{"id":1916,"date":"2015-03-03T13:58:12","date_gmt":"2015-03-03T12:58:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=1916"},"modified":"2015-03-03T14:15:20","modified_gmt":"2015-03-03T13:15:20","slug":"der-prozess-gegen-billy-silvia-costa-nahert-sich-den-kampf-gegen-die-schadlichkeiten-neu-lancieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=1916","title":{"rendered":"Der Prozess gegen Billy, Silvia, Costa n\u00e4hert sich: den Kampf gegen die  Sch\u00e4dlichkeiten neu lancieren"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/cropped-testata-ok.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-1917\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/cropped-testata-ok.jpg\" alt=\"cropped-testata-ok\" width=\"485\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/cropped-testata-ok.jpg 1000w, https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/cropped-testata-ok-300x86.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 485px) 100vw, 485px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>\u00dcb. Feb. 2015 von mc, Menzingen, CH, aus it.<\/em><br \/>\n<em><a href=\"https:\/\/silviabillycostaliberi.noblogs.org\/post\/2015\/02\/13\/il-processo-a-billy-silvia-costa-si-avvicina-rilanciamo-la-lotta-alle-nocivita\/\" target=\"_blank\">https:\/\/silviabillycostaliberi.noblogs.org\/post\/2015\/02\/13\/il-processo-a-billy-silvia-costa-si-avvicina-rilanciamo-la-lotta-alle-nocivita\/<\/a><\/em><\/p>\n<p>Der Prozess gegen Billy Silvia Costa n\u00e4hert sich: den Kampf gegen die\u00a0 Sch\u00e4dlichkeiten neu lancieren<\/p>\n<p>Es sind fast f\u00fcnf Jahre seit unserer Verhaftung in der Schweiz vergangen, als bei einer Polizeisperre auf dem Albispass im Kanton Z\u00fcrich im Auto, mit dem wir unterwegs waren, Sprengstoff, einige Propangasflaschen, Benzinkanister und einige Kopien eines mit Earth Liberation Front Switzerland unterzeichneten Bekennungsschreiben aufgefunden wurden. Ziel des Angriffs war gem\u00e4ss Bekennungstext das \u201eBinning and Rohrer Nanotechnology Center\u201c von IBM, eine damals im Bau stehende Struktur, mit der die ETH (Eidgen\u00f6ssische Technische Hochschule) Z\u00fcrich eng zusammenarbeitet.<\/p>\n<p>Der Prozess fand eineinhalb Jahre nach unserer Verhaftung statt, mit folgenden drei Anklagen: strafbare Vorbereitungshandlungen zur Brandstiftung; Verbergen und Transport von Sprengstoff; unerlaubter Handel (Einf\u00fchrung) mit Sprengstoff. Die vom Bundesstaatsanwalt Hansj\u00f6rg Stadler beantragten Strafen zwischen 3 Jahren und 4 Monaten und 3 Jahren und 8 Monaten wurden vom Bundesrichter Walter W\u00fctrich weitgehend angenommen und das Gericht best\u00e4tigte alle Anklagepunkte ausser den unerlaubten Handel (Einf\u00fchrung) von Sprengstoff, wof\u00fcr wir freigesprochen wurden.<\/p>\n<p><!--more-->Gleichzeitig hatte die Staatsanwaltschaft Turin unverz\u00fcglich umfangreiche Ermittlungen zu den von den Schweizern bei uns gefundenen Sprengstoffpatronen eingeleitet um deren Herkunft zu bestimmen. Nach Abschluss der Ermittlungen sind die vom Staatsanwalt Enrico Arnaldi Di Balme gegen uns erhobenen Anklagepunkte ebenfalls drei: terroristische Handlung mit t\u00f6dlichen Sprengs\u00e4tzen, Besitz und Transport im \u00f6ffentlichen Raum von Sprengstoff und Hehlerei von Sprengstoff mit den erschwerenden Umst\u00e4nden des terroristischen Zweckes.