{"id":1292,"date":"2014-06-11T01:14:01","date_gmt":"2014-06-10T23:14:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.abc-wien.net\/?p=1292"},"modified":"2014-06-11T01:14:01","modified_gmt":"2014-06-10T23:14:01","slug":"inkognito-erfahrungen-jenseits-der-identifikation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=1292","title":{"rendered":"Inkognito &#8211; Erfahrungen jenseits der Identifikation"},"content":{"rendered":"<p>\n\t&nbsp;(gefunden auf: <a href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/de\/node\/116101\" target=\"_blank\">linksunten.indymedia.org<\/a>)\n<\/p>\n<div class=\"content-title\">\n\t<span class=\"submitted\">&nbsp;<\/span><a class=\"lightbox-processed\" href=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/image\/116129.jpg\" rel=\"lightbox[node_images][&lt;a  data-cke-saved-href=&quot;\/de\/node\/116129&quot; href=&quot;\/de\/node\/116129&quot; id=&quot;node_link_text&quot; target=&quot;_blank&quot; &gt;incognito&lt;\/a&gt; - &lt;a  data-cke-saved-href=&quot;\/image\/116129.jpg&quot; href=&quot;\/image\/116129.jpg&quot; id=&quot;lightbox2-download-link-text&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Download&lt;\/a&gt;]\"><img decoding=\"async\" alt=\"incognito\" class=\"image image-thumbnail \" src=\"https:\/\/linksunten.indymedia.org\/system\/files\/images\/2004059880.thumbnail.jpg\" style=\"float: left; width: 130px; height: 200px; margin: 10px;\" title=\"incognito\" \/><\/a>Dieses Buch handelt vom Leben im Verborgenen. Es sticht durch die Dunkelheit und springt in die Geheimnisse des Unerkannten, des Inkognito, einem Paralleluniversum in dem sogar das was gesagt werden k&ouml;nnte, oftmals nicht ausgesprochen wird. Sei es aus &uuml;berm&auml;&szlig;igem Taktgef&uuml;hl, Angst oder weil gedacht wird, es sei nicht relevant. Oder in bestimmten Milieus und in den h&auml;rtesten F&auml;llen aufgrund blo&szlig;er politischer Taktik. Doch selbst auf den ersten Blick erscheint die Welt der Klandestinen nicht wie eine W&uuml;stenlandschaft, im Gegenteil, sie ist bewohnt von lebenden Wesen, Erfahrungen und Ideen, welche unseren sehr nahe stehen, in sowohl den elendsten als auch den faszinierendsten Aspekten unseres Lebens, nahe unserer feurigsten Begehren und leidenschaftlichsten Tagtr&auml;ume. <span><span><span><span>&nbsp;<\/span><\/span><\/span><\/span><span><span><span><span style=\"text-decoration:none\">&nbsp;<\/span><\/span><\/span><\/span>\n<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\n\t<span><span><span><span>Zur &Uuml;bersetzung: Dies ist das letzte Kapitel aus dem Buch &bdquo;<\/span><\/span><\/span><\/span><span><span><i><span>Incognito &ndash; Experiences that defy identification<\/span><\/i><\/span><\/span><span><span><span><span>&ldquo;, erschienen 2007 bei Elephant Editions; online lesbar unter: <a href=\"http:\/\/digitalelephant.blogspot.de\/2010\/08\/incognito.html\" rel=\"nofollow\" title=\"http:\/\/digitalelephant.blogspot.de\/2010\/08\/incognito.html\">http:\/\/digitalelephant.blogspot.de\/2010\/08\/incognito.html<\/a> Das italienische Original &bdquo;<\/span><\/span><\/span><\/span><em><span><span><span><span>In incognito. Esperienze che sfidano l&rsquo;identificazione<\/span><\/span><\/span><\/span><\/em><em><span><span><span><span><span>&ldquo; erschien erstmalig im Jahr 2003. Aktuell ist eine franz&ouml;sische Ausgabe ver&ouml;ffentlicht worden. Leider gibt es meines Wissens nach keine deutsche &Uuml;bersetzung, deswegen hoffe ich, dass bei den Lesenden Interesse, Diskussionsdrang und Motivation f&uuml;r weitere &Uuml;bersetzungen aufkommt. Ich w&uuml;rde mich <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/em><em><span><span><span><span><span>sehr <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/em><em><span><span><span><span><span>freuen, wenn weitere Teile des Buches in deutscher Sprache <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/em><em><span><span><span><span><span>hier auf linksunten ver&ouml;ffentlicht werden. <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/em>\n<\/p>\n<p>\n\t&nbsp;<\/p>\n<p>\n\t\t&nbsp;<\/p>\n<div class=\"content\">\n<p>\n\t\t\t\t<em><span><span><span><span><span>Ich habe alle vergeschlechtlichten W&ouml;rter in die weibliche Form gesetzt, was ein (&bdquo;fauler&ldquo;) Kompromiss zwischen dem Anspruch an nicht-patriarchaler Sprache und bequemer Lesbarkeit ist.