{"id":10441,"date":"2021-02-21T21:19:29","date_gmt":"2021-02-21T20:19:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=10441"},"modified":"2021-02-21T21:19:29","modified_gmt":"2021-02-21T20:19:29","slug":"oesterreich-vorwurf-sachbeschaedigung-vs-vorwurf-kriegsverbrechen-accusation-of-property-damage-vs-accusation-of-war-crimes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=10441","title":{"rendered":"[\u00d6sterreich] Vorwurf Sachbesch\u00e4digung vs. Vorwurf Kriegsverbrechen \/ accusation of property damage vs. accusation of war crimes"},"content":{"rendered":"<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/resistrepression.noblogs.org\/post\/2021\/02\/20\/vorwurf-sachbeschaedigung-vs-vorwurf-kriegsverbrechen-accusation-of-property-damage-vs-accusation-of-war-crimes\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">resistrepression.noblogs.org<\/a><\/p>\n<pre>EN below<\/pre>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?attachment_id=10423\" rel=\"attachment wp-att-10423\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-10423\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/fd2b64d82603517bd1f6745ca80699-a526c-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\"\/><\/a>Rheinmetall \u2013 Vorwurf Sachbesch\u00e4digung vs. Vorwurf Kriegsverbrechen<\/strong><\/p>\n<p>September 2019: Vier Personen wird vorgeworfen Transparente (\u201eRheinmetall Entwaffnen\u201c) und ein Graffiti (\u201eBlut an euren H\u00e4nden\u201c) an der Au\u00dfenmauer der Firma Rheinmetall in Wien Liesing angebracht zu haben. Eine Person wurde deswegen direkt vor dem Firmengel\u00e4nde festgenommen; drei weitere Personen wurden sp\u00e4ter in der ungef\u00e4hren Gegend aufgegriffen. Die Polizei hatte laut Presseberichten mit Hubschraubern nach weiteren \u201eSprayern\u201c gesucht.<\/p>\n<p><em>Den Festgenommenen wurde Sachbesch\u00e4digung zur Last gelegt, woraufhin \u2028bei drei der Personen Hausdurchsuchungen stattfanden.<\/em><\/p>\n<p>Den H\u00f6hepunkt der Repression stellt jedoch die Abschiebung nach Deutschland und ein 10-j\u00e4hriges Aufenthaltsverbot in \u00d6sterreich f\u00fcr einen der Festgenommen (dt. Staatsb\u00fcrger) dar. Die Polizei in Kooperation mit dem BFA f\u00fchrte die Abschiebung noch am selben Tag durch. Das Einreiseverbot wurde jedoch ein paar Monate sp\u00e4ter als rechtswidrig von einem Gericht aufgehoben.<br \/>\nDieses Vorgehen, Abschiebung als Psychoterror einzusetzen und einen m\u00f6glichst gro\u00dfen Schaden im Leben der abgeschobenen Person anzurichten, ist ein gutes Beispiel, wie brutal die Staatsgewalt versucht, einem R\u00fcstungsunternehmen zur Seite zu stehen und unliebsamen Protest mundtot zu machen. Gleiches gilt f\u00fcr den haltlosen Vorwurf einer kriminellen Vereinigung in der urspr\u00fcnglichen Anzeige der Polizei, um das Ausma\u00df der Repression rechtfertigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nDas heute stattfindende Gerichtsverfahren nehmen wir zum Anlass um einmal mehr das Augenmerk auf die Firma Rheinmetall, die sich als Privatbeteiligter an dem Verfahren gegen die Angeklagten beteiligt, zu richten.<br \/>\nDas Werk von \u201eRheinmetall MAN Military Vehicles \u00d6sterreich\u201c in Wien Liesing stellt nach eigenen Angaben j\u00e4hrlich rund 2000 bis 2500 Kriegsfahrzeuge her, die sie weltweit an 62 verschiedene Kriegsparteien, bzw. Armeen verkaufen.\u2028Weiterhin negativ aufgefallen ist das Werk in Wien 2017 durch die K\u00fcndigung des Betriebsrat Mesut Kimsezis, nach dem dieser Fragen nach illegalen Panzerexporten an Saudi-Arabien und die Verwicklung dieser Waffen in den B\u00fcrgerkrieg im Jemen gestellt hatte. Rheinmetall nutzte dies zum Vorwand, um eine unliebsame Person los zu werden, obwohl die Exporte vielfach von&nbsp; Medien nachgewiesen worden waren.<\/p>\n<p><em>Die Firma Rheinmetall als Ganzes hat noch wesentlich mehr Dreck am Stecken:<\/em><\/p>\n<p>Der Konzern beteiligt sich mit seinen Produkten an der Militarisierung der Grenzen weltweit zur t\u00f6dlichen Abwehr von Gefl\u00fcchteten, z.B. in Europa, Syrien oder Algerien. Au\u00dferdem ist er an der Entwicklung von \u00dcberwachungstechnologie und -software beteiligt, wie sie in zahlreichen Staaten zur Unterdr\u00fcckung jeglicher politischer Opposition eingesetzt wird.