{"id":1561,"date":"2014-10-08T17:53:37","date_gmt":"2014-10-08T15:53:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=1561"},"modified":"2014-10-08T18:47:49","modified_gmt":"2014-10-08T16:47:49","slug":"griechenland-erklarung-des-anarchisten-antonis-stamboulos-inhaftiert-in-athens-polizeihauptquartier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=1561","title":{"rendered":"Griechenland: Erkl\u00e4rung des Anarchisten Antonis Stamboulos, inhaftiert in Athens Polizeihauptquartier"},"content":{"rendered":"<div class=\"post-bodycopy clearfix\">(http: <a href=\"http:\/\/de.contrainfo.espiv.net\/2014\/10\/05\/griechenland-erklarung-des-anarchisten-antonis-stamboulos-inhaftiert-in-athens-polizeihauptquartier\/\" target=\"_blank\">de.contrainfo.espiv.net<\/a>)<\/p>\n<div class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/de.contrainfo.espivblogs.net\/files\/2014\/10\/nomi-diversi-stessi-maiali.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8120\" src=\"https:\/\/de.contrainfo.espiv.net\/files\/2014\/10\/nomi-diversi-stessi-maiali.jpg\" alt=\"\" width=\"534\" height=\"358\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"wp-caption-text\"><span style=\"color: #000000;\">\u201ePolizeihauptquartiere, Politiker und Zeitungen; verschiedene Namen, dieselben Schweine\u201c<\/span><\/p>\n<\/div>\n<p>Am 1. Oktober 2014 wurde ich verhaftet, bekam eine Kapuze \u00fcber den Kopf gezogen und wurde in einen Verh\u00f6rraum der Antiterroreinheit gebracht. Von 17 Uhr bis ein Uhr morgens war eine Bande vermummter Bullen damit zugange, w\u00e4hrend mir die H\u00e4nde auf dem R\u00fccken gefesselt waren, mir DNA und Fingerabdr\u00fccke abzunehmen und mich mit Gewalt zu fotografieren, immer begleitet von h\u00f6hnischen Bemerkungen, W\u00fcrgegriffen, Verdrehungen und Schl\u00e4gen. Sie drohten mir damit, Elektroschocks anzuwenden und dachten wohl, das w\u00fcrde mich dazu bringen, mit ihnen zu kollaborieren. Um ein Uhr morgens sah ich zum ersten Mal unmaskierte Bullen, die mir sagten, ich w\u00fcrde des Terrorismus beschuldigt. Bis 5 Uhr drei\u00dfig am Morgen blieb ich in einer 1 mal 3 Meter gro\u00dfen Zelle eingesperrt, immer mit den H\u00e4nden hinter dem R\u00fccken gefesselt. Am n\u00e4chsten Tag versuchten sie noch einmal, mich zu fotografieren.<\/p>\n<p><!--more-->Vom ersten Moment an verweigerte ich Essen und Wasser und verlangte, mit einem Anwalt zu sprechen. 24 Stunden nach der Inhaftierung lie\u00dfen sie mich schlie\u00dflich eine Anw\u00e4ltin benachrichtigen, und ich schaffte es, bevor ich vor den Staatsanwalt gebracht wurde, wenigstens ein paar Minuten mit ihr zu sprechen.<\/p>\n<p>Ich teile das gerade Beschriebene mit Kampfgenossinnen und Kampfgenossen als eine kleine Erfahrung des Kampfes.<\/p>\n<p>Egal ob die Haltung des Staates uns gegen\u00fcber milde oder hart ist \u2013 was immer von den Umst\u00e4nden abh\u00e4ngt \u2013 er kann uns in Momenten der Not niemals brechen, solange wir uns der Verantwortung bewusst sind, die wir aufgrund unserer Position als Anarchistinnen und Anarchisten haben.