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/em>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<em><span><span><span><span><span>Zur weiteren Diskussion: <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/em><em><span><span><span><span><span>Wer will und zu dem Zeitpunkt in <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/em><em><span><span><span><span><b>Berlin<\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/em><em><span><span><span><span><span> ist, kann am <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/em><em><span><span><span><span><b>25. Juni <\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/em><em><span><span><span><span><span>in die <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/em><em><span><span><span><span><b>Braunschweiger Str. 53-55 <\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/em><em><span><span><span><span><span>zum <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/em><em><span><span><span><span><b>Glossophobia-Tresen <\/b><\/span><\/span><\/span><\/span><\/em><em><span><span><span><span><span>kommen und dort in gem&uuml;tlicher Runde den Text und damit verbundene Gedanken besprechen. Es werden Kopien ausliegen, einen kurzen Input geben und nach einer Stunde Pause mit Musik k&ouml;nnen in gro&szlig;er oder mehreren kleinen Runden Worte gesucht und gefunden werden.<\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/em>\n\t\t\t<\/p>\n<hr \/>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span><b>Inkognito<\/b><\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span><b>Erfahrungen jenseits der Identifikation<\/b><\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span><b>Erfahrungen der Verbannung<\/b><\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span><i>Sie haben schwarze Fahnen der Hoffnung<\/i><\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span><i>und die Melancholie ist ihre Tanzpartnerin.<\/i><\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span><i>Sie haben Messer, um das Brot der Freundschaft zu schneiden<\/i><\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span><i>und Blut, um den Schmutz wegzuwaschen<\/i><\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Leo Ferr&eacute;, <i>Die Anarchisten<\/i><\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Ich hatte die Gelegenheit, einige Formen der Verbannung f&uuml;r kurze Zeitr&auml;ume zu erfahren: Leben im Verborgenen, Gef&auml;ngnis und Vertreibung. Auch wenn sie alle Bedingungen sind, welche durch Repression aufgezwungen werden, so sind sie voneinander doch sehr verschieden. Ich werde &uuml;ber sie sprechen, denn sie sind Experimente der Freiheit.<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Jedoch beabsichtige ich die Gedanken, welche diese Umst&auml;nde in mir hervorgerufen haben, zu umschreiben, nicht aber die praktischen Aspekte. Ich werde mich der damit zusammenh&auml;ngenden &bdquo;inneren&ldquo; Dimension widmen, dann werde ich versuchen, einige generelle Schlussfolgerungen zu ziehen. Dies ist der Weg den ich bevorzuge. In der Tat, was die zahlreichen Ereignisse angeht, welche ich erlebt habe, tendiere ich dazu, mich an die charakterisierenden Ideen und emotionalen Verfassungen zu erinnern. Ich werde die Erz&auml;hlung, die Diskussion und Kurznotizen benutzen. Manchmal werde ich die Worte anderer Leute zitieren, jedoch nur deswegen, weil zu jenen Anl&auml;ssen diese Worte f&uuml;r mich von entscheidender Bedeutung waren. Nur ein entferntes Echo in der eigenen Erfahrungswelt der