{"id":12230,"date":"2023-04-22T23:33:24","date_gmt":"2023-04-22T21:33:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=12230"},"modified":"2023-04-22T23:33:24","modified_gmt":"2023-04-22T21:33:24","slug":"alfredo-cospito-hat-seinen-seit-dem-20-oktober-gefuehrten-hungerstreik-beendet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=12230","title":{"rendered":"Alfredo Cospito hat seinen seit dem 20. Oktober gef\u00fchrten Hungerstreik beendet"},"content":{"rendered":"<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/bonustracks.blackblogs.org\/2023\/04\/20\/alfredo-cospito-hat-seinen-seit-dem-20-oktober-gefuehrten-hungerstreik-beendet\/\">bonustracks<\/a><\/p>\n<p><em>Ein Text von Gef\u00e4hrten, der derzeit in Italien kursiert.&nbsp;<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?attachment_id=12231\" rel=\"attachment wp-att-12231\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-12231 \" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/soli-alfredo-cospito-1024x580-1024x576-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"325\" height=\"183\" srcset=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/soli-alfredo-cospito-1024x580-1024x576-1.jpeg 1024w, https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/soli-alfredo-cospito-1024x580-1024x576-1-300x169.jpeg 300w, https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/soli-alfredo-cospito-1024x580-1024x576-1-768x432.jpeg 768w\" sizes=\"(max-width: 325px) 100vw, 325px\" \/><\/a>Am Mittwoch, den 19. April 2023, beendete der Anarchist Alfredo Cospito den Hungerstreik, den er 181 Tage zuvor, am 20. Oktober 2022, im Gef\u00e4ngnis von Bancali auf Sardinien begonnen hatte. Der Genosse, der derzeit in der Abteilung f\u00fcr Gef\u00e4ngnismedizin des San Paolo Krankenhauses in Mailand inhaftiert ist, befand sich sechs Monate lang im Hungerstreik gegen das durch Artikel 41bis der Gef\u00e4ngnisordnung festgelegte Haftregime (in das er am 5. Mai 2022 verlegt worden war) und gegen die lebenslange Freiheitsstrafe, die am Ende des Scripta Manent Prozesses die endg\u00fcltige Strafe f\u00fcr den Genossen zu sein drohte.<\/p>\n<p>Die Unterbrechung des Hungerstreiks erfolgt im Anschluss an die Anh\u00f6rung vom 18. April in Rom vor dem Verfassungsgericht, in der anerkannt wurde, dass bei allen Verurteilungen f\u00fcr Straftaten, die mit einer lebenslangen Haftstrafe geahndet werden, strafmildernde Umst\u00e4nde gegen einen erneuten Straftatbestand vorliegen. Dies ist der Fall bei Alfredo, denn mit der Umqualifizierung (durch den Kassationsgerichtshof am Ende des Scripta-Manent-Prozesses) der Anklage bez\u00fcglich des doppelten Sprengstoffanschlags auf die Kadettenkaserne der Carabinieri in Fossano am 2. Juni 2006 von \u201egew\u00f6hnliches Massaker\u201c (Art. 422 c. p.) in \u201epolitisches Massaker\u201c (d.h. \u201eMassaker zum Zwecke des Angriffs auf die Sicherheit des Staates\u201c, Art. 285 des italienischen Strafgesetzbuches), droht den Genossen Alfredo Cospito und Anna Beniamino eine lebenslange bzw. 27-j\u00e4hrige Haftstrafe, wie von der Turiner Staatsanwaltschaft beantragt.<\/p>\n<p><!--more-->Was in den letzten Tagen geschehen ist, ist sicherlich kein \u201eSieg\u201c f\u00fcr den Rechtsstaat oder eine \u201eR\u00fcckkehr\u201c zu den Prinzipien der Verfassung, sondern ein Ergebnis des Hungerstreiks und der internationalen Solidarit\u00e4tsbewegung, die sich in den letzten 11 Monaten entwickelt hat.<\/p>\n<p>Mit der Verurteilung zu lebenslanger Freiheitsstrafe und der Verh\u00e4ngung von 41bis wollte der Staat Alfredo Cospito lebenslang ins Gef\u00e4ngnis stecken. Diese Absicht haben der Staat und seine Repressionsapparate nun vorerst nicht erreicht, auch wenn der Genosse weiterhin unter 41bis inhaftiert ist.