<br \/>\nIn dem Werk der Tochterfirma von Rheinmetall in S\u00fcdafrika werden bei dem Bau von Bomben und Munition immer wieder Arbeiter*innen durch Explosionen get\u00f6tet oder schwer verletzt.<br \/>\nAuch umgeht die Firma konsequent Exportverbote in Krisenregionen. Durch Tochterfirmen beispielsweise in S\u00fcdafrika oder auch auf Sardinien werden z.B. Bombenlieferungen an Saudi-Arabien get\u00e4tigt, da die Tochterunternehmen nur an die jeweiligen nationalen Regeln anstelle der deutschen Exportvorschriften gebunden sind. Saudi-Arabien beispielsweise f\u00fchrt im Jemen-Krieg seit 2015 eine Milit\u00e4rkoalition an. Seitdem starben dort laut UN rund 233.000 Menschen und die Situation gilt als die aktuell gr\u00f6\u00dfte humanit\u00e4re Katastrophe mit vielen Millionen Menschen die von Hunger und Gewalt betroffen sind.<br \/>\nIn die T\u00fcrkei lieferte Rheinmetall immer wieder Leopard-Panzer. Die T\u00fcrkei setzt diese Panzer u.a. bei der v\u00f6lkerrechtswidrigen Besatzung von Afrin, einem Gebiet in Nordsyrien, Angriffen auf die anderen Teile des kurdischen Teils Syriens (genannt Rojava) und auch gegen die kurdische Bev\u00f6lkerung in der T\u00fcrkei ein. Seit 2016 ist Rheinmetall an einem Joint-Venture in der T\u00fcrkei beteiligt, durch welchen nun direkt im Land Panzer von einer Tochterfirma Rheinmetalls hergestellt werden (was etwaige Export-Verbote oder Saktionen zur Makulatur werden l\u00e4sst).<br \/>\n2020 wurden Milit\u00e4rfahrzeuge und M\u00f6rsergranaten von Rheinmetall und MAN direkt mit Kooperation der T\u00fcrkei in den B\u00fcrgerkrieg nach Lybien geliefert, wie durch Recherchen belegt wurde.<br \/>\nDiese forgesetzte Kreativit\u00e4t, Exportverbote zu umgehen und die eigenen m\u00f6rderischen Produkte f\u00fcr Profite umzusetzen, zeigt die kriminellen Energien, welche sich in der Branche auszahlen.<\/p>\n<p><em>Die Gesch\u00e4fte laufen momentan dank weltweiter Aufr\u00fcstung \u00e4u\u00dferst gewinnbringend.<\/em><\/p>\n<p>So meldet auch das Werk in Liesing trotz Wirtschaftskrise volle Auftragsb\u00fcchern. Die Firma setzt alles daran, an einer kriegerischen Zukunft mitzugestalten. So ist sie ma\u00dfgeblich an der Entwicklung neuer Technologien in der Kriegsf\u00fchrung beteiligt, wie beispielsweise an der Produktion von Laserwaffen, wie sie momentan die deutsche Bundeswehr auf einem Marine-Schiff testet. Von einer Gef\u00e4hrdung der Allgemeinheit durch das Unternehmen ist also unbedingt auszugehen.<\/p>\n<p><strong>Daher schlu\u00dffolgern wir, dass vielmehr Rheinmetall und andere R\u00fcstungskonzerne anzuklagen sind, als alle Personen, die auf deren Verbrechen hinweisen, und wir schlie\u00dfen uns der s\u00fcdafrikanischen Aktivistin Rhoda-Ann Bazier an: Lasst uns \u201eRheinmetall stoppen, bevor noch mehr Menschen sterben!\u201c<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Rheinmetall \u2013 accusation of property damage vs. accusation of war crimes<\/strong><\/p>\n<p>September 2019: Four people are accused of placing banners (\u201eDisarm Rheinmetall\u201c) and graffiti (\u201eBlood on your hands\u201c) on the outer wall of the Rheinmetall company in Vienna Liesing. One person was arrested for this directly in front of the company premises; three other people were later apprehended in the approximate area. According to press reports, the police had used helicopters to search for further \u201esprayers\u201c.<\/p>\n<p><em>Those arrested were charged with damage to property, \u2028and three of them had their houses searched.<\/em><\/p>\n<p>The highlight of the repression, however, was the deportation to Germany and a 10-year residence ban in Austria for one of the arrested persons (a German citizen). The police in cooperation with the BFA carried out the deportation on the same day. However, the latter was overturned as illegal by a court a few months later.<br \/>\nThis procedure of using deportation as psychological terror and causing as much damage as possible to the life of the deported person is a good example of how brutally state power tries to stand by an arms companys and silence unwelcome protest. The same applies to the baseless accusation of a criminal organization in the original police complaint in order to justify the extent of the repression. This is the procedure used by the Austrian police to silence resistance.