Lesenden wird in der Lage sein, diese Zeilen von einer blo&szlig;en literarischen &Uuml;bung zu unterscheiden. Meine extremste Erfahrung betrifft nicht Angst oder den Mangel an Freiheit. In einem seiner Gedichte aus dem 1. Weltkrieg beschreibt der Poet Ungaretti, wie er sich einen Tag &bdquo;gef&uuml;gig wie eine Faser im Universum&ldquo; gef&uuml;hlt hat. Jedoch benutzt der Poet diesen Ausdruck um zu sagen, dass er an seine Anteilnahme am Universum dachte, wohingegen meine Erfahrung schockierend und verwirrend war. Ich erinnere mich, wie mir die Worte Ungarettis als die passendsten in den Sinn kamen (wenn dein Herz die Korrespondenzen deiner Sinne in ein seltsames Universum namens Intuition pumpt). Stolz &auml;nderte ich &bdquo;f&uuml;gsam&ldquo; in &bdquo;zerbrechlich&ldquo; und versuchte mich davon zu &uuml;berzeugen, das letzteres eigentlich das Wort ist, das der Poet schreiben wollte. Doch ich f&uuml;hlt mich nicht, als sei ich lediglich &bdquo;zerbrechlich&ldquo;. Ich war auch &bdquo;f&uuml;gsam&ldquo;. Warum?<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Ich hatte mich in einem Wald verlaufen. Beim Versuch, einen Weg heraus zu finden, st&uuml;rzte ich eine Klippe hinab. Gl&uuml;cklicherweise verhinderte mein Rucksack, dass ich mir den R&uuml;cken brach, allerdings hatte ich solche Schmerzen, dass ich f&uuml;r eine Nacht und einen Tag bewegungslos in einem ausgetrockneten Flussbett lag. Schnell war mein Essen und Wasser aufgebraucht. Ich verbrachte Tage mit dem Versuch, hinaufzuklettern und einen Punkt zu finden, von welchem ich mich orientieren k&ouml;nnte, davon eine Nacht im Regen. Der vierte Tag verging und neben dem Hunger und der M&uuml;digkeit die ich versp&uuml;rte, begann ich in einen seltsamen inneren Schwindel zu geraten. Ab einem bestimmten Punkt begannen die unterschiedlichen Seiten meines Charakters miteinander zu argumentieren und zu streiten, so als ob sie unterschiedliche Personen w&auml;ren. Ihre Diskurse waren so realistisch, dass ich nicht sagen konnte, ob ich gerade wirklich jemanden getroffen oder nur getr&auml;umt hatte, jedes Mal, nachdem ich vom Schlaf erwacht war, mit meinen Beinen um einen Ast geschlungen, um zu verhindern, herunterzufallen. Zwei Stimmen waren die hervorstechendsten: die pessimistische und die optimistische. Erstere attackierte den eher unbeholfenen Einfallsreichtum der letzteren mit Argumenten, die ich nie vergessen werde. Die Querelen handelten &uuml;berwiegend von dem Verh&auml;ltnis zwischen Mensch und Natur. Die optimistische Stimme interpretierte die Formen im Wald (Zweige von B&auml;umen, Pfade zwischen den B&uuml;schen etc.) als Zeichen eines Auswegs und war ermuntert. Die pessimistische spottete &uuml;ber diese beruhigende Vermenschlichung und behauptete, dass ein Wald keine Zeichen gibt, sondern nur ist. Doch die optimistische Stimme gab nicht auf; im Gegenzug dazu kreierte sie ihre eigenen Gottheiten als Reisebegleiterinnen. Es war, als ich auf einem steilen Felsen dutzende Meter hinabrutschte, da ich mich wirklich &bdquo;f&uuml;gsam wie eine Faser im Universum f&uuml;hlte&ldquo;. Aus dem Nichts heraus realisierte ich, dass Freiheit oftmals nichts anderes ist als eine Frage der&#8230; Balance. So viele Begehren, Projekte und Diskussionen &uuml;ber die Kraft des Individuums, das eigene Leben zu ver&auml;ndern: ein paar Zentimeter mehr und alles w&auml;re vorbei. Ich bereute es zutiefst, dass ich nicht in der Lage sein werde, der Welt irgendetwas &uuml;ber die zerbrechlichen Grenzen zu schreiben, welche ich noch immer z&ouml;gerlich erfuhr. Ich bekam die feste &Uuml;berzeugung, Worte seien Medizin (die Griechen betrachteten sie sowohl als Medizin als auch als Gift), welche uns abh&auml;lt vom absoluten Anderen der Natur. Die wilde Natur ist nicht so, wie sie in primitivistischen Schriften und Zeitungen dargestellt wird; im Gegenteil, sie ist ein Furcht einfl&ouml;&szlig;ender Ort, denn sie ist &bdquo;sprachlos&ldquo; &#8211; ein Ort