<\/p>\n<p>In diesen 5 vergangenen Jahren wurde unsere Analyse der Gegenwart bloss weiter bewahrheitet, folglich konnte unser anarchistisches und \u00f6kologisches F\u00fchlen bloss noch st\u00e4rker werden. Die Nano- und Biotechnologien sind im Rennen zur immer sch\u00e4rfer beschleunigten Pl\u00fcnderung und Zerst\u00f6rung der Erde die j\u00fcngsten Wege des kapitalistischen techno- industriellen Systems. Wie alle vorherigen Wege (man denke an die \u00c4ra der Industrialisierung) gaukelt uns auch dieser als das wahres Wunderwerk vor, was, wie wir uns leicht vorstellen k\u00f6nnen, sich zum Albtraum entwickeln wird.<\/p>\n<p>Diese Technologien entstehen aus der vom Informationszeitalter gebrachten Ver\u00e4nderung der fr\u00fcheren aus Hebeln und R\u00e4derwerken bestehenden mechanistischen Weltanschauung, die von einer aus Informationsbits gemachten mathematischen Anschauung verdr\u00e4ngt wurde, in der die ganze Realit\u00e4t auf einen Logarithmus zur\u00fcckgef\u00fchrt werden soll. Eine Anschauung, die sich durchgesetzt hat weil sie den Bed\u00fcrfnissen des Systems am besten dient.\u00a0 In ihrer Durchsetzung hat sie der Wissenschaft bisher kaum vorstellbare M\u00f6glichkeiten zur Erf\u00fcllung jener Aufgabe erschlossen, die ihr durch die Phasen und die Autophagie des Systems immer dringlicher gestellt wird: die l\u00fcckenlose Aneignung aller Dinge des Universums, um sie bis in ihre kleinsten infinitesimalen Bestandteile bzw. ihre \u201eBits\u201c zu zerlegen. Mit dem Ziel, auf irgend eine universelle Basiseinheit zu stossen, wodurch die Wissenschaftler die Gesamtheit des Bestehenden auf eine derartig ausreichende Austauschbarkeit und Gleichwertigkeit reduzieren k\u00f6nnen, um dann mit der Ingenieurisierung dieses neuen (weil vorher unzul\u00e4nglichen) Rohstoffes alle Dinge dieses Universums f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse der Herrschaft verwendbar zu machen. Diese Technologien sind also f\u00fcr das System ein Pfeiler, um darauf die Produktions- und Versorgungsprozesse neu zu gr\u00fcnden, die f\u00fcr sein Wachstum grundlegend sind. Ein Wachstum, von dem man auf einem schon weit \u00fcber seine M\u00f6glichkeiten hinaus ausgepl\u00fcnderten Planeten w\u00fcnscht, dass es endlos sei. Und die Konvergenz der Wissenschaften, wie auch bei den GVO, ist von einer Entwicklung das Letzte der Versprechen, das die \u00f6kologische Krise, in die uns dieselbe \u00f6kozidische Entwicklung gest\u00fcrzt hat, h\u00e4tte l\u00f6sen sollen.<\/p>\n<p>Wie schon in einem fr\u00fcheren Text gesagt, wurde das \u201eBinning and Rohrer Nanotechnology Center\u201c\u00a0 wenige Monate vor unserem Prozess in der Schweiz in Betrieb genommen und eingeweiht. Seit etwa drei Jahren bietet es 950 m\u00b2 zur Zusammenarbeit in der Grundlagenforschung \u00fcber neue Elemente und Baustoffe in nanometrischer Skala an. Es ist eine Forschungsanstalt, die den Forschern von IBM, ETH und anderen Partnern erm\u00f6glichen wird, das Wissen und vor allem die Anwendungsm\u00f6glichkeiten der Nanotechnologien