{"id":11939,"date":"2022-05-08T14:56:22","date_gmt":"2022-05-08T12:56:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=11939"},"modified":"2022-05-08T14:56:22","modified_gmt":"2022-05-08T12:56:22","slug":"2022-aufruf-fuer-den-11-juni-dem-internationalen-tag-der-solidaritaet-mit-marius-mason-und-allen-anarchistischen-langzeitgefangenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=11939","title":{"rendered":"2022 Aufruf f\u00fcr den 11. Juni, dem Internationalen Tag der Solidarit\u00e4t mit Marius Mason und allen anarchistischen Langzeitgefangenen"},"content":{"rendered":"<p>quelle: <a href=\"https:\/\/june11.noblogs.org\/2022-call\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">june11.noblogs.org<\/a>, \u00fcbersetzung abc wien<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?attachment_id=7324\" rel=\"attachment wp-att-7324\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-7324\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/11june-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"\/><\/a>W\u00e4hrend die Zeit voranschreitet und die Jahreszeiten wechseln, n\u00e4hern wir uns wieder einmal dem 11. Juni, dem Internationalen Tag der Solidarit\u00e4t mit Marius Mason und allen anarchistischen Langzeitgefangenen. Ein weiteres Jahr ist vergangen und viele unserer lieben Gef\u00e4hrt*innen sind nach wie vor Gefangene des Staates und seiner t\u00e4glichen Unterwerfung, Isolation und Brutalit\u00e4t ausgesetzt. Der 11. Juni ist eine Zeit, in der wir die immer schneller werdende Hektik unseres Lebens anhalten und uns erinnern.<\/p>\n<p>Erinnern wir uns an unsere inhaftierten Gef\u00e4hrt*innen. Erinnern wir uns an unsere eigene Geschichte der Revolte. Erinnern wir uns an die &#8211; manchmal flackernde, manchmal lodernde &#8211; Flamme des Anarchismus.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>WIR SIND ALLE POTENZIELLE GEFANGENE<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem 11. Juni wollen wir eine Kritik am Gef\u00e4ngnis vertiefen, die die Unterscheidung zwischen Gefangenen und Unterst\u00fctzenden in Frage stellt. F\u00fcr uns sind diese Unterschiede bedingt: wir als Anarchist*innen sehen uns als potentielle Gefangene. Einige von uns waren es, einige werden es sein. Dies ist die Grundlage unserer Solidarit\u00e4t &#8211; eine Anerkennung unserer selbst in der Notlage der Gefangenen.<\/p>\n<p>Das Grenze zwischen Gefangenen und Unterst\u00fctzenden kann nur als flie\u00dfend angesehen werden, wenn man auf die Beispiele von inhaftierten und ehemals inhaftierten Gef\u00e4hrt*innen blickt: Marius Masons T\u00e4tigkeit f\u00fcr das Anarchist Black Cross, Bill Dunnes Befreiung eines anarchistischen Gefangenen, Pola Roupas Versuch, anarchistische Gefangene mit dem Hubschrauber zu retten, Claudio Lavazzas Aktionen zur Befreiung von Gefangenen. Die Verbindungen vertiefen sich, wenn man bedenkt, dass zahlreiche anarchistische Gefangene wegen Angriffen auf Gef\u00e4ngnis-, Justiz- und Polizeieinrichtungen eingesperrt sind; und dass andere uns mit Gefangenenaufst\u00e4nden von Kalifornien und Alabama bis Griechenland und Italien in Verbindung bringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>SOLIDARIT\u00c4T BEDEUTET&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben immer gesagt, dass &#8222;Solidarit\u00e4t Angriff bedeutet&#8220;, aber wir m\u00fcssen erkennen, dass Slogans uns keinen Weg nach vorne in unseren K\u00e4mpfen bieten. Wenn &#8222;Angriff&#8220; auf eine begrenzte Auswahl von Aktivit\u00e4ten beschr\u00e4nkt wird, schneiden wir uns von einer umfassenderen Vision des anarchistischen Kampfes ab. Wenn wir \u00fcber die blo\u00dfe Wiederholung von fetischisierten Aktionen hinausgehen, welche M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnen sich uns dann? Solidarit\u00e4t bedeutet Angriff, ja, aber was bedeutet sie noch?