der totalen Kommunion und gleichzeitig der absoluten Einsamkeit. Die extreme Ein&ouml;de ist auch Medizin, denn sie ist eine Beziehung, in der Andere in Form von Abwesenheit teilnehmen. W&auml;hrend ich auf den Felsen in diesem ausgetrockneten Flussbett lag, dachte ich daran, was wohl meine Gef&auml;hrtinnen &uuml;ber diesen Umstand sagen w&uuml;rden und musste herzlich lachen. Meine Gef&auml;hrtinnen&#8230;<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Worte als Medizin. Ich erfuhr meine intensivste Beziehung zur Theorie in der Nacht, in der ich ein Feuer mit einem Buch von Hegel entfachen musste. Ich kann weder das Z&ouml;gern beschreiben, mit welchem ich die Seiten herausriss, noch die Gedanken am Feuer oder die Erhellung, welche die Dialektiken Hegels in dieser ungew&ouml;hnlichen Nutzung brachten. Ich verstand, dass Heraklit der Dunkle nicht zuf&auml;llig in den Flammen eines Feuers den empfindsamen Ausdruck der Dinge auf dem Werdegang zur Realit&auml;t sah.<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Kafka sagt, die Logik k&ouml;nne nicht jenen widerstehen, welche am Leben bleiben wollen. Ich entschied, dass jedes Mal, wenn ich mit Gewissheit &uuml;ber den Kampf und radikale Projekte reden w&uuml;rde, ich mich immer daran erinnern m&uuml;sse, was ich auf diesem Felsen f&uuml;hlte.<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Das Leben und seine notwendigen Illusionen haben mich immer vom Bewusstsein &uuml;ber meine &bdquo;F&uuml;gsamkeit&ldquo; gegen&uuml;ber der Welt abgehalten. Tats&auml;chlich h&auml;tte ich nichts tun k&ouml;nnen, w&auml;re dieses Bewusstsein am Leben gewesen. Was k&ouml;nnen wir zerst&ouml;ren und was k&ouml;nnen wir aufbauen, wenn wir nicht wissen, ob wir im n&auml;chsten Moment noch da sein werden? Als ich im Gef&auml;ngnis oder in Gefangenschaft war versprach ich mir selbst eine Menge Dinge zu tun, wenn ich wieder drau&szlig;en bin. Nat&uuml;rlich kam es nicht so. Das Leben absorbiert dich und l&auml;sst dich die Schl&auml;ge vergessen, die du frontal abbekommst. Doch ich realisiere, dass diese gewisse Leere, die ich in jenem Wald versp&uuml;rt habe, mich wie ein Klang durchdringt, welcher im Geheimen jedes meiner Bekenntnisse begleitet. Wenn ich diesem steinernen D&auml;mon &ouml;fter zuh&ouml;ren m&uuml;sste, w&uuml;rde ich weitaus weniger reden.<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Auf diesen blanken Felsen, wo Adler ihre Nester bauen, ahnte ich, wie stark der Gedanke an Selbstmord sein kann. Die Idee, dass du der Welt jederzeit Lebewohl sagen kannst, macht das Leben wundervoll. &bdquo;Tu es, trau dich, niemand kann dich zum Leben verpflichten&ldquo;: Durch die starrk&ouml;pfige Stimme dieses D&auml;mons k&ouml;nnen wir uns jedem Feind gegen&uuml;berstellen. In der Tat, jede Erpressung kollabiert am Kernpunkt dieses Bewusstseins. Am Rande einer verf&uuml;hrerischen Klippe, in der kompletten Einsamkeit, wo Fiktion verschwindet und nur was z&auml;hlt wirklich z&auml;hlt, traf ich die uneingeschr&auml;nkte Liebe.<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>In anderen Worten, der Optimist setzt sich durch mit einer Logik, welche die Logik nicht kennt. Als mir eines Nachts im Regen eine kosmische Stimme (mein pers&ouml;nlicher Mephisto) einen Pakt vorschlug, f&uuml;hlte ich eine unb&auml;ndige Euphorie: &bdquo;Wenn du deine Ideen aufgibst, werde ich dich aus diesem Wald bringen&ldquo;. Ich sage Euphorie, denn es ist was ich f&uuml;hlte, als ich dieses Angebot ablehnte. Auch im Delirium immer noch rhetorisch, werden einige sagen. Letztendlich geben selbst unsere Halluzinationen Preis, wer wir sind.<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Es mag seltsam wirken, doch meine Erfahrung als jemand im Verborgenen ist hierin enthalten, in der gerade beschriebenen Erfahrung. Der Rest ist eine Reihe an Details. So richtig k&ouml;nnen wir uns nur an das erinnern, was uns ersch&uuml;ttert.