<\/p>\n<p>Es sind die harten Zeiten im Kampf, die uns ein starkes Bewusstsein verleihen. Unter diesen Umst\u00e4nden h\u00e4lt jede und jeder von uns die Ideale der Gesellschaft, f\u00fcr deren Aufbau wir k\u00e4mpfen, aufrecht. Im Kampf um die Befreiung aus der Klassengesellschaft ist sehr viel Blut vergossen worden und deswegen w\u00fcrden nur Idioten erwarten, dass wir uns vor irgendwelcher Bullenschikanen beugen. Ich habe mich aus zwei Gr\u00fcnden gegen die Bem\u00fchungen der staatlichen Lakaien, meine pers\u00f6nlichen Daten zu ermitteln, gewehrt. Erstens wegen meiner eigenen Werte, denn ich glaube, dass ein anarchistischer Revolution\u00e4r und eine anarchistische Revolution\u00e4rin dem Klassenfeind nicht das kleinste bisschen Boden \u00fcberlassen darf. Und zweitens, weil ich mir der Schwere der Sache, in die verwickelt bin, bewusst war und deswegen meine mir in Kameradschaft und Freundschaft verbundene Umgebung vor den Klauen derer, die mich gefangen halten, sch\u00fctzen wollte. Als die Clouseaus unf\u00e4hig waren, meinen Namen rauszufinden, war ich nicht im geringsten gewillt, ihn ihnen zu geben. Zu dem Zeitpunkt, da ich dies schreibe, zwei Tage nach der Festnahme, hat die Polizei mich \u201eschlie\u00dflich\u201c identifiziert.<\/p>\n<p>Es ist klar, dass die Beamten der Antiterroreinheit und besonders ihre politischen Vorgesetzten aus meiner Verhaftung einen Sensationserfolg machen wollten. Deshalb das Durchsickern von Informationen an die Presse in Bezug auf das Notizbuch, das angeblich \u201epr\u00e4zise ausgearbeitete, zeitlich festgelegte Aktionspl\u00e4ne\u201d mit Zielen, Fahrr\u00e4dern und W\u00fcrstchen enthalten w\u00fcrde.* Sie schneidern ihre erfundene Geschichte so zurecht, dass sie in ihr Szenario passt; ein Szenario, das sie am Ende immer als die Gewinner dastehen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Es ist nicht Sache von Polizei und Staatsanwaltschaft, zu wissen, was ich gemacht habe, wer ich bin und warum ich dort war, wo ich mich zum Zeitpunkt meiner Gefangennahme befand; es geht sie wirklich nichts an, sondern allein mich. Deshalb muss ich mich vor irgendwelchen W\u00e4chtern der bourgeoisen Legalit\u00e4t nicht rechtfertigen, sondern einzig vor der revolution\u00e4ren Bewegung, den Genossinnen und Genossen und den Menschen, die gew\u00e4hlt haben, nicht als <em>raya<\/em> (Sklave) zu leben.<\/p>\n<p>Ich betrachte diese erste Kommunikation mit der Au\u00dfenwelt als notwendig, da ich mich nicht der Illusion hingebe, nicht in Untersuchungshaft zu landen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die n\u00e4chste Zeit werde ich durch die Diener des Kapitals gefangen gehalten, aber mein Herz geh\u00f6rt nach wie vor dem Lager der Revolution.<\/p>\n<h3>Der Kampf geht weiter.<br \/>\nLang lebe die Revolution.<br \/>\nLang lebe Anarchie.<\/h3>\n<p><a class=\"bbc_link\" href=\"http:\/\/asirmatista.noblogs.org\/post\/2014\/10\/04\/antonis-stamboulos-gada\/\" target=\"_blank\">Antonis Stamboulos<\/a><br \/>\naus dem Polizeihauptquartier Alexandras Avenue 173<br \/>\nam fr\u00fchen Morgen des 4. Oktober 2014<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(http: de.contrainfo.espiv.net) \u201ePolizeihauptquartiere, Politiker und Zeitungen; verschiedene Namen, dieselben Schweine\u201c Am 1. Oktober 2014 wurde ich verhaftet, bekam eine Kapuze \u00fcber den Kopf gezogen und wurde in einen Verh\u00f6rraum der Antiterroreinheit gebracht. 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