<br \/>\nWe take today\u2019s court proceedings as an opportunity to once again draw attention to the company Rheinmetall, which is involved in the proceedings against the defendants as a private party.<br \/>\nThe plant of \u201eRheinmetall MAN Military Vehicles Austria\u201c in Vienna Liesing produces, according to its own information, about 2000 to 2500 war vehicles per year, which they sell to 62 different warring parties, respectively armies worldwide.<br \/>\nThe plant in Vienna continued to attract negative attention in 2017 with the dismissal of works council member Mesut Kimsezis after he raised questions about illegal tank exports to Saudi Arabia and the involvement of these weapons in the civil war in Yemen. Rheinmetall used this as a pretext to get rid of an unwelcome person, although the exports had been proven many times by the media.<\/p>\n<p><em>The Rheinmetall company as a whole has much more dirt on it:<\/em><\/p>\n<p>The corporation participates with its products in the militarization of borders worldwide for the deadly defense against refugees, e.g. in Europe, Syria or Algeria. It is also involved in the development of surveillance technology and software, as used in numerous states to suppress any political opposition. In the plant of Rheinmetall\u2019s subsidiary in South Africa, workers are repeatedly killed or seriously injured by explosions during the construction of bombs and ammunition.<\/p>\n<p>The company also consistently circumvents export bans in crisis regions. Through subsidiaries in South Africa or Sardinia, for example, bombs are supplied to Saudi Arabia, as the subsidiaries are only bound by the respective national rules instead of the German export regulations. Saudi Arabia, for example, has been leading a military coalition in the Yemen war since 2015. Since then, around 233,000 people have died there, according to the UN, and the situation is currently considered the biggest humanitarian disaster with many millions of people affected by hunger and violence.<br \/>\nRheinmetall has repeatedly supplied Leopard tanks to Turkey. Turkey uses these tanks, among other things, in the illegal occupation of Afrin, an area in northern Syria, attacks on the other parts of the Kurdish part of Syria (called Rojava) and also against the Kurdish population in Turkey. Since 2016, Rheinmetall has been involved in a joint venture in Turkey, through which tanks are now manufactured directly in the country by a Rheinmetall subsidiary (making any export bans or sactions moot).<br \/>\nIn 2020, military vehicles and mortar shells from Rheinmetall and MAN were delivered directly to the civil war in Libya with the cooperation of Turkey, as has been proven by research.<br \/>\nThis continued creativity to circumvent export bans and implement their own murderous products for profits shows the criminal energies that pay off in the industry.<\/p>\n<p><em>Business is extremely profitable at the moment thanks to worldwide armament.<\/em><\/p>\n<p>Thus, the Liesing plant is reporting full order books , despite the economic crisis. \u2028The company is doing everything it can to help shape a warlike future. For example, it is heavily involved in the development of new technologies in warfare, such as the production of laser weapons, which the German armed forces are currently testing on a naval ship. It must therefore be assumed that the company poses a threat to the general public.<\/p>\n<p><strong>Therefore, we conclude that the ones to be indicted are rather Rheinmetall and other arms companies than all the people pointing out their crimes, and we join South African activist Rhoda-Ann Bazier: Let\u2019s \u201eStop Rheinmetall before more people die!\u201c<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: resistrepression.noblogs.org EN below Rheinmetall \u2013 Vorwurf Sachbesch\u00e4digung vs. Vorwurf Kriegsverbrechen September 2019: Vier Personen wird vorgeworfen Transparente (\u201eRheinmetall Entwaffnen\u201c) und ein Graffiti (\u201eBlut an euren H\u00e4nden\u201c) an der Au\u00dfenmauer der Firma Rheinmetall in Wien Liesing angebracht zu haben. 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