<\/p>\n<p>In diesem Sinne m\u00f6chten wir einen Vorschlag machen: Anstatt das zu tun, was ihr immer f\u00fcr den 11. Juni tut, versucht etwas Neues. Wenn Ihr Euch normalerweise darauf konzentriert, Gefangenen materielle Hilfe zu leisten, dann macht etwas gegen einen Teil des Gef\u00e4ngnissystems in Eurer Stadt. Wenn du normalerweise nachts unterwegs bist, um anzugreifen, versuche etwas zu tun, um einen anarchistischen Gefangenen direkt zu unterst\u00fctzen. Es geht nicht darum, die falsche Dichotomie zwischen direkter Aktion und Care-Arbeit weiter zu verfestigen, sondern darum, unsere verkn\u00f6cherten Rollen zu hinterfragen. Indem wir neue Dinge ausprobieren, k\u00f6nnen wir erkennen, dass die Mauern, die den*die engagierte*n Unterst\u00fctzer*in und den*die engagierte*n Saboteur*in trennen, immer illusorisch waren, dass unsere Vorstellungskraft weitreichender ist, als wir dachten, und dass wir individuell und kollektiv zu mehr f\u00e4hig sind, als wir uns zutrauen.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt unserer Vision von Solidarit\u00e4t steht die Aufrechterhaltung der Verbindungen, die uns mit unseren Gef\u00e4hrt*innen hinter Gittern verbinden. Wir sollten die Projekte, K\u00e4mpfe und Bewegungen, f\u00fcr die sie so viel von sich selbst geopfert haben, am Leben erhalten. Unsere Verbindungen zu anarchistischen Gefangenen gehen von einer Gemeinsamkeit aus &#8211; dem gemeinsamen Wunsch, die Welt direkt in eine befreiende und egalit\u00e4re Richtung zu ver\u00e4ndern. Daher sollte unsere Solidarit\u00e4t darin wurzeln, dass wir Gefangene in unsere Projekte einbeziehen und uns selbst in ihre Projekte investieren. Wir wollen, dass entlassene Anarchist*innen in eine Welt lebendiger Debatten, Zusammenarbeit und Aktionen eintreten, und wir wollen dies auch hinter den Gef\u00e4ngnismauern so weit wie m\u00f6glich f\u00f6rdern. Das kann so einfach sein wie das Senden von Nachrichten \u00fcber lokale K\u00e4mpfe an einen Gefangenen oder das Drucken von Erkl\u00e4rungen von Gefangenen, um sie bei Veranstaltungen zu verteilen. Wie bei jedem Aspekt der Solidarit\u00e4t sind wir nur durch unsere Phantasie und unser Engagement begrenzt.<\/p>\n<p>Wir sollten zwar K\u00e4mpfe in den Gef\u00e4ngnissen unterst\u00fctzen, wenn sie stattfinden, aber wir sollten darauf achten, dass wir die Last des Kampfes gegen das Gef\u00e4ngnissystem nicht allein den Gefangenen aufb\u00fcrden. Diejenigen, die im Gef\u00e4ngnis sitzen &#8211; unter Bedingungen extremer Kontrolle, \u00dcberwachung und Einschr\u00e4nkung &#8211; sind in vielerlei Hinsicht am wenigsten in der Lage, aktiv gewinnbare K\u00e4mpfe gegen Gef\u00e4ngnisinstitutionen zu f\u00fchren. Diejenigen von uns, die in relativer Freiheit leben, haben die M\u00f6glichkeit, strategisch dar\u00fcber nachzudenken, welche Aktionen und Orte des Kampfes sich am positivsten auf das Leben der Menschen im Gef\u00e4ngnis auswirken und den gr\u00f6\u00dften Beitrag zum Abbau des Gef\u00e4ngnissystems leisten w\u00fcrden. Da das Gef\u00e4ngnis unweigerlich mit zahlreichen Unternehmens- und Staatsinstitutionen verbunden ist, sind die Feinde \u00fcberall: Wo k\u00f6nnen wir gewinnen?