<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Als ich meinen unterschiedlichen Ichs im Wald beim Streiten zuh&ouml;rte, verstand ich die Bedeutung der Affirmation Nietzsches, dass unser Leben nur ein Raum ist, durch den unz&auml;hlige Wesen im Konflikt reisen. Danach habe ich oft &uuml;ber das Konzept der Identit&auml;t nachgedacht.<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Was uns wirklich Angst macht ist die fehlende Kontrolle dar&uuml;ber, was uns umgibt. Ich bin mir sicher, dass die wenigen Tage, die ich im Wald verbrachte, mich mehr beeinflussten als die Monate im Gef&auml;ngnis. Im Gef&auml;ngnis ist alles, oder zumindest scheint es so, unter Kontrolle, zumindest war es so unter den Bedingungen die ich dort kennenlernte. Nat&uuml;rlich verlierst du deine Freiheit und du hasst deine W&auml;rterinnen; doch alles wiederholt sich in der gleichen Art und Weise, du auf der einen Seite und sie auf der anderen und du kannst dein minimales Projekt durchziehen. Mit anderen Worten, es gibt einen Code. Es gibt einen gro&szlig;en Unterschied zwischen dem Gefangenen, der diesen Code in sich aufnimmt, bis er zum Teil dieser totalen Institution wird und jenem, der ihn nicht akzeptieren kann. Doch selbst der willensst&auml;rkste Rebell benutzt bestimmte Codes. Im Gegensatz dazu kollabieren alle Codes zu bestimmten Ereignissen, denn nichts, nicht einmal das Fehlen der Freiheit, ist gewiss. Ich denke, das Fehlen jeglicher Garantie kann zum Wahnsinn f&uuml;hren. So gesehen habe ich besser verstanden, was eine radikale Kritik an der Psychiatrie ist.<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Oft bin ich pl&ouml;tzlich in der Angst aufgewacht, kein Wasser zu haben (und in solchen F&auml;llen war es immer eine gro&szlig;e Erleichterung, eine Flasche neben meinem Bett zu finden); im Gegensatz dazu habe ich fast nie vom Gef&auml;ngnis getr&auml;umt.<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t&nbsp;\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Was das Konzept der Identit&auml;t anbelangt, so sind die Umst&auml;nde des Lebens in der Klandestinit&auml;t ein au&szlig;ergew&ouml;hnliches Experiment am Subjekt, welches weitaus n&uuml;tzlicher als die meisten philosophischen B&uuml;cher sein kann. Coeurderoy meinte, dass es uns m&ouml;glich sein m&uuml;sse, unseren Namen jeden Tag zu &auml;ndern. Das sagte ich auch den Bullen im Verh&ouml;r und f&uuml;gte noch hinzu, dass das Konzept der Identit&auml;t autorit&auml;r ist. Die nicht ganz so entspannte Reaktion der Bullen zeigte mir deutlich, wie Identit&auml;tskategorien zentrale Punkte von Herrschaft sind.<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t&nbsp;\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Was ist Identit&auml;t?<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Ein bestimmtes Bild, erbaut mit einer Reihe von Elementen, kommt in unseren t&auml;glichen Beziehungen ins Spiel. Unsere Vergangenheit und was andere &uuml;ber uns wissen werden ziemlich gew&ouml;hnliche Aspekte, denen wir f&uuml;r gew&ouml;hnlich nicht viel Aufmerksamkeit schenken. Wenn wir mit jemandem intim werden, er&ouml;ffnen wir ihm oder ihr gegen&uuml;ber jenes, was uns am wertvollsten ist, Liebe und in sich selbst Geschichten beinhaltende Ideen. Eine klandestine Person hingegen, muss best&auml;ndig die eigene Identit&auml;t kreieren, welche dazu auch noch stimmig sein muss, um nicht aufzufallen. Sich an einen Namen zu gew&ouml;hnen, der nicht der deine ist, ist eine sehr spezielle Erfahrung und mag f&uuml;r einige unm&ouml;glich sein (vielleicht weil es so &auml;hnlich ist zum &bdquo;Ich ist ein anderer&ldquo; von einem Klandestinen der Dichtung, genannt Rimbaud). Ein interessanter und n&uuml;tzlicher Aspekt dieser Bedingung ist, dass sie dir dabei hilft, grundlegende F&auml;higkeit zu erlernen, bspw. &uuml;ber dich selbst mit extremer Aufrichtigkeit zu reden, ohne irgendein Detail &uuml;ber dein Leben zu verlieren. Es ist nicht unbedingt eine F&auml;higkeit