<\/p>\n<p>In den letzten Monaten hat der Genosse sein Leben riskiert und riskiert es auch weiterhin in dieser neuen und heiklen Phase der langsamen Erholung seiner F\u00e4higkeit, sich selbst zu ern\u00e4hren. Der Genosse hat bereits vermutlich bleibende neurologische Sch\u00e4den erlitten, die insbesondere im peripheren Nervensystem lokalisiert sind (er hat die volle Sensibilit\u00e4t in einem Fu\u00df verloren, der andere Fu\u00df hat eine verringerte Sensibilit\u00e4t und eine Hand hat begonnen, \u00e4hnliche Symptome zu zeigen). Die Fortsetzung des Hungerstreiks in der Art und Weise, wie er \u00fcber viele Monate hinweg gef\u00fchrt wurde, brachte ihn objektiv in die Gefahr eines fortschreitenden und dauerhaften k\u00f6rperlichen Verfalls mit mehr oder weniger schwerwiegenden Folgen, die prim\u00e4r in einer weiteren Beeintr\u00e4chtigung des Nervensystems bestehen, und nicht in der unmittelbare Gefahr eines pl\u00f6tzlichen Todes, der durch die \u00dcberwachung im Krankenhaus wahrscheinlich vermieden worden w\u00e4re.<\/p>\n<p>In diesem Hungerstreik hat Alfredo immer betont, dass er nicht nur f\u00fcr sich selbst, sondern f\u00fcr alle Gefangenen unter 41bis gek\u00e4mpft hat und dar\u00fcber hinaus, um Solidarit\u00e4t mit den in der ganzen Welt inhaftierten Anarchisten, Kommunisten und Revolution\u00e4ren zu entwickeln. Und in diesen sechs Monaten des Streiks wurde die Solidarit\u00e4t mit Alfredo in den Gef\u00e4ngnissen auf der ganzen Welt zum Ausdruck gebracht, vor allem durch anarchistische und revolution\u00e4re Mitgefangene, die sich in Italien, Frankreich, Chile, Griechenland, Gro\u00dfbritannien, Spanien und Deutschland solidarisiert und gek\u00e4mpft haben, indem sie ihrerseits in den Hungerstreik getreten sind, Solidarit\u00e4ts-Initiativen-und-Fasten durchgef\u00fchrt und Erkl\u00e4rungen und Analysen ver\u00f6ffentlicht haben. Eine Solidarit\u00e4t schlie\u00dflich, die insbesondere in Italien auch von anderen Gefangenen \u2013 nicht nur von inhaftierten Anarchisten und Revolution\u00e4ren \u2013 in vielf\u00e4ltiger Form zum Ausdruck gebracht wurde.<\/p>\n<p>Die autorit\u00e4re Wende, ein Ausdruck des Kapitalismus in seiner neoliberalen Auspr\u00e4gung, der sich derzeit in der Krise befindet, hat zu einer massiven Repression gegen Anarchisten gef\u00fchrt und wird dies auch weiterhin tun; eine Repression, die \u2013 wie wir in den letzten Jahren beobachten konnten \u2013 auf die ausgebeuteten sozialen Schichten \u00fcbergegriffen hat, die am meisten unter der sozialen und \u00f6kologischen Krise leiden. Aber die Warnung, die der italienische Staat der anarchistischen Bewegung zukommen lassen wollte, wurde mit Entschlossenheit und Konsequenz an den Absender zur\u00fcckgesendet. Diese sechs Monate des Hungerstreiks haben die Isolation von Alfredo und allen inhaftierten Genossen verhindert. In diesen langen Monaten ist eine Bewegung der internationalen revolution\u00e4ren Solidarit\u00e4t entstanden, die \u2013 schon vor dem 20. Oktober und, da sind wir sicher, auch nach diesem 19. April \u2013 in der Lage war und sein wird, den Sinn und die Perspektive unserer Ideen und Praktiken zu bekr\u00e4ftigen. Eine Bewegung, die seit dem Beginn des Hungerstreiks bis zum bitteren Ende konsequent gewachsen ist und dabei alle Hypothesen von Kompromissen zur\u00fcckgewiesen hat, wird das Bewusstsein der Solidarit\u00e4t weiterentwickeln.<\/p>\n<p>DIE GEFANGENEN DES SOZIALEN KRIEGES ZU VERGESSEN BEDEUTET, DEN KRIEG SELBST ZU VERGESSEN: REVOLUTION\u00c4RE SOLIDARIT\u00c4T MIT ALFREDO COSPITO UND ALLEN INHAFTIERTEN ANARCHISTEN UND REVOLUTION\u00c4REN.<\/p>\n<p>20. April 2023<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzt aus dem<\/em><a href=\"https:\/\/ilrovescio.info\/2023\/04\/20\/lanarchico-alfredo-cospito-ha-terminato-lo-sciopero-della-fame-intrapreso-dal-20-ottobre\/\"><em> Italienischen<\/em><\/a><em>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: bonustracks Ein Text von Gef\u00e4hrten, der derzeit in Italien kursiert.&nbsp; Am Mittwoch, den 19. April 2023, beendete der Anarchist Alfredo Cospito den Hungerstreik, den er 181 Tage zuvor, am 20. Oktober 2022, im Gef\u00e4ngnis von Bancali auf Sardinien begonnen hatte. 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