<\/p>\n<p>Die Unterst\u00fctzung von Gefangenen ist auch eine M\u00f6glichkeit, verschiedene K\u00e4mpfe zusammenzuf\u00fchren, wie uns die letzten Jahrzehnte gelehrt haben. Von der Black Liberation Army \u00fcber die Earth Liberation Front bis hin zu den Grand Jury Resistors<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[i]<\/a>, Anti-Polizeiaufst\u00e4nden und Land and Water protectors<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[ii]<\/a> &#8211; alle Befreiungsk\u00e4mpfe werden zwangsl\u00e4ufig zu staatlicher Repression und Inhaftierung f\u00fchren. Indem wir eine unterst\u00fctzende Infrastruktur und Kultur aufbauen, indem wir das Gef\u00e4ngnis zu einer weniger vollst\u00e4ndigen Isolation und Entfernung machen, st\u00e4rken wir jeden Aspekt der Herausforderung dieser Gesellschaft. Wir finden auch zueinander, lernen voneinander, bereichern uns gegenseitig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>GEFANGENEN-UPDATES<\/strong><\/p>\n<p>Marius Mason hat seine lang ersehnte Verlegung in ein M\u00e4nnergef\u00e4ngnis erreicht und ist damit wahrscheinlich der erste trans Mann, der eine solche Verlegung innerhalb des Bundesgef\u00e4ngnissystems erreicht.<\/p>\n<p>Die italienische Gef\u00e4ngnisverwaltung hat im Oktober damit begonnen, die Korrespondenz von Alfredo Cospito zu zensieren. Die Beh\u00f6rden beschuldigten ihn der Anstiftung zu Straftaten und beriefen sich dabei auf seine Ver\u00f6ffentlichungen in der anarchistischen Zeitung Vetriolo. Diese Repression ist Teil der Operation Sibilla, bei der die italienische Polizei zahlreiche anarchistische R\u00e4ume durchsucht und Websites rund um Vetriolo geschlossen hat, um die Ver\u00f6ffentlichung und Verbreitung ihrer subversiven Ideen zu verhindern.<\/p>\n<p>Marios Seisidis ging im Juli vor Gericht, um gegen die gegen ihn erhobene Anklage Berufung einzulegen, unterst\u00fctzt von Anarchist*innen, die sich aus Solidarit\u00e4t vor dem Gericht versammelten.<\/p>\n<p>Claudio Lavazza erhielt einen Aufschlag von f\u00fcnf Jahren auf seine f\u00fcnfundzwanzigj\u00e4hrige Haftstrafe. Sein Rechtsbeistand versucht, einen fr\u00fcheren Bew\u00e4hrungstermin zu erreichen.<\/p>\n<p>Eric King musste sich vor einem Bundesgericht verantworten, weil er 2018 von Gef\u00e4ngnismitarbeitern angegriffen und gefoltert worden war. Die Geschworenen befanden ihn f\u00fcr nicht schuldig und sein Anwaltsteam reicht nun eine Klage gegen die Gef\u00e4ngnisverwaltung ein. Zurzeit wird Eric verlegt und ist weiterhin das Ziel eines rachs\u00fcchtigen Gef\u00e4ngnissystems.<\/p>\n<p>Michael Kimble wurde im Juni von einem Vollzugsbeamten angegriffen und anschlie\u00dfend in Einzelhaft gesteckt, bevor er verlegt wurde. Ihm wurde erneut die Bew\u00e4hrung verweigert, mit der Begr\u00fcndung, dass er wegen Arbeitsverweigerung und einer Auseinandersetzung mit einem Justizvollzugsbeamten disziplinarisch vorgeladen wurde.<\/p>\n<p>Auch Sean Swain wurde die Entlassung auf Bew\u00e4hrung verweigert, was er als Vergeltungsma\u00dfnahme des Gef\u00e4ngnispersonals f\u00fcr seine \u00c4u\u00dferungen und die von ihm eingereichten Zivilklagen ansieht. Inzwischen wurde er von Virginia zur\u00fcck in das OSP Youngstown in Ohio verlegt. Seine Unterst\u00fctzer*innen vermuten, dass er bald erneut verlegt werden wird.<\/p>\n<p>Immer mehr Angeklagte aus dem Aufstand von 2020 in den USA werden verurteilt, einige wurden freigelassen, andere m\u00fcssen ihre Strafe absitzen. Einige befinden sich noch in Untersuchungshaft und m\u00fcssen mit langen Haftstrafen rechnen. Die Auswirkungen dieser Repression werden noch viele Jahre lang zu sp\u00fcren sein. M\u00f6ge die Qualit\u00e4t unserer Unterst\u00fctzung f\u00fcr diese Angeklagten uns st\u00e4rker machen, als wir es bisher waren.