zur Abstraktion, sondern eher die eigenen Erfahrungen in eine Destillation von Gedanken und Emotionen zu verwandeln. Ein anderes Konzept der Identit&auml;t ist vielleicht das, was von diesem Destillationsprozess &uuml;brigbleibt. Im Verlauf dieser inneren Alchemie musst du etwas Wichtiges wegwerfen und das kann schmerzvoll sein. Zum Beispiel war es meinem &bdquo;Charakter&ldquo; nach schwer f&uuml;r mich, den &ouml;ffentlichen Teil meiner subversiven Aktivit&auml;t aufzugeben. (Ich benutze die Anf&uuml;hrungszeichen, da ich einen Satz in Paul Val&eacute;rys Notizen nicht vergessen kann, nach dem er behauptet, dass das, was wir Charakter nennen, etwas tempor&auml;res ist.) Sicher, ein Gef&auml;hrte auf der Flucht denkt immer an seine risikoreiche Identit&auml;t und wie es m&ouml;glich w&auml;re, an den Projekten anderer Gef&auml;hrten teilzuhaben (denken sie an mich?). Zusammenhalt, welcher in sozialen Beziehungen eine Garantie f&uuml;r &bdquo;Ordnungsm&auml;&szlig;igkeit&ldquo; und Schutz vor Angst und Chaos ist und welcher oftmals weitaus weniger offensichtlich ist als es scheinen mag, ben&ouml;tigt in diesem Fall eine sehr besondere Dimension, in der die Spannung zwischen Theorie und Praxis auf einer eher inneren Ebene liegt. Dieser Zusammenhalt kann manchmal durch die Zahlung eines hohen Preises in der Sph&auml;re der Liebe und Zuwendung erreicht werden. Ich entschied mich, nicht zu drastisch zu sein, als ich in den Untergrund musste (wie mit dem Besuch der Polizei ein paar Monate sp&auml;ter bewiesen&#8230;). Doch ich kann mir vorstellen, wie man sich selbst mittels andauernder Achtsamkeit &ouml;ffnen und schlie&szlig;en kann. Ich verstehe den Gef&auml;hrten, der sagt er h&auml;tte wahrhafte Freiheit nur im Klandestinen gekannt, als er inkognito durch L&auml;nder und Leute reiste. Ich hatte eine kleine Kostprobe davon eines Nachts auf einem H&uuml;gel, w&auml;hrend ich aus der Distanz der Flucht auf die Lichter der Stadt blickte. Die Verbannten k&ouml;nnen ihre Situation wenden und Banditen werden.<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Die Aufmerksamkeit (in Bezug auf das Territorium, in dem man sich bewegt, das Aussehen und Verhalten sowie unerw&uuml;nschter Kontakt mit Gef&auml;hrtinnen) kann nicht improvisiert werden, denn es erfordert die Zeit und Energie. Doch andere Gef&auml;hrtinnen mit mehr Erfahrung als ich sie habe k&ouml;nnen dies weitaus besser erkl&auml;ren.<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Das Leben im Verborgenen und die Gefangenschaft im Knast sind sehr unterschiedliche Bedingungen, auch was die Wahrnehmung der eigenen Identit&auml;t anbelangt. Ich erinnere mich an das Gef&uuml;hl einer tiefen und fast euphorischen Freude, als ich von meiner Zelle aus anfing, Gef&auml;hrtinnen, mit denen ich seit Langem nicht in Kontakt war, zu schreiben. Ich schrieb in &bdquo;meinem&ldquo; Namen, ich erhielt Briefe und erz&auml;hlte von vergangenen Erfahrungen und zuk&uuml;nftigen Projekten: All dies erf&uuml;llte mein Herz und meine Tage mit Freude. Gef&auml;hrtinnen reden &uuml;ber Gefangene, organisieren f&uuml;r sie Solidarit&auml;tsinitiativen und ver&ouml;ffentlichen deren Ideen. Die im Verborgenen Lebenden sind sogar noch mehr isoliert. Ihr Zusammenhalt ist stolz und schwierig, da sie keinerlei externen Einblick haben k&ouml;nnen. M&ouml;gen die Umherstreifenden erinnert sein.