{"id":10243,"date":"2021-01-14T13:58:22","date_gmt":"2021-01-14T12:58:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=10243"},"modified":"2021-01-14T13:58:43","modified_gmt":"2021-01-14T12:58:43","slug":"deutschland-corona-ausbruch-im-knast-moabit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.abc-wien.net\/?p=10243","title":{"rendered":"[Deutschland] Corona-Ausbruch im Knast Moabit"},"content":{"rendered":"<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/criminalsforfreedom.noblogs.org\/post\/2020\/12\/18\/corona-ausbruch-im-knast-moabit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">criminals for freedom<\/a><\/p>\n<div class=\"entry-content\">\n<p><a href=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/?attachment_id=10244\" rel=\"attachment wp-att-10244\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-10244\" src=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/index-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/index-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.abc-wien.net\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/index.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Schon des \u00d6fteren<a href=\"https:\/\/criminalsforfreedom.noblogs.org\/post\/category\/moabit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> berichteten wir \u00fcber den miserablen Umgang im Knast Moabit mit der Pandemie<\/a>. Nun scheint es, dass es kommt, wie es kommen musste: <a href=\"https:\/\/kontrapolis.info\/1482\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Covid19 breitet sich im Knast aus.<\/a> Entgegen der Leitmedien Darstellung scheinen sich die Staatsdiener aber immer noch nicht daf\u00fcr zu interessieren und beweisen sich dabei offensichtlich als Coronaleugner*innen.<\/p>\n<p>Zwei Briefe von Gefangenen erreichten uns dazu am 16.12.20:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"entry-content\">\n<p>Erster Brief:<\/p>\n<p>\u201eWenn sich das Vollzugspersonal an die unterschriebene Mitwirkungspflicht der Infektionsschutzverordnung angeblich halten, dann frage ich mich, wie in der 50. Kalenderwoche 2020 in der TA1 B1 B2 Corona ausgebrochen ist und die Station isoliert wurde. Dies best\u00e4tigte mir ein W\u00e4rter vom Fr\u00fchdienst der TA1 C1 in der 50. Kalenderwoche 2020. Darum ist auch meine Physiotherapie ausgefallen, da diese sich auf der B1 befindet. Das gleiche gilt in der 51. Kalenderwoche 2020 f\u00fcr TA2. Dort ist auch Corona ausgebrochen. Dies best\u00e4tigte mir ein W\u00e4rter vom Fr\u00fchdienst der TA1 C1 am 15.12.2020.<\/p>\n<p>Gestern, am 15.12.2020, kam mein Zellennachbar fr\u00fchzeitig von der Arbeit wieder mit dem Kommentar, dass es in der TA2 Corona gibt und in der Arbeit ab und an Gefangene aus der TA2 zugegen sind. Wir rauchten eine zusammen und unterhielten uns \u00fcber dieses Thema. Nach ca. 30 Minuten ging ich duschen auf einer anderen Station der TA1 und musste an ca. 10 Hausarbeitern vorbei, ohne 1,5 Meter Abstand, die gerade Milch und Obst sortierten. Smalltalk inklusive. Ich war mit zwei weiteren Kollegen meiner Station auf einem anderen Fl\u00fcgel und anderer Station duschen. Mein Zellengenosse durfte nicht und dies blieb erst mal unbegr\u00fcndet. Als ich wieder kam, sah ich an der Zelle