<\/p>\n<p>In Chile wurde der Anarchist Joaqu\u00edn Garc\u00eda im vergangenen Juni zusammen mit mehreren subversiven Gefangenen in das Hochsicherheitsgef\u00e4ngnis von Rancagua verlegt. Im Oktober wurde er zusammen mit 20 anderen Gefangenen von etwa 50 W\u00e4rtern angegriffen, woraufhin er f\u00fcr 24 Stunden in Einzelhaft genommen wurde. Dies geschah, nachdem sie sich mit Pablo &#8222;Oso&#8220; Bahamondes Ortiz solidarisiert hatten, der wegen Waffen- und Sprengstoffbesitzes zu 15 Jahren Haft verurteilt worden war. Francisco Solar, ein weiterer Anarchist, der in Rancagua inhaftiert ist, wurde im vergangenen Herbst wegen einer nicht diagnostizierten Diabeteserkrankung ins Krankenhaus eingeliefert. Er und M\u00f3nica Cabellero wurden mehrerer Bombenanschl\u00e4ge beschuldigt, nachdem seine DNA bei einer Verhaftung wegen Graffiti heimlich entnommen worden war, und beide befinden sich seit Juli 2020 in Pr\u00e4ventivhaft. Im Dezember 2021 \u00fcbernahm er die Verantwortung f\u00fcr die Bombardierung von Polizeistrukturen, in Solidarit\u00e4t mit den Revolten ab 2019 und den von der Polizei verletzten und ermordeten Menschen, denn &#8222;niemand und nichts ist vergessen.&#8220; Einige Tage sp\u00e4ter war M\u00f3nica in eine Schl\u00e4gerei mit einer weiteren Gefangenen verwickelt, die ihre Familie als eine vom Gef\u00e4ngnis inszenierte Provokation bezeichnete. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Berichts liegen noch keine Informationen \u00fcber die Verurteilung oder ein Entlassungsdatum f\u00fcr diese beiden Anarchist*innen vor.<\/p>\n<p>Siarhei Ramanau, Ihar Alinevich, Dzmitry Rezanovich und Dzmitry Dubousky wurden Anfang dieses Jahres wegen direkter Aktionen gegen Ziele der belarussischen Regierung zu je 18-20 Jahren verurteilt, nachdem sie bereits seit 2019 in Untersuchungshaft sa\u00dfen. Nach der Urteilsverk\u00fcndung wurde bekannt, dass sie von W\u00e4rtern gefoltert wurden, was zu einem Gest\u00e4ndnis f\u00fchrte. Da Anarchismus unter der anhaltenden Diktatur kriminalisiert wird, drohen mindestens zwei weiteren Gruppen jeweils mehrere Jahre f\u00fcr ihren Dissens.<\/p>\n<p>Die russischen Beh\u00f6rden haben den jugendlichen Anarchisten Nikita Uvarov zu f\u00fcnf Jahren Haft verurteilt, weil er sich verschworen hatte, den F\u00f6deralen Sicherheitsdienst in Minecraft (ja, das Videospiel) in die Luft zu sprengen und kleine Feuerwerksk\u00f6rper zu bauen. Zwei seiner Altersgenossen erhielten Bew\u00e4hrungsstrafen f\u00fcr ihre angeblichen Verbrechen im Alter von 14 Jahren. ABC Moskau hat berichtet, dass die Repression zugenommen hat (obwohl es dort keine neuen Verfahren gegen Anarchist*innen und Antifaschist*innen gibt) und dass sie begonnen haben, ihre Ressourcen auf humanit\u00e4re Bem\u00fchungen umzulenken, w\u00e4hrend Russland seine m\u00f6rderische Invasion in der Ukraine fortsetzt.<\/p>\n<p>Auch das Anarchist Black Cross Dresden konzentriert sich auf die Unterst\u00fctzung derjenigen, die in der Ukraine k\u00e4mpfen oder aus der Ukraine fliehen. Diese Neuausrichtung ihrer Unterst\u00fctzung bedeutet, dass sie sich an der Finanzierung von Solidarit\u00e4tsgruppen wie &#8222;The Black Headquarter&#8220; beteiligen, die Freiwillige versammeln, um sich den russischen Streitkr\u00e4ften entgegenzustellen und auch versuchen, einen autonomen Raum in Opposition zum ukrainischen Staat selbst zu schaffen. Unter dem Banner der schwarzen Flagge vereinen sich Anarchist*innen und Antiautorit\u00e4re gegen nationalstaatliche Konzepte von Krieg und Frieden. Es ist erw\u00e4hnenswert, dass 1918 in der Ukraine Gruppen des Anarchist Black Cross gegr\u00fcndet wurden, um die Schwarze Armee zu unterst\u00fctzen, die sowohl die sowjetischen als auch die zaristischen Streitkr\u00e4fte bek\u00e4mpfte, die von Russland aus einmarschierten.