Aufarbeitung und Bew\u00e4ltigung. Dabei ist klar: Eine politische Identit\u00e4t ist nichts, was sich psychiatrisch verhandeln l\u00e4sst. Anarchist zu sein, ist kein psychisches Problem.<\/p>\n<p>Dies hat sich auch in der j\u00fcngsten Entwicklung in Marco\u2019s Fall gezeigt. Aufgrund eines Urteils des obersten Gerichts der Schweiz musste das zust\u00e4ndige Amt pr\u00fcfen, ob allf\u00e4llige Vollzugslockerungen m\u00f6glich seien. Ein Teil dieser Untersuchung ist ein sogenannter \u201cRisikoorientierter Sanktionenvollzugs-Bericht\u201d, kurz ROS. Dabei wird von ausgebildeten PsychiaterInnen \u00fcber mehrere Seiten hinweg evaluiert, wie gross das Risiko bei Lockerungen ist. So erh\u00e4lt die Psychiatrie einen massiven Stellenwert im Vollzug. Da Marco die Psychiatrisierung seiner Identit\u00e4t verweigert, bleibt den \u201cExperten\u201d wenig \u00fcbrig. Auch sie argumentieren damit, dass die Legalprognose stark belastet sei, da \u201cer sich weiterhin stark und aktiv mit seiner Ideologie auseinandersetzt und in Kontakt mit entsprechenden Genossen steht\u201d, was \u201cseine Aussagen wie seine Vernetzung in die Szene zeigen\u201d. Zusammengefasst: \u201cEs hat sich gezeigt, dass MC\u2019s Einstellungen verfestigt sind und die Freiheitsstrafen kaum einen Ver\u00e4nderungsprozess anstossen konnten.\u201d<\/p>\n<p>Der Bericht formuliert Massnahmen, die eine Lockerung des Vollzugs wahrscheinlicher machen w\u00fcrden. Allerdings sind die Massnahmen nicht hinnehmbar. So wird unter anderem gefordert, dass Marco sich in Zusammenarbeit mit dem Strafvollzug ein neues soziales Umfeld aufzubauen habe \u2013 ein kompletter Bruch mit Genossinnen und Genossen wird also verlangt:<br \/>\n\u2013 \u201cKontrolle auf Hinweise f\u00fcr Kontakte zu gewaltbereiten Gesinnungsgenossen.\u201d<br \/>\n\u2013 \u201cDass sich MC dazu bereit erkl\u00e4rt, Kontrollen bez\u00fcglich seiner Aktivit\u00e4ten zuzulassen und sich mit der Justiz auf gemeinsame Ziele bez\u00fcglich der Resozialisierung einigen kann\u201d<\/p>\n<p>Marco Camenisch wird aufgrund seiner politischen Identit\u00e4t nicht freigelassen. 2018 steht sein Strafende bevor. Bis dorthin findet j\u00e4hrlich eine \u00dcberpr\u00fcfung statt, ob an eine Freilassung auf Bew\u00e4hrung zu denken sei. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie dabei immer und immer wieder auf seine Identit\u00e4t zu sprechen kommen und so jede Lockerung verhindern.<\/p>\n<p>Wir denken, dass es gerade jetzt wichtig ist, sich zu Marco zu verhalten. Verbinden wir unseren vielf\u00e4ltigen Kampf draussen mit seinem Kampf drinnen!<\/p>\n<p><strong>INTERNATIONALE AKTIONSTAGE MIT MARCO CAMENISCH \u2013 20. \u2013 22. JUNI 2015<\/strong><\/p>\n<p>Rote Hilfe Schweiz \u2013 <a href=\"http:\/\/rotehilfech.noblogs.org\/www.rotehilfech.noblogs.org\" target=\"_blank\">www.rotehilfech.noblogs.org<\/a><br \/>\nRote Hilfe International \u2013 <a href=\"http:\/\/rotehilfech.noblogs.org\/www.rhi-sri.org\" target=\"_blank\">www.rhi-sri.org<\/a><\/p>\n<p>Mehr zu und von Marco Camenisch:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/rotehilfech.noblogs.org\/post\/tag\/marco-camenisch\/\" target=\"_blank\">http:\/\/rotehilfech.noblogs.org\/post\/tag\/marco-camenisch\/<\/a> (en \/ dt)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=iK1isWg0r3o\" target=\"_blank\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=iK1isWg0r3o<\/a> (fr \/ en \/ dt \/ it \/ gr)<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(gefunden auf: rotehilfech.noblogs.org) Wir rufen f\u00fcr die Tage vom 20. \u2013 22. Juni zu solidarischen Aktionen mit Marco Camenisch auf, der seit 1991 ununterbrochen in Italien oder der Schweiz im Gef\u00e4ngnis sitzt. 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