meines Zellengenossen ein Schild in rot, dass er unter Verschluss ist. Ich fragte ihm was los ist. Er sagte, dass der W\u00e4rter gerade kam und sagte, die TA2 w\u00e4re jetzt unter Isolation wegen Corona und somit auch er wegen oben genannten Gr\u00fcnde. Macht nat\u00fcrlich viel Sinn, meinen Zellengenossen unter Isolation zu stellen, w\u00e4hrend ich frei durch die TA1 laufe und mit andern Gerfangenen Kontakt habe. Dies ist nur ein Beispiel wie die JVA Moabit halbherzig und ohne Bedacht mit der t\u00f6dlichen Coronapandemie umgeht. Da hilft sich auch nicht um Kopf und Kragen zu reden.(\u2026)<\/p>\n<p>Ich vertrete den Standpunkt, dass die JVA Maskenmuffel und Coronaleugner Nummer eins ist. Sie sind so zu behandeln wie diejenigen, die auch drau\u00dfen Corona verleugnen. (\u2026) Nicht nur, dass die Gefangenen gesundheitliche Risiken ausgesetzt sind, sie werden von der Justiz, insbesondere der JVA Moabit, auch derart respektlos behandelt, verh\u00f6hnt und beleidigt, das offensichtlich ihr Leben gar nichts Wert zu seien scheint. Genau aus diesem Grund verdient dieser Rechtsterrorismus seitens der vereidigten Personen und der JVA Moabit, die hier mit Gesundheit und Leben der Gefangenen spielen, besonders tiefe Verachtung. (\u2026) Ich habe kein Interesse daran, w\u00e4hrend ich meiner Freiheit beraubt werde, an Covid19 zu erkranken und elendig durch die nicht vorhandene ad\u00e4quate medizinische Behandlung und Betreuung in der JVA Moabit zu verrecken. Des weiteren gehe ich davon aus, was auch offensichtlich ist, dass die JVA Moabit und ihr Vollzugspersonal sich in ein gutes Licht r\u00fccken will, um so die Missst\u00e4nde und Verst\u00f6\u00dfe der Sars Cov2 Infektionsschutzverordnung zu vertuschen und herunter zu spielen. Die gleicht schon einer kriminellen Justizbande die sich gegenseitig deckt.\u201c<\/p>\n<p>Zweiter Brief:<\/p>\n<p>\u201eWir alle sind SICHER!!! So die Verlautbarung der JVA Moabit. Die Bediensteten und Beamten seien gebrieft und haben mit ihrer Unterschrift die Schutzma\u00dfnahmen gewichtig abgezeichnet. Wir, die Gefangenen, werden bei der Ankunft getestet und f\u00fcr sieben Tage in Quarant\u00e4ne verfrachtet. Nach Ablauf der sieben Tage wieder ein Test. Dann erst Verlegung im Haus und auf Station. Wie schon gesagt, wir die Gefangenen sind SICHER. Wenn dem so ist, darf ich also annehmen, dass der Vorfall am Dienstag dem 15.12.2020 ein Scherz oder ein Versehen war. Zum Hergang:<\/p>\n<p>Ich ging morgens zur Arbeit in der JVA Moabit. Einige Zeit sp\u00e4ter gab es Alarm, er dauerte ungew\u00f6hnlich lange. Pl\u00f6tzlich kamen Beamte und teilten uns mit, die Arbeit sei beendet und wir w\u00fcrden auf den Haftraum gef\u00fchrt werden. Nat\u00fcrlich fragten wir, warum dies notwendig sei und einer der Beamten antwortete: Es gebe den Verdacht eines Coronafalls. Mehr war nicht zu erfahren.