viel weiter, viel viel weiter als bis zu den heute erreichten Anwendungen in der Kosmetik, in den Pneus oder den Nanotechsprays zu treiben. Das versichert uns Matthias Kaiserwerth, Direktor der Struktur. F\u00fcr uns, da kann IBM oder die ETH noch so sehr prahlen, sie h\u00e4tten ein in der Welt einzigartiges Labor \u2013 obwohl sie irgendwie auch recht haben \u2013 ist es eine Tatsache, dass die Orte, in denen die Ingenieurisierung und Manipulierung des Lebens und des Planeten vorangetrieben werden, zahlreich und vor allem ziemlich \u00fcberall anzutreffen sind. Von den Forschungszentren der Multis bis zu den Unis, von den Wissenschaftspolen bis zu den nationen\u00fcbergreifenden Forschungsanstalten, es ist eine Welt, die sich parallel zu unserer Lebensrealit\u00e4t bewegt und \u00fcber unseren K\u00f6pfen hinweg eine Zukunft plant und errichtet, die man uns auferlegen wird und deren Umrisse wir schon jetzt ausmachen k\u00f6nnen. Eine Welt mit Namen und Anschrift.<\/p>\n<p>Im Verlaufe der Jahre versp\u00fcrten wir immer st\u00e4rker die Dringlichkeit zum Versuch, K\u00e4mpfe gegen diese Entwicklung aufzubauen und dabei genau vom Verst\u00e4ndnis ihrer Unabdingbarkeit f\u00fcr das System und auch f\u00fcr die Sch\u00e4dlichkeit der bio- und nanotechnologischen Entwicklungen auszugehen. Eine Sch\u00e4dlichkeit, was man kl\u00e4ren muss, nicht f\u00fcr die menschliche Gesundheit oder als Umweltproblem sondern als Verh\u00e4ltnis zwischen Macht und Technologie, das in der Neugestaltung\/Ersetzung\/Zerst\u00f6rung der \u00d6kosysteme und des Lebens umgesetzt wird. Also ein weit umfassender Begriff von Sch\u00e4dlichkeit, der direkt zur einzig eigentlichen Sch\u00e4dlichkeit f\u00fchrt, n\u00e4mlich zum System selbst. Es ist eine Dringlichkeit, die wir weiter versp\u00fcren und darum, vor diesem aktuellen Sprung nach vorne des technologischen und industriellen Systems, bleiben wir \u00fcberzeugt, wie sehr sie in eine zwingend radikale Kritik umgesetzt werden muss, und dass sie nicht vom sozialen und wirtschaftlichen Kontext absehen kann, von dem diese Sch\u00e4dlichkeiten sowohl Produkt als auch Notwendigkeit sind. Eine Kritik, die ihrerseits f\u00e4hig sei, die zu ihrem Ausdruck und zu ihrer Weiterentwicklung ben\u00f6tigten Str\u00f6me an Tinte und Worten in Kampf und direkte Aktion zu verwandeln. Wir bleiben also immer noch von der Notwendigkeit \u00fcberzeugt, radikale Umweltk\u00e4mpfe gegen diese todbringende technoindustrielle Tendenz zu entwickeln, aber mit der klaren Trennlinie, dass der Kampf ausschliesslich als eine wirkliche Chance um alles in Frage zu stellen betrachtet wird und nicht als Raum zum Versuch, f\u00fcr sich eine Rolle im politischen Trauerspielchen zu ergattern oder um \u201e\u00f6kologisch nachhaltige\u201c Alternativen zum System feilzubieten.