<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Das Leben im Verborgenen ist eine Erfahrung von starken Beziehungen und Verb&uuml;ndeten, doch auch gro&szlig;er Einsamkeit. Der D&auml;mon der Nostalgie kommt dich h&auml;ufig besuchen und bringt dir Erinnerungen, die du schon begraben hattest: eine entfernte Freundin aus der Kindheit, der Geruch eines Ladens, in den du als Kind h&auml;ufig gegangen bist, ein M&auml;dchen, in das du als Teenagerin verliebt warst oder vielleicht die wundersch&ouml;ne Frau, die am Tag zuvor an dir vorbei lief; dann Worte, Lieder, Orte, alles scheint sich gegen dich zu verschw&ouml;ren, um dich in Nostalgie schwelgen zu lassen. Nostalgie ist eine seltsame Welt, in der selbst ein dummes Schlagerlied gut f&uuml;r eine Anarchistin klingen kann&#8230;<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Jede kennt den Unterschied zwischen Nostalgie und Trauer. Ersteres ist ein geschw&auml;rzter Eindruck, doch es ist ein Schwarz, das dir etwas gibt. Hast du jemals bemerkt, dass d&uuml;stere Gestalten eine verst&ouml;rte und behutsame Freundlichkeit besitzen? Sowie sie von der Nostalgie ihrer Vergangenheit eingeholt werden, entwickeln sie eine bestimmte Sensibilit&auml;t f&uuml;r Unbekannte, als ob sie die Leere mit einem Versprechen des Gl&uuml;cks f&uuml;llen wollen. So ist mehr oder weniger das Leben im Verborgenen. <\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Der Liedtext von Ferr&eacute;, den ich am Anfang zitiert habe, kommt mir gerade in den Sinn. Verr&uuml;ckterweise fand ich ihn mit einem Filzstift an eine Wand geschrieben. Es ist eigenartig, dass Anarchist_innen als nostalgische Pers&ouml;nlichkeiten dargestellt werden, oder? &ldquo;Sie haben schwarze Fahnen der Hoffnung \/ und die Melancholie ist ihre Tanzpartnerin&ldquo;&#8230; Nun, ich denke das Leben im Verborgenen hat mich dies werden lassen: mein unbegrenzter Optimismus ist melancholischer geworden, als ob von einer Gypsy-Melodie begleitet.<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Die Beschr&auml;nkung der Aktivit&auml;ten und Gesten nimmt aller Kritik zunehmend die Offensive. Wir haben oft den Eindruck, dass Reden sinnlos ist. Das Leben im Versteckten und die Gefangenschaft im Knast waren aus diesem Blickwinkel betrachtet sehr unterschiedliche Erfahrungen f&uuml;r mich. Im Gef&auml;ngnis erfuhr ich die Kraft der Worte. Mit den W&auml;rterinnen, der Direktorin und den Angestellten in einer bestimmten Art zu reden oder die Unterhaltungen mit den anderen Insassen w&auml;hrend der &bdquo;Sozialisierungszeit&ldquo; haben praktische Auswirkungen. Rebellische Worte verleiten schnell zum Handeln, darum sind sie gef&uuml;rchtet.<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Wenn du dich versteckst, ist die Kraft der Worte manchmal begrenzt und das nicht nur aufgrund von Sicherheitsgr&uuml;nden. Es kann passieren, dass du zweimal nachdenkst, bevor du den Mund aufmachst, denn was du sagst kann riskieren, dass es so aussieht, als w&uuml;rdest du eine Lehrstunde geben, da es nicht in die Praxis umgesetzt werden kann (besonders wenn andere sich &ouml;ffentlich ausdr&uuml;cken k&ouml;nnen, w&auml;hrend du das nicht kannst). Also ziehst du es vor, still zu bleiben, es sei denn, du findest eine neue Verb&uuml;ndete in einem gemeinsamen Projekt. Letztendlich bist du sogar freier im Handeln denn gegen&uuml;ber deinen Feinden hast du einen Vorteil: Sie wissen nicht, wo du bist&#8230;<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Eine Form der Bestrafung wird in einigen der noch existierenden sog. &bdquo;primitiven&ldquo; Gemeinden praktiziert und sie wird als die h&auml;rteste angesehen. Es ist weder physische Folter, noch Einsperren oder Verbannung. Wenn jemand ein besonders ernstes und tadelnswertes Verbrechen begeht, reagiert die Gemeinde indem sie so tut, als w&uuml;rde diese Person nicht existieren. Sie schauen die Person nicht an, reden nicht mit ihr oder &uuml;ber sie und machen sie so f&uuml;r eine Weile unsichtbar. Es sei eine unertr&auml;gliche Bestrafung. Unsere Individualit&auml;t wird durch ein kontinuierliches Wechselspiel der Kommunikation und der gegenseitigen Anerkennung aufgebaut und vollendet. Wir sind einander unsichtbar, wenn alle Beteiligten sich allein aufgrund ihrer Pr&auml;senz schuldig f&uuml;hlen. Die Beschr&auml;nkung, welche uns davon abh&auml;lt, unsere eigenen B&uuml;nde zu etablieren und aufrichtig ohne Mediation zu reden, versetzt uns in Unannehmlichkeiten und Anonymit&auml;t.