<\/p>\n<p>In England wurde Toby Shone wegen des Besitzes von Psychodelika (bei koordinierten Razzien in kollektiven anarchistischen H\u00e4usern) zu fast vier Jahren Haft verurteilt, nachdem die Terroranklagen im Zusammenhang mit dem angeblichen Betrieb der Gegeninformations-Website 325 nicht aufrecht erhalten werden konnten. Obwohl es der Regierung nicht gelungen ist, ihm die Mitgliedschaft im 325-Kollektiv, in der Informal Anarchist Federation\/International Revolutionary Front, in der Earth and Animal Liberation Front und die Beteiligung an entsprechenden Brandstiftungen und Schriften nachzuweisen, muss er immer noch gegen eine Anordnung zur Verhinderung schwerer organisierter Kriminalit\u00e4t (&#8222;Serious Organised Crime Prevention Order&#8220;) ank\u00e4mpfen, die ihn einem streng \u00fcberwachten f\u00fcnfj\u00e4hrigen Hausarrest unterwerfen w\u00fcrde, der die Entwicklung der Inhaftierung durch einen zunehmend digitalisierten Staatsapparat zum Ausdruck bringt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>VORW\u00c4RTS<\/strong><\/p>\n<p>Die Ausweitung von Hausarrest und \u00dcberwachung ist nicht neu, nimmt aber weiter zu, da die Gef\u00e4ngnisgesellschaft durch technologische Fortschritte immer weiter in den Alltag eindringt. Auch die Kriegsf\u00fchrung wird immer digitaler, von Drohnenangriffen bis zum Hacking, w\u00e4hrend der staatlich sanktionierte Mord in seiner ganzen Endg\u00fcltigkeit weitergeht. Es mag uns an Details \u00fcber Anarchist*innen fehlen, die in ihrem Streben nach Freiheit in den laufenden K\u00e4mpfen im Sudan, in Afghanistan und Syrien niedergeschlagen oder inhaftiert wurden &#8211; dennoch bewegen sie auch unsere Gedanken und Handlungen. W\u00e4hrend der Staat in all seinem strafenden Verderben, T\u00f6ten und Einsperren fortf\u00e4hrt und wir eine gemeinsame Basis mit denen finden, die in dem Bem\u00fchen k\u00e4mpfen, unsere Macht zu vergr\u00f6\u00dfern und diejenigen zu destabilisieren, die versuchen, uns zu kontrollieren &#8211; tragen wir die Gefallenen und Gefangenen mit uns in unseren Beziehungen zu ihnen und durch einen anhaltenden Konflikt mit dem Bestehenden.<\/p>\n<p>Ideen f\u00fcr m\u00f6gliche Aktionen findet ihr auf unserem Blog, in dem wir seit Jahren Berichte archivieren. Wer nach Materialien zum Ausdrucken und Weitergeben sucht, findet sie unter Ressourcen. Und, am wichtigsten: eine Liste anarchistischer Gefangener, an die man schreiben kann.<\/p>\n<p>Wir sind gespannt auf die Veranstaltungen, Aktionen, Erkl\u00e4rungen und andere Beitr\u00e4ge zum diesj\u00e4hrigen 11. Juni.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr die Anarchie!<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[i]<\/a> Es geht um das Verweigern der Zeug*innenaussage vor einer Grand Jury (Geschworenengericht), was eine Beugehaft zur Folge haben kann.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[ii]<\/a> \u201eLand- und Wassersch\u00fctzer*innen\u201c bezeichnet in den USA meist aus indigenen Communities kommende Aktivist*innen die Land oder Wasser gegen Konzerne oder den staatliche Eingriffe verteidigen bzw. gegen Pipelines etc.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>quelle: june11.noblogs.org, \u00fcbersetzung abc wien W\u00e4hrend die Zeit voranschreitet und die Jahreszeiten wechseln, n\u00e4hern wir uns wieder einmal dem 11. Juni, dem Internationalen Tag der Solidarit\u00e4t mit Marius Mason und allen anarchistischen Langzeitgefangenen. 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