<\/p>\n<p>Wir sehen, wie die orte der technowissenschaftlichen macht sich in eine Konstellation von ultra-spezifischen Interessen und Projekten dezentralisieren und molekularisieren, obwohl sie schlussendlich immer und zwingend miteinander verbunden sind. Es ist immer unklarer und schwieriger zu verstehen, wo man am wirksamsten eingreifen und zuschlagen kann. Eine andauernde Inspirationsquelle in diesem Sinne sind, einerseits, diejenigen auf der ganzen Welt, die sich der Dringlichkeit des Kampfes weiter bewusst sind und Projekte, Kampagnen, Mobilisierungen und K\u00e4mpfe voranbringen um das zu verteidigen, wovon man sich als Teil f\u00fchlt, und andererseits die Sabotagen und die zerst\u00f6rerischen Angriffe gegen die R\u00e4derwerke, aus denen das industrielle, technowissenschaftliche, patriarchale und kapitalistische System besteht.<\/p>\n<p>Sich \u00fcber den Kampf aufs Spiel zu setzen, das wissen wir sehr gut, heisst fr\u00fcher oder sp\u00e4ter mit der Repression abrechnen zu m\u00fcssen und das kann man nicht vermeiden. Was man aber nicht nur vermeiden kann sondern muss, ist die von der Repression Betroffenen alleine zu lassen. Die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Gefangenen ist etwas, wovon man nicht absehen kann und neben der eher unmittelbaren Solidarit\u00e4t und Hilfe ist die Weiterf\u00fchrung der K\u00e4mpfe, wof\u00fcr die GenossInnen bezahlen, ebenso wichtig und grundlegend.<\/p>\n<p>In unserem Fall, nun ausserhalb jener Mauern, haben wir die Energien der Vielen wahrlich gesch\u00e4tzt, die, neben der Herzlichkeit der eher unmittelbaren und notwendigen Hilfe durch Abende und Initiativen, in den vergangenen Monaten unserem spezifischen Fall, aber auch und vor allem den Themenfeldern Raum gegeben haben, zu denen uns eine Auseinandersetzung und die \u00dcbermittlung unseres Empfindens am Herzen liegt. Das bleibt f\u00fcr uns fundamental.<\/p>\n<p>Auf den 23. April wurde die Vorverhandlung festgelegt, wo entschieden wird ob dieser \u201ed\u00e9javu\u201c Prozess gemacht wird oder nicht. Unsererseits versp\u00fcren wir nicht so sehr ein Interesse daran, auf unseren spezifischen Fall, auf den Prozess gegen uns aufmerksam zu machen, sondern viel mehr die Lust, diesen Moment in eine Gelegenheit, auch der Mobilisierung, verwandeln zu k\u00f6nnen, um diese Thematiken und das uns vereinende Empfinden neu zu lancieren.<\/p>\n<p>Nicht die Repression ins Zentrum stellen, sondern, ohne an andere zu delegieren, das Handeln gegen die Bio- und Nanotechnologien, gegen das Nukleare, gegen jede andere Sch\u00e4dlichkeit dieses todbringenden Systems und, im Wesentlichen: gegen diese Gegenwart der Vernichtung und Verheerung.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Befreiung der Erde. F\u00fcr die Befreiung der Tiere.<br \/>\nBilly, Costa, Silvia, Februar 2015<\/p>\n<p>Auf den Prozess hin befinden wir uns in der Lage, zahlreiche juristische Kosten decken zu m\u00fcssen, wir bitten alle um Unterst\u00fctzung mit Benefiz-Initiativen und Spenden auf das auf Marta Cattaneo ausgestellte<br \/>\nPostgirokonto mit IBAN Code: IT11A0760111100001022596116 bitte mit Grundangabe:<br \/>\nsolidariet\u00e0 a Silvia Billy Costa<\/p>\n<p>F\u00fcr Kontakte:<br \/>\nnfo@resistenzealnanomondo.org<br \/>\n<a href=\"www.resistenzealnanomondo.org\" target=\"_blank\">www.resistenzealnanomondo.org<\/a><br \/>\n<a href=\"www.silviabillycostaliberi.noblogs.org\" target=\"_blank\">www.silviabillycostaliberi.noblogs.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcb. 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