<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Dies &auml;hnelt stark der Bedingungen, welche Millionen von Klandestinen weltweit erfahren, &uuml;berwiegend die Gefl&uuml;chteten des kapitalistischen Massakers. Sie sind unsichtbar und dazu gezwungen, wie Schatten entlang der W&auml;nde der Metropolen zu huschen und die Schuld der Armut und des Fremdseins abzub&uuml;&szlig;en. Klandestine ver&auml;ngstigen uns, denn durch sie realisieren wir unsere eigene Bedingung als prek&auml;r und entfremdet; einem gigantischen produktiven und technologisierten Apparat jenseits unserer Kontrolle untergeordnet; jegliche Bedeutung dessen, was uns entrinnt durch immer wiederkehrende materielle Bed&uuml;rfnisse aufgeschoben.<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Ich bin froh, dass dieses B&uuml;chlein auch die Erfahrungen eines im Verborgenen lebenden Menschen darstellt, denen andere Ursachen zu Grunde liegen als die vieler meiner Gef&auml;hrtinnen. Das bedeutet nicht, dass wir Unterschiede ausblenden sollen, sondern dass wir eine radikale Kritik an Grenzen und Papieren von einem sozialen Blickwinkel aus formulieren sollten. Leider war die Idee der Zersetzung von Herrschaftskategorien (Arbeiterin \/ Arbeitslose, Staatsb&uuml;rgerin \/ Fremde, legal \/ illegal, unschuldig \/ schuldig) anf&auml;nglich unsere Idee und nicht wirklich angesagt. Kategorien m&uuml;ssen im Kampf zerst&ouml;rt werden; es reicht nicht aus einfach nur zu behaupten, sie w&uuml;rden nicht existieren. Die Bedingungen von Millionen von legal nicht-existenten Menschen k&ouml;nnten ein schmerzvoller aber gravierender Anlass sein, alle kollektiven und autorit&auml;ren Identit&auml;ten zu zerst&ouml;ren. Jene Unsichtbaren, die der Worte und der Beziehungen beraubt worden sind, suchen oft nach einer Art kollektiver Identit&auml;t als Form der Verteidigung. Darum existiert Fundamentalismus, ein spekulatives Produkt der Negation von Unterschieden durch den Kapitalismus. Eine Diskussion &uuml;ber die sozialen Ursachen ist dringend notwendig, denn offensichtlich reichen intellektuelle Argumentationen zur Nichtexistenz Gottes nicht aus, um eine praktische Kritik der Religion hervorzubringen. Der Bedarf nach Gemeinschaften in einer Welt, in der die einzige Gemeinschaft die der zu konsumierenden Waren sind, wird st&auml;rker und st&auml;rker und wird schnell von nationalistischen und fundamentalistischen Plagen manipuliert. Die Zahl der Unsichtbaren, welche von Hass und Gleichg&uuml;ltigkeit umringt sind, welche einem Ultimatum gegen&uuml;berstehen, nimmt stetig zu: Sie werden entweder als Subjekt unterworfen und gezwungen, sich zu integrieren oder sie werden abgeschoben. Gemeinsame Gr&uuml;nde f&uuml;r die Rebellion, geschaffen durch unmittelbare Bed&uuml;rfnisse zum Voranschreiten, sind weitaus mehr als nur Solidarit&auml;t. Unsere &auml;u&szlig;erste Freiheit steht auf dem Spiel, denn die M&ouml;glichkeit eines sozialen Krieges kann schnell zur Gewissheit eines &bdquo;Rassenkrieges&ldquo; werden. Innerhalb des &uuml;berw&auml;ltigenden Chaos der Sprachen und Kulturen m&uuml;ssen neue Desertionen und B&uuml;ndnisse erfahren werden&#8230;<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<p>\n\t\t\t\t<span><span>Wie ist es m&ouml;glich, der Macht und ihrer W&auml;chterinnen gegen&uuml;ber unsichtbar zu sein &ndash; in anderen Worten, wie ist es m&ouml;glich, der Identifizierung zu trotzen &ndash; und gleichzeitig sozial sichtbar zu sein? Ich denke, dies ist das Hauptproblem, das alle klandestinen Gef&auml;hrtinnen betrifft. Ich denke auch, dass wir &uuml;ber unsere umher wandernden Gef&auml;hrtinnen reden k&ouml;nnen, wenn wir damit beginnen auf gro&szlig;er Ebene umherzustreifen, sodass unsere Gef&auml;hrtinnen weniger fern sind.<\/span><\/span>\n\t\t\t<\/p>\n<\/p><\/div><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;(gefunden auf: linksunten.indymedia.org) &nbsp;Dieses Buch handelt vom Leben im Verborgenen. 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