<\/p>\n<p>Ich wurde auf den Haftraum gebracht. Mein Zellengenosse und ich machten uns einen Kaffee, tranken und rauchten. Pl\u00f6tzlich ging die T\u00fcr meines Mith\u00e4ftlings auf und er wurde zum Duschen gerufen. Auf mein Nachfragen, ob ich auch d\u00fcrfte, hie\u00df es kurz \u201aSie Nicht\u2018. Nachdem mein Mith\u00e4ftling den Haftraum verlassen hatte, ging meine Zellent\u00fcr auf, der Stationsbeamte fragte mich, ob ich aufgekl\u00e4rt wurde, warum ich so fr\u00fch auf der Zelle sei, ich sagte nein. Er erl\u00e4uterte mir kurz und knapp, ich sei auf Isolationshaft, wegen des Verdachts auf Corona. Ich w\u00fcrde zeitnah getestet werden, deshalb keine Freistunde, Gitarrengruppe und kein duschen. T\u00fcr zu Affe tot. Nach einer Weile ging die T\u00fcr der Zelle auf und mein Mith\u00e4ftling kam vom Duschen zur\u00fcck. Wir setzten uns zusammen, rauchten und waren uns \u00fcber die Idiotie des Sachverhalts sofort im klaren. Nach ca. 1,5 Stunden ging erneut meine T\u00fcr auf und es hie\u00df ich sei raus aus der Isolationshaft und d\u00fcrfte nun duschen gehen. Kein Test, keine Erkl\u00e4rung, NICHTS.<\/p>\n<p>Irgendwann kam der Beamte wieder, ich fragte ihn erneut. Er erkl\u00e4rte uns, das Haus 2 unter Quarant\u00e4ne st\u00fcnde wegen einem Coronaausbruchs. Nun fiel mir und anderen Gefangene jedoch in den letzten Monaten auf, dass die Schutzverordnung nicht von jedem Beamten f\u00fcr ernst genommen wird. Denn einige tragen ihre Masken nur halb, sprich Nase frei oder gar unters Kinn geschoben. So treten sie einem an der Zellent\u00fcr entgegen, bei Ausgabe vom Essen, Post, W\u00e4schetausch und Materialausgabe. Da sie bei Vergaben die T\u00fcr nicht verlassen, ist ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht gegeben. Wir stellen also fest, wir, die Gefangenen, sind alles aber definitiv nicht sicher. Ich w\u00fcsste gerne ob Staatsanw\u00e4lte und Richter sich diesem Verhalten freiwillig zur Verf\u00fcgung stellen w\u00fcrden. Emotional muss jeder H\u00e4ftling sich mit der Entziehung seiner Freiheit abfinden, muss er nun auch noch Angst um sein Leben haben? Was ist mit den Angeh\u00f6rigen? Sollen sie drau\u00dfen um das Leben ihrer Liebsten sich sorgen m\u00fcssen? Ist dem Staatsapparat das Leben der Gefangenen so wenig wert?\u201c<\/p>\n<p>Es \u00fcberrascht wenig, dass Covid19 nun im Knast Moabit ausgebrochen ist. Durch Knastdiener, welche die Pandemie offensichtlich \u00fcberhaupt nicht ernst nehmen, auf das Leben und die Gesundheit der Gefangenen keinen Wert legen und sich seit Beginn der Pandemie als faschistische Coronaleugner*innen beweisen, war abzusehen, dass die Gefangenen die Konsequenzen ihres Verhaltens sp\u00fcren m\u00fcssen. So erfahren die Gefangenen, w\u00e4hrend W\u00e4rter*innen durch den Knast ohne Mund-Nasenbedeckung und Abstand laufen, nun noch mehr Isolation als eh schon. Diese Isolation, die sie \u201eQuarant\u00e4ne\u201c nennen, um autorit\u00e4re Zwangs- und Gewaltma\u00dfnahmen mithilfe von \u201ewohlwollenden Begriffen\u201c zu verschleiern, muss durchbrochen werden! Unsere Aufgabe hier drau\u00dfen sollte es deswegen u.a. wieder verst\u00e4rkt sein, den Gefangenen zu zeigen, dass sie nicht allein sind. Schreibt ihnen, macht L\u00e4rm vor den Knasttoren und greift diejenigen an, welche sie einsperren. <strong>Freiheit f\u00fcr alle!<\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quelle: criminals for freedom Schon des \u00d6fteren berichteten wir \u00fcber den miserablen Umgang im Knast Moabit mit der Pandemie. Nun scheint es, dass es kommt, wie es kommen musste